15 Juli 2018

Regierung gegen wirksamen Tierschutz

Ja, so kann man es echt beschreiben, was die Bundeslandwirtschaftsministerin da raus haut.
Die Minister der Bundesländer haben doch bereits signalisiert, dass das, was bei der Kennzeichnung der Eier funktioniert, auch sinngemäß auf die Tierhaltung übertragen werden kann. Dann kommt diese Frau Klöckner daher und besteht auf einer freiwilligen Kennzeichnung mit ihrer Initiative Tierwohl.
Quelle: Mensch und Politik heute
Ihre Begründung: Bei Kennzeichnungspflicht bekämen die Betriebe, die sich nur an die gesetzlichen Vorschriften halten (und die erlauben Tierquälerei) die schlechteste Note, nämlich die 3 wie bei den Eiern. Das sei eine Belohnung für diese tierquälenden Betriebe. Klar, eine 4- in der Schule ist ja auch ne tolle Belohnung für jeden Schüler. Das ist ist auf abenteuerliche Weise sinnfrei.
Und so plädiert sie für eine freiwillige Kennzeichnung. Wer nicht will, der lässt es, malt ein eigenes grünes Ponyhof-Etikett drauf, und fertig ist der Beschiss. Das soll also erlaubt sein. Wer sich die Videos anschaut, welche Tierschützer beim illegalen Eindringen in solche Ställe gedreht haben, die Frau Klöckner jetzt schützen will, dem wird schlecht vor so viel schlimmer grausamer Bilder. Ach ja, gleichzeitig sollen die härter bestraft werden, die illegal in Ställe eindringen und diese Missstände aufdecken. Offensiver Täterschutz, die Bösen sind die Aufklärer.
Ich habe leider nicht den Eindruck, dass diese Frau Klöckner das aus purer Dummheit raushaut oder dass sie ernsthaft glaubt, das wäre für den Schutz der Tiere besser als eine Kennzeichnungspflicht. Nein, ich habe den Eindruck, sie weiß genau, was sie tut, nämlich die schlimmen Zustände in vielen Ställen weiter zu verlängern zugunsten einer Agrarindustrie, die daran verdient.

Edel sei der Mensch, Zwieback und gut!

08 Juli 2018

Open Air Breakfast bei Herby

Das Sonntagsfrühstück bei Herby in Güls ist einfach genau nach meinem Geschmack, zumals bei
solch einem Wetter. Unter dem Palmenschirm mitten im Ort zu sitzen, von netten, sympathischen Menschen umgeben zu sein, das genieße ich sowas von!
Das Frühstück ist einfach (kein Kaviar, kein Lachs, kein Sekt), reichlich, gut, bezahlbar. Heute gab's u.a. selbst gemachte Gülser Brombeermarmelade, die war ne Wucht. Am Tisch nebenan Dorfgespräche, Herby ist auch bei den Gülsern sehr beliebt. Für Petra war es heute Herby-Premiere, auch ihr hat es gefallen.
Und so saßen wir tiefenentspannt im Schatten, bekamen spontanen Besuch von Andrea, und hätten noch Stunden sitzen bleiben können. Das ist das Richtige für alle, die nicht das mondäne, aufgepimpte Grand-Central-Importanto-Ambiente lieben oder mal ne Abwechslung davon brauchen, für alle normal Gebliebenen.

Also, der Tipp des Jahres:

Herby's Coffee Bar
Planstraße 21
Koblenz-Güls
 0261 5007378

Samstags ab 8 und sonntags ab 10 Uhr geöffnet. Am besten vorher reservieren.

06 Juli 2018

Über's Maifeld in die Schromb

Der heutige Nachmittag stand unter einem besonderen Stern: Margarete holte mich zu einem kleinen Ausflug über die Höhen des Maifelds ab. Es sollte ein Trip in unsere Vergangenheiten werden, an denen wir beide in letzter Zeit so akribisch arbeiten.
So tuckerten wir gemütlich im feuerroten Kuppimobil jenseits der Autobahnen und Schnellstraßen zwischen abgemähten Getreideäckern und saftigen Maisfeldern hindurch bis nach Münstermaifeld. In Metternich verfehlten wir die richtige Abzweigung, weil wir zu viel quatschten, und landeten über die Landstraße in Hatzenport. So befuhren wir das Schrumpftal von unten nach oben, besichtigten kurz im Vorbeifahren die Haagsmühle, wo Margaretes Vorfahren väterlicherseits Jahrzehnte und Jahrhunderte gehaust haben. 2 Mühlen weiter waren wir dann am Ziel unserer Reise, der Nachtsheimsmühle.
Die Mühle der Vorfahren?
Die Eigentümer, Elke und Jörg, begrüßten uns freundlich und baten uns herein. Die beiden haben die Mühle und die Nebengebäude in jahrelanger Arbeit umgebaut und in die heutige attraktive Form gebracht. Wow! Elke ist die Nachfahrin der Nachtsheims, die diese Mühle seit mehr als 200 Jahren bewohnen und ihr auch ihren Namen gegeben haben. Ihr Vater hat ein tolles Buch über die Schrumpftalmühlen geschrieben, dass ich bestellt hatte und nun abholen wollte. Jörg hat das Buch nochmal ergänzt und überarbeitet und nun in dritter Auflage veröffentlicht. Wir hatten eine sehr anregende Unterhaltung mit den beiden über die Mühlen und die Bewohner und die Geschichte und und und ..... und blieben länger als geplant.
Für mich gilt es nun, herauszufinden, woher der älteste bekannte Nachtsheim, ein Johann, kam. Er soll um 1772 in Hatzenport geboren sein, jedoch existiert im Familienbuch Hatzenport kein einziger Eintrag namens Nachtsheim. Es wird also knifflig.
Vielleicht ergeben sich nach unserem Gespräch Möglichkeiten, eine genetische Verwandtschaft zu testen, ich bin sehr gespannt.

Am Ende machten wir in Münstermaifeld Zwischenmahlzeit im Schatten und tingelten noch ne Weile durch den Ortskern, bevor wir Richtung Heimat aufbrachen.


Der Blick über sanfte Maifeldhügel ist einfach wohltuend, Futter für die Seele.

28 Mai 2018

Nachwuchs an der Uni

Unser Abschlusstag ließ uns genügend Zeit bis zur Abfahrt, so dass wir den Vormittag noch nach eigenem Belieben gestalten konnten. Die Hälfte entschied sich für eine lockere Besichtigungstour durch Oberbarmen. Ich war auf Fabis Angebot eingegangen, den Griffelsberg zu ersteigen und eine Führung durch "Ihre" Uni zu bekommen. Als ich erwähnte, dass ihr dortiges Studium den Schwerpunkt "Geschlechterforschung" hat, beschlossen Luca Thomi und unser Schwarzmeerkönig Ernestov spontan, mit zu kommen und sich für ein Seniorenstudium einzutragen.

Die Bergische Universität zu Wuppertal liegt hoch über der Stadt und bietet von einigen Punkten aus einen tollen Ausblick ins Tal der Wupper. Und da das gesamte Gelände Hanglage hat, gibt es recht viele Türme mit Aufzügen. Ok, die Türme haben auch Treppen, aber die sind wahrscheinlich nur für den Notfall gedacht. Und so überwanden wir viele Höhenmeter beim Streifzug durch die Räumlichkeiten.

 In der Bibliothek war leider kein Lernplatz mehr für uns frei. Ich frage mich allerdings, wie man bei diesem Ausblick überhaupt lernen kann. Von hier aus sieht man auch die beiden Photovoltaik-Ständer und das Windrad, mit dem man hier einen Teil des Stroms selbst erzeugt.

Lernsaal in der Bib
Nach der Bibliothek war eine kleine Pause Pflicht, bevor wir die nächsten Aufzüge erstürmten. Auf dem Foto unten versucht Fabi gerade, meinen beiden Kollegen zu erklären, was sich wirklich hinter "Geschlechterforschung" verbirgt. Den Gesichtern nach zu urteilen, mit mäßigem Erfolg.

Es geht ums Geschlecht, nicht ums Gemächt!
Danach erklommen wir den "Energie-Hügel" und ließen uns unter Solartechnik und Windrad nieder. Der Ausblick von hier aus ist einfach genial.

Blick vom Griffelsberg
Beim anschließenden Mittagessen in der Mensa bekam ich für 8,05 € ein leckeres Rinderhüftsteak, eine Ofenkartoffel mit SourCream, Pfefferrahmsauce, einen leckeren Salatteller nach Wahl und einer Bionade. Kamma nix sagen.

Am Ende gelangten wir pünktlich zum Treffpunkt und schlenderten gemütlich zum Bahnhof. Hier begann dann die Rache der Deutschen Bahn für die störungsfreie Hinreise. Es hatte mich auch schon stutzig gemacht, denn Hin- und Rückfahrt störungsfrei, das wäre ja einem Sechser im Lotto gleich gekommen. Es fing auch ganz harmlos an. Der ICE war mit lediglich 2 Minuten angesagt, alles noch im Rahmen. Jedoch war die linke Hälfte des Bahnsteigs gerade eine Baustelle, die rechte war frei. Dem Wagenstandsanzeiger war zu entnehmen, dass unser reservierter Wagen gerade noch am Rand der begehbaren Zone halten sollte.
Fünf Minuten vor der Zugankunft informierte uns eine kwäkende Lautsprecherstimme, dass unser Zug wegen der Baustelle in Anschnitt A bis C hält. In A bis C WAR die Baustelle! Komisch. Wir also alle mit Rollkoffern, die im Geröllacker nicht rollten, und und allerlei Handgepäck mitten durch den Dreck, wo neben der Absperrung nur noch ein knapper Meter Platz bis zum Gleis blieb. Als wir an der Ansage zweifelten, denn sie machte eigentlich nur umgekehrt Sinn, wurde sie prompt wiederholt.
Und so warteten wir an der Baustelle, bis der ICE einlief - und an uns vorbeifuhr. Lediglich die 1.Klasse-Wagen hielten in Reichweite. Da wir uns nicht darauf verlassen konnten, dass der ICE tatsächlich warten würde, bis wir den vorderen Zugteil erreichen, stiegen wir in der 1.Klasse ein und machten uns auf den beschwerlichen Weg nach vorne, durch die 1.Klasse, das Bordrestaurant und einige 2.Klasse-Wagen, bis wir unseren Wagen 33 erreichten. Kurz nachdem wir saßen, erreichten wir Köln. Umsteigen!
Wenigstens das funktionierte reibungslos. In Bonn blieb der Zug dann eine ganzen Weile stehen, "wegen einer Übergangsstörung", wie man uns mitteilte. Am Ende erreichten wir Andernach mit 20 Minuten Verspätung, das ist in Anbetracht der Tatsachenberichte aus den letzten Jahren geradezu vorbildlich.

Ein, wie immer schöner Kurzurlaub, geht zu Ende. Und ich freu mich auf's nächste Jahr.