31 August 2023

Schöne Begegnungen und der Mäckes-AQ

Gestern Abend hatte sich zu meiner Freude mein kleiner Lieblingsbruder spontan zum Besuch für heute Morgen angemeldet. Ein leckeres gemeinsames Frühstück stellte den idealen Start in den Tag dar. Dass er mir auch noch zwei Familienbücher mitbrachte, mit denen ich Uschi bei ihrer Familienforschung ein wenig weiterhelfen kann, war der zusätzliche Morgenbonus für diesen Tag.

Nachmittags besuchte ich die gute Martina, um ihr Ernst Kuzorra und seine Erinnerungen an den Kreisel vorbei zu bringen. aus einem kurzen Vorbeibringen wurde ein schöner Erzählnachmittag. Dass sie nach schwerer Krankheit auf dem Weg der Besserung ist, freut mich sehr. So wurde es ein spätes Mittagessen, als ich wieder zu Hause war. Nach einem Nickerstündchen im bequemen Sessel fiel mir auf, dass mir heute noch viele, viele Schritte fehlen. Viel gequatscht, wenig bewegt, das geht ja gar nicht.

Auf dem Weg zum Bollwerk machte ich einen kleinen Schlenker zum trinkgut, um meine Mineralwasservorräte aufzufüllen. Mit 2 Kisten Brohler Naturell im Einkaufswagen kam ich vor dem Laden mit einem netten Pärchen ins Gespräch. Sie war begeistert von der tollen Rindsbärenfeder an meinem VfL-Cappy, er war mehr auf das VfL-Logo fixiert und bat mich um einen Tipp für das nächste Auswärtsspiel übermorgen in Augsburg. Als ich ihm sagte, dass wir mindestens einen Punkt mitnehmen wollen, tippte er auf seinem Handy ein 1:1 in die tippkick-App ein. Witzig, die gleiche App, in der Christel und ich auch tippen. Nach einer herzlichen Verabschiedung parkte ich um kurz vor sieben am Bollwerk ein und machte mich auf die Spazierrunde am Rhein entlang.

Als erstes fielen mir die Buden ins Auge, die zwischen Biergarten und Kleinem Deutschen Eck aufgebaut waren. Ach ja, Martina hatte es ja erwähnt, 1. Andernacher Bierbörse am Wochenende. Von Freitag bis Sonntag. Heidewitzka, Herr Kapitän!

Ich erinnerte mich daran, mit welcher Freude ich vor vielen Jahrzehnten an diesen drei Tagen alle Sorten rauf- und runter durchprobiert hätte. Und heute ist mir die Vorstellung, auf den harten Bänken der Biertischgarnituren mein Wochenende zu verbringen, sehr fremd. Überhaupt, das ganze Wochenende zusätzliche Action mit first friday morgen und Kulturnacht am Samstag, das brauche ich überhaupt nicht mehr. Und so schlappte ich weiter bis zum Schild mit Rheinkilometer 614, machte an einer Bank kurz Pause, um die Hörgerätebatterie zu wechseln, und entdeckte dort wieder mal unnötigen Müll.

Das große Goldene M lässt grüßen

Ich nahm Papier und Pappe mit zum nächsten Mülleimer und dachte unterwegs darüber nach, wieso mir im letzten Jahr zunehmend aufgefallen war, dass auffällig viel Verpackungsmüll gerade von MacDoof jenseits aller Mülleimer zu finden ist. Der nächste MacDoof ist etwa 3 km Fußweg von hier entfernt und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Klientel das tatsächlich per pedes bewältigt. Also wahrscheinlich mit dem Auto, McDrive, und dann ab zu einem Parkplatz in der Nähe der Rheinanlagen, um dort auf der Bank alles zu verspeisen und den Verpackungsmüll einfach fallen zu lassen? Aber wer macht so was? Vielleicht gibt es neben dem Intelligenz-Quotient (IQ), dem emotionalen Quotienten (EQ) auch noch den "Das-macht-man-nicht"-Anstands-Quotienten (DMMN-AQ) und der sinkt bei zu viel Burger-im-Pappdeckel-Konsum ins Unergründliche ab? Aber wieso nur bei MacDoof? Ok, einen Würger-King gibt es im direkten Umfeld nicht, das wird der Grund sein.

Genug sinniert über die Hintergründe der Mac-Müll-Spackos. Und in den Andernacher Rheinanlagen sieht es insgesamt wirklich noch vernünftig aus. Ich bin wahrscheinlich nicht der Einzige, der auch selbst mal Hand anlegt und solchen Müll entsorgt, wenn er sowieso daher spaziert.
Davon lasse ich mir den Tag der schönen Begegnungen nicht vermiesen.

28 August 2023

Mit Bahn und Bus ist's ein Genuss

Heute würde die Deutsche Bahn und nicht von einem Töürchen abhalten können, das hatten wir uns fest vorgenommen. Wir, das sind Kumpel Mike T-Bone und ich. Auch das misselische Wetter war kein Hinderungsgrund. Ich kam früh genug zum Bahnhof, um dort überraschenderweise auf zwei frühere Arbeitskolleginnen zu treffen, die sich ebenfalls dort mit anderen Frauen zu einer Mädelstour verabredet hatten. Da ich früh genug dort war und die Deutsche Bahn nicht zwingend pünktlich ist, hatten wir noch Zeit, ein wenig zu plaudern.

Als dann die Regionalbahn einrollte, saß Kumpel Mike bereits drin, hatte einen Doppelsitz ergattert und winkte mich herbei. Gemütlich tuckerten wir den Rhein entlang und fanden am Zielbahnhof auch umgehend den richtigen Bus des SEV, des Schienenersatzverkehrs, der uns sicher zum Bahnhof des Kurstädtchens brachte. An der ramponierten Bahnstrecke in diesem Flusstal wird noch heftig gearbeitet.

Auf dem Weg ins Städtchen konnte ich Mike nur mühsam davon abbringen, im ersten Haus am Platz einzukehren.

Mike vor seiner zweiten Heimat

Aber ich hatte mir für heute ein anderes Ziel ausgeguckt. Wir überquerten das Flüßchen und durchquerten den Kurpark.


Und dann ging es auf ruhigen Straße ein paar Meter hinauf. Eigentlich ist die Strecke in einer knappen halben Stunde gut zu Fuß zu bewältigen, aber in angeregter Unterhaltung, immer wieder stehenbleiben, hier und da gucken, wurde dann doch eine Stunde daraus. Wir hatten ja Zeit.

Dann standen wir vor dem Gebäude, in dem ich mit einigen Mitstreiterinnen am 08.September aus unserer Kurzgeschichtensammlung "Wege ins Ungewisse" vorlesen werde.

Im Aushang vor dem Eingang wurde die Veranstaltung bereits angekündigt und ich bin bereits freudig gespannt, wie dieser Abend verlaufen wird.

Daneben einige bunt gestaltete Exponate, eins sei hier exemplarisch gezeigt.

Die Wunde ist der Ort,
wo das Licht in uns eintritt.

Auf dem Rückweg legten wir noch eine längere Klön-Pause in einem kleinen Park unter schönen Bäumen ein. Immer schön galama. Ausblicke aus dem Kurpark über den Fluss auf die Kirche in der Innenstadt zeigen, dass das Wetter heute nicht unser bester Freund war. Aber immerhin blieb es trocken. 

Der SEV zurück fuhr pünktlich. So pünktlich, dass wir zwei Minuten zu spät waren. Okay, in 40 Minuten kommt der nächste. Dass zwischendrin noch ein Bus im regulären Linienverkehr verkehrte, merkten wir erst, als er uns an der Nase vorbei fuhr. Zwei Spezialisten unterwegs.

Dafür hatte dann die Regionalbahn im Anschluss auch nur 31 Minuten Verspätung. Egal, Hauptsache draußen und unterwegs und mal was Anderes gesehen. Wo wir gewesen sind, habt ihr natürlich alle sofort erkannt, deshalb habe ich es auch gar nicht dazu geschrieben.

Und ich war noch früh genug zu Hause, um mir ein schönes Abendessen zuzubereiten und diesen blog-Eintrag zu schreiben. Geht doch!

27 August 2023

Wolkenbilder gegen den grauen Schleier

Der gute Laune durch den erfreulichen Tagesauftakt in Form des nachgeholten Frühstücks mit dem KLB hielt eine Weile vor. Nach dem Mittagsschläfchen dämmerte es jedoch langsam wieder in die graue Richtung. Auch dem Nachmittagsspiel der Kiez-Kicker, dass ich im Fernseher verfolgte, fehlte letztendlich der krönende Abschluss. Die Beschäftigung mit der dringend anliegenden Hausarbeit brachte auch keine Besserung, so dass am späten Nachmittag klar wurde: Ich muss raus an die frische Luft!

Ich wollte auf eine der Anhöhen rundherum fahren, um die prächtigen Wolkenformationen genießen zu können, die sich permanent veränderten. Kaum saß ich im Auto, fielen die ersten Tropfen auf die Windschutzscheibe. Das würde so weitergehen, egal, wie weit ich in die eingeschlagene Richtung weiterfahre. Also machte ich unterwegs irgendwo eine halb Kehrtwendung und fuhr flugs hinauf zu einem anderen Hügel mit guter Aussicht. Und die hatte ich hier.

All diese Bilder mit ihren Farben und Formen bewirkten bei mir schon eine Verbesserung der Stimmung. Ein schöner Aussichtspunkt mit tollen Fototafeln zeigte auch alles mit Namen, was man rundum sehen konnte.

Weit geht der Blick

Im Zoom: Bis zum Siebengebirge kann man sehen

Nach ein paar Schritten zog sich der Himmel wieder zu. Murphy hatte meine Seitenflucht wohl bemerkt und mir die Regenwolken hinterher geschickt. Aber so schlau bin ich auch. Ruckzuck ging es zurück in die Andernacher Rheinanlagen. Hier hatte sich der Himmel bereits wieder aufgehellt und ich konnte meine gewohnte Runde drehen. 

Als ich auf dem Rückweg eine Pause auf einer Bank neben Simones flehendem Engel einlegte, erreichte mich eine schöne Nachricht von Ricarda, die mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Kurz darauf kam auch mein junger syrischer Bekannter entlang des Weges, den ich längere Zeit nicht mehr gesehen hatte. Er kämpft sich seit vielen Monaten täglich mit speziellen Gehhilfen durch ebendiese Rheinanlagen und versucht tapfer, seinen Beine wieder zum eigenständigen Gehen zu bringen. Mit Erfolg, wenn es auch lange dauert. Ich bewundere seine Zähigkeit und Ausdauer und sehe die Fortschritte, die er bereits gemacht hat. Mittlerweile begrüßen wir uns mit Handschlag und wünschen uns gegenseitig gute Besserung.

Nun sah der Tag schon wieder um Einiges besser aus. Passend dazu bekam ich zu Hause nach einem leckeren Abendessen noch eine Nachricht von einem alten Bekannten, von dem ich ebenfalls länger nichts mehr gehört hatte. Alles in Allem bestätigte es mir mal wieder: Tu, was du tun kannst, alles Andere kommt dann zu dir.

26 August 2023

Im Zeichen des Derbys

Heute halfen mir Einige dabei, den grauen Schleier wieder ein wenig weiter zu lüften. Das nicht mehr so drückende Wetter empfing mich heute Morgen schon mit frischerer Luft, blauem Himmel und weißen Wolken. Die gute Walli auf dem Wochenmarkt tat das Ihre dazu, hatte sie doch die vorbestellten Sachen alle vorrätig und bereits abgepackt. Fatma, mein Sonnenschein, hatte die Bügelwäsche mit einem strahlenden Lächeln und zum erschwinglichen Preis abholbereit. In der Post lag das neue Rezept für meine weitere Physio-Behandlung, die mir so gut tut. Wirklich alle gaben Ihr Bestes.

Nach einem leckeren Salat zum Mittag hatte ich dann noch eine Stunde Zeit bis zum heutigen Spiel der Spiele und nutzte diese für eine erste kleine Runde durch die Stadt. Von der Bahnbrücke in der Werftstraße konnte ich ein schönes Wolkenpanorama fotografieren.

Bei so vielen positiven Vorzeichen musste doch eigentlich auch beim heutigen Ruhrpottderby etwas für uns drin sein, oder? Auch hatte ich die Worte einer gute Freundin vor Augen, die mir gestern Abend geschrieben hatte, dass auch sie unter dem drückenden Wetter in die Knie geht und auf frischere Zeiten hofft. Ich fühlte mich dadurch nicht ganz alleine und das frische Wetter hatten wir ja heute.

Mein lieber KLB meldete sich und bot mir seine Gesellschaft beim großen Spiel an. Aber sehr gerne, wenn er so dabei strahlt wie auf diesem Foto.

Und das tat er dann auch während dem Spiel, wenn er meinen fantastisch aufspielenden Jungs bewundernd zusah, wie sie (Marktwert: 55 Mio.) gegen die Lüdenscheider Millionärszecken (Marktwert: 461 Mio.) einfach alles reinwarfen und dem übermächtigen Gegner ein hochverdientes Remis abtrotzten.

In der Halbzeitpause sorgten nussige Leckereien zusammen mit Kaffee und Espresso dafür, dass die Stimmung hochgehalten wurde. Und so verwunderte es nicht, dass auch ich am Ende verklärt strahlen durfte.










Und genauso richtig lag der KLB mit seiner Entscheidung, sich das folgende Spiel seiner leicht formschwachen Traber-Truppe vom Niederrhein nicht anzuschauen und stattdessen mit dem GLB eine schöne Vorabendrunde am Rhein zu drehen. So lernte er Marlin und Uli kennen und wir beide nahmen uns am Ende die Zeit für eine schöne Pause auf den baumüberdachten Bänken. 

In diesem Ambiente MUSS man einfach strahlen

Solche Tage mit solchen Menschen und solchem Wetter und dem besten Verein der Welt sind geradezu ideal zum Anheben des Stimmungslevels. Dafür bin ich allen dankbar.

25 August 2023

Glückauf! Vom Angeln und Golfen

Ein weiterer drückender Tag mit drückendem Wetter. Was macht man mit sowas? Ein gute Freundin besuchte mich überraschend am Morgen, das erleichtert das Gewicht des drückenden Tages schon mal ein wenig. Dröpje for Dröpje. Der angekündigte Starkregen mit Gewitter war bis Mittag ausgeblieben.
Also machte ich mich auf den Weg und drehte eine große Runde in der Stadt und am Rhein. Mein Besuch in der Hospitalskirche wurde von einer dort stattfindenden Hochzeit verhindert, aber auch die entgegenkommenden Passanten mit dem Lächeln im Blick beim Anblick der Rindsbärenfeder waren gut für die Stimmung. Ebenso die Stippvisite bei den netten Damen im Reformhaus. Überraschenderweise blieb auf der ganzen Runde der Regen aus. Erst als ich mit dem Auto aus der Tiefgarage fuhr, fielen pünktlich um 13:52 die Tropfen so dick, dass ich den Scheibenwischer auf die höchste Stufe drehen musste. Zuhause angekommen, war es auch schon wieder vorbei mit dem Regen und der ersehnten Abkühlung. Aber eine leckere Nachmittags-Nussecke hebt ebenso das Gemüt wie das Gewicht.

Nach einer schönen Erholungspause im bequemen Sessel vor dem Balkon entschloss ich mich zu einer weiteren Frischluftrunde am Spätnachmittag. Von der habe ich auch ein paar Bilder mitgebracht.

Eine ganze Weile sah ich dem jungen Angler zu, der im kleinen Hafen unermüdlich seinen Blinker auswarf und geduldig wieder an Land zog. Leider ohne Erfolg, jedenfalls so lange ich ihm zusah. Schade, ich hätte es zu gern gesehen, wenn er hier einen Barsch oder Zander rauszieht.

rechts unten etwas verdeckt der Petrijünger

Auf meinem weiteren Weg entdeckte ich dann noch etwas viel Interessanteres: Golf-Unterricht in den Rheinanlagen! Mit pedantischer Akribie machte der Senior es dem Nachwuchs vor. Immer wieder hon er den Schläger, erklärte dabei, wies auf seine Körperhaltung hin, und führte den Schläger immer nur bis kurz vor den Ball, dann stoppte er ab und wiederholte die Vorführung. Ich musste lange warten, bis es mir gelang, einen richtigen Abschlag im Bild festzuhalten.

So geht das, junger Mann!

Dann übergab  er den Schläger das Spiel wiederholte sich beim Junior.

Na, stimmt die Haltung so?

Die Rheinanlagen als kleines Angler- und Golferparadies, ein schöner Eindruck.

In meiner Lesepause auf einer Bank ließ die Abendsonne die ganze gegenüberliegende Rheinfront in einem schönen Licht erscheinen. Man hätte fast vergessen können, dass es sich um die falsche Rheinseite handelt.

Interessant auch die Geschichte der hiesigen Rheinbrücke, die hier mit einem Reststück der alten Brücke und mit einer Info-Tafel gezeigt wird, die leider ziemlich verschandelt ist.

Die Spackos allerorten sterben halt nie aus.








Auf der Bank in dieser schönen ruhigen Umgebung beschäftigte ich mich dann mit dem neuen Roman, der mir kürzlich geschenkt wurde. Nach den ersten Seiten erschließt sich mir die Bedeutung des Titels "Der betrunkene Berg" immer mehr.


Und als mir später zu Hause eine liebe Freundin in einer Nachricht darlegte, dass es ihr derzeit ähnlich geht wie mir, wusste ich es haargenau: Genau so fühle ich mich in diesen drückend schwülen Wochen: Wie ein betrunkener Berg.

Aber es gibt Hoffnung: Wie man sieht, kann jeder selbst etwas dazu tun, damit es ihm etwas besser geht. Und dann geschehen auch diese Dinge, Es regnet nur, solange man im Auto sitzt. Freundinnen und Freunde schicken einem das passende Buch und die passenden aufbauenden Nachrichten. Unsere Erzrivalen, die Zahnlosen aus Ückendorf, verlieren daheim gegen die Kieler Störche und morgen wird mein VfL die schwatzgelben Zecken in die Schranken weisen. Glückauf!

23 August 2023

Kurzmeldung vom Gemüse und vom betrunkenen Berg

Mein kalmückischer Hofmaler war mir sehr ans Herz gewachsen und als ich heute Nachmittag die letzten Zeilen des biografischen Romans von Petra Reategui gelesen hatte, war ich sehr gerührt und genauso erstaunt, als ich im Anhang des Buches feststellte, wie akribisch die Autorin dieses gestohlene Leben recherchiert hatte. Eine Meisterleistung! Danke, Petra!

Das Feodor 1832 verstarb, ohne erfahren zu haben, was denn das Wort Dahunki bedeutet, ließ mich ein wenig traurig zurück.

Nach einer ausgedehnten Spazier- und Klönrunde mit einer lieben Freundin auf dem Krahnenberg wurde es auch schon wieder Zeit, ein schönes Ofengemüse anzurichten. Morgen steht die neue Wochenkiste vor der Tür, das Gemüsefach im Kühlschrank musste geleert werden. Heute überraschte mich schon am Anfang eine Kartoffel in einer Form, wie sie sonst nur von Ute vorgefunden wird.
Ich brachte es nicht übers Herz, sie klein zu schnippeln und so bekam sie ein Ehrenplatz in der Mitte des Gemüseblechs, zwischen zerschnittenen Artgenossen und Pastinaken..

Die ganze Herzkartoffel zwischen mundgerechten Stücken

Das Abendmahl nahm ich heute auf Balkonia ein, wo auch der nächste Roman seinen Anfang nahm.

Der betrunkene Berg und das leckere Gemüse

Das Buch hatte mir die gute Heidrun geschickt und ich bin schon nach ein paar Seiten mittendrin im Geschehen. Danke, Heidrun!

22 August 2023

Hier gibt's Konfekt auf die Ohren


 
Wann: Andernacher Kulturnacht am 2. September 2023

Wo: Stadtbücherei Andernach.

Die Anthologie "Lesekonfekt" ist das gedruckte Ergebnis aus den VHS-Schreibkursen von Dieter Aurass. Ein gemeinsames Debüt von 11 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Unterschiedliche literarische Genre fügen sich zu einem gelungenen Ganzen zusammen. Die Gruppe möchte die Kulturnacht zum Anlass nehmen, dieses vorzeigbare Ergebnis zu präsentieren.

Lassen Sie sich mit mehreren Appetithappen Literatur verwöhnen.

Die erste Lesung beginnt bereits um 17:00 Uhr. Nach jeder einzelnen Vorlesenden wird eine kurze Pause eingelegt, damit die Zuhörer wechseln können.

17:00 Uhr – 18:55 Uhr         Im ersten Block lesen:

Jenay                                     Die Begegnung / Waldbaden
Andrea Schmitz                    Der blaue Pullover
Karin Hillesheim                  Erstens kommt es anders
Eva-Maria Gerstkamp          Friedhof der Namenlosen

19:00 Uhr – 20:55 Uhr         Im zweiten Block lesen:
Antje H.                                Der Bücherdieb
Pascal Weber                        Der Herrscher
Denise Müller                       Im Auge des Betrachters
Karin Zielke                         Ein Jahr in England

21:00 Uhr – 22:00 Uhr         Im dritten Block lesen:
Eva Keuchel                         Ein dicker Hund
Frank Merken                       Halloween

Auch Überraschungsgäste aus dem Nachfolge-Kurs Kreatives Schreiben (Mai 2023) haben sich angekündigt.


21 August 2023

Von verhinderten Treffen und nachgeholten Kerzen

Und wieder so ein bräsiger Tag, an dem ich nicht richtig in die Puschen komme. Aber als ich mich dann endlich aufgerappelt hatte, zu frühstücken, kam wieder etwas Lebensenergie in die alten  Knochen.
Lästige Erledigungen wie das Einreichen von Rechnungen an die Krankenkasse gehen ja heute zum Glück digital. Eingescant, Knopf gedrückt, fertig. 

Nachdem ich noch etwas Zeit am PC verdaddelt hatte, bereitete ich mich auf meine Frischluftrunde vor. Kumpel Mike T-Bone meldete sich und ruckzuck hatten wir einen Spaziergang in Andernach ausgemacht. Mike war ohnehin in Koblenz unterwegs, vom Bahnhof Stadtmitte sind es nur wenige Minuten Zugfahrt bis nach Andernach. Wir checkten beide die Bahn-App, die uns unterschiedliche Verspätungen für die einzelnen Regionalzüge anzeigte. Egal, es kommt ja nicht auf die Minute an. Ich fand tatsächlich einen freien Parkplatz auf der Breite Straße, der mit einer kleinen Treppe direkt zum Bahnsteig führt. Perfekt. Im Bahnhof dann die gewohnt wirre Anzeige, auf der längst abgefahrene Züge angezeigt werden und einzelne Züge doppelt verspätet sind.

Glauben darf man davon nichts

Der RE5 um 16:30 sollte eigentlich T-Bones Zug sein, hier ohne Verspätung angezeigt. Ein Blick auf die BahnApp zeigte mir jedoch wieder eine deutliche Verspätung an, und so setzte ich mich auf eine Bank vor den Bahnhof und las weiter in meinem Buch über den kalmückischen Hofmaler.

Irgendwann registrierte ich das Klingeln meines Handys, was im Lärm der Busse direkt vor dem Bahnhof gar nicht so einfach war. Alle Busse, die hier halten, bleiben erstmal ne ganze Weile stehen, lassen natürlich den Motor laufen und stellen ihn erst nach etwa 10 Minuten ab. Da hier bis zu 4 Busse gleichzeitig halten, verstand ich kein Wort von dem, was mein Kumpel mir am Telefon sagen wollte. Erst dann sah ich, dass er mir bereits eine Nachricht aufs Handy geschickt hatte.

Die DEUTSCHE BAHN hatte sich erlaubt, den ohnehin verspäteten Zug in Koblenz spontan auf einem anderen Gleis einlaufen zu lassen. Natürlich ohne Ankündigung. Bei dem dann einsetzenden Massensprint der Völkerscharen hatte mein Kumpel zwar die Nase ziemlich weit vorn, verfehlte aber den abfahrenden Zug um ca. 2 Sekunden. Und so hatten auch alle anderen Sprinter Pech und standen pitschnass geschwitzt auf dem bullenwarmen Bahnsteig. Tja, Shit happens, und Reisen, die so beginnen, sagt man wirklich am besten ab. So vertagten wir uns auf ein andermal und ich machte mich auf den Weg zum Bollwerk.

Hier fiel mir wieder ein, dass ich beim gestrigen Lichtlein aufstellen nur der Verstorbenen der letzten Zeit und der aktuell Kranken gedacht hatte. Das war auch eine stattliche Anzahl. Aber heute Mittag hatte mir Petra ein Foto von Hardys Grabstätte geschickt, auf dem zu sehen war, dass er mir wieder eine Feder geschickt hatte, der Gute. So wie er das vor zwei Wochen an seinem 6. Todestag bereits zweimal an Petras Haus gemacht hatte. Als ich das Foto heute bekam, hatte ich mir vorgenommen, nochmal in die kleine Hospitalskirche zu gehen und seiner zu gedenken. Das machte ich dann auch und stellte ihm ein Extra-Lichtlein auf. Und die Feder kommt natürlich auch an meinen Traumfänger.

Eins ist für dich, Hardy

Im Anschluss drehte ich noch eine gemütliche Runde durch die Stadt und zum Rhein. Hier ging ein schönes Lüftchen, so dass ich eine weitere Lesepause genießen konnte. Und nach zwei Rindersteak-Tagen war es heute wieder Zeit für eine fleischlose Ernährung, außerdem musste der Ruccola weg, mit dem ich mir einen leckeren großen Salat zum Abendessen machte. So fand auch dieser bräsige Tag seinen Sinn und seinen schönen Abschluss.

20 August 2023

Worauf das Wetter alles drückt

An Tagen wie diesem lernt man einige Bedeutungen des Wortes drückend kennen.  Bei mir begann es mit dem morgendlichen Gefühl, ins Bett zurück gedrückt zu werden, sobald ich mich erheben wollte. Immerhin gelang es mir, vor zehn Uhr den trägen Körper aus dem Bett zu drücken. Nachdem ich mir mein leckeres Porridge einverleibt hatte, drückte es mir den Schweiß aus allen Poren. Und das blieb den ganzen Tag so.

Gegen Mittag ließ ich mich in den bequemen Sessel fallen und schaute mir das WM-Finale Spanien-England im Fernsehen an. Wenigstens war es dort nicht so heiß wie hier. Tageshöchstwert für Sidney: 20°C. Wie gerne hätte ich die hier. Spanien ging verdient mit 1:0 in Führung und obwohl die Engländerinnen am Ende sehr drückten, konnten sie die Niederlage nicht mehr abwenden.

Nach dem Spiel brauchte ich dringen frische Luft. Als ich die Balkontür aufschob, kam mir ein Schwall schwülheißer Luft entgegen, so dass ich dieses Experiment schnell beendete. Zunehmend drückte mir dieses Wetter auch aufs Gemüt, ich drückte mich nach einem Kaffeesnack noch eine Weile in der Wohnung rum. Schwül, warm, drückend war es, ich schwitzte, ohne dass ich mich dazu bewegen musste. Das hieß, ich musste wenigstens für eine Weile raus aus der Hütte. Frische Luft gab es heute rau0en auch keine, das war klar, aber wenigstens ein kleines Lüftchen fand ich im nahe gelegenen Park.

Auf den Wegen im Park war es tatsächlich gefühlte 2° kühler, weil die Bäume etwas Schatten und wohl auch Sauerstoff spendeten. Auch der Bach machte mir mit seinem Geplätscher Mut und verdrängte ein wenig das Rauschen meines Freundes Harvey Tinnitoso, welches von diesem Wetter als Einziges nicht weggedrückt wurde. 

Schön gemächlich und mit einer halbstündigen Lesepause an einer leicht zugigen Bank drehte ich mein Ründchen. Mein Freund, der Schäfer, hatte ebenfalls einige Federn gelassen, oder sollte man besser sagen, Rinde gelassen und schien bedrückt unter der Hitze zu ächzen. Das Naturkunstwerk hingegen zeigte sich völlig unbeeindruckt und drückte aus: "Mich kriegt ihr nicht so schnell klein!"


Dabei sah der Himmel richtig freundlich aus, keine Spur von diesem ätzenden Wetter.

blau und weiß - und trotzdem heiß

Die kurze Heimfahrt mit heruntergelassenen Scheiben war schön. Es tat richtig gut, sich den (warmen) Fahrtwind um die Ohren wehen zu lassen. Heute hatte ich noch etwas Anderes zu erledigen, was ich seit Tagen vor mir herschiebe. Ich parkte am Bollwerk und verband eine luftige Rheinrunde mit einem Gang zur Hospitalskapelle. Nachdem letzte Woche auch mein alter Schulfreund Wolle überraschend verstorben war, wollte ich in diesem ruhigen dunklen kühlen Raum einige Lichtlein aufstellen für die, die zuletzt gegangen sind und die, denen es grad nicht so gut geht. Das alles bedrückte mich in letzter Zeit ziemlich. Pro Lichtlein 50 ct, ich hatte nur fünf Euro klein. Nach kurzem gedanklichen Durchzählen waren es tatsächlich zehn Lichtlein, für die auch heute im Gegensatz zu sonst genug Platz zum Aufstellen vorhanden war. Nachdem ich jedem einige Gedanken gewidmet hatte, machte ich mich etwas gelöster auf den Weg durch die Stadt, den historischen Garten, zum Bollwerk und am Rhein entlang zurück. Alles immer schön galama, ich setz mich nicht selbst unter Druck.

Zu Hause wartete ein Rindersteak auf mich und ich konnte auch von den gestern erhaltenen eingelegten Zucchini nicht die Finger lassen und hab die Hälfte davon schon verdrückt. Mathilde, einsame Spitze, ich drück dich!

So bleibt mir nur, den geneigten Lesern meinen Dank für ihre Aufmerksamkeit auszudrücken.

19 August 2023

Ein Hoch-Tief-Tag

Es fing gut an, heute Morgen. Ausgeschlafen konnte ich unser Samstagsfrühstück zubereiten. Der KLB hatte gestern Abend bereits seine vorherige Absage revidiert und leistete mir Gesellschaft beim Frühstück und beim Marktgang. Ja, der Marktgang, nach drei langen Wochen durften wir uns heute wieder auf Wallis Gemüsebus und Achims Oliomobil freuen. Nirgends sonst bekommt man von so netten Menschen so gute Sachen. Rinderhüftsteak und Räucherschinken bei Walli, Mariendistelpellets und naturtrübes Goldleinöl bei Achim. Alles regional und in BIO-Qualität.

Hier kauft man gut und gerne ein

Bei der anschließenden mittäglichen Erledigungsrunde dann der erste kleine Dämpfer. Meine gereinigte, aber zerfledderte alte Fankappe ist so nicht mehr standesgemäß reparabel, musste mir traurigerweise die gute Fatma mitteilen. Aber wir haben noch eine Idee im Hinterkopf, wie es doch gehen könnte, man wird sehen. Und der Traumfänger ist fertig mit Federn bestückt. Zwar nicht so wie geplant, aber auf Fatmas ganz eigene Art und Weise wirkt der bestimmt noch viel besser.

Die Bundesligaeröffnung meiner blau-weißen Jungs aus dem Tiefen Westen konnte natürlich mit der unreparierten Fan-Kappe nicht gut gehen. Nach diesem schlimmen, entwürdigenden Spiel möchte ich nur noch einmal darauf hinweisen, welches laut Frank Goosen das wichtigste Wort im Leben eines VfL-Fans ist:

TROTZDEM!

Und da hat er Recht, aber 100 Prozent!

In der Halbzeitpause, als noch Hoffnung bestand, brachte mir Udo, der Auslieferungsfahrer der Firma Mathilda Unlimited, eine ganze Schüssel eingemachte Zucchini vorbei, auf deren Verzehr ich mich jetzt schon freue. Aber es nützte am Ende nichts, und mehr möchte ich an diesem Wochenende auch nicht zum Thema Fußball sagen.

Um dieses Drama verdrängen zu können, brauchte ich anschließend eine Portion Bewegung an der warmen Luft, denn frisch war es auch am Rhein heute Abend nicht. Dafür traf ich mal wieder meine zwei lieben Freunde aus der Altherrenrunde und begleitete sie ein gutes Stück auf ihrem abendlichen Rundweg.

Die drei von der Bank

Wir hatten eine interessante Unterhaltungen beispielsweise über unsere gemeinsamen Erfahrungen mit privaten Krankenkassen und Zusatzversorgungen, die ständig versuchen, die Kostenerstattungen mit fadenscheinigen Begründungen abzulehnen oder zu reduzieren. Aber wir gehen da den gleichen Weg: Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt!

Die Feder, die ich auf dem Weg fand, passte genau an Ulis Kappe. Denn mein Traumfänger ist erstmal gefüllt. Wenn man genau hinschaut, sieht man die Federspitzen hinter unseren Kappen rausgucken.

Zum Abschluss fanden wir mal wieder eine nette Spaziergängerin, die bereit war, ein Foto von uns drei alten Herren zu machen. Denn all meine vorherigen Versuche, ein Selfie mit allen dreien zu machen, waren fehlgeschlagen, obwohl ich mir fast den Arm ausgerenkt hatte.

Uli und Merlin, es war mal wieder schön mit Euch!


18 August 2023

Betrieb am Himmel

Am Ende eines Tags mit schönem Besuch und interessanten Gesprächen will ich mir vom Bundesliga-Auftakt nicht die Stimmung vermiesen lassen. Dass die Fischköppe endlich das ungeliebte Tierquäler-Logo von ihrem Trikot entfernt haben ist viel wichtiger als so eine blöde Heimniederlage, oder?

Draußen höre ich immer lautere Geräusche. Ein Gang auf den Balkon zeigt mir einige blinkende bewegliche Lichter am Himmel, die auf einen regen Flugverkehr schließen lassen. Mittendrin ein großer rot blinkender Punkt, von dem die Geräusche ausgehen, ein Hubschrauber sucht wohl irgendetwas in Andernach  Als sich dieser Punkt unter lauter Geräuschentwicklung im Halbkreis seitlich auf und davon macht, verbleibt ein wunderbarer Sternenhimmel, der unter der Dunstglocke der letzten Tage selten zu sehen war. Meine Handykamera ist viel zu schlecht, um das wiederzugeben, was meine Augen erblicken. Aber mit Hilfe meiner App am PC kann ich schön darstellen, was gerade am Himmel zu sehen ist.

Ich bin erstaunt, wie viele Sterne und Sternbilder ich immer noch erkenne, obwohl ich mich jahrzehntelang nicht mehr intensiv damit beschäftigt habe.

Ich blicke direkt auf die Milchstraße. Direkt über mir schwebt der Schwan mit seinen ausgebreiteten Schwingen die Milchstraße hinunter. Zwischen den Sternbildern der Leier und des Adlers hindurch scheint er sich seinen Weg zu bahnen. Die drei hellen Sterne Deneb (am Schwanz des Schans) Vega (in der Leier) und Altair (im Adler) bezeichnet man auch als das Sommerdreieck.
Aber auch Der Bärenhüter rechts davon mit seinem hellsten Stern Arktur ist gut zu sehen, ebenso wie die nördliche Krone links darüber.

Beim Betrachten des Himmels kommt mir wieder mein alter Freund Hans Hartz in den Sinn, der außer seinem Hit "Die weißen Tauben sind müde" noch einige sehr bemerkenswerte und nachdenkliche Lieder gemacht hat.

Deshalb singe ich gedanklich nun mit ihm zusammen eins meiner Lieblingslieder. Und ich bin mir sicher, er singt dort oben mit.

Immer wenn ich hoch zum Himmel seh
frag ich: soll das alles sein?
das bißchen Zeit hier zwischen Sonne und Schnee
zwischen Wasser und Wein?

Und denk ich an dich
dann wär' ich gern ein Stein.

Nur Steine leben lang - sie kennen keine Zeit und keinen Zwang.
Das bißchen Wasser, das sie kleiner macht
ist wie ein Streichholz in der Nacht.

Und wär'n wir wie ein Stein,
dann könnt' ich hundertmal und mehr
mit dir zusammen sein
oh, wär'n wir wie ein Stein.

Immer wenn ich in die Sonne seh
dann fühl ich mich unendlich klein
wenn sie noch brennt, bin ich schon lange nicht mehr da
und das soll alles sein?

Doch seh ich dich an
dann wär' ich gern ein Stein.

Nur Steine leben lang - sie kennen keine Zeit und keinen Zwang ...

Doch was uns bleibt ist immer vorwärtsgehn
nur immer weiter weiter - niemals stehn
und ab und zu mal in den Himmel sehn - und doch nichts verstehn.

Nur Steine leben lang - sie kennen keine Zeit und keinen Zwang ...


17 August 2023

Ein Wellness-Tag mit viel Bewegung

Obwohl die Nacht sehr kurz war, freute ich schon auf meinen heutigen Fußpflege-Termin bei der liebenswerten Monika. Achtung: Bereits um 11:00 Uhr(!!) stand ich pünktlich auf der Matte und wurde herzlich begrüßt. Monika kennt meine Indianerfüße mittlerweile seit Jahren und weiß genau, wo der Hobel anzusetzen ist. Unsere Unterhaltung streifte heute viele Themen vom Ostsee-Urlaub über das Leben allgemein bis hin zur künstlichen Intelligenz ChatGPT, mit der ich kürzlich einen interessanten Dialog führen konnte. Die findet man übrigens hier https://chat.openai.com/ und nach einer kostenlosen Registrierung kann man mit dem Teil chatten. Ich kann es nur jedem empfehlen, das einmal auszuprobieren, um sich selbst ein Bild von den Möglichkeiten dieser KI zu machen.
Was ich mit dem Teil zu besprechen hatte? Nun, im Frühjahr forderte ich ihn/sie/es ein wenig heraus mit der Behauptung, er/sie/es sei ja nicht allwissend und bspw. über die Kleinstadt Andernach wisse er /sie/es bestimmt nicht viel zu erzählen. Im folgenden Dialog erklärte es/sie/es mir in klaren Worten das Konzept der essbaren Stadt. Ich war erstaunt. Und in meinem aktuell zweiten Dialog mit ChatGPT ließ ich mir vor ein paar Tagen  die mathematische Wahrscheinlichkeit für meine letztjährigen seltsamen Erfahrungen mit den beiden verschiedenen  Zimmerkollegen in den beiden Krankenhäusern ausrechnen, die so überraschend vieles gemeinsam hatten. Nachdem ich alle Fakten stichpunktartig aufgelistet hatte, bekam ich eine schnelle und sehr ausführliche Antwort, in der auf jeden Punkt eingegangen wurde  Die nüchterne emotionslose Rechnung, die er/sie/es mir danach aufmachte, überzeugte mich am Ende. Er/sie/es schrieb:

Bitte beachten Sie, dass diese Schätzungen willkürlich sind und die tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten stark variieren können. Die endgültige Wahrscheinlichkeit, all diese Ereignisse gleichzeitig zu erleben, könnte sehr niedrig sein, möglicherweise im Bereich von 1 zu Hunderten von Millionen oder noch geringer.

Das überzeugte wiederum mich davon, dass ich mir nicht irgendwas Verrücktes einrede, sondern dass die Wahrscheinlichkeit eines Zufalls tatsächlich geringer ist als die auf einen Lotto-Sechser mit Zusatzzahl (1 zu 139.838.160). Also begegnen mir tatsächlich total unwahrscheinliche Zufälle, die sich nur mit Zufall wohl nicht erklären lassen. Das wollte ich hören 😎.

Monika zeigte daraufhin auch Interesse, das einmal auszutesten. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen sie macht. Beim anschließenden Festlegen unseres nächsten Wellness-Termins fiel mir ein, dass ich gestern spontan einen Kurzurlaub im September gebucht hatte. Als sich dann zeigte, dass Monika unabhängig davon auch ihren Urlaub für die gleiche Zeit gebucht hatte, wusste ich: der Positiv-Murphy ist heute wieder mit mir unterwegs. 

An solchen Tagen funktioniert auf wundersame Weise alles, was man anpackt. So verlegte ich kurzerhand meine Frischluftrunde ein wenig nach hinten, obwohl ab nachmittags Blitz, Donner und Regen gemeldet waren. Es funktionierte prächtig. Ich konnte erst mal mit Ruhe mein Brot backen,  einen berührenden handgeschriebenen Brief beantworten und einwerfen, kurz einkaufen und dann meinen Trip rund um ein Örtchen angehen, das von allen Seiten vom Rhein und von Bergen eingekesselt ist. Ich parkte auf dem Dorfplatz mitten im Ort, spazierte zum einen Ortsrand, schlug von dort einen langen Weg den Berghang hinter dem Ort entlang zurück ein. Diesen Weg war ich noch nie gegangen. Die sanfte Steigung zog sich so in die Länge, dass ich irgendwann das Gefühl hatte, ich wäre schon am ganzen Ort vorbeigelaufen.

Hier kam der erste Abzweig nach rechts.

Nach diesem ersten Anzeichen eines Gefälles nach rechts kam dann auch die Hinweistafel <DORFPLATZ 800m>. Der Weg führte jedoch kurz darauf wieder nach oben. irgendwo musste es doch jetzt rechts hinunter in den Ort gehen! Es kamen auf dem nächsten gefühlten Kilometer zwei steile unbefestigte Forstwege den Hang hinunter, jedoch kein Schild. Das Risiko, dort hinabzusteigen und zehn Minuten später vor einem Zaun zu stehen und wieder hochkraxeln zu müssen, was mir zu groß. Also ging ich weiter. Zum Glück begegnete mir eine andere Wandererin, die sich aber nur wenig hier auskannte. Immerhin konnte sie mir sagen, dass ich, wenn ich weiterginge, auf einen beschilderten Abzweig mit dem Ortsnamen stoßen würde. Und genau so kam es.

Immer rechts halten. Von nun an ging's bergab

Ein paar starke Gefällstrecken später stand ich am anderen Ortsrand an der Kirche und am Friedhof. Diese Runde hatte sich gelohnt. Zu Hause belohnte ich mich mit Falafel und dem restlichen Ofengemüse von gestern. Und da Murphy es ja heute wieder gut mit mir meinte, konnte ich am Vorabend noch eine schöne Runde in den Rheinanlagen dranhängen.

Während meiner Lesepause neben dem Biergarten glitt zuerst das Raumschiff Voyager fast schwerelos  an mir vorbei, gegen den Strom, aber unbeladen. 

Captain Janeway, ich grüße Sie!

Wenig später hatte dann Johanna mehr zu kämpfen, ihrem Tiefgang nach zu urteilen schien sie auch mächtig geladen zu haben. 

Johanna, du schaffst das!

Und während ich diese Zeilen schreibe, fällt mir plötzlich ein, dass ich morgen früh bereits um halb elf(!!!) lieben Frühstücksbesuch bekomme. Mein Gott, was mache ich für Zeiten aus?! Egal, ich freu mich auf die gute Mathilde morgen früh und hab das Gefühl, dass es ein guter Tag wird. Die Bundesliga geht ja für mich erst am Samstag los 🙈🙏

16 August 2023

Mit dem Positiv-Murphy unterwegs

Auf das Treffen mit meiner Alten Liebe hatte ich mich gefreut, wenn auch halb zwölf für ein Mittagessen nicht zwingend meine Zeit ist. Aber mein Gott, die Zeiten ändern sich und das ist doch kein Problem. Bereits am ganz frühen Morgen gegen neun Uhr erfreute ich mich an meinem Porridge und dem besten Kaffee aller Zeiten. Und als ich pünktlich um 11 Uhr den Andernacher Bahnhof betrat, leuchtete mir bereits diese Anzeige entgegen:

11:12 ist meiner!

Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen war meine Regionalbahn nach Koblenz als eine der wenigen Züge pünktlich angekündigt. Murphy, bist du krank heute?
Und er war nicht nur so angekündigt, er kam auch auf die Minute pünktlich. Die Türen ließen sich öffnen und es gab keinen ungeplanten Halt unterwegs, nicht wegen technische Störung, nicht wegen der Verspätung eines voranfahrenden Zuges und es hatte sich auch keiner aufs Gleis geworfen. So kam es, dass ich planmäßig um 11:27 in Koblenz aussteigen konnte und von Hanni im Bahnhof herzlich empfangen wurde. Wir entscheiden uns für den Italiener gegenüber, der Insalata Manzo war ein Gedicht, ebenso wie der anschließende Espresso Macchiato und wir hatten schöne anderthalb Stunden voll angeregter Unterhaltung. Als wir uns verabschiedeten, dachte ich schon darüber nach, womit mir Murphy denn diesen perfekten Morgen wieder heimzahlen würde, wenn er denn aufwacht.

Zurück am Bahnhof, um 13:13, las ich dann, dass um 13:16 ein RE auf Gleis 2 nach Andernach fahren soll. Ich ging hoch zum Bahnsteig, mein Zug wartete bereits und wollte gerade die Türen schließen, ließ mich aber noch zusteigen und brauste pünktlich los. 11 Minuten später verließ ich ohne Zwischenfälle den Zug am Andernacher Bahnhof mit dem Gefühl "Irgendwas stimmt doch hier nicht!".
Beim Gang durchs Bahnhofsgebäude stand dort plötzlich meine Freundin Andrea vor dem Kiosk. Wie sich herausstellte, war sie mit dem gleichen Zug aus Koblenz gekommen, hatte nur einige Wagen vor mir gesessen. Toll!  So begleiteten wir uns ein Stück des Weges bei angeregter Unterhaltung gegenseitig in den Kiosk und zum Reformhaus. Als ich das Reformhaus betrat, dachte ich schon "Und was kommt jetzt?", als ich drinnen überraschend auf Nico traf, der mit der Reformhausfrau irgendetwas Geschäftliches zu besprechen schien. Den wähnte ich eigentlich noch im Urlaub in Italien, seltsam. Ich wollte ihm schon kurzentschlossen auf die Schulter hauen, als ich gerade noch bemerkte, dass es nicht Nico war, sondern wohl sein Zwillingsbruder sein musste, so ähnlich sah er ihm. Als ich ihn höflich darauf ansprach, bestätigte auch die Frau vom Reformhaus, dass ihr diese verblüffende Ähnlichkeit ebenfalls aufgefallen war. Der Mann kannte Nico jedoch gar nicht und wusste auch nichts von einem potentiellen Doppelgänger in Andernach. Irgendwie ein seltsamer Tag heute. Aber schön.

Nun war ich eigentlich viel zu früh zu hause, denn das gute Ännchen hatte sich erst zum Kaffeeklön angemeldet. Ein Blick aufs Handy zeigte mir eine Nachricht von ihr mit der Frage, ob sie schon früher kommen könne, da ihre vorherige Verabredung ausgefallen war. Ja klar. Und so wurde es ein schöner Klön-Nachmittag mit einer lieben Freundin. Als sie sich später verabschiedete, musste ich mich wegen des angekündigten Unwetters entscheiden. Zuerst meine Frischluftbewegungsrunde am Rhein drehen und danach das Ofengemüse aufsetzen oder erst das Gemüse machen, in den Ofen schieben und dann an die Luft, um es nach meiner Runde als leckeres Abendbrot genießen zu können. Aber ob das Wetter so lange hält? An einem Tag wie heute spürte ich, wird alles klappen. Also erstmal ne Stunde schnippeln und dann ab in die Rheinanlagen.

Als ich am Rhein ankam, zog sich schon alles zu am Himmel.

Sieht nicht nach Abendsonne aus

Bitte bitte noch nicht jetzt!

Nichtsdestotrotz machte ich mich auf den Weg vom Bollwerk bis zum Alten Krahnen. Dort sah ich schon von weitem Uli und Merlin auf einer Bank sitzen und den Himmel beobachten. Zu den beiden gesellte ich mich, bis sie mit dem Hinweis "Das geht gleich los" den Weg zum Auto antraten. Aber ich wusste ja, an einem Tag wie heute werde ich auch nicht nass.

Auf dem Rückweg gönnte ich mir also noch ein schönes Lesepäuschen direkt unter Simones Engel, der den Himmel anflehte, doch bitte noch ein wenig zu warten mit dem Gewitter.
Ein Kapitel lang begleitete ich den Kalmücken in meinem Buch noch auf seinem Weg in Italien, dann trat ich den Rückweg zum Parkplatz an

Nach ein paar Metern piepste es im linken Ohr. Auha, der Akku des Implantats leerte sich! Er hielt noch ziemlich genau, bis ich vor dem Auto stand. Aber im Rucksack hatte ich nur die Ersatzbatterien, an denen ich mich vor ein paar Tagen bei Conny und Jens eine halbe Stunde lang vergeblich abgemurkst hatte, ohne sie zum Laufen zu bringen. Irgendwas stimmte mit denen nicht und leider hatte ich es seither versäumt, diese gegen einen funktionierenden Ersatzakku auszutauschen. Mist!

Einer plötzlichen Eingebung folgend setzte ich im Auto die defekten Batterien zum gefühlt achten Mal im Implantat ein und - sie funktionierten auf Anhieb! Eigentlich klar an einem Tag mit dem Positiv-Murphy, oder?

Nun schnell ab nach Hause. Der Himmel hatte sich sehr zugezogen.

Das sieht nicht gut aus ...

Genau als ich das Auto zu Hause unter dem Carport einparkte, erschien der erste Blitz am Himmel. Als ich die Haustür hinter mir zuzog, begann es draußen aus Eimern zu regnen. Aber das überraschte mich schon gar nicht mehr. An Tagen wie diesem geht irgendwie alles.

Im Kühlschrank hatte ich ein leergeräumtes Gemüsefach - morgen kommt die nächste Wochenlieferung vom Gertrudenhof. Aus dem Ofen durfte ich dafür Kartoffeln-Pastinaken-Kohlrabi-Möhren-Radieschen-Lauch-Brokkoli-Knobi-Pfeffer-Salz-Masala mit aufgelegten Rote-Beete-Scheiben nehmen und mit Thai-Curry-Soße verfeinert schnabulieren. Ein passender Abschluss für einen perfekt getimeten Tag. Danke, Murphy!

15 August 2023

Von heilenden Händen und schönen Farben

Der Tag begann früher als sonst. Die bizarren Träume wurden langsam erträglicher und ich war morgens früher in Aufstehlaune. Hatte ich doch ein gestern gelesenes Stück aus der Romanbiografie des kalmückischen Hofmalers in meinem Traum wieder gefunden, und zwar eins zum Schmunzeln.
So verblieb nach dem FRÜHstück tatsächlich Zeit, um ein paar dringende Aufgaben zu erledigen, die sich aus unserem gestrigen Treffen ergeben hatten. Tut auch gut, wenn man was erledigt hat, wer kennt das nicht.

So konnte ich spätnachmittags ganz zufrieden auf der Physio-Liege Platz nehmen und meinen nervigen Freund Harvey Tinnitoso eine Weile Natalies heilenden (und kräftigen) Händen überlassen. Der Kerl wurde echt ein wenig kleinlauter nach dieser Behandlung, so dass ich mich im Anschluss zu einem kleinen Ausflug auf einem nahen Hügel aufraffte, den ich länger nicht mehr besucht hatte. Schon der Rundumblick vom Parkplatz war wunderbar.

Heute beeindruckten mich die tollen Farbkombinationen unterwegs sehr. Das Gelbbraun der abgemähten Felder, dazwischen schon wieder das neue Grün, die dunkelgrünen Bäume, blauer Himmel und weiße Wolken - und dazu viele Eindrücke, von denen ich Euch einige hier zeigen möchte.

Seitlich des Wegs solche Höfe

Ein Blick zum Rhein

Satte Wolkenhügel

Blick bis über den Westerwald

Links ein Kapellchen am Rande einer kleinen Wohnsiedlung, die auf einem ehemaligen Gehöft entstanden ist.

Rechts der gute Buddha, der heute ein wenig auf seiner Milchkanne herum hampelte, so dass ich kein vernünftiges Foto hinbekam.

Aber bemerkenswert ist immerhin: Zwei Weltregionen auf so engem Platz friedlich nebeneinander, das hat man nicht alle Tage. Und man sieht: Geht doch!

Auf dem Rückweg fiel mir dann noch etwas ganz außergewöhnliches auf: An einem Baum links des Weges waren nicht nur Hinweisschilder für Wanderer angebracht, sondern es hatte jemand offensichtlich einen abgehangenen Schinken dazwischen genagelt.

Welchen Zweck das erfüllt, erschließt sich mir bisher nicht, zumal er auch einen Teil der Schilder verdeckt, aber ich muss ja auch nicht alles verstehen.

Vielleicht fällt ja einem Leser etwas dazu ein.

Der ganze Spaziergang hatte mit seinen schönen An- und Ausblicken wieder etwas Sonne ins Herz gelassen, das spürte ich, als ich wieder zurück am Parkplatz war. Aber eins hatte mir gefehlt: Eine Lesebank unterwegs.

Ich hatte mir bewusst den Kalmück in den Rucksack gesteckt, der sich auf so schöne Art in meine Träume eingemischt hatte. Und so beschloss ich auf der Rückfahrt, noch einen kleinen Abstecher zum Rhein zu machen und dort noch ein wenig Feodor zu frönen.

Dass um halb acht abends alle, aber auch ALLE Bänke zwischen Bollwerk und Biergarten besetzt waren, hatte ich so auch noch nicht erlebt. Bis in Richtung Alter Krahnen wollte ich aber auch nicht mehr gehen. Just als ich das dachte, erhob sich wenige Meter vor mir eine dreiköpfige Familie und trat unter dem wütenden Gezeter der kleinen Tochter den Heimweg an. Das sollte wohl so sein.

Und so konnte ich unter sehr interessantem wechselhaften Himmel noch ein wenig Feodors Weg von Rom nach Florenz im Buch verfolgen. Schön.