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13 Juni 2025

Von Pinguinen im Buchhandel bis zu Heilsteinen in der Kunstgalerie

Nachdem sich in der letzten Woche die unschönen Nachrichten über Erkrankungen und Sterbefälle gehäuft hatten, ging es in dieser Woche wieder um Einiges erfreulicher zu. Schöne Begegnungen und Frischluftrunden, Leckeres zum Futtern, alles mit Freundinnen und Freunden, so lässt es sich aushalten. Zum heutigen Start ins Wochenende holte ich mittags beim BIO-Bauern meines Vertrauens ein paar bestellte Kleinigkeiten ab, wo ich mit Doris eine weitere Leseratte ausfindig machte. Auf dem Rückweg erledigte ich noch einen kleine Einkauf bei alnatura, so dass ich nachmittags zu Hause erschöpft in den Sessel sank und mir eine Stunde Augenpflege gönnte, die auch dringend nötig war. 

Das Anker-Brett

Um halb fünf drehte ich eine kleine Runde durchs Städtchen, wo ich vor der Buchhandlung meines Vertrauens wieder einmal Erstaunliches vorfand. Wie denkt sich Nicole immer wieder solche weisen Sprüche aus?

Ich widerstand der Versuchung, kurz in der Buchhandlung reinzuschauen, denn ich weiß ja, wie das endet. Obwohl ich sie schon mehrfach deswegen gerügt habe, steht immer wieder ein Büchertisch direkt hinter dem Eingang, an dem man eigentlich nicht vorbeigehen kann, ohne etwas mitzunehmen. Auf Anhieb sehe ich dort immer einige Bücher, die ich alleine vom Titel her schon mitnehmen möchte.


Also ging ich schnell weiter - und weiß doch schon, dass ich wiederkomme und der Verlockung nicht widerstehen kann. Auf dem Weg durch die Rheinstraße hinunter zum Rhein endete dann der Traum von der Runde in den Rheinanlagen, als ich an der Galerie CR vorbeikam und die vielen tollen Bilder sah. 

Galerie CR - eine Bereicherung der Rheinstraße

Die freundliche Frau, die heute Nachmittag Dienst hatte, ist eine frühere Kollegin von mir und so verbrachte ich ein schönes Plauderstündchen in der Sitzecke. Im Lauf unserer Unterhaltung offenbarte ich Brigitte meine zunehmende Vergesslichkeit, als ich sie auf den Chalaktit ansprach, den ich vor einiger Zeit bei ihr erworben hatte und den ich seitdem immer in der Hosentasche trage. Brigitte verkauft nämlich in der Galerie auch ihr breites Sortiment an Schmuck- und Heilsteinen. Zuerst klärte sie mich darüber auf, dass der Stein nicht Chalaktit, sondern Chalcedon heißt. Wenn sie es mir nicht aufgeschrieben und mitgegeben hätte, hieß er heute Abend wahrscheinlich schon wieder Charles de Gaulle oder so ähnlich.

Und dann zeigte sie mir DEN Stein gegen das Vergessen, den Fluorit, den sie in mehreren Variationen vorrätig hatte. Selbstredend verließ ich um sechs, als der Laden schloss, die Lokalität glücklich und zufrieden mit einem Fluorid an einem orangenen Lederband um den Hals - und einem Bergkristall zum Aufladen des Steins.

Eine tolle Galerie - klein aber fein

Ich war früh zu Hause, so dass ich mir nach einem großen bunten gemischten frisch zubereiteten Salat und einem Rindersteak als kleine Beilage noch eine kleine Runde in den Rheinanlagen gönnen konnte, bevor es richtig dunkel wurde.

So kann man das Wochenende einläuten.

06 Juni 2025

Es begann mit Mangold und HARTEN KÖRNERN ...

Ausschlaftage nach RAG sind doch die schönsten Tage, echt jetzt. Auch wenn der BIO-Bauer meines Vertrauens in meinem Heimatort mittags kurz davor war, eine Vermisstenmeldung aufzugeben, da er meine Formulierung "Ich komm gegen Mittag das bestellte Gemüse abholen" etwas zu wörtlich genommen hatte. Zur Ergänzung meiner Wochenlieferung ergatterte ich Mangold, Kohlrabi, Petersilie und Rucola und erhielt sogar noch ein paar Lauchzwiebeln gratis dazu, das wird ein Gaumenschmaus, sag ich Euch.
Nachdem ich den Oldies auf dem Friedhof Guten Tag gesagt hatte, legte ich auf dem Rückweg beim Gewürzladen von HARTKORN noch einen Zwischenstopp ein. Seitdem ich hier kürzlich zum ersten Mal das Persische Blausalz gekostet hatte, weiß ich endgültig, dass Salz nicht gleich Salz ist. Und das in sauberer BIO-Qualität. Steht BIOLOTTA drauf, ist aber von Hartkorn.

Wieder daheim besuchte ich die gute Fatma Bilgi, die mir für die abgeholte Bügelwäsche sogar einen großzügigen Stammkundenrabatt gewährte. Außerdem kann sie besser rechnen als ich. Sagt sie.

Dass ich nachmittags zu Hause von einer plötzlichen Müdigkeitsattacke dahingerafft wurde, ist für freilaufende Rentner wie mich überhaupt kein Problem. Im gemütlichen Sessel mit hochgelegten Beinen vor der offenen Balkontür wollte ich eigentlich noch etwas lesen, sobald ich das angefangene Sudoku fertig gelöst habe. Es endete nach anderthalb Stunden damit, dass ich nach dem Aufwachen den Stift  auf dem Boden suchen musste, da er mir wohl irgendwann aus der Hand gerutscht war.

Der Hunger hatte mich wohl geweckt. Von vorgestern war noch eine Riesenportion Ofengemüse übrig, die wieder aufgewärmt noch besser schmeckte. Trotz Espresso hinterher spürte ich nach dem Essen wieder eine aufkommende Müdigkeit, das muss wohl am Wetter liegen. Aber diesmal rappelte ich mich auf und beschloss, eine schöne Abendrunde im ruhigen Städtchen zu drehen, damit heute wenigstens ein paar tausend Schritte auf meinen Zähler kommen. Gesagt getan. Am Güterbahnhof wunderte ich mich schon darüber, dass fast alle Parkplätze belegt waren. Wenig später sah ich mich mit diesen Bildern konfrontiert:

Ja was war denn hier los? Den beschaulichen Abendspaziergang konnte ich mir abschminken. Zwischen den Menschenmengen wummerten dicke Boxen ein unüberhörbares Geschepper in meine nicht  mehr vorhandenen Gehörgänge. So langsam dämmerte es mir: Haben wir etwas Freitag? Den ersten Freitag im Monat? Ok, first friday at it's best. Fiesta Shopping war das Motto, das hatte ich irgendwo in den Vorankündigungen gelesen. Aber muss das gerade heute sein?
Andererseits, alle Leute waren bester Laune und unterhielten sich lautstark, um die Boxen zu übertönen. Ok, da muss ich jetzt durch. Ich kam bis ztum Verkaufsstand von AnJu, als der Akku des Cochlea Implantats piepsend sein Ende ankündigte. Zum Glück konnte ich am Verkaufstisch der Sommersprosse schnell den Akku wechseln, im laufenden Betrieb sozusagen. 

Schnappschuss mit Irene

Dann machte ich mich schnell auf den Weg zu einer mir bekannten Oase im Lärm: Im kleinen Antiquariat Jona wurde ich von Ursula und Irene mit offenen Armen empfangen. Es waren einige Besucher im Laden, aber die Musik und der laute Gesprächspegel von den Straßen drangen nicht bis ins Künstersgäßchen durch. Nach einer kurzen Pause zum Luftholen machte ich mich auf den Weg, da mein Schrittzähler noch nicht weit gekommen war. Dabei begleitete mich Mattes, der mit seinen Kindern ebenfalls im Antiquariat unterwegs war, nach draußen zum Hügelchen, wo seine Gattin, meine Ex-Kollegin Nina, sich mit anderen Girlies vergnügte. Auch hier ein freudiges Wiedersehen und ich weiß nun, wer mich im Falle des Falles trauen soll, wenn ich doch noch auf dumme Ideen kommen sollte.

Als ich nach einer kleinen Runde wieder ans Antiquariat zurück kam, inspizierte ich dort mehrere Heimatjahrbücher und wurde sogar in zweien fündig. Als wenn ich nicht schon zu viel zum Lesen hätte, aber was soll's, was sein muss, muss sein.

Zum krönenden Abschluss betraten dann Christiane und Christoph den Laden, mit denen ich zuletzt nach der Koblenzer Buchmesse eine denkwürdige Heimfahrt hatte. Die schönen Begegnungen rissen heute nicht ab.

Nachdem ich diese Zeilen geschrieben habe, freue ich mich auf den morgigen Spätstücksbesuch einer lieben Freundin und auf den Marktbesuch bei Walli. Das Leben ist schön.

02 April 2025

Von Rummikub über Nusstaler bis zu Betty Blue

Als mich am RAG-Sonntag, am Sabbat, spätnachmittags die Nachricht meiner Freundin Ännchen erreicht, dass sie ganz in der Nähe sei und gerne eine Partie Rummikub (oder drei) gegen mich verlieren spielen möchte, dann war das: Die Krönung eines perfekten Gammeltags!

So konnte ich gut ausgeruht und mit einem Siegerlächeln auf den Lippen in den Montag starten. Um zehn erwartete ich eine liebe Frühstücksbesucherin aus meiner alten Heimat, die mich obendrein noch mit leckeren Sachen beschenkte. So wurde der Montag fast wie ein zweiter Sonntag, Allerdings drehten wir nachmittags ein großes Stadtründchen, so dass auch mein Schrittzähler abends den grünen Haken dahinter machte. Unterwegs dann eine richtig tolle Sache:  Das Andernacher Reformhaus meines Vertrauens hat tatsächlich wieder die Nusstaler in dunkler Schokolade im Sortiment! Das musste ich mit der guten Frau Hoffmann im Bild festhalten, denn sie hatte dies auf meine Bitte hin veranlasst.

Müsst ihr probieren, exzellent!

Die Teile sind das Non-plus-Ultra meiner Nuss-Snacks und ich habe sie sehr vermisst, seitdem die Bäckerei Fedl von Ulrike übernommen wurde. Aber nun gibt es sie wieder in Andernach, im Reformhaus Reinhard. Danke, Frau Hoffmann. Mit ihrer Auskunft, die seien sehr lange haltbar, behielt sie allerdings nicht recht. Sobald ich die Leckerlis zu Hause hatte, unterlagen sie einem schnellen natürlichen Schwund 😋😋😋. Dies war für uns natürlich Anlass, nach unserer Frischluftrunde eine schöne Espressopause zu Hause einzulegen und dabei das köstliche Gebäck zu verkosten. Auch für eine kleine Küchenlesung war noch Zeit, für die ich ein positives Feedback erntete. 

Abends freute ich mich wieder auf den Besuch des Schreibkurses in der Andernacher VHS. Nachdem ich längere Zeit einfach nicht die Muse dafür hatte, mich mit der Fertigstellung meines Romanskripts zu beschäftigen, hatte ich diesmal einen neuen Anlauf genommen und konnte die erste Traumpassage des Textes vortragen und zur Diskussion stellen. So wurde auch der Montag zu einem klasse Tag.

Den Dienstag nutzte ich zum Ausschlafen, sehr wichtig für Rentner, wie ihr wisst. Nachmittags erwartete ich meinen KLB und die gute Gaby zum Familienforschungsworkshop, den wir seit einer Weile einmal im Monat durchführen. Und wieder kamen für alle drei Forscher interessante neue Erkenntnisse heraus. Das gemeinsame Forschen bewährt sich.

Die vertieften Familienforscher*Innen

Die zwischenzeitliche Stärkung mit Kaffee und Gebäck (auch das mit dem natürlichen Schwund) trug zum guten Arbeitsklima ebenso bei wie mein abendlicher Gang zum Döner am Wasserturm, die Dönerteller mit Pommes und Salat waren mal wieder Spitze. Tja, man gönnt sich ja sonst nix 😊. Es war draußen dunkel geworden, als wir den Tag mit einem guten Espresso beschlossen und uns voneinander verabschiedeten.

Heute konnte ich mir wieder einen schönen Ausschlaftag gönnen und dem RAG Folge leisten. Stressfrei bereitete ich nachmittags das wöchentliche Ofengemüse-Ritual mit Ännchen vor, die nach der Arbeit eine  solche Stärkung gut vertragen kann. Diesmal ohne Kartoffeln, Lauch, Fenchel, Pak Choi, Staudensellerie und Lauch, stattdessen eine große Süßkartoffel, Betty Blue Kürbis, Pastinaken, Wurzelpetersilie, Sellerie, Kohlrabi, Topinambur, schwarzen Rettich, Radieschen, Zucchini, Aubergine, rote und purpurne Möhren, Rote und gelbe Bete, Brokkoli, rote, gelbe, grüne Paprika, Ziegen-Feta, alles vorher gut in Olivenöl eingelegt und gewürzt mit Hartkorn Curry Oriental-Mischung, Salz und Pfeffer.
Dazu zwei verschiedenen Curry-Saucen und Kräutersalz aus Ebels Garten auf dem Tisch. Alles natürlich in BIO-Qualiträt. Ich kann Euch sagen, es hat uns sehr lecker geschmeckt, ebenso der anschließende Espresso Furioso. Toll, dass meine Gästin dann die glorreiche Idee hatte, noch eine Runde Rummikub dranzuhängen, denn sie wollte auch mal wieder gegen mich gewinnen. Da ich die ersten vier Spiele souverän gewann, kam sie erst im fünften Spiel zum Zug, ohne meine Führung in der Gesamtwertung ernsthaft zu gefährden. Wieder ein sehr schöner Tag. So kann es weiter gehen.

06 Januar 2025

Aktualisiert: Berührende Bücher

Update vom 06.01.2025:

Beim Suchen einer Buchrezension kam mir der Gedanke, endlich mal eine Liste meiner Lieblingsbücher aufzustellen, genauer gesagt der Lieblingsbücher der letzten 20 Jahre. Das war im Jahr 2016. Denn erst im Jahr 1996 hatte mich meine alte Liebe dazu gebracht, überhaupt mal etwas anderes als Fachliteratur, Tageszeitung und Rolling Stone in die Hand zu nehmen.
Das schaffte sie, indem sie mir den kleinen Hobbit schenkte. Dafür (und für vieles andere) bin ich ihr bis heute dankbar. Die Geschichte von Bilbo Beutlin hat mich damals so gefesselt, seitdem kann ich mir ein Leben ohne Bücher nur noch schwer vorstellen.
Auf eine Reihenfolge möchte ich nicht festlegen. Zum Einen fehlt mir jegliches literarische Grundwissen, zum Anderen hängt es auch oft von der aktuellen Befindlichkeit ab, wonach einem gerade der Kopf steht. Daher geht diese Liste auch querbeet durch alle Genres.

Da ich in den letzten Jahren sehr viel Glück bei der Auswahl meines Lesestoffs hatte, musste ich die Liste immer wieder ergänzen und aktualisieren. Gerade jetzt sind mir wieder tolle Bücher eingefallen, die ich vergessen hatte. Die hinzugekommenen Bücher wurden eingefügt und grün hinterlegt:


Science Fiction/Fantasy:
Der Hobbit + Der Herr der Ringe - J.R.R. Tolkien
Otherland - Tad Williams
Der RAMA-Zyklus - Arthur C. Clarke
Die Zeit-Verschwörung - Stephen Baxter
Zeitstürme - Kage Baker
1Q84 - Haruki Murakami
Die Chroniken der Zeitpatrouille - Poul Anderson
Enders Spiel - Orson Scott Card
Alles, was wir geben mussten - Kazuo Ishiguro
Replay - Das zweite Spiel - Ken Grimwood
Schattenklänge - Lewis Shiner
Die Mitternachtsbibliothek - Matt Haig
Per Anhalter durch die Galaxis - Douglas Adams
Die Anomalie - Hervé Le Tellier
Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv + Folgebände - Jody Taylor

Romane/Lebensgeschichten:
Die denkwürdige Geschichte der Kirschkernspuckerbande - Gernot Gricksch
Becks letzter Sommer - Benedict Wells
Liegen Lernen - Frank Goosen
Raketenmänner - Frank Goosen
Förster, mein Förster - Frank Goosen
Weil Samstag ist - Frank Goosen
Radio Heimat - Frank Goosen
Herr Lehmann - Sven Regener
Emmas Glück - Claudia Schreiber

Gott bewahre! - John Niven
Alte Liebe - Elke Heidenreich
Eine wie Alaska - John Green

Neunzehn Jahre - Claire Larsen

Diese gottverdammten Träume - Richard Russo
Ein Mann der Tat - Richard Russo
Ein grundzufriedener Mann - Richard Russo
Im Schatten des Vaters - Richard Russo
Mohawk - Richard Russo
Das Lied der Weite - Kent Haruf
Unsere Seelen bei Nacht - Kent Haruf
Kostbare Tage - Kent Haruf
Abendrot - Kent Haruf
Ein Sohn der Stadt - Kent Haruf
Das Band. das uns hält - Kent Haruf
Versehrte Seelen - Gabriele Keiser
Der Fluch des David Ballinger - Louis Sachar
Löcher - Louis Sachar
Kleine Schritte - Louis Sachar

Und Gott sprach: Wir müssen reden! + Folgebände - Hans Rath
Saufen nur in Zimmerlautstärke - Hans Rath
Im nächsten Leben wird alles besser - Hans Rath

Alte Sorten - Ewald Arenz
Der große Sommer - Ewald Arenz
Die Kinder hören Pink Floyd - Alexander Gorkow

Die Geschichte von Kat und Easy - Susann Pásztor
Ein fabelhafter Lügner - Susann Pásztor

Stay away from Gretchen - Susanne Abel
Blackbird - Matthias Brandt
Vom Versuch einen silbernen Aal zu fangen - Janine Adomeit
Geschenkt - Daniel Glattauer
Rheinblick - Brigitte Glaser


Der betrunkene Berg - Heinrich Steinfest
Melodie meines Lebens - Antonie Laurain
Desert Moon - James Anderson
Paradise Garden - Elena Fischer

Romane mit Regionalbezug:

Kindheitsroman (+Folgeromane) - Gerhard Henschel
Bäckersmann und Tagedieb - Guido Theodor Krämer
Kalt fließt die Mosel - Petra Reategui
Hofmaler (Das gestohlene Leben des Feodor Ivanoff genannt der Kalmück) - Petra Reategui
Fräulein Liebe Bd.1 + 2 - Susanne Esser

Im Sog des Mahlstroms - M
Im Tosen der Flut - M
Schuld ohne Sühne - Angelica Netz

Bestimmt hab ich noch genau so viele Bücher vergessen. Schreibt mir bitte Kommentare, wenn Ihr zu wissen glaubt, was ich vergessen hab.


01 November 2024

Bilder einer Jahreszeit

In den letzten Tagen wurde mir der Wechsel der Jahreszeiten sehr deutlich vor Augen geführt. Wie schön war der Dienstag Nachmittag, an dem ich sogar eine Lesestunde vor der Buchhandlung meines Vertrauens genoss, bei Espresso, Capuccino, Sonne und blauem Himmel. Dazu guter Lesestoff, das war mal wieder Futter für die Seele.

Dieses Futter kann ich auch in solchen Zeiten gut gebrauchen, wenn der Herbstblues immer öfter seine dunklen Seiten zeigt.

Wenn man diese Bilder sieht, kann man kaum glauben, dass die kurz vor Hallo Wien, Tutti Santi und Lost Souls gemacht wurden.


Willkommen in Eden Lake

Zwei Tage später blieben mir zum Glück die Kürbismonster erspart, aber das Wetter war bereits komplett umgeschwenkt. Heute war es bereits beim Aufstehen kurz nach Mittag diesig und dunkel, und daran änderte sich auch nichts mehr. Eine passendere Kulisse für Allerheiligen hätte man sich nichtz ausdenken können. Da mein Schrittzähler auch nachmittags noch eine beängstigend kleine Zahl anzeigte, zwang ich mich doch noch zu einer kleinen Frischluftrunde durch die Stadt und am Rhein.

Das nasskaltdiesige Wetter machte auch Sigi zu schaffen. Keine Schiffsgöttin beehrte ihn an diesem traurigen Tag.

Kurz nach fünf am Bollwerk

Grau in Grau, wohin man auch sieht.

Auch das Ausflugsschiff konnte mit seinen bunten Lämpchen keine freudige Atmosphäre schaffen.

Am Kleinen Deutschen Eck hatte irgendwer etwas zusammengebaut, das fast wie ein Gestell für Trauerkränze anmutete, passend für diesen Tag.

Nach einer Viertelstunde Fußweg war es so dunkel geworden, dass ich kehrt machte.

Überall waren mittlerweile die Laternen und Lichter angeschaltet, sonst hätte man die Hand vor Augen kaum mehr gesehen. Erstaunlich, wie schnell aus grau schwarz werden kann.

Der Blick nach Süden in Richtung des Runden Turms war noch ein wenig freundlicher, das warme Licht, mit dem der Turm angestrahlt wird, hat auch wieder etwas melancholisch Schönes.

Wieder zu Hause angekommen, fühlte sich wie neun Uhr abends an, dabei hatten wir noch nicht mal sechs Uhr. In meinem gemütlichen Häuschen fühle ich mich jedoch sofort wohl. Das leckere Rindersteak von Walli tut sein Übriges dazu.

Nun freue ich mich auf den KLB, der mich morgen zum Samstagsritual besucht und auf meinen VfL, der morgen Nachmittag den ersten Sieg für diese Saison einfahren wird, HACH!

27 Oktober 2024

Vom KLB zur Buchmesse

Mein Kleiner Lieblings-Bruder hatte gestern vorgeschlagen, unser samstägliches Frühstücksritual auf heute zu verschieben, um jeglichen Morgenstress vor unserem gestrigen Hausflohmarkt zu vermeiden. Ich muss gestehen, der KLB hat manchmal richtig gute Ideen. So konnten wir uns eine Stunde mehr Schlaf gönnen und es beim Spätstück richtig gemütlich angehen lassen.

Tiefenentspannt setzte mich der Kleine danach in Koblenz vor der Heinz-Moser-Halle ab, wo ich einen Rundgang über die 1. Koblenzer Buchmesse machte. 

Hier fand die Premiere statt

Ich hatte mir fest vorgenommen, heute kein weiteres Buch zu kaufen, da mein SuB längst wieder gigantische Höhen erreicht hatte. Es herrschte reger Andrang in der Halle, wie man schon am Einlass erkennen konnte.

Viele Schreiberlinge und Verlage hatten sich eingefunden, um ihre literarischen Erzeugnisse zu präsentieren. Ich hatte unterwegs einige nette Smalltalks mit verschiedenen Autor*Innen und auch mit einigen Freundinnen aus unserer Schreibgruppe, die sich hier ebenfalls Anregungen holten. An einem besonders interessanten Stand fanden wir uns zu einem Gruppenfoto zusammen. Hier präsentierten Dagmar Pascher und Gabriele Keiser ihre Werke - und ich durfte mich zusammen mit Karin, Gerda und Antje darüber freuen. Tanja und Michael waren ebenfalls auf der Messe, so dass unsere Schreibgruppe heute sehr gut vertreten war.

Strahlende Gesichter

Die beiden lasen auch später noch aus ihren Werken vor, was ich aufgrund eines wichtigen Folgetermins leider nicht mehr miterleben konnte. 

Ein weiteres Highlight für mich war es, das Mendiger Autorenduo Claire Larsen persönlich kennen zu lernen. Da ich bei amazon grundsätzlich nicht mehr bestelle, hatten die beiden mir ein signiertes Exemplar ihres Debutromans aus ihrem Bestand versandkostenfrei zugeschickt. Und ich kann sagen, dass mir das Buch sehr gut gefällt, nachdem ich es bisher zur Hälfte gelesen habe.

Sowohl Larsen als auch Claire waren sehr nett und freuten sich über meine positive Bewertung, akzeptierten aber auch meine Kritik an amazon und meine Anmerkungen zu kleineren kosmetischen Korrekturmöglichkeiten.

"Neunzehn Jahre" von Claire Larsen - meine Empfehlung - wenn man es in der Mendiger Buchhandlung Waldecker und nicht bei amazon kauft.

Michaels Bild von der Galerie aus zeigt nochmal, wie gut der Besuch heute war.

Nach etwa einer Stunde machte ich mich auf den Heimweg und hatte tatsächlich nur ein kleines Buch gekauft. Ich hatte reichlich Pufferzeit eingeplant, wollte ich den Heimweg doch mit dem ÖPNV absolvieren, und mit dem hab ich ja so meine Erfahrungen.

Der Fußweg zum Löhr-Center war schnell absolviert. Ich hatte zwar in der Zeitung gelesen, dass es für die Strecke zwischen Andernach und Koblenz einen Schienenersatzverkehr gäbe, aber meine Bahn-App auf dem Handy zeigte zuverlässig an, dass die Regionalbahn ab Koblenz-Stadtmitte fahren würde. Am Haltepunkt hinter dem Löhr-Center wunderte ich mich anfangs schon ein wenig, dass ich ganz allein auf dem Bahnsteig stand und auf der Anzeige immer nur die Uhrzeit präsentiert wurde. Weitere Blicke in meine BahnApp offenbarten dann, dass der Zug nun doch ausfällt und durch einen Schienenersatzverkehr, also einen Bus, ab dem Busbahnhof Stadtmitte ersetzt wird. 

Kein Problem, ein kurzer Sprint um das Löhr-Center und schon stand ich im Busbahnhof Stadtmitte. Hier sind die verschiedenen Bussteige von A bis G sauber gekennzeichnet. Leider stand in der BahnApp nicht, auf welchem Steig mein Bus abfahren sollte. Wäre ja auch zu einfach gewesen. So schaute ich mir bei einer Rundreise alle Aushänge an - und fand nirgendwo einen Hinweis auf den SEV (Schienenersatzverkehr). 

Auch kein Problem, dann frage ich halt den nächsten Busfahrer, der hier eintrudelt. Leider konnten mir die nächsten 3 Busfahrer nichts dazu sagen oder sie verstanden meine Frage erst gar nicht. Nur einer der Fahrer meinte, dass der SEV vielleicht auf der anderen Straßenseite abfahre, war sich aber nicht sicher.

Da die angesagte Abfahrtszeit des Busses eh schon überschritten war, beeilte ich mich, die Straße ohne Nutzung der Unterführung zu überqueren. An den hiesigen Bussteigen H, K und L fand sich ebenfalls keinerlei Hinweis auf den SEV. Ein gut versteckter Hinweis in der BahnApp sagte mir nun, dass SEV-Busse den Haltepunkt Stadtmitte gar nicht anfahren, sondern nur am Hauptbahnhof bestiegen werden können. Ein ebenfalls suchendes Paar in meinem Alter fiel mir auf, weil sie auch ratlos wirkten. Im Gespräch erfuhr ich dann, dass sie ebenfalls nach Andernach wollen. Als ich den beiden erzähle, dass wir lt. meiner BahnApp zum Hauptbahnhof müssen, stellen wir fest, dass in der BahnApp der Frau nichts davon steht. Irritierend.

Die Frau geht zu einem gerade einfahrenden Bus, als der Mann und ich vor uns auf der Straße liegend eine laminierte Seite entdecken, die sich tatsächlich als SEV-Fahrplan entpuppt. Hier ist klipp und klar ersichtlich, dass unser Bus auf Bussteig B abfahren wird. Ich sprinte sofort wieder über die Straße zurück auf die Seite des Löhr-Centers, um den Bus, sollte er gerade dort einfahren, solange aufhalten zu können, bis die beiden nachgekommen sind. 

Als ich gerade auf der anderen Seite ankomme und zurückblicke, winkt mir der Mann zu und zeigt an, dass der gerade dort eingefahrene Bus, den seine Frau gekapert hat, der richtige sei. Also wieder kehrt marsch und am Ende sitzen wir glücklich zusammen in einer Dreier-Sitzgruppe im Bus nach Hause. Der Mann hatte noch versucht, den Busfahrer dazu zu bewegen, die fehlenden und falschen Hinweise doch bitte an seine Zentrale zu melden, doch dieser reagiert zuerst gar nicht und dann ziemlich ungehalten. Ich hatte den Eindruck, dass er aufgrund seiner anderen Muttersprache überhaupt nicht verstehen konnte, was der Mann ihm sagen will.

Egal, wir haben es geschafft, alle Klippen zu überwinden die uns von der DEUTSCHE BAHN in den Weg gelegt worden waren. Irgendwann sagt der Mann: "Kennen wir uns nicht?" und ich antworte "Christoph?". Ja, wir kennen uns, der letzte Kontakt ist aber bereits einige Jahre her. Eine sehr erfreuliche Begegnung mit den Beiden endet mit einem Stück gemeinsamen Heimwegs vom Andernacher Bahnhof aus, den wir störungsfrei erreichen.

Das Timing ist perfekt. Mir bleibt zu Hause noch genügend Zeit, um meine blau-weiße Kluft anzulegen, mit der ich dann meinen Freund und Ex-Kollegen Luca Thomi besuche. Er ist Bayern-Fan und wir wollen uns das heutige Aufeinandertreffen unserer Lieblingsvereine zusammen anschauen. Ich komme rechtzeitig vor dem Anpfiff bei ihm an, werde mit Kuchen und Kaffee empfangen, den wir während der ersten Spielminuten genießen. Nachdem ich mit 2 Stück tollem glutenfreien Kuchen, 1,5 Tassen Kaffee und 1,5 Gläsern Mineralwasser verwöhnt wurde, endet das Spiel mit 0:5, was der Summe der Verwöhn-Einheiten entspricht, die mir kredenzt wurden. Das fällt mir aber erst auf, als ich nach dem Spiel wieder zu Hause bin. Beim nächsten Aufeinandertreffen sollte ich besser den Kuchen mitbringen.

Aber Ihr wisst ja, das wichtigste Wort im Leben eines VfL-Fans ist:

TROTZDEM!

28 September 2024

Familientrip im Rauscherpark

Nachdem ich mich heute in aller Herrgottsfrühe auf dem Wochenmarkt bei Walli und Achim mit Rinderfenchel-Salami und naturtrübem Leindotteröl eingedeckt hatte, besuchte ich noch das Reformhaus meines Vertrauens und musste mittags dem frühen Aufstehen meinen Rabatt zollen. Wollte ich doch meinen erwarteten Verwandtschaftsbesuch ausgeruht und unternehmungsfreudig begrüßen.

Nach einem wunderbaren Mittagsschläfchen dufte ich dann meine Nichte Astrid und meinen Neffen Bertram in die Arme nehmen. Schade, dass Gaby und der KLB verhindert waren, sie wären auch gerne dabei gewesen.

So konnte ich die beiden Mitglieder der großen Nachtsheim-Familie zu einer Spazierrunde durch den Rauscherpark animieren, der auch deren Gefallen fand.

Besonders auf dem Skulpturenweg gibt es bekanntlich einiges zu bestaunen, so auch die große Basaltkopf-Mundschaufel, in der ich die beiden ablichten durfte.

Ich selbst kann diese aufgrund meines fortgeschrittenen Alters nur über die seitlich angebrachte Aufstiegshilfe betreten, aber die beiden Jungspunde machten mir mit direktem Hochziehen und gekonntem Flic-Flac vor, wie ich das früher einmal gekonnt haben sollte.

Nachdem wir eine gemütliche Runde gedreht hatten, gönnten wir uns eine Pause am beschaulichen Ententeich. wo wir Schwäne, Enten und Nutrias zuschauen durften.

Hape und die Familienforschung

Auf dem Heimweg konnte ich die beiden auch noch zu einem glutenfreien Kaffee-Klön in Pillonia bewegen, wo mich Astrid dann mit einem sehr schönen Mitbringsel überraschte.

Ohne dass wir vorher darüber gesprochen hätten, hatte sie zielsicher das Buch ausgesucht, welches ich noch nicht gekauft hatte, was aber als Nächstes auf meiner Einkaufsliste stand.

Wahrscheinlich sind wir innerhalb der Familie irgendwie telepathisch miteinander verbunden, wie ich das nicht nur an diesem Beispiel empfand.

Und nicht nur das. Ein Album mit uralten Ansichtskarten und Familienfotos aus dem Nachlass ihrer Großtante hatte Astrid ebenfalls mitgebracht. Dies entpuppte sich als wahre Schatzgrube und ich darf es bis nächsten Samstag zur Ansicht hier behalten.

Natürlich quasselten wir uns mit den vielen gemeinsamen Themen fest, bis es fast dunkel wurde und Astrid sich auf den Heimweg nach Essen machen musste.

Wie bei unseren bisherigen Treffen war es auch diesmal einfach wunderschön, mit diesen Menschen unterwegs zu sein. Ich stelle inmer wieder fest, mit wie vielen wunderbaren Menschen ich in den letzten Jahren zusammen komme, die mir einfach sehr gut tun.

So kann es weitergehen.

08 September 2024

Ein schönes "zufälliges" Wiedersehen am Rhein

In den letzten Wochen hatte ich durch zahlreiche (unumgängliche) Verstöße gegen das Rentner-Ausschlaf-Gesetz ein kleines Polster an verpassten Schlafstunden aufgebaut. Ich genehmigte mir heute, dieses Defizit wieder auszugleichen und nach vielen Lese-, Dös- und Schlafstunden erst am frühen Nachmittag meine Koje zu verlassen und den Tag endlich mal wieder mit einem Spätstück zu beginnen. Das Porridge schmeckt in der Tat noch besser, wenn es ein paar Stunden länger durchgezogen ist. Das Topping mit Achims genialem Leinöl-Trub und dem guten Orange-Kurkuma-Gewürz bildete dann das i-Tüpfelchen auf einem schmackhaften, gesunden Start in den Tag.

Schnell war der Vorabend herangerückt und ein Blick auf meinen Tourenzähler erinnerte mich daran, dass ich auch ein akutes Bewegungsdefizit auszugleichen hatte. Kurzerhand beschloss ich eine Runde durchs Städtchen, die interessanten Veranstaltungen zum Tag des Denkmals hatte ich bereits alle verpasst. Aber das ist nun mal der Preis für meine Gesetzestreue und Loyalität bzgl. des RAG.

Zum Kochen war es mir eh zu spät, also plante ich spontan, meine Stadtrunde auf dem Rückweg mit einem Gang zum Dönerladen abzurunden. Was mich während dieser Runde dann dazu gebracht hat, umzuplanen einen Gang zum Rhein vorzuziehen, wissen die Götter allein. Wieso ich dann am Krankenhauskapellchen nicht wie sonst den Weg zum Bollwerk wählte, sondern genauso spontan entschied, durch die Bürresheimer Gasse über den Parkplatz am Rhein zum Biergarten zu gehen, sollte ich auch erst später verstehen. Mein Buch hatte ich dabei, noch war es hell, und so erfreute ich mich erstmals nach sehr langer Zeit wieder an einer Currywurst mit Pommes, sozusagen als Kontrastprogramm zu meiner ersten gesunden Mahlzeit.

Am Nachbartisch saß eine nette ältere Dame, die mit ihrem Smartphone Abendeindrücke vom Rhein abzulichten schien. Wir nickten uns freundlich zu und als mein Essen auf dem Tisch stand, wünschte sie mir einen guten Appetit. Sehr sympathisch.

Beim Espresso Macchiato danach schlug ich mein Buch auf, welches schon sehr interessant begonnen hatte. Als ich irgendwann aufsah und wieder den Blick der freundlichen Tisch-Nachbarin traf, fragte sie mich interessiert, was ich denn Spannendes lese, so vertieft wie ich war.

Ich zeigte ihr das Buchcover und so begann ein Gespräch über Literatur.

Sie erkannte mich zuerst wieder und verblüffte mich mit dem, was sie so aus der Hüfte über mich wusste. Ich setzte mich zu ihr an den Tisch und sagte: "Jetzt wird es interessant". Schnell wurde klar, dass mich meine spontane Eingebung nicht grundlos an diesen Tisch in diesem Biergarten geführt hatte.
Aber erst nach einigen Tipps ihrerseits fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren oder wie man so sagt. "Marlies?" fragte ich sie und sie nickte.

Die Mutter meines früheren Klassenkameraden Christoph saß vor mir. In deren damaligem Haus war ich vor mehr als 50 Jahren zuletzt zu Gast gewesen. Ich wusste zwar von Ihrem Sohn, dass sie hier lebte und wo sie lebte, hatte aber keinerlei Erinnerung mehr daran, wie sie ausgesehen hatte.

Christoph hatte mich vor 4 Jahren spontan besucht, als er hier in Andernach bei seiner Mutter war, und wir hatten das damalige Wiedersehen auf meinem Balkon sehr genossen. Und nun saß Marlies mir gegenüber am Tisch und wir sprachen über Gott und die Welt, über Zufälle und unbewusste Wahrnehmungen und vieles mehr, bis es dunkel wurde und wir uns gemeinsam auf den Heimweg machten. Ein sehr schöner Abend und ein Kontakt, den wir pflegen wollen.

12 August 2024

Ein kleiner Abendspaziergang am Rhein

Die Hitzewelle der letzten Tage setzte sich heute weiter fort - und machte mir erstaunlich wenig aus. Vor dem Arzttermin um 10 Uhr morgens hatte ich bereits ausgeschlafen und genüsslich gefrühstückt. Im Ergebnis "Alles gut, weiter so!" fand ich weitere Bestätigung für meine derzeitige Lebensweise.
Die enorme Mittagshitze hatte ein Teil unseres Gartens zur Marslandschaft werden lassen.

Könnte doch ein Foto vom Mars-Orbiter sein, oder?

Ich entzog mich der Hitze durch eine lange Augenpflege im kühlen Schlafzimmer und machte mich erst gegen Abend auf den Weg zu meiner täglichen Frischluftrunde.

Ich wurde von einem schönen Sonnenuntergang über Namedy begrüßt. Hier am Rhein war es ganz gut auszuhalten. 

Die Kobolde hatten sich aufgrund der enormen Hitze tagsüber in ihre Platanenappartements zurückgezogen, jedoch ihre schaurigen Gesichter schauten abends bereits wieder heraus und kauten an dem ein oder anderen Grün.

Am Ende meines Hinwegs wurde es dann ebenso phantastisch, denn nun konnte ich die Fabelwesen gut erkennen, die durch den Wolkenhimmel zogen.

Der weiße Schaumvogel hatte seine Schwingen ausgebreitet und entkam so im letzten Moment der langen Schnauze des Krokodils, das ihn lange verfolgt hatte.


Die Flucht über den Rhein gelang.

Eine kleine Entdeckung machte ich noch auf dem Rückweg: Der Alte Krahnen hatte noch eine zweite Turmspitze bekommen.

Während der ganzen Zeit waren die Leute von der DLRG mit vielen Booten, Autos, Männern und Frauen fleißig dabei, ihre Großübung am Rhein zu exerzieren, damit sie im Ernstfall gut und schnell reagieren können.

Liebe Retter und Retterinnen, ich zolle Euch allerhöchsten Respekt für das, was Ihr leistet, um im Ernstfall Menschenleben retten zu können. Chapeau!

Zwischen Biergarten und Bollwerk fand ich auch heute wieder ein freies Bänkchen, um eine halbe Lesestunde  einzulegen. 

Länger hätte ich auch nicht mehr bleiben können, denn es trat der allerschlimmste Fall ein, der einem passionierten Bücherwurm geschehen kann:

Ich habe Band 2 der Reihe um die Andernacher Rheinbuchhandlung fertig gelesen. Und Band 3 ist noch nicht erschienen! Das gleiche ist mir vorher mit einer anderen historischen Rhein-Saga passiert und auch dort warte ich bis heute auf den zugesagten 3.Band.

Herzallerliebste Susanne Esser, bitte bitte bitte lass mich ganz schnell wissen, wie es mit den Menschen rund um die Rheinbuchhandlung in der Andernacher Hochstraße weitergeht.

Was für ein Glück, dass ich wenigstens Band 2 von Dr. Maxwells Chroniken von St.Mary's im Regal stehen hab. Die dritte unvollendete Serie in meinem Stapel ungelesener Bücher, der hinter dem Alten Krahnen sicher als dritter Turm zu sehen wäre.

17 September 2023

Von fehlenden Planeten und Ziegenkäse überbacken

Während ich nach dem heutigen Frühstück noch eine Nachschlafpause benötigte, hatte Anja nochmal den Weg nach oben angetreten, um sich von der Elisenhöhe zu verabschieden. Weil die es ihr besonders angetan hatte, überließ sie mir netterweise noch ein paar schöne Bilder zum Veröffentlichen im blog.

Auch das Schweben hatte ihr gefallen.

Der Kurzaufenthalt war natürlich zu knapp, um mehr zu sehen, auch diese bestimmt interessante Komödie im Alten Brauhaus haben wir so verpasst.

So schwebten wir zum Bahnhof und überbrückten die Zeit bis zur pünktlichen(!) Abfahrt des RE7 beim Italiener, wo wir die Wuppertaler Auslegung des Begriffs "Kinder-Spaghetti-Eis" kennenlernten. Bei diesen Dimensionen wäre an der Erwachsenen-Version eine ganze Familie satt geworden. Nachdem ich der Freundin am Bahnsteig nachgewunken hatte, übermannte mich wieder die derzeit riesengroße Müdigkeit und dagegen halfen 2 Lese- und Dösestunden im Hotelbett schon ein wenig.

Nachmittags rappelte ich mich auf und schwebte zur Werther Sonne. Heute, am ruhigen Sonntag, wollte ich auf der sonst so belebten Einkaufsstraße noch einmal den Astropfad nachgehen, von dessen Planeten ich gestern keinen einzigen gefunden hatte. Und so schwebte ich zur Werther Brücke, wo direkt nebendran der Ausgangspunkt zu finden ist, die Sonne, künstlerisch zweigeteilt dargestellt.

Blick durch die Sonne in Richtung Werth

Auf einem Schild sind die Standorte der Planeten aufgeführt, die sowohl in Größe als auch Entfernung maßstabsgetreu zur Sonne als Platten ins Pflaster eingelassen sind.

Der Merkur als sonnennächster Planet sei demnach bei der Adresse Werth 86 zu finden. Was ich dort fand, war das:

Hier war einmal der Merkur

Die Bodenplatte der Venus als nächster Planet vor Haus-Nr. 73 war komplett unauffindbar. Aber wenigstens die Erde nebst ihrem kleinen Trabanten war noch intakt.

Mehr als 270 Meter sind es von hier bis zum Modell der Sonne und der kleine runde erbsengroße Kreis entspricht der Erde. Kaum vorstellbar, dass diese Erbse in 270 Meter Entfernung Jahr für Jahr die große Sonne komplett umrundet, ohne groß von der Bahn abzuweichen. 

Die Mühe, nach dem Mars zu suchen, machte ich mir nicht mehr, sondern schaute kurz in der benachbarten Schuchardtstraße vorbei, um festzustellen, dass das alte Café-Schild des früheren Café Nachtsheim immer noch hängt.

Wir sind noch auf der Suche, zu welchem Nachtsheim-Zweig die früheren Inhaber gehört haben.

Als ich am Alten Markt angekommen war, knurrte mir auch langsam der Magen. Spontan schwebte ich zur Ohligsmühle, um dem Café  Laurenz nochmal einen Besuch abzustatten. Das gestrige Curry war so lecker gewesen, dass ich mich heute einmal an die Salatbowl mit überbackenem Ziegenkäse und Walnüssen wagte.



Und siehe da, es mundete genauso gut wie gestern und auch die Holunderblütenschorle war wieder ein Genuss. Das Warten verbrachte ich mit meinem aktuellen Buch "Eifeljugend im Speckmantel", in dem mir sehr vieles sehr bekannt vorkommt. Zwar bin ich nicht wie der Autor in der Osteifel groß geworden, aber pubertierende Jungs scheinen überall gleichermaßen gestört zu sein.

Mit all diesen Eindrücken beende ich meine heutigen blog und hoffe, dass die schlappe und müde Phase nun mal langsam zu Ende geht.