15 November 2023

Vom genesenen KLB und den Bergvagabunden

Die erste Freude des Tages bereitete mir mein KLB, als er nach überstandener Erkältung erstmals wieder zum Frühstück kam. Mit getoastetem Schwarzbrot, Focaccia Rosmarino und Finn Brötchen ließ sich der Tag sehr gut angehen. Leckerer Kaffee (Dark Roast) sowie Schafs- und Ziegenkäse, Laxxs mit Meerettich und Wallis Super-Räucherschinken taten ihr Übriges dazu.

Nachdem der Kleine sich mittags verabschiedet hatte, räumte ich mein Gemüsefach und machte mir ein hoch belegtes Blech mit Ofengemüse verschiedenster Art. Die mittägliche Fußballübertragung hatte ich meinem Aufnahmegerät anvertraut, so dass ich stressfrei einen großen Teller voll futtern konnte und mich dann auf den Weg zur Verabredung mit einer guten Freundin machte. Der Himmel war nach mittäglicher Schauer wieder schön, die Sonne brach immer wieder durch die wenigen Wolken, so dass wir uns sofort auf einen größeren Spaziergang durch die Weinberge machten. Ja, es gibt tatsächlich auf der falschen Rheinseite auch schöne Ecken, ich gebe es ja zu.

Und sollte jemand denken, ich könnte dank meiner Höhenangst nicht hoch hinauf steigen, so sollen ihm die folgenden Bilder den Gegenbeweis liefern.

Hier waren wir unterwegs

Der Blick nach gegenüber

Die Sonnenstrahlen kommen von der richtigen Rheinseite

Und dann gings noch weiter bergauf

Sooo tief geht es hier hinunter

Irgendwie verständlich, dass mir spontan ein Lied der hellblonden Sonnenbrille auf die Lippen kam.
"Herrliche Berge, sonnige Höhen, Bergvagabunden sind wir, ja wir ..."
Nach einem abschließenden Aufwärmtee im Nebengebäude einer sehr alten Burg machte ich mich gut gelaunt noch im Hellen auf den Heimweg. Dass mir dann die U17-Jungs bei der WM den Tag mit einem 3:1 versüßten, war genau das passende I-Tüpfelchen. So kann es weitergehen.

12 November 2023

Bananenbäume und Rosen unter grauem Novemberhimmel

Heute zeigte der November eindrucksvoll, wie ein Herbsttag so sein kann. Das durchgehende Grau zwang mich förmlich dazu, heute mal etwas länger im Bett zu bleiben und mich nach dem Frühstück direkt vor die Glotze zu setzen, wo unsere U17-Jungs bei der WM mit 3:1 gegen Mexiko einen tollen Start hinlegten. Ich überlegte danach kurz, zur Zweitligakonferenz umzuschalten, entschied mich aber beim Blick auf meinen Schrittzähler doch für eine gemäßigte Stadtrunde. Auf diese Runde möchte ich Euch fotografisch mitnehmen, denn Andernach hat schon einiges zu bieten.

Das Tor im Ottenturm
Der Bananenbaum










Ein paar Meter weiter war dann auch das "Lappeloch" in der Stadtmauer wieder offen, durch das man in den kleinen Schlosspark gelangen kann. Wenn man sich bückt.

Das Lappeloch

Im Schlossgarten selbst blühten trotz November immer noch ein paar kleine Rosen.

Rosa hält sich tapfer

Unten am Rhein dann etwas ganz Besonderes. Die Stadt hatte wohl dem Stamm der Woodstocks erlaubt, ihr typisches Tipi am Rhein aufzubauen und hatte es noch mit Absperrband markiert, damit die Bewohner darin ihre Ruhe haben. Tolle Aktion!

Sowas sieht man sonst nur sehr selten

Der Rückweg führte mich wieder einmal an den wild besprühten Wänden entlang. Und diesmal wurde ich mit einer schönen Auszeichnung begrüßt.

Kennt man mich hier? 😉

Just in dem Moment, wo ich das schreibe, sehe ich die Nachricht eines Ex-Kollegen aus unserer Fussball-Tipprunde, der schreibt, er hätte immer schon gewusst, was in mir steckt. Klaus, ist die Graffiti von dir?

Der Held des Sonntags war jedoch dieser sympathische Ex-Kollege, bei dem ich im Stadtmuseum eine kurze Arbeitskontrolle vornahm. Und ich kann Euch sagen: Der fleißige Kandidat hat 100 Punkte!

Rainer Schmelz in seinem Element

Und als Ur-Andernacher konnte er mir, nachdem er die Touristenströme gut eingewiesen hatte, einige wertvolle Tipps zur Geschichte einer Andernacher Straße geben. Danke, Rainer!

Trotz Grau in Grau ein angenehmer Tag. 

11 November 2023

Besuche und Begegnungen

Zwei ausgefüllte Tage liegen hinter mir. Der gestrige regelmäßige CI-Check erbrachte eine weitere Besserung meiner Hörwerte und viele interessante Gespräche mit netten Menschen. Dass ich danach noch meine Freundinnen Petra und Jessy zum Kaffeeklön besuchte, rundete das gute Gefühl ab. Nach soviel Sitzen war natürlich auch noch eine Runde am Rhein fällig, wie so oft in letzter Zeit.

Auf dem Rückweg nutzte ich die Gelegenheit, das abendliche Rheintor aus der Nähe und von weiter oben durch die einst berühmt-berüchtigte Rheinstraße zu fotografieren.

aus der Nähe
aus der Ferne

Heute war natürlich Markttag. Ich besuchte die gute Walli und konnte meinen derzeit etwas unpässlichen kleinen Lieblingsbruder mittags guter Wurst und Brot versorgen. Damit der Kleine nicht vom Fleisch fällt.

Im Anschluss nutzte ich die Gelegenheit, um mich von meinem alten Kumpel Wolle und seiner Mutter zu verabschieden, deren Beisetzung nur im engsten Familienkreis stattgefunden hatte.

Hier ruhen sie in Frieden 🙏

Ganz in der Nähe wohnt auch mein Kumpel Mike T-Bone, den ich zu einer Frischluftrunde gar nicht lange überreden musste. Das war für mich eine schöne Abwechslung und wir beide haben uns immer viel zu erzählen, gerade wenn wir uns länger nicht gesehen haben.

Unterwegs machten wir eine Entdeckung, an der ich bis heute Abend zu knobeln hatte. Ein Schiff mit einem interessanten Namen lag vor Anker. Ich als alter Lateiner hätte eigentlich sofort wissen müssen, was der Name bedeutet. Aber das meine letzte Lateinstunde vor mehr als 48 Jahren stattfand und sich zudem die Wahl des Latein-Leitungskurses im Nachhinein als ein großer Fehler erwies, fiel mir wenig dazu ein.

Volare hieß doch fliegen, oder? An ein fliegendes Antitranspirant erschien selbst mir dann doch als zu weit hergeholt. Oder ein alter Gott des Fluges? Kurzum, ich konnte es mit meinem eigenen Wissen nicht herauskriegen, was das bedeutet. Erst heut Abend fragte ich dann doch Dr. Google und siehe da: Es heißt "So Gott will", was wieder gut zu meinen letzten Tagen mit Abschiedsfeier und Friedhofsbesuch passte.

Den Abschluss des Tages bildete dann eine weiße, lebensgroße Statue vor dem Eingang eines Supermarkts, die sich tatsächlich dann und wann bewegte. 

Als ich mit meinem Einkauf herauskam, war sie gerade dabei, einem kleinen Jungen ganz fürsorglich den Weg zu der dortigen Bäckerei zu erklären, bevor er wieder zur Salzsäule erstarrte. Aber ich glaube, als Reaktion auf mein freundliches Zulächeln ein kleines Augenzwinkern bemerkt zu haben.

Dass er ein Körbchen vor sich stehen hatte, in das man etwas hineinwerfen konnte, ist mir leider erst zu Hause auf dem Foto aufgefallen.

So konnte ich heute Abend gut gelaunt meine Jungs aus dem tiefen Westen vor dem Fernseher anfeuern, was leider nur zu einem Unentschieden gereicht hat, obwohl wir die klar besseren Chancen hatten. Aber das ist wie im richtigen Leben: So Gott will!

09 November 2023

Abschied und Begegnungen

Der Mittelpunkt des Tages sollte die Abschiedsfeier für die letzte Woche verstorbene Elke sein. Und genau so wurde es auch. Heute Mittag hatten sich zahlreiche Menschen vor der Friedhofskapelle eingefunden, um sich von Elke zu verabschieden. Die Beisetzung wird später im engsten Familienkreis stattfinden.

Ich sah viele bekannte Gesichter, auch welche, die ich ewig nicht mehr gesehen hatte. Die Abschiedszeremonie war nach Elkes Wünschen gestaltet und wohltuend anders, als man es sonst bei solchen Gelegenheiten gewohnt ist. Es wurden Elkes Lieblingsmelodien gespeilt, die ich leider aufgrund der Hörprobleme noch nicht erkennen konnte. Aber es waren keine Trauermärsche. Als der Trauerredner dann aus Elkes Leben und Wirken erzählte, huschte mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen, Das war genau so positiv, wie sie auch immer war.

Sie hatte sich gewünscht, dass niemand in Trauerkleidung erscheinen sollte. Und ließ uns auch vom Redner die Sätze ausrichten: "Der Tod ist nicht das Ende des Lebens. Das Leben ändert sich nur."
Als Symbol für die Veränderung durfte jeder Besucher im Anschluss einen kleinen Schmetterling aus Holz mitnehmen, der uns immer daran erinnern sollte, dass es weitergeht. Mich wird er immer an Elke erinnern.

Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine solch "schöne" Trauerfeier erlebt zu haben. So wird uns vor allem Elkes positives, lebensbejahendes Wesen immer so in Erinnerung bleiben, wie es war.

Im Anschluss sprach ich noch mit einigen alten Freundinnen und Freunden. Mit einem Freund, den ich schon Jahrzehnte nicht mehr gesehen hatte, spazierte ich noch bis zum Auto und wir hatten dort eine längere, schöne Unterhaltung. Ich hoffe, es gelingt uns, wieder mehr Kontakt aufzubauen. Zum Abschluss setzte ich ihn zu Hause ab und wir machten noch ein kleines Selfie.

Alte Freunde, der Bärenknochen und der Matze

Michael, es hat mich sehr gefreut, sich wieder zu treffen. Wir haben uns sicher noch viel zu erzählen.