03 März 2024

Eine Erinnerungstour

Nachdem ich die Familienforschung gestern Abend seeehr lange beschäftigt hatte, durfte ich heute seeehr lange ausschlafen. Das ist das gesetzlich verankerte Recht eine freilaufenden Rentners. Und das ist auch gut so. Aber dann dieses himmlische Wetter, das mich nicht lange zu Hause hielt.

Nachdem ich im Fernseher verfolgt hatte, dass der HSV den St. Paulianern nicht näherkommt, machte ich mich nachmittags auf zu einem mir wohlbekannten Dorf, das ich länger nicht mehr besucht hatte. Ein paar Bilder von unterwegs habe ich mitgebracht.

Vor einem Haus hatte sich ein Schwarzfell als Wache postiert, der mit glühenden Augen aus sicherem Versteck alles beobachtete, was da draußen vor sich ging.

Eine kurze Stippvisite bei den schwer arbeitenden Verwandten bestätigte mich in meiner Absicht, sonntags lieber spazieren zu gehen und das schöne Wetter zu genießen. 

Als ich dann am Dorfplatz ankam, überlegte ich lange (und vergeblich), was dort früher gestanden hatte, bevor man diese gastliche Plätzchen errichtete. So, mit Brunnen, Sitzbänken und Hochwassermarken ist es aber einladender als früher, da bin ich mir ziemlich sicher. Vielleicht kann sich ja einer der Leser noch erinnern, wie es früher dort ausgesehen hat.
Ein wenig weiter führte mich an eine HERRliche Gasse zum Rhein hinunter und gewährte mir den immerwährenden Blick auf die andere Seite.
Egal, von wo aus man hinüberschaut, der Kirchturm auf der Höhe steht immer genau gegenüber.

Weiter am Rhein entlang weckte die Bachmündung Erinnerungen an die Kindheit in mir. Auf dem letzten heute kanalisierten Stück haben wir als Kinder unsere selbstgebauten Holzschiffe Wettrennen fahren lassen. Eine sehr schöne Erinnerung.

Und auch hier hatten sich Menschen grafittös an dem grauen Beton vergangen. Diesmal gelang es mir nicht ganz zu entziffern, was der Künstler hier genau meinte.

Ein Versuch: CBM ist die Abkürzung der Christoffel BlindenMission, das weiß ich.

22 steht sicher für das Jahr der Beschriftung, also 2022.

Von den 3 Buchstaben selbst sind nur die letzten beiden, DE (für Deutschland?), klar zu erkennen.
Das erste Zeichen könnte ein stilisiertes A sein, dann würde ADE draus, oder ein symbolisches Gesicht mit zwei ganz großen Augen obendrauf, das würde besser zur CBM passen.

Auch hier gilt: Wenn's jemand erklären kann, würde ich mich freuen,

Dann, beim Passieren des Hafengeländes, kam eine unschöne Erinnerung auf. Ich sah mich sofort als etwa 12-jähriger Junge auf der Leiter an der Kaimauer hinabsteigen und unten in der Hafeneinfahrt ein wenig rumzupaddeln. Richtig schwimmen konnte ich noch nicht, also blieb ich immer in maximal fünf Meter Abstand zur rettenden Leiter.

Bis ein Klassenkamerad am Fuß der Leiter auftauchte und mich immer wieder ins Becken zurückstieß, wenn ich hochklettern wollte. Angst überkam mich. Die anderen Jungs waren längst über die Hafeneinfahrt auf die andere Seite geschwommen und genau dorthin wollte mich mein Mitschüler auch treiben. Mit den Worten "Hier kommst du nie mehr rauf, das sag ich dir! Schwimm rüber!" löste er bei mir eine Panikreaktion aus. Ich warf mich verzweifelt herum und versuchte, im Kraulstil so schnell wie möglich die Hafeneinfahrt zu überwinden. Kraulstil sagt sich so leicht, eigentlich war es mehr ein verzweifeltes mit den Armen um sich schlagen, denn richtig schwimmen konnte ich, wie gesagt, nicht. Irgendwann schlug ich auf der anderen Seite an. Die Zeit dazwischen ist in meiner Erinnerung nur ein großes schwarzes Loch. Heute weiß ich, dass die Einfahrt nur etwa 50 Meter breit ist, damals kam sie mir wie drei Kilometer vor.

Wie schnell wandelte sich meine Panik drüben in pure Erleichterung darüber, dass ich noch lebte und nicht jämmerlich abgesoffen war. Als ich dann wahrnahm, dass ich meinen Kumpel, der hinterherschwamm, glatt abgehangen hatte, wurde sogar ein wenig stolz daraus. Geht doch!

Von den Erinnerungen zurück in der Jetztzeit trat ich den Rückweg an und machte mir daheim einen schönen Rindersteak-Gemüse-Abend.

01 März 2024

Vom Porridge zur Permakultur

Es passiert mir mit zunehmendem Alter immer häufiger, dass ich morgens gegen acht Uhr wach werde, zur Toilette gehe und nochmal für ein paar Minuten hinlege. Die kleine Freiheit eines freilaufenden Rentners ohne Termine.
Komisch ist nur, dass ich kurz darauf die Augen aufschlage und mein Wecker 11:58 anzeigt. Offensichtlich erfahre ich als Rentner noch, wie man in der Zeit springt. Zeitsprünge habe ich bisher nur im Science Fiction Genre kennengelernt - und natürlich bei Marty McFly und Doc Emmet Brown. Aber ich schaffe das auch ohne einen DeLorean mit eingebauter Zeitmaschine, so auch heute Morgen.

Es hat ja auch was für sich, wenn man gut ausgeschlafen am Spätstücktisch seine lecker Porridge schlabbert und dabei gemütlich die Zeitung liest. Wenn dann auch noch genau in diesem Moment eine liebe Freundin ihren Spontanbesuch per WhatsApp kundtut, strahlt die Mittagssonne nochmal etwas heller. Wenig später landete die Gute bei mir und wir hatten uns Einiges zu erzählen. Ich konnte diesmal von Astrid, meiner "neuen" Nichte (4.Grades) erzählen, auf die ich bei der Familienforschung gestoßen bin und mit der ich gerade einen schönen eMail-Austausch habe.

Den Nachmittag nutzten wir zu einer gemeinsamen Einkaufsfahrt und einer anschließenden Frischluftrunde um und durch die Permakultur in Eich. Aufgrund einer größeren Veranstaltung im großen Gewächshaus war alles rundherum zugeparkt, so dass wir weiter bis zum Tennisplatz fuhren und oben am Waldrand entlang in das Gelände der Lebenswelten einstiegen. Von dort hat man einen wunderbaren Panoramablick auf alles, was tiefer liegt.


Das ist hier einfach ein tolles, wenn auch kleines Naherholungsgebiet und hier hat es bereits einige Blüten und viel herumstehendes Viehzeug.

Neben Schafen und Eseln haben auch die Ziegen ein Gehege, in dem sie sich wohlzufühlen scheinen. Die glückliche Hühnerschar bekamen wir heute nicht zu Gesicht, aber ich nutzte die Gelegenheit, um mir im SB-Hofladen eine Packung ihrer freilaufenden Eier zu besorgen. Nachdem im Winter die Produktion sehr dünn war, hat das Federvieh nun wieder mehr Lust zum Eierlegen, wie ich an der gut gefüllten Kühlung sehen konnte.

Auch die Kunst hat ein paar Flecken im Gelände gefunden, so z.B die Holz-Eule des Künstlers HG. Sie hält genau Ausschau und bewacht das öffentlich zugängliche Gelände, damit auch weiterhin niemand Unfug darin treibt.

Wieder zu Hause gönnten wir uns Nussecken und Kaffee. Ich habe für mich wieder einmal gespürt, wie gut es mir tut, mit guten Freundinnen oder Freunden unterwegs zu sein und auch, was die täglichen Frischluftrunden Schönes mit mir machen.

So konnte ich die Niederlage der "boys in brown" bei den Zahnlosen in Herne-West viel besser ertragen und den erkämpften Punkt der Freiburger Jungs gut genießen.

Das Frühstück zu dritt für morgen früh ist vorbereitet, das Brot frisch gebacken und nun freue ich mich auf Gaby und den KLB. Hach!

29 Februar 2024

Letzter autofreier Tag

Ein guter Tag sollte es werden, der nach einem leckeren FRÜHstücks-Porridge einen Installateur bescherte, welcher mir nach Wochen voller eigener amateurhafter Versuche endlich den Ablauf der Spüle wieder freimacht. Und was geschah? Chef selbst kam um 11 Uhr zum Angucken, schickte dann einen Mann um kurz vor zwölf zu mir, der mit fachgerechter Arbeit alle Verstopfungen löste.

An dieser Stelle ein Hoch auf die Firma Sprung & Risos in Andernach!

Vorher: Alles dicht!

Nachher: Alles läuft wieder!












Und so kam es, dass ich mich um kurz nach eins an der zweiten Ladung des Ofengemüses gütlich tat und dies stilgerecht und die Mahlzeit passend mit einem SiphonSilikon-Schnäpschen aus dem Reformhaus krönte.

Eine Stunde später trat ich meinen Frühlings-Achtsamkeits-Spaziergang an und registrierte viele schöne Eindrücke. Ein paar davon hab ich auch im Bild festgehalten.

Das Schloss in der Frühlingssonne

Es blüht, wohin man schaut



Wie man sieht, sprießt es nicht nur überall und in allen möglichen Farben, sondern es zieht auch die Menschen wieder hinaus ins Freie.

Es waren viel mehr Leute unterwegs als noch vor einer Woche, und auch die Bänke am Rhein waren gut besetzt mit Frühlingsgenießern.

Dass die Sonne uns an diesem Tag so schön bescherte und so viel Seelenfutter hervorbrachte, hatte natürlich einen Grund, wie ich ein paar Meter weiter feststellen konnte.

Ich hätte es mir ja fast denken können: Simones lieber Engel hielt die Sonne für ein paar Stunden am Firmament fest.

Hier ist der unwiderrufliche Beweis.

DANKE DANKE DANKE 🙏🙏🙏


Es herrschte eine herzberührend schöne Stimmung in den Rheinanlagen .

Und auch auf dem Rhein, sogar auf der falschen Rheinseite bot sich ein schönes Bild.

Auf dem Rückweg durch die Innenstadt machte ich eine kurze Arbeitskontrolle bei zwei vormaligen Kollegen vom Ordnungsamt und kann bestätigen, dass die beiden tatkräftig im Einsatz waren. Sie waren so auf ihre Aufgabe fokussiert, dass der eine erschreckt seine Pistole aus dem Halfter zog, als ich plötzlich hinter ihm stand. Auf den Schreck gönne ich mir heute Abend einen Cuba Libre. Oder nein, lieber einen Gin Tonic. Hach!

Wieder zu Hause hatte ich meinen Schrittzähler erneut mehr als zufrieden gestellt und ich spürte auch, dass es einer dieser Tage ist, an denen Murphy Urlaub macht. Kaum gedacht, erschien die Nachricht auf meinem Handy: "Auto kann abgeholt werden."

Dass mein Freund und Hausnachbar gerade von der Arbeit gekommen war und mich schnell zur Werkstatt kutschierte, passte genau dazu. Außerdem pumpte ich ihn noch um Geld an, damit ich meine Rechnung bezahlen konnte, ohne dass wir vorher zum Geldautomaten müssen. DANKE, GODDY!

Mein Auto läuft wie ein Döppchen, schnell zur Tanke mit Geldautomat, daheim meine Schulden beim Freund bezahlt und mir zur Feier des Tages ein gutes Abendbrot gemacht. Was will man mehr?

Eine Frühstücksverabredung mit einer Freundin passte auch gut zu diesem Tag. Und gerade sehe ich. dass eine eMail von meiner "neuen" Nichte 4.Grades eingetrudelt ist, die mich vor ein paar Tagen entdeckt hatte. Es reißt nicht ab. Gut so!

28 Februar 2024

Zweiter autofreier Tag

In den letzten Tagen hatte ich mit einer befreundeten Familienforscherin einen schönen eMail-Austausch darüber, was das tägliche Klarkommen mit gesundheitlichen Einschränkungen aller Art und deren Nachwirkungen betrifft. Das Üben von Achtsamkeit ist eine ganz wichtige Sache. Als kleines Dankeschön widme ich ihr heute dieses Foto unserer langsam aufblühenden Narzissen.

Farben für die Seele, liebe Gabriele

Mit etwas mehr Schwung konnte ich heute früher in den Tag starten und endlich einen Handwerker organisieren, der mir morgen um 11 Uhr zur Hilfe kommt.

Und so konnte ich mich am Nachmittag etwas früher zu einem Einkauf bei REWE aufraffen, zu Fuß.

Eigentlich kein Ding, Leute ohne Auto machen das immer so. Aber für den autoverwöhnten Bärenknochen schon eine Umstellung. Ich merke, wie verwöhnt ich bin. Aber ich spüre auch, wie gut es mir tut, jeden Tag meine Runde an der Luft zu drehen.

Zu Hause bereitete ich mir als Belohnung ein schönes Essen vor, denn morgen kommt ohnehin der Nachschub, dann muss das Gemüsefach im Kühlschrank leer sein. Diesmal mit dem Experiment, Kartoffeln wegzulassen (die hatte ich beim Einkauf vergessen), dafür Pastinaken UND Petersilienwurzel als knackige Grundlage und mit einer ganzen grünen Paprika reingeschnippelt. Auch der Versuch, die Blätter eines Stangenmangolds kleingeschnitten in die mittlere Lage einzubauen, gelang gut, ebenso die Maßnahme, das Ganze nicht nur mit Rote-Beete-Scheiben abzudecken (ich hatte nur noch eine Knolle), sondern auch im Wechsel gelbe Beete-Scheiben dazwischen zu legen. Und das Würzen mit Ras-El-Hanout hat sich mittlerweile eh gut bewährt.

Leckerschmecker

Wie man erkennen kann, sind auch noch einige andere Sachen mit verarbeitet, heute z.B. mit Fenchel anstatt Lauch und diesmal auch ohne Aubergine, es schmeckt halt jede Woche etwas anders und das ist auch gut so. Für die beiden nächsten Tage ist nun ebenfalls gesorgt. Hach!

Nun schaue ich mir das entscheidende Spiel der DFB-Frauen im Fernsehen an und drücke fest die Daumen, dass die Meisjes uns am Ende nicht den Käse in die Hütte rollen.