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04 Mai 2026

Auf der Schleimspur nach Kommern

Für den diesjährigen Ausflug am 1.Mai hatte Cornelia Gulisa eine fantastische Idee: Eine Tour nach Kommern ins Freilichtmuseum.  Ich selbst war noch nie dort gewesen, hatte aber schon viel davon gehört. Auch Hilda Acida Aronia war von der Idee sofort angetan. 

So begannen wir den Tag mit einem gemeinsamen Frühstück bei mir zu Hause.

Jawohl, FRÜHstück! Um 9 Uhr (!!!) trafen die beiden Lieblichkeiten bei mir ein und es war trotz der nächtlichen Uhrzeit ein gelungener Auftakt in den Tag.

Für die Zubereitung spendete man mir Lob und Anerkennung und offensichtlich schmeckte es auch allen gut.

Vom Andernacher Bahnhof aus starteten wir mit überraschend kleiner Verspätung, fanden im RE5 Sitzplätze und freuten uns darüber, was man mit dem Deutschland-Ticket alles machen kann.
Für den Umstieg hatte Cornelia bewusst das beschauliche Köln-Süd gewählt, um dem Rummel im Hauptbahnhof zu entgehen, wo kaum ein Zug auf seinem angekündigten Gleis abfährt. Wenn er denn fährt.

Ok, in der Regionalbahn wurde es dann ein klein wenig ziemlich sehr eng, aber immerhin klappte der Umstieg perfekt, da unsere Regionalbahn ein wenig Verspätung hatte, sonst hätten wir sie mit unserer bisherigen Verspätung nicht mehr erreicht. Normalerweise ist das der Anschlusszug die einzige Bahn am Tag, die dir pünktlich vor der Nase wegfährt.

Gemütlich eng

Nach 3 Haltestellen wurde es dann etwas luftiger und wir konnten bis zum Zielbahnhof Mechernich sitzen. So konnte unsere Reiseleiterin schon im Zug das Anruftaxi ordern, dass uns (auch mit Deutschlandticket!) von Mechernich nach Kommern befördern sollte. Leider stellte sich heraus, dass man das Anruftaxis nicht mehr einfach so anrufen kann, sondern dies online bewerkstelligen muss, was sich als mehrstufiges Registrier- und Bestätigungsspiel mit Hürden offenbarte, für deren Bewältigung man vorher eigentlich ein Halbtagesseminar buchen müsste. Das gelang dann schließlich, reichte jedoch nicht mehr für den 12:15-Transport, da man mindestens 30 Minuten vorher ordern muss.
Aber auch diese Klippe meisterten wir souverän, indem wir bei jedem der zahlreichen dort parkenden Anruftaxis freundlich nachfragten, leider erfolglos.
Wir nutzten die Pause zu einem Coffee-To-Go im Bahnhofskiosk, bis uns irgendwann einer der Fahrer herbeiwinkte und uns freundlich nach Kommern kutschierte. Nicht nur freundlich, sondern auch lustig. Als ich mich beim Einstieg im Smalltalk sehr wohlwollend über meine Damenbegleitung äußerte, wies er mich vorsorglich darauf hin, dass ich später aufpassen müsse, beim Ausstieg nicht auszurutschen. AUF DER SCHLEIMSPUR! 🙈

Am Museumseingang empfing uns ein tolles Ambiente. Bewaldetes hügeliges Gelände bei Sommertemperaturen und blauem Himmel. Zudem waren zwar zahlreiche Besucher dort, aber es war nicht überfüllt, da das ganze große Gelände sehr weitläufig ist. Einige kleine Eindrücke habe ich im Bild festgehalten.

Ein schöner Start in alte Zeiten

Viele der Gebäude, die man hier sieht, sind woanders abgebaut und hier wieder originalgetreu aufgebaut und restauriert worden. So denn auch ein Tante Emma-Laden, in dem wir uns mit Taschentuch, Magnetclip und Müsliriegel eindeckten.

Über der Tür steht es: Die HANDLUNG

Rundeherum auf allen Wegen grünte und blühte es um die Wette, und das vor diesem Himmel.

Alle Häuser und Scheunen waren offen und jede Küche, die ich betrat, war eine Zeitreise in die Küche meiner Oma. Vor dem alten Schulgebäude mussten wir uns natürlich für den ersten Schultag ablichten lassen. Das Mobiliar in dem Klassenraum kam uns allen noch sehr bekannt vor.

Auch eine alte evangelische Kirche steht hier. Bei jedem Objekt ist sehr gut beschrieben, woher und aus welcher Zeit es kommt.

Und natürlich gönnten wir uns auch ein Päuschen im Grünen.

Ich wurde gut versorgt von den beiden

Ein altes Bahnhofsgebäude, das irgendwo aus dem Ahrtal stammt, wird gerade als neues Highlight hergerichtet.

Die ersten beiden Stunden hatte unser Weg fast nur aufwärts geführt. So hatten wir irgendwann auch einen schonen Weitblick über die Eifel.

Ein paar Meter weiter war auch eine Original Milchbar so aufgebaut, wie sie vorher an ihrem Originalstandort geglänzt hatte.

Es gab hier soviel Interessantes zu sehen und zu lesen, dass wir uns nicht mal die Hälfte angeschaut hatten, als es Zeit für die Rückkehr wurde. Wir werden auf jeden Fall nochmal dorthin fahren und uns den Rest der Geschichte anschauen, das war einfach toll.

Zum Schluss kauften wir noch ein klein wenig im Museumsshop ein, an den Leckereien aus der Kompotterie konnte ich einfach nicht vorbeigehen. Das bestellt Anruftaxi kam pünktlich und auch die Bahnverbindung nach Hause funktionierte fast reibungslos. Auch das habe ich lange nicht mehr erlebt. Lag wahrscheinlich an meinen Begleitungen, dass sich mein Bahn-Murphy diesmal zurückgehalten hat.

Meine blau-weißen Jungs und Anna Cora Mosella krönten am Samstag dieses schöne Wochenende. So kann es weitergehen.

28 August 2025

Schlimme Zeiten unterm Drachenfels

Quelle: Siebengebirgsmuseum Königswinter

Vor Kurzem hatte mich Conny auf eine interessante Ausstellung hingewiesen, die im Siebengebirgsmuseum Königswinter derzeit zu sehen ist. Es geht um die Opfer des NS-Regimes im Siebengebirge und wir hatten beschlossen, uns das anzusehen.

Am Freitag war es dann soweit. Die Regionalbahn brachte uns nach Bonn-Mehlem, von wo aus es nur wenige Schritte zum Rheinufer waren. Dort wartete die Rheinfähre nach Königswinter auf uns. Wann war ich zum letzten Mal mit einer Fähre über den Rhein geschippert? Lang, lang ist's her.

So genossen wir die Überfahrt mit dem freundlichen Fährmann.

Blick zurück nach Mehlem

Von der Anlegestelle aus war es nur ein kleiner Fußweg, bis wir vor dem Museum standen. Zu früh! Bahn und Föhre hatten so perfekt mitgespielt, wie wir es sonst nie erleben. Spätestens damit war klar: Es war ein besonderer Tag.

Ich und der Esel

Vor dem Museum durften wir uns daher noch ein wenig mit den interessanten Tieren beschäftigen, die wohl hier die Wacht am Rhein halten.

Der Esel war ganz handzahm und wäre wohl auch das geeignete Transportmittel, um hoch auf den Drachenfels zu kommen. Aber leider waren an jedem Esel in der Stadt Hinweise angebracht, dass das Besteigen der Tiere für Erwachsenen nicht erlaubt sei.

Im Museum selbst wurden wir dann freundlich empfangen und freuten uns über den Eintrittspreis von 5 Euronen, für den wir alle drei gleichzeitig stattfindenden Ausstellungen hätten besuchen dürfen.

In der Ausstellung selbst war Fotografieren nicht gestattet, deshalb hatten wir uns Kuli und Block eingesteckt, um uns Einiges notieren zu können.

Beeindruckt hat mich an der Ausstellung, dass sehr viele alltägliche Dinge dargestellt wurden. Wie lebten und kitten Menschen in dieser Zeit. Viele persönliche Schicksale wurden in Bild und Schrift gezeigt, ganze Familiengeschichten waren beschrieben.
Obwohl die Ausstellung nicht sehr groß ist, haben wir uns doch an vielen Stellen lange aufgehalten. Conny hatte sogar ein Zufallsgespräch mit dem Initiator der Ausstellung und kann für ihre Arbeit im Heimatmuseum Güls sicher einiges mitnehmen. Aber auch ich habe mir einige Notizen gemacht zu Dingen, die vielleicht auch in Andernach gut machbar wären.

Als wir nach anderthalb Stunden das Museum verließen, führt uns die ortskundige Conny zu einem netten Café in die sehenswerte Altstadt, den Kaufmannsladen, wo wir uns in schöner Umgebung an leckerem Kuchen gütlich hielten, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Zwei letzte Fotos von der Fähre aus, bevor uns der Bahn-Murphy in Empfang nahm.


Die Ruine Drachenfels

Die Idee, von Mehlem aus mit der RB zurückzufahren und dann in den RE umzusteigen, hörte sich zwar gut an, aber da wir auf der Hinfahrt so problemlos gefahren waren, wie ich das kaum noch kenne, ahnte ich, dass uns der Bahn-Murphy eine Falle gestellt hatte. Si nahmen wir spontan den Bus nach Godesberg, also in die eigentlich falsche Richtung, um dort festzustellen, dass besagte Regionalbahn heute ausfiel. Dafür rollte schnell ein Regionalexpress für uns ein, der zwar nicht in Mehlem hält, uns jedoch schnell und zuverlässig nasch Andernach und Koblenz brachte.

Ein schöner Tag, der Eindruck hinterlassen hat.

26 Juli 2025

Treff- und Besuchswochen

Die beiden letzten Wochen hatten es in sich. Zwischen vielen Besuchen von und bei lieben Menschen waren der letzte Schreibkursabend und Wellness-Physio genauso gesetzt wie die ein oder andere traurige Nachricht von Krankheit und Tod im Freundes- und Bekanntenkreis. Unsere Fußballerinnen verfolgte ich mit Begeisterung, weil sie einfach alles gaben. Wie im richtigen Leben.

Über die Runde mit dem wackeren Luca Thomi, die wir beim Italiener mit Eisbecher und Koffein abschlossen, freute ich mich genauso wie über den Tag mit der guten Hilde, die mir am Ende eines langen schönen Spaziergangs die Geschichte des umgestalteten Kriegerdenkmals erzählen konnte.











Aber auch die Gemüse- und Rummikubstunden mit Dreamboat Annie, das Samstags-Spätstücksritual mit meinem Lieblingsbruder waren genauso wohltuend wie der Thai-Besuch mit Petra und Uri, die spontanen Stippvisiten in der alten Heimat bei Irmgard (94), Tom, Theo und Steffi.

In meiner neuen Heimat besuchte ich Jana, die Blöhnies und meine Cousine Brigitte.

Ex-Kollege Uli und Ex-Kollegin Frau Wichtig sorgten ebenso für mein Wohlbefinden wie Nicole Maria, die mich zudem mit frischen Brombeeren versorgte.

Oldbearbone, Mondhexe, Chief Blind Eagle

Wahrscheinlich hab ich noch einige Begegnungen vergessen, auch habe ich nicht alles im Bild festgehalten. Sie's drum, den vorläufigen Abschluss bildete das heutige Eisenbahn-Trio mit der Mondhexe und Chief Blind Eagle.

Zwar musste ich heute strikt gegen das Rentner-Ausschlafgesetz verstoßen, erreichte jedoch dadurch den Zug (09:49 Uhr!) auf den letzten Drücker. Selbstredend, dass dieser Zug als wahrscheinlich Einziger am heutigen Tag pünktlich abfuhr. Aber die Hatz hat sich gelohnt. Ein schöner Tagesausflug mit lieben Menschen, interessanten Gesprächen und Futter für meinen Schrittzähler.

Von unserer Stadtrunde habe ich einige Fotos mitgebracht und die schlauen Leser werden natürlich sofort erkennen, wo wir gewesen sind. Tolle historische Gebäude, Brücken und schöne ruhige Ecken am Fluss erfreuten uns ebenso die die Tantra-singende bunte Gruppe, die uns zweimal in der Stadt begegnete. Das klang derart schön und friedlich, dass ich mich dieser Schönheit gar nicht entziehen konnte.

Auf Nepomuk ist Verlass
Hare Rama Hare Krishna ..










Und nun beginnt die heiße Phase der Vorbereitung auf unsere jährliche Sommerlesung in der Permakultur Eich. Getränke sind besorgt, Klapptisch steht genauso bereit wie die Mikrofonanlage, aber meinen Text muss ich noch ein wenig üben. Ich freu mich drauf.


10 Juli 2025

Schöne Zeiten zum Genießen

Und wieder liegen einige schöne Tage hinter mir, seitdem ich zuletzt in diesem blog geschrieben habe.
Es begann mit einer Einladung zum Kaffee von der guten Marlies (92), die ich gerne annahm und die uns letztendlich ins Parkhotel führte. Überdachter Außenbereich, Blick auf die Rheinanlagen, das war genau das richtige für diesen Tag. Da lohnte es sich, beim Kuchen gegen die Glutenfrei-Regel zu verstoßen.
Abends dann der Fototermin mit unserer bunten Schreibgruppe, wir wollen schließlich für unsere nächste Lesung am 30.07. in der Permakultur Eich Werbung machen.

SCHREIBEN! - ein schöner bunter Haufen

Tags drauf lernte ich mittags meine "neue" Nichte Elke kennen, die mich in Sachen Familienstammbaum besuchte. Eine nette Nicht, der auch das "Onkel Manni" sehr leicht und schnell über die Lippen kam. Wie passend, dass nachmittags mein KLB und Gaby zum monatlichen Familienforschungs-Workshop anrückten. Dass wir dabei auch eine Kaffeepause machten und nicht alles Gebäck glutenfrei war - tja, was soll's! Man gönnt sich ja sonst nichts.

Dafür war am nächsten Tag der große bunte Salat, den ich für den Besuch meiner Freundin Anja hergerichtet hatte, genau das Richtige für diese Temperaturen - und sogar glutenfrei. Leider dauerte unser Rummikub-Battle danach nicht so lange, denn die Sturmwarnung war nicht so gut mit der ausgezogene Markise der Freundin vereinbar.

Der letzte Donnerstag wurde dann zum Ruhetag, das RAG verlangt nun mal seine Befolgung, wenigstens ab und zu.
Es war ein schönes Ausruhen vor dem Freitag, den ich mit Kumpel T-Bone im Botanischen Garten in Bonn verbrachte. Jedenfalls von da an, als die DEUTSCHE BAHN sich entschlossen hatte, den in Weißenthurm gestrandeten Freund irgendwann bis nach Andernach kommen zu lassen, von wo aus wir mit einem ewig verspäteten RE5 tatsächlich bis nach Bonn kamen. Naja, anderthalb Stunden sind ja keine außergewöhnliche Verspätung bei der DB, dafür wurden wir mit einem tollen Nachmittag belohnt.
Es gibt dort so viel Interessantes zu sehen, dass ich mir das unmöglich alles merken kann. So konnte ich endlich mal Mimosen und Nymphen live und in Farbe betrachten, Zum Abschluss genoss ich einen schönen Eisbecher und einen Espresso - man gönnt sich ja sonst nix.

Der abendliche Ausflug zum first friday brachte mir dann einen schönen, ruhigen Ausklang auf dem Balkon meiner Mitschreiberin Gerda. Unverhofft kommt oft. Rechtzeitig zum Fußball war ich wieder zu Hause und sah zu, wie unsere Mädels den EM-Auftakt gegen Polen erfolgreich gestalteten.

Das Samstags-Spätstück mit meinem kleinen Lieblingsbruder hatten wir auf eine unchristliche Uhrzeit vorgezogen, damit ich anschließend auf dem Markt die Omas gegen rechts unterstützen konnte. Und nachmittags kam nochmal meine neue Nichte Elke vorbei, um die letzten Feinheiten im gemeinsamen Stammbaum zu ergänzen. Ein kleiner Abendausflug zu unserem neuen Mieter im Heimatort rundete den Tag ab.

Beim Sonntags-Frühstück leistete mir meine frühere Kollegin Gesellschaft, Frau Janz Wichtig. Seit unseren gemeinsamen Zeiten als Vorstand des Personalrats sehen wir uns viel zu selten, das wollen wir ändern.

Inky and me

Mittags besuchte ich auf dem Andernacher Stadtfest das Oliomobil auf dem Marktplatz, wo mir Achin u.a. das bestellte naturtrübe Leindotteröl mitgebracht hatte Bei dem Waldgold-Team im Schlossgarten erstand ich Bucheckernöl, dessen Sorten ich vorher verkosten durfte. Das ist etwas ganz Besonderes.


Dann lief mir auch noch Inky-Dinky über den Weg, die gerade zu ihrem musikalischen Auftritt unterwegs war.

Nachmittags war ich bei meiner lieben Großcousine Gisela eingeladen, die mich mit einem selbstgebackenen Apfelstreusel frisch aus dem Backofen beglückte. Und mit dem Gluten - ach ja, man gönnt sich ja sonst nix. Daraus entwickelte sich dann ein wunderbarer Rummikub-Abend. Ein erfolgreicher dazu. Leute, dieses Spiel macht süchtig!

Der Montag kam mir als Faultag dann sehr entgegen. Nachmittags beim Gegenbesuch setzte mir Frau Wichtig leckeres Gebäck vor die Nase. Auf meine Frage "glutenfrei?" machte sie ein Gesicht, als hätte ich finnisch gesprochen. Naja, man gönnt sich ja sonst nix. Es hat jedenfalls super geschmeckt.

Für das ständige "man gönnt sich ja sonst nix" bezahlte ich am Dienstag mit einem total schlappen Tag und gefühlten dreiundzwanzig Sitzungen auf dem Schacht. Ich musste sogar den Geburtstagsbesuch bei Altkumpel Ernest International absagen, nix ging mehr.

Zum Glück war ich gestern wieder wohlauf, um mir bei einer Freundin die Füße pflegen zu lassen und ihr anschließend bei einem Salbei-Tee zu demonstrieren, wie gut ich dieses Rummikub mittlerweile beherrsche, von dem sie sich jetzt wahrscheinlich wünscht, sie hätte es mir nicht kürzlich beigebracht.
Nach 4 Partien war schon Schluss, denn ich wollte zu Hause stressfrei das Ofengemüse zubereiten, das schöne Mittwochs-Feierabendritual mit meiner Freundin Anja. Dass es anschließend ein langer Rummikub-Abend wurde, ist wohl auch der Tatsache zu verdanken, dass ich an diesem Tag ERSTMALS besser abschnitt als sie. Wow!

Heute kam die gute Cornelia Gulisa Fantastica zu Besuch. Sie verzieh mir mein Verpennen, da sie mit der DB anreiste und dadurch auch erst viel später als  geplant in Andernach ankam. Nach dem gemeinsamen Mittags-Spätstück entschlossen wir uns zu einer Runde in einem nahegelegenen Park, den sie noch nie besucht hatte. Es war herrlich und mein Schrittzähler durfte auch mal wieder jubeln.

Zu Beginn sichteten wir den wunderschönen, aber leider beschädigten roten Vogel. Und Conny bereitete sich an einer Statue auf ihren nächsten Sprachkurs vor. Sie möchte Osterinsulanisch lernen, damit sie endlich versteht, was der tolle Nasenmann ihr zuflüstert.

Bei unserer Pause auf der Liegebank konnten wir tolle Ruhe genießen, die von diesem Ort ausgeht. Irgendwann machte unsere Ruhestätte kurze Ansätze, uns mit einer Art "time warp" an einen steinzeitlichen Ort mitzunehmen, und genau in diesem Moment kamen andere Passanten vorbei und das Experiment wurde abgebrochen. Vielleicht ein andermal.

Den Abschluss machten wir mit einer Runde Ofengemüse auf Balkonia, wo ein sanftes Lüftchen angenehm wehte. Eigentlich kann es immer so weitergehen.

27 Oktober 2024

Vom KLB zur Buchmesse

Mein Kleiner Lieblings-Bruder hatte gestern vorgeschlagen, unser samstägliches Frühstücksritual auf heute zu verschieben, um jeglichen Morgenstress vor unserem gestrigen Hausflohmarkt zu vermeiden. Ich muss gestehen, der KLB hat manchmal richtig gute Ideen. So konnten wir uns eine Stunde mehr Schlaf gönnen und es beim Spätstück richtig gemütlich angehen lassen.

Tiefenentspannt setzte mich der Kleine danach in Koblenz vor der Heinz-Moser-Halle ab, wo ich einen Rundgang über die 1. Koblenzer Buchmesse machte. 

Hier fand die Premiere statt

Ich hatte mir fest vorgenommen, heute kein weiteres Buch zu kaufen, da mein SuB längst wieder gigantische Höhen erreicht hatte. Es herrschte reger Andrang in der Halle, wie man schon am Einlass erkennen konnte.

Viele Schreiberlinge und Verlage hatten sich eingefunden, um ihre literarischen Erzeugnisse zu präsentieren. Ich hatte unterwegs einige nette Smalltalks mit verschiedenen Autor*Innen und auch mit einigen Freundinnen aus unserer Schreibgruppe, die sich hier ebenfalls Anregungen holten. An einem besonders interessanten Stand fanden wir uns zu einem Gruppenfoto zusammen. Hier präsentierten Dagmar Pascher und Gabriele Keiser ihre Werke - und ich durfte mich zusammen mit Karin, Gerda und Antje darüber freuen. Tanja und Michael waren ebenfalls auf der Messe, so dass unsere Schreibgruppe heute sehr gut vertreten war.

Strahlende Gesichter

Die beiden lasen auch später noch aus ihren Werken vor, was ich aufgrund eines wichtigen Folgetermins leider nicht mehr miterleben konnte. 

Ein weiteres Highlight für mich war es, das Mendiger Autorenduo Claire Larsen persönlich kennen zu lernen. Da ich bei amazon grundsätzlich nicht mehr bestelle, hatten die beiden mir ein signiertes Exemplar ihres Debutromans aus ihrem Bestand versandkostenfrei zugeschickt. Und ich kann sagen, dass mir das Buch sehr gut gefällt, nachdem ich es bisher zur Hälfte gelesen habe.

Sowohl Larsen als auch Claire waren sehr nett und freuten sich über meine positive Bewertung, akzeptierten aber auch meine Kritik an amazon und meine Anmerkungen zu kleineren kosmetischen Korrekturmöglichkeiten.

"Neunzehn Jahre" von Claire Larsen - meine Empfehlung - wenn man es in der Mendiger Buchhandlung Waldecker und nicht bei amazon kauft.

Michaels Bild von der Galerie aus zeigt nochmal, wie gut der Besuch heute war.

Nach etwa einer Stunde machte ich mich auf den Heimweg und hatte tatsächlich nur ein kleines Buch gekauft. Ich hatte reichlich Pufferzeit eingeplant, wollte ich den Heimweg doch mit dem ÖPNV absolvieren, und mit dem hab ich ja so meine Erfahrungen.

Der Fußweg zum Löhr-Center war schnell absolviert. Ich hatte zwar in der Zeitung gelesen, dass es für die Strecke zwischen Andernach und Koblenz einen Schienenersatzverkehr gäbe, aber meine Bahn-App auf dem Handy zeigte zuverlässig an, dass die Regionalbahn ab Koblenz-Stadtmitte fahren würde. Am Haltepunkt hinter dem Löhr-Center wunderte ich mich anfangs schon ein wenig, dass ich ganz allein auf dem Bahnsteig stand und auf der Anzeige immer nur die Uhrzeit präsentiert wurde. Weitere Blicke in meine BahnApp offenbarten dann, dass der Zug nun doch ausfällt und durch einen Schienenersatzverkehr, also einen Bus, ab dem Busbahnhof Stadtmitte ersetzt wird. 

Kein Problem, ein kurzer Sprint um das Löhr-Center und schon stand ich im Busbahnhof Stadtmitte. Hier sind die verschiedenen Bussteige von A bis G sauber gekennzeichnet. Leider stand in der BahnApp nicht, auf welchem Steig mein Bus abfahren sollte. Wäre ja auch zu einfach gewesen. So schaute ich mir bei einer Rundreise alle Aushänge an - und fand nirgendwo einen Hinweis auf den SEV (Schienenersatzverkehr). 

Auch kein Problem, dann frage ich halt den nächsten Busfahrer, der hier eintrudelt. Leider konnten mir die nächsten 3 Busfahrer nichts dazu sagen oder sie verstanden meine Frage erst gar nicht. Nur einer der Fahrer meinte, dass der SEV vielleicht auf der anderen Straßenseite abfahre, war sich aber nicht sicher.

Da die angesagte Abfahrtszeit des Busses eh schon überschritten war, beeilte ich mich, die Straße ohne Nutzung der Unterführung zu überqueren. An den hiesigen Bussteigen H, K und L fand sich ebenfalls keinerlei Hinweis auf den SEV. Ein gut versteckter Hinweis in der BahnApp sagte mir nun, dass SEV-Busse den Haltepunkt Stadtmitte gar nicht anfahren, sondern nur am Hauptbahnhof bestiegen werden können. Ein ebenfalls suchendes Paar in meinem Alter fiel mir auf, weil sie auch ratlos wirkten. Im Gespräch erfuhr ich dann, dass sie ebenfalls nach Andernach wollen. Als ich den beiden erzähle, dass wir lt. meiner BahnApp zum Hauptbahnhof müssen, stellen wir fest, dass in der BahnApp der Frau nichts davon steht. Irritierend.

Die Frau geht zu einem gerade einfahrenden Bus, als der Mann und ich vor uns auf der Straße liegend eine laminierte Seite entdecken, die sich tatsächlich als SEV-Fahrplan entpuppt. Hier ist klipp und klar ersichtlich, dass unser Bus auf Bussteig B abfahren wird. Ich sprinte sofort wieder über die Straße zurück auf die Seite des Löhr-Centers, um den Bus, sollte er gerade dort einfahren, solange aufhalten zu können, bis die beiden nachgekommen sind. 

Als ich gerade auf der anderen Seite ankomme und zurückblicke, winkt mir der Mann zu und zeigt an, dass der gerade dort eingefahrene Bus, den seine Frau gekapert hat, der richtige sei. Also wieder kehrt marsch und am Ende sitzen wir glücklich zusammen in einer Dreier-Sitzgruppe im Bus nach Hause. Der Mann hatte noch versucht, den Busfahrer dazu zu bewegen, die fehlenden und falschen Hinweise doch bitte an seine Zentrale zu melden, doch dieser reagiert zuerst gar nicht und dann ziemlich ungehalten. Ich hatte den Eindruck, dass er aufgrund seiner anderen Muttersprache überhaupt nicht verstehen konnte, was der Mann ihm sagen will.

Egal, wir haben es geschafft, alle Klippen zu überwinden die uns von der DEUTSCHE BAHN in den Weg gelegt worden waren. Irgendwann sagt der Mann: "Kennen wir uns nicht?" und ich antworte "Christoph?". Ja, wir kennen uns, der letzte Kontakt ist aber bereits einige Jahre her. Eine sehr erfreuliche Begegnung mit den Beiden endet mit einem Stück gemeinsamen Heimwegs vom Andernacher Bahnhof aus, den wir störungsfrei erreichen.

Das Timing ist perfekt. Mir bleibt zu Hause noch genügend Zeit, um meine blau-weiße Kluft anzulegen, mit der ich dann meinen Freund und Ex-Kollegen Luca Thomi besuche. Er ist Bayern-Fan und wir wollen uns das heutige Aufeinandertreffen unserer Lieblingsvereine zusammen anschauen. Ich komme rechtzeitig vor dem Anpfiff bei ihm an, werde mit Kuchen und Kaffee empfangen, den wir während der ersten Spielminuten genießen. Nachdem ich mit 2 Stück tollem glutenfreien Kuchen, 1,5 Tassen Kaffee und 1,5 Gläsern Mineralwasser verwöhnt wurde, endet das Spiel mit 0:5, was der Summe der Verwöhn-Einheiten entspricht, die mir kredenzt wurden. Das fällt mir aber erst auf, als ich nach dem Spiel wieder zu Hause bin. Beim nächsten Aufeinandertreffen sollte ich besser den Kuchen mitbringen.

Aber Ihr wisst ja, das wichtigste Wort im Leben eines VfL-Fans ist:

TROTZDEM!

05 September 2024

Murphys Rache

Den RE5 um 10:28 planmäßige Abfahrt in Andernach hatte ich mir für meinen heutigen Wuppertrip ausgesucht. Der Regionalexpress fährt durch bis Düsseldorf, von dort kommt man mit dem RE13 schnell nach Wuppertal. 11 Minuten Umstiegszeit dürften ja reichen, um von Gleis 17 auf Gleis 7 zu kommen. Und um 12:31 wollte ich tiefenentspannt in Wuppertal aussteigen und dort meine Sachen erledigen.

Ich hatte auch schon ausgekundschaftet, dass um 18:25 die letzte entspannte Reisemöglichkeit zurück besteht, RE13  bis D'dorf, RE5 nach Hause, also die gleiche Route wie auf der Hinfahrt.

Das war der Plan.

Aber mal ganz von vorne. Ales erfahrener Bahnreisender weiß ich natürlich, dass so etwas nie funktioniert (wenn man nicht gerade mit Gaby unterwegs ist). Beim momentanen Bahn-Chaos wäre es schon ein Wunder gewesen, wenn der ausgesuchte RE5 heute Morgen pünktlich in Andernach abfahren würde. Ich fuhr trotzdem früh genug los, um auf dem Bahnparkplatz ein Plätzchen zu finden, von dem aus man direkt auf den Bahnsteig gelangt. Neulich hatte ich erst gesehen, dass dort viele Plätze frei waren. Nur leider heute nicht. Nach einer erfolglosen kleinen Rundfahrt fuhr ich weiter zum REWE mit dem Riesenparkplatz, denn dort wollte ich bei meiner Rückkehr eh noch einkaufen. Die Uhr begann  hier bereits merklich schneller zu laufen.  Zum allerersten Mal, seit ich in Andernach wohne, erlebte ich Donnerstags um 10:15, dass der ganze REWE-Parkplatz lückenlos belegt war. Spätestens an diesem Punkt wusste ich, dass sich meine Vorahnung bestätigen würde: Murphys Rache war heute fällig. Er hatte die ganze letzte Woche gegen Gabys Beziehungen zum Universum keine Chance gehabt und sowas lässt der nicht einfach auf sich sitzen. Nicht mein Murphy.

Ich hatte Glück, dass nach einer erfolglosen Umrundung plötzlich eine junge Frau vor mir rausfuhr und ich doch noch einparken konnte. Da sich die Zeiger der Uhr dabei noch schneller gedreht hatten, hechelte ich mit meinem gefüllten Rucksack schnell zum Bahnhof, wo der RE5 gerade einlief, als ich den Bahnsteig betrat. Der wahrscheinlich einzige pünktliche Zug dieses Tages. Pooh!
Meine BahnApp zeigte im relativ leeren Zug(!) auf einem Sitzplatz(!) an, dass wir Düsseldorf mit nur 2 Minuten Verspätung erreichen werden. Oder eher würden?

Es begann in Brohl mit 2 Minuten Verspätung und wurde während der Fahrt mit immer wieder eingelegten ungeplanten Stopps auf offener Strecke schnell ausgebaut. Völlig überraschend fanden unterwegs Bauarbeiten und damit verbundene Umleitungen anderer Züge statt, was stets von der Lautsprecherdurchsage kommentiert wurde. "...  weil der vor uns liegende Streckenabschnitt nicht frei ist. Wir bitten um Verständnis."

In Brühl waren es dann 16 Minuten Verspätung und es war klar: Der Anschluss in D'dorf wird nicht mehr klappen. Nach dem wiederholten Konsultieren meiner schlauen BahnApp beschloss ich, Murphy ein Schnippchen zu schlagen, wie schon so oft. Ich würde in Köln umsteigen. Aber nicht im Hauptbahnhof, sondern in Deutz. Die dort verkehrende Regionalbahn RB48 hatte lt. App bereits 48 Minuten Verspätung, der Umstieg sollte für mich klappen.
Umstiege in Köln Hbf. sind nämlich immer sehr problematisch, weil kaum ein Zug auf dem geplanten Gleis abfährt. Und Köln Hbf hat viele Gleise. In Deutz gibt es nur 3 Bahnsteige mit 6 Gleisen. Das spart viele Meter Fußweg. Gerade als ich diesen Entschluss gefasst hatte, blieb der Zug direkt vor dem Kölner Hauptbahnhof stehen und wir hörten zum x-ten Mal ...  weil der vor uns liegende Streckenabschnitt nicht frei ist. Wir bitten um Verständnis."
Murphy musste irgendwie mitgekriegt haben, was ich vorhabe. Minuten vergingen. Ein jüngerer Mitfahrer wirkte sehr verunsichert. Er studierte ständig den ausgehängten Netzplan der Bahn und schien sich damit überhaupt nicht auszukennen. Er fragte mich freundlich, ob ich wisse, wie er denn nun am besten nach Dortmund käme. Die geplante Anschlussverbindung wäre weg und er wolle halbwegs pünktlich zum Familientreffen dort erscheinen. Ich suchte ihm auf der App einen RE aus, der hier ab Köln Hbf. direkt nach Dortmund fährt und er bedanke sich erleichtert. Weitere 10 Minuten Standzeit später registrierte er, dass wir nun auch dafür zu spät waren und meinte hoffnungsvoll: "Der wird ja vielleicht auf uns warten." Ich konnte einen spontanen Lachkrampf nicht ganz unterdrücken und erklärte ihm das unvermeidliche Scheitern seiner Pläne.

Dann fuhren wir ein, ich blieb sitzen und stieg erst beim nächsten Halt in Köln-Messe/Deutz aus, wo auf dem gleichen Bahnsteig, auf dem wir einfahren, auch der verspätete RB48 einlaufen sollte. Da dieser dann mit noch größerer Verspätung um 12:17 in Deutz ablegte, gelang mir der Umstieg problemlos.

Für einen kleinen Moment überlegte ich beim Anblick des Displays, ob ich nicht doch auf den ebenfalls angezeigten Regionalexpress warten soll, der RE7 würde mich schneller an die Wupper bringen. Ich hatte den Gedanken noch nicht zu Ende gedacht, da änderte sich die Anzeige.

RE7 fällt aus!

Also alles wie immer. Ich war nicht der Einzige Betroffene, ein paar Clübchen älterer Damen (also in meinem Alter) irrten auf dem Bahnsteig umher und freuten sich mit mir, als der RB 48 endlich einlief und wir sogar Sitzplätze darin fanden. Ich würde nur wenig später als geplant in Wuppertal ankommen, dank meiner klugen Umdisposition. HA!

Der Zug fuhr dann tatsächlich los, nachdem wir noch einige weitere Verspätungsminuten beim Warten im Bahnhof addiert hatten. Und nach nur wenigen Minuten Fahrt verkündete der Lautsprecher, dass die RB48 heute leider nur bis Solingen fahren können und wir alle dort aussteigen müssen. Im Zug etwa gleich viele genervte wie lachende Gesichter. Sofort checkte ich in meiner Bahn-App, dass wir bereits in Opladen auf Gleis 2 ankommen und von dort mit einem RE, der mit noch größerer Verspätung unterwegs ist, weiterfahren können. Also, geht doch!

Kurz vor Opladen wies die Bahn uns noch darauf hin, dass es dort ein WC gibt

und das man dort auch anhält.

Ich bewegte mich schon zum nächsten Ausstieg, wo mir jedoch Murphy zuvor gekommen war.

Ok, nächste Tür, und schwupp war ich draußen.
Auf dem gegenüberliegenden Gleis am Bahnsteig stand bereits ein Zug, ob das schon unser RE war?
Dann ein Blick aufs Display:

Der RE7 würde heute ausnahmsweise auf Gleis 5 abfahren!

Ich sprintete die Treppe hinunter, um dort festzustellen, dass ich bereits auf Gleis 5 war. Wir waren auf Gleis 4 angekommen und nicht, wie geplant, auf Gleis 2.

Also hurka hurka wieder hoch und einfach in den dort wartenden Zug eingestiegen. Kurze Frage an die dort sitzenden Passsagiere: Fährt der nach Wuppertal? Einstimmiges Nicken rundherum, geschafft!

Dann stehen wir dort eine Weile und warten aufs - ja worauf eigentlich? Mein Mitfahrer Richtung Dortmund steht plötzlich wieder vor mir. Sein Anschlusszug in Köln Hbf hatte nicht auf ihn gewartet. HA! Ich frage ihn nicht, auf welch verschlungenen Wegen er nun im RE nach Rheine sitzt.

Nach 20 Minuten im stehenden Zug sehen und hören wir, dass jetzt auf Gleis 4, also dort, wo wir mit der RB48 vor einer halben Stunde ankamen, nun doch die nächste RB 48 abfahren soll. Diese war uns in Deutz als ausgefallen mitgeteilt worden. Hmmh, was tun? Meine Mitfahrerinnen überlegen, ob sie nicht aussteigen und mit der RB fahren sollen, jedoch nach meiner Warnung "Das ist eine Falle!" bleiben wir alle sitzen. Eine Minute später fährt unser Zug los.

Ich habe eine nette Unterhaltung mit der Dame gegenüber, die doppelt so viele Jahre auf der Stadtverwaltung verbracht hat wie ich, allerdings in Aachen. Danach ist sie wg. der Familie nach Leverkusen gezogen und dort ist es nicht so schön. Aber sie ist viel mit der Bahn unterwegs und kann auch über den ganzen WirrWarr entspannt lachen.  Nach dem Austausch unserer Bahnerlebnisse beantworte ich ihre Frage, ob sich Andernach für einen Besuch lohnt, sehr ausgiebig und positiv. Ich denke, ein Wochenende mit ihrem Damenclübchen könnte draus werden.

Wir erreichen Wuppertal eine Stunde später als ich es geplant hatte und wir verabschieden uns vor dem Bahnhof nett, denn die Leverkusener Dame macht auch einen Besuch an der Wupper, einen Familienbesuch.

Da ich nun alle Zeit der Welt habe, schwebe ich erst mal gemütlich zum Hotel, um dort meine peinlichen Schulden zu begleichen. Silvia und Frankie de Palma erwarten mich bereits auf dem sonnigen Balkon und begrüßen mich sehr herzlich. Das sind wirklich tolle Menschen hier. Nachdem ich Frank zum Geburtstag gratuliert habe und wir uns angeregt unterhalten haben, mache ich mich wieder auf den Weg, nicht ohne eine genauso herzliche Verabschiedung von den beiden.

Ich besuche den Glücksbuchladen und bringe Frau Hardenburg weitere Exemplare unserer Kurzgeschichtensammlungen vorbei, die lt. ihrer Aussage letzte Woche sehr gerne mitgenommen werden, vor allem bei Lesungen. Sie regt wiederholt an, dass auch für unsere Kurzgeschichten einmal jährlich ein passendes Lesungs-Format von ihr veranstaltet wird. Ich werde das am nächsten Kursabend zur Diskussion stellen.

Für die geplante Verabredung zum Familientreffen schicke ich Claudia eine WhatsApp und warte auf Antwort. Vergeblich. Ungewöhnlich. Derweil verspeise ich eine leckere Reis-Hühnchen-Gemüse-Bowl und schaue mal vorsichtshalber in die BahnApp wg. meiner Rückfahrt. Resumee: Claudias Handy ist ihr just heruntergefallen und war zur Reparatur, wie sie mir schreibt, als ich schon wieder in der Bahn sitze. Denn sowohl meine gut geplante Rückfahrt um 18:25 als auch die gleiche Verbindung eine Stunde vorher finden nicht statt. Wegen Personalmangel fahren diese Züge heute nicht mehr. Aber eine weitere Stunde vorher steht noch alles als funktionierend in der App. 16:25 ist angesagt. Huch, das ist ja gleich. 

Also ab auf den Gleis 1, wo sich quälend viele Menschen einfinden. Die wollen doch nicht alle mit dem RE13?! Kurz darauf ändert sich die Anzeige und man schiebt die verspätete RB 48 vor. Allerdings heute ausnahmsweise auf Gleis 3. Völkerwanderung setzt ein.

Wieder einige Minuten später zieht man die RE7 vor, die bereits 1:20 Std. Verspätung hat. Ok, geht auch, bis Düsseldorf und dann umsteigen. Falsch gedacht - sofort erscheint im Display:

Heute nur bis Opladen!

Mittlerweile hat sich der Bahnsteig wieder sehr gefüllt, das könnte haarig werden. Aber es klappt gut. Ich bekomme einen Sitzplatz im Gang, wir erreichen schnell Düsseldorf, wo ich an Gleis 16 auf meinen letzten RE nach Hause warte.

Auch auf diesem Bahnsteig warten Massen von Menschen auf genau diesen Zug.

Kurze Verwirrung entsteht, als man auf der Anzeige 2 Züge von Gleis 15 und 16 tauscht, aber meiner ist nicht dabei. Im Obergeschoss des Doppeldeckers finde ich einen Sitzplatz und von da an läuft alles ziemlich normal. Ok, den Halt in Sinzig lässt man heute einfach mal ausfallen, aber am Ende steige ich mit nur 10 Minuten Verspätung in Andernach aus und bin zufrieden, dass ich mich mit dem rachsüchtigen Murphy doch so arrangieren konnte..

So zufrieden spazierte ich heute Abend noch einen schönen Gang in der luftigen Rheinanlagen  und erfreute mich an den Wolkenbergen und an einer Lesepause mit meinem nächsten interessanten Buch.