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09 August 2024

Der Tag der freilaufenden Rentner*Innen

Den Beginn machte heute Morgen mein Freund und früherer Kollege Luca Thomi, der als Bayern-Fan auch Namenspate für deren früheren Stürmerstar Luca Toni war. Wer kann das schon von sich sagen, dass ein berühmter Nationalspieler nach ihm benannt wurde?!

Wir hatten uns gestern spontan zum Espresso-Klön verabredet, für den ich auch heute wieder gegen das Rentner-Ausschlaf-Gesetz verstoßen musste. Heute schauten wir nach Espresso und Klön auch nach seinen Vorfahren, für deren bessere Erforschung der Gute auch eine Probe für den DNA-Test  spendete, mit dessen Ergebnissen wir sicher weitere Verwandte finden werden. Glücklicherweise erklärte sich der Freund auch bereit, mir beim Verputzen des reichlich vorhandenen Ofengemüses zu helfen - und es schmeckte ihm sogar!

Rainbow over the Rathaus

Beim anschließenden Rundgang durch unser Städtchen trafen wir auf einen netten Kollegen aus CUBA, der noch ein paar Dienstjährchen vor sich hat. Luca Thomi verabschiedete ich danach in die fürsorglichen Hände seiner Ehefrau.

Als ich später beim Einkauf dann den Ex-Kollegen Silberhelm traf, dachte ich spontan an eine kleine Betriebsversammlung.

Und wo wir schon mal beim Thema Arbeitsstelle waren, bewunderte ich auch die schöne Beflaggung an unserer alten Arbeitsstelle, die mir positiv auffiel, im Gegensatz zu manch anderem Aufkleber im Laufe meines Stadtrundgangs.

Wieso unser Schmierernachwuchs immer noch nicht kapiert hat, dass die Zahl der Zahlen 42 ist, erschließt sich mir immer noch nicht. Und dass man den richtigen VfL mit einem kleinen "f" in der Mitte schreibt, hat sich offensichtlich auch noch nicht bis zu den Ackergäulen vom Niederrhein rundgesprochen.

Leider der falsche VfL

Now 187? NEIN! 42!












Sehr schön dann wieder dieses wunderbare Wort an einem Carport und auch die Retro-Schnitzerei an einer Platane am Rhein, die ich leider nicht ganz entziffern kann.












Auch die Blütenpracht am Rhein wusste zu gefallen, genau wie die Begegnung mit Uli und Merlin, welche die Betriebsversammlung komplettiert hätten.

Nach zwei letzten Blicken rheinaufwärts und rheinabwärts machte ich mich wieder auf den Rückweg.







Dass ich auf diesem Weg dann mit Lisa die nächste Rentner-Kollegin traf, passte perfekt zu diesem schönen Rentner-Tag. Der nächste Rentnertreff ist schon ausgemacht.

18 Juli 2024

Merlin, Moana und die Paddler

Da unser heute geplanter Skatabend leider widrigen Umständen wie Krankheit und Terminen zum Opfer fiel, nutzte ich den Vorabend für einen beschaulichen Gang durch die Rheinanlagen. An den schönen großen Platanen waren die bequemen Sitzbänke abmontiert worden, um den Wagen für die morgen beginnende 2.Andernacher Bierbörse Platz zu machen. Mir persönlich haben die Bänke besser gefallen. Aus eigener langjähriger Erfahrung weiß ich zudem, dass bei einer solchen Saufveranstaltung ääähmm Bierbörse und 30° im Schatten stabile Sitzgelegenheiten sehr von Nutzen sein können. Zwar hat man den Weg daneben am Rheinufer entlang mit reichlich Biertischgarnituren ausgestattet, aber die haben keine Rückenlehne, was ab einem bestimmten Promillegehalt schon unangenehme Folgen haben kann.

Aber sei's drum, für mich ist die Veranstaltung eh nicht interessant und daher spazierte ich weiter, traf unterwegs eine nette Ex-Kollegin zum Smalltalk und legte auf einer Bank hinter dem Pegelhäuschen die erste Pause ein. Einfach nur da sitzen und schauen, das ist schon was Feines. Die Paddler auf der anderen Rheinseite mühten sich ab, nicht von der großen Strömung erfasst zu werden.

Die Paddler

und die Moana ließ sich gemächlich stromabwärts treiben.

Moana

Auf dem Rückweg erwischte ich zwischen Biergarten und Bollwerk noch eine freie Bank und nutzte die zweite Pause, um mich der Geschichte des Aachener Hofs zu widmen, Klaus hatte mir freundlicherweise ein Skript zugeschickt, dessen Ausdruck ich im Rucksack hatte. Sehr interessant. Und dann nahte das Duo Fantastico, die beiden hatte ich länger nicht mehr gesehen. Als sie auf mir auf dem Uferweg näherten, schaute Uli schon in meine Richtung, während Merlin sich zwischen die Bäume am Wegrand drückte. Anscheinend wollte er dem Erinnerungsfoto entgehen. Glücklicherweise ließ er sich dann doch von mir fotografieren, nachdem ich mehrfach "Bitte bitte!!" gesagt hatte,

Merlin

Uli


Als die beiden weitergegangen waren, las ich meine Lektüre fertig und machte mich am Ende eines schönen Tages zufrieden auf den Heimweg.

06 April 2024

Sonne, Blumen und umsonstene Deos

Den morgendlichen Frühstücksbesuch meines KLB werden wir bald auf den Balkon verlegen können. Diesen Eindruck konnte man haben, wenn man heute Morgen aus dem Fenster sah. Nach einem genüsslichen Klön-Frühstück mit den legendären veganen GuBaRa-Snacks sahen wir auf dem Wochenmarkt viele und ausschließlich fröhliche Gesichter. Toll, was so ein paar Sonnenstrahlen mit unserer Seele machen.

Betrieb bei Walli und Achim

Gut versorgt mit Wallis Salsiccia Picante und exzellentem naturtrüben BIO-Leinöl aus Achims Oliomobil traten wir den Heimweg an.

Eigentlich war dieses Sonnenwetter ideal für einen schönen Sonnenspaziergang, jedoch musste ich mich nach meiner Erledigungsrunde schon sputen, damit ich um halb vier meine Jungs anfeuern kann. Damit ist das Thema Fußball für dieses Wochenende abgeschlossen. Nur soviel: Sofort nach dem Schlusspfiff verzog sich selbst die Sonne hinter einem Wolkenteppich. Aber es blieb sommerlich warm, so dass ich eine "Verdauungsrunde" in den Rheinanlagen unternahm.

Sehr schön anzusehen sind die dortigen Grünflächen, sie sich zunehmend mit Gänseblümchen und Löwenzahn zu bunten Blumenwiesen entwickeln. Sehr viele junge Leute nutzten dies für spontane Picknicks in der Sonne. So auch diese beiden hübschen Mädels unter einem chinesischen Apfelblütenbaum. Oder so ähnlich.

Einfach nur schön, oder?

Ein paar Schritte weiter hatten wir dann Gelegenheit, eine weitere gesetzliche Vorschrift zu erfüllen. Mit Merlin, Uli und Gerda kam ich der Rentner-Versammlungs-Verordnung (RVV) nach, einem wichtigen Teil der DRG (Deutsche Rentner-Gesetze).  Das entspricht sozusagen einer Personalversammlung für ehemalige Mitarbeiter, Pensionäre wie auch RentnerInnen. Sie ist bei gutem Wetter zwingend an der frischen Luft abzuhalten.

Ehemalige unter sich

Nach ausgiebiger Erörterung aller Punkte der spontan zusammengestellten Tagesordnung verabschiedeten wir uns gut gelaunt und beschlossen eine zeitnahe Wiederholung.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz machte ich dann noch eine ganz seltsame Entdeckung. Auf dem Rhein schob sich ein mächtiger zweiteiliger Frachter rheinaufwärts, dessen Beschriftung besagte, dass er mit umsonstenen Deos beladen war. Wer braucht denn solche Mengen? Und rentiert sich das überhaupt?

Tja, es gibt halt immer etwas Neues zu entdecken in Andernach am Rhein.

21 Februar 2023

Rückreise mit kleinen Hindernissen

Was wäre eine Heimreise ohne meinen geliebten Murphy? Immerhin ließ er mich im Hotel noch gemütlich frühstücken, packen und Tschüss sagen.

Strahlend und mit dem Versprechen, auf jeden Fall wiederzukommen, verließ ich vollbepackt die Stätte meiner Entspannung und rollte Koffer, Rucksack und Notebook zur Schwebebahn. Als ich dort zum Aufzug ging, erwartete mich die erste Überraschung.

Einer schraubt, der andere überwacht im Hintergrund

Aufzug wird repariert. Nur der eine für den Steig in Richtung Bahnhof, ist ja klar. Ob der in diesem Leben noch fertig wird, könnte mir der freundliche junge Monteur nicht sagen. Wie gut, dass ich gaaaanz viel Zeit eingeplant hatte. Während ich wartete, erreichte mich die Meldung auf dem Handy.

6 Minuten - das ist ja gar nix

Kleine Verspätung, nichts Außergewöhnliches bei der Bahn. Ich wuchtete irgendwann mein ganzes Geraffel die langen Treppen hoch, bekam in der nächsten Schwebebahn noch einen Stehplatz und stieg drei Stationen später am Hauptbahnhof aus. Die Verspätung hatte sich mittlerweile noch ein wenig hochgeschaukelt, kein Grund zur Panik. 

Nicht nur der Bahnhof lag heute unter einen dicken Dunstglocke. Ich hatte ja nun massig Zeit, so verweilte ich noch ein wenig draußen und beobachtete das geschäftige Treiben. Bettler bettelten, Musiker musizierten und Jehovas Zeugen harrten standhaft mit ihren Verkündungsthesen aus.

Abschiedswetter am Bahnhof

Mittlerweile hatte mich die nächste Nachricht der BahnApp erreicht.

Was sind schon 9 Minuten?

Allmählich wurde es mir draußen zu nass und ich nahm im Foyer des Bahnhofs direkt vor der großen Anzeigetafel Platz.

Naja, 10 Minuten, das geht ja noch.

Kurz nach zwölf nahm ich den Aufzug (funktionierte!) zum Gleis 1. Glücklicherweise gibt es auf den Bahnsteigen Wagenstandanzeiger, denn mein Zug würde ein langer sein, Abschnitt A bis E, da schaut man schon lieber mal vorher, wo genau denn Wagen 9 halten wird. Und man sieht das:

Sehr informativ

Zum Glück rechts unten auch ein gut versteckter Hinweis, dass man die genaue Wagenreihung auch in der Bahn-App nachschauen kann. Wie gut, dass es diese Technik gibt. Ein Blick in die App und:

Jetzt weißte Bescheid, wa!

Ich platzierte mich strategisch günstig ziemlich in der Mitte und plauderte dort noch sehr nett mit einer Dame über Erlebnisse mit der Deutschen Bahn, das war lustig. Unser Zug war komplett ausgebucht und die Dame hatte nicht reserviert, von Wuppertal bis Mannheim, das war nicht so lustig.

Der Zug fuhr mit 11 Minuten Verspätung ein und Wagen 9 rollte an mir vorbei, immer weiter. Nach einem langgezogenen Sprint unter Volllastbedingungen erreichte ich schließlich Wagen 9, dessen erste Tür sich heute leider wegen eines technischen Defekts nicht öffnen ließ. Ich erreicht die Tür am anderen Ende des Wagens kurz bevor sie sich wieder schloss und der Zug anfuhr. Ich war drin! Jetzt konnte nichts mehr schiefgehen.

Mein reservierter Platz 45 war frei, nachdem Opa und Sohn auf die andere Seite des Gangs gewechselt waren. Ich saß alleine auf einem Fensterplatz am 4er-Tisch. Da das gesamte Bergische Land unter einer Dunstglocke versunken war, gab es allerdings nicht viel zu sehen. War mir heute schnuppe, ich saß und würde erst in Koblenz wieder aussteigen.

Und tatsächlich lief bis kurz hinter Solingen alles glatt, also immerhin 20 Minuten lang. Dann erlitt ein junger Mann einige Meter hinter mir eine heftige Krampfattacke, wurde von einem beherzt zupackenden Mitreisenden vor der Selbstverletzung geschützt und wir hielten außerplanmäßig in Opladen, wo der Bursche nach etwa einer Viertelstunde von alarmierten DRK-Sanitätern medizinisch versorgt wurde. Also alles nochmal gut gegangen. Mit einer knappen halben Stunde Verspätung erreichten wir Köln Hbf. Hier wurde der Zug dann tatsächlich brechend voll und ich bekam Gesellschaft von drei freundlich dreinblickenden Frauen. Ich dachte, Murphy hat sich nun genügend ausgetobt, der Nebel ist auf der Rheinstrecke blauem Himmel und Sonnenschein gewichen. In Bonn haben wir die halbe Stunde voll gemacht. Und am Ende ward alles gut.

Koblenz! Konstantin lacht vor blauem Himmel

Ich stellte meine Kofferburg vor einem wunderschönen Pfeiler ab und genoss die Sonne.

Um 14:30 saß ich in der RB26, die heute pünktlich von Koblenz nach Andernach fuhr und gemütlich durch die sonnendurchflutete Heimat tuckerte. Überall, wo ein Schild und ein Klo war, wurde kurz angehalten. Entspannend. Schön. 

Dass Urmitz/Bhf. als Mülheim-Kärlich angesagt wurde, irritierte mich auch diesmal wieder. Gleich darauf würde er den Thur wieder falsch ankündigen, Weißenthurm mit der Betonung auf der ersten Silbe. Sagt sonst kein Mensch hier.

Andernach wurde ohne weitere Vorkommnisse erreicht, mein Auto stand immer noch dort, wo ich es abgestellt hatte, sprangt sofort an und ich freute mich übers Heimkommen.
Ich überlege aber auch schon, wann ich die nächste Fahrt machen soll.

01 April 2020

Der erste Tag vom Rest des Lebens

Spätstück am Sonnenfenster

Nachdem mein letzter Arbeitstag gestern ziemlich unaufgeregt verlief, war ich gespannt, wie es sich heute Morgen anfühlen würde, als Rentner aufzuwachen. Und, was soll ich sagen, es ist nicht anders als in den letzten Wochen und Jahren. Da ich seit knapp 3 Jahren nur noch dienstags bis donnerstags arbeite, bin ich seitdem daran gewöhnt, dass das richtige Leben meistens den Tagesablauf bestimmt.und nicht der fremdbestimmte Verwaltungsjob.

Das Rentner-Evangelium

So genoss ich denn wie gewohnt das Wachwerden ohne Wecker, sprang gegen halb zehn unter die Dusche, danach wurde die Rhein-Zeitung aus der Zeitungsrolle gefischt und ein ruhiges Spätstück mit lecker Kaffee bereitet. Ja, das hat was. So kann man schon mal in den Tag starten. Und nach ein paar kurzen Erledigungen geht's jetzt auf den Sonnenbalkon, Notebook aufgeklappt, um den Vorsatz wahrzumachen, jeden Tag mindestens eine Stunde zu schreiben. Aus dem Traum vom eigenen Roman könnte so doch noch was werden.