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31 Juli 2025

Rückblick auf eine gelungene Veranstaltung

Wir sind schon eine bunte Gruppe

Sehr zufrieden blicken wir auf den gestrigen Vorabend zurück. Bei wechselhaftem Wetter waren wir froh, im Glashaus der Permakultur in Eich sitzen zu dürfen und dort unsere Gäste zu empfangen. Ermöglicht hat uns die die Betreibergesellschaft Perspektive gGmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Christian Luxem, der als Hausherr zu Beginn auch einige Worte an die zahlreich erschienen Zuhörer richtete.

Der Besuch war für uns so unerwartet groß, dass wir nicht nur weitere Stühle aus der Kammer holten, sondern zum Abschluss sogar noch zusätzliche Bierbänke aufstellen mussten. Man zählte weit mehr als 100 Personen im Glashaus, die sich allesamt auf die Veranstaltung freuten.

Unsere Kursleiterin, die Krimi-Autorin Gabriele Keiser, eröffnete dann mit einigen Erklärungen zu unserem Schreibkurs, der im nächsten Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiern wird. Die Moderation des Abends übernahm dann Tanja Haas, die jüngste in unserer Kursgemeinschaft, die ebenso wie ich bereits vom ersten Tag an im Kurs sitzt. Ist schon witzig, dass das Küken und der Gesichtsälteste die beiden letzten Mohikaner sind.

Tanja sagte als Erstes unseren musikalischen Live-Act an, Patrizia Puerta Alvarez, die den Abend im Vor- und Nachspann musikalisch bereicherte. Mich persönlich hat das letzte Stück des Abends, der Abba-Klassiker "Thank you for the Music" am meisten berührt.

und Patrizia singt

Tanja moderiert

Es folgten die Kurzgeschichten und Erzählungen von Dagmar Pascher, Petra Schmidbauer, meiner Wenigkeit, Antje Höblich und Ellen Graf, unterbrochen von einer Pause, die viele zum Luftschnappen nach draußen führte.

Dagmar Pascher

Petra Schmidbauer

Mike Neuhaus und Elke
Manfred Nachtsheim













Wie man unschwer erkennen kann, eiferten Elke und ich in der Pause meinem Protagonisten Mike Neuhaus mit einem kräftigen "Prosit!" nach. Währenddessen stand auch genug kühle Erfrischung für unsere Gäste im Glashaus bereit.

Ein Wässerchen gefällig?

Ein Päuschen in Ehren ...

... kann niemand verwehren

Auch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Andernach und der Leiter der Stadtbibliothek machten uns ihre Aufwartung.

Die Kolleg*Innen hatten auch Spaß

Auch unser Büchertisch fand reges Interesse.

Antje Höblich

Ellen Graf

Nachdem auch Ellens Vortrag, wie alle anderen zuvor, mit viel Applaus bedacht wurde, verwöhnte Patrizia zum Abschluss noch einmal das Publikum.

Anschließend nutzten viele die Zeit noch für einen schönen Plausch mit Freunden, Bekannten und den Vortragenden.

Wir bekamen sehr viel positives Feedback von den Besuchern und sind sehr stolz darauf, in den vielen Jahren des Lernens bei unserer Dozentin Gabriele Keiser so gute Fortschritte gemacht zu haben, dass wir mit solchen Veranstaltungen unseren Gästen einen schönen Abend bescheren können.

Herzlichen Dank allen Besuchern, die uns mit ihren positiven Rückmeldungen Mut gemacht haben, diese Weg weiter zu gehen.

17 November 2024

Farben und Töne im Herbst

Am Ende einer Woche mit vielen schönen Begegnungen mussten wir das letzte geplante Treffen heut leider noch einmal verschieben.

Wie so oft, spülte das Universum eine gute Alternative an und wir trotzten dem Volkstrauertag seine schönen Seiten ab.

Eine liebe Freundin sagte sich spontan an und wir machten einen schönen Wochenabschluss-Spaziergang, bei dem es vor Farben und Tönen nur so wimmelte.

Schon allein die Farben am Wegesrand und am Himmel waren Futter für unsere Seelen, die Bewegung an der frischen Luft war das perfekte Topping.

Dabei entpuppte sich die gute Nicole Maria als exzellente Kennerin der heimischen Flora, so dass ich meine Flora Incognita gar nicht zu befragen brauchte. Die markant roten Pfaffenhütchen bildeten schöne Tupfer unter den Bäumen und in den Sträuchern am Wegrand.


Nici war hier noch nie gewesen und genoss die Schönheit und die Ruhe genau wie ich. Natürlich erörterten wir unterwegs auch die vermeintlichen Gesetze des Universums, so z.B. die vielen Zufälle, die keine sind.

Am Wendepunkt unserer Spazierstrecke bescherte mir dann der Echo-Effekt im kleinen Tunnel eine unverhoffte musikalische Einlage, denn meine Freundin ist nicht nur Naturexpertin, sondern auch eine talentierte Sängerin.

So genoss ich denn vor rotem Herz und einigen biblischen Ernährungsempfehlungen ein schönes kleines Privatkonzert.

Dass wir just in dem Moment, als die Regenwolken heranzogen, wieder zurück am Auto waren, passte zu dem schönen Tag ebenso wie der anschließende lange Kaffeeklön zu Hause bei glutenfreien Nussecken und bunten Schals.

An Tagen wie diesem ...

19 September 2024

Die Entdeckung der Luca-Thomi-Kapelle

Ein kräftigen Spätstück am Mittag ist doch ein schöner Start in den Tag, wie ich auch heute wieder feststellen musste. Und sowohl das HARTKORN-Porridge-Gewürz als auch das Hanfmus aus Achims Oliomobil als Topping über dem gemischten Porridge ist einfach die pure Kraftquelle für den Tag.

So gestärkt besuchte ich meinen Freund und Ex-Kollegen Gerry, besser unter dem Namen Luca Thomi bekannt. Nach zwei köstlichen Espressi und einem schönen Klön auf Balkonia Bläädonia machten wir uns auf den Weg. Ein Abstecher zum HARTKORN-Werksverkauf musste heute sein. Mein Ofengemüse-Gewürz war aufgebraucht und ich fand nach netter und kompetenter Beratung eine weitere orientalische Mischung, die ich am Ofengemüse testen werde.

Da wir den elend langen Stau auf der B9 Richtung Andernach bei der Hinfahrt gesehen hatten, fuhren wir über die Dörfer nach Hause und genehmigten uns unterwegs eine kleine Exkursion durch ein Dorf mit Park. Die wiederhergestellte Synagoge im Ortskern machte richtig was her.

Und als wir irgendwann den Rückweg über den schönen Park nahmen, sahen wir ebenfalls viele schöne Sachen.




Die ganze Anlage des neu umgebauten Gästehauses machte ebenfalls einen sehr einladenden und stimmigen Eindruck.

Wir legten keine großen Entfernungen zurück, jedoch führte unser selbstgewählter Weg stetig auf und ab.

Nach dem letzten Abstieg standen wir vor einem Teich mit Bänken und daneben einer Art Kapelle, deren Gittertor allergings verschlossen war.
Leider war an der interessanten Kapelle keinerlei Information darüber angebracht, wer sie gebaut hatte und welchem Zweck sie einst gedient hatte.

Auch ein Name war nirgendwo zu erkennen, so dass wir sie kurzerhand zur Luca-Thomi-Kapelle ernannten, frei nach dem bayrisch-italienischen Ballheiligen, der vor vielen Jahrhunderten in Süddeutschland Wunder bewirkt hatte.

Auf einer Bank am Teich legten wir eine philosophische Pause ein und klopften uns aufgrund unserer zahlreichen überwundenen Lebenshindernisse gegenseitig stolz auf die Schulter.

Nachdem ich den Freund wieder zu Hause abgesetzt hatte, wartete daheim eine glutenfreie Nussecke auf mich. Der Blick auf den Schrittzähler offenbarte bei allem Genuss doch noch ein gewisses Bewegungsdefizit, dass ich beim folgenden Rheinspaziergang bei schönstem Spätsommer-Abendwetter ausgleichen konnte. Dass sich Gaby spontan anschloss, trug weiter zur guten Stimmung bei. Unterwegs hatten wir lustige Gespräche über alte musikalische Erinnerungen von den Beatles bis zu Michael (Born-)Holm ("Dänen lügen nicht"). Als ich den Fehler machte, nach dem unvergesslichen "Auf der Straße - nach San Fernando - da stand ein Mädchen wartend in der heißen Sonne ..." auch seinen Hit "Barfuß im Regen" anzustimmen, verdunkelte sich in wenigen Minuten der Himmel. Auf meinem Handy tauchten Nachrichten von Sturzregen und Gewitter auf und wir machten uns schleunigst auf den Rückweg zum Auto.

Murphy machte ernst, er fühlte sich wohl auf den Schlips getreten, nachdem ich schon vorher Gabys beruflich bedingte gute Kontakte zum Wettergott gelobt hatte, der Murphy angeblich keine Chance ließ, sobald Gaby dabei war. Das rächte sich nun. Immerhin kamen wir noch trockenen Fußes bis zum Auto und der Regen setzte erst ein, nachdem ich Gaby an ihrer Heimstatt abgesetzt hatte. So kann's gehen, wenn man Murphy zu sehr reizt. Barfuß im Regen - ja genau 🙏.

04 Juli 2024

Eine schöne (Uhr-)Zeit daheim

Nach den vielen Fußwegen und schönen Begegnungen rund um die Wupper genehmigte ich mir ein paar Tage Wellness mit wenig Bewegung. Fußpflege und Physio waren am Dienstag schon ein wunderbarer Anfang, der gestrige Spontanbesuch meiner lieben Großcousine Gisela setzte das nahtlos fort.
Ergänzt wurde das Ganze durch zwei genauso spontane "Naab"-Lesungen, die mich langsam wieder in Übung für unsere nächste öffentliche Lesung bringen, die am 31.Juli im Glashaus der Permakultur stattfindet.
Frankie the Taxman klärte gestern Nachmittag zudem alle lästigen Steuerfragen mit dem KLB und mir, was auch wieder ein Stück Erleichterung bedeutete. Und mit dem heutigen Skatabend mit Kartoffelsuppe beim Geburtstagskind in der Marienburg setzte sich die schöne Woche nahtlos fort.

Eine weitere Geschichte klärte sich vorgestern auf wundersame Weise. Aber von Anfang an: Vor etwa drei Wochen löste sich ein Teil des Schnappverschlusses vom Glieder-Armband meiner Titan-Uhr. Und das schon nach 25 Jahren täglichem Tragen! Aber alles ist vergänglich - und das meiste lässt sich reparieren. So ging ich also am nächsten Tag frohen Mutes zum Uhrengeschäft meines Vertrauens, wo mir schon so mancher kleine Schaden behoben wurde. Ich stand natürlich vor heruntergelassenen Rollläden und dem Hinweis: "Wir machen Urlaub". Wie sollte es auch anders sein. Aber am nächsten Montag öffnete man wieder, und ich machte mal wieder meine kleine Zeitreise. Denn als eine solche erscheint es mir stets, wenn ich das Geschäft betrete. Seit 125 Jahren existiert das kleine Familienunternehmen Thiesen schon - und die Inneneinrichtung erinnert sehr an frühere Zeiten. Ein schöner, angenehmer Anachronismus, auch heute noch in einem solchen Ambiente den Kunden zu empfangen.

2024

1959






Die Inhaberin nahm sich sehr sorgfältig meiner Uhr an, nahm die Maße der Armbandglieder, der Uhr und des defekten Verschlusses und schaute erstmal in den Schubladen der Verkaufstheke nach, ob sich für dieses Altertümchen noch etwas Passendes finden würde. Leider vergeblich. Am Ende eines guten, langen und freundlichen Beratungsgesprächs verblieben wir so, dass ich ihr die Uhr einfach vertrauensvoll überlasse und sie sich nach einer Möglichkeit umschaut, die Bestellung eines neuen, passenden Titan-Armbands für 55 Euronen evtl. vermeiden zu können. Ansonsten wäre es mir die Uhr auch wert, nahe am damaligen Neupreis von 129 DM ein neues Armband zu bestellen. Als kleines Dankeschön für die nette Beratung vermachte ich ihr ein Exemplar unserer letzten Kurzgeschichtensammlung und machte mich wieder auf den Weg.

Ich verbrachte eine weitere Woche ohne die gewohnte Armbanduhr, diesmal in Wuppertal, und erhielt nach meiner Rückkehr eine Nachricht auf dem AB. Das Geschäft in der Bahnhofstraße hatte sich gemeldet. Siehe da, man hatte einen passenden Verschluss aus Titan gefunden und bereits montiert. Für insgesamt 20 € bekam ich meine reparierte Uhr zurück und nicht nur das. Wahrscheinlich hatte die Inhaberin ebenfalls eine Zeitreise unternommen und mein Handgelenk nochmal genau vermessen. Denn anders ist es nicht zu erklären, dass das Gliederarmband, das vorher ein wenig zu weit gewesen war, nun exakt passte. Irgendwie magic. Sowas kriegt man sonst nirgendwo.
Als ich sie darauf ansprach, lächelte sie und sagte, das wär doch auch Stoff für eine Kurzgeschichte. Eine ganze Geschichte hab ich zwar (noch) nicht hinbekommen, aber zumindest halte ich es hier im blog fest.

Heute Abend entdeckte ich eine weitere seltsame Sache. In der Post lagen einige neue payback-Coupons, darunter ein ganz besonderer. Wer erinnert sich nicht an Delmenhorst, das schöne Lied von Element of Crime. Im Refrain hieß es 

Hinter Huchting ist ein Graben 
Der in die Ochtum sich ergießt 
Und dann kommt gleich Getränke Hoffmann 
Sag Bescheid, wenn du mich liebst

Seitdem ist dieser fiktive Getränke Hoffmann legendär. Und nun hab ich einen Coupon dieses Geschäfts vor mir liegen! Das gibt's wirklich!!

Ich werde wohl bis zum 28.07.2024 eine Reise nach Delmenhorst unternehmen müssen. Wenn schon, denn schon.

26 Januar 2024

Rest in Peace, Melanie Safka

Gestern sah ich in einer Internetmeldung, dass eine meiner Jugendheldinnen uns verlassen hat. Sie hatte damals dem alten Stones-Stück Ruby Tuesday Leben eingehaucht, wie es ein Journalist treffend formulierte. Mit diesem Stück hatte sie mich als damals 13-jähringen für immer gefangen, so sehr berührte mich das und tut es heute noch.



She would never say where she came from
Yesterday don't matter, 'cause it's gone
While the sun is bright or in the darkest night
No one knows she comes and then she goes

Goodbye, Ruby Tuesday
Who is gonna hang a name on you?
And when you change with every new day
Still I'm gonna miss you

Don't ask her why she lives to be so free
She's gonna tell you it's the only way to be
She just can't be chained to a life where nothing's gained
And nothing's lost, but such a cost

Oh, goodbye, Ruby Tuesday
Who is gonna hang a name on you?
And when you change with every new day
Still I'm gonna miss you

"Oh, there's no time to lose, " I heard her say
"You gotta catch your dreams before they run away"
Dying all the time, lose your dreams and you might lose your mind
Is life unkind?

Oh, goodbye, Ruby Tuesday
Who is gonna hang a name on you?
And when you change with every new day
Still I'm gonna miss you

......

Goodbye, Ruby Tuesday
Goodbye, Ruby Tuesday
Goodbye, Ruby Tuesday
.....

12 Januar 2024

Wenn man am ganz Ende ist ...

 ... keine Angst, ich bin nicht am Ende. Ich erinnere mich nur manchmal an diese Momente aus meiner Vergangenheit. Und wenn dann jemand wie die Silver Jews kommt und diese Stimmung so authentisch rüberbringt, kriege ich eine Gänsehaut dabei. Da ich die Stimmung dieses Songs stets sehr genau gespürt habe, den Text aber immer noch nicht komplett verstehe, habe ich den Google-Übersetzer bemüht. Aber das Ergebnis war für mich völlig unbrauchbar. Also fragte ich meinen Freund Gorge Farmer und der lieferte mir mit Unterstützung einer KI eine Übersetzung, die viel näher an dem dran ist, was ich bei dem Song empfinde.

Hier ist die Musik:


Wie formulierte es George so trefflich:
der Text ist schon verdammt schwermütig, bringt das Gefühl des Verlorenseins und der Verzweiflung 

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Das Original:

I'm drunk on a couch in Nashville
in a duplex near the reservoir
and every single thought feels like a punch in the face
I'm like a rabbit freezing on a star

On the wrong side of Sunday morning
shattered in the terrible light
working for a bankrupt circus
on the wrong side of Saturday night

And I wanna be like water if I can
cause water doesn't give a damn
water doesn't give a damn

Chased by a floating hatchet
you can't just shoot your way out and go
I can tell you things about this wallpaper
that you'd never ever wanna know

There's an alter in the valley
for things and themselves as they are
and the triumph of the obstacles
and horseleg swastikas

I wanna take a ride on the back of a sunbird
up into the highest number
up into the highest number

Und so in etwa die deutsche Bedeutung:

Ich bin betrunken auf einer Couch in Nashville
In einem Doppelhaus in der Nähe des Stausees
Und jeder einzelne Gedanke ist wie ein Schlag ins Gesicht
Ich bin wie ein Kaninchen, das auf einem Stern friert

Auf der falschen Seite des Sonntagmorgens
Zerschmettert in dem schrecklichen Licht
Ich arbeite für einen bankrotten Zirkus
Auf der falschen Seite der Samstagnacht

Und ich will wie Wasser sein, wenn ich kann
Denn Wasser schert sich einen Dreck darum
Wasser schert sich einen Dreck

Gejagt von einem schwebenden Kriegsbeil
kann man sich nicht einfach den Weg freischießen und gehen
Ich kann dir Dinge über diese Tapete erzählen
die du nie wissen willst

Es gibt einen Altar im Tal
für die Dinge und sich selbst, wie sie sind
und den Triumph der Hindernisse
und Pferdebein-Hakenkreuze

Ich möchte einen Ritt auf dem Rücken eines Sonnenvogels machen
bis ganz hinauf nach oben, bis ganz hinauf nach oben.

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Diese Ambivalenz zwischen Resignation und Verzweiflung, Schwermut und Angstvorstellungen, diese Melancholie ist mir noch wohlbekannt und ich finde, sie kommt auch durch die Stimme des Sängers sehr gut rüber und berührt mich immer noch.

01 September 2023

Rainy Metal Friday

Zum Start des Veranstaltungswochenendes besuchte mich eine Freundin nachmittags zu Hause. Aks wir uns auf den Weg zu einer Frischluftrunde machten, setzte der Regen ein, so dass ich mich alleine auf den Regenpfad ins Städtchen begab. Überall wurde bereits fleißig für den heutigen first friday aufgebaut, der um 18 Uhr starten sollte. Nach einem halbwegs trockenen Stadtründchen hielt ich wieder einmal Einkehr in der Hospitalskirche, die draußen von Dädalus und Ikarus bewacht wird.
Leider war ich zuvor beim Einkauf mein komplettes Kleingeld losgeworden, so dass ich meiner kranken und zuletzt verstorbenen Leute nur gedenken konnte, ohne Kerzen aufzustellen.

Gleich geht der Trubel los

Rostskulptur vor der Kirche


Auf dem Rückweg dann die nächste schöne Begegnung mit Altrocker Sven am Stand der Schwermetallkapellen. Von dem Gedröhne aus den Boxen kam bei mir leider nur Geschepper an, daher seilten wir uns ein paar Meter weiter in ruhigere Gefilde ab, um dort die Funktionsweise von Cochlea-Implantaten und ähnliche Themen auszudiskutieren. Als ich dann auf dem Rückweg zum Parkplatz war, fiel mir auf, dass ich vergessen hatte, unser schönes Treffen im Bild festzuhalten. Natürlich drehte ich im mittlerweile stärker gewordenen Regen nochmal um. Zurück am Metality-Stand konnten wir die jüngere Schwester von Doro Pesch dazu überreden, einen Schnappschuss von uns beiden Althelden zu machen.

Die Wackeren Bärte

Als ich dann den Abflug machte, stellte ich mir vor, wie Onkel Udo heute Abend im strömenden Regen seine Luftgitarre malträtieren wird. Oje, der Arme. Als ich patschnass am Auto ankam, strahlte mir mein Zauberschirm höhnisch von der Rückbank entgegen. Ok, wieder was dazu gelernt.

Zu Haus bereitete ich mich auf den angekündigten nächsten Besuch vor, auf den ich mich auch sehr freute. Den leckeren knackigen Salat, den ich anmachte, konnte meine Freundin leider nicht genießen, da nach einer heutigen zahnärztlichen Behandlung nur Flüssiges angesagt war. Aber wie der Zufall es will, hatte ich kürzlich zwei BIO-Fertigsuppen gekauft, obwohl ich selbst überhaupt kein Suppenkaspar bin. Nun verstand ich, wieso ich das gemacht hatte. Die Thai-Curry-Suppe mundete ihr genauso gut wie mir mein Ruccolasalat und wir hatten einen sehr schönen Abend. Nach längerer persönlicher Abstinenz hatten wir uns viel zu erzählen.

Und wieder einmal machte mir der heutige Tag bewusst, wie wichtig es für mich ist, mit Menschen zusammen zu sein, die mir gut tun.

25 August 2023

Glückauf! Vom Angeln und Golfen

Ein weiterer drückender Tag mit drückendem Wetter. Was macht man mit sowas? Ein gute Freundin besuchte mich überraschend am Morgen, das erleichtert das Gewicht des drückenden Tages schon mal ein wenig. Dröpje for Dröpje. Der angekündigte Starkregen mit Gewitter war bis Mittag ausgeblieben.
Also machte ich mich auf den Weg und drehte eine große Runde in der Stadt und am Rhein. Mein Besuch in der Hospitalskirche wurde von einer dort stattfindenden Hochzeit verhindert, aber auch die entgegenkommenden Passanten mit dem Lächeln im Blick beim Anblick der Rindsbärenfeder waren gut für die Stimmung. Ebenso die Stippvisite bei den netten Damen im Reformhaus. Überraschenderweise blieb auf der ganzen Runde der Regen aus. Erst als ich mit dem Auto aus der Tiefgarage fuhr, fielen pünktlich um 13:52 die Tropfen so dick, dass ich den Scheibenwischer auf die höchste Stufe drehen musste. Zuhause angekommen, war es auch schon wieder vorbei mit dem Regen und der ersehnten Abkühlung. Aber eine leckere Nachmittags-Nussecke hebt ebenso das Gemüt wie das Gewicht.

Nach einer schönen Erholungspause im bequemen Sessel vor dem Balkon entschloss ich mich zu einer weiteren Frischluftrunde am Spätnachmittag. Von der habe ich auch ein paar Bilder mitgebracht.

Eine ganze Weile sah ich dem jungen Angler zu, der im kleinen Hafen unermüdlich seinen Blinker auswarf und geduldig wieder an Land zog. Leider ohne Erfolg, jedenfalls so lange ich ihm zusah. Schade, ich hätte es zu gern gesehen, wenn er hier einen Barsch oder Zander rauszieht.

rechts unten etwas verdeckt der Petrijünger

Auf meinem weiteren Weg entdeckte ich dann noch etwas viel Interessanteres: Golf-Unterricht in den Rheinanlagen! Mit pedantischer Akribie machte der Senior es dem Nachwuchs vor. Immer wieder hon er den Schläger, erklärte dabei, wies auf seine Körperhaltung hin, und führte den Schläger immer nur bis kurz vor den Ball, dann stoppte er ab und wiederholte die Vorführung. Ich musste lange warten, bis es mir gelang, einen richtigen Abschlag im Bild festzuhalten.

So geht das, junger Mann!

Dann übergab  er den Schläger das Spiel wiederholte sich beim Junior.

Na, stimmt die Haltung so?

Die Rheinanlagen als kleines Angler- und Golferparadies, ein schöner Eindruck.

In meiner Lesepause auf einer Bank ließ die Abendsonne die ganze gegenüberliegende Rheinfront in einem schönen Licht erscheinen. Man hätte fast vergessen können, dass es sich um die falsche Rheinseite handelt.

Interessant auch die Geschichte der hiesigen Rheinbrücke, die hier mit einem Reststück der alten Brücke und mit einer Info-Tafel gezeigt wird, die leider ziemlich verschandelt ist.

Die Spackos allerorten sterben halt nie aus.








Auf der Bank in dieser schönen ruhigen Umgebung beschäftigte ich mich dann mit dem neuen Roman, der mir kürzlich geschenkt wurde. Nach den ersten Seiten erschließt sich mir die Bedeutung des Titels "Der betrunkene Berg" immer mehr.


Und als mir später zu Hause eine liebe Freundin in einer Nachricht darlegte, dass es ihr derzeit ähnlich geht wie mir, wusste ich es haargenau: Genau so fühle ich mich in diesen drückend schwülen Wochen: Wie ein betrunkener Berg.

Aber es gibt Hoffnung: Wie man sieht, kann jeder selbst etwas dazu tun, damit es ihm etwas besser geht. Und dann geschehen auch diese Dinge, Es regnet nur, solange man im Auto sitzt. Freundinnen und Freunde schicken einem das passende Buch und die passenden aufbauenden Nachrichten. Unsere Erzrivalen, die Zahnlosen aus Ückendorf, verlieren daheim gegen die Kieler Störche und morgen wird mein VfL die schwatzgelben Zecken in die Schranken weisen. Glückauf!

06 August 2023

Graue Himmel und ein Zauberschirm

Graue Tage sind keine schönen Tage. Sie bewirken, zumindest bei mir, auch stets einen grauen Schleier über dem Gemüt. So war es kein Wunder, dass ich heute erst spät aus den Federn kam. Wie fühlen sich graue Tage an? Ich finde das kurze musikalische Intro von Radical Face zu dem Thema sehr aussagekräftig.

Genau so fühlen sich graue Tage musikalisch an.
Kein Sonnenstrahl drang heute durch die bleierne Schwere, die sich über uns gelegt hatte und die Temperatur auf meinem Frühstücksbalkon auf 12°C sinken ließ. Zudem regnete es ständig. Das verleitete förmlich dazu, diesen August(!)-Tag gedanklich in den November zu verschieben und zu hoffen, dass durch faules Aussitzen in der Wohnung irgendwann alles besser wird. Wurde es aber nicht.

Gegen halb sechs wurde es mir dann zu bunt. Ich würde mir doch von diesem Graumann da oben nicht den Tag verderben lassen! Ich fuhr im Regen zum Güterbahnhof, um von dort aus wenigstens eine Runde durch die Stadt zu drehen. Wozu hab ich schließlich einen Zauberschirm im Auto deponiert?

Als ich genau diese Wunderwaffe nach dem Ausstiegen vergeblich auf der Rückbank suchte, schwante mir nichts Gutes. Den werd ich doch nicht gestern im Pfifferlingstempel vergessen haben? Und so kam es, wie es kommen musste. Auf meinem schirmlosen Weg durch die Stadt wurde der bis dahin nur leichte Nieselregen immer stärker und obwohl ich mich sputete, hatte meine regenabweisende Jacke diese Eigenschaft weitestgehend eingebüßt, als ich wenige Minuten später Auf'm Hügelchen vor dem Ristorante stand.
Unterwegs war mir der quälende Gedanke an meinen Freund Murphy in den Sinn gekommen. Wenn der Kamerad heute auf Zack gewesen wäre, dann hätte man im Tempio den Ruhetag flugs auf Sonntag verlegt und ich hätte vor verschlossener Tür gestanden. Aber auch Murphy war heute wohl von der grauen Lähmung betroffen und so reichte mir der Kellner freundlichst meinen schwarzen Schirm entgegen. Gott sei Dank! 

Il Tempio meraviglioso

Nachdem ich mich bedankt und mit dem Zauberschirm in der Hand den Laden verlassen hatte, hörte der Regen schlagartig auf, so dass ich noch unbehelligt eine Frischluftrunde drehen konnte. Es kamen später nur noch ein paar winzige Tröpfchen, wegen derer es sich nicht lohnte, den Schirm aufzuspannen.

So schaute ich beim Grandseigneur der Portraitmalerei von außen ins Atelier und entdeckte, wie so oft, tolle Bilder, die nur Heribert Elzer so ausdrucksstark malen kann.

Einfach einzigartig

Anschließend spazierte ich durch alle Rheingäßchen rauf und runter und versuchte mir einmal wieder zu merken, welche Gasse an welcher Stelle zu finden ist.. In den Rheinanlagen waren noch nicht alle Stände vom  gestrigen Fest der tauend Lichter abgebaut, die dunkelgraue Stimmung lud auch hier nicht zum schönen Spaziergang ein. Auf dem Rückweg ein letzter Blick zurück auf die Stadtmauer und das Tor am Ottenturm.

Grauer Himmel überall

Um den Tag wenigstens etwas farbiger abzuschließen, zauberte ich mir zu Hause ein schönes buntes Abendessen, das genauso gut schmeckte, wie es aussah.

Lecker Seelenfutter - gesund und schmeckt trotzdem


23 April 2023

Aufgeflogen - Zweitkarriere wurde aufgedeckt

Und ich dachte immer, dass ich meine geheime Zweitkarriere so clever geplant und umgesetzt hätte, dass es niemandem auffällt. Heute platzte der Traum wie eine Seifenblase.

https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de
Vince Gill (2019)
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de

Meine Freundin Petra konnte nicht widerstehen und kaufte sich eine DVD von der ich-weiß-nicht-wievielten "letzten" Tour der Eagles.
Von der Originalbesetzung war immerhin noch Don Henley übrig.
Und genau auf dieser DVD entdeckte sie dann diesen Gitarrist und Sänger.
Dabei hatte ich alles so schlau eingefädelt. Eine astreine Biografie hatte ich mit zugelegt, die ich aus vielen Einzelstücken zusammen gebastelt hatte.

Pseudonym entlarvt - aufgeflogen!

Welchen Geburtsort sollte ich mir ausdenken? Mir fiel meine entfernte Schwägerin ein. Sie lebt seit Ende der 60er in Norman, Oklahoma, USA. Ein unverdächtiges Städtchen, das passte. Als Pseudonym wollte ich zuerst den Namen von ihrem ältestem Sohn nehmen. Aber Glenn hörte sich dann doch zu sehr nach dem 2016 verstorbenen Glenn Frey an. Und da dessen Sohn Deacon nun auch in der Band mitspielte, verwarf ich diese Idee schnell wieder. Stattdessen suchte ich mir den Vornamen Vince aus, nach einem der schönsten Lieder über Vincent van Gogh, das Don McLean einstmals gesungen hatte. Den Nachnamen Gill entlehnte ich meiner Wohnstraße, tauschte lediglich das P gegen ein G aus.

Ach ja, ein Geburtsdatum in Norman musste auch noch her. Ich vertauschte bei meinem Geburtsdatum flugs den Tag und den Monat und machte dann aus der 3 eine 1(+)2, fertig. So entstand das Pseudonym Vince Gill, unter dem ich auftrat.
Ich muss zugeben, mit dem Erfinden dieser Identität hatte ich viel Spaß. Aber ich hätte nie damit gerechnet, dass sich aus meinem Freundeskreis tatsächlich nochmal jemand eine halbwegs aktuelle Tour der Eagles als Video ansehen würde.

Mit Adlerauge Petra hatte ich wirklich nicht gerechnet, aber nun ist es passiert. Petra, ich habe dich unterschätzt! Die Tournee ist längst Geschichte und ich denke, dass ich mich als freilaufender Rentner nun wieder anderen Projekte widmen werde. Die wissenschaftliche Erforschung der sogenannten Zufälle würde mich bspa. interessieren. Wie sagte schon einst der Kaiser: Schaumama!

08 November 2022

Meine Radiostation

Vor einigen Jahren habe ich mir aus technischem (und musikalischem) Interesse eine Internetradiostation auf einer kostenlosen Plattform zusammengebastelt. Mit vielen Stunden, Tagen, Wochen und Monaten schöner Arbeit stellte ich in meiner Freizeit 31 Playlists mit verschiedenen Themen zusammen, füllte sie alle mit den entsprechenden Songs und stellte daraus einen Sendeplan für die ganze Woche zusammen. Und am Ende nahm ich mir bei einigen wenigen Sendungen auch die Freiheit, einige Lieder und Interpreten selbst an- oder abzumoderieren.

DJ Bearbone

Als am Ende alles rund um die Uhr lief, war ich glücklich und zufrieden. Ich hatte all meine Lieblingssongs ins Netz gestellt und sie waren rund um die Uhr zu hören. "Through the Years" nannte ich die Station, weil die Sendungen/Playlists eine wirklich bunte Mischung aus einigen Jahrzehnten darstellten. Da ich mir jedoch nicht jede Woche nur meine eigenen Favoriten anhören wollte, ließ mein Interesse, die Station selbst zu hören, immer mehr nach, bis sie letztendlich ganz in Vergessenheit geriet. 

Als ich heute Abend durch einen Zufall nochmal über meinen Sender stolperte, hab ich nachschauen müssen, wie lange das her ist und bin erstaunt, dass seit dem Start des Senders bereits 14 Jahre vergangen sind. Zwischen 2008 und 20212 habe ich den Sender mit musikalischem Leben gefüllt. Noch erstaunter war ich beim Blick in die Hörerstatistiken, wo ich feststellte, dass ich im letzten Monat täglich zwischen 18 und 46 Hörer hatte, die nicht nur kurz reinschalteten, sondern zusammen zwischen 36 und 102 Hörstunden täglich meinem Radio lauschten, also im Schnitt etwa 2 Stunden pro Nase. Dann kann meine Musikauswahl soo schlecht nicht gewesen sein, auch wenn ich gar nicht so auf den Mainstream fixiert war.

Wenn ich in die Playlists einzelner Sendungen reinschaue, sehe ich allerdings, dass hier manchmal etwas durcheinander geraten ist. So ist Bob Dylan mit drei Songs in der New Wave gelandet, und ein paar Hits aus der Soulecke bei den Superbands, wo ich eigentlich einzelne Interpreten mit mehreren Liedern vorstelle. Aber was soll's, es wird noch gehört und das ist schön.

In der linken Spalte dieses blogs befindet sich am Ende ein Link zur Radiostation. Wer sie noch nicht kennt, kann gerne mal reinhören oder sich im Sendeplan anschauen, wann welcher Sound über den Internet-Äther kommt, der für ihn/sie interessant ist. 

Wie z.B. mittwochs ab 22 Uhr die Melancholica. Es gibt auch zwei mehrstündige Sendungen Musikalische Zeitreise nach 1970 bzw. 1971, die jeweils an drei Tagen ausgestrahlt werden und einen wirklich in diese Jahre entführen können. Und vieles vieles mehr,

Eigene Ansagen habe ich nur in wenigen Sendungen eingespielt. New Wave, Soulecke und in den Superbands 1-5. Aber da sind auch wirkliche Superbands zu hören, natürlich alles nach meinem ganz persönlichen Geschmack der Jahre 2008 bis 2012.

Hier geht es direkt zum Sender:


31 Oktober 2022

Ein Mond im Viertel-Takt

Manchmal bedarf es noch einer kleinen Abendrunde, um die 8.000 auf dem Schrittzähler zu erreichen. So wie heute, nachdem ich viel zu spät zur Autowerkstatt meines Vertrauens gefahren war und dort einige Wartezeit verbrachte, in der der Chef persönlich mein Oldsmobil verarztete. Es wird wieder TÜV-fällig und nach Ablauf der nächsten zwei Jahre seinen 20. Geburtstag feiern. Das sollte reichen. Ich nutzte die Wartezeit zwar zu einem Rundgang, der aber im Industriegelände neben einer vielbefahrenen Bundesstraße nicht besonders reizvoll ist und daher entsprechend kurz war. So kam ich erst gegen halb fünf Uhr zum Mittagessen heim und sah anschließend bereits aus dem Küchenfenster eine schöne Mondsichel vor dunklem Himmel. Was mir noch fehlte, war eine kleine Runde durch die beleuchtete Innenstadt. 

Der Parkplatz am Güterbahnhof  ist beleuchtet und bietet sich als Ausgangspunkt an. Einzig sehenswert auf der Runde war der Mond über dem Güterbahnhof, den ich am Ende meiner Runde ablichtete. Morgen früh um 07:37 hat er das erste Viertel beendet und ich überlegte kurz, ob ich das erste Viertel nicht exakt festhalten will, verwarf den Gedanken aber schnell wieder, da um kurz vor sieben bereits die Morgendämmerung einsetzt und die Sicht auf unseren Trabanten verblassen wird. So begnüge ich mich heute mit zwei Aufnahmen unseres kosmischen Begleiters.

Luna kurz vor dem Viertel

Luna über der Halle des Güterbahnhofs

Sofort begannen Pink Floyd in meinem Kopf dieses schöne alte mystische Stück zu spielen. 1973 entführten sie mich als Jugendlichen in eine Reise durch Zeit und Raum ....

.... 
The lunatic is in the hall
The lunatics are in my hall
....
....
And if the band you're in starts playing different tunes
I'll see you on the dark side of the moon
...
...



07 April 2022

Aus Grau wird Blau

Der Tag begann mit einem Blick aus dem Schlafzimmerfenster - und dem sofortigen Zwang, mich nochmal umzudrehen und vor allem die Augen zu schließen, weil ich das angekündigte Drisswetter gar nicht sehen wollte. Aber irgendwann musste ich raus, Termine! Kleines Frühstück, Bügelwäsche rechtzeitig wegbringen, COVID-Testtermin wahrnehmen, das übliche Rentnertagesgeschäft halt. Es passte zum Tag, dass mich auf dem Parkplatz vor der Teststation ein LKW mit Anhänger zuparkte. Textilservice Irgendwas. Der Fahrer begann, alle Kleidercontainer in der Parkplatzecke zu öffnen und jedes einzelne Kleidungsstück persönlich zu überprüfen. Ich dachte "Wer weiß, wofür es gut ist. Du hast Dein Buch dabei. Warte im Auto und lies ein paar Seiten. Und wie es immer so ist, wenn man sich mit einer Situation arrangiert hat, hatte ich gerade das Buch aus dem Rucksack geholt aufgeschlagen, da klopfte es an der Autotür. Der Fahrer des LKWs signalisiert mir, dass er selbstverständlich einen Meter vorfährt und mich so aus der Parklücke entfliehen lässt.
Ich kenne diese Situationen zur Genüge. Wenn mich jemand zu Hause abholen will und eine feste Uhrzeit ausmacht, stehe ich pünktlich draußen vor dem Haus und warte. Es kommt niemand. Nach spätestens zehn Minuten weiß ich dann: Wenn ich hier noch länger warte, stehe ich in einer Stunde noch dort. Arrangiere ich mich jedoch mit der Situation und beschließe, mich in mein Auto im Carport zu setzen und ein Buch aufzuschlagen, passiert unweigerlich das gleiche wie auf dem Parkplatz. Ich schlage das Buch auf und mein Besuch kommt im gleichen Moment. Probiert es mal aus, das klappt (fast) immer. So kann man Murphy auch mit den eigenen Mitteln schlagen.

Wieder zu Hause musste ich eine kleine Ruhestunde im Sessel an der Balkontür einlegen. Was ich draußen sah, war grau, nass und ungemütlich.

Grau, grauer, am grauesten ...

Buch in die Hand, bequeme Sitzposition - und schon fallen die Äuglein zu. Als ich sei nach einer Stunde wieder aufmache, bin ich ausgeruht, aber drau0ßen sieht es noch genauso aus. Wohin mit der Energie? An den PC. Ich hab noch die Kassenprüfung für den verein zu machen. Die Kassiererin hat alles bestens aufbereitet, so dass ich nach gut anderthalb Stunden fast durch bin, als mich eine Nachricht meines KLBs auf dem Handy erreicht: "Na mein Großer, wie schaut es aus bei Dir?"

Ich schaue raus und sehe zwischen vielen großen Wolken kleine Stücke vom blauen Himmel und sogar  die Sonne dringt an zwei Ecken durch. Wow! "Ich bin dabei!"
Eine halbe Stunde später steige ich bei meinem Brüderlein ins Auto und er fragt mich wie immer: "Na, wohin heute?" Eigentlich braucht er das nicht zu fragen, denn meinen Vorschlag "Krahnenberg, kleine Runde?" ignoriert er einfach und lenkt uns aus Andernach hinaus. Wir fuhren nicht weit und es wurde trotzdem ein schöner Spaziergang bei Sonne und blauem Himmel mit tollen Wolken. Ich hatte heute das Gefühl, als atme ich diesen schönen Anblick ein und behalte ihn drinnen für mich fest.


Die tollen Wolkenformationen, die ständig etwas Anderes darzustellen scheinen, das wunderbare Licht- und Schattenspiel, dass die Sonne mit diesen Wolken auf der anderen Rheinseite in die Berge und Täler projeziert, das ist einfach nur schön.

Und wieder einmal bemerke ich, wieviel Einfluss das Wetter auf meine Gemütsverfassung hat. In solchen Momenten vergesse ich manchmal meinen treuen Begleiter Harvey Tinnitoso, weil ich mit Herz und Seele woanders bin.

Ich freue mich auf den bevorstehenden Sommer, auf das FrühSpätstücken auf dem Balkon, das lange draußen sitzen an warmen Sommerabenden. April, ich sag Dir eins: Du dauerst nicht mehr lange!


Und als mein Bruder es aussprach, hatte ich den ersten Ohrwurm des Nachmittags:

Into the Great White Open  ....

sang der unvergessene Tom Petty - und so fühlte es sich auch an. Als uns dann die ersten Böen durch die Klamotten pfiffen, waren wir schon fast wieder zurück am Auto. Auf der Heimfahrt wünschte ich mir beim Universum ein paar mehr solcher schöner Tage. Als dann langsam die Wolken die Überhand gewannen, erinnerte ich mich an die guten alten E.L.O und ihre Frage an den Himmel:


Der gute Kaffee daheim tat sein Übriges dazu, dass ich den Tag heute Abend viel positiver beende, als ich heute Morgen dachte. Selbst der Rest vom Ofengemüse schmeckte nach dem Aufwärmen noch besser. Hach!