10 November 2021

Over the hill and not far away

Mein Wohn- und mittlerweile auch ein Stück Heimatstädtchen Andernach mit seinen vorgelagerten Stadtteilen ist von Hügeln umgeben - und vom Rhein. Jenseits von Miesenheim das Plateau des Kettiger Berges, auf der anderen Seite Burgerberg, Martinsberg, Kirchberg und Krahnenberg.
In einem Anfall von akuter Frischluftsucht beschlossen der kleine und der große Bruder heute Nachmittag, wenigstens ein kleines Ründchen draußen zu drehen. Es war schon vier, und die Sonne begann sich gerade ein wenig aus dem wolkenverhangenen Himmel herauszuschälen. Immer noch war alles dunstig, aber wenigstens hatten wir noch die Aussicht auf eine halbe Stunde OpenAir-Spaziergang, den nbei dem heutigen Wetter beginnt er bereits um halb fünf dunkel zu werden. Also kurze Autofahrt auf den Krahnenberg und dann gemütlich die kleine Runde hinunter zur Kanzel, weiter zur Weitsicht, und immer schön die Ausblicke genießen. Schon nach einer knappen halben Stunde waren wir zurück am Auto, bevor die Sonne wieder ganz hinter der grauen Suppe verschwand.

Wenigstens ein Teil vom Finger darf bei keinem Selfie fehlen

Interessante Ausblicke hatten wir unterwegs an den beiden Aussichtspunkten trotz Nebel und Dunst.

Blick von der Kanzel: Rhine Up

Bei diesen Wetterverhältnissen sieht von oben alles ganz anders aus als man es kennt. Trotz allem deutlich zu sehen, dass der Rhein schon etwas Besonderes ist. Nicht umsonst fliegen Menschen aus aller Welt hierhin, um das zu sehen.

Weitblick auf Leutesdorf und Rhine down

Wie man auf dem Bild sehen kann, durchdrang die untergehende Abendsonne in Richtung Bonn die Wolken und den Nebel besser und setzte die Leutesdorfer Seite in ein schönes Licht. Trotzdem freue ich mich darauf, wenn im Frühjahr die Wetter- und Sichtverhältnisse wieder besser werden und wir unsere Gesichter in die Frühlingssonne halten dürfen.

Now singing:
Over the hill and not far away,
the Brothers Nightshome make their day,
they say: Hey bro' - take a walk on the Rhine side,
yeah brother, a walk on the fine side,
and the baker boys said: Doo de doo de doo doo de doo doo de doo de doo,
and the baker girls said: Doo de doo de doo doo de doo doo de doo de doo,

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30 Oktober 2021

Von Zitronenjoghurt und Buttermilch ...

Da war der Joghurt schon gegessen

.... oder von Himbeerjoghurt mit Sahne erzählte uns heute Abend der Autor Jan Ranft eigentlich gar nicht so viel. Jedenfalls kamen beide Buchtitel in den Kurzgeschichten, die er in der Stadtbücherei Andernach zum Besten gab, allenfalls am Rande vor.

Meine liebe Großcousine Gisela begleitete mich heute Abend zur wahrscheinlich ersten Lesung von Kurzgeschichten aus dem schwulen Leben, die jemals in der Andernacher Stadtbücherei stattfand. Der sympathische Autor Jan Ranft las aus seinen beiden Büchern und offenbarte dabei ein breitgefächertes Themenfeld, in dem seine Kurzgeschichten spielen. Mal ging es um Erlebnisse junger Menschen, die ihre Homosexualität entdeckten, mal um ältere Semester, welche die Zeiten von §175 noch live miterlebt und erlitten haben. Mal um einheimische, mal um ausländische Menschen.

Veranstalter Frank Merken, Leiter der Andernacher Stadtbücherei, begrüßte die Gäste und plauderte ein wenig darüber, wie es ihm gelungen war, den Autor Jan Ranft zwischen seinen Lesungen in Köln, Würzburg, Darmstadt und Karlsruhe zu einem Auftritt in der Weltstadt Andernach bewegen zu können. Entsprechend der COVID-Rahmenbedingungen wurde es ein Auftritt in einem kleinen Rahmen, aber nichstdestotrotz ein schöner Auftritt. Auch Gisela und ich als bekennende Heteros lauschten gespannt den Geschichten aus der schwulen Welt.

Eigentlich war das heute ein ganz bräsiger Tag mit kaltnassem Wetter und immergrauem Himmel. Obwohl ich der gesetzlichen Verpflichtung nachgekommen war, an solchen Tagen ein heißes Vollbad mit duftenden Aromen zu nehmen, hätte ich ohne Giselas Begleitung wahrscheinlich nicht den Weg zur Bücherei angetreten, sondern hätte einen unbefriedigenden Couch-Fernseher-Schlaf-Abend verbracht. Stattdessen waren wir nochmal vor der Tür und hatten einen netten Abend. Und dafür bin ich ihr dankbar .dafür,

24 Oktober 2021

Und wieder rufen die Gipfel

Drei Gipfel an einem Tag, wann gibt es so was schon mal? Heute!
Begonnen hat es mit dem Besuch meines Kumpels Mike T-Bone. Wir machten uns sofort auf den Weg zur Permakultur nach Eich, um von dort aus den Gipfel des Nastberges zu besteigen. Nur 900 Meter Entfernung, aber davon 300 Meter Steigung. Die Aussicht auf dem Gipfel war phänomenal schön und entschädigte für die Höhenmeter. Das genossen wir auch eine ganze Weile.

Zurück an der Permakultur versorgten wir uns beide mit den leckeren freilaufenden glücklichen Eiern und freuten uns auf den nächsten Gipfel - den Nussecken-Gipfel. Denn nur Ulrike, die Bäckerin meines Vertrauens, macht diese unvergleichlichen Geschmacksbomben. Dazu einen starken Café furioso aus der benarella-Maschine, besser geht kaum. Vor lauter Gipfel-Freuen hab ich dann zu Hause gemerkt, dass ich die Lauchstange vor dem Hofladen vergessen hab. 

Und dann heute Abend dieser sensationelle Tabellenkeller-Gipfel, in dem meine blau-weißen Jungs aus dem tiefen Westen die Frankfoddä Millionarios gnadenlos niederkämpften und mit einer 0:2 Niederlage nach Hause schickten. 

Was für ein Tag!


14 Oktober 2021

Mit Gewupper und Gebeuel


Chrono
Murphylogie einer Heimfahrt:

Das war (Stand 10.09) für heute. gebucht und bezahlt:
11:40 Wuppertal  ICE 12:09 Köln
12:32 Köln            RE  13:29 Andernach

Stand gestern Abend nach mehreren Fahrplanänderungen durch DEUTSCHE BAHN:
11:49 Wuppertal  ICE  12:18 Köln
12:56 Köln             RB   14:11 Andernach

Ich stieg bereits um kurz vor 11 ins Taxi zum Bahnhof, wollte ganz auf Nummer sicher gehen. Unterwegs erreichte mich die Nachricht, dass mein ICE 7 Minuten Verspätung haben wird. Stecken wir doch locker weg. Am Bahnhof angekommen, hatte ich also reichlich Zeit. Beim Versuch, mein Gepäck im Schließfach unterzubringen, versenkte ich zweimal 4 Euro, um jedes Mal festzustellen, dass beim Verschließen des Fachs die Tür aufsprang, das Fach nicht mehr zu verschließen war und mein Geld weg war. Die nette Dame vom DB-Reisecenter war leider nicht zuständig und schickte mich zum DB-Service-Point, wo mir diese nette Mitarbeiterin erklärte, dass es ihr leid tue, sie aber daran nichts machen könne. Ok, Murphy, die erste Runde geht an Dich, aber was soll's? Hauptsache, ich komme nach Hause.
Mittlerweile war eine weitere Nachricht auf meinem Handy angekommen:

Ok, wo ist das Problem? Nach den ersten 3 Fahrplanänderungen hatte die Bahn mir mitgeteilt, dass die Zugbindung für mich aufgehoben sei und ich mir aussuchen könne, womit ich fahre. Also kurz nachgeschaut, nehm ich doch die 11:46 Regionalbahn, die fährt sogar bis Bonn-Mehlem, da bin ich schon fast daheim. Schnell hoch zum Gleis, und was sehe ich da:


Ja so eine Überraschung! Ok, ich weiß spätestens jetzt, dass mein Freund Murphy auch heute keine Ruhe geben wird, aber als erfahrener Murphologe steh ich da vollkommen drüber. Mach Du nur, mein Freund. Ich bin schlauer.
Als die Lautsprecherdurchsage verkündet, dass mein ICE nun nicht nur 20 Minuten Verspätung hat, sondern heute leider ganz ausfällt, hab ich mich bereits schlau gemacht. Gleich wird ein ganz anderer IC mit viel Verspätung auf unserem Gleis halten, der ebenfalls nach Köln fährt. Also, geht doch!
Und tatsächlich, der IC hält, den Zugbegleiter frage ich vorsichtshalber, ob noch genug Platz frei ist, denn ich bin sicher nicht der einzige Gestrandete, der auf diesen Zug ausweicht, auch schon vor Wuppertal. Der schaut mich an, fragt "Sparpreis?", ich sage "Klar!", er schüttelt den Kopf und sagt "Nee, dann geht das nicht!". Gerade als ich ihm mein Recht auf freie Zugwahl mit klaren Worten näherbringen will, ertönt eine Durchsage, die das alles unnötig macht: Unser ausgefallener ICE fährt nun doch, mit 25 Minuten Verspätung. Und siehe da, kaum hatt der IC den Bahnhof verlassen, fährt MEIN ICE ein - mit meinem reservierten Platz - und der ist tatsächlich noch frei.
Ich genieße meine Freiheit und checke schon mal,wie ich voon Köln aus weiterfahren kann.


Die Regionalbahn ab Köln hat auch Verspätung, das passt doch! Und dann noch Ankunft auf Gleis 8 - Weiterfahrt auf Gleis 9, das ist der gleiche Bahnsteig, besser geht's doch gar nicht.

Zehn Minuten vor Köln ein letzter Check mit der BahnApp:

Oha, dir RB fährt nun doch pünktlich. Wieso? Man sollte Murphy fragen. Und direkt darauf das:

Währenddessen zeigt das Display im Zug an, dass wir uns bereits wieder auf dem Rückweg nach Wuppertal befinden. 


Aber das wundert in diesem Zug auch niemand mehr. Eine weitere Minute später, genau um 12:43, erreicht mich diese Meldung:


Es ist soweit: Die DEUTSCHE BAHN kann Raum und Zeit überwinden. Ich sitze in einem Raumschiff. Wow!
Ich denke mir, 5 Minuten Umstiegszeit auf dem gleichen Bahnsteig müssten doch zu schaffen sein. Da lässt sich Murphy sicher noch was einfallen. Und so ist es dann. Wir rollen auf Gleis 7 ein. Das heißt, einmal mit dem ganzen Gepäck per Aufzug runter und nebenan wieder hoch. Ich bin nicht alleine. Völker wandern (oder besser gesagt flüchten). Glücklich und pünktlich angekommen, stehe ich vor einem leeren Gleis 9. Das Handy piept. Ich lese:


Gleiswechsel auf Gleis 1. Es ist 12:56. Pünktlich verlässt am anderen Ende die RB56 den Bahnhof Köln in Richtung Andernach. Was nun?  Die Bahn empfiehlt mir:


Mit der Straßenbahn vom Dom nach Köln-Süd. Dort soll nun angeblich die RE5 abfahren, die ich vor vielen Wochen eigentlich ab Köln Hbf. gebucht hatte. Aber auf dieses Manöver von Murphy fall ich bestimmt nicht rein, denn unter der RE5 sind bereits rote Ausrufezeichen zu sehen, garantiert fällt die auch aus und ich sitze dann in Köln-Süd fest.
Das große Display auf dem Bahngleis zeigt, dass alle Züge in Richtung Süden heute entweder ausfallen oder riesige Verspätungen haben. Eine Ausnahme:

Ja, Freunde, dann fahren wir halt mit dem RE8 über die rechte Rheinseite nach Koblenz! Von dort fährt alle 20 Minuten ein Zug nach Andernach. Mit dieser waghalsigen Entscheidung werde ich meinen Freund Murphy so überraschen, dass ihm garantiert nichts mehr einfällt!

Zack zum Gleis 3 und siehe da, ein wunderbar leerer Regionalexpress fährt ein, ich sichere mir ein schattiges Plätzchen, und die Heimreise ist gesichert. Ich hab zwar eigentlich keine Lust, in Koblenz nochmal umzusteigen, auf einen anderen Bahnsteig zu wechseln, mitten im Getümmel, dass dort normalerweise herrscht. Aber gut, das hier ist besser wie nix.
Eine halbe Stunde später nahm ich dann mit der Regionalbahn nach Koblenz vorlieb, immerhin hatte ich eine ganze Vierer-Sitzgruppe für mich und hatte viel Zeit zum Lesen, denn wir hielten überall dort, wo ein Klo und ein Schild war, an. Aber wir kamen in Koblenz an - und nur das zählt.
Kurz vor vier erreichte ich Andernach.
Danke, Murphy!

Unterwegs kommt in Trosidorf eine Durchsage, dass man hier auf dem gleichen Bahnsteig Anschluss an einen Zug hat, der über Bonn Hbf auf der linken, also der richtigen Rheinseite weiter Richtung Süden fährt. Als ich mich spontan entscheide, umzusteigen, fährt der Zug schon wieder an. Zu spät. Mist! Kurz darauf vor dem Halt in Bonn-Beuel eine ähnliche Ansage mit Umstiegsmöglichkeiten. Diesmal war ich auf Zack, packte meine Siebensachen zusammen und stieg in Bonn-Beuel aus. Als ich mich dort auf eine Bank setzte und mit dem Handy die Verbindungen checkte, wurde mir klar, dass ich eine  Riesenfehler gemacht hatte. KEINE Zugverbindung nach Bonn Hbf., lediglich ein Linienbus, in den ich mich mit meinem ganzen Pröll nicht reinquetschen wollte. Und vor dem RE5, den ich in Bonn Hbf dann hätte nehmen können, standen bereits rote Ausrufezeichen. Nun hatte es sich ausgebeuelt.

Hier konnte ich mit der 15:30 Regionalbahn dann gemütlich heimtuckern, Murphy hatte sich wohl genug ausgetobt. Eine Schrecksekunde noch, als ich Petra von unterwegs benachrichtigte, dass nun nichts mehr schiefgehen kann, stoppte eine Minute später der Zug auf freier Strecke zwischen Lützel und Urmitz und eine Lautsprecherdurchsage erzählte was von einer möglichen technischen Störung im Bereich Urmitz, nix Genaueres wisse man nicht, aber anhalten müsse man. Hätte ich Petra doch nur nichts geschrieben! Aber Murphy wollte wohl diesmal nur spielen und verzichtete darauf, beispielsweise die Reste des AKWs in die Luft zu sprengen oder ähnliche Schäden anzurichten.

Kurz vor vier erreichte ich Andernach heil und unversehrt. Danke, Murphy!