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31 August 2023

Schöne Begegnungen und der Mäckes-AQ

Gestern Abend hatte sich zu meiner Freude mein kleiner Lieblingsbruder spontan zum Besuch für heute Morgen angemeldet. Ein leckeres gemeinsames Frühstück stellte den idealen Start in den Tag dar. Dass er mir auch noch zwei Familienbücher mitbrachte, mit denen ich Uschi bei ihrer Familienforschung ein wenig weiterhelfen kann, war der zusätzliche Morgenbonus für diesen Tag.

Nachmittags besuchte ich die gute Martina, um ihr Ernst Kuzorra und seine Erinnerungen an den Kreisel vorbei zu bringen. aus einem kurzen Vorbeibringen wurde ein schöner Erzählnachmittag. Dass sie nach schwerer Krankheit auf dem Weg der Besserung ist, freut mich sehr. So wurde es ein spätes Mittagessen, als ich wieder zu Hause war. Nach einem Nickerstündchen im bequemen Sessel fiel mir auf, dass mir heute noch viele, viele Schritte fehlen. Viel gequatscht, wenig bewegt, das geht ja gar nicht.

Auf dem Weg zum Bollwerk machte ich einen kleinen Schlenker zum trinkgut, um meine Mineralwasservorräte aufzufüllen. Mit 2 Kisten Brohler Naturell im Einkaufswagen kam ich vor dem Laden mit einem netten Pärchen ins Gespräch. Sie war begeistert von der tollen Rindsbärenfeder an meinem VfL-Cappy, er war mehr auf das VfL-Logo fixiert und bat mich um einen Tipp für das nächste Auswärtsspiel übermorgen in Augsburg. Als ich ihm sagte, dass wir mindestens einen Punkt mitnehmen wollen, tippte er auf seinem Handy ein 1:1 in die tippkick-App ein. Witzig, die gleiche App, in der Christel und ich auch tippen. Nach einer herzlichen Verabschiedung parkte ich um kurz vor sieben am Bollwerk ein und machte mich auf die Spazierrunde am Rhein entlang.

Als erstes fielen mir die Buden ins Auge, die zwischen Biergarten und Kleinem Deutschen Eck aufgebaut waren. Ach ja, Martina hatte es ja erwähnt, 1. Andernacher Bierbörse am Wochenende. Von Freitag bis Sonntag. Heidewitzka, Herr Kapitän!

Ich erinnerte mich daran, mit welcher Freude ich vor vielen Jahrzehnten an diesen drei Tagen alle Sorten rauf- und runter durchprobiert hätte. Und heute ist mir die Vorstellung, auf den harten Bänken der Biertischgarnituren mein Wochenende zu verbringen, sehr fremd. Überhaupt, das ganze Wochenende zusätzliche Action mit first friday morgen und Kulturnacht am Samstag, das brauche ich überhaupt nicht mehr. Und so schlappte ich weiter bis zum Schild mit Rheinkilometer 614, machte an einer Bank kurz Pause, um die Hörgerätebatterie zu wechseln, und entdeckte dort wieder mal unnötigen Müll.

Das große Goldene M lässt grüßen

Ich nahm Papier und Pappe mit zum nächsten Mülleimer und dachte unterwegs darüber nach, wieso mir im letzten Jahr zunehmend aufgefallen war, dass auffällig viel Verpackungsmüll gerade von MacDoof jenseits aller Mülleimer zu finden ist. Der nächste MacDoof ist etwa 3 km Fußweg von hier entfernt und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Klientel das tatsächlich per pedes bewältigt. Also wahrscheinlich mit dem Auto, McDrive, und dann ab zu einem Parkplatz in der Nähe der Rheinanlagen, um dort auf der Bank alles zu verspeisen und den Verpackungsmüll einfach fallen zu lassen? Aber wer macht so was? Vielleicht gibt es neben dem Intelligenz-Quotient (IQ), dem emotionalen Quotienten (EQ) auch noch den "Das-macht-man-nicht"-Anstands-Quotienten (DMMN-AQ) und der sinkt bei zu viel Burger-im-Pappdeckel-Konsum ins Unergründliche ab? Aber wieso nur bei MacDoof? Ok, einen Würger-King gibt es im direkten Umfeld nicht, das wird der Grund sein.

Genug sinniert über die Hintergründe der Mac-Müll-Spackos. Und in den Andernacher Rheinanlagen sieht es insgesamt wirklich noch vernünftig aus. Ich bin wahrscheinlich nicht der Einzige, der auch selbst mal Hand anlegt und solchen Müll entsorgt, wenn er sowieso daher spaziert.
Davon lasse ich mir den Tag der schönen Begegnungen nicht vermiesen.

10 Juli 2019

Das marinierte Kräutersteak

Nach dem gestrigen Eingewöhnungstag mit 3 Löffel Haferbrei und Kräuertee zum Frühstück und mittags ein paar vegane Flühlingslöllchen in der Größe einer Mikrobe und zwei vegane Sommerrollen.

Hier gibt's lecker Futter

Heute wieder ein reguläres Programm. Ein Brötchen zum Frühstück! Und ne Tasse Kaffee, die mir schmeckte wie lang keine mehr. Aber heute mittag die Krönung. Extra für mich hatte Kerstin's Bistro Aktuell als Tagesgericht das marinierte Kräutersteak mit Salat aufgelegt. 

Eins meiner Lieblingsgerichte. Die gute Antonella hatte einen Platz am Tisch in der Sonne für mich frei, und so wurde auch noch eine nette Unterhaltung daraus. Was will man mehr?

Das normale Denkvermögen kommt sukzessive zurück, die Füße berühren beim Gehen wieder den Boden. Und ab morgen nachmittag ist schon wieder Wochenende. Keine weiteren Fragen.

08 Juli 2019

Tage der Verpeiltheit

Gestern und heute sind von langsam wachsender Energie und von zunehmender Verpeiltheit gekennzeichnet.

(CC BY-SA 2.0)
Das bräuchte ich heute

Die dritte Sitzung mit dem IntriIrrigator brachte immer noch erstaunliches zu Tage. Das Bärenhungergefühl stellt sich immer noch nicht ein. Wahrscheinlich hat mein Körper noch genügend Reserven, die erstmal verbraten werden müssen. Heute morgen nach dem Abholen festgestellt, dass die in der Apotheke bestellten pflanzlichen Tropfen natürlich Allohol enthalten. Wie die meisten Tropfenmedikamente das so an sich haben. Ok, eine Freundin hat Anwendung dafür. Nach Rücksprache mit der kleinen Schwester das Gleiche als Kapseln bestellt, die heute ab 16 Uhr abgeholt werden können.

Heut mittag kam ich etwas unter Zeitdruck, weil ich nicht mehr wusste, ob ich für den heutigen Schreibkursabend eine Geschichte zugesagt hatte. Aber da mir eh danach war, irgendwas rum zu spinnen, holte ich die erfundene Geschichte aus Lübeck raus, da wollte ich sowieso noch was mit machen. Nachdem ich sie rundgemailt hatte, kamen erstaunte Reaktionen. Schreibkurs heute Abend? Hast Du Dich da nicht vertan? Natürlich, hab ich. Nächsten Montag! Aber an der Geschichte vom Eggman bin ich jetzt dran. Mal schauen, was am Ende raus kommt.
Ok, genug. Ich werd an der Geschichte eh noch was machen, dann kann ich sie ja nochmal rundschicken. Ich nehme mir vor, heute am besten nix Wichtiges mehr anzugehen. Hab überprüft, ob wir für morgen früh noch Haferbrei im Schrank haben, als erste barmherzige Nahrung nach 5 Tagen nur Brühe. Ja wir haben!


Alles wird gut!

06 Juli 2019

Tag 4 - Tag der Toren

Nach einer Nacht mit wenig Schlaf begrüßte mich heute in aller Frühe, kurz nach neun, im Bad mein Freund, der TerminaIrrigator. Er wollte mich vor dem Frühstück mal richtig verwöhnen, mit einem knappen Liter körperwarmen Wassers. Und es ist in der Tat erstaunlich, was sich auch nach 3 Tagen Fasten noch alles in uns verbirgt. Erstaunlich, aber nicht unbedingt schön.

Ähnliches wusste auch meine ebenfalls saftfastende Freundin, Frau (Nat)alligator, zu berichten, mit der ich mich zum Frühstück mit Rote-Beete- und Sauerkrautsaft verabredet hatte. So ein lieber Besuch am frühen Morgen baute mich direkt auf für den Tag. Als ich mittags dann meine Erledigungsrunde drehte, fiel der Einkauf erstaunlich klein aus. Eine Kiste stilles Wasser - fertig!
Anschließend besuchte ich noch die liebe Frau Fatmator, die mich wieder fürsorglich mit frisch gebügelten Hemden versorgte. Diesmal hatte sie noch zwei weitere Gaben für mich, die für zwei gute Freunde bestimmt waren. Nachdem ich dies mit den beiden (Carolitora und Uwinator) kommuniziert hatte, orderte ich schnell noch in der Apotheke 2 Fläschchen mit speziellen Pflanzentröpfchen, welche mir meine kleine Schwester, die gute Wilmatora, ihres Zeichens Heilpraktikerin, dringend ans Herz gelegt hatte, weil ich angeblich mit unterversorgtem Denkzentrum ständig irgendwelche Torheiten von mir gebe.

Ist natürlich alles Quatsch mit Soße, aber auf Fachleute höre ich ja manchmal, besonders wenn es liebe Freunde sind. Nun freue ich mich auf den morgigen Besuch, wenn die beiden Toren ihre Gaben abholen, die ich für sie eingepackt habe. Und wenn ich die Tröpfchen am Montag inhaliert habe, werde ich abends im Schreibkurs hoffentlich wieder korrekte Worte finden.

05 Juli 2019

Tag 3 mit Wellness und Müdigkeit

Das leichte Frösteln hält auch am dritten Tag noch an. Ich habe mir bewusst nicht viel vorgenommen für heute. Doch selbst zum einzigen Termin schaffe ich es, zu spät zu kommen und mir einen berechtigten Rüffel von Studio Monika einzuhandeln. Wie kann das sein?
Drei dienstliche Belange erreichten mich morgens, die ich trotz freiem Tag nicht ignorieren wollte. Drei Telefonate reichen nicht ganz aus, ich warte nur noch auf Rückrufe. Wann kommen die? Kurz bevor ich mich auf den Weg zur Fußpflege machen muss. Murphy scheint wieder unterwegs zu sein. Ich kann Studio Monika mit zwei unserer tollen Heimat-Broschüren besänftigen und gelobe Besserung für unser nächstes Date. Die Wellnesseinheit auf dem podologischen Stuhl genieße ich in vollen Zügen.

Die Tagesration
Nachdem in den letzten Tagen das Sextaner-Bläschen ein wenig zwickte, gönne ich mir auf dem Rückweg im dm ein Päckchen leckeren Nieren- und Blasentee. Zuhause freue ich mich aufs Mittagessen. Ein großes Glas Fitness-Cocktail und als Nachtisch stilles Wasser von Brohler. Was hab ich's doch gut! Obwohl, als ich die Tagesration auf den Tisch stelle, kommt es mir doch ein wenig spartanisch vor.

Mein Lieblingsbruder gibt mir nachmittags mit seinem Besuch moralische Unterstützung. Ich freue mich darauf, im Herbst mit ihm zusammen das "Worldwide Nachtsheim Research Centre" in meiner Hütte zu eröffnen.
Als ich nachschlage, stelle ich fest, dass es mir vor 4 Jahren ähnlich ging, beim ersten Saftfasten. Und so beschließe ich, den Abend langsam zu beenden und mich mit dem Buch in die Horizontale zu begeben. Morgen ist auch noch ein Tag. Ein Tag, den ich mit der ebenfalls fastenden Natalie um 10 Uhr gut gelaunt mit einem gemeinsamen Frühstück beginnen werde. Sauerkrautsaft.

04 Juli 2019

Zeit für den Fastenkasten - und für Murphy

Der gestrige Obsttag war mit 1 Mango, 6 Kiwis und 3 Bananen ein leckerer Einstand in das heute begonnene Saftfasten. Ein wirkliches Hungergefühl kam nicht auf, die seit Tagen andauernde Schlappheit war wohl eher dem Wetter geschuldet. Und dem Loslassen nach zwei Veranstaltungen in den letzten beiden Wochen. Ok, es wurde mir auch sehr bewusst, welche Auswirkungen ein fehlender Morgenkaffee auf mein Allgemeinbefinden hat - ich wurde den ganzen Tag über nicht richtig wach.

Der legendäre Fastenkasten
Außerdem hatte gestern der Morgen-Murphy wieder alle Hebel in Bewegung gesetzt. Da das unbeholfene Gefuchtel mit der Warmwasserspülung in der Badewanne doch etwas länger dauerte als geplant, musste ich die Krautplörre schon zügig inhalieren, um noch früh genug zur Arbeit zu kommen. Denn gestern morgen war, wie jede Woche, Teamsitzung um 8 angesagt.Und wer hat schon Lust, jedesmal mit vermeintlich lustigen Sprüchen in der Runde begrüßt zu werden, nur weil er es nicht geschafft hat, exakt pünktlich dort aufzulaufen.
Gestern war ich noch gut in der Zeit, es hätte alles noch klappen können. Wie dieser Murphy es genau dann schafft, alle Ampeln knapp vor mir auf Rot zu schalten, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Doch diesmal trieb er es besonders arg mit mir. Bei der einzigen grünen Ampel würgte der Troll vor mir das Auto ab, orgelte eine halbe Minute erfolglos am Anlasser, und als er endlich ansprang, war die Ampel wieder rot. Ganz ruhig bleiben, das fiel mir in meiner nahrungslosen Lethargie gar nicht so schwer. Kurz vor der Arbeitsstelle setzte Murphy aber im letzten Moment noch einen drauf und schob einen Lastzug mit gefühlten vierzig Anhängern im Schneckentempo vor mir über die Straße. Die ersten Schweißperlen tropften, dabei wollte ich mir keinen Stress antun während des Fastens.
Lecker Frühstück - man muss es nur wollen!
Als ich dann um zehn nach acht in unserer Büroetage stehe, muss ich registrieren, dass Murphy sich diesmal selbst übertroffen hat: Die Teamsitzung ist ausgefallen, aller Stress war umsonst. Dafür müsste man ihn eigentlich erschießen. Der Rest des Tages tuckerte so dahin, der Abend und die Nacht auch.

Heute dann der zweite Morgen ohne Kaffee - das wurde natürlich mehr als kompensiert vom erquicklichen Morgenprogramm. Eine kleine Behandlung mit dem Irrigator und dreiviertel Liter körperwarmen Wasser sind ein markanter Einstieg in den Tag. Das anschließende Frühstück bestand aus einem großen Glas des leckeren Sauerkrautsafts. Nach dem ersten Schluck konnte ich nicht mehr nachvollziehen, wie ich dieses Zeug bei meiner ersten Fastenwoche 2015 ohne Schüttelkrämpfe runtergewürgt habe. Mit stillem Wasser und Tee bekam ich den Rest des Arbeitstages einigermaßen über die Bühne. Und nun ist WOCHENENDE!

14 März 2015

Das Leben danach

Tja, jetzt ist sie rum, meine erste ganz persönliche Fastenwoche, mit Vor- und Nachlauf. Seit gestern bin ich wieder im Normalbetrieb. Und was sich schon in den 2 Tagen davor andeutete, setzt sich nahtlos fort. In der gestrigen Seminar-Nachlese war es bereits so, dass mein Kopf vor lauter Ideen überzulaufen drohte. Es gelang mir einigermaßen gut, mich auf die am Vorabend notierten Themen der letzten Zeit zu beschränken, aber während die ganze Truppe munter andere Themen weiterspann, fielen mir auch dazu sofort wieder einige Sachen ein, es war echt verrückt.
Ich hatte auch in der Vergangenheit einige gute Ideen, vor allem in den letzten Monaten, eigentlich im letzten Jahr schon. Im Rückblick sehe ich heute dort eine beginnende innere Veränderung. Dann kam im Herbst das hervorragende Seminar mit einem Zielthema rund um Visionen. Das bewirkte einen weiteren kreativen Schub. Und nun bemerke ich nach dem Fasten einen weiteren Schritt in diese Richtung. Zudem ist auch weiterhin der eigene Energie-Level deutlich höher als zuvor.
So scheinen sich bei mir die Auswirkungen des Fastens zu zeigen: Nicht mit 3 Tage Gierhunger und 2 Tage Enthusiasmus und Energie, sondern mit einem kreativen und energetischen Schub ab dem Ende des Fastens. Was ich sehr begrüße, wenn es denn so bleibt.
Nachdem ich gestern nachmittag wirklich meinen Schreibtisch blank machen konnte, gaben mir meine Jungs vonne Castroper mit einem wunderbaren 4:1 gegen Heidenheim den nächsten Kick, und es war auch noch genügend Energie übrig, um die abendliche Skatrunde bei lieben Freunden ungeschoren zu überstehen.

Und auch heute, 1 Stunde vor dem Wecker wach geworden, ausgeschlafen, alle Dinge erledigt, eingekauft, familiäre Dinge erledigt. Nachmittags zu Hause musste ich mich an den Computer setzen und eine neue Projektidee mittels eines Mindmaps festhalten, da ich sonst 2/3 davon morgen wieder vergessen hab. Ach ja, mein Gedächtnis (oder besser, mein Alz-Eimer) hat sich leider überhaupt nicht verbessert. Was ich nicht sofort aufschreibe, ist weg.
Um 6 dann ein leckeres Essen mit Freunden beim Thailänder. Von unseren beiden Fehmaranern musste ich mich anschließend verabschieden, die machen sich morgen früh wieder auf den Weg zu ihrer Insel.
Danach war der Fußweg zum Theater nur kurz, hier erwartete mich neben einer Freundin mit den Eintrittskarten auch ein hochinteressantes, schräges Stück, das mir in meinem jetzigen Zustand wahrscheinlich Denkstoff für die nächsten Jahre beschert hat.
Die Enthuisiasten - Satellitenstadt
Die Veröffentlichung der Fotos erfolgt mit freundlicher Genehmigung des
Theaters Koblenz
Die Enthusiasten zeigten auf der Nebenbühne des Stadttheaters die Satellitenstadt. Mir hat's gefallen, und wer einen Sinn fürs Ungewöhnliche hat, sollte sich das nicht entgehen lassen. Freunde von Ohnsorg und Millowitsch oder klassischem Theater sollten sich eher was anderes aussuchen.
Jetzt spüre ich, dass sich die Müdigkeit über mein Haupt senkt und ich höre, dass das Bett mit der tollen, neuen Matratze immer lauter nach mir ruft. Gute Nacht, Freunde.


12 März 2015

Ultimo

Es ist vollbracht - und es war schön. Am letzten Aufbautag hab ich mich nach dem morgendlichen Hirse-Apfel mit Orange auf Leinsamen-Nest nochmal energievoller als am Vortag gefühlt. Daher ging mir der Morgen auf der Arbeit gut von der Hand. Da ich die Türme auf meinem Schreibtisch nicht mehr sehen kann, sie aber wegen täglich neuer "Muss-unbedingt-heute-noch" niemals in meiner normalen Arbeitszeit wegkriegen kann, hab ich den derzeitigen Energieschub genutzt und mir den ansonsten freien Freitag Nachmittag zum Sortieren, Ablegen und Vernichten genehmigen lassen.

Quelle: DeviantArt

Ja, es ist echt so, dass momentan das "Nach-halb-4-Loch" nicht mehr existiert. Habe gestern und auch heute Abend jeweils über ne Stunde drangehangen, um in meinem Nachmittags-Büro Niederschriften und Besprechungsvermerke fertig zu schreiben. Und das kann nur mit der Fastenwoche zusammen hängen.

Find ich klasse.

Heut mittag bin ich zum ersten Mal wieder mit ins Stamm-Bistro nebenan zu Kerstin und Olga, wo ich mit lieben Menschen zum Essen verabredet war. Ok, statt des Tagesgerichts (Käseschnitzel mit Bratkartoffeln) hab ich mir lieber Tomaten-Mozzarella mit frischem Basilikum und leckerem Balsamico Crema obendrauf bestellt, und danach sogar wieder meinen ersten Espresso Macchiato genossen. Den hatte ich doch ein wenig vermisst.
Der arbeitsreiche Nachmittag ging auch so zügig vorbei, so dass ich noch ne Stunde länger brauchte, um alles fertig zu kriegen. Ich freu mich auf die morgige Nachbereitung eines supertollen Seminars aus dem letzten Herbst und hab mir einige Stichpunkte dafür notiert. Das wird bestimmt spannend.
Und jetzt freu ich mich auch auf das morgige Frühstück:
Eine Tasse vom göttlichen Lavazza Crema und ein crosses Weizenbrötchen mit Quark und Heidelbeer-Marmelade.

11 März 2015

Die langsame Rückkehr in die äußere Welt

Heute war es soweit: Zum Frühstück Haferflocken mit einem kleingeschnittenen Apfel und Blutorangensaft. Ich muss gestehen, dass es irgendwie nicht die große Erlösung aus der Schmacht war. Es fühlte sich einfach normal an. Business as usual. Wenn ich lese, wie Christian sich durch kämpft und quält, krieg ich fast ein schlechtes Gewissen.
Mittags Apfel und Banane, bis nach 6 produktiv gearbeitet. Ok, das ist anders als vorher. Normalerweise bin ich nach 3 ziemlich leer. Dann hilft mir der Nachmittags-Espresso nochmal kurz auf die Sprünge, aber ein konzentriertes Arbeiten wie heute über Stunden ist sonst einfach nicht mehr drin.
Heut Abend ein Becher Gemüsebrühe mit frischer Kresse und frischem Basilikum, dazu ne kleine Portion Hirsebrei mit ner Kiwi reingeschnippelt, das war lecker.

Ich genieße zudem das entspannte Schlafen auf meiner neuen Matratze, die gestern angeliefert wurde. Und frei mich auf morgen mittag, wen ich mir im Bistro nebenan erstmals wieder einen Salat gönnen werde. Und auch auf den ersten Espresso macchiato, den ich mit netten Menschen genießen werde.
Ich - eine Woche ohne Lavazza - vorher undenkbar!
Die Maßstäbe haben sich wirklich verschoben.

10 März 2015

Fastenfriede

Wie kommentierte Nina gestern so passend :

Das Fasten ist der Friede des Körpers.
"Petrus Chrysologus, 380-450
Erzbischof von Ravenna

Und genau so fühlt es sich an am Ende des fünften und letzten Saft-Tages. Meine Wahrnehmung hat sich verändert. Ich bin von Haus aus nicht gerade extrovertiert, aber derzeit zieht's mich noch mehr nach innen. Sowohl im privaten als auch auf der Arbeit umgibt mich ein sanfter, unsichtbarer Schutzpuffer. Selbst mehrfache Penetration von menschlichen Exemplaren der Raupe Nimmersatt kann ich derzeit mit einer inneren Gelassenheit ertragen. Und das tut mir gut.

Was kümmert's den Mond, wenn der Mops ihn anbellt? 
aus dem Film "Chapeau Claque" 
1974 von Ulrich Schamoni 

Gute Gespräche in verständnisvollem Klima berühren mich, zu aggressiven destruktiven Dialogen kann ich schnell die richtige Distanz herstellen, die nötigen Grenzen setzen. Meine zunehmende Wahrnehmung, wie viel außerhalb des vertrauten und geliebten Freundeskreises geplärrt, berechnet, getrickst und gelogen wird, bringt mich nicht zur Wut oder zur Resignation.Ich habe eher das Gefühl, diesen Zirkus klarer erkennen und analysieren zu können und mir gute und passende Möglichkeiten der Reaktion und der Abgrenzung auszudenken.
Mir wird immer bewusster, wie wichtig es ist, morgens noch in den Spiegel schauen zu können. Klar, das machen auch die, die es eigentlich nicht mehr könnten, die gefallen sich sogar meist noch darin, aber das ist deren Problem, nicht meins.

So, jetzt noch ein heißes Bad mit Meersalz, ein schöner Abschluss der Saft-Tage. Morgen früh fang ich mit kleinem Müsli mit Apfelstückchen wieder den Rückweg in die äußere Welt an.

09 März 2015

Tag 4 - Gelassenheit

Seltsam seltsam, auch am 4.Tag setzt kein Hungergefühl ein. Aber auch keine Euphorie. Das Völlegefühl hat etwas nachgelassen - die Gelassenheit wird größer. Scheinbar reagiert nicht nur jeder anders, manch einer auch ganz anders auf diese Art des Fastens. Mich umgibt ein unsichtbarer Wattebausch, das ist angenehm. So konnte ich den ersten Arbeitstag auch prima überstehen.

Das hätte ich vorher nicht gedacht:
- dass es mir bisher gar nichts ausmacht, ein paar Tage nix zu essen
- dass mir die Gemüsesäfte sehr lecker schmecken
- (selbst Sauerkrautsaft war genießbar - und Sauerkraut ist mein BÄÄH-Gemüse)
- dass mir der Verzicht auf meinen geliebten Lavazza Blue nix ausmacht

Und jetzt werd ich nochmal lauwarmes Wasser in den Irrigator füllen, dann geht's ab in die Horizontale.

08 März 2015

Der dreieinhalbte Akt

Am Ende des dreieinhalbten Fastentages hat die große Gier immer noch nicht eingesetzt. Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so leicht fällt. Die Kopfschmerzen waren nur sehr leicht, sind jetzt weg. Ich hab das Gefühl, die Säfte aus dem Fastenkasten, vor allem der Most, sättigen ganz ordentlich.
Der Tinnitus hat heut mittag kurzzeitig aufgedreht, Ok Junge, Du bist noch da, alles wird gut, dann war er schnell wieder weg.
Was ich spüre, ist eine Gelassenheit, ein Zurückziehen auf mich selbst. Ich werd mir morgen neues Meersalz im DM besorgen, das Bad gestern hat gut getan. Ein Freund hat mir heut geraten, abends einen halben Teelöffel Natron zu nehmen, das soll den Darm entsäuern. Werd ich gleich mal ergooglen, ob das beim Saftfasten sinnvoll ist.
Morgen wartet der erste Arbeitstag seit Fastenbeginn. Das wird spannend.
Aber jetzt duftet erstmal mein leckerer frisch aufgebrühter Früchtetee Heidelbeer-Vanille ganz verlockend und der Tatort wartet dank Time-Shift auf mich.

07 März 2015

Der lange Schlaf ..

.. dauerte bis kurz vor 11, als mein Brüderchen mich telefonisch weckte. Allerdings war er ungefähr 8 mal unterbrochen, um die Keramik zu befeuchten. Ein richtiges Hungergefühl stellt sich partout nicht ein. Gut so. Dafür weiter leichte Kopfschmerzen und eine wohlige Müdigkeit. Ich könnt nur noch pennen.
Um den Stoffwechsel ein wenig in Gang zu halten, hat mich das gute Ännchen unterstützt und hat mich mit auf einen einstündigen Spaziergang durch die Gemarkung genommen.
Die frische Luft und die Bewegung haben gut getan, gerade weil ich mich doch ein wenig schlapp fühle und mir auch die Gleichgewichtsstörungen mehr als sonst zu schaffen machen.
Jetzt ist Bundesligakonferenz angesagt, wo ich irgendwann auch mal wieder meinen VFL sehen will. Danach ist ein Meersalzbad vorgesehen, gut für Körper und Seele.
Heut abend ist Videoabend. Nachdem ich letzte Woche im Kino die Vorschau auf "Best Exotic Marigold Hotel 2" gesehen hab, werden wir uns heut Abend mit Teil 1 auf den Kinobesuch vorbereiten. Den hab ich vor 3 Jahren im Kino gesehen. Eine wunderbare britische Komödie mit tollen älteren Schauspielern. Besonders Judi Dench und Maggie Smith haben es mir angetan.
Und von Dev Patel als jungem indischem Hotelbesitzer hab ich zum ersten Mal die Lebensweisheit gehört, welche, wie ich jetzt weiß, Oscar Wilde zugeschrieben wird.


Am Ende wird alles gut.

Und wenn es nicht gut ist,
dann ist es auch noch nicht das Ende



Und dann ist der 2.Fastentag auch schon vorbei.

06 März 2015

Pommes-Döner als Motivationshilfe

Der erste "richtige" Fastentag neigt sich dem Abend zu. Die Stimmung ist weiterhin überraschend gut. Die leichten Kopfschmerzen sind erträglich, darauf war ich ja gefasst. Gestern abend beim Einschlafen wurde mir plötzlich bewusst, auf was ich mich da eingelassen hab. Den Entlastungstag mit Müsli, Obstsalat und Rohkost konnte ich ja noch richtig geniessen. Und auf einmal fiel mir auf, dass es ab jetzt nicht mal mehr Rohkost oder Obst oder ne Scheibe Knäcke gibt. 5 Tage. Ooooojeee!

Und um ein Haar hätte ich heut morgen die Espressomaschine vorgeglüht. Mist, geht ja auch nicht!
Nach dem Frühstück (also dem Sauerkraut-Saft) waren heute morgen einige familiäre Dinge zu klären. Vor Mittag hat mich mein kleiner Lieblingsbruder besucht und wir haben eine schöne Spazierrunde an der frischen Luft gedreht. Könnt ich mich dran gewöhnen.
Lecker Pommes-Döner
Zum Mittagessen gab's 2 Gläser kalten Brennnessel-Tee, köstlich. Auch der nachmittags-Besuch von 2 Freundinnen brachte schöne Abwechslung ins Fastenleben. Ännchen, die Gute, versuchte mich zu motivieren, indem sie vorher noch an der Pommesbude hielt und sich ein leckeres Mittagessen holte. Natürlich um es vor meinen Augen zu verzehren. Ich muss gestehen, der Geruch dieser Köstlichkeit war lecker und appetitanregend.
In Vorbereitung auf meine blau-weißen Jungs aus dem Pott, die um halb sieben in Düsseldorf antreten müssen, gönne ich mir gerade ein Gläschen leckeren Rote-Beete-Most. Und hoffe, dass die Jungs meinem Beispiel folgen und nicht ausgerechnet in Düsseldorf schwächeln. Und nun alle mitsingen:

Du bist keine Weltstadt
auf deiner Königsallee
finden keine Modenschau'n statt
hier, wo das Herz noch zählt,
nicht das große Geld
wer wohnt schon in Düsseldorf

In diesem Sinne: Glückauf!

05 März 2015

Jetzt geht's loos!

Nach einem schönen Geburtstagsabend mit Lecker Essen und Kino im ganz kleinen Kreis ist es nun endlich soweit: Die Fastenwoche beginnt!

Für alle, die die Vorgeschichte nicht kennen:  Im letzten Monat berichteten Nina und Björn von Ihrem Spaß mit dem Fastenkasten von Voelkel. Beide haben das 8 Tage durchgezogen. Und Nina hat anschließend 2 Fastenkasten im Volk verlost. Mich haben sie mit ihrem Bericht so angefixt, dass ich das unbedingt auch machen wollte. Das gehört zu den Dingen, die ich immer schon einmal ausprobieren wollte, aber dank genialer innerer Verdrängungsmechanismen (Wenn ich mal richtig Zeit dafür hab..., wenn mal nix anderes anliegt, wenn ich mal Urlaub hab... etc.pp.) doch nie gemacht hab. Ist klar, richtig Zeit dafür hat man nie, nix anderes anliegen tut auch nie, und im Urlaub, nee, das kann wirklich keiner verlangen...
Also hab ich mich schnellstens per eMail bei Nina beworben, jetzt gabs kein Zurück mehr. Na gut, wenn ich, der nie bei sowas gewinnt, auch diesmal leer ausgehe, könnte ich immerhin sagen: "Ich habs ja probiert, aber Fasten ohne Kasten ist blöd, und obs den Fastenkasten bei uns überhaupt zu kaufen gibt, ist doch noch gar nicht klar, und und und ...".
Montagabend, Verlosung, 19 Bewerber, Ninas K2nd zieht die Lose, alles live und in Farbe im Netz zu verfolgen, und wer gewinnt: ICH!

Nun gibts kein Zurück mehr. Der ursprünglich geplante 1.Starttermin über die Karnevalstage, an denen ich ohnehin Urlaub habe, um dem Rummel zu entgehen, klappte leider nicht, weil Voelkel die Kasten erst nach Karneval verschickte.
Ok, 1 Woche verschieben, nochmal Donnerstag und Freitag frei nehmen, damit ich in den ersten Tagen keinen Kollegen vor Verzweiflung in den Arm beiße. Nach Karneval ist leider meine Kollegin im Personalrat erkrankt, d.h. Stress und somit kein Urlaub möglich.
Ok, noch ne Woche verschieben, Kollegin im Bauamt hängt ebenso krank zu Hause. Kollegin im Personalrat immer noch krank. Also, noch mal ne Woche verschieben.
Und nun, beide Kolleginnen wieder im Dienst, geht's los:

Die Fastenwoche beginnt!

Wie sieht sowas aus? So:

Der Entlastungstag (nur vorne das)
Im Hintergrund: Die Geschenke meines gestrigen Geburtstags. Ein sehr schöner Abend übrigens. Leckeres Essen mit meiner alten Liebe. Dann ein Kinobesuch im kleinen Kreis: Honig im Kopf. Toller Film, ich hatte zu wenig Tempos mit, ich alte Heulsuse.
Aber ich schweife ab. Im Vordergrund zu sehen: Mein Frühstück, oder sagen wir mal, Teile davon waren mein Frühstück. Im Vergleich zu der dunklen Schokolade und der Lakritztüte im Hintergrund eindeutig die dunkle Seite der Macht, oder?
3 Löffel Haferflocken, 1 Kiwi, 1 Apfel, kein Kaffee, kein Brötchen, dafür 1 Glas Sauerkrautsaft. Nach dem Genuss diesen naturreinen köstlichen Getränks kann ich nur Björn zitieren: Wer danach weiter macht, meint es ernst. Ich mach weiter.