19 August 2026

Von der Wupper an die Emscher

Heute morgen (um 10 Uhr!!!) begrüßte uns Frank, der Hotelier persönlich. Ein sehr schönes Wiedersehen nach zwei Jahren, die ich der Wupper ferngeblieben war. Zur Feier des Morgens opferte er uns nach einem Frühstücksklön die kompletten frisch geschnittenen Obstvorräte des Hotels, die wir gerne unserem After-Breakfast-Müsli hinzufügten. Dafür kann man schon mal gegen das Rentner-Ausschlaf-Gesetz verstoßen.

Anschließend holten wir Fabienne ab, die uns auf verschlungenen, komplizierten Regionalbahn-S-Bahn-U-Bahn-Pfaden zielsicher an die Emscher führte. Jede Fahrplanänderung auf diesem Weg, und davon gab es einige, umschiffte sie mit traumwandlerischer Sicherheit durch geschickte Wechsel von Bahnsteigen und Haltestellen, so dass wir sicher dort ankamen, wo ich Gelegenheit hatte, mich von Dennis zu verabschieden.

Ein schöner und passender Ort, um ihm die letzte Ehre zu erweisen und seine Gedanken auf die Reise zu schicken.

Danach besuchten wir den LaPaDui nebenan, der auch zu Dennis' Lieblingsorten gehörte und den wir vor drei Jahren noch gemeinsam besucht hatten. Ein sehr interessanter Ort, wo Industriebrachen nach und nach pflanzlich zurückerobert werden, ein Ort der großen Gegensätze.

Da unsere Anfahrt von einigen Verzögerungen geprägt war, nahmen wir zuerst im Hauptstellwerk  Platz, um unsere Kräfte mit Nahrung zu stärken.

Beim anschließenden "kleinen" Gang durch den Park sahen wir viele interessante Dinge, die ich in ihrer Fülle gar nicht alle ausführen kann.

Die drei von der Wupper

Tolle Groß-Fotografien

Da wirkt der große Mann sehr klein. Alles ist  relativ.

Bunte Kletterwand für Hunde

Mein neuer blauer Zauberschirm hatte uns bis dahin den angekündigten ganztägigen Regen ziemlich gut vom Leib gehakten, so dass ich ihn gar nicht aufspannen musste. Das änderte sich kurz bevor wir die Emscher überquerten schlagartig. Es begann immer mehr in Strömen zu regnen. Ich denke, ich werde den Schirm umtauschen müssen.


An einer hochinteressanten Geschichte wären wir auf dem Rückweg zur S-Bahn fast achtlos vorbeigelaufen. Es ist doch kaum zu glauben, mit welch großen Pump-Türmen und Saug-Rohren diese beiden kleinen Besucher-WCs ausgestattet sind.

Wie gut, dass mir das noch auffiel und ich es im Bild festhalten konnte. Das glaubt einem ja sonst keiner!

Mittendrin gab es noch so viele Dinge zu sehen, die wir auf unserer kleinen Runde nicht alle besichtigen konnten. Diese besondere Mischung aus Gegensätzen. Modern konzipierte Kinderspielplätze neben Fabrikruinen, Fördertürmen und Lost Places. Anders gesagt: Da fahren wir bestimmt nochmal hin.

Als wir dann wieder in der S-Bahn heimwärts saßen, spürten wir alle, dass wir schon lange unterwegs waren und unsere "kleine" Runde doch nicht so ganz klein gewesen war. 

Mein Versuch, uns auf einer Direktverbindung zurück zu bringen, scheiterte kläglich, dafür führte uns Fabienne plötzlich zu einem Zug auf Gleis 6, der in meiner Bahn-App gar nicht angezeigt wurde. 

Am Döppersberg trennten sich dann unsere Wege, wir verabschiedeten uns herzlich von unserer tollen, aber müden Reiseleiterin. Hilde und ich hingegen genossen kurz vor Neapel noch zwei sehr schmackhafte Pizzen und waren danach auch froh, wieder auf unseren Hotelzimmern zu sein.

Und morgen geht es weiter. HACH!

18 August 2026

Von der Heydt bis zum Katzengold

Was macht man an einem Tag, für den von morgens bis abends durchgehend Regen gemeldet ist?  Ganz klar, das geht nur so: 

1. Man verstößt gegen das RAG, steht um halb neun auf und genießt ab neun ein gemütliches reichhaltiges Frühstückbuffet.
2. Danach besucht man trotz Regen das Brockenhaus direkt um die Ecke.

Das Brockenhaus hat viel zu bieten

In dieem Sozialkaufhaus erwirbt man nach ausgiebigem Stöbern für kleines Geld ein gebrauchtes Spiel, das spannend klingt, von dem man aber bisher noch nie etwas gehört hat. 

Man hatt eine Weile damit zu tun, das Spiel richtig herum zu halten, denn es sieht immer irgendwie INVERS aus.

3. Zurück im Hotel packt man nach einer kurzen Pause das Spiel im Frühstücksraum aus, den Lukas freundlicherweise dafür zugänglich gemacht hat. Nach heftigem Studium der Spielanleitung stellt man fest, das man zwar die Regeln versteht, aber keinen Schimmer hat, welchen Stein man am besten von wo nach wo schieben muss, um am Ende zu gewinnen. Nach zwei langen Spielen hat die Frau, die behauptet hat, sich mit Spielstrategien sehr, sehr schwer zu tun, zweimal gewonnen.

4. Nach einer einstündigen Erholungspause macht man sich zu zweit mit einem Schirm durch den strömenden Regen auf den Weg zur Schwebebahn.

Nach dem Ausstieg am Döppersberg auf dem Weg zur Kunstaustellung im Museum genießt man den Regen und die vielen schönen alten Häuser.

Und die immerwährenden Baustellen, für die Wuppertal berühmt ist.



5. Im Museum angekommen genießt man für mehr als zwei Stunden einen Rundgang durch eine fantastische Ausstellung. Man ist glücklich, mit einer Begleitung unterwegs zu sein, die sich sowohl als Kunst- als auch als Architektur-Expertin herausstellt und einen auf viele Dinge hinweist, auf die man im Traum nicht gekommen wäre.

Ein passendes Motto am Eingang

In der Eingangshalle steht Herr Grandmontagne posthum für ein persönliches Foto zur Verfügung. Das nutzt man gnadenlos aus.

im weiteren Rundgang durch die verschiedenen Räume auf 2 Etagen sind sehr viele beeindruckende Werke zu sehen, nicht nur von Herrn Goldberg, dem Künstlernamen von Herrn Grandmontagne.

Es ist unmöglich, diese Vielfalt im blog-Eintrag wiederzugeben, daher hier nur einige Beispiele, die mich am meisten berührt haben.

Tony Cragg ist genauso vertreten wie viele andere, deren Namen ich mir als Kunstbanause nicht alle merken kann.



Anselm hic fuit

6. Nach dem Museumsbesuch kauft man sich im nächsten dm einen Regenschirm, natürlich einen blauen. Prompt beginnt der Regen nachzulassen und man erreicht das Katzengold im Luisenviertel, in dem die nasse Außernbestuhlung noch angekettet ist und in dem drinnen alle Tische belegt sind. Fast alle. Die letzten freien Plätze gewährt uns ein Gast, der alleine am Tisch sitz, an dem steht: "19:30 Jenny". Es ist kurz vor 18 Uhr, wir atmen auf. 

7. Man lässt sich zwei leckere Salate mit warmem Ziegenkäse bringen, dazu Fruchtschorlen und Mineralwasser. Man genießt in aller Ruhe das superleckere Essen, dass tortz voller Hütte erstaunlich schnell und freundlich serviert wird. Kurz vor 19:30 macht man Platz für Jenny und schwebt zurück zum Hotel.

8: Man schreibt diesen blog-Eintrag und legt sich dann zur Ruhe.

So geht das!

17 August 2026

Mit der Bahn an die Wupper. Eine Chronologie.

Mein lieber gottfriediger Freund brachte mich heute Mittag mit dem Auto zum Bahnhof, was mir einige Schlepperei ersparte. Koffer und Rucksack waren vollgepackt, das Notebook zum Schreiben dieses blogs war natürlich auch dabei.

Wir hatten schlau vorgeplant. Hilde würde ab Koblenz Hbf den RE5 um 12:16 nehmen. Sollte der ausnahmsweise Verspätung haben oder ausfallen, würde sie die RB26 um 12:30 nehmen. Und ich würde in Andernach zusteigen. Was soll da schon schiefgehen?

Am Bahnsteig an Gleis 2 um kurz nach 12 sehe ich folgendes:

Kein gutes Zeichen. Dem Zug nach Mayen fehlt ein Wagen und ich soll auf den Aushang schauen. Dort steht:

Häää???!!! Dann überschlagen sich die Meldungen der Bahn auf dem Handy:

Der RE5 fällt aus.
Dafür übernimmt ein Ersatz-RE61474 um exakt die gleiche Zeit.
Der RE61474 kriegt immer mehr Verspätung.
Der RB26 fährt verspätet, aber pickepackevoll.
Der Ersatz-RE61474 fällt auch aus.
Es kommt die Meldung, dass ein SEV-Bus von Koblenz nach Andernach gefahren ist. Leider erst nach dessen Abfahrt.
Der ausgefallene RE5 steht plötzlich in Andernach vor mir.
Ich steige ein und hoffe, das Hilde auch drinsitzt.
Sie sitzt nicht drin.
Ich fahre auf einem Sitzplatz im halbleeren ausgefallenen RE5 bis Köln-Deutz.
Hilde tut mir leid, sie wartet in Koblenz auf die nächste RB26 um 13:30.
Der RB26 hat Verspätung und ist pickepackevoll.
Hilde steigt trotzdem ein.
Ich warte in Köln-Deutz anderthalb Stunden auf Hildes RB26.
Hilde kriegt kurz vor Köln einen Sitzplatz.
Hilde erreicht Köln-Deutz.
Wir warten zusammen auf den RB48, der um 15:55 an die Wupper fahren soll.
Er kommt nicht.
Plötzlich fährt ein RE7 auf Gleis 1 ein, auf dem u.a. Wuppertal Hbf. steht.
Wir springen rein.

Eine halbe Stunde später erreichen wir sitzend(!) Wuppertal Hbf. und schweben von dort aus ruckizucki zum also-Hotel. Lukas begrüßt uns freudig, wir checken ein. Vollbracht! Und das in nur 4,5 Stunden! Mit dem Auto hätten wir bestimmt auch anderthalb Stunden gebraucht, oder? 

Unser wunderbares Treffen mit Fabienne entschädigt mich für alles. Im neuen Café Allee 188 genießen wir ein leckeres Essen zu dritt und beginnen, Pläne für die Woche zu schmieden.

Das wird eine schöne Woche.

12 August 2026

Treffpunkt Andernach - Die zweite Lesung

Heute durften wir den zweiten Teil unserer Buchvorstellung mit einer gelungenen Lesung im Altenzentrum St.Stephan in Andernach begehen.

Die fünf Lesenden mit ihrer Dozentin und Autorin

Die Anthologie "Treffpunkt Andernach" wurde zum 10-jährigen Bestehen unserer Schreibgruppe vom Rhein-Mosel-Verlag veröffentlicht und ist nun seit drei Wochen im Buchhandel erhältlich. ISBN: 978-3-89801-497-7

Wir wurden von den Verantwortlichen des Altenzentrums im Veranstaltungsraum freundlich begrüßt. Alles war bestens vorbereitet. Kurz nach 15 Uhr begrüßten Frau Becker und Frau Pickan die Gäste und eröffneten damit die Veranstaltung. Gabriele Keiser, Autorin und Dozentin unserer Schreibgruppe, stellte anschließend unsere Gruppe vor und moderierte gekonnt den Nachmittag.

Frau Becker und Frau Pickan
Gabriele Keiser und Frau Pickan








Tanja las als Erste aus ihrer fantastischen Erzählung von der Nixe vor, Karin erzählte sodann, wie es einem mit Gottvertrauen ergehen kann und Gerda beendete mit einem Blick auf Veränderungen im Leben den ersten Teil der Veranstaltung.

Gerda Stark
Tanja Haas

Karin Hillesheim








Die folgende Trinkpause bot auch die Gelegenheit, sich am Büchertisch mit Lesestoff zu versorgen.

Im Anschluss las Andrea aus ihrer Geschichte über zwei Frauen vor und ich durfte mit einer Episode aus dem Leben von Mike Neuhaus den Abschluss bilden.

Andrea Schmitz

Das bin ich
















Alle Vortragenden wurden mit Beifall bedacht und zum Abschluss überreichte Frau Pickan jedem Vorleser eine große Sonnenblume, verbunden mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass diese unsere Lesung in St.Stephan kein Einzelfall bleiben soll. Wenn es nach mir geht, kommen wir gerne wieder.

Zur Krönung des Tages erwartete mich anschließend zu Hause eine liebe Freundin zum Kaffeeklön mit frischen ruandischen Bananen und Feigen und einem gepflegten Rummikub-Abend. Herz, was willst du mehr?!