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04 Juli 2023

Tierleid im Kaufland

Das "Tierwohl", einst von  Julia Klöckner, der Spitzenlobbyistin der Tier- und Agrarindustrie ins Leben gerufen, die ganz nebenbei auch als Landwirtschaftsministerin dafür sorgte, dass sich die schlimme Tierquälerei seither sogar mit schönen Labels schmücken darf. Aktueller Anlass für meinen heutigen Eintrag ist der neue Prospekt der KAUFLAND-Kette, in welchem auf Seite 18 ausdrücklich gezeigt wird, dass sich der Discounter einen Scheißdreck um das Wohl der Tiere kümmert. Die privaten Discounter-Verbände haben sich derweil auf die Label der "Haltungsformen" geeinigt, Stufe 1 bis 4. Diese sagen über das Leid der Tiere so wenig aus wie die von Frau Klöckner erdachten "Tierwohl"-Siegel. Sollen sie wohl auch nicht.

Die Haltungsstufen von Kaufland

Zur Erklärung: Die hier beworbenen Labels der Haltungsform 2 und 3 liegen weit unter dem EU-BIO-Label, welches ohnehin nur die allergeringsten Vorschriften und Regeln enthält. Das deutsche BIO-Label ist ein wenig besser, aber noch lange nicht gut. Von den wirklichen Verbesserungen des  Tierschutzes, wie sie bspw. die Siegel von BIOLAND, Naturland oder demeter vorschreiben, ist das so weit entfernt wie die Erde von der Andromeda-Galaxie.

Haltungsform 2 bedeutet "Stallhaltung Plus" - und diese liegt nur geringfügig über den gesetzlichen Mindeststandards. Pro Schwein sind etwa 10 Prozent mehr Platz vorgesehen, also 0,825 Quadratmeter; bei Mastkälbern, Jungbullen und Ochsen ist je nach Gewicht ein knapper Quadratmeter pro Tier mehr vorgesehen - zwischen 1,5 und 3 Quadratmeter. Im Geflügelstall dürfen pro Quadratmeter maximal 35 kg Masthähnchen bzw. 53 kg Puten(-hähne) gehalten werden. Entenställe müssen ab dieser Haltungsform Tageslicht haben. Direkter Kontakt mit Frischluft ist auch hier nicht vorgegeben, dafür soll den Tieren etwas mehr Beschäftigungsmaterial zur Verfügung stehen.
(Quelle: BR1 vom 11.01.2023)

Zum Vergleich: Man stelle sich vor, wir Menschen dürften ein verkürztes Leben lang zu zehnt in einem 10m²-Zimmer verbringen. Wäre das ein guter Grund für ein Menschenwohl-Siegel der Haltungsform 2 ?

Hier wird versucht, Tierleid als Tierwohl zu verkaufen und das finde ich einfach erbärmlich, weil man die Verbraucher willentlich täuscht.

Wer noch mehr darüber lesen will, findet das hier.

05 Mai 2022

Deutsche Post und DHL

Wie schützt man sich vor lästigen Kundenaufträgen?

Unter diesem Motto könnte man gut zusammenfassen, was sich Deutschlands ältester Brief- und Paketdienstleister in letzter Zeit so erlaubt. Ich verschicke ab und an mal eine Broschüre oder ein Buch an Freunde ins Ausland, mal in die USA, mal nach Kanada, mal nach Holland. Ich möchte ausdrücklich die Schalterbeamt*innen ausnehmen, die gerade hier in Andernach superfreundlich und zuvorkommend sind. Die können nichts dafür, die müssen nur ausbaden, was ihre Führung anrichtet. Ich hoffe, dass ich das im Rückblick noch alles richtig zusammenkriege, was ich in den letzten Monaten mit dem Verein erlebt habe.

Beim ersten Mal (USA):

Ich habe im Internet nachgeschaut und nach dem Sichten vieler Seiten endlich die richtige gefunden:
Warenpost International für drei Euro nochwas. Broschüre + 1 handgeschriebene Notiz eingetütet. Klebe alle Marken passend darauf, verschließe das Couvert, gehe zur Post. Ich möchte sichergehen, dass ich alles richtig gemacht habe und die Sendung nicht nach zwei Wochen zu mir zurückkommt, weil ich 5 ct. zu wenig draufgeklebt habe oder U.S.A statt Amerika geschrieben habe.
Erklärung: nur Waren oder nur Brief, keine Mischung mehr möglich.
Ich habe die Broschüre und eine handgeschriebene Seite darin.
Diskussion zwischen dem Beamten und seiner Kollegin. Schließlich nimmt der Mann das einfach an und sagt: "Ist gut so."

Beim zweiten Mal (Holland):
Diesmal hab ich nur die Broschüre reingepackt. Erfahre dann, dass ich für Holland auch einen Brief hätte mit reinstecken können. Die neuen Regelungen gelten nur für außereuropäischen Versand. Egal, ich mach das jetzt nicht mehr auf. Geht so weg. Für drei Euro nachwas.

Beim dritten Mal (USA):
Diesmal ein Taschenbuch. Eingepackt, adressiert, und ab zum Postschalter. Dort erfahre ich: Für USA gilt jetzt: Keine Briefmarken mehr von der Post, sondern alles online ausfüllen und bezahlen und selbst ausdrucken. Ist das Euer Ernst? Stummes Nicken, die wissen auch, dass das nicht gut ist. Ok, danke für den Hinweis. Wieder nach Hause, Ab ins Internet. Durch viele Seiten der Post durchgekämpft. Immer wieder lande ich bei Warenpost international - geht nur für Firmen, keine private Versendung mehr. Privat nur noch Briefe/Dokumente, keine Waren irgendwelcher Art. Aber als Ersatz: Bei DHL als Päckchen. Ich klicke auf den Link und bin erstaunt. Mein gebrauchtes Taschenbuch (Wert: 1,29€) kann ich als "Päckchen XS Welt" für 8,89€ verschicken. Ja sach ma!
Egal, ich will das jetzt verschicken, hab's einer Freundin versprochen. Bei DHL registriert, alle Angaben zu Empfänger, Absender, und Ware gemacht. Ja, eine kleine Zollerklärung muss jetzt für alles gemacht werden, was man verschickt. Am Ende mit paypal bezahlt, die Dokumente ausgedruckt. Versandschein mit Adressen vornedrauf, Zollerklärung nochmal unterschrieben und hintendrauf kleben. Nochmal zu Post. Ja, es ist alles ok, das Buch geht raus. Pooh!

Beim vierten Mal (USA):
Diesmal ist es wieder eine Broschüre in die USA. alles wie gehabt, online wird man alles abgefragt, auch Länge, Breite und Höhe des "Päckchens". Höhe 0,5 cm. Wert: 0 €. Nimmt er nicht an. Also 0,50 € - jetzt geht's durch. Wieder für 8,89 € alles eingetütet, ich weiß ja jetzt, wie es geht. Auf dem Postamt dann die böse Überraschung: "Das geht so nicht, das ist zu dünn!"
Wie jetzt, zu dünn?
"Mindesthöhe ist 1,5 cm!"
Davon stand aber im Internet nix. Ich hab doch 0,5 cm angegeben und es wurde akzeptiert!
"Tut mir leid, aber ich darf das so nicht annehmen."
Ja soll ich das jetzt wieder aufmachen und Pappe zum Füllen reinstecken?
Dem Beamten ist anzusehen, wie peinlich ihm die Situation ist. Schulterzucken. Wortlos packe ich das Couvert wieder ein und mache mich von dannen. Nach kurzer Überlegung halte ich am nächsten Briefkasten an und werf das Ding ein, so wie es ist. Ich hab da so eine Ahnung - und sie trügt mich nicht! Ganze zwei Wochen später kommt von Karla die Nachricht, dass das Teil unversehrt in Maine eingetroffen ist, trotz dem fehlenden Zentimeter.

Aber im Ernst jetzt:
Wer denkt sich eine  solchen Mist aus?! Eine DIN-A5-Broschüre, 64 Seiten, 135 Gramm, darf der Privatmann nur noch als "Päckchen XS Welt" wegschicken, und das auch nur, wenn er im Internet alles Mögliche selbst ausgefüllt und ausgedruckt hat. Für 8,89€. Ein Anschreiben oder eine handschriftliche Notiz darf man aber nicht dazulegen. Die kann man dann separat als Brief verschicken. Wie macht das die Omi, die ihrem Enkel in Kanada ein Weihnachtspäckchen schicken will?
Die eine Schalterbeamtin weist mich noch daraufhin, dass ich für 8,89€ nicht nur die kleine Broschüre verschicken, sondern bis zu 2 kg reinpacken kann. Ja soll ich jetzt einen Ziegelstein dabei packen, damit es sich rentiert?

Ich werde mir zukünftig etwas anderes einfallen lassen müssen, um unsere schönen Kurzgeschichten um die Welt zu schicken. Für Ideen und Anregungen bin ich dankbar.

19 September 2021

Was ist schon NORMAL?

An einem sehr entspannten Sonntag komme ich gegen vier Uhr gut gelaunt vom Nachmittsgsspaziergang am Rhein zurück und schaue vorsorglich ins Zeitungsfach. Denn aus Erfahrung weiß ich, dass ich das Werbeblättchen immer erst im Briefkasten habe, wenn das Wochenende fast vorbei ist. Tolle Veranstaltungshinweise:
17.9.  Kulturpicknick in Löf
18.9. Live-Musik beim Weinfest in Burgen
in der Zeitung "Andernach am Wochenende" vom 18.9., die am 19.9. zugestellt wird.
Zudem beträgt der Gewichtsanteil von inliegenden Werbungsbeilagen aller Art gefühlte 90%. Aber da die auf dem Weg vom Briefkasten zur Haustür eh in die Papiertonne wandern, ist das zwar ökonomisch und ökologisch völliger Schwachsinn, lässt sich aber verschmerzen. Was bleibt, sind 12 hauchdünne Zeitungsblätter, in denen der Werbe- und Anzeigen-Anteil knapp 75% ausmacht. Wenigstens kommt das reine Werbungspaket nicht mehr, dass zudem noch in Plastikfolie eingeschweißt war. Aber ich frage mich schon manchmal: Was soll das??

Heute jedoch wurde das ganze noch getoppt: Im Briefkasten lag der blau-rote Flyer der kackbraunen Partei - in 3-facher Ausfertigung!


Eigentlich sollte es mich nicht wundern, wenn selbst der Werbungsverteiler dieser Hassprediger zu dumm ist, um von EINEM Namen auf dem Briefkasten auf EINEN Flyer zu folgern. Meinen ganz persönlichen Schätzungen zufolge bewegt sich der Durchschnitts-IQ der Anhänger/Wähler bei dieser Partei knapp oberhalb der innerstädtischen Geschwindigkeitsbegrenzung. Aber wirklich nur knapp.

Und in diesem Fall lasse ich auch die biblische Seligsprechung für die Armen im Geiste nicht gelten, denn man kann auch mit bescheideneren geistigen Mitteln erkennen, was diese Hassprediger ständig dummlabern. Daher sag ich's heute noch mal ganz offen für diejenigen, die mich mit dreifacher Menge an Mist dazu bewegen wollen, ein Arschloch zu werden:

Selbst wenn Ihr mich mit Werbematerial zuscheißt, habe ich für Euren NORMALEN Hass außer abgrundtiefer Verachtung nix übrig, Ich kann mich mit Anhängern demokratischer Parteien trefflich über verschiedene politische Meinungen auseinandersetzen, DAS IST FÜR MICH NORMAL.
Aber mit Eurem menschenverachtenden, verlogenen Dreck werde ich mich niemals anfreunden.

Das musste ich loswerden, jetzt geht's mir gut.


25 Januar 2021

Seelische Nachwirkungen

Ein starker Roman

Ich habe gestern den neuen Roman von Gabriele Keiser zu Ende gelesen und muss gestehen: Er hat mich wirklich mitgenommen.

Mitgenommen in eine Welt, die ich nur vom Hörensagen kenne, die Welt der Heimkinder. Ich habe das Buch nur häppchenweise gelesen, immer mal Pause gemacht, weil es teilweise schwer zu verdauen ist. Ich kenne Menschen, die im Heim aufgewachsen sind und weiß auch, welche Nachwirkungen einige der beschriebenen Dinge bei den Betroffenen lebenslang haben können. Auch die Charaktere wirken authentisch, sind nicht schwarz-weiß gezeichnet, die Grenzen zwischen Gut und Schlecht verschwimmen, man kann ahnen, wie es in Menschen vorgeht, die mit dem Erlebten nie klar kommen.

Viele Handlungsfäden sind geschickt ineinander verwoben, die reine Lösung des Kriminalfalls war für mich gar nicht das Wichtigste, auch wenn sie am Ende logisch gut nachvollziehbar ist.

Von mir eine klare Leseempfehlung. (Und eine Kaufempfehlung im lokalen Buchhandel)

02 September 2020

Identitäre Verstrahlung

Gestern durfte ich meinem Briefkastens erstmals ein gelbes Faltblatt entnehmen, mit dem die sogenannte Identitäre Bewegung nun auch in Andernach auf sich aufmerksam machen will.

Ziemlicher Plumpaquatsch

Meine anfängliche Hoffnung, dass mich nur einer persönlich damit ärgern will, wurde ein paar Stunden später jäh zerstört, als mein Nachbar diese Pamphlet ebenfalls aus seinem Briefkasten zog. Da mein Nachbar und Freund ein sehr ordentlicher Mensch ist, entsorgte er den Flyer sofort sachgerecht in der blauen Papiertonne.
Fast war ich geneigt, den Verfassern in einer email zu raten, das Ding zukünftig direkt in blau zu drucken, damit die Zuordnung zur richtigen Tonne einfacher ist. Aber ich war einfach zu neugierig darauf, welche Ziele und Forderungen diese Bewegung hat und welche Werte, welche Identität und welche 3000-jährige Kulturgeschichte sie aktiv und patriotisch verteidigen will, um ihre Worte zu benutzen. 

Forderungen und Ziele:
1.Bild: Brandenburger Tor mit Banner "Sichere Grenzen - sichere Zukunft!
1.Überschrift: HEIMATLIEBE UND PATRIOTISMUS als Normalzustand
2.Bild: Blonde Frau mit Blumenkranz im Haar
2.Überschrift: VERTEIDIGUNG DES EIGENEN und der Vielfalt der Völker
3.Bild: Viele Frauen mit Kopftuch, alles im Halbdunkel
3.Überschrift: Stopp des GROSSEN AUSTAUSCHES

Weiterhin melden sich 3 junge AKTIVISTEN zu Wort, alle 25 Jahre alt, und die heißen natürlich Melanie. Robert und Volker. Klar, Roman, Fatma und Boubacar sind zwar auch hier geboren, aber die sind passen nun gar nicht in dieses ideologische Geschwurbel.

Nach kurzem Überfliegen dieses patriotischen Manifests gab mir besonders die ethnologische Richtschnur Rätsel auf. Mit einem ähnlichen Ansatz war 1933 schon einmal ein kleiner Puppenspieler an die Macht bekommen, um die halbe Welt in Tod und Verwüstung zu treiben. Er nannte diese wichtige rassische Abstammung damals nicht ethnologisch, sondern arisch. Wenn ich mir unsere Geschichte betrachte und mir anschaue, welche Heere, Händler, Flüchtlinge und Besatzungen aller Couleur in den letzten 3.000 Jahren durch Mitteleuropa gezogen sind und ihre nachweislichen ethnologischen und genetischen Spuren in uns hinterlassen haben, finde ich beim besten Willen keinen Ansatz, hier eine patriotische einzigartige Identität zu finden.

Ich habe kürzlich von einer Idee gelesen, die mir auf Anhieb supergut und sinnvoll erscheint:
Man sollte allen, die etwas von unserer einzigartigen Rasse von sich geben, egal wie auch immer sie es verklausulieren und egal, ob sie zu den identitären Reichsverschwörern oder den AFNPD-Patrioten mit Reichskriegsflagge oder sonst einem rechten Haufen angehören, einen verpflichtenden DNA-Test vorschreiben und sie zwingen, sich ihre eigene ethnologische Zusammensetzung betrachten zu müssen.

Als Familienforscher, der sich auch der DNA-Analyse als Hilfsmittel bedient, weiß ich, dass jeder hier lebende Mensch einen komplett anderen Mischmasch von Genen in sich trägt.
Und der heißt nicht:
75% Teutsch
20% Nordisch
  5% sonstwas

Sondern bei mir (Familie seit vielen Generationen hier ansässig):
34,7% Brite und Ire
27,5% Nord- und West-Europäer
28,3% Balkanbewohner
  5,1% Aschkenasischr Jude
  4.4% Sarde

Bei einer (deutschen) Freundin:
36,0% Skandinavierein
33,5% Engländerin
  7,2% Nord- und West-Europäerin
23,3% Osteuropäerin

Bei einem (deutschen) Neffen 3.Grades:
44,4% Skandinavier
  2,3% Finne
21,9% Italiener
  9,1% Griechisch und Süditalienisch
  7,8% Iberer
14,5% Balkanbewohner

Und so könnte ich noch weitere "reinrassige" eigene Verwandte und Freunde aufführen, die asiatische, afrikanische und andere Anteile im Erbgut haben. Und das Erbgut lügt nicht. Daher bleibt mir zukünftig mit eurem nationalistischen Gedankengut bitte vom Hals, denn es entbehrt jeder vernünftigen Grundlage.

29 November 2019

Andernach lebt!

Für heute Mittag hatte erstmalig eine Andernacher fff-Gruppe zur Beteiligung am Klimaprotest aufgerufen. Und ich war positiv überrascht, wie viele kamen. Ich schätze mal, dass sich ca. 150 Menschen um 11:40 am Schulzentrum eingefunden hatten. Für eine Erstaufführung finde ich das schon beachtlich. Zwei SchülersprecherInnen erklärten kurz, wie und woher sich der Demonstrationszug bewegt und forderten alle Teilnehmer auf, ihre Forderungen lautstark und friedlich vorzutragen. Die Erwachsenen, die die Aktion der SchülerInnen unterstützten, hielten sich angenehm im Hintergrund und die Jugendlichen zeigten, dass sie dies alles selbst regeln können und wollen.

Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.
Begleitet wurde der Zug von Ordnungsamt und Polizei, die uns freundlich durch die Innenstadt bis vor die Christuskirche eskortierten, ohne dass es zu irgendwelchen unangenehmen Zwischenfällen kam. Hier überraschte mich vor allem der Sprecher der Schüler mit sehr selbstkritischen Aussagen der Art, dass wir alle bei uns selbst anfangen müssen, wenn wir etwas ändern wollen. Dies untermauerte er auch mit nachvollziehbaren Beispielen aus dem täglichen Leben. Respekt!

Vor der Christuskirche
Im Anschluss wurde dann der Müll in den Rheinanlagen eingesammelt. Und es war wieder mal erstaunlich, wieviel da zusammen kam, obwohl Waterlove in der letzten Woche bereits dort gesäubert hatte.
Gute und konkrete Ideen
Die Aktion hat mir Mut gemacht. In letzter Zeit sind mir so viele polemische Sprüche untergekommen, mit denen Erwachsene versuchen, diese Bewegung zu diskreditieren. Ich habe oft den Eindruck, sie versuchen nur die eigene Unfähigkeit zu überspielen, selbst etwas Konstruktives zur Rettung des Planeten beizutragen.
Mein Dank an Kostas für die Bilder.

22 September 2019

Klimawandel - und was daraus gemacht wird

Dass unser Klima sich mit einer irrwitzigen Geschwindigkeit in eine Richtung ändert, die uns Menschen nicht gerade zuträglich ist, sagen alle mir bekannten wissenschaftlichen Analysen, die als seriös und unabhängig gelten. Ich bin kein Experte, verlasse mich auf das, was die Wissenschaft ermittelt, auf das, was ich selbst erlebe und auf meinen sogenannten gesunden Menschenverstand.
Wenn man jährlich 8 Milliarden Tonnen Kohle verbrennt und mit diesen Abgasen, die neben Kohlendioxid (CO2) auch Schwefeldioxid, Feinstaub, Quecksilber, Stickoxide, Arsen enthalten, die Atmosphäre betankt, wäre es schon irgendwie komisch, wenn das nach Jahrzehnten keine Auswirkungen haben sollte, oder? Und Kohle ist nur ein Teil unserer Probleme.
Wir erleben jetzt schon die Auswirkungen, die Meeresspiegel steigen immer schneller, die nachfolgenden Generationen werden uns die Knochen verfluchen, sofern sie noch fluchen können. Und wir erleben eine Politik, die unfähig ist, wirklich was zu ändern. Dabei macht es keinen Unterscheide, ob sie nicht kann oder nicht will. Sie tun es nicht

Dann stellt sich ein junges Mädchen mit einem Pappschild vor das schwedische Parlament und sagt, dass wir sofort etwas ändern müssen, wenn wir nicht die Lebensgrundlagen aller kommenden Generationen komplett zerstören wollen. Viele erkennen, dass sie die Wahrheit spricht, dass es jetzt ans Eingemachte geht, dass es fast zu spät ist. Ein gutes Jahr später ist daraus eine weltweite Bewegung mit vielen Millionen aktiven Teilnehmern geworden. Das ist der Wahnsinn.Wir sind selbst am Freitag in Koblenz dabei gewesen zusammen mit 4.500 Menschen.
"Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut!" war immer wieder von den jüngeren Teilnehmern zu hören. Denkt mal alle drüber nach.


Ich bewundere Greta Thunberg für ihren Mut und ihre Entschlossenheit, mit der sie das bis heute durchzieht und sich auch von den allerblödesten und allergemeinsten Anfeindungen nicht von ihrem Ziel abbringen lässt. Und damit bin ich bei meinem heutigen Thema, dass ich einfach loswerden muss. Wie geht meine Generation damit um? Oder besser: Wie geht ein Teil von uns damit um?
Die überwiegende Mehrheit lässt sich den Spiegel vorhalten, denkt für 5 Minuten nach und sagt: Sie hat ja recht. Wir schließen uns an, schauen, was wir selbst an unserem Lebensstil ändern können, unterstützen die aktive Jugend dabei, die Notbremse zu ziehen. Denn unsere Generationen haben es verkackt, haben es soweit kommen lassen, dass wir wahrscheinlich bereits 5 nach 12 haben.

Weil wir zu bequem waren, billig Auto fahren und fliegen wollten, das Fleisch für 3,99/kilo beim Discounter kaufen wollten, auch wenn dafür Kreaturen gequält wurden. Ja, wir waren zu bequem, wollten gut leben und haben alle gelben Ampeln überfahren, die uns besorgte Wissenschaftler schon vor 50 Jahren gezeigt haben. Wollten wir nicht wissen. Ein wenig erinnert mich das an die NS-Zeit, in der auch gewarnt wurde, aber nur die wenigsten wollten hinschauen, die meisten sind den bequemen Weg gegangen und mitgelaufen im Gleichschritt der sich anbahnenden Diktatur, das hat weniger Ärger gemacht. Und hinterher war's wieder keiner gewesen. IIICH? Konnte doch gar nix dafür. Hab dich gar nix gemacht. Ja genau, das NIXMACHEN war das Problem.
Und heute schwingen sich immer mehr aus dieser Generation auf und packen die unglaublichsten Geschichten aus, nur um selbst nicht schuld zu sein.

Ich lese Sprüche wie
"Wir haben früher kein Auto gehabt!"
"Wir haben unsere Kleider mehrfach aufgetragen!"
"Wir haben was weiß ich nicht alles früher ganz anders gemacht!"


Ja, warum denn? Weil ihr tolle Klimaschützer wart? Nein, weil es nichts gab! Warum tut ihr heute so, als hättet ihr damals aus freien Stücken auf den Urlaubsflug verzichtet, weil ihr so umweltbewusst wart? Ihr seid nicht geflogen, weil ihr kein Geld dafür hattet! Aus, basta!

Dann lese ich solche Sachen wie
"Lassen sich mit dem SUV zur Schule fahren, die Faulenzer!"
"Nach der Demo lag Plastikmüll auf der Straße!"


Ja sag mal, habt ihr alle Lack gesoffen oder watt?!
Fahren Eure Kids den SUV? IHR erzieht Eure Kinder doch so, dass Ihr sie mit dem Auto zur Schule fahrt! Und ihr hinterher zum Job oder zum Bäcker an der Ecke! Und der Müll, den ihr nach Euren tollen Karnevalsumzügen in jeder Stadt hinterlasst, reicht für 10 Jahre Umweltdemos weltweit.

Und wenn dann noch diese Vollspacken von der AFD daherkommen und schwafeln, der Klimawandel sei eine Erfindung von Ökoterroristen und sie selbst fühlen sich als verfolgte Opfer von diktatorischen Linksfaschisten, dann könnte ich kotzen. So, das musste raus, jetzt geht's mir besser.

13 Mai 2019

Irgendwas stimmt hier nicht

In der chinesischen Stadt Yulin werden beim jährlichen Hundefleischfestival 10.000 Hunde gekocht oder gebraten und verzehrt, nachdem sie vorher unter unsäglichen Bedingungen gehalten und getötet wurden. Die westliche Welt regt sich furchtbar auf ob dieser barbarischen Sitten - und macht mit hunderttausenden Rindern, Schweinen, Hühnern in Massentierhaltung genau das gleiche.
Die deutsche Industrie verkauft mit Hilfe der Politik fleißig Waffen aller Art an jeden zahlungskräftigen Machthaber auf der Welt. Wenn die damit ausgetragenen Kriege die Bevölkerung in die Flucht zwingen, diskutiert man hier über Transitzonen und Aufnahmequoten.
Beispiele gibt es mehr als genug, sie alle belegen:

Unser Verhalten ist paradox! 

Aufgefallen ist das bereits Väterchen Franz(-Josef Degenhardt) in seinem Klassiker "In den guten alten Zeiten", wo er aus der Zeit nach dem großen allerletzten Knall auf unser heutiges Treiben zurückblickt.

...Manchmal durfte man nicht töten, manchmal aber musste man,
was Genaues weiß man nicht, aber irgendwas ist dran,
denn wer Tausende verbrannte, der bekam den Ehrensold,
doch erschlug er einen Einzelnen, hat der Henker ihn geholt
In den guten, alten Zeiten...

Betreiben wir ein wenig Ursachenforschung, so dämmert uns nach kurzer Zeit die Erkenntnis, dass es keinerlei Indizien dafür gibt, dass es jemals anders zuging auf diesem Planeten, jedenfalls nachdem Eva sich von dieser blöden Schlange hat verführen lassen. Vielleicht könnte man ja darauf hoffen , dass Zeitreisen bald technisch möglich sind, um dann jemand zurück zu schicken, der dem Weib auf die Flossen haut oder, noch besser, dem Kriechtier den Garaus macht.

Oder gibt es bereits Zeitreisen? Ist schon jemand zurückgereist und hat beim Versuch, etwas zu reparieren, sein früheres Ich getroffen? Ist bereits etwas eingetreten, das Doc Emmet Brown in Teil 2 der intergalaktischen Kult-Trilogie "Zurück in die Zukunft" für den Fall einer Begegnung mit seinem früheren Ich vorhergesehen hat?


Doc: „Ich sehe 2 Möglichkeiten voraus. Erstens ... - Oder zweitens:
Die Begegnung bewirkt ein Zeitparadoxon, in deren Folge eine Kettenreaktion ausgelöst wird, die die Struktur des Raum-Zeit-Kontinuums auflöst und das gesamte Universum vernichtet
. Zugegeben, das ist das schlimmste Ereignis. Es wäre möglich, dass sich die Zerstörung in Grenzen hält und sich nur auf unseren Teil der Galaxis bezieht." 

Ich hab dazu eine ganz eigene Theorie: Was ist, wenn es uns nicht ganz so schlimm getroffen hat und wir nur alle ein Stück bekloppt geworden sind? Beispiele siehe oben.

15 Juli 2018

Regierung gegen wirksamen Tierschutz

Ja, so kann man es echt beschreiben, was die Bundeslandwirtschaftsministerin da raus haut.
Die Minister der Bundesländer haben doch bereits signalisiert, dass das, was bei der Kennzeichnung der Eier funktioniert, auch sinngemäß auf die Tierhaltung übertragen werden kann. Dann kommt diese Frau Klöckner daher und besteht auf einer freiwilligen Kennzeichnung mit ihrer Initiative Tierwohl.
Quelle: Mensch und Politik heute
Ihre Begründung: Bei Kennzeichnungspflicht bekämen die Betriebe, die sich nur an die gesetzlichen Vorschriften halten (und die erlauben Tierquälerei) die schlechteste Note, nämlich die 3 wie bei den Eiern. Das sei eine Belohnung für diese tierquälenden Betriebe. Klar, eine 4- in der Schule ist ja auch ne tolle Belohnung für jeden Schüler. Das ist ist auf abenteuerliche Weise sinnfrei.
Und so plädiert sie für eine freiwillige Kennzeichnung. Wer nicht will, der lässt es, malt ein eigenes grünes Ponyhof-Etikett drauf, und fertig ist der Beschiss. Das soll also erlaubt sein. Wer sich die Videos anschaut, welche Tierschützer beim illegalen Eindringen in solche Ställe gedreht haben, die Frau Klöckner jetzt schützen will, dem wird schlecht vor so viel schlimmer grausamer Bilder. Ach ja, gleichzeitig sollen die härter bestraft werden, die illegal in Ställe eindringen und diese Missstände aufdecken. Offensiver Täterschutz, die Bösen sind die Aufklärer.
Ich habe leider nicht den Eindruck, dass diese Frau Klöckner das aus purer Dummheit raushaut oder dass sie ernsthaft glaubt, das wäre für den Schutz der Tiere besser als eine Kennzeichnungspflicht. Nein, ich habe den Eindruck, sie weiß genau, was sie tut, nämlich die schlimmen Zustände in vielen Ställen weiter zu verlängern zugunsten einer Agrarindustrie, die daran verdient.

Edel sei der Mensch, Zwieback und gut!

04 Oktober 2016

Nepper, Schlepper, Telekomiker


Das ist ja mal wieder ein Hammer-Angebot der Telekom:



Hier ist man preislich schon vergleichbar mit den Sonderangeboten der Konkurrenz. Vodafone bietet ziemlich exakt das gleiche zum gleiche Startpreis an. Super! Aber was hat das kleine Sternchen hinter dem Preis zu bedeuten? Bestimmt nix Wichtiges, sonst würde es ja direkt dabei stehen. Bestimmt nur Kleingedrucktes, was keine Sau interessiert. Oder?
Ja da ganz rechts unten, da steht doch noch was. Ich zoome mich mal ran, ist ein bisschen klein und blass. AHA, jetzt hab ichs:


für 12 Monate

danach ab 44,95 €

Jetzt kann man's lesen, oder?


Immerhin, die Konkurrenz von Vodafone hat das Online-Angebot optisch fast identisch aufgebaut, Preis anfangs ebenfalls 19,95 €, nur steht rechts unten

ab dem 13.Monat
39,95 €

Mindestvertragslaufzeit bei beiden übrigens 24 Monate

Man stelle sich einmal vor, der Metzger unseres Vertrauens würde uns die wöchentliche Lieferung eines Wurst- und Fleischpakets für 19,95 € anbieten, aber ab der 13. Woche das gleiche für 44,95 €. Mindestvertragslaufzeit 24 Wochen. Den würden wir doch fragen, ob er den Überblick verloren hat und ob er jetzt unter die Täuscher und Trickdiebe gegangen ist.Bei der privaten Konkurrenz ist man das RTL-Niveau gewohnt, aber dass die einstmals seriösen Telekomiker sich jetzt auch solcher Tricks bedienen, um Kundschaft an Land zu ziehen, finde ich schade.

16 März 2016

GLOBAL DENKEN - FAIR HANDELN


Einladung

Hiermit möchten wir Sie herzlich zum öffentlichen Abschlusstag der
Themenwoche „Global Denken-Fair Handeln“ 
am 
18.03.2016
in das Andernacher Jugendzentrum einladen.

Diese Veranstaltung bildet das Ende einer ereignisreichen Woche, die vom 14.03 zum 18.03. 2016 im Andernacher Jugendzentrum stattfindet. Hier wird für Schulklassen ein Parcours mit verschiedensten Workshops unter dem Themenschwerpunkt „Smartphones / Fair Trade Smartphones“ angeboten.
Andernach ist Fairtrade-Stadt! Nicht alleine aus diesem Grund zogen die Initiatoren der einwöchigen Veranstaltung die Motivation für ein derartiges Projekt. Berichte über die „Blutigen Handys“, über ungenutzte „Brotberge“, die im krassen Gegensatz zur Lebenswelt der Menschen in Notstandsgebieten stehen oder Wasserimporte aus Afrika werfen bei vielen jungen Menschen Fragen auf, was wir im täglichen Alltag mit den Jugendlichen immer wieder erleben. Daher entstand die Idee eines Parcours, in dem sich der Besucher Zeit für Themen wie das Fairtrade-Handy, den Abbau von Coltan und vieles mehr nehmen kann. Die verschiedenen Stationen können von den Teilnehmern nach Interesse und in der Intensivität der Nutzung frei gewählt werden.  Praktische Erfahrungen und unterschiedliche Eindrücke sollen zu einem umfassenden Erleben der Thematik führen.

Das Programm für den 18.03.2016
12:00 Uhr Öffnung der Ausstellung
13:50 Musikalischer Beitrag
14:00 Begrüßung durch Herrn Oberbürgermeister Achim Hütten
14:30 Führung durch den Parcours der Ausstellung
16:00 Musikalischer Beitrag
16:30 Einleitung Herr Bürgermeister Claus Peitz
Anschl. Filmvorführung „Blood in my Mobile“
17:30  Stehcafe / Zeit zum Umschauen
Wir würden uns über Ihren Besuch sehr freuen!

Herzlichst, Ihr
Projektteam „Global Denken-Fair Handeln“

(Jugendzentrum Andernach, Steuerungsgruppe Fairtrade
Andernach, Weltladen Andernach, Jugs Andernach) 

29 November 2015

Der Lobbyismus im Deutschen Bundestag
aka Banana Republic


Lobbyisten, was sind das überhaupt für Leute?
Da ich die Bedeutung auch nur vage, aus dem Bauch heraus, kannte, hier die Herkunft des Wortes, wie Wikipedia es erklärt:

Der Begriff geht auf die Lobby (englisch für „Vorhalle“) des Parlaments zurück, in der Vertreter verschiedener Gruppen Parlamentarier an die Möglichkeit ihrer Abwahl erinnerten und auch Vor- oder Nachteile für bestimmtes Verhalten in Aussicht stellten.

Ok, in der Vorhalle des Bundestags lagern also Vertreter, die die Abgeordneten in ihren Entscheidungen beeinflussen wollen. Nun kommt in den Bundestag nicht jeder rein, das ist auch gut so. Es ist so geregelt, dass die Interessengruppen, Firmen und Verbände bei den Bundestagsparteien Hausausweise beantragen können, mit denen sie dann die heiligen Hallen, das vermeintliche Zentrum der Macht, betreten können, wann immer sie wollen. Aktuell gibt es eine seltsame Auseinandersetzung über die Offenlegung dieser ausgestellten Ausweise. Die Organisation abgeordnetenwatch (der Name sagt schon, um was es geht) hat alle Fraktionen gebeten, offenzulegen, wem sie per Hausausweis Zutritt zum Parlament gegeben haben. Grüne und Linke haben dies sofort getan, die SPD hat dies zuerst abgelehnt, später dann doch getan, als der Druck der Öffentlichkeit größer wurde und man ahnte, dass eine Verheimlichung nicht gut ankommt. Die CDU/CSU hat es bis zum Schluß abgelehnt und wurde letzte Woche vom Gericht verdonnert, es zu tun. Der Berliner Tagesspiegel hatte wg. Verletzung der Pressefreiheit geklagt.

Nun liegen sie vor, die Listen. Und im Großen und Ganzen überrascht es niemanden. Von Industriekonzernen, die ihr Geld weiterhin mit Rüstungsgeschäften, Fracking und anderen fragwürdigen Aktivitäten verdienen wollen, wird überwiegend die CDU/CSU heimgesucht. Die SPD kriegt hier nur die Anstandsbrösel ab. Die Gewerkschaften sitzen eher bei der SPD am Kaffeetisch, und idealistische Überzeugungstäter wie Umweltverbände und Solartechniker fühlen sich bei den Grünen wohl.

Auf den ersten Blick überrascht, dass von den 1100 Lobby-Ausweisen, die seit Beginn der Legislaturperiode ausgestellt wurden, 765 von der CDU/CSU kamen. Woran liegt das? Klüngeln die Lobbyisten lieber mit denen, weil sie da mehr erreichen können? Sind die empfänglicher für Drohungen und Wohltaten, Zuckerbrot und Peitsche, für Deals irgendwelcher Art?
Oder haben die Gewerkschaften und Umweltverbände auf der anderen rotgrünen Seite weniger Lobbyarbeit nötig, weil viele Abgeordnete von SPD und Grünen selbst Gewerkschafter oder Naturschützer sind, aber kaum ein Vorstandsmitglied eines Rüstungskonzerns direkt für die Union im Bundestag sitzt? 

Noch interessanter wird es, wenn man diese Fragen mit dem Blick auf die Nebeneinkünfte der Abgeordneten verbindet. Es wird nicht überraschen, dass viele Abgeordnete für Redeauftritte bei Firmen und Interessenverbänden gut entlohnt werden, die den Lobbyisten sehr nahe stehen, mit denen man im Bundestag Kaffee trinkt. Kleine Randnotiz: Letztes Jahr hatte der bayrische Abgeordnete Peter Gauweiler zwar keine Zeit, an irgendeiner Abstimmung teilzunehmen, aber genügend Zeit, mit seinen Nebeneinkünften die 1 Millionen-Euro-Marke zu knacken.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Aber im Ernst: Dass unsere Wahldemokratie in vielen Bereichen unsauber und korrupt ist, weiß ich nicht erst seit diesem Kasperletheater um die Lobbyausweise. Und dass ich, wenn ich mich ernsthaft für Umweltschutz, Frieden und Gerechtigkeit einsetze, die großen Parteien gar nicht wählen kann und bei den Grünen drauf hoffen muss, dass der Anteil der Ehrlichen und Anständigen groß genug bleibt, weiß ich doch selbst. Macht verführt, und wir Menschen sind verführbar und fehlbar, wir alle.
Lasst uns weiter das Beste draus machen, wir können wählen, wir können die Klappe aufmachen, die Finger in die Wunden legen. Die Regierungsformen, in denen man dafür gefoltert oder enthauptet wird, sind noch viel schlimmer.


The Boomtown Rats -- Banana Republic

08 November 2015

Die kulturelle Identität

Um diese Jahreszeit liest man es in den sozialen Medien immer wieder:

Ich gehe mit meinen Kindern zum St. Martins Umzug (nicht zum 'Sonne-und-Mond-Sterne-Fest). Im Dezember freuen wir uns auf den Christkindlsmarkt (nicht auf den "Wintermarkt") und auf die Adventsbeleuchtung (nicht die "Winterbeleuchtung") und feiern dann Weihnachten (und keine "Jahresendfeier").

Ich halte viel von Toleranz und Rücksichtnahme. Nichts halte ich allerdings von den Vollidioten, die meinen, dass wir in unserem eigenen Land unsere eigenen Traditionen und unsere kulturelle Identität aufgeben sollten.


Das stimmt mich zunehmend nachdenklich. St.Martin, Christkind, Advent und Weihnachten sind allesamt Begriffe einer kirchlichen Tradition, die von den allermeisten Menschen schon lange nicht mehr gelebt wird. Zu der gleichen Tradition gehören aktuell auch ein Frauenverbot in allen Führungspositionen, Sexualitätsverbot für Priester, Verlust von Sakramentsrechten bei Geschiedenen, Diskriminierung von Homosexuellen und Androhung von Hölle und Fegefeuer für Todsünden, deren Definition man sich selbst ausgedacht hat. 
Da Martin, Christkind & Co. jedoch eher aus der Vergangenheit stammen, passen sie vielleicht besser zu Inquisition, Hexenverbrennung und Verfolgung Andersgläubiger, die ebenfalls jahrhundertelang praktiziert wurden.
Will sagen: Das sind Traditionen, von denen ich mich aufs heftigste distanziere, und daher ist es mir auch nicht wichtig, wie der Umzug genannt wird oder wie diese Feste oder diese Märkte genannt werden und es erschließt sich mir auch nicht, wie das sonst jemand wichtig sein kann.
Das Kinder gerne einen Umzug mit Fackeln, Liedern, großem Feuer und anschließendem Weck machen, dass sie sich über einen Mann auf dem Pferd freuen, das kann ich sehr gut verstehen, auch wenn ich keine eigenen Kinder hab. Alle Kinder freuen sich auf die Geschenke an Weihnachten und auf ein harmonisches familiäres Beisammensein. Ok, das zweite nur bis zur Pubertät. Wir waren doch alle mal Kinder und sollten das auch nicht vergessen.
Die Weckmänner
Diese Feste sind für viele Erwachsene, die sie noch begehen, doch längst entkoppelt vom ursprünglichen Sinn. In vielen Fällen ist die eigentliche Entstehung der Feste eh nicht mehr rekonstruierbar, viele kirchliche Feste kannten die ursprünglichen Christen gar nicht, vieles hat sich die römisch-katholische Kirche im Lauf der Jahrhunderte ausgedacht. Vieles entstand durch die Vermischung mit einheimischen "heidnischen" Traditionen.

Worauf ich hinaus will: Das ist nicht meine kulturelle Identität. Wenn jemand sich die Benamung dieser 4 Traditionen rauspickt, alle anderen Traditionen in diesem Kontext weg lässt, und erklärt, dass ihm allein diese Namen wichtig sind, und dass alle anderen, die das nicht so sehen, Vollidioten sind, dann mutet es sehr eigenartig an, wenn er gleichzeitig behauptet, viel von Toleranz und Rücksichtnahme zu halten.

Nennt die Feste, wie ihr wollt. Achtet lieber darauf, dass ihr den Kindern Werte wie Hilfsbereitschaft, Liebe und Respekt vermittelt. Toleranz und Rücksichtnahme zu leben, das ist viel wichtiger als das Beharren auf Namen aus einer oft sehr unheiligen Tradition.

18 März 2015

TiK - Time

Nach den Enthusiasten am Samstag Abend in Koblenz gab heute abend die TiK-Truppe in Andernach ihr aktuelles Stück zum Besten.

Vernissage
Bilder einer Ausstellung


Auch hier hatte man die vertrauten Pfade des "typischen" Amateurtheaters verlassen und probierte etwas völlig Neues aus. Die Darsteller entwickelten beim Proben über anderthalb Jahre ihre Rollen selbst. Eine Herausforderung, wie die Beteiligten danach im Gespräch mit dem Publikum bekannten. Verbunden mit der Unsicherheit bis kurz vor die Premiere. "Wird das doch noch was?" fragten sich einige aufgrund der immer neuen Ideen und Änderungen, die bis kurz vor Schluss einflossen.

"Ja, es wurde was!" bestätigte das begeisterte Publikum.
Es ging um Lebensgeschichten, Lebensentwürfe. Um Schicksalsschläge und Träume, auch um geplatzte Träume. Aber vor allem am Ende um das, was jeder selbst aus seinem eigenen Leben mit all seinen Facetten macht. Und darum, dass es schon jeder selbst entscheidet, ob er seine Träume realisiert oder lieber ob der vielen Tiefschläge resigniert.
Mein Fazit: Gutes Thema, nie langweilig, gut gespielt, viele Anregungen zum Nachdenken.
Thematisch traf es in etwa das, was ich letzte Woche im Blog "Was machen die da?" gelesen hatte: Menschen, die sich nicht kennen, erzählen sich ihr Leben. Tolle Sache, das.
Für mich persönlich war der Abend eine gelungene Sache, obwohl (oder gerade weil) es einigen lieben Menschen im Freundes- und Familienkreis derzeit nicht so gut geht.

11 Januar 2015

Wir sind rund um die Uhr für Sie da!

Sonntag abend, beim Lesen der eMails, wie immer öfter in letzter Zeit, Maschine sucht und sucht und sucht - und sagt am Ende: "Keine Verbindung zum Server!".
Firefox aufgerufen, nach irgendwas gegoogelt, Firefox sucht und sucht und sucht ..... Nix! Am Tablet-PC probiert, das selbe.
Ok, wie so oft, zu oft in den letzten 4 Wochen, WLAN deaktiviert, WLAN wieder aktiviert am Notebook - keine Änderung.
Ok, wie in den letzten Tagen erstmals erforderlich - Router aus - 10 Sekunden warten - Router an - 3 Minuten warten - nix geht im Internet. Am Telefon Freizeichen.
Also, Hotline von KABEL DEUTSCHLAND anrufen, "Wir sind rund um die Uhr für Sie da!" Eine zuckersüße Frauenstimme vom Band heißt mich willkommen. Schön. "Wenn sie sich über neue Produkte von Kabel Deutschland informieren wollen, drücken sie die 1".
Über neue Produkte informieren? Ich? Wie kommt die nur auf sowas?
"Für technische Fragen oder Störungen: 2" im Hintergrund dudeln zuckersüsse Melodien. Ich drücke die 2.
"Haben Sie Störungen oder Probleme mit dem Fernsehen, dann drücken Sie die 2, haben sie Störungen beim Internet oder beim Telefon, drücken Sie die 3". Ich drücke die 3.
Quelle: toonsup.de
 

Es ertönt süße Piano-Chill-Musik. Die Zuckerschnute sagt:
"Übrigens, viele Störungen lassen sich beheben, indem sie das Gerät ausschalten und nach 10 Sekunden wieder einschalten. Oft funktioniert dann wieder alles." Ach nee, das ist ja was ganz Neues.
Die musikalische Zuckerwatte klimpert mittlerweile direkt auf meinen Nerven.
Nun kommt die freundliche Männerstimme ins Spiel. Natürlich auch vom Band. Ist das das Zeichen, dass ich jetzt endgültig bei den Gurus der Technik angelangt bin?
"Damit wir ihnen helfen können, müssen sie sich in der Nähe des betroffenen Geräts befinden. Sind sie das nicht, so bitten wir sie, ein anderes Mal wieder anzurufen, wenn sie sich in der Nähe des Geräts befinden."
Hoffentlich stellt mir gleich der lebendige Kollege von der Technik nicht genauso bescheuerte Fragen. Denk ich. Aber nur kurz. Dann kommt wieder die geliebte Sugardoll-Stimme "Leider sind derzeit alle Servicemitarbeiter besetzt. Um ihnen unnötige Wartezeiten zu ersparen, bitten wir sie, ein anderes Mal wieder anzurufen." *düdel*klimper*sugar*klimper*
"Übrigens, sie können sich auch online über die gemeldeten Störungen informieren oder selbst eine Störung melden. Unter www.kabeldeutschland.de finden sie unser Kundenportal."

"NEIN, FIND ICH NICHT, MEIN INTERNET FUNKTIONIERT NICHT! HEY, IHR SPACKOS, WOLLT IHR MICH VERARSCHEN? Warum sagt ihr nicht direkt am Anfang, dass sonntags abends leider nur 3 Servicemitarbeiter für ganz Deutschland Dienst schieben und das man besser die Woche über anrufen soll, wenn man auf der Arbeit ist und garantiert NICHT IN DER NÄHE DES GERÄTS ist?"
Dann hättet ihr mir wirklich Wartezeit erspart, die ich dafür nutzen könnte, mich bei einem seriösen Provider anzumelden.
So, das musste raus. Jetzt gehts mir besser.


Ergänzung: Jetzt, 1 Stunde und 3 Routerneustarts später, sind Facebook und alle Googledienste, wie auch dieser blog, wieder erreichbar. Im Gegensatz zur Kabel-Deutschland-Hotline.

29 September 2012

Ein fragwürdiger Rücktritt

Kurt Beck kündigt seinen Rücktritt an. Den Zeitpunkt hat er selbst ausgesucht, hat sich von der Opposition trotz aller Vorwürfe nicht zum Rücktritt bewegen lassen. Jetzt ist es die eigene Gesundheit - offiziell.
Das hinterlässt bei mir einen sehr faden Nachgeschmack. Möglicherweise ist es ja wirklich die Gesundheit, auch bei einem Politiker seiner Kategorie ist es möglich, dass er mal die Wahrheit sagt.
Das Festhalten am Millionengrab Nürburgring, auch als längst klar war, dass man dem schlechten Geld Gutes hinterher wirft, kann ein Mann seiner Intelligenz nicht aus Versehen gemacht haben. Das war "Sekt oder Selters", Augen zu und durch und hoffen, dass ein Wunder geschieht. Spätestens da war es um seine Glaubwürdigkeit geschehen.
Persönlich enttäuscht bin ich über die Rolle der Grünen. Was hat man das Wahnsinnsprojekt Nürburgring vor der Wahl kritisiert, völlig zu Recht - und was hat man, als man neben König Kurt mitregieren durfte, die Klappe gehalten und alles durchgewinkt, wie die unselige FDP kürzlich feststellte. Und jetzt, wo Becks Ende nah ist, tönt man wieder, dass man das Projekt immer kritisiert habe. Das ist schäbig.
Fazit: Macht verdirbt die Menschen, von der Kanzlerin bis zum Provinzfürsten. Wahrscheinlich sind solche Gegenbewegungen wie die Grünen damals und die Piraten heute notwendig, um denen den Spiegel vor zu halten, die sich  im Zuge der Machterhaltung zu Profilneurotikern und Lügenbaronen gewandelt haben.

24 Juli 2012

Die Mär vom Rettungsschirm ESM

Diesmal sind es keine nackten Garantien wie beim Vorgänger EFSF, sondern richtig Bares, mit dem der ESM ausgestattet wurde. 700 Milliarden echte Kohle, davon 80 Milliarden Bares, damit müsste man doch strauchelnden Ländern schnell wieder auf die Beine helfen können. Sollte man meinen.
Wenn man jedoch berücksichtigt, dass die Länder, die den Topf füllen müssen, dies über gepumptes Geld machen müssen, weil keiner die Milliarden mal so rumliegen hat, wird man schon nachdenklich.
Wenn man außerdem sieht, dass die hilfsbedürftigen Länder ihr Sozialnetz drastisch beschneiden müssen, um in den Genuss der Rettungskohle zu kommen, dann ist das nicht mehr lustig. Denn hier trifft es die, die ohnehin nix haben.
Dafür kommen dann die notleidenden Banken in den Genuss der Stützung.
Und diese Kredite wird das Land, das ansonsten vor dem Staatsbankrott stünde, wieder zurückzahlen, weil es ihm durch diese weitere Kreditaufnahme schnell wieder besser geht.
Wer das glaubt, der heißt Linus - und glaubt an den Osterbeagle.


03 Januar 2012

Deutschland glaubt ....

Habe gerade ganz ungläubig lesen müssen, das sich die Verteilung auf die Konfessionen in Deutschland schon sehr gewandelt hat. Die Wahl gewonnen haben die Konfessionslosen, die mittlerweile 34,6% der Bevölkerung ausmachen.Katholiken (29,7%) und Protestanten (29,6%) folgen fast gleichauf. Nach den Muslimen mit um die 5 % teilt sich der Rest auf viele kleine Splittergruppen auf.
Die weiter anhaltende Menge der Austritte aus den sogenannten christlichen Kirchen wird wohl dazu führen, dass bald die Hälfte der Menschen in Deutschland konfessionslos sein wird.
Berücksichtigen muss man dabei, dass es sich hier nur um die offiziellen Mitgliedszahlen der Gemeinschaften handelt. Schaut man in Form von Befragungen dahinter, findet man heraus, dass von den verbliebenen Mitgliedern nur ca. 20% die Grundüberzeugungen des Glaubensbekenntnisses teilen und das noch weniger regelmäßige Kirchenbesucher außerhalb von Weihnachten und Ostern sind.

Vor den Stadttoren fanden die Hinrichtungen auf dem Scheiterhaufen statt
Quelle: picture-alliance / akg-imagesn

Vergeblich suche ich bisher nach einer Statistik über die Konfessionslosen. Wie viele von Ihnen glauben an eine übergeordnete Instanz, nennen sie vielleicht sogar Gott, und können sich nur nicht mehr mit den jahrhundertealten Lügen und Verbrechen der Amtskirchen identifizieren? Ich steh doch bestimmt nicht alleine damit.
Leider ist es auch nicht so, dass alle, die aus den Kirchen austreten, automatisch nur noch humanistische Ziele verfolgen. Wenn man die Welt mit klaren Augen beobachtet, glaubt man doch einen zunehmenden Trend zum Gott des Materiellen, der Konsumsucht und des Egos festzustellen. Und das hieße dann den Teufel mit dem Belzebub austreiben zu wollen.

Die Zahlen stammen aus Beiträgen von Michael Schmidt-Salomon und Wikipedia.

25 Dezember 2011

Weihnachten

Den gestrigen Abend verbrachte ich sehr harmonisch mit meinem kleinen Brüderchen bei Muttern daheim, traditionell mit Spießbraten, Nudel- und Kartoffelsalat. Auf dem Heimweg besuchte ich liebe Freunde und wir vergnügten uns bis 2 Uhr mit dem gegenseitigen therapy-ren. Noch ne schöne Zigarre auf der Terese geschmaucht - perfekt. Todmüde zu Hause angekommen, vergaß ich leider, den Radiowecker abzustellen. Und so wurde ich heute morgen um halb zehn von diesem Drecksding aus dem Tiefschlaf geweckt. Der aufsteigende Zorn wurde allerdings ganz schnell gemildert, als ich die Radiomeldung aus dem Vatikan hörte:

Der Unfehlbare

Papst Benedikt XVI. (aka Joseph Aloisius Ratzinger) hat gestern in seiner Weihnachtspredigt ein radikales Umdenken in der Katholischen Kirche verkündet. Der heilige Vater hatte sich in den letzten besinnlichen Tagen zurückgezogen, um sich eingehend mit der Grundlage des katholischen Glaubens, der Bibel, auseinanderzusetzen. Dabei habe er festgestellt, wie sehr sich seine Kirche doch in den letzten 2.000 Jahren von den Grundsätzen des Gottessohnes Jesus Christus entfernt hat. Nun soll (und müsse) ein radikales Umdenken stattfinden. "Back to the roots" sei der Leitgedanke des nächsten Jahrzehnts. "Wir müssen auf sehr vielen Gebieten die alten Wahrheiten wieder zum Leben erwecken", bekundete er gestern in der Predigt seiner Weihnachtsmesse.

So forderte der Papst, vom hohen Ross des aufgeklärten Verstandes herunterzusteigen und die Fixierung auf das Materielle, das Messbare und Greifbare abzulegen: "Wir müssen unsere falschen Gewissheiten, unseren intellektuellen Stolz ablegen, der uns hindert, die Nähe Gottes zu suchen."

Der niedrige Eingang der Geburtskirche Jesu in Bethlehem lehre: "Wir müssen uns herunterbeugen, sozusagen geistig zu Fuß gehen, um durch das Portal des Glaubens eintreten zu können."
So soll z.B. die Besitzlosigkeit eines Jesus Christus wieder zum Vorbild erhoben werden. Man habe errechnet, dass aus dem Verkaufserlös der kirchlichen Vermögensanlagen und Beteiligungen für viele Jahre alle Hungersnöte weltweit beseitigt werden könnten. Getreu der Aussage Jesu Christi "Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde, wo Motten und Rost sie zerfressen oder Diebe einbrechen und stehlen" werde man fortan aufhören, Reichtümer zu sammeln und das in 2.000 Jahren angesammelte Vermögen stattdessen caritativen Zwecken zuführen.

Die Lilien auf dem Felde

Als Ausdruck der Ernsthaftigkeit vollzog er die ganze Messe ohne jeglichen Prunk und erschien selbst im schlichten weißen Büßergewand. Sorgen um das Materielle mache er sich dabei nicht und zitierte wiederholt aus der Bergpredigt: "Schaut die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht".
Damit man auch wieder eine weitere Aussage der Bergpredigt "Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen." in das tägliche Handeln übernehme, werde sich die hauseigene Vatikanbank ab sofort weltweit aus allen Finanzierungsgeschäften zurück ziehen, die nicht moralisch einwandfrei seien, so z.B. aus dem Waffenhandel.
Es gibt lt. Papst Benedikt sehr viele Bereiche, in denen dieser Wandel vollzogen werden müsse. Diesen Weg werde seine katholische Kirche ohne Wenn und Aber gehen.
Erst danach habe ich gemerkt, dass ich während der Nachrichten kurz weggenickt war und konnte leider nicht mehr unterscheiden, welcher Teil der Nachricht real und welcher geträumt war. Eigentlich Schade, ich werd wohl heut beim "urbi et orbi" nochmal genauer hinhören müssen.