09 August 2022

Dies und Jenes an einem guten Tag

Bevor meine Alte Liebe heute Morgen zum Frühstück kam, spazierte ich noch zum Bäcker, um wenigstens frische Brötchen anbieten zu können. Eine schöne kleine Morgendrunde, aber total umsonst, denn sie kam mit einer Tüte leckerer Frühstücksbrötchen und Croissants - und zudem noch mit einer Schüssel frischer Tomaten aus deren eigenem Garten. So wurde es ein schöner Start in den Tag, wir hatten uns auch monatelang nicht gesehen.

Als sich dann noch einige Ärgerlichkeiten wg der Modernisierung eines Mietshauses fast von selbst lösten, wurde es noch schöner. Nachmittags besuchte ich Ursula und Wendelin im Kleinen Antiquariat Jona und erledigte mit Carmina Artificiosa eine kleine Transport-Tour, danach hatte ich Zeit für die wohlverdiente Pause zu Hause.
Als dann auch noch mein kleiner Lieblingsbruder zum späten Kaffee und kleinen Leckerlis eintrudelte, war der Tag fast perfekt.. Nachdem er sich wieder auf den Heimweg gemacht hatte, spürte ich dennoch: Irgendwas fehlt noch. Was wohl? Na klar, die kleine Abendrunde am Rhein. Mit diesen Impressionen soll es auch für heute genug sein.

... und auf dem Rückweg
Platanen auf dem Hinweg

und dazwischen ein Lesepäuschen am Kleinen Deutschen Eck


08 August 2022

"Down by the banks ....

.... of the O - HI - O" sang damals Olivia Newton-John. In Anbetracht der deutlich sichtbaren Uferbänke beidseits des Rheins könnte man auch ".... of the River Rhine" singen.

Nichtsdestotrotz zog es mich heute endlich mal wieder an den Fluss. Am Wochenende war wegen der gut besuchten Veranstaltungen alles rappelvoll, da hätten mich keine zehn Pferde hingekriegt, aber heute, heute war er fällig.

Erfreulicherweise schloss sich die gute Carmina Artifiociosa spontan an und wir gingen vom Parkplatz am Bollwerk aus los. Hier unten weht immer eine Brise, die bei den heutigen Temperaturen sehr angenehm war. Auch eine spontane Nachricht wg. eines total vergessenen Handwerkertermins am Mietshaus, die sofortige Klärung erforderte, brachte mich nur kurzfristig in Wallung. Mit Hilfe meines KLBs konnte erstmal eine Klärung erfolgen, der Termin ist erst nächste Woche. Und so konnte ich unseren Spaziergang doch genießen, wir legten auch unterwegs ein kleines Päuschen ein.

Und aus der geplanten kleinen Runde wurden am Ende 4 km, ohne dass es mir zu viel wurde. Schritt für Schritt.

07 August 2022

Der Große muss mal raus

Der nächste Tag der Eingewöhnung. So langsam komme ich wieder an im richtigen Leben. Da sich mein KLB erst für Spätnachmittag angekündigt hatte, wollte ich nicht bis dahin in der Wohnung hocken und machte mich auf in Richtung Rauscherpark. Im Gepäck mein Buch und Mineralwasser, sollte es ein gemütlicher Lesenachmittag am Teich werden. Tatsächlich fand ich ein schattiges Plätzchen am kleinen See. Ungefähr zehn Minuten hatte ich Zeit, den Enten, Gänse und Nutrias zuzuschauen und mein Buch aufzuklappen.

Hier lässt es sich aushalten

Dann ließ sich eine junge Mutter mit  mehreren kleinen Kindern auf der Bank daneben nieder. In der nächsten halben Stunde schaffte ich es, das übermütige Geschrei der Kleinen zu ignorieren, die von ihrer Mutter mit Massen von Trockenbrot versorgt wurden, um damit alles, was kreucht und fleucht, zu bewerfen. Das Schild "Füttern verboten" war groß überall am Teich angebracht, aber wen kümmert's?

Aufgrund meiner derzeitigen hörakustischen Einschränkungen sah ich mich auch nicht in der Lage, die junge Mutter freundlich auf den Sinn des Fütterverbots hinzuweisen. Allerdings ahnte ich auch, dass dies vergebliche Liebesmüh gewesen wäre. Also verzog ich mich auf eine andere Bank auf der gegenüberliegenden Seite des Gewässers und konnte dort zusehen, wie einige ältere Damen und Herren versuchten, die zahlreich vorhandenen Nutrias artgerecht mit Möhren und Tomaten zu füttern, was ja bekanntlich die natürliche Nahrungsquelle dieser possierlichen Tierchen ist. Selbst das brachte mich heute nicht aus der Ruhe und ich las einige lustige Seiten meiner aktuellen Lektüre "Himbeertoni" weg. Nein, ich würde heute nicht versuchen, die Welt zu retten und die Ignoranten zu bekehren. Man muss Prioritäten setzen im Leben. Punkt. Mir fiel einer meiner Lieblings-Graffitis aus den 80ern ein:

Was ist schon Marion gegen
die unendlichen Weiten des Universums?

Und so trat ich nach etwa anderthalb Stunden entspannt die Heimfahrt an. Als sich dann mein Brüderlein im Anmarsch meldete, freute ich mich sehr, ihn zum Geburtstag gratulieren zu können. Er war heute ausnahmsweise müder als ich und so nahmen wir nur eine kleine Runde am Krahnenberg in Angriff. Die Aussichten von hier oben sind gerade bei schönem Wetter immer wieder grandios.

Abgeerntete Felder auf dem Hochplateau

Der Weitblick Richtung Leutesdorf
Blick von der Kanzel nach Osten

Selbstverständlich ließen wir uns Zeit und gönnten uns danach zu Hause die besten Nussecken der Region zum Kaffee. Und ich merke: So kann das weitergehen, Schritt für Schritt in Richtung richtiges Leben.

Dass ich danach die Bilder und Berichte der heutigen Lesung meiner Autorengruppe im Saffiger Park geschickt bekam, war dann das i-Tüpfelchen obendrauf. Es muss eine schöne, gelungene Veranstaltung gewesen sein und das freut mich sehr.

06 August 2022

Die Rückkehr nach Pillonia

Seit drei Tagen bin ich nun wieder daheim. Nach 17 Tagen Klausur muss ich mich tatsächlich erst wieder an's wirkliche Leben gewöhnen. Aus der ersten großen Erleichterung wurde daheim schnell ein surreales Gefühl, ich stehe immer noch ein wenig neben mir. Bin in der Realität angekommen, aber sie fühlt sich nicht wirklich real an. Harvey Tinnitoso spielt mir weiterhin rund um die Uhr sein verrauschtes Lied vor und es ist noch lange nicht alles in Ordnung.

Aber die erste Etappe ist genommen, die nächsten sind bereits fest anvisiert. Heute wieder das erste Gewohnheitsritual, das liebgewonnene Samstagsfrühstück mit meinem herzallerliebsten Brüderlein. Und heute sind wir anschließend zum ersten Mal seit Wochen ein wenig spaziert. Nur ein Anfang, ja, aber ein guter.


Ein kurzes Stück über die Höhe zwischen Pöntertal und Rheintal, nix Großes, aber frische Luft, Bewegung, blauer Himmel mit Wolken über abgemähten Feldern. Das tat gut.


Und weil ich schon mal dabei war, nahm ich auch gerne die Einladung von zwei Freunden an, heute Abend zum Grillen bei ihnen vorbeizuschauen. Zwei unterhaltsame Stunden bei leckerem Essen im Garten - und vor allen Dingen mit lieben Menschen. Auch wenn die Unterhaltung seit dem Hörsturz nur eingeschränkt möglich ist, aber sie ist möglich.

Heute ist wieder ein Stück mehr Normalität eingekehrt. Ich hoffe, es geht so weiter.