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30 Juli 2026

Buchvorstellung in der Permakultur

Für unsere diesjährige Sommerlesung in der Permakultur Eich hatten wir einen besonderen Anlass: Unser erstes Buch ist im Rhein-Mosel-Verlag erschienen! Und das wollten wir natürlich stolz präsentieren.

Schon am Vortag hatte ich dort die Getränke kühlgestellt und die Mikrofonanlage aufgebaut und getestet. Bei einer solchen Gelegenheit wollte ich nichts dem Zufall überlassen. Und schon am Vortag war es im Glashaus warm, sehr warm. Und für Mittwoch, den Veranstaltungstag, war eine noch größere Hitze angekündigt. So verwunderte es nicht, dass uns im Vorfeld bereits einige Absagen von Menschen ereilten, die sich die Sauna im Glashaus lieber ersparen wollten. Verständlich.

Als wir um 17 Uhr, eine Stunde vor Beginn, das Glashaus betraten und alle sofort Türen aufrissen, ahnten wir schon, dass es trotz Dachbeschattung eine sehr heiße Veranstaltung werden würde. Schnell waren alle Stühle und Tische aufgebaut, auch die Sängerin Patrizia Puerta Alvarez brachte ihrer Mikrofonanlage in Stellung.

Es wurde trotz offener Türen immer wärmer und so beschlossen wir, spontan wie wir sind, die Veranstaltung nach draußen unters mittlerweile überschattete Vordach zu verlegen, wo auch ein angenehmer Luftzug herrschte. Die mittlerweile eingetroffenen ersten Besucher*Innen (die *Innen übrigens deutlich in der Überzahl) halfen fleißig mit, die Stühle vor die Tür zu tragen, während ich die Soundanlage und den Sprechertisch nach draußen schaffte. Alle Stühle waren besetzt, etwa 50 Menschen hatten den Weg nach Eich gefunden. Es konnte losgehen.

Patrizia at it's best

Patrizia eröffnete die Veranstaltung musikalisch und zauberte damit ein Lächeln in die Gesichter einiger Zuhörer.

Herr Münzer von der Perspektive gGmbH als Hausherr, Herr Houben als Verleger und Gabriele Keiser, die Leiterin unserer Autorengruppe, sprachen einleitende Worte, bevor unsere Mitschreiberin und Autorin Tanja Haas die Moderation der Veranstaltung übernahm.

Ellen Graf eröffnete als erste Autorin und fand mit ihrem Auszug aus "Das, was bleibt" den Beifall des Publikums, ebenso wie nach ihr Dagmar Pascher, Michael Harbeke und Antje Höblich mit ihren Vorträgen. Patrizia geleitete uns anschließend in eine kleine Erfrischungspause, die bereitgestellten gekühlten Mineralwasserflaschen waren sehr gefragt. Auch wurde die Pause zum Smalltalk mit den ein oder anderen Bekannten, Verwandten und Freunden genutzt. Ich freute mich, dass meine Cousine Resi gekommen war und sich einen Logenplatz in der ersten Reihe ergattert hatte, wo sie mit Elke eine nette Sitznachbarin hatte. Auch Bernadette Engelhardt, die Inhaberin des Gästehauses Schmökermühle im Brohltal, hatte den Weg zu uns gefunden.

Nachdem Patrizia den zweiten Teil der Lesung eingeläutet hatte, erfreuten uns Michael Eisenkopf, Carmen Rakemann und Petra Schmidbauer mit ihren Geschichten.

Eine schönes Ambiente in der Permakultur

Als uns zum Abschluss Patrizia mit dem Abba-Klassiker "Thank you for the Music" verabschiedete, sah ich in einige fröhlich mitsingende und -schwingende Gesichter. Es schien Spaß gemacht zu haben.
Gabriele Keiser, die sich mit dem Lektorat unserer Geschichten sehr viel Arbeit gemacht hatte, bedachten wir nach ihren Schlussworten noch mit einem Präsent als kleines Dankeschön, ebenso wie die tolle Sängerin Patrizia, die uns hoffentlich noch öfter begleiten wird.

In zwei Wochen, am Mittwoch, dem 12.08.2026, werden wir in der nächsten Lesung die anderen Texte aus dem Buch präsentieren. Die Lesung findet um 15 Uhr im Altenzentrum St.Stephan in Andernach statt, der Eintritt ist frei,

Zum Schluss möchte ich nochmals auf das Buch hinweisen, die wir gestern vorgestellt haben, unsere Anthologie zum 10-jährigen Bestehen unserer Schreibgruppe.
Zu erwerben für 12,- € unter der ISBN-Nummer 978-3-89801-497-7 im guten Buchhandel, beim Verlag oder direkt bei uns.
Ebenso als eBook erhältlich für 5,99 € mit der ISBN-Nummer 978-3-89801-969-9.

07 Mai 2026

Lesung im Gartensaal

Auf den gestrigen Nachmittag hatte ich mich schon lange gefreut. Eine Lesung unserer Autorengruppe stand an, diesmal im lauschigen, kleinen Gartensaal des Saffiger Schlößchens.

Bei meinem Eintreffen vor Ort begrüßte mich mein lieber Neffe Pascal als Veranstalter. Ok, er ist ein Halbgroßneffe 4. Grades, aber Neffe ist schließlich Neffe!

Die Nachtsheims unter sich*

Aber nicht nur er, sondern auch drei gute Freunde aus alter Zeit hatten den Weg hierhin gefunden, über deren Erscheinen ich mich sehr freute.

Unter Freunden*

Nachdem noch einige Stühle für weitere Besucher herbei geschafft waren und alle einen Sitzplatz gefunden hatten, eröffnete Pascal die Veranstaltung und berichtete dabei auch Interessantes aus der langen Geschichte des historischen Bauwerks, in dem wir uns befanden.

Auch die fast taubblinde Sandra Niggemann vom literaturwerk Rheinland-Pfalz/Saar unterstützte uns mit ermutigenden Worten und trug eins ihrer bewegenden Gedichte vor.

Dann übernahm Tanja Haas die Moderation und führte durch das Programm. Sechs Schreiberinnen und Schreiber aus unserer Autorengruppe trugen jeweils eine Kurzgeschichte oder kleine Gedichte vor, ich war einer davon. 

Hier fesselt Dagmar Pascher die Zuhörer*

Meine Wenigkeit*

Alle Vortragenden wurden vom Publikum mit reichlich Applaus bedacht und stellten sich anschließend zum obligatorischen Gruppenbild auf.

v.l.n.r. Manfred Nachtsheim, Sandra Niggemann (kniend), Dagmar Pascher, Antje
 Höblich, Tanja Haas, Michael Harbeke, Michael Eisenkopf, Pascal Nachtsheim*

Aus dem Publikum erhielten wir anschließend viele positive Rückmeldungen, auch meine sonst so kritischen Freunde spendeten Lob. HACH!

*Fotos: Michael Hanßmann

01 Februar 2026

Katharina Kasper - eine kleine Nachlese

Der heutige Nachmittag war ein ganz Besonderer. Das Katharina-Kasper-Seniorenzentrum in Andernach hatte Interesse an einer Lesung mit uns gezeigt. Zum ersten Mal präsentierten wir unsere Werke in dieser Umgebung, die von Frau Fendt bestens vorbereitet wurde. Als wir zum Aufbau eintrafen, standen bereits alle Stühle und Tische, auch die Mikrofonanlage war bereits aufgebaut.

Auch ein Büchertisch war bereits vorbereitet, auf dem wir unsere bisherigen Buch-Veröffentlichungen präsentieren durften. Nach und nach füllte sich der Raum. Erfreulich viele Bewohnerinnen und Bewohner wollten uns hören, aber auch andere Besuche füllten die Reihen der frei zugänglichen Veranstaltung.

Dann war es soweit. Frau Fendt begrüßte alle Anwesenden und unsere Dozentin, die Schriftstellerin Gabriele Keiser, brachte uns das Leben der Namensgeberin Katharina Kasper näher, die wir bisher nur durch den Namen der Einrichtung kannten, Auch über unseren VHS-Kurs, der im April bereits 10 Jahre besteht, informierte sie das Publikum. Ich finde es immer wieder interessant, dass ausgerechnet unser "Küken" Tanja und ich als Gesichtsältester die letzten beiden Teilnehmer sind, die zur "Originalbesetzung" gehören.

Den Anfang der Lesung machte dann Tanja, die mit einer Fantasy-Geschichte erklärte, wieso Magie keine Hexerei ist. Sie moderierte im Anschluss die weitere Veranstaltung und kündigte als Nächste Gerda an, die authentisch aus ihrem Leben vortrug, wie sie den Abschied aus dem Berufsleben als einen neuen Anfang betrachtete.

Gerds Stark

Tanja Haas





Dann schlug meine Stunde. Ich hatte mir für heute ebenfalls eine authentische Geschichte aus dem Leben meines Urgroßonkels ausgesucht. Dagmar schilderte dann sehr abwechslungsreich, wie sie gelernt hat, sich mit ihrer Katze mittels Miauen zu verständigen.

Meine Wenigkeit
Dagmar Pascher

Zum guten Schluss erzählte Karin eine Geschichte mitten aus dem Leben über die unterschiedlichen Auffassungen von "Sparen", die es manchmal zwischen den Geschlechtern gibt. Dabei unterstützten Gabi und ich sie, indem wir die Dialoge zwischen Mann und Frau vortrugen.

Karin Hillesheim mit mir und Gabi

Alle Vortragenden wussten zu gefallen und wurden vom Publikum mit Applaus bedacht. Als Frau Fendt die Schlussworte sprach und sich auf weitere Auftritte in ihrem Haus freute, zauberte mir das Resümee ein Lächeln ins Gesicht. Das war richtig schön.

Zufriedenheit in den Gesichtern

Anschließend schickte mein kleiner Lieblingsbruder mir ein Foto, das er gemacht haben muss, als ich versuchte, den Fluch in meiner Geschichte möglichst laut und authentisch auszusprechen.

"VERFLUCHT SEIST DU FÜR IMMER UND ALLE ZEITEN!"

Nun geht der Blick nach vorne auf unsere nächste Lesung, die am Donnerstag, dem 05. Februar im Neuwieder food Hotel stattfinden wird. Dann werden andere Kursteilnehmer andere Geschichten vorlesen, damit es nie langweilig wird. Die positiven Rückmeldungen nach der Veranstaltung und die zufriedenen Gesichter lassen mich hoffen, dass wir noch viele solcher Veranstaltungen machen werden.

Gruppenbild mit Kerl

31 Juli 2025

Rückblick auf eine gelungene Veranstaltung

Wir sind schon eine bunte Gruppe

Sehr zufrieden blicken wir auf den gestrigen Vorabend zurück. Bei wechselhaftem Wetter waren wir froh, im Glashaus der Permakultur in Eich sitzen zu dürfen und dort unsere Gäste zu empfangen. Ermöglicht hat uns die die Betreibergesellschaft Perspektive gGmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Christian Luxem, der als Hausherr zu Beginn auch einige Worte an die zahlreich erschienen Zuhörer richtete.

Der Besuch war für uns so unerwartet groß, dass wir nicht nur weitere Stühle aus der Kammer holten, sondern zum Abschluss sogar noch zusätzliche Bierbänke aufstellen mussten. Man zählte weit mehr als 100 Personen im Glashaus, die sich allesamt auf die Veranstaltung freuten.

Unsere Kursleiterin, die Krimi-Autorin Gabriele Keiser, eröffnete dann mit einigen Erklärungen zu unserem Schreibkurs, der im nächsten Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiern wird. Die Moderation des Abends übernahm dann Tanja Haas, die jüngste in unserer Kursgemeinschaft, die ebenso wie ich bereits vom ersten Tag an im Kurs sitzt. Ist schon witzig, dass das Küken und der Gesichtsälteste die beiden letzten Mohikaner sind.

Tanja sagte als Erstes unseren musikalischen Live-Act an, Patrizia Puerta Alvarez, die den Abend im Vor- und Nachspann musikalisch bereicherte. Mich persönlich hat das letzte Stück des Abends, der Abba-Klassiker "Thank you for the Music" am meisten berührt.

und Patrizia singt

Tanja moderiert

Es folgten die Kurzgeschichten und Erzählungen von Dagmar Pascher, Petra Schmidbauer, meiner Wenigkeit, Antje Höblich und Ellen Graf, unterbrochen von einer Pause, die viele zum Luftschnappen nach draußen führte.

Dagmar Pascher

Petra Schmidbauer

Mike Neuhaus und Elke
Manfred Nachtsheim













Wie man unschwer erkennen kann, eiferten Elke und ich in der Pause meinem Protagonisten Mike Neuhaus mit einem kräftigen "Prosit!" nach. Währenddessen stand auch genug kühle Erfrischung für unsere Gäste im Glashaus bereit.

Ein Wässerchen gefällig?

Ein Päuschen in Ehren ...

... kann niemand verwehren

Auch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Andernach und der Leiter der Stadtbibliothek machten uns ihre Aufwartung.

Die Kolleg*Innen hatten auch Spaß

Auch unser Büchertisch fand reges Interesse.

Antje Höblich

Ellen Graf

Nachdem auch Ellens Vortrag, wie alle anderen zuvor, mit viel Applaus bedacht wurde, verwöhnte Patrizia zum Abschluss noch einmal das Publikum.

Anschließend nutzten viele die Zeit noch für einen schönen Plausch mit Freunden, Bekannten und den Vortragenden.

Wir bekamen sehr viel positives Feedback von den Besuchern und sind sehr stolz darauf, in den vielen Jahren des Lernens bei unserer Dozentin Gabriele Keiser so gute Fortschritte gemacht zu haben, dass wir mit solchen Veranstaltungen unseren Gästen einen schönen Abend bescheren können.

Herzlichen Dank allen Besuchern, die uns mit ihren positiven Rückmeldungen Mut gemacht haben, diese Weg weiter zu gehen.

06 Juni 2025

Es begann mit Mangold und HARTEN KÖRNERN ...

Ausschlaftage nach RAG sind doch die schönsten Tage, echt jetzt. Auch wenn der BIO-Bauer meines Vertrauens in meinem Heimatort mittags kurz davor war, eine Vermisstenmeldung aufzugeben, da er meine Formulierung "Ich komm gegen Mittag das bestellte Gemüse abholen" etwas zu wörtlich genommen hatte. Zur Ergänzung meiner Wochenlieferung ergatterte ich Mangold, Kohlrabi, Petersilie und Rucola und erhielt sogar noch ein paar Lauchzwiebeln gratis dazu, das wird ein Gaumenschmaus, sag ich Euch.
Nachdem ich den Oldies auf dem Friedhof Guten Tag gesagt hatte, legte ich auf dem Rückweg beim Gewürzladen von HARTKORN noch einen Zwischenstopp ein. Seitdem ich hier kürzlich zum ersten Mal das Persische Blausalz gekostet hatte, weiß ich endgültig, dass Salz nicht gleich Salz ist. Und das in sauberer BIO-Qualität. Steht BIOLOTTA drauf, ist aber von Hartkorn.

Wieder daheim besuchte ich die gute Fatma Bilgi, die mir für die abgeholte Bügelwäsche sogar einen großzügigen Stammkundenrabatt gewährte. Außerdem kann sie besser rechnen als ich. Sagt sie.

Dass ich nachmittags zu Hause von einer plötzlichen Müdigkeitsattacke dahingerafft wurde, ist für freilaufende Rentner wie mich überhaupt kein Problem. Im gemütlichen Sessel mit hochgelegten Beinen vor der offenen Balkontür wollte ich eigentlich noch etwas lesen, sobald ich das angefangene Sudoku fertig gelöst habe. Es endete nach anderthalb Stunden damit, dass ich nach dem Aufwachen den Stift  auf dem Boden suchen musste, da er mir wohl irgendwann aus der Hand gerutscht war.

Der Hunger hatte mich wohl geweckt. Von vorgestern war noch eine Riesenportion Ofengemüse übrig, die wieder aufgewärmt noch besser schmeckte. Trotz Espresso hinterher spürte ich nach dem Essen wieder eine aufkommende Müdigkeit, das muss wohl am Wetter liegen. Aber diesmal rappelte ich mich auf und beschloss, eine schöne Abendrunde im ruhigen Städtchen zu drehen, damit heute wenigstens ein paar tausend Schritte auf meinen Zähler kommen. Gesagt getan. Am Güterbahnhof wunderte ich mich schon darüber, dass fast alle Parkplätze belegt waren. Wenig später sah ich mich mit diesen Bildern konfrontiert:

Ja was war denn hier los? Den beschaulichen Abendspaziergang konnte ich mir abschminken. Zwischen den Menschenmengen wummerten dicke Boxen ein unüberhörbares Geschepper in meine nicht  mehr vorhandenen Gehörgänge. So langsam dämmerte es mir: Haben wir etwas Freitag? Den ersten Freitag im Monat? Ok, first friday at it's best. Fiesta Shopping war das Motto, das hatte ich irgendwo in den Vorankündigungen gelesen. Aber muss das gerade heute sein?
Andererseits, alle Leute waren bester Laune und unterhielten sich lautstark, um die Boxen zu übertönen. Ok, da muss ich jetzt durch. Ich kam bis ztum Verkaufsstand von AnJu, als der Akku des Cochlea Implantats piepsend sein Ende ankündigte. Zum Glück konnte ich am Verkaufstisch der Sommersprosse schnell den Akku wechseln, im laufenden Betrieb sozusagen. 

Schnappschuss mit Irene

Dann machte ich mich schnell auf den Weg zu einer mir bekannten Oase im Lärm: Im kleinen Antiquariat Jona wurde ich von Ursula und Irene mit offenen Armen empfangen. Es waren einige Besucher im Laden, aber die Musik und der laute Gesprächspegel von den Straßen drangen nicht bis ins Künstersgäßchen durch. Nach einer kurzen Pause zum Luftholen machte ich mich auf den Weg, da mein Schrittzähler noch nicht weit gekommen war. Dabei begleitete mich Mattes, der mit seinen Kindern ebenfalls im Antiquariat unterwegs war, nach draußen zum Hügelchen, wo seine Gattin, meine Ex-Kollegin Nina, sich mit anderen Girlies vergnügte. Auch hier ein freudiges Wiedersehen und ich weiß nun, wer mich im Falle des Falles trauen soll, wenn ich doch noch auf dumme Ideen kommen sollte.

Als ich nach einer kleinen Runde wieder ans Antiquariat zurück kam, inspizierte ich dort mehrere Heimatjahrbücher und wurde sogar in zweien fündig. Als wenn ich nicht schon zu viel zum Lesen hätte, aber was soll's, was sein muss, muss sein.

Zum krönenden Abschluss betraten dann Christiane und Christoph den Laden, mit denen ich zuletzt nach der Koblenzer Buchmesse eine denkwürdige Heimfahrt hatte. Die schönen Begegnungen rissen heute nicht ab.

Nachdem ich diese Zeilen geschrieben habe, freue ich mich auf den morgigen Spätstücksbesuch einer lieben Freundin und auf den Marktbesuch bei Walli. Das Leben ist schön.

29 Mai 2025

Ein musealer Vatertagsausflug

Lange hatten wir uns darauf gefreut, heute war es soweit. Als kleiner, bunter Freundeskreis trafen wir uns am Gülser Heimatmuseum, wo uns Conny und Jens zu einer Sonderführung eingeladen hatten. 1.250 Jahre Güls wurden mit einer Ausstellung gewürdigt, die sich sehen lassen konnte.

1.250 Jahre wurden gefeiert, das ist die Zeit seit der ersten urkundlichen Erwähnung von Gulse, wie es damals hieß. Diese Urkunde, in der auch Andernach, Rübenach und andere Orte erwähnt wurden, hatte man vergrößert und gut leserlich ausgestellt.

Das Güls jedoch bereits lange vorher besiedelt war, bewiesen Ausstellungsstücke wie ein Teil der gemauerten Wasserleitung aus römischer Zeit und prähistorische Werkzeugfunde im Alter von tausenden von Jahren, die ebenfalls präsentiert wurden.

Der Rote Faden führte chronologisch durch die Räume des Museums, von einer menschenlosen Zeit vor Millionen von Jahren bis in die Neuzeit. Und zu jeder Station dieser Zeitreise hatten Conny und Jens viel Interessantes zu sagen.

Einige Fragen wurden von uns Besuchern gestellt, alle wurden beantwortet.

Alles Zeigenswerte und Interessante hier aufzuführen, würde völlig den Rahmen meines kleinen blogs sprengen. So erfuhren wir u.a., welch wichtige Rolle der heilige Servatius und seine selbsternannten Vertreter auf Erden für Güls spielten.

Viele Katasterpläne und Bilder aus den letzten Jahrhunderten veranschulichten die Entwicklung der Gemeinde, auch waren wunderbare Gemälde zu sehen wie diese Ansicht von Güls aus dem Jahr 1823.

Blick auf Güls von Johann Jacob Diezler

Napoleon war in Güls vertreten, auch die Nazizeit im Ort wurde thematisiert. Ebenso die alte Kirschen-Tradition, die dazu führte, dass der Gülser Markt zeitweise der größte Kirschenumschlagsplatz Deutschlands war und und und ...

Eine tolle Überraschung hielten die beiden an der letzten Station für mich bereit. Für Jens und mich als überzeugte VfLer war natürlich der IC Jakob Hommen, der einst zwischen Bochum und Güls verkehrte, die Krönung der Geschichte.

Reiseplanung für die nächste Zweitligasaison

Nachdem wir uns auf dem Gülser Teppich und im Gästebuch verewigt hatten, entwickelte sich noch ein schönes Beisammensein, bei dem uns die Gastgeber mit Kuchen, Erdbeeren, Kaffee und Tee verwöhnten.

Der bunte Gülser (Flicken-)Teppich

So vergingen zweieinhalb Stunden wie im Flug, bis wir uns dankbar von unseren Gastgebern verabschiedeten. Ich kann diese Ausstellung nur jedem heimatgeschichtlich Interessierten empfehlen.

Am späten Nachmittag erwarteten uns dann Hilde und Uwe zum Grillen im Garten, was ein perfekter Ausklang für diesen wunderschönen Tag darstellte. Von Grillfleisch und Salaten über Espresso und Holzwurm-Zigarren fehlte nichts, was das Herz begehrte. Nach diesem gemütliches Beisammensein mit guten Freund*Innen lehne ich mich heute Abend wohlig müde im Sessel zurück und freue mich auf ein freies Wochenende.

13 Oktober 2024

Premierenlesung in Rengsdorf

Wer hätte gedacht, dass es über das kleine Rengsdorf so viel Interessantes zu erzählen gibt, dass es ein dickes Buch füllt? ICH hätte das gedacht. Denn die heutige Premierenlesung im Rengsdorfer Gemeindehaus machte niemand Geringeres als meine ehemalige Deutsch- und Geschichtslehrerin Marie-Luise Dingeldey.

Wir hatten uns im letzten Jahr nach 48 Jahren wiedergefunden, als sie mir im Schulportal stayfriends.de zum Geburtstag gratulierte. Seither sind wir in Kontakt geblieben und unser nächstes persönliches Treffen ist schon fest in der Planung. Mein KLB konnte heute wegen Rotzkotz leider nicht mit dabei sein und freut sich schon auf unser nächstes Zusammentreffen.

Die kurze Fahrt nach Rengsdorf  über die B256 verlief reibungslos und schnell. Ich war früh genug vor Ort, um mir noch einen Platz in der ersten Reihe sichern zu können, von wo aus ich mir mit meinen Ersatzohren ein zumindest akzeptables Hörverständnis erhoffte. Als sich dann die Reihen weiter füllten, mussten fleißige Helfer weitere Stühle dazu stellen, so groß war der Zuspruch.

Der Verkaufsstand für die Bücher hielt auch für alle Besucher kostenlose Getränke bereit und war schon vor dem Beginn der eigentlichen Lesung gut besucht. Als dann alle Besucher einen Platz gefunden hatten, ergriff Marie-Luise das Wort. Sie begrüßte das Publikum und den Neuwieder Bürgermeister Peter Jung, den es am heutigen Sonntag ebenfalls hierhin gezogen hatte.

In einer Zeitreise führte sie uns dann durch einige Kapitel der Gemeinde Rengsdorf und der Umgebung, denen ich mit Hilfe des frisch erworbenen Buchs in meinen Händen auch ganz gut folgen konnte.

Es waren vor allen Dingen die Geschichten der Menschen, die diese Zeitreise prägten. Vom Streit zwischen dem Grafen von Wied und dem Trierer Kurfürsten um die Herrschaft in Rengsdorf, über einen Pastor mit "Verfehlungen" und einige andere Menschen bot sich ein Bild der Geschichte aus Sicht der damals lebenden Menschen und nicht nur die Herrschergeschichte.

Mit etwas erkälteter Stimme legte sie dann eine Pause ein, in der wir uns mit Getränken versorgten.

Auch für einen Smalltalk und das Signieren ihrer Bücher fand sich Zeit. Nun darf ich mich zusätzlich über eine sehr schöne Widmung freuen.



Nach der Pause ging es weiter mit den Geschichten der Auswanderer, dem Deichbau in Neuwied und jüdischem Leben in Rengsdorf, um nur einige Punkte zu nennen. Kurzum, es war ein sehr schöner, interessanter und kurzweiliger Nachmittag, der Abstecher auf die falsche Rheinseite hat sich für mich gelohnt.

Dass ich hier dann auch meine frühere Musiklehrerin wiedergetroffen habe, war ein weiteres Highlight dieser Veranstaltung. Frau Neumann erinnerte sich noch an meinen Namen, auch weil Marie-Luise ihr von unserer Begegnung erzählt hatte. 

Es scheint aber fast so, dass ich damals das Fach Musik in der Oberstufe der neu eingeführten MSS abgewählt habe.

Ich denke, ich werde die alten Zeugnisse nochmal hervorkramen, auch auf das Risiko hin, dass ich bei deren Anblick meine Vergangenheit auf unrühmliche Art und Weise umschreiben muss.

Mein Schrittzähler hat am heutigen Tag sehr leiden müssen, aber mein Gott, Ausschlafen, Essen, Trinken, Lesungen besuchen, was soll ein freilaufender Rentner denn noch alles machen?! Mir hat dieser Tag jedenfalls sehr gut getan - und der Schrittzähler kann mich mal gern haben.