25 November 2018

Fotos von und mit Alt-Grünen

Sara Bennett - stimm- und ausdrucksgewaltig 

Zur Eröffnung der heutigen Ausstellung des Foto-Clubs Andernach im hysterischen Rathaus waren viele Gäste erschienen. Sara Bennett gab uns einige Kostproben ihrer Stimme und ihres dramatischen Ausdrucks.

Zwei von Ingrids Kugelfotos
Es gab echt schöne Bilder zu sehen, auch von Ingrid, mit der ich mich verabredet hatte. Ich hätte nie gedacht, dass ihre bunten Glaskugel-Fotos völlig ohne Photoshop entstanden sind. Es gibt viele verschiedene Richtungen zu sehen, es lohnt sich, geht hin!

Zum Abschluss das Schönste. Ingrid und ich sind beide Alt-Grüne, sozusagen der ersten Stunde, waren damals zusammen im Stadtverband Koblenz und haben uns seit Mitte der 80er Jahre völlig aus den Augen verloren. Und dann laufen wir uns 2018 in Andernach bei einer Umweltaktion über den Weg und haben Mühe, uns wieder zu erkennen.

Eine schöne Wiedersehensgeschichte, die wir heute in der Fotobox krönten.

So sehen Alt-Grüne 33 Jahre später aus

24 November 2018

Herztod, Kampf und Deutsche Bahn

Was für ein Tag! Mein Freund und Ex-Kollege begleitete mich heute zum ersten Stadionbesuch seit Jahren, den er und seine Frau mir im Frühjahr zum Geburtstag geschenkt hatten. Ein Spiel Deiner Wahl hieß es, meine Wahl fiel auf das heutige Spiel gegen Ärzgebirge Aue. Das war eins der wenigen Samstagsspiele, zu denen man bequem mit dem Wochenendticket an- und vor allem wieder abreisen kann. Zudem war Aue auch ein Gegner, gegen den man sich etwas ausrechnen konnte.
So standen wir um kurz nach acht am Andernacher Bahnhof und ich freute mich tierisch, endlich mal wieder TIEF IM WESTEN im Stadion live mitzusingen. Es fing ganz harmlos an, der RE5 war fast pünktlich, wir fanden noch zwei freie Sitzplätze, und liefen mit nur zehn Minuten Verspätung in Kölle ein. Dort hatten wir planmäßig zwanzig Minuten Aufenthalt, blieben also noch zehn. Genug, um von Gleis 1 zu Gleis 4 zu wechseln und unterwegs im Bahnhof Getränke zu holen. Pinkeln wäre wegen der wie immer defekten Zugtoiletten im RE5 auch gut gewesen, aber McClean verlangt für einmal strullern 1 Euro, da kniff ich lieber alles zusammen und hoffte auf eine funktionierende Toilette im RE1 nach Hamm/Westfalen.
Auf Gleis 4 angekommen, sah alles gut aus, fünf Minuten Verspätung wurden gemeldet, geschenkt. Zwei Minuten vor Eintreffen des Zuges dann die Durchsage, dass der RE1 heute ausnahmsweise nicht auf Gleis 4, sondern auf Gleis irgendwas einfährt. Ausnahmsweise! Mich würde wirklich interessieren, ob der RE1 in 2018 schon einmal pünktlich auf Gleis 4 abgefahren ist.
Wir standen nahe an der Treppe, flitzten sofort hinunter und auf Gleis irgendwas wieder hoch. Der Zug stand schon da, war ziemlich voll und wir stiegen in den erstbesten Wagen ein. Als wir merkten, dass wir in der ersten Klasse waren, wollten wir in den nächsten Wagen, doch da stauten sich bereits Massen, die durch die nächste Tür reinströmten. Durchkommen nur unter erschwerten Bedingungen möglich, also unter Einsatz der Ellenbogen. Am Ende der 1.Klasse im Durchgang waren links und rechts je 2 Sitze mit dem Rücken zur Wagenwand, da hockten wir uns erstmal hin und wollten warten, bis sich die Lage beruhigt hat. Aber wir staunten nicht schlecht, als noch minutenlang unzählige Völkerscharen an uns vorbei von der 1. in die 2.Klasse strömten nach dem Motto: Einfach weiter drücken und Drängeln, irgendwie passen wir rein. Kurz nachdem sich der Zug in Bewegung setzte, riss der Strom ab, wir konnten jedoch durch das Türfenster sehen, dass der Vorraum des nächsten Waggons extrem überbevölkert war. Also beschlossen wir, sitzen zu bleiben, in der 1.Klasse war gähnende Leere und wir saßen ja im Durchgang. Wenn der Kontrolleur drauf besteht, würden wir halt aufstehen und uns durch die Tür in die 2.Klasse drängen, 2 Meter Luftlinie.
Es kam niemand, uns gegenüber hatten sich zwei ältere Damen gesellt, die sich auch nicht in den Pulk drängeln wollten. Mein Kollege versuchte zwischendurch, die wahrscheinlich einzige funktionierende Toilette direkt hinter der Tür zur 2.Klasse zu besuchen. Vergeblich. Klo besetzt und fünf Wartende davor. Kein Durchkommen. Meine Blase hatte ich mittlerweile mental komplett verschlossen, die würde bis Bochum halten. Kurz vor Bochum stand dann eine streng gescheitelte Bahnbedienstete vor uns. Eine der beiden Damen gegenüber machte sich gerade noch rechtzeitig aus dem Staub. Die andere wurde belehrt, dass sie mit dem ungültigen Ticket eine Falschfahrerin sei. Sie machte gar nicht erst den Versuch, sich gegen das 60-Euro-Knöllchen zu wehren. Dann waren wir an der Reihe. Ich hatte bereits meine Jacke angezogen und wollte die 2 Meter nach drüben gehen, da erklärte sie mir, das könne ich mir sparen, wir seien Falschfahrer und würden nun belangt. Ich versuchte alles, um sie zu umzustimmen, aber da hätte ich auch mit der Parkuhr reden können. Keine Gnade, keine menschliche Regung zu erkennen. Direkt zahlen lehnte ich ab, also mussten wir unsere Ausweise vorzeigen und ich bekam ein Schwarzfahrerticket zu 60 Euro aufgedrückt, die Personalien meines Kollegen wurden ebenfalls aufgenommen. Das Ticket bekam er nicht mehr, weil wir in Bochum ausstiegen.

Wo gibt es sowas noch? Im City-Café Bochum!

Scheiß drauf, wir waren in meiner zweiten Heimat angekommen und machten uns sofort auf den Weg in die Innenstadt zum City-Café. Das liegt auf dem Weg zum Stadion und ist seit langem Pflicht bei Stadionbesuchen. Ich fühlte mich dreißig Jahre zurückversetzt. Hier ist alles geblieben wie immer. Mein Begleiter sprintete sofort in den Keller zur Toilette und strahlte erleichtert, als er zurückkam. Das war kurz vor knapp.


Nach dem Verzehr von Apfelstrudel mit (Diät-)Schlagsahne und Espresso/Cappuccino beschlossen wir, nochmal ein Stück zurück zu gehen und im Fanshöpchen zwei einfache Sitzkissen zu erstehen, denn ich erinnerte mich an die kalten Plastikstühle bei 5° Außentemperatur. Nun merkte ich, dass ich lange nicht mehr in Bochum gewesen bin. Ich verfranste mich derart in den Straßen, die von Weihnachtsmarktbuden gesäumt waren, dass ich am Ende überhaupt nicht mehr wusste, wo wir waren. Die Befragung mehrere Einheimischer brachte uns auf den Weg zurück Richtung Bahnhof und links ab an die Castroper Straße, vorbei am Planetarium und dann sahen wir schon die Flutlichtmasten des Ruhrstadions. Ein toller Anblick für mich. Ein bisschen wie heimkommen.
Im Stadion dann Block B, Reihe 14. Mitten unter blau-weißen Ruhrpottlern. Diese Sprache, welcher Wohlklang! Vor Spielbeginn, wie immer, Herbys Hymne.

TIEF IM WESTEN, WO DIE SONNE VERSTAUBT,
IST ES BESSER, VIEL BESSER, ALS MAN GLAUBT
TIEF IM WÄÄHÄSSTEN - EHENN -EHENN -EHENN
TIEF IM WÄÄHÄSSTEN - EHENN -EHENN -EHENN

Gänsehaut pur, wenn man das mit der ganzen Kurve singt. Und dann vor dem Anpfiff ein Konfettiregen in der Fankurve und auch in unserem Block direkt daneben. Wir wurden regelrecht zugeschneit und die Stimmung war sofort riesig.

Mit Ansage:
Jaaaaaaaaaaaaaa!!!!!!

Ein furioser Spielbeginn. Anstoß Bochum. Erste Aktion, direkt nach vorne gespielt, Tom Weilandt allein vor dem Auer Torwart - und schießt ihn an! Den lupft der normalerweise mit geschlossenen Augen rein!
Gegenzug Aue, 2.Minute, Schuss - Tor! 0:1! Schock!

Dann ein Spiel zum Beklopptwerden. Wieder mal einer der Tage, an denen die Jungs alles wollen, aber nix gelingt. Immer wieder verspringende Bälle, ungenaue Pässe, unbedrängte Fehlpässe direkt zum Gegner, Flanken hinters Tor. Das sind eigentlich Tage, an denen man fünf Stunden spielen kann und kein Tor schießt. Der Wille ist bei allen unverkennbar. "Kämpfen Bochum Kämpfen!". Die Fans feuern sofort nach dem Rückstand unaufhörlich an und lassen bis zur letzten Sekunde des Spiels nicht nach. Trotzdem geht man mit 0:1 in die Pause.
Der Auer Torwart spielt seit dem Führungstreffer auf Zeit, lässt sich bei jedem Abschlag endlos viel Zeit, der Schiri findet das ok, im Gegensatz zu der Fankurve, die den Torwart jedesmal wüst beschimpft. Auch scheinen einige Spieler von Aue sofort tödlich verletzt zu sein, wenn sie einmal zu fest angeguckt werden, wälzen sich im Todeskampf schreiend über den Rasen - um anschließend innerhalb einer Sekunde von den Toten erweckt zu werden und los zu laufen wie in junger Gott. Der Schiri lässt das alles durchgehen, der macht mich wütend, der blinde Sack!
Nach dem Wechsel eine noch drückendere Überlegenheit, gefühlte 80% Ballbesitz, aber keine vernünftige Flanke. Ein Abseitstor. Und dann kommt Lee! In 57. Minute wird er für den jungen Saglam eingewechselt und sofort kommt mehr System in die Angriffe. Eine Viertelstunde später ist es soweit, Tom Weilandt erzielt den Ausgleich und das Stadion steht Kopf. Regelrecht erzwungen haben die Jungs das, Respekt! Aber in der Schlussviertelstunde will der Siegtreffer trotz aller Bemühungen nicht fallen. Die 90 Minuten sind rum. 3 Minuten Nachspielzeit. Die Kräfte lassen nach. Wir haben uns mit dem Unentschieden arrangiert. Und trotzdem geht es immer wieder nach vorne. Und als die 3 Minuten so gut wie rum sind, keiner mehr damit rechnet, haut Weilandt irgendwie im Strafraum das Ding nochmal in die Maschen. Siegtor! Abpfiff! Das Spiel ist aus!


Tom Weilandt Fußballgott! Und links: Leeeeeee!

Wir können unser Glück kaum fassen, ich falle mir mit meinem Sitznachbarn, einem älteren Bochumer Original, um den Hals, wildfremde Menschen umarmen sich, unbeschreibliche Szenen auf dem Platz und auf den Rängen. Mal wieder wein Herztodspiel, wie ich schon so viele hier erlebt habe, nur wenige mit gutem Ausgang. Wir verabschieden uns noch mit Applaus von den Spielern, die vor der Kurve und Block A/B die LaOla machen. Mensch, was geht's mir gut!


Das Spiel ist AUS AUS AUS! Der Dank an die Fans.

Mein Begleiter beglückt noch einmal die Keramik im Stadion und dann marschieren wir zurück zum Bahnhof, inmitten glücklicher VFL-Fans. Unser Zug fährt fast pünktlich ab, wir achten peinlich genau darauf, in die richtige Klasse einzusteigen. Im Zug überfällt meinen Kollegen kurz vor Köln der ultimative Harndrang. Wir können ja im Bahnhof. Durch die Verspätung nur noch 8 Minuten Aufenthalt. Sollte reichen. Runter zum McClean. Scheiß auf den Euro. Collega hat kein Kleingeld. Ich geb ihm ein 2-Euro-Stück. Er geht zum Drehkreuz, um festzustellen, dass man nur 1-Euro-Münzen einwerfen kann. Mist! Dann halt im Zug!
Zurück aufs Gleis 9 D-G. Dort die Mitteilung, dass der Zug diesmal auf Gleis 7 abfährt. Kölle halt. Treppe runter, Treppe rauf. Auf Gleis 7 steht nix von unserem RE5. Dann die Durchsage, dass er doch auf Gleis 9 abfährt. Husch husch zurück. Als wir einsteigen, hat der Kollege bereits ein ganz verkniffenes Gesicht. Ich glaube, irgendwas tropft ihm aus den Ohren. Schnell mit der Jacke den Sitzplatz sichern und dann flitzt er schon los. Als er zehn Minuten später wiederkommt, hat er ein glückseliges Lächeln im Gesicht.

Zufrieden und glücklich - trotz Deutsche Bahn

Nun meldet sich auch meine Blase wieder. Mein Begleiter berichtet, dass er sich durch unseren und durch zwei weitere überfüllte Wagen quetschen musste, um den ersten funktionierenden Klo zu finden. Ich, nicht dumm, wähle den Weg in die andere Richtung. Zwei Wagen und somit zwei defekte Klos weiter stehe ich vor der 1.Klasse. Nochmal 60 Ocken nur für Pinkeln will ich nicht riskieren und mache kehrt. Zwei Wagen zurück, weitere zwei Wagen in die andere Richtung finde ich eine freie und funktionierende Toilette. Deutsche Bahn, wie sie leibt und lebt. Aber für zwei Meter zu weit weg sitzen 60 Oere pro Nase verlangen. Das zum Thema "Verhältnismäßigkeit der Mittel".

Aber jetzt ist aller Mist vergessen und vorbei. Es bleibt der schöne Moment, den ich nun daheim auf meiner Couch genieße. Und ein Dank an meine edlen Spender. Ein tolles Geschenk!

17 November 2018

Wasser und Liebe

Das sind zwei wichtige Voraussetzungen, um ein (Über-)Leben auf diesem Planeten überhaupt möglich zu machen. Dass eine junge Frau das in die Hand nimmt und einfach "macht", daraus ein Konzept für ein gemeinnütziges Unternehmen bastelt, ist mutig und vorbildlich. Heute Abend stellte Natalie in der Andernacher Mittelrheinhalle ihr neu gegründetes Unternehmen WaterLove vor.
Positiv auffällig war der große Anteil an jungen Menschen im interessierten Publikum. Die Presse war auch vertreten, ebenso wie Dr. Christoph Henrichsen, ein engagierter Stadtrat. Und einige Freundinnen und Freunde waren dabei, die Natalie auf diesem Weg unterstützt haben und dies auch weiter tun wollen.

Sie stellte sich zuerst vor und erzählte, wie es überhaupt zu diesem Schritt der Unternehmensgründung kam. Mit einem Spaziergang am Rheinufer hat es angefangen, der für sie stets ein "kleiner Urlaub" war und ist. Plötzlich fiel ihr auf, wie viel Müll und Unrat am Ufer rumliegt - und es störte sie. Sie packte an, organisierte wenig später die erste Aufräumaktion mit freiwilligen Helfern, die Andernacher R(h)einheit. Je mehr sie sich darüber informierte, was sie gegen den Müll machen kann, desto tiefer stieg sie in die Hintergründe und Ursachen ein. Schnell wurde ihr bewusst, dass es viel zu tun gibt, von der Ursachenbekämpfung bis zur Schadensbegrenzung. Nach zahlreichen Aktionen, nicht nur in Andernach, wurde ihr klar, dass sie das nicht mehr alles in ihrer Freizeit bewältigen kann. So kam es letztendlich zur Gründung von WaterLove.

Am Ende des Vortrags
Nach einer kurzen Pause stellte Natalie die konkreten Schritte, Projekte und Visionen vor, die sie angehen wird und für die sie um Mithilfe wirbt. Ich muss sagen: Wow - da packt es jemand an! Nach dem Motto "Nicht nur meckern, sondern machen!" werden in nächster Zeit einige sehr interessante Dinge anlaufen. Von ihren für 2019 geplanten monatlichen Reinigungsaktionen mit Stadt, Schulen und Unternehmen über die bereits existierende Recycling-Lösung für Zigarettenkippen (von deren Gefährlichkeit und dem Ausmaß ich vorher nichts ahnte) und dem Pfandsystem für alte Autoreifen bis zur Vision der Auffangnetze an Brücken - die Frau geht die Dinge an!
Ich habe das Gefühl, dieser Abend hat bei allen Besuchern Wirkungen hinterlassen, und bin mir sicher, dass Natalie heute weitere Unterstützer gefunden hat. Ich wünsche es ihr - und bin natürlich dabei.

11 November 2018

Lesung im Schlösschen

Wir - auf einem Plakat - schon wieder!

Das Schlösschen im Park der Barmherzigen Brüder in Saffig wurde kürzlich renoviert und seiner neuen Bestimmung als Kulturort übergeben. Ein schöner geschichtsträchtiger Ort, in dem mein Halbgroßneffe vierten Grades uns eine tolle Führung durch die Historie gab. Anschließend bekamen wir die Chance, aus unseren Werken vorzulesen.
Nach unserer ersten "offiziellen" Lesung vor lebendigem Publikum in der Kulturnacht  konnten wir uns heute beim zweiten Gig eigentlich schon wie routinierte alte Hasen fühlen.
Dass hier der Wunsch Vater des Gedankens war, bemerkte ich etwa zehn Minuten vor dem Start unserer Lesung. Ich hatte mich bereit erklärt, als Erster zu lesen, und staunte nicht schlecht, als ich die voll besetzten Reihen sah. Mit so viel Resonanz hatten wir alle nicht gerechnet.

Pascal (Halbgroßneffe) und Gabi - die Routiniers


Pascal eröffnete für das Haus die Lesung, Gabi moderierte gewohnt gut und routiniert an, und dann saß ich schon da und durfte eine Episode aus dem "Haus der Glücklosen" vortragen.

Ich - allein vor Publikum

Die Nervosität verflog, als ich das Gefühl hatte, mein Vortrag kommt beim Publikum an. Ich konnte ich mir sogar an der ein oder anderen Stelle das Lachen nicht verkneifen, aber das nahm mir wohl keiner für krumm. Ich wurde mit Applaus bedacht, so wie auch alle Anderen aus dem Kurs, die sich anschließend trauten, aufzutreten.
Nach vier Vorträgen wurde eine Kaffee- und Pinkelpause eingelegt, und in dieser bekam ich sehr positive persönliche Rückmeldungen aus dem Publikum, das fühlte sich richtig gut an. Auch die nächsten vier Vorleser ernteten Applaus, und ich hatte das Gefühl, dass wir das Publikum wirklich erreicht hatten.

Ich setzte anschließend das Trio Ollisabella unversehrt daheim ab und bin seitdem im Chill-Relax-Status mit einer selbstgemachten Käse-Lauch-Mett-Suppe, gutem Espresso und The Voice of Germany.

10 November 2018

Zwischen Elektronenpaaren und Quantenmechanik

Der diesjährige Besuch der "Nacht der Technik" im Technologiezentrum der Hwk musste leider ohne Fabi stattfinden, die dem Terminstress Tribut zollen musste. Kumpel Mike T-Bone war jedoch wieder dabei, und wir haben viel Interessantes zu sehen und zu hören bekommen. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre verkürzten wir diesmal unser Programm ein wenig, denn unsere maximale Aufmerksamkeitsspanne hat sich in den letzten Jahren reziprok zum Lebensalter entwickelt.
Eine super Eröffnung war um 16:15 die Präsentation der senseBox, welche von der Uni Münster in Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen entwickelt wurde. Eine digitale Umweltsensor-Box zum Selbstbauen und selbst programmieren, alles auf OpenSource-Basis, verbunden mit einem Konzept für Schulen. Ich werde mal an den Andernacher Schulen nachfragen, ob man da bereits mit dabei ist.
Weiter ging es mit Klaus Völkel, dem Betreiber der Sternwarte in Sessenbach, der uns allerhand Wissenswertes über die großen Events am Himmel vermittelte, die Sonnen- und Mondfinsternisse, die uns bald wieder bevorstehen.
Danach schnappten wir etwas frische Luft und gönnten uns eine Stärkung in der Mensa. Dann wurde es lustig, ein holländischer Forscher präsentierte auf sehr amüsante Weise verblüffende Parallelen zwischen Elektronenpaaren und menschlichen Paaren, wobei er gerade bei der technisch notwendigen Trennung dieser (Elektronen-)Paare auf einen reichlichen persönlichen Erfahrungsschatz bzgl. menschlicher Paare zurückgreifen konnte.

Beziehungen von Paaren aller Art
Danach benötigten wir dringend eine Koffeinspritze, die wir uns an der Kaffeebar im 2.Stock gönnten. Sowohl Kaffee als auch Espresso waren suboptimal, was den positiven Gesamteindruck nicht trüben sollte.

Brain Ticket beim Kaffee
Die Krönung des Abends kam um 20:30, als Prof. Dr. Hendrik Bluhm uns einige Takte zum Quantenmechanischen Computer erzählte. Ich hab einiges verstanden, hatte aber hinterher mehr offene Fragen als zuvor. Wow! Der Saal war richtig voll, an den Rändern und hinter der Bestuhlung standen die Zuhörer in mehreren Reihen. Wir wurden in ein Paralleluniversum entführt, irgendwo zwischen Schrödingers Katze und Douglas Adams' "42". Unfassbar, was dieb Quantenphysiker mittlerweile wissen:
Dass z.B. in 300 QuBits mehr Informationen stecken als das Universum Atome hat. HÄÄ !?!?!
Oder dass man, wenn man mal 100 QuBits vernetzt am Laufen haben sollte, sich Anwendungen ausdenken muss, für die es überhaupt Sinn macht, mit dieser Power zu arbeiten. 42 eben.
Frische Luft macht den Kopf wieder frei - hoffentlich
Nach dem Ende des Vortrags gleicht mein Kopf einem großen ungelösten Problem. Heavy duty brain overflow. Wir beschließen, diesen tollen Abend damit ausklingen zu lassen und zu versuchen, wieder beide Beine auf den Boden zu kriegen.