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24 Februar 2026

Von Führerscheinen und RAG zu Crocussa in Gulisa

Gestern musste ich die neue Woche mit einer weiteren Ausnahmeregelung vom RAG beginnen. Mein Führerschein war zwar nicht abgegriffen, aber abgelaufen. Die nette Kollegin vom Bürgerbüro hatte mir einen Termin zum Beantragen des neuen Lappens gegeben: 

Montag! 08:35 Uhr!! MEZ!!!

Wider Erwarten schaffte ich es tatsächlich, mitten in der Nacht aufzustehen. Vor der Haustür begrüßten mich dann die ersten Kroküsser so farbenfroh, dass der Tag nur gut werden konnte.

Crocussa Pillonia

Überpünktlich und gut gelaunt nahm ich in der Wartezone des Bürgerbüros Platz. Die eigentliche Beantragung ging dann trotz Störungen in der Leitung nach Mainz ratz-fatz, Karin sei Dank.

Flott war ich zum Porridge-Frühstück wieder zu Hause und konnte mir danach ein superschönes Nickerchen gönnen, um die versäumten Stunden Schlaf wieder zu kompensieren. So schreibt es das Rentner-Ausschlaf-Gesetz nun einmal vor.

Der abendliche Schreibkurs an der VHS rundete den schönen Tag ab. Mein Mitschreiber aus Herne-West hatte neben seiner heiteren königsblauen Kurzgeschichte auch ein Vermächtnis für mich mitgebracht. Aus dem Nachlass  vom Vater eines Freundes hatte er mir einige Memorabilia mitgebracht, die direkt von der Elf aus dem Tiefen Westen kamen. Ich habe mir das Auspacken und Bestaunen der Stücke für einen besonderen Moment aufgehoben. Danke!

Heute morgen war ich zum Spätstück bei Cornelia Fabulosa in Gulisa eingeladen. Wegen zweier Folgetermine musste ich noch zweimal vom Auto ins Haus zurück, um Sachen mit einzupacken, die ich vergessen hatte. Es wurde nun zwar etwas knapper mit der Zeit, blieb aber noch stressfrei. Ich fuhr los und dann geschah etwas, was ich schon öfter in solchen Situationen erlebt habe. Von Beginn an bis zur Ankunft waren ausnahmslos alle Ampeln rot, einige schalteten sogar kurz vor mir um, als wenn sie mich ärgern wollten. Sag mir keiner, das wäre Zufall!

In Gulisa City erwartete mich eine gut gelaunte Cornelia mit einem lecker gedeckten Spätstückstisch, was ich auch ausgiebig genoss. Als wir im Anschluss das Konzept zur geplanten Stolpersteinverlegung gemeinsam noch einmal durchgearbeitet hatten, war es Nachmittag geworden. Der Kopf wurde müde, also war es Zeit für eine ausgiebiege Frischluftrunde
Dort musste ich feststellen, dass nicht nur vor meiner Haustür der Frühling begonnen hat. Auch hier blühte es bereits überall!

Vor den Rebstöcken

Der Kroküsser












Als mein Schrittzähler mir am Ende der Runde etwa 8.500 Schritte auswies, spürten wir beide, wie gut uns diese Runde getan hatte. Kurzerhand verschob ich meinen nächsten für heute geplanten Besuchstermin beim alten Kumpel und machte mich stressfrei auf den Heimweg.

Eine Stunde später verwöhnte mich Natalie auf der Physio-Liege mit ihren heilenden Händen, zu Hause bereitete ich mir einen bunten Salat zum Abendessen zu, und der Tag war gerettet. Und ist es jetzt noch. So kann es weitergehen.

😇

21 Februar 2026

Zweitopas gegen rechts

Die gute Lucie hatte mich kürzlich daran erinnert, dass wir heute Präsenz zeigen wollen. Zum Glück stimmte mein KLB der Verlegung unseres Spätstückrituals auf Sonntag zu, so dass es nur noch ein Problem zu lösen galt: Um heute Morgen frühstücken zu können, anschließend bei Wally, Achim und Lili auf dem Wochenmarkt einzukaufen UND um halb elf wieder daheim von Lucie abgeholt werden zu können, musste ich wieder einmal gegen das Rentner-Ausschlaf-Gesetz verstoßen. Glücklicherweise fand ich nach kurzer Recherche den Absatz 6 im RAG, wo unter Ziffer 1 die Möglichkeit einer Ausnahmeregelung beschrieben ist. "Im Falle eines Einsatzes zum Erhalt der Demokratie kann ein frühes Aufstehen durch ein späteres Mittagsschläfchen kompensiert werden." HACH!

So konnte ich den Tag zwar nur scheinwach, jedoch mit einem leckeren Porridge aufgepeppt beginnen. Ein wenig seltsam war es schon, als mich auf dem Markt alle drei Standinhaber*Innen mit Bemerkungen wie "Was machst DU denn schon hier?" begrüßten. Aber trotz frühem Erscheinen bedienten mich alle drei und so konnte ich bewaffnet mit Rindersteak, trübem Mariendistelöl und Steckrübe rechtzeitig wieder zu Hause sein.

Passend zu den heutigen Vorhaben hatte bereits früh ein Dauernieselregen eingesetzt, der mich natürlich nicht vom Marktgang und uns nicht vom Besuch des Infostands abhalten konnte, den die Altenkirchener Omas gegen Rechts auf dem Neuwieder Luisenplatz aufbauten.

Lucie holte mich pünktlich ab - und los ging der Kampf.

Als wir am Luisenplatz eintrafen, waren die Omas noch mit dem Standaufbau beschäftigt. Trotz weiter anhaltendem Regen schafften sie es letztendlich mit "Oma-Power" und "Opa-Hilfe", den überdachten Stand fertigzustellen, wo ich als erste Amtshandlung einen "Opas-gegen-rechts" Button erwerben konnte. Lucie und ich wollten als Vertretung der Andernacher Omas (und Opas) die Westerwälder Gruppe unterstützen.

Neben uns war die SPD ebenfalls präsent.

Ein paar Meter weiter auf der anderen Seite des Luisenplatzes hatte sich die Vereinigung, wegen deren Parteiverbot wir heute hier waren, aufgestellt. 

Unser Dino sorgte jedoch für mehr Aufsehen. Zu Beginn waren wegen des Regens nicht viele Menschen in der Fußgängerzone unterwegs. Das änderte sich jedoch nach etwa einer Stunde, als wir einige Besucher mehr am Stand hatten, die sich für unsere Anliegen interessierten und uns größtenteils bekräftigten.

Neben dem Dino hatten wir auch ein wunderschönes Einhorn dabei, das besonders bei Familien mit Kindern Anklang fand.

Dieses Schild am Omas-Stand hatte es mir besonders angetan:

So wurden es regnerische Mittagsstunden mit netten Kontakten und interessanten Gesprächen. Nach diesem Gruppenbild verabschiedeten wir uns in Richtung Heimat.

Gruppenbild mit Damen ohne Opas

Nächsten Samstag ab 14 Uhr geht es auf dem Andernacher Marktplatz weiter. Ich finde4 es wichtig, gerade vor den Wahlen Präsenz zu zeigen für unsere demokratischen Grundwerte und gegen jegliche anderen Bestrebungen.

05 Juni 2025

Omas gegen Rechts und das große Tipp-Fressen

Der Tag war strategisch gut durchgeplant. Unter strikter Beachtung des RAG konnte ich kurz nach zwölf gemütlich mein Porridge spätstücken, dabei die Zeitung lesen und danach anderen Geschäften nachgehen, so dass ich meinen Freund und Kollegen Luca Thomi pünktlich um vier zu Hause abholen konnte.

Wir beide hatten nämlich ein paar Dinge vor. Zuerst natürlich bei Nussecken und Nussknackern einen gemütlichen Kaffeeklön auf Pillonia abhalten. Um kurz nach fünf schlossen wir uns den Omas gegen Rechts an, die ihren monatlichen Stadtspaziergang am Historischen Rathaus starteten. Das heutige Thema war Nachhaltigkeit in Andernach und dazu besuchten wir einige Stätten, die thematisch dazu passten. Von den neu aufgestellten grünen Bänken vor dem Historischen Rathaus ging es über das kleine Antiquariat und eine Blühwiese nebst Mandelbäumen zur Bushaltestelle, wo das Thema ÖPNV thematisiert wurde, bei dem noch einiges im Argen liegt. An allen Haltepunkten wurden entsprechende Informationen gegeben und auch Fragen dazu gestellt, So entspannten sich lebhafte Gespräche, die unseren Zeitplan (1 Stunde) doch arg durcheinanderbrachten. 

Gespräche im Schlossgraben mit Bürger*Innen, welche die dortigen Beete pflegten, waren genauso interessant wie der Blick in das wenig artgerechte Hühnergehege im inneren Schlossgraben.

Nach der Besichtigung des mobilen Schulgartens vor dem Verwaltungsrathaus lernte ich den aktuellen Klimaschutzmanager der Stadt, Torsten Kurtz, kennen, der zufällig entlang des Weges kam und hatte mit ihm einen kurzen netten Austausch.

Darüber verlor ich die anderen Spaziergänger ganz aus den Augen, aber es war eh Zeit für uns, um nicht allzu spät zu unserem heute geplanten alljährlichen Tippfressen ins Parkhotel zu kommen. So ließen wir die restlichen drei Stationen für heute ausfallen und sputeten zu den anderen Mitgliedern unseres Tipp-Clubs "Andernacher Geysir-Bomber", der sich bereits zahlreich eingefunden hatte, um gemeinsam die Tippkasse zu verfuttern. In jedem Jahr ein schönes Treffen zwischen Kolleg*Innen und Ex-Kolleg*Innen, die den Bundesliga-Tippclub nun schon vierzig Jahre weiterführen. Mittlerweile sind wir auf 27 Teilnehmer angewachsen, von denen heute tatsächlich 20 anwesend sein konnten. Wie immer hatte unsere Leiterin, Lady Colonia, alles bestens organisiert und es gab einige schöne Wiedersehen, sind wir doch mittlerwiel sechs Rentner/Pensionäre und eine ehemalige Kollegin.

Und genau diese ehemalige Kollegin, die uns immer noch die Treue hält, kam zwar eine Stunde zu spät, wurde aber als erste weibliche Tippkönigin gekrönt und mit viel anerkennendem Applaus bedacht.

🎵So sehn Sieger aus, sha la la la la ....🎶🎶

Königin Oberst Mayu hatte mit einer grundsoliden und stabilen Leistung klar die Oberhand und erntete einen verdienten Siegerapplaus. Vorher hatte ich bereits einige erstaunliche Statistiken aus der Abteilung "unnützes Wissen" vorgetragen und Lady Colonia hatte alle drei Erstplatzierten mit ihren Geldpreisen bedacht. Auf Platz zwei der Abschlusstabelle landete Barry_White, Platz drei belegte der junge Kollege Runningback im Endklassement. Welchen Platz ich selbst belegte, hab ich vor lauter Statistiken glatt vergessen.

So siehts aus dem anderen Blickwinkel aus

So feierten Motorradbiene, Gaeddi63, Louis, Westwood, Lady Colonia, Underground, Runningback, SpiderArni, Tief im Westen, Luca Thomi, Oberst Mayu, Silberhelm, Thoor, Barry_White, Dr. Addams, El Capitano, Bonanza, BamoleoDelphin, FC und Hurrikane gemeinsam bei leckerem Essen und guten Gesprächen gemeinsam den Saisonausklang und freuen sich schon auf die nächste Saison.

Nach einem Abschluss-Eisbecher und einem guten Espresso traten Luca Thomi und ich die Heimreise an, als sich die Reihen allmählich lichteten. Es war ein schöner, aber auch ein anstrengender Tag, das die freudige Gesprächskulisse mit zwanzig Personen mir nach einigen Stunden schon zu schaffen machte. Aber das war es auf jeden Fall wert.

17 April 2025

Am Ende ein Abschied

Die Woche neigt sich langsam dem Ende zu. Sie war bisher von schönen Begegnungen geprägt, auch wenn es heute eine letzte Begegnung gab. Aber vom Beginn an: Mit einem Montagsbesuch bei Frau Janz Wichtig, die mich bei meinem behördlichen Anliegen unterstützte, war es ein guter Start in die Woche. Im abendlichen Schreibkurs bei der VHS, der morgen seit genau neun Jahren besteht, durfte ich die Traumsequenzen aus meinem Romanskript vortragen und zur Diskussion stellen. Das Lob unserer Dozentin für diesen "literarischen Kunstgriff" hat mir Mut gemacht, mich wieder an die Restbeabeitung zu geben.

Der Dienstag brachte mich in unsere neu formierte Orga-Gruppe von <Omas gegen Rechts>, wo wir interessante und kreative Ideen zu kanalisieren versuchten. Bevor sich jemand fragt, was ich bei den Omas zu suchen hab, vorab die Erklärung: Ich habe ausdrücklich gefragt. Ja, auch Zweitopas sind zugelassen und gerne gesehen.
Zu unserem abendlichen Essen mit Freunden kam sogar Uwe ausnahmsweise einmal pünktlich. Geht doch! Und im ChaoPraya war es, wie immer, sehr lecker. Außerdem nickte mir eine nette junge Frau am Nachbartisch zu - und ich nickte zurück. Als ich sie beim Verlassen ansprach, stellte sich heraus, dass wir zwar beide wussten, dass wir uns kennen, aber auch beide nicht wussten, woher. Eigentlich bin ich ja fürs Vergessen zuständig. Nachdem wir beide herausgefunden hatten, wann und wo wir uns zwei Stunden  lang beim Geburtstagsfrühstück gut unterhalten hatten ("Ach DUUU bist das!"), war ich hocherfreut, dass Vicky mich diesmal nicht alleine im Regen des Vergessens stehen ließ.

Am Mittwoch, unserem wöchentlichen Ofengemüse-Tag, wurde ich auch wieder ob des guten Essens gelobt und auch noch beschenkt. Zur Vergeltung wurde ich beim anschließenden Rummikub-Abend von Anja ziemlich abgezogen. Nach gutem Essen in netter Gesellschaft, mit Nachtisch und heißem Espresso und einem Digestiv namens Siphon (oder Silikon oder so ähnlich) konnte ich diese Niederlage sehr gut verkraften.

Heute war nun der Tag des Abschieds gekommen. Dank der Hilfe von zwei wunderbaren Ex-Kolleginnen gelang es mir ohne Komplikationen, die An-/Um-/Abmeldungszeremonie ohne Komplikationen zu überstehen. Abmelden musste ich schweren Herzens meine alte Lady Alhambra, die mir über 14 Jahre so ans Herz gewachsen war. Die letzte Fahrt von der Zulassungsstelle zur Werkstatt, wo mein neuer baugleicher Gebrauchter auf mich wartete, machte mich ein wenig melancholisch. Im Alter von 21 Jahren war ihre Zeit nun gekommen, wo die Karosserie, die Knochen und die Innereien nicht mehr richtig mitmachten. Nachdem ich alles Gepäck umgeräumt hatte, war Toni war so lieb, mich noch einmal mit der alten Dame abzulichten.

Lady Alhambra: Lange hat der Wimpel ihren Rückspiegel geschmückt

Wenigstens muss ich mich fortan nicht umgewöhnen, außer der Farbe des Lacks (und natürlich des Alters) ist alles beim Alten geblieben. Übernächste Woche darf ich die alte Lady nochmal am Abstellplatz besuchen, wenn das Autoradio umgebaut wird.

Morgen besuche ich ein alte Freundin, die sehnsüchtig auf ihre Bücher wartet. Dort möchte ich mich von der nächsten old lady verabschieden,  der alten Hundedame Jessy, die mir seit einem gemeinsamen Fehmarn-Urlaub ans Herz gewachsen ist. Sie ist ebenso betagt und hinfällig wie meine Lady Alhambra und wir wissen nicht, wie lange wir noch Zeit zum Verabschieden haben.

23 Februar 2025

Turbulente Zeiten

Es waren schöne Tage mit guten Begegnungen, deren politisches Abschlussergebnis auch zu später Stunde noch nicht feststeht, da die Putin-Partei mit der schönen Sarah immer noch hart an den 5% knabbert und somit Gefahr läuft, im Bundestag den linksextremen Gegensatz zu den blau-braunen Genossen von ganz rechts zu bilden. Für mich persönlich ein Horror-Szenario voller Selbstdarsteller, aus dem sich zum Glück wenigstens der unsägliche Chrissy L. verabschiedet hat. Die Welt wird immer verrückter.

Nichtsdestotrotz waren es für mich wunderbare Tage mit lieben Menschen, mit Spätstücks- und Ofengemüserunden daheim, mit Besuchen bei Freund*Innnen und auch mit zwei vorzüglichen Skatabenden. Deren Teilnehmer möchte ich nochmal sagen:
"Nehmt es nicht so schwer, aber so spielt man halt mit Studenten." (Erst recht, wenn sich Student Uri als knallharter Maurergeselle entpuppt. HA!)

Die Attestierung von tadellos gepflegten Beißerchen in der Zahnarztpraxis tat auch gut. Meine blau-weißen Jungs vonne Castroper bereiteten mir zweimal richtig Freude. Gestern Morgen konnte ich auf dem Wochenmarkt leckere Sachen bei Wallis Assistenten und beim Ölbischof Achim ergattern.

Beim anschließenden Besuch in der Kfz-Werkstatt meines Vertrauens wurde ich, wie immer, von den Tieren begrüßt.

Nicht nur die drei Steinbären freuten sich über mein Kommen. Während der Kfz-Meister mein Auto genauer unter die Lupe nahm, entdeckte ich auf einem Spaziergang durch Feld und Flur ein Anwesen mit einigen Tieren, das mir schon einmal aufgefallen war. Die Tiere haben reichlich Auslauf und scheinen sich sehr wohl zu fühlen.

Die nette Besitzerin war gerade dabei, die Bewohner des Geheges mit Nahrung zu versorgen. In meinem Kofferraum lungerten ja noch Tonnen von harten Brotresten, die ich nicht mehr losgeworden bin, weil eine Freundin sich von ihrem Pferd getrennt hat. Das hatte ich eine Stunde vorher erfahren und zack lief mir die Lösung über den Weg.

Die Frau freute sich über den unerwarteten Nahrungsnachschub für ihre possierlichen Tierchen und ich war die Brote los, die ich seit Wochen im Auto spazieren fuhr. Weitere Versorgung ist bereits besprochen.

Beim weiteren Spaziergang entdeckte ich in der Ferne einen altbekannten Kirchturm, während ich direkt neben dem Weg den Dohlen dabei zuschauen und zuhören konnte, wie sie an ihren Nestern arbeiteten.

Mein Kfz-Meister machte mir anschließend sehr interessante Vorschläge bzgl. meines Wagens und wir bestätigten uns gegenseitig darin, immer positiv bleiben zu wollen. Da passte der nachmittägliche heiß erkämpfte Punkt meiner Jungs bei den VW-Kickern so richtig zum Tag, der ansonsten mit ganz viel wohligem Nichtstun ausgefüllt war.

Heute Morgen erfreute mich mein KLB mit seinem Spätstücksbesuch, der gestern wegen leichter Unpässlichkeit verschoben werden musste. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben, wie ihr wisst. Nachmittags hatte sich eine liebe Freundin angesagt, die nicht auf Fotos im Netz abgelichtet werden möchte. Daher habe ich sie auf dem Bild weggeschnitten. Aber zu erkennen sollte sein, dass wir gemeinsam den ersten Sonnennachmittag für dieses Jahr auf Balkonia verbrachten und uns dort beim Rummikub gegenseitig das Leben schwer machten.

Und jetzt muss ich ein Geständnis ablegen: Sie war besser als ich. Nach leckeren glutenfreien Snacks und gutem Espresso drehten wir noch eine sonnige Frischluftrunde in den Rheinanlagen, bevor sich die Gute wieder verabschiedete.

Von den dann folgenden ersten Wahlprognosen ließ ich mir den Appetit nicht verderben und labte mich an einem Mandel-Nuss-Tofu und den Resten vom gestrigen Rucola-Basilikum-Chicorée- Radieschenkresse-Oliven-Ringelbete-Feta-Salat mit Pfeffer, Salz, Estragon, Kräuter der Provence gewürzt und mit einem Hanföl-Limettensaft-Senf-Sahne-Ahornsirup-Dressing getoppt. HACH!

Ich beschließe gerade, dass es genau so weiter gehen soll. Nur mit einem anderen Wahlausgang.

08 Februar 2025

Ein Tag im Zeichen der Vielfalt

Wieder einmal war ein strikter Verstoß gegen das Rentnerausschlafgesetz (RAG) angesagt und notwendig. Der KLB und ich hatten unser Samstag-Spätstück-Ritual auf 9 Uhr vorverlegt, was bedeutete, dass ich bereits um 8 meinen Hintern hochkriegen musste. Also quasi mitten in der Nacht. Pooh!

Da der Kleine heute arg mit dem Rücken zu kämpfen hatte, nahm ich im halb 11 den Weg zum Markt alleine in Angriff. Walli und Achim hatten dort leckere Sachen für mich parat und um kurz vor 11 stand ich am historischen Rathaus zur wichtigen Kundgebung. Ich stand nicht alleine dort.

Es strömten immer noch Menschen aus allen Richtungen dazu, so dass der Platz schnell so voll war, dass sich die Neuankömmlinge in der Kramgasse und auf der Hochstraße stauten.

Spätestens nachdem die Organisatoren, allen voran Doris Jonas, einige bewegende und erklärende Worte gesprochen hatten, wusste auch der letzte der Zuhörer, wieso es so wichtig ist, hier klare Kante zu zeigen. Wehret den Anfängen!

Dann bewegte sich ein eindrucksvoller Menschenzug über die Hochstraße vorbei an der Gedenkstätte mit dem Spiegelcontainer über den Stadtgraben und die Bahnhofstraße bis zum Marktplatz. Unterwegs und am Ende auf dem Markt gab es reichlich Gelegenheit zum Austausch mit vielen Freunden, Bekannten und Ex-Kollegen, über deren Präsenz ich mich sehr freute.

Familien-Demo

Agnesia Colorica












Aus den erwarteten und angemeldeten 100 Teilnehmern waren je nach Schätzung zwischen 500 und Tausend geworden. Die gute Nic, die die Veranstaltung mit organisiert hatte, überließ mir für eine Viertelstunde den Job eines Transparentträgers, während sie fleißig die vielen Schilder mit den tollen Sprüchen fotografierte.

Ganz rechts ein stolzer Stockhalter

Jörg und Jürgen, Michelle und Schwester, Hanni, Kerstin und Monika, Tanja und Andrea, Gaby und Gaby, Christoph, Martina, Agnes, Nic und Doris und alle, die dabei waren: Es war herzerwärmend, mit Euch zusammen den Widerstand gegen den drohenden Faschismus zu zeigen.

Wieder daheim war dann ein gutes Mittagsschäfchen im Fernsehsessel genau die richtige Lösung gegen das aufkommende Gähnen. Anschließend hatte glücklicherweise meine Jugendfreundin Andrea Zeit und Lust, mit mir ein Ründchen rund um unseren Heimatort zu drehen. Der Himmel meinte es gut mit uns, viele blaue Flecken waren noch sichtbar und das Licht der späten Sonne verzauberte die Silhouette des Dorfs.

Es tut so gut, dass es wieder spürbar länger hell ist und der Frühling seine ersten Boten schickt.

09 April 2024

Bony und das Wetter

Was macht man am besten, wenn ein Temperatursturz um mehr als 10° angekündigt ist? Ich jedenfalls habe mich dafür entschieden, im Bett zu bleiben, zu lesen und immer wieder einzuschlafen, bis das Wetter sich nachmittags wieder ein wenig verbesserte. Eine gute Entscheidung. Als ich endlich aufstand und die Rollladen hochzog, sah es draußen gar nicht mehr so schlimm aus.

Nach einem genüsslichen Frühstück und einem ausgiebigen Studium der Tageszeitung war es draußen noch heller geworden. Eine lange (und überfällige😉) Dusche rundete mein Wohlgefühl ab. 

Kurz darauf wurde es schon Zeit, mich auf meine dienstägliche Wellness-Behandlung unter Natalies heilenden Händen vorzubereiten.

Wie immer, begrüßte mich im Behandlungszimmer mein Freund Bony, der trotz abbenem Arm und Bein tapfer die Stellung hält und mir seine Hüfte zum Aufhängen der Badetuchtasche zur Verfügung stellte.

Bony, für dich ist dieses Erinnerungsfoto, auf dem wir beide zu sehen sind.

Wie man sieht, war die Sonne bereits hinter den Wolken hervorgetreten und warf Schatten an die Wand.

Nach einer halben Stunde Traumreise fühlte ich mich ausgeruht und so energiegeladen, dass ich wenig später die Sonne ausnutzen wollte und mich zu einer Frischluftrunde am Stadtrand aufmachte. Zuerst registrierte ich, dass die Sonne sich wieder hinter einer dunklen Wolkenarmada verschanzt hatte.

Fünf Minuten später hatte sie sich durch das Wolkenband durchgebrannt und spendete den glücklichen Hühnern mit den freilaufenden Eiern (oder umgekehrt?) das nötige Licht und die Wärme zum Wohlfühlen an der frischen Luft.

Unterwegs stand der Baum mit den Vogelkirschen bereits in voller Blüte und der Blick zurück in seine Richtung zeigte wieder mehr Blau am Himmel.

Und wieder einmal wurde ich von einem Schild erschreckt, das ich seit meinem letzten Spaziergang hier schon wieder völlig vergessen hatte:

Es wies mich darauf hin, dass ich den Boden der Bundesrepublik Deutschland verlasse und von nun an das "Preußische Staats- und Landrecht" von 1850/1851/1867/1871 gelte,

Da mir die Regelungen dieser Gesetze nicht so vertraut sind wie bspw. die aktuellen Deutschen Rentner Gesetze (DRG), betrachtete ich mir das Ganze etwas genauer.
Ich wollte auf keinen Fall in die Verlegenheit kommen, wegen einer unbewussten Zuwiderhandlung standrechtlich erschossen zu werden. Zum Glück fand ich in dem Text nichts dergleichen, sondern nur eine Geldstrafe in Höhe von "min. 5 Millionen Euro".

Pooh, nochmal Glück gehabt. Vorsichtshalber mied ich diesen Weg trotzdem und genoss lieber den weiten Blick über das Koblenz-Neuwieder Becken bis in den Westerwald. Der Aussichtsturm auf dem Köppel war am Horizont sichtbar.

Insalata Bearbonia

Während ich unterwegs war, hatte mein Receiver brav das Spiel der deutschen Frauen gegen Island aufgezeichnet, wie ich es ihm befohlen hatte. Dieses Spiel war der willkommene Abschluss des schönen Tages, den ich mit der Zubereitung eines grandiosen Salats krönte.
Falls es jemand interessiert, hier die Zutaten:Ruccola, Bärlauch, Chicorée, schwarze und grüne Oliven, rote und gelbe Paprika, Radieschen, Schafs- und Ziegenfeta.
Gewürze: schwarzer Pfeffer, Salz, Estragon, Kräuer der Provence, Kurkuma.
Dressing: Naturtrübes Goldleinöl, Limettensaft, Sahne, Senf, Reissirup.
Topping: Salatkernemischung, Parmesan.

Alles in BIO-Qualität. Dazu ein getoastetes Focaccia Rosmarino.

Das ließ sich wunderbar beim Spiel vor dem Fernseher mümmeln und liegt nicht schwer im Magen. Die Mädels gewannen übrigens verdient mit 3:1. Das war das Sahnehäubchen auf der Krönung. HACH!

16 März 2024

Nazisymbole am Rhein - Sie fangen wieder an

So erfreulich, wie das KLB-Frühstück und der Marktgang heute waren, so unerquicklich wurde es nachmittags. Nicht nur, dass meine blau-weißen Jungs aus dem tiefen Westen die drei Punkte heute verdientermaßen bei den Meenzer lassen mussten, der nachfolgende Spaziergang in den Rheinanlagen brachte noch viel Bedenklicheres als eine Niederlage beim Fußball zu Tage.

Auf dem Weg vom Bollwerk rheinabwärts wunderte ich mich schon, das die tolle Weide nicht nur trauerte, sondern auch ihren Kopf gegen den Wind in Richtung Alter Krahnen lehnte.

Erst auf dem Rückweg fiel mir dann ins Auge, wovor sie sich so gruselte. Auf einem der Stahlträger, die den gelifteten Kiosk tragen, haben sich tatsächlich Menschen aus der rechtsextremistischen Szene verewigt und ihre böse Einstellung bekundet.

Kurz zur Erklärung der dort gezeigten Symbole: Nach dem Krieg wurden alle Nazisymbole in Deutschland verboten und ihre Verbreitung unter Strafe gestellt. Mit den Jahren wurde die weiterhin existierende Nazi-Szene erfinderisch und dachte sich eine "Ersatz-Symbolik" aus, wegen der sie nicht belangt werden konnte.  Nachzulesen hier

Auf dem Träger in Andernach sind beide Typen zu sehen.

Das verbotene Hakenkreuz ist dabei, ebenso wie das Keltenkreuz darunter, das von der rechtsextremen Szene als ein Symbol der Überlegenheit der nordischen weißen Rasse benutzt wird.

Darüber liest man Zahlen, die die Position der Buchstaben im Alphabet darstellen. Eigentlich steht 18 für AH, die Initialen eines Schwerbrechers und Massenmörders, den die Szene gerne wieder als Führer hätte. Dass hier die 14 steht, deutet eher auf die grammatischen Probleme hin, die bei den Anhängern des großteutschen Reichs gehäuft auftreten. Die 88, also HH, stellt den "heilsamen" Gruß an diesen Despoten dar, den ausgestreckten Arm muss man sich dabei denken.

Das hätte ich in Andernach nicht erwartet.

Klar, Neonazis und Unterstützer gibt es mittlerweile überall, aber dass man sich hier in der Provinz schon wieder so offen darstellt, hat mich überrascht.

Zum Glück gibt es hier mehr Menschen, die sich offen für ein humanes Miteinander und gegen die rechte Verbreitung von Hass und Hetze einsetzen, wie die Kundgebungen der letzten Wochen gezeigt haben. Als Mahnung will ich trotzdem den Song der Gebrüder Engel einbringen, die sich bereits 1979 sehr treffend dazu geäußert haben:

Text:
Sie fangen wieder an

Die Rune bleckt schon wieder
Zwischen unseren Plakaten
Da stehn sie wieder
Samstags in den Einkaufsstrassen
Sie wagen es tatsächlich mit dem Megaphon
So weit ist es schon?!

Die finden jetzt schon wieder
Dass die Zeit gekommen ist
Selbst im Fernsehen
Präsentierte sich ein stolzer Jungfaschist
Die machen doch tatsächlich eine Demonstration
So weit ist es schon?!

Sag nicht, wir haben nichts geahnt
Sag nicht, das sind nur ein paar Mann
Der böse Geist hat wieder hier und da ein Maul
Sie fangen wieder an!

Die laden doch tatsächlich zu Gesprächen ein
Der eine oder andere fällt schon wieder darauf rein
Die wagen glatt zu sagen
Dass die Dinge anders waren
Nach den paar Jahren?!

Die träumen jetzt schon wieder davon auszurotten
Sie schmieren wieder
Hakenkreuze an die Synagogen
Sie gröhlen hier und da schon ihre üblichen Lieder
So schnell schon wieder?!

Sag nicht, wir haben nichts geahnt
Sag nicht, das sind nur ein paar Mann
Der böse Geist hat wieder hier und da ein Maul
Sie fangen wieder an!

Die drücken sich am Mittag an den Schulen rum
Die spinnen schon in Wäldern mit Gewehren rum
Die mieten auch schon Rock n Roll Hallen
Dreist vor uns allen?!

Bestimmte Söhne schon
Und noch bestimmte Väter
Von Polizei umstellte Menschlichkeitsverräter
Wagen es tatsächlich und mit Megaphon
So weit ist es schon!!!


27 Januar 2024

Klare Kante und schöne Begegnungen

Nach dem Samstagmorgen-Ritual, Spätstück und Marktgang mit dem KLB, stand heute Nachmittag eine wichtige zweite Runde an der frischen Luft an. Zum 49. Jahrestag der Befreiung des KZs Auschwitz hatten die Veranstalter zur Kundgebung aufgerufen, verbunden mit einer Demo gegen rechts und für ein buntes demokratisches Andernach..
Zu Beginn gegen 16 Uhr war der Merowingerplatz bereits gut gefüllt.

OB Christian Greiner hielt eine bewegende Rede. Auch alle anderen demokratischen Fraktionen des Stadtrats waren vertreten und bekannten hier klipp und klar Farbe gegen die braune Brut und deren Bestrebungen, unsere Demokratie aus den Angeln zu heben.


Man sah einige bunte Schilder und es wurde den Rednern viel applaudiert.

Es tat gut zu sehen, wie viele Menschen hier ihre Einstellung auf die Straße und ganz klar zeigten: Wir sind die Mehrheit.

Jeder brachte das auf seine eigene und stets friedliche Art und Weise zum Ausdruck.
Die Einen machten dies etwas drastischer, die Anderen etwas Bunter.

Die Menschenmenge war so groß, dass nicht alle nah genug herankommen konnten, um die Redner auch zu sehen.

Ich freute mich auch darüber, einige bekannte Gesichter hier zu sehen.

Anschließend machten sich fast alle auf den Weg zum Historischen Rathaus, wo sich der Platz ebenso rasch füllte wie zuvor am Merowinger Platz.

Auf dem Weg zum Historischen Rathaus

Hier schilderte ein junger Mann mit türkischen Vorfahren seine Eindrücke.

Panoramabild zwischen Kramgasse und Hochstraße

Leider konnte ich aufgrund meiner hörtechnischen Einschränkungen und dem Standort in der letzten Reihe hier nicht mehr viel verstehen, wie auch an den nächsten Stationen. Aber hier galt heute auch mehr: Dabei sein, Flagge zeigen!

Weiter ging es über die Hochstraße bis zum früheren Standort der Synagoge, um sich ganz klar gegen jeglichen Antisemitismus zu positionieren.

Lang war der Zug, wie hier im Panorama zu sehen.

Unterwegs war auch dieses Schild zu sehen:

Auch an der Synagoge wurde der Opfer der Naziverbrechen gedacht und die klare Position demonstriert, dass so etwas NIE MEHR passieren darf.

Das drückten verschiedene Teilnehmer mit Schildern NIE MEHR IST JETZT! aus.

Mittlerweile waren wir eine Stunde unterwegs und es wurde ungemütlich kalt- Trotzdem ließen sich die Meisten nicht davon abbringen, gemeinsam über die Bahnhofstraße zur letzten Station auf dem Andernacher Marktplatz zu gehen.

Die Bahnhofstraße war für mich eine gute Gelegenheit, mich vorne im Zug zu positionieren und beim Überqueren des Stadtgrabens die Anzahl der Teilnehmer wenigstens grob zu zählen.

Die überraschende Susi

Hier waren es noch mehr als 300 - und es waren nicht mehr alle dabei.

Gerade als ich stehenblieb und anfing, die vorbeigehenden Menschen zu zählen, kam eine weitere freudige Überraschung auf mich zu, die ich hier in Andernach überhaupt nicht erwartet hatte.

Als dann auf dem Markplatz auch noch die legendären vier bunten Marktweiber hinzukamen, war der Tag perfekt.

So viele Freunde und Bekannte, die allesamt die Traute hatten, öffentlich für Demokratie und gegen rechtsbraune Rattenfänger einzutreten, das war schon schön - und beruhigend. Wir sind mehr.

Die vier bunten Marktweiber

Als sich der Zug dann nach anderthalb Stunden auflöste, hatten Susi und ich uns viel zu erzählen.

Sie war tatsächlich mit dem Bus aus dem Westerwald hierhin gekommen, weil sie die große Demo letzte Woche in Koblenz krank verpasst hatte.

Wir nutzen die Stunde bis zum nächsten Bus, um uns im Casa ein Plätzchen zum Aufwärmen zu suchen und bei einer leckeren Johannisbeerschorle Schwätzchen zu halten.

Wenn man sich Jahre nicht mehr gesehen hat, reichte die Stunde natürlich nicht aus, um uns gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen. Eine guter Anlass, um eine Wiederholung zu planen.