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08 März 2026

Rückblick: Tage der schönen Begegnungen

Der Start ins vorletzte Wochenende begann gelang freitagmittags mit dem Kaffeebesuch Besuch meines früheren Kollegen Luca Thomi sehr schön. Dass ich nachmittags bei der guten Jana meine ersteigerten Glückssteine abholen durfte und anschließend meinen Bedarf an leckeren BIO-Gewürzen in dem tollen Gewürzladen von Hartkorn decken konnte, 

Gute BIO-Qualität und nettes, kompetentes Personal: Hartkorn

ließ meinen Stimmungspegel hoch genug ansteigen, um die abendliche grottige Niederlage meiner blau-weißen Jungs aus dem Tiefen Westen gut verdauen zu können.

Das Ganze setzte sich am Samstagmorgen im FrühSpätstücksritual mit meinem kleinen Lieblingsbruder nahtlos fort, abgerundet durch den Gang zum Wochenmarkt, wo Walli und Lili uns mit Fleisch und Gemüse in BIO-Qualität versorgten.
Zum Markt ging es an diesem Tag nochmal. Gegen 14 Uhr fand eine Kundgebung für Demokratie, Vielfalt und Menschenfreundlichkeit statt, bei der wir mit den Omas gegen Rechts ebenfalls mitwirkten.

Erfreulich große Beteiligung gegen rechte Hetze

Ich blieb nicht bis zum Schluss, war ich doch bei meiner Großcousine Gisela zum Kaffee eingeladen. Es wurde ein toller Tag mit Kaffee und Kuchen, Frischluftrunde unter blauem Himmel, Rummikub mit Giselas netten Freunden und buntem Gemüse mit Würstchen, der erst spät endete. Dass sich dann Giselas Freundin Elisabeth als die beste Volksschulfreundin meiner Cousine Renate herausstellte, war wieder mal einer von diesen seltsamen ungeplanten Zufällen, die mich in den letzten Jahren immer wieder begleiten. Die Welt ist klein. Und schön.

Der Sonntag war ein willkommener Relax-Tag. Denn am Montag ging es mit dem Besuch meiner Freundin Gretel ebenso erfreulich weiter. Auch der Dienstag spülte mir durch das monatliche Familienforschungstreffen mit Gaby und dem KLB wieder zwei Menschen ins Haus, die mir gut tun.

Mittwochs holte ich beim BIO-Bauern Andreas in meiner alten Heimat bestellten Salat und Gemüse ab und nutzte die Gelegenheit, auf dem naheliegenden Metternicher Bezirksfriedhof bei einigen alten Freunden und Bekannten vorbeizuschauen, die nicht mehr unter uns weilen.

Der schwarzgelbe Dibbie-Stein strahlt noch

Dass Anja mich nachmittags zum Ofengemüse und zum anschließenden Rummikub besuchte, wie jede Woche, machte den Geburtstag für mich zu einem schönen, stressfreien, "normalen" Tag, so wie ich das gerne habe.

Am Donnerstag besuchte ich mal wieder Steffi und Theo, um anschließend im Bendorfer Altenheim meinem Altkumpel Ernest International die Aufwartung zu machen. Rechtzeitig um 17 Uhr war ich wieder in Andernach, wo am historischen Rathaus unser monatlicher Rundgang mit den Omas gegen Rechts startete. Doris erfreute uns mit einem passenden Zweizeiler, den wir unterwegs skandierten und auf viel Zustimmung trafen.

Außen blau und innen braun,
der AfD ist nicht zu traun

Glücklicherweise wies uns bei dieser Gelegenheit Corinna darauf hin, dass am nächsten Tag, beim monatlichen first friday der Händlergemeinschaft, auch die Ehrenamtsinitiative mit ihrer Klimawerkstatt vertreten ist.

Freitags traf ich mich zum Kaffee mit meiner Cousine Resi, es wurde Zeit, dass wir uns endlich mal wieder ohne Beerdigung sehen. Eine wohltuende Begegnung, bei der wir dann "zufällig" über unsere gemeinsame Nichte Elke stolperten, gerade als wir von ihr gesprochen hatten.
Zum abendlichen first-friday-Besuch konnte ich glücklicherweise meine liebe Ex-Kollegin Andrea bewegen. Mit ihr zusammen wurde der Gang durch die Stadt zu einer ständigen Begegnungsreise, so dass wir fast eine kleine Betriebsversammlung hätten einberufen können.

Bei den verschiedenen Sparten der Klimawerkstatt war viel Betrieb, so wie überall in der Stadt.

Reges Interesse am Klima

Ich hatte mehrere interessante Gespräche und werde demnächst ausprobieren, ob eine Beteiligung für mich interessant ist. Dass sich zwischendurch zwei der Klima-Damen eine kleine Erholungspause vor dem Eingang gönnten, kann ich sehr gut verstehen.

Am gestrigen Samstag dann das große Finale der ausgefüllten Woche. Nach Spätstück und Marktgang mit dem Lieblingsbrüderlein war ich nachmittags mit meiner Cousine Renate verabredet, der ich nun erklären musste, woher ich ihre alte Schulfreundin kenne. Auf dem Sonnenbalkon bei Himbeertörtchen, Käsekuchen und Kaffee eine sehr angenehme Atmosphäre. Nachdem ich ihr mich mich mit einer kleinen Balkonlesung eine Freude machen konnte, beschlossen wir , uns zukünftig auch ohne Beerdigungsanlass wieder öfter zu sehen.
Um 18 Uhr war ich zu einer "30-Jahre-Trocken"-Feier eingeladen, wo ich auch auf einige Freunde und Bekannte traf und zudem mit gutem Essen vom Buffet verwöhnt wurde. Ein tolles Jubiläum.
Pünktlich um halb neun war ich zu Hause, um meine blau-weißen Jungs vor dem Fernseher anzufeuern. Die setzten dann das Sahnehäubchen auf die tolle Woche. So kanns weitergehen!

Am heutigen Sonntag sah ich mich gezwungen, die vielen Verfehlungen der Woche gegen das RAG mit einem sehr, sehr langen Verweilen im Bett zu kompensieren, bevor ich weitere Konsequenzen befürchten muss. Es pendelt sich langsam so ein, wofür der Sonntag eigentlich gut ist.

Dass ich bei meiner späten Sonnenrunde am Rhein auf Ömer traf, der seine beiden Kids dort auslüftete, passte wunderbar zu dieser tollen Woche.

06 November 2022

Auf der Suche nach der verlorenen Energie

Was für ein Tag. Kennt ihr das auch, wenn man morgens wach wird und grad so weiterpennen kann? Beim Lesen nochmal einschlafen und dann gegen elf wieder wach werden?

Nach der Morgentoilette und dem Frühstück war heute der halbe Tag bereits rum - und ich war immer noch müde und schlapp. Wie gut, dass ich gestern spontan einen Besuch bei meinem Freund und Ex-Kollegen Gerd für zwei Uhr ausgemacht hatte. Nach einer Stunde Erzählen, wovon ich mittlerweile einiges wieder verstehen konnte, beschlossen wir, den Kampf mit unseren inneren Schweinehunden aufzunehmen und zusammen wenigstens noch eine Runde an der Luft zu drehen, bevor es schon wieder dunkel wird. Diesig war es ohnehin schon die ganze Zeit, und kalt. Ungemütlich.

Gerd und der Knutzen

Bis zum nahegelegenen Park ist es nur ein Kilometer durch ruhige Wohnstraßen und dort besuchten wir den Schäfer Toni und andere alte Bekannte. Ich konnte Gerd an einem naturgeschaffenen Kunstwerk ablichten, dem Knutzen. Irgendwann bemerkten wir beide, dass die Beine langsamer wurden, Müdigkeit breitete sich im ganzen Körper aus. Wir machten kurz hinter der warmen Quelle kehrt und ließen den Rückweg langsamer angehen. Es gibt halt solche Tage, da geht nicht viel. Trotzdem waren wir froh, wenigstens diese Schritte an der frischen Luft gemacht zu haben. Ich verzichte heute großzügig auf das Erreichen der 8.000er Marke und hoffe, dass meine Energien morgen etwas besser aufgeladen sind.

23 April 2022

Eine weitere Brücke

Hoch die Rampe - leider vergeblich

Da ich an der heutigen Veranstaltung unseres Brückenprojekts in Leutesdorf mangels passablem Gehör nicht teilnehmen konnte, suchte ich mir für meine Frischluftrunde eine andere Brücke aus. Hier nahm ich den zweiten Anlauf, ein Örtchen neben einer Brücke von derselben aus zu fotografieren. Denn hier hab es nur Metallstreben in größerem Abstand, zwischen denen ich hindurch fotografieren wollte. Die Rampe auf der dem Ort zugewandten Seite der Brücke war rasch erklommen.

Und groß war die Enttäuschung, als ich oben feststellen musste, dass auf dieser Seite lediglich die Bahnstation erreicht werden konnte. Die Brücke selbst war hier nicht begehbar. Der Fußgängerüberweg verläuft hier auf der anderen Seite der Brücke, von dem aus jedoch die Sicht auf den Ort durch die Entfernung zu den Metallstreben zu sehr eingeschränkt ist.

Also wieder runterspaziert und erstmal eine Strecke vom Rhein weg genommen. Neben dem Bahndamm führt ein gut begehbarer Feldweg durch viel sattes Grün, bis man an einer Unterführung durch den Bahndamm in den Ort selbst gelangt. Im Ort kamen dann viele Erinnerungen an Mitschüler*innen hoch, die mit mir das Gymnasium auf der anderen Rheinseite besucht hatten. Plötzlich fielen mir einige Namen ein, die ich schon lange vergessen hatte. 

An einer der zahlreichen Rheingassen steuerte ich den Rückweg an. Die Rheinanlagen sind hier sehr angenehm und fußgängerfreundlich gestaltet. Als ich am Ende wied3er neben der Brücke ankam, bot sich eine etwas höhergelegene Bank für eine Pause an. Hier saß ich nun und beobachtete das Treiben auf und jenseits des Rheins. Zur Linken sieht man das Werth mitten im Rhein.

Von beiden Seiten kamen Schiffe. Wie oft haben wir als Kinder am Rhein gespielt. Wer als Erster ein Passagierschiff hinter der nächsten Biegung des Rheins auftauchen sah, rief laut: "Erster Salommboot!". der nächste "Zweiter Salommboot!" usw.
Wer als Erster den Namen des Dampfers ausmachen konnte, rief z.B. "Erster Goethe!", im heutigen  Fall hätte es gehießen "Erster Lady Diletta!" Schöne Erinnerungen.

Und zu meiner echten tummelten sich zwei Gänse auf der Wiese, ungeachtet allem, die sich nicht um den Blick aufs Werth und auch nicht um die diletantische Lady kümmerten.

Heute waren es am Ende zwar keine 10.000 Schritte, aber nach dem gestrigen Doppelwhopper reichte auch mal ein schöner Spaziergang.

29 Juni 2019

Waterlove trotzt dem Sommerloch

Unser dritter Nachhaltigkeitsmarkt in Andernach hatte heute schwer zu kämpfen. Mit dem heißen Wetter, den beginnenden Schulferien, dem großen Markt der Nachhaltigkeit letzte Woche in Koblenz, mit kurzfristigen Krankheitsausfällen einiger Aussteller, also mit fast Allem. Trotzdem wurde es ein richtig netter Markt mit vielen interessanten Gesprächen, wenn auch der Massenansturm heute ausblieb.
Die Betreiber der Andernacher Stadthausgalerie hatten uns wieder die Räumlichkeit kostenlos zu Verfügung gestellt und die Hausmeisterin Tanja Engel stand uns beim Aufbau tatkräftig zur Seite, wofür ich mich an dieser Stelle bedanken möchte.

Schon um 10 Uhr beim Start der Ufersäuberung "Andernacher R(h)einheit", die von Natalies Waterlove bereits zum siebten Mai organisiert wurde, erschienen heute deutlich weniger freiwillige Helfer als beim letzten Mal. Die tapferen Helden sammelten jedoch trotz Sommerhitze wieder vieles ein, was irgendwelche Zeitgenossen dort nach dem Motto "Nach uns die Sintflut" entsorgt hatten.
Die Aussteller im Nachhaltigkeitsmarkt zeigten das Kontrastprogramm und bewiesen, dass es allem Müll zum Trotz auch in unserer Region positive Gegenbeispiele gibt, wo Firmen, Vereine und Gruppen zeigen, was es bereits alles an nachhaltigen Produkten, Projekten und Handlungsmöglichkeiten gibt.

Der Eingang zum Markt

Der Andernacher Weltladen war trotz Personalknappheit auch heute wieder mit einem Stand vertreten und bot neben vielen Informationen auch allerlei Fairtradeprodukte an. Sie fanden genauso Zuspruch wie die freiwilligen Helfer, die am nächsten Stand BIO-Kostproben vom Rechhof und vom Biohof Cochem-Zell (beide jeden Samstag auf dem Andernacher Wochenmarkt) mit BIOLAND-Brot und Brötchen der Eifeler Backstube zur Verköstigung anboten. Am nächsten Stand fanden sich viele Interessierte bei Astrid Freia ein, welche die Herzfrauen vorstellte, die mit allerlei gesunden und heilsamen Varianten für Leib und Seele aufwarteten.


Mittendrin

Auch Willi Stroganoff konnte einigen Interessenten die Vorzüge der FSG Energy erläutern, die wirklich sauberen Strom anbietet, mit dessen Bezug man automatisch ökologische und soziale Projekt fördert. Daneben die Präsentation der grünen Produktlinie von Papier-Rausch aus Bad Breisig mit kompostierbaren Bestecken und Geschirren. Die Inhaberin von Waterlove, Natalie Karij, zeigte einige Alternativen zu Plastikprodukten, wie z.B. Zahnbürsten aus Holz und auch selbstgemachte Zahncreme ohne Mikroplastik. Außerdem stellte sie das Projekt TobaCycle vor, das eine Möglichkeit zum Recycling der hochgiftigen Zigarettenkippen bietet.

Brigitte Fawver stellte wie schon beim letzten Markt ihr Sortiment an schönen und seltenen Steinen vor, daneben zeigte Sabine Häntsch, welche schönen Upcycling-Produkte aus Stoffresten sie herstellt.

Neue Energie Bendorf

Und schlussendlich bot auch unser zweiter Energieanbieter, die Neue Energie Bendorf (NEBeG) saubere Energie aus Bürgerhand an, gleichzeitig zeigte KeepGreen mit Marco Hackenbruch seine stromerzeugenden Photovoltaikmodule, die man einfach übers Balkongeländer hängen und an die Steckdose anschließen kann. Da ich selbst genau wie Marco Genosse und somit Mitinhaber der NEBeG bin, sind wir stolz darauf, mit unserem Unternehmen Energie anbieten zu können, die wirklich sauber ist und unseren Teil dazu beizutragen, dass die Energiewende nicht nur besprochen, sondern auch gemacht wird..

Unterstützt wurde die Veranstaltung zum wiederholten Mal vom REWE-Markt Nico Grunert in Andernach, der gesundes Obst und ausreichend Mineralwasser (in Glasflaschen) zur Bewirtung der freiwilligen Helfer bei der Uferreinigung zur Verfügung stellte.

Auch wurde unsere Aktion wieder toll von einigen Freunden unterstützt, die sowohl bei der Ufersäuberung als auch im Nachhaltigkeitsmarkt unaufgefordert mit angepackt haben.
Liebe Freunde, ohne Eure Unterstützung wäre dies alles gar nicht möglich. Danke!

16 März 2019

Andernacher R(h)einheit - 2.Nachhaltigkeitsmarkt

Nach einem langen, aufregenden Tag hat sich nun die innere Spannung gelöst und einem befreiten "Chaka! Es hat gut geklappt!" Platz gemacht. Das tut gut.
Für Natalie hätte die wer-weiß-wievielte Andernacher R(h)einheit eigentlich schon Routine sein können, aber heute war doch etwas Entscheidendes anders: Es war die erste Aktion unter dem Logo Ihres neugegründeten gemeinnützigen Unternehmens WaterLove, der erste WaterLove Day.

Für mich war es der zweite Nachhaltigkeitsmarkt und somit der erste Test, ob ich aus den Fehlern beim Organisieren des ersten Markts im letzten September etwas gelernt habe. Um es vorweg zu nehmen: Wir beide haben alte Fehler korrigiert und neue gemacht, und es war toll!


Viele Helfer

Zu unserer großen Freude fanden sich um 10 Uhr ungefähr 150 freiwillige Helfer am Treffpunkt ein, um das gesamte Rheinufer von der Nettemündung bis zum Namedyer Werth vom achtlos weggeworfenen Müll zu befreien. Ich selbst war währenddessen bereits in der Stadthausgalerie, um den Markt vorzubereiten, Türen aufzuschließen, die Aussteller einzuweisen, das Ein oder Andere noch in der Stadt abzuholen, Kopien zu machen, einen weiteren Aufsteller zu besorgen und so weiter.
Aber was ich an Bildern und Berichten vom Rhein sah und hörte, war deftig.


Viele Kippen
Viel Müll

















Alleine, was auf einigen Metern an weggeworfenen Kippen eingesammelt wurde, ist kaum zu glauben. Aber auch die Gesamtmenge des Mülls erschreckt mich.

Zum Glück hatte sich Fabienne und Dennis kurzfristig angesagt, um mir beim Aufbau des Marktes zu helfen, alleine wäre das gar nicht gegangen. Obwohl der Markt offiziell erst um 12:00 öffnete, fanden sich schon ab 11:00 zunehmend interessierte Passanten ein, die sich an den Ständen informierten. Trotz einiger kurzfristiger Absagen waren wir gut aufgestellt. KeepGreen Energieberatung, Neue Energie Bendorf eG, Mi-Parti Textilien, Plaidter Naturseifen, Heilsteine von Brigitte Favwer, Lebensberatung von Astrid Freia, WaterLove, plastikfreie Alternativen von Papier Rausch, der Biohof Rechhof, auch mit Proben vom Biohof Althaus-Zell, der Weltladen Andernach und Look&Cook präsentierten ein breites Portfolio an nachhaltigen Produkten, die man bereits heute in Andernach und Umgebung erwerben kann. Andere Firmen, die diesmal keinen eigenen Stand präsentierten, unterstützten uns wieder mit Getränken, Lebensmitteln und Preisen für die Verlosung.

Bevor die Verlosung unter den ehrenamtlichen Helfern gegen 13:30 stattfand, richtete der Andernacher Oberbürgermeister Achim Hütten einige Worte an die Zuschauer, bedankte sich bei allen Beteiligten für diese Aktion, und bewies mit seinen Ausführungen, dass er sich um nachhaltige Themen nicht nur Gedanken macht, sondern auch gut informiert ist.

Als die letzten freiwilligen Helfer eingetroffen waren, wurde es richtig voll in den ehemaligen Rossmann-Räumen, welche uns die neuen Verwalter der Stadthausgalerie, die Magna AG in Hamburg, netterweise zur Verfügung gestellt hatten.


Viele Besucher

Ich konnte im Anschluss selbst einige interessante Gespräche mit Besuchern führen, solches aber auch an den Ständen beobachten, die regen Zulauf hatten. Auch die nachhaltige Einkaufsliste für Andernach und Umgebung, die ich zu diesem Anlass aktualisiert hatte, fand viele interessierte Abnehmer. Einige Aussteller und Produkte werden auf der nächsten Liste ergänzt werden. Das Ganze ist wirklich ein Prozess, der niemals endet. Und das ist gut.

Fazit: Die Aussteller waren so zufrieden wie wir, Verbesserungsmöglichkeiten gibt es natürlich, aber es war schon ein Satz nach vorne gegenüber dem ersten Markt im letzten September. Morgen ist Ruhetag, und dann beginnt die nächste Planung.


28 Februar 2019

Tony, Knakje und das Schreiben

Das erste Frühstück im Hotel war wirklich ein frühes Stück. Punkt Viertel vor Neun stand der unvergleichliche Mike T-Bone gestiefelt und gespornt vor meiner Tür, die Hühner waren gesattelt, es gab kein Zurück. Gut gestärkt verließen wir das Haus, um festzustellen, dass arktische Kälte in Lübeck Einzug gehalten hatte. Also schnell nochmal aufs Zimmer, T-Shirts aus-, warme Wäsche und Mäntel angezogen, und der Ausritt konnte starten.
Nach drei Stunden Altstadt-Cruising waren unsere Maschinen so heißgelaufen, dass wir die drei Sekunden, in denen die Sonne hinter den Wolken hervorlugte, ausnutzten, um bei Tony's Pizza-Team in der Breite Straße eine Outdoor-Mahlzeit einzunehmen. Danach genoss ich es sehr, der wieder einsetzenden Kälte mit einem leckeren Espresso und einer guten Knakje den Schneid abzukaufen.

Tony + Knakje + Espresso = GUT

Der anschließende Rückweg ins Hotel wollte bei polaren Minusgraden gar kein Ende nehmen, vor meinem geistigen Auge sah ich kurz eine Schlagzeile am Himmel "Zwei alte Männer nach drei Tagen erfroren in Lübeck aufgefunden!" Wir erreichten das Hotel mit knapper Not, wir beide lebten, kein Pferd war tot! Und zwei Stunden bei bollernder Heizung in den Hotelbetten retteten uns vor dem drohenden Kältetod.

Dann entdeckte ich auf meinem Tablet eine Veranstaltung für heute Abend, die sofort mein Interesse erweckte.

Kurs "Wir schreiben dann mal was"
18:15 - 19:45 im Café Sofa

Ja, es gibt tatsächlich einen Schreibkurs in Lübeck. Zwei Telefonate später wusste ich, dass ich als Gast für einen Abend teilnehmen durfte und war sehr gespannt, was mich dort erwartete. Um es vorweg zu nehmen: Im Kulturcafé Sofa erwarteten mich mit (von links) Birgit, Wolfgang, KlausCorinna, Rena, Heide und Andrea und sehr nette und offene Menschen, die alle der gleichen Leidenschaft frönen wie ich, dem Schreiben!

Auch Lübeck hat junge aufstrebende Literaten!

Ich fühlte mich sofort willkommen und zu Hause, die kurze Vorstellungsrunde sprengte ich zeitlich ein wenig, weil ich zu viel quatschte, als ich einmal dran war. Hier hatte tatsächlich noch keiner etwas von unserer essbaren Stadt gehört!
Ich bemerkte schnell: Auch hier ist es eine gewachsene Gemeinschaft ziemlich unterschiedlicher Menschentypen, so wie bei uns in Andernach. Das scheint irgendwie eine Eigenart von uns Schreiberlingen zu sein, die mir sehr gefällt.
Wolfgang Bremer moderierte die Runde. Besprechung der nächsten beiden Termine, Buchvorstellung, irgendwie kam mir alles sehr bekannt vor.

Ganz schön knifflig, diese Dialoge ...

Dann das Thema des Abends. Dialoge. Kurze Vorbesprechung, dann Arbeitsgruppen. Schreibt einen Dialog zusammen, den ihr euch selbst ausdenkt. Wem nix einfällt, der kann über Käse schreiben. Klaus, seines Zeichens Ingenieur und Erfinder im Bereich regenerativer Ideen, war mir ein willkommener Übungspartner. Meine beiden Figuren Mike Neuhaus und sein Kumpel Buckel entwickelten in diesem neuen gemeinsam entwickelten Dialog eine andere Geschichte als die, welche ich mir ein paar Tage vorher daheim ausgedacht hatte. Spannend, so etwas zusammen zu machen.
Alle Geschichten wurden vorgetragen und besprochen. Jeder hatte etwas ganz Anderes gemacht, eine witzige Käsegeschichte war übrigens auch dabei.

Natürlich besprach ich mit Klaus nach dem Kurs auch mein Solarmobilprojekt in Bingen, und er kann mir dabei evtl. mit Ideen und Kontakten weiter helfen. Wir verabschiedeten uns, nicht ohne eMails, WhatsApp etc. ausgetauscht zu haben. Andrea (oberes Bild, 1.v.r.) hat mir freundlicherweise schöne Fotos geschickt, da meine Aufnahmen allesamt verwackelt waren. Und so können wir all die netten Menschen aus der Lübecker Schreibwerkstatt auch in diesem blog sehen.
Vielen Dank an alle für die schöne Aufnahme im Club! Auf diesem Weg übermittle ich auch die besten Grüße der Teilnehmer an meinen Schreibkurs in Andernach.

Zurück im Hotel erreichte mich über die heimische WhatsApp-Gruppe die wunderbare Nachricht, dass der liebe Kollege eine sehr kritische OP gut überstanden hat. An Tagen wie diesen - wünsch ich mir Unendlichkeit...

20 Januar 2019

Mit Schwung ins Neue Jahr


Natalie Karij - WaterLove
Heute waren wir zum Neujahrsempfang der Kreis-Grünen Mayen-Koblenz eingeladen, in die alte Brauerei in Müllem. Wir, das waren in diesem Fall Natalie und ich. Natalie konnte sich mit ihrem gemeinnützigen Unternehmen WaterLove während der Veranstaltung präsentieren, ich konnte sie ein wenig unterstützen. Sehr gespannt war ich auf die angekündigten Redner.
Es überraschte mich nicht wirklich, dass ich hier auf einige alte und neue Bekannte traf. Es waren mehr, als ich hier aufzählen möchte.
Leider war der bereitgestellte Standtisch zu klein, um den alten Autoreifen darauf zu drappieren, den wir vorher extra noch schnell besorgt hatten. Toni, trotzdem danke für die schnelle Hilfe! Auch den Plastikmüll, der darin seinen plakativen Platz finden sollte, ließen wir daher im Auto.
Da uns auch Astrid unterstützte, waren wir trotzdem ein interessantes gut gelauntes Trio hinter dem Tisch. Wir hatten schon vor Beginn der Reden einige interessante Gespräche. Nebenan der Tisch der Neuen Energie Bendorf, meiner Bürgerenergie-Genossenschaft, von der ich auch meinen Strom beziehe.
Die drei von der Tankstelle
Zu Beginn resummierten Martin Schmitt und Judith Haag, wofür sich die Grünen im Kreis einsetzen und erhielten viel Beifall. Auch die drei angekündigten Redner wussten einiges zu sagen. Beeindruckend, wie der junge Florian Siekmann aus Kalt auch als Student in München seinen Weg als jüngster Abgeordneter in den bayrischen Landtag gegangen ist. Er machte mit seinen Erfahrungen viel Mut, strahlte viel Positives aus. Pia Schellhammer (ehemals auch jüngste Abgeordnete) aus dem rheinland-pfälzischen Landtag überzeugte mit einer frei vorgetragenen Ansprache, und am Ende redete die Bundestagsabgeordnete Canan Bayram Klartext. Sie ist in einem Dorf am Mittelrhein groß geworden und hat in ihrer Wohnstadt Berlin im Wahlkreis Prenzlauer Berg/Kreuzberg als Nachfolgerin von Christian Ströbele ein Direktmandat erreicht. Sehr ehrlich, sehr direkt, das hat uns allen imponiert. Allen dreien merkte man an, dass sie Überzeugungstäter sind und keine glattzüngigen Politprofis, wie man sie woanders zu oft erlebt. Und alle drei erhielten viel Applaus für ihre Reden.
Verdienter Applaus für die Hauptdarsteller!
Nach den Reden war der offizielle Teil beendet, nun wurde es in der Form interessant, dass viele Teilnehmer die Stände besuchten, Fragen stellten, sich informierten. Ich traf eine Kollegin, die ich hier nicht erwartet hätte, konnte im Gespäche mit dem Genossen der NeBeG eine neue Möglichkeit für Hilfe beim Projekt Solarmobil erörtern, die es zu klären gilt. Außerdem lernte ich sympathische und interessante Menschen kennen (Hallo Christine, hallo Astrid, hallo Julia!) und konnte mit den Andernacher Grünen einen Besprechnungstermin wegen eines Themas vereinbaren, das mir wichtig ist. Ok, am Ende hab ich mir auch einen Mitgliedsantrag mit nach Hause genommen, weil ich einfach gefühlt habe: Hier bin ich richtig.

Wie es weitergeht? Wie sagt der unsägliche Franzl? Schaumama!

22 September 2018

Andernacher R(h)einheit

Jetzt geht's gleich los

Gestern veranstaltete Natalie Karij bereits zum fünften Mal die Aktion "Andernacher R(h)einheit", bei der freiwillige Helfer das Andernacher Rheinufer von Müll und Unrat befreiten. Trotz des schlechten Wetters kamen mehr als 30 Helfer zum Ufer, und die schlimme Ausbeute konnte sich hinterher sehen lassen.

Mit der Unterstützung vom Bauhof der Stadt Andernach und von einigen Andernacher Firmen war die Aktion ein Erfolg. Was die fleißigen Helferlein in drei Stunden alles am Ufer fanden, wurde in bereitgestellte Container und Tonnen gefüllt.


Was so alles in den Rhein geworfen wird

Vom Fahrrad über Glas, Metall, sehr viel Plastikmüll bis  zum Verkehrsschild war alles vertreten, und zwar in großen Mengen. Kaum zu glauben, dass nach der letzten Aktion vor ein paar Monaten das Ufer blitzsauber war.
Nach der Aktion kamen alle Teilnehmer hoch zur Stadthausgalerie, wo man sich mit gespendeten Speisen wie Kuchen, Pizza und Obst stärken konnte und im Anschluss einige Preise unter den Teilnehmern verlost wurden.


Ich war persönlich zum ersten Mal unterstützend mit dabei und kümmerte mich überwiegend um unsere gemeinsame Idee, einen Info-Markt zum Thema Nachhaltigkeit. Der fand zum ersten Mal im Rahmen von Natalies Aktion statt und wir hatten ihn wegen des angekündigten Regens vom Rheinufer in die Stadthausgalerie verlegt. Hier war die Frequentierung nicht so hoch, wie wir erhofft hatten, was wohl auch dem Wetter und dem Freitagnachmittag geschuldet war. Nichtsdestotrotz haben wir viele Gespräche mit interessierten Menschen geführt, auch der Kontakt der Aussteller untereinander war gesucht. Denn es waren viele Aussteller versammelt, die sich allesamt der Nachhaltigkeit verschrieben haben, jedoch unterschiedliche Bereiche vertreten.

NaBu, Tierarten und Klimaschutz

Der NaBu Mayen informierte über seine Tätigkeit, Matthias Küchler zeigte, welche Tierarten in und um Andernach vom Aussterben bedroht sind. Der Klimaschutzmanager der Stadt Andernach, Andreas Faßbender, präsentierte Wissenswertes aus seiner Tätigkeit, ich selbst hatte eine erste "nachhaltige Einkaufsliste" erstellt.

C2C. KeepGreen u.a.

Burkhard Mosen von TANA erläuterte das Cradle2Cradle-Konzept, nach dem überhaupt kein Müll mehr entsteht, Marco Hackenbruch zeigte mit KeepGreen Photovoltaikmodule fürs Balkongeländer. Er repräsentierte auch die Neue Energie Bendorf eG, die lokale Bürgerenergie-Genossenschaft, welche ausschließlich Strom aus regenerativen Quellen produziert. Auch die FSG mit Willi Stroganoff bot regenerative Energie an. Der REWE-Markt Andernach wurde vom Inhaber Nico Grunert mit einigen nachhaltigen Produkten präsentiert. Carmen Rakemann und Doris Büma zeigten Kunstwerke, die zum Teil aus Müll hergestellt waren. Natalie Karij selbst präsentierte an einem Stand Alternativen zu Plastik und zeigte u.a., wie man Zahnpasta selbst herstellen kann. Auf den kunstvollen Fotos von Johannes Palm konnte man sehr gut sehen, wie unterschiedlich Landschaften mit und ohne Müll aussehen. Für den Weltladen Andernach zeigte Hildegard Bender, dass es dort fast nur ökologisch saubere und fair hergestellte Produkte im Sortiment gibt.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die mitgemacht haben. Es wird sicher nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein.



04 Mai 2018

Glänzende Aussichten im Museum

Die heutige Vernissage der Karikaturenausstellung im Stadtmuseum war eine super gelungene Veranstaltung. Selbst der Vorlauf mit Rednern, eigentlich immer ein ungeliebter Teil, was aber niemand offen auszusprechen wagt, bot eine Fülle von interessanten und kritischen Informationen.
OB Hütten eröffnete gewohnt souverän und zeigte erste Ansätze einer nachhaltigen Stadtentwicklung in Andernach auf. Florian Meissner von misereor berichtete von erschütternden Realitäten an vielen Orten der Welt, Christoph Bals von germanwatch zeigte einige mutmachende Entwicklungen auf und Prof. Dr. Martin Pudlik von der TH Bingen erzählte auf unterhaltsame Art und Weise, was er und seine Studierenden so alles auf die Beine stellen.
Quelle: misereor
Die 99 großformatigen Karikaturen der Ausstellung zum Thema "Klima, Konsum und andere Katastrophen" legten auf teilweise schwarzhumorige Weise den Finger in viele Wunden, man schämte sich fast, weil man trotz des ernsten Themas lachen musste. Ich kann nur jedem empfehlen, sich die Ausstellung mal anzusehen und darüber nachzudenken, was so alles schief läuft in dieser unserer Welt.
We are Rome
Dass danach die Band "We are Rome" komplett solarstrombetrieben im Museumshof ihr kleines Konzert eröffnete, hat mich besonders gefreut. Ich war in einem RZ-Artikel im letzten Jahr auf die Jungs gestoßen. Dass meine engagierte Kollegin Ricarda dieses Event sowohl mit der Band als auch mit Prof. Pudlik und seinem Studierenden-Team der TH Bingen samt des energetischen Equipments auf die Beine gestellt hat, ist einfach klasse. Der gleichen Meinung war auch der Wettergott, der uns heute einen superblauen Himmel bescherte. Das ist genau der frische Wind, der einer solchen Museumseinrichtung sehr gut tut.

Frogcodile
Die Jungs machten dann zu meinem Entzücken auch noch hinreißend schöne Mucke, ebenso wie die special guests, Frogcodile aus Wuppertal. Die beiden Auftritte hätten sicher ein paar mehr Zuschauer verdient gehabt, aber das kann ja bereits beim geplanten nächsten Auftritt in Andernach der Fall sein. Beiden Bands scheint es bei uns gefallen zu haben.
Bereits gestern abend hatte ich zufällig gelesen, dass beide Bands am 25.5. in der Wuppertaler Utopiastadt einen weiteren gemeinsamen Auftritt haben, genau dann, wenn ich mich mit einigen Kollegen in Wuppertal befinde. Da Hannes Porombka von "We are Rome" mir sagte, dass schon ziemlich viele Tickets verkauft seien, hab ich mir, als ich heut abend nach Hause kam, sofort online 3 Tickets gesichert.

Für mich war es ein sehr schöner Tag. Ich hatte Gelegenheit, einige Jungs von den Bands und auch Prof.Dr. Pudlik persönlich kennen zu lernen, mit denen ich bisher nur per eMail zu tun hatte. Willy und Carmen waren meiner Last-Minute-Einladung zum Konzert gefolgt, und zum Abschluss haben Carmen und ich uns noch einen leckeren Salat draußen am Casa gegönnt.

20 August 2017

Energie auf dem Berg

Da ein gewisser Mr. Sandman mir gestern Abend recht früh die Äuglein zu drückte, konnte ich heute morgen mein erstes BIO-Frühstücksbuffet im Schanzenstern Altona bei völlig wachem Verstand genießen, obwohl ich bereits kurz nach neun frisch geduscht das Restaurant betrat. Der vermeintlich Hotelmitarbeiter, den ich dort wegen der Platzwahl ansprach, entpuppte sich als Philipp, reisender Twen aus dem kölschen Raum, der ebenfalls seit gestern hier Quartier bezogen hatte. Allerdings hatte er bei der Anreise einen späteren Zug als ich gewählt und war somit dem Gestrandetenlager im überfüllten IC2408 entgangen.
Sollte ich vielleicht auch mal ausprobieren, bei meinem abonnierten Glück mit der Bahn. Einfach mal die ausgetretenen Pfade verlassen und mit einem anderen Zug etwas Neues erleben. Obwohl, wenn ich mir vorstelle, eine Route zu nehmen, bei der ich umsteigen muss, also auf Pünktlichkeit der Anschlusszüge angewiesen bin, irgendwie - ok ok, ist ein blöder Gedanke. Ich fahr weiter wie bisher, da weiß ich, dass was passiert, kenne die meisten Varianten, damit kann ich leben. Bei Philipps Zug fehlte übrigens Wagen 14. War einfach nicht dabei. Kommt das irgendwem bekannt vor? Damit sollte das Thema abgehandelt sein.

Das Frühstücksbuffet war gut, vielfältig, mehr als ausreichend, der Kaffee lecker. Passt! Mit Maren war ich am S-Bahnhof Veddel verabredet. Ich fuhr so früh in Altona los, dass mir noch ne Stunde Zeit zur freien Verfügung blieb. Unglaublich, aber wahr. Ich, zu früh. Tzz tzzz...
Die Zeit verbrachte ich lesend in der "Lange Reihe" in St.Georg, wo der blaue, sonnige Himmel mich vor einem Bistro zum Verweilen und Lesen einlud. Die Fritz!-Holunderschorle kann ich übrigens empfehlen.
In Veddel machte ich dann eine Erfahrung, die mir irgendwie bekannt vorkam: Am Busbahnhof war auf keiner Fahrplanroute die passende Haltestelle für den Energieberg zu finden. Also fragte ich eine nette Busfahrerin der Linie 154, wie ich denn dahin käme. Da müsse ich mit der Linie 3 fahren bis zur nächsten Haltestelle, dann umsteigen bis zur Haltestelle "Fiskalische Straße". Die Linie 3 fahre direkt vor dem S-Bahnhof ab. Ok, zurück dorthin, die 3 fährt gerade vor, was sagt der freundliche Fahrer? "Zum Energieberg? Da müssen sie mit der 154 fahren, die fährt da vorne ab!". Die FUHR da vorne ab, vor 1 Minute. Als er mein ratloses Gesicht sieht, schiebt er nach: "Da können sie auch grad zu Fuß hingehen, das ist direkt um die Ecke. Gehen sie da vorn rechts, in fünf Minuten sind sie da.". Ok, wir beide marschieren los, entdecken ein Hinweisschild, gehen dem nach, und stehen ne Viertelstunde später an einer unwirklichen Kreuzung in einem Industriegebiet, keine Schilder mehr, nix. Die wenigen vorbei kommenden Passanten (ca. 8 aus 10 Nationalitäten) können uns allesamt nicht sagen, wo sich der ominöse Energieberg befindet. Selbst die, die unsere Frage verstehen, zucken nur mit den Schultern. Wie gut, dass Dr. Google hilft. 5 Minuten später sind wir in der richtigen Straße, weitere 10 Minuten später sind wir am Info-Zentrum am Fuße des Energiebergs angekommen.
Die Treppen zum Himmel, als er noch blau war
Dort haben wir ein wenig Zeit, die Multimedia-Terminals auszuprobieren. Dann führt uns eine junge Mitarbeiterin zuerst durch einen interessanten Filmbeitrag und anschließend mit einer Führung hoch zum Berg. Wir haben Glück, der Himmel ist aufgerissen und es ist trocken. Die vierzig Meter Höhe sind mit einer endlos langen Treppe zügig überwunden, obwohl Maren und ich zu den jüngeren Mitgliedern unserer Kleingruppe zählen. Oben geht's auf einem angelegten Rundweg einmal um den Berg, bei trübem regnerischem Wetter können wir den Blick auf die Hamburger Skyline nicht uneingeschränkt genießen. Aber was die junge Frau zu erzählen hat, ist sehr interessant. Es beginnt gerade wieder zu nieseln, als wir schnellen Schrittes die Stufen zum Infozentrum wieder hinunter eilen.
Skyline in grau
Den Rückweg nach Veddel machen wir mit dem Bus. Unweit vom S-Bahnhof haben wir auf dem Hinweg das Restaurant "Nach Amerika" des Auswanderermuseums Ballin-Stadt entdeckt, in dem wir uns stärken und dann in die Innenstadt zurück fahren. Nach einem Kaffee-Klön auf St.Georg merke ich dann allerdings, dass die heutigen Kilometer per pedes nicht spurlos an mir vorübergegangen sind. Maren geht es ähnlich, so machen wir uns beide auf den Heimweg. Die anschließende ausgiebige Augenpflege im Hotel hat mir sehr gut getan, die viele Bewegung heute auch.
Morgen ist das Portugiesenviertel fällig, das mir meine Schulfreundin Gabi kürzlich noch explizit ans Herz gelegt hat. Ich freu mich. Mir geht's gut.