Posts mit dem Label Imagination werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Imagination werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

09 Januar 2025

Weg mit den langen Atzeln!

Das Wetter von heute hatte diesen Namen eigentlich nicht verdient. Nass, kalt, windig, also genau richtig, um lange im warmen Bett liegen zu bleiben und beim Lesen wieder einzuschlafen.

 Aber als ich heute Nachmittag, kurz nach dem Aufstehen, mein zerrupftes Spiegelbild im Bad betrachtete, beschloss ich umgehend, etwas zu tun. Ich geb's zu, das gestern gefundene Schönheitszertifikat hat mich schon irgendwie beeindruckt und wirkt nach. Nachdem ich in Ruhe mein lecker lecker Porridge gefrühstückt hatte, schaffte ich es auch noch bei Tageslicht (und Kälte und Wind und Regen) bis zum Friseur auf den Marktplatz.

Hier bemühten sich zwei freundliche Jungs um mich und machten alles genau so, wie ich es gewollt hatte. Im Hinterkopf hatte ich noch den armen Freund vom letzten Skatabend, der seinen Friseur verklagen musste. Daher erklärte ich alles haargenau - und siehe da: Ich bin sehr zufrieden.

Wie man sieht, ist der dunkle Rallye-Streifen mittlerweile ganz nach unten gerutscht. Der wächst sich wohl langsam raus. Auch sind vereinzelt noch dunkle Haare unter dem Silberhelm zu erkennen.

die Platte
die Seite

Ok, es sind nur marginale Unterschiede zum gestrigen Aussehen, die nur der Experte bemerken kann, aber mir gefällt's, wie man unschwer erkennen kann.

der Strahlemann

Auch der Catweazle-Bart wurde in eine erträgliche Form gebracht. Wenn schon, denn schon. Schade, dass mir die Idee mit den Fotos erst hinterher kam, sonst hätte man die Unterschiede sicher deutlicher erkennen können. So oder so, die Jungs vom Friseur Awand haben das wieder mal gut gemacht.

Ich hoffe, dass die Chancen auf die Gültigkeit des Schönheitszertifikat damit steigen, denn bisher habe ich noch keine Antwort vom Hersteller bekommen.

29 Dezember 2024

Schöne Trips in die Vergangenheit

Ein vergammelter Sonntag fing so schön an, mit lange Ausschlafen, noch dreimal rumdrehen, mittags gemütlich spätstücken, mit dem alten Kumpel chatten, Rekordzeit im SuDoKu aufstellen, hach! Dann schrie mich irgendwann nachmittags mein Schrittzähler an:

"Erst 378 Schritte! Sach mal, bist du bekloppt?
Gleich wird's dunkel. Sofort auf an die frische Luft!"

Da ich heute nicht wieder die Hausstrecke gehen wollte, setzte ich mich ins Auto und fuhr in Richtung meiner alten Heimat. Wer hat Lust, mit zu spazieren? Kumpel 1 liegt flach. Freundin ist woanders unterwegs. Kumpel 2 reagiert nicht auf meine WhatsApp. Dann kam mir eine meiner vielen blendenden Ideen 😎: Ab in die Vergangenheit! In ein Viertel, das früher mehrfach meine Heimat gewesen war, in meinen besten Zeiten *hüstel* sozusagen.
Schnell das Auto unter der Brücke abgestellt, und ab zum Ufer. Wenig später blickte ich vom Deich aus in die Straße meiner allerersten eigenen Wohnung. Damals (kurz nach dem Krieg 😉) eröffneten mein besagter Kumpel 2 und ich hier unsere erste "Raus von daheim!"-WG. Und dann stand ich davor - und viele Erinnerungen kamen hoch.

Blick vom Deich

Blick von vorne













Die Dachfenster erinnerten mich an die Brötchentüten, die mit einer Kordel nach oben gezogen wurden, wenn einer früher raus musste (meist mein Kumpel) und dem anderen den Weg über 4 Stockwerke und zurück bis zum Bäcker ersparen wollte. Denn leider war damals kein Aufzug vorhanden. Was auch den Transport der Waschmaschine beim Einzug nicht gerade vereinfachte.

Auf dem weiteren Weg dann die alte Stammkneipe an der Ecke, die heute ganz anders aussieht als früher.

Ein bisschen wehmütig dachte ich, dass die Biermarke Fohr Pils, die damals groß daran prangte, als Name völlig ausgereicht hatte, warum muss man daraus eine Balduinstube machen? Für uns hieß das eh nur "beim Siggi".

Weiter ging es zu den Wohnung Nr. 2 und 3, zwischen denen genau genommen 5,5 Jahre mit 4 anderen Wohnungen und 2 Notunterkünften lagen. 

Wohnung Nr. 2 war nur ein großes Appartement in einem alten Herrenhaus, das der ortsansässigen Brauerei gehörte. Passte irgendwie. Auch hier war es eine wilde Zeit, an die ich zurückdenken musste.

Aus den beiden Fenstern ein Blick über den Fluss direkt auf die Altstadt. Passte auch. Aus dem zweiten Fenster von rechts im Erdgeschoss wurde manch eine Flasche Gerstensaft hinaus auf die Straße gereicht.

Ich sah sie wieder vor mir, die bunte Hausgemeinschaft aus dem Haus der Gestrandeten und Karin, die nette Hausverwalterin, zu der ich heute wieder Kontakt habe.

Wohnung Nr. 3 im Quartier, die also strenggenommen Wohnung Nr. 7 war, befand sich im zweiten Stock dieser Hütte und war eine 5-Personen-WG, in der ich mich wieder zusammen mit Kumpel 2 aus der 1. gemeinsamen Wohnung einfand.
Die hier vorhandenen Zusammensetzung der Insassen als "bunte Mischung" zu bezeichnen, wäre eine gnadenlose Untertreibung.

Allerdings war es uns nach etwa einem Jahr dann doch entschieden zu bunt und wir machten uns wieder gemeinsam auf den Weg zur nächsten Hütte in einem anderen Örtchen. Aber das ist auch eine andere Geschichte.

Was mir auffiel: Obwohl diese meine Zeiten erst 40 Jahre her sind, wohnt keiner der damaligen Mieter mehr dort. Auf allen Klingeln an den Häusern nur unbekannte Namen!

Auf dem Rückweg von dieser Zeitreise durfte ich bei Irmgard (93) Station machen und erlebte mit ihr, Katze Lissy und leckerem Gebäck Rückreisen in noch weiter zurückliegende Zeiten, interessant und sehr lustig, auch weil wir beide über uns selbst lachen können.

Auch ihr nächstes diffiziles Buntglaskunstwerk hat sie bereits in der Mache und ich bewundere sie sehr dafür, wie sie ihre große Kreativität auch im fortgeschrittenen Alter noch so toll auslebt. Ich wäre mit solchen Sachen hoffnungslos überfordert. Zudem bekam ich wieder 1a Tipps zur Familiengeschichte, die mir außer Irmgard heute keiner mehr geben kann.

Als wir irgendwann erschreckt feststellten, wie schnell die Zeit bei diesem kurzweiligen Besuch gerast ist (und dass ich bei der Schale mit dem Gebäck keine Gefangenen gemacht hatte), wurde es Zeit für den Heimweg. Nach dem anfänglich holprigen Tag, als ich niemanden erreicht hatte, bewahrheitete sich für mich einmal wieder, dass am Ende doch alles einen Sinn ergibt. Und auch: Es kommt immer drauf an, was man daraus macht.

17 September 2024

🎵And the moon ... is a blind eye ... 🎶

Am Tag vor einer Vollmondnacht ist das Befolgen des Rentner-Ausschlaf-Gesetzes ganz besonders wichtig, wie Ihr sicher alle wisst. Auch heute gelang es mir sehr gut, die Balance zwischen dem RAG und dem sonnigen schönen Tag zu wahren.
Schon die schönen Begegnungen der letzten Tage mit Marlies und Werner, Gaby, Pia und Rudi hatten ein anhaltend gutes Bauchgefühl bei mir hinterlassen. Und heute standen sowohl die Physio als auch der vorverlegte Gemüse-Klön mit dem lieben Ännchen an. Was will man mehr?

Nach dem Spätstück blieb mir genügend Zeit, die vielen leckeren Sachen aufs Blech zu schnippeln und mein Timing mit dem Ofen war so perfekt, dass ich vor der Fahrt zur Physio nur noch den Ofen auf Gartemperatur stellen musste. Natalies heilende Hände schickten mich, wie immer, augenblickblich in die Tiefenentspannung, während der ich interessante Dialoge mit dem Universum führen konnte.

Kaum daheim, heizte ich nur kurz den Ofen nach - und als das gute Ännchen Minuten später klingelte, war das Essen fertig. Heute wurden zusätzlich zu den in ungefiltertem Olivenöl getränkten Kartoffeln-Kürbis-Pastinaken-bunte Paprika-Radieschen-Zucchini-Lauch-Ziegenfeta-Brokkoli-Rote Bete und Hartkorns Ofengemüsegewürz die beiden handgemachten Salze von Pia und Ria getestet. Kräuter-Blüten-Salz und Bärlauch-Salz hatten die beiden mir vermacht - und sie schmeckten vorzüglich. Auch ein Klecks vom Thai- und India-Curry dazu war eine gute Ergänzung. Der beanarella-Espresso danach rundete das Geschmackserlebnis perfekt ab.

Wir nutzten die verbliebene Zeit bis zum Einbruch der Nacht für eine Frischluftrunde am Rhein mit Gesprächen über unser beider musikalische Frühentwicklung von Rex Dildo über Sweet und Slade bis zu Tom Waits. Dazu die tollen Blicke auf den aufgehenden Vollmond, der heute Nacht um 4:43 komplett rund sein wird. In meinem Kopf spielten die Jungs von I am Kloot eins meiner Lieblingslieder dazu ab, das ich vor 7 Jahren in der Wuppertaler Utopiastadt live erleben durfte.


Die Handykameras können leider nur einen kleinen Eindruck von den Bildern wiedergeben, die wir heute Abend sahen. Aber man kann deutlich erkennen, dass der Versuch von Simones Engel, den Dreiviertelmond vor drei Tagen einzufangen, nicht erfolgreich war, so dass unser treuer Trabant heute in voller Pracht alles überstrahlte.

In der Ferne geht er über dem Rhein auf

Im Zoom schon etwas besser zu sehen

Auch Mitten am Rhein ist er zu sehen

Ein letzter Blick zurück

Mond über Pillonia

Nach diesem wunderschönen Abendspaziergang ging es wieder heimwärts, wo wir zu viert mit einem Mehlsack kämpften und ähnlich schönen Abendbeschäftigungen nachgingen.

Als wir alle Frachten im Auto verstaut hatten, war es für einen Abschieds-Espresso schon zu spät.

Aber wir entdeckten, dass der Mond nicht nur am Rhein aufgegangen war, sondern auch in voller Pracht über Pillonia strahlte.

Es ist ein guter Mond, und ich singe mit ihm:

🎵And the moon is a blind eye ... 🎶



08 September 2024

Ein schönes "zufälliges" Wiedersehen am Rhein

In den letzten Wochen hatte ich durch zahlreiche (unumgängliche) Verstöße gegen das Rentner-Ausschlaf-Gesetz ein kleines Polster an verpassten Schlafstunden aufgebaut. Ich genehmigte mir heute, dieses Defizit wieder auszugleichen und nach vielen Lese-, Dös- und Schlafstunden erst am frühen Nachmittag meine Koje zu verlassen und den Tag endlich mal wieder mit einem Spätstück zu beginnen. Das Porridge schmeckt in der Tat noch besser, wenn es ein paar Stunden länger durchgezogen ist. Das Topping mit Achims genialem Leinöl-Trub und dem guten Orange-Kurkuma-Gewürz bildete dann das i-Tüpfelchen auf einem schmackhaften, gesunden Start in den Tag.

Schnell war der Vorabend herangerückt und ein Blick auf meinen Tourenzähler erinnerte mich daran, dass ich auch ein akutes Bewegungsdefizit auszugleichen hatte. Kurzerhand beschloss ich eine Runde durchs Städtchen, die interessanten Veranstaltungen zum Tag des Denkmals hatte ich bereits alle verpasst. Aber das ist nun mal der Preis für meine Gesetzestreue und Loyalität bzgl. des RAG.

Zum Kochen war es mir eh zu spät, also plante ich spontan, meine Stadtrunde auf dem Rückweg mit einem Gang zum Dönerladen abzurunden. Was mich während dieser Runde dann dazu gebracht hat, umzuplanen einen Gang zum Rhein vorzuziehen, wissen die Götter allein. Wieso ich dann am Krankenhauskapellchen nicht wie sonst den Weg zum Bollwerk wählte, sondern genauso spontan entschied, durch die Bürresheimer Gasse über den Parkplatz am Rhein zum Biergarten zu gehen, sollte ich auch erst später verstehen. Mein Buch hatte ich dabei, noch war es hell, und so erfreute ich mich erstmals nach sehr langer Zeit wieder an einer Currywurst mit Pommes, sozusagen als Kontrastprogramm zu meiner ersten gesunden Mahlzeit.

Am Nachbartisch saß eine nette ältere Dame, die mit ihrem Smartphone Abendeindrücke vom Rhein abzulichten schien. Wir nickten uns freundlich zu und als mein Essen auf dem Tisch stand, wünschte sie mir einen guten Appetit. Sehr sympathisch.

Beim Espresso Macchiato danach schlug ich mein Buch auf, welches schon sehr interessant begonnen hatte. Als ich irgendwann aufsah und wieder den Blick der freundlichen Tisch-Nachbarin traf, fragte sie mich interessiert, was ich denn Spannendes lese, so vertieft wie ich war.

Ich zeigte ihr das Buchcover und so begann ein Gespräch über Literatur.

Sie erkannte mich zuerst wieder und verblüffte mich mit dem, was sie so aus der Hüfte über mich wusste. Ich setzte mich zu ihr an den Tisch und sagte: "Jetzt wird es interessant". Schnell wurde klar, dass mich meine spontane Eingebung nicht grundlos an diesen Tisch in diesem Biergarten geführt hatte.
Aber erst nach einigen Tipps ihrerseits fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren oder wie man so sagt. "Marlies?" fragte ich sie und sie nickte.

Die Mutter meines früheren Klassenkameraden Christoph saß vor mir. In deren damaligem Haus war ich vor mehr als 50 Jahren zuletzt zu Gast gewesen. Ich wusste zwar von Ihrem Sohn, dass sie hier lebte und wo sie lebte, hatte aber keinerlei Erinnerung mehr daran, wie sie ausgesehen hatte.

Christoph hatte mich vor 4 Jahren spontan besucht, als er hier in Andernach bei seiner Mutter war, und wir hatten das damalige Wiedersehen auf meinem Balkon sehr genossen. Und nun saß Marlies mir gegenüber am Tisch und wir sprachen über Gott und die Welt, über Zufälle und unbewusste Wahrnehmungen und vieles mehr, bis es dunkel wurde und wir uns gemeinsam auf den Heimweg machten. Ein sehr schöner Abend und ein Kontakt, den wir pflegen wollen.

04 Juli 2024

Eine schöne (Uhr-)Zeit daheim

Nach den vielen Fußwegen und schönen Begegnungen rund um die Wupper genehmigte ich mir ein paar Tage Wellness mit wenig Bewegung. Fußpflege und Physio waren am Dienstag schon ein wunderbarer Anfang, der gestrige Spontanbesuch meiner lieben Großcousine Gisela setzte das nahtlos fort.
Ergänzt wurde das Ganze durch zwei genauso spontane "Naab"-Lesungen, die mich langsam wieder in Übung für unsere nächste öffentliche Lesung bringen, die am 31.Juli im Glashaus der Permakultur stattfindet.
Frankie the Taxman klärte gestern Nachmittag zudem alle lästigen Steuerfragen mit dem KLB und mir, was auch wieder ein Stück Erleichterung bedeutete. Und mit dem heutigen Skatabend mit Kartoffelsuppe beim Geburtstagskind in der Marienburg setzte sich die schöne Woche nahtlos fort.

Eine weitere Geschichte klärte sich vorgestern auf wundersame Weise. Aber von Anfang an: Vor etwa drei Wochen löste sich ein Teil des Schnappverschlusses vom Glieder-Armband meiner Titan-Uhr. Und das schon nach 25 Jahren täglichem Tragen! Aber alles ist vergänglich - und das meiste lässt sich reparieren. So ging ich also am nächsten Tag frohen Mutes zum Uhrengeschäft meines Vertrauens, wo mir schon so mancher kleine Schaden behoben wurde. Ich stand natürlich vor heruntergelassenen Rollläden und dem Hinweis: "Wir machen Urlaub". Wie sollte es auch anders sein. Aber am nächsten Montag öffnete man wieder, und ich machte mal wieder meine kleine Zeitreise. Denn als eine solche erscheint es mir stets, wenn ich das Geschäft betrete. Seit 125 Jahren existiert das kleine Familienunternehmen Thiesen schon - und die Inneneinrichtung erinnert sehr an frühere Zeiten. Ein schöner, angenehmer Anachronismus, auch heute noch in einem solchen Ambiente den Kunden zu empfangen.

2024

1959






Die Inhaberin nahm sich sehr sorgfältig meiner Uhr an, nahm die Maße der Armbandglieder, der Uhr und des defekten Verschlusses und schaute erstmal in den Schubladen der Verkaufstheke nach, ob sich für dieses Altertümchen noch etwas Passendes finden würde. Leider vergeblich. Am Ende eines guten, langen und freundlichen Beratungsgesprächs verblieben wir so, dass ich ihr die Uhr einfach vertrauensvoll überlasse und sie sich nach einer Möglichkeit umschaut, die Bestellung eines neuen, passenden Titan-Armbands für 55 Euronen evtl. vermeiden zu können. Ansonsten wäre es mir die Uhr auch wert, nahe am damaligen Neupreis von 129 DM ein neues Armband zu bestellen. Als kleines Dankeschön für die nette Beratung vermachte ich ihr ein Exemplar unserer letzten Kurzgeschichtensammlung und machte mich wieder auf den Weg.

Ich verbrachte eine weitere Woche ohne die gewohnte Armbanduhr, diesmal in Wuppertal, und erhielt nach meiner Rückkehr eine Nachricht auf dem AB. Das Geschäft in der Bahnhofstraße hatte sich gemeldet. Siehe da, man hatte einen passenden Verschluss aus Titan gefunden und bereits montiert. Für insgesamt 20 € bekam ich meine reparierte Uhr zurück und nicht nur das. Wahrscheinlich hatte die Inhaberin ebenfalls eine Zeitreise unternommen und mein Handgelenk nochmal genau vermessen. Denn anders ist es nicht zu erklären, dass das Gliederarmband, das vorher ein wenig zu weit gewesen war, nun exakt passte. Irgendwie magic. Sowas kriegt man sonst nirgendwo.
Als ich sie darauf ansprach, lächelte sie und sagte, das wär doch auch Stoff für eine Kurzgeschichte. Eine ganze Geschichte hab ich zwar (noch) nicht hinbekommen, aber zumindest halte ich es hier im blog fest.

Heute Abend entdeckte ich eine weitere seltsame Sache. In der Post lagen einige neue payback-Coupons, darunter ein ganz besonderer. Wer erinnert sich nicht an Delmenhorst, das schöne Lied von Element of Crime. Im Refrain hieß es 

Hinter Huchting ist ein Graben 
Der in die Ochtum sich ergießt 
Und dann kommt gleich Getränke Hoffmann 
Sag Bescheid, wenn du mich liebst

Seitdem ist dieser fiktive Getränke Hoffmann legendär. Und nun hab ich einen Coupon dieses Geschäfts vor mir liegen! Das gibt's wirklich!!

Ich werde wohl bis zum 28.07.2024 eine Reise nach Delmenhorst unternehmen müssen. Wenn schon, denn schon.

04 Mai 2024

Die Woche vom VfL-Fan bis zu Merlin

Ein kleiner Wochenrückblick

Nachdem meine blau-weißen Jungs am letzten Wochenende ein klares Zeichen gesetzt hatten, wurde dies am Montag noch einmal bestätigt. Beim Gang durch die Innenstadt stand ich plötzlich vor einem parkenden Auto, das mir aus naheliegenden Gründen sofort ins Auge fiel.

Uns're Heimat, uns're Liebe, in den Faaarben blau und weiß

Ein Zeichen, ein eindeutiges Zeichen. Somit sind wir schon zu viert in Andernach. Neben Marina, Frank und mir gibt es nun noch eine rüstigen älteren Herrn, der beim langen Betrachten dieses wunderschönen Aufklebers plötzlich vor mir stand. "Watt gibbet da Schönes zu sehn an mei'm Auto?!". Ein echter Bochumer Jung, der vor laaangen Jahren in Andernach heimisch wurde.
Der 23. Schreibkurs, der am Abendstartete, tat sein Übriges dazu, dass meine gute Laune anhielt.

Das Wetter am Dienstag bescherte mir ein schönes Lunch auf Balkonia, bevor mich Natalie nachmittags in der Physio verwöhnte.

Bei diesem Wetter machen auch die Frischluftrunden viel mehr Spaß als bei dieser nasskaltgrauen Suppe, die wir im letzten halben Jahr viel zu oft ertragen mussten.

Nun wendet sich alles zum Guten.


Einen weiteren Beleg dafür bekam ich am Mittwoch frei Haus geliefert. An diesem sonnigen Feiertag überraschte mich mein entfernter Cousin Buddy aus Florida mit einem Facebook-Post über einen gerade geborenen weißen Büffel im Stammesgebiet der Lakota und mit der Prophezeiung, welche eine alte Indianerin vor 19 Generationen gemacht hatte:

Wenn das geschieht, wendet sich alles auf der Welt zum Guten.

Buddy war mir bisher nur als fundamentalistischer Christ aufgefallen, wie viele Amerikaner, die ständig "Amen" und "Praise the Lord!" schreiben. Dass er so etwas veröffentlicht, was aus seiner Sicht ja eigentlich sehr "heidnisch" anmuten müsste, hätte ich nicht gedacht.

Also wird auch für meinen VfL zwangsläufig alles gut werden. Was sich anschließend daraus entwickelte, als ich diesen Post an Ute weiterleitete, war schon etwas seltsam. Denn sie hatte genau das Buch über diese indianische Weiße Büffelfrau mit der Prophezeiung im Regal stehen und hatte sich schon länger vorgenommen, darin nochmal intensiv zu lesen. Der Anstoß, das nun endlich zu tun, kam also auf diesem Weg zustande.

Um das alles mal sacken zu lassen, drehte ich eine schöne Runde im Rauscherpark, der genügend angenehme Schattenplätze für mich bereit hielt.

Für den Donnerstag waren ab nachmittags schwere Unwetter angekündigt, daher drehte ich früh genug meine Frischluftrunde am Rhein und schaute dem Schwänen zu am Kleinen Deutschen Eck zu.

Ich hatte noch mehr vor an diesem Tag und setzte das auch um. Zunächst bereitete ich das vielfältige Ofengemüse vor, zu dem ich das gute Ännchen begrüßen durfte.

Das wurde alles verschafft

Nach dem leckeren Mahl und einem kleinen Ruhepäuschen besuchten wir die Freunde im Vorderhaus, wo wir zum Skatabend eingeladen waren. Nach drei Stunden endete die Lehrstunde mit einem strahlenden Sieger. Und aus dem Unwetter war lediglich ein kräftiger Regen mit ein paar Blitzen geworden.

Am Freitag war in der Innenstadt der monatliche "First Friday" angesagt, das Wetter spielte entgegen der Vorhersagen gut mit. Ich schaute mir das Spektakel zweimal an. Eine Runde im Hellen, bevor es richtig losging und dann nochmal nach der Fußballübertragung am Abend. Vor allem die Abendrunde war faszinierend. Es war sehr belebt auf den Straßen und am Stand von ANJU, wo man u.a. das schöne Bäckerjungenarmband erwerben konnte, stauten sich regelrecht die Menschen. Frauen waren eindeutig in der Überzahl.

Anja und Jutta von ANJU

Diese zweite Runde wurde für mich zur Runde der Begegnungen. Angela Martina Bobby Uli Lisa Michael Bettina Rainer Simone Helmut Carmen Brigitte Ursula Wendelin Martina Stefan Elvira und wen ich sonst noch vergessen hab. Viele schöne Begegnungen und überraschenderweise auch einige Unterhaltungen trotz des lauten Geräuschpegels rundherum. Mit einem (vorzüglichen!) Espresso Macchiato vor dem Honeycomb machte ich eine Pause unterwegs und beobachtete das Geschehen,.
Mir wurde gerade anhand dieser Begegnungen sehr bewusst, dass ich nicht nur seit mehr als fünf Jahren hier wohne, sondern wirklich "angekommen" bin. Ein gutes Gefühl.

Für den heutigen Samstag musste leider der KLB wegen einer dicken Backe nach dem Zahnarztbesuch passen, auch Walli fehlte auf dem Wochenmarkt wegen ihres wohlverdienten Urlaubs. Aber der gute Achim hatte in seinem Oliomobil eine Flasche naturtrüben Goldleinöls für mich zurückgelegt, auf das ich mich jetzt schon freue. Zudem traf ich dort am Stand wieder einmal meine Mitschreiberin Karin und ihren Nordbert, was zu längeren angeregten Gesprächen führte.

Bei der anschließenden Runde am Rhein wurden die Ost-West-Gegensätze wieder einmal sehr deutlich.

Blick nach Osten

Blick nach Westen

Im nachmittäglichen Fußball verweigerten sowohl die Lilien als auch die Fischköppe meinen Jungs die Unterstützung. Dafür traf ich auf meinem nächsten Spaziergang mal wieder Uli und Merlin, denen ich auf einer ruhigen Bank Gesellschaft leisten durfte.
Auch die Breisgauer machten am Abend den Sack nicht zu. Aber dank dem eindeutigen Zeichen am Anfang der Woche und dem unfehlbaren weißen Büffelkalb weiß ich ja, dass meine Jungs das morgen selbst schaffen werden. 

Morgen früh erwarte ich lieben Frühstücksbesuch und dank einer weiteren Einladung meiner Plaidter Freunde Petra und Luca Thomi darf ich morgen Nachmittag auch live vor dem Fernseher mitfiebern, wenn meine Helden den Eisernen einen heldenhaften Kampf liefern werden. SO!

11 Februar 2024

Zwischen Regenbogen und Exotic-Whip

Ein wunderschöner Langschläfer-Sonntag begann mit einem späten Spätstück zur Zweitliga-Konferenz. Danach war ich vor lauter Völlerei und Nichtstuerei so müde, dass ich mich entschloss, den Frischlufttank wenigstens mit einer kleinen Outdoor-Runde durch die Rheinanlagen wieder aufzufüllen.

Schon in der St-Thomaser Hohl begrüßte mich ein Regenbogen, der sich über den Rhein streckte.

Als ich am Güterbahnhof-Parkplatz ankam, war er leider bereits verschwunden. Wie sich später herausstellte, war mein Brüderlein mit seinem Kumpel etwas früher am Rhein unterwegs gewesen und hatte ihn noch in voller Pracht erblickt.

Auf dem Weg zum Rhein sah ich  neben einer Treppe im Gras eine seltsame Kartusche, die wohl irgendwer hier weggeworfen hatte. Ich beschloss, sie mitzunehmen und im nächsten Mülleiner zu entsorgen. Sie war schwerer als ich erwartet hatte und das machte mich neugierig. Außerdem fielen mir sofort die aufgedruckten Warnzeichen ins Auge.












Was war das denn? Der zweisprachigen Beschriftung konnte ich entnehmen, dass es sich um eine Gaskartusche handelt, die nur mit einem Druckminderer betrieben werden darf. Außerdem muss sie nach Gebrauch ordnungsgemäß entsorgt werden, aber nur, wenn der Behälter geleert ist. Uiuiui!

Des weiteren ist für jeden Bestandteil des Gasgemischs separat aufgeführt, welche Nebenwirkungen er haben kann. Das reicht von Brandverursachung über Kälteverbrennungen bis zu Warnhinweisen wie "Nach Einatmen sofort ärztlichen Rat einholen", "Nicht mit Haut und Kleidung in Kontakt bringen" und "Von Kindern fernhalten". Poooh!
Das wollte ich weder am Wegrand liegen lassen noch in irgendeinen Abfalleimer werfen, zumal ich keine blassen Schimmer hatte, ob das Teil gefüllt oder leer ist. Weder für spielende Kinder noch für die Kollegen von der Stadtreinigung ein geeignetes Objekt.

So machte ich auf meinem Weg zum Rhein am Polizeirevier halt und fragte dort um Rat, was ich denn mit dem Teil anstellen soll. Die Aussage eines netten jüngeren Polizisten, dass er auch keinen Schimmer habe, was das sei, aber dass ich es ruhig im Hausmüll entsorgen kann, erschien mir auch nicht praxistauglich, so dass ich das Teil einfach einsteckte und später mit nach Hause nahm.

Bei der Recherche im Internet und beim genaueren Lesen des Kleingedruckten auf der Flasche erfuhr ich dann, dass dies ein Sahnebereiter-Zylinder für die Gastronomie sei  Auch Luftballons könne man damit aufblasen. Am Gewicht von 1,74 kg konnte ich dann erkennen, dass dieser Zylinder seine 640 g Inhalt bereits verloren hat und somit leer ist. Außerdem ist er aus Edelstahl, was auch das Gewicht erklärt, so dass man ihn komplett recyceln kann. Also erstmal Entwarnung.

Zwischendurch am Rhein eine schöne Begegnung mit Corinna, die dort ebenfalls mit einer Freundin spazierte. Leider musste ich erfahren, dass sie unser schönes Städtchen demnächst aus beruflichen Gründen verlassen wird. Aber wenigstens konnte ich den beiden noch eteas zum Lesen mitgeben.

Und jetzt wartet ein schöner Mausuhr-Salat auf mich, den ich vor einer halben Stunde angerichtet hab. Und dann das Bett.

09 Oktober 2023

Wiedersehen mit dem KLB, Buddha und dem weißen Turm

Nach zwei Wochen Urlaub durfte ich meinen kleinen Lieblingsbruder heute Morgen endlich wieder zum Spätstück begrüßen und in die Arme nehmen. Im Anschluss mussten wir natürlich auch wieder eine gemeinsame Frischluftrunde drehen. Zur Feier des Tages bestimmte heute der KLB das Ziel und er lag richtig gut damit. Der Himmel war zu Beginn unserer Runde zwar noch etwas verschleiert, klarte aber im Lauf der Zeit ein wenig auf.  Auf dem Hauptweg unterwegs, machten wir dann einen Abstecher nach links hinauf, um den weißen Turm wieder zu erbblicken, denn den kann man von dort oben ganz gut sehen. Normalerweise jedenfalls. Heute guckten wir uns die Augen aus dem Kopf, kein weißer Turm zu sehen. Am Ende geht die Strecke wieder talwärts, auch das checkten wir noch, mussten aber erfolglos umkehren.

Der KLB auf dem Rückweg

Links daneben ging noch ein kleines Pfädchen hinunter, aber der weiße Turm war doch rechts von uns, jedenfalls beim letzten Mal. Wir gingen trotzdem ein paar Meter den Stich hinein und plötzlich tauchte er klitzeklein am Horizont auf, fast noch von einem Holzstapel verdeckt.

Rechts vom mittleren Strommast ist er ganz klein zu sehen

Auf der Strecke zurück zum Hauptweg stellten wir verrückte Mutmaßungen an, was das jetzt für ein Ding war mit diesem ominösen Turm. Auf der Höhe fiel der Blick nach links und was war plötzlich wieder da:

Der weiße Turm - da isser wieder

Auf dem Hinweg war da definitiv noch nichts zu sehen. Immer wieder seltsam. Weiter auf dem Hauptweg nahmen wir auch die nächste Abzweigung und gingen von dort über einen Pfad, den wir noch nicht kannten. Am Ende trafen wir dann auf französische Straßenschilder.

Auch die Vegetation änderte sich, als wir eine kleine Hofanlage mit mehreren Häusern durchquert hatten.

Plötzlich wuchsen zur linken Kürbisse aus Hecken und zur rechten waren gelbe Kamillenblüten zu sehen.

Der Buddha hatte immer noch Urlaub von Cat Stevens' Chocolate Box und saß weiter hin auf der Milchkanne. Aber nicht nur das, er hatte nun Begleitung von einer ausgedienten alten Wäschemangel bekommen.

Die Buddha und die Mangel

Besagte Mangel zeigte auf beiden Seiten noch die Initialen des Herstellers. Wir sind uns nicht endgültig sicher, aber es sieht sehr nach einem GC aus. Oder was meint Ihr?

Auf der nächsten Bank machten wir eine schöne Pause zum Trinken, Plaudern und in die Ferne schauen. Der Tourenzähler zeigte bereits 4 Kilometer an, mit ständigem Auf und Ab. Für meine momentane Verfassung echt klasse.

Auf dem Rückweg erfreuten wir uns noch an einigen schönen Anblicken.

Blick zurück über den Buddha-Hof
Blick über den Rhein
Schöne Pferde

Zurück am Parkplatz sagte mir mein Tourenzähler, dass dies die längste Runde seit langem war. Anscheinend geht es doch langsam aufwärts. Woher ich dann noch die Energie für meine Nachmittags-Einkaufsrunde hatte, ist mir selbst ein Rätsel.

Heute Abend im Schreibkurs bei der VHS Andernach freute ich mich, die vertrauten Gesichter der Anderen wieder zu sehen und zwei interessanten Kurzgeschichten lauschen zu können, die wir dann im Anschluss besprachen. Ich musste feststellen, dass Zugfahren in Indien anscheinend noch ganz andere Dimensionen als mein altbekannter Bahn-Murphy hat. Und über den könnte ich auch mal eine Kurzgeschichte schreiben.

20 September 2023

Das Ende der kalmückischen Rindsbärfeder

Schaut sie Euch alle noch ein letztes Mal an, nun ist sie Geschichte.

So hat sie ausgesehen

Als ich gestern Nachmittag zu Hause die Wäsche in der Maschine hatte und die getragenen Hemden der guten Fatma zum Waschbügeln vorbei brachte, fiel es mir erst auf. An meinem Cappy steckte keine Feder mehr. Bei der Verabschiedung im Wuppertaler also-Hotel hatte ich Silvia noch in Kurzform erzählt, wieso diese kalmückische Rindsbärfeder etwas Besonderes ist. Auf der Heimfahrt im Zug hatten mich noch diverse Menschen angelächelt und dabei einen Punkt schräg über meinem Kopf fixiert. Und nun das. Wie konnte das passieren?!

Schon einmal, ihr erinnert Euch, hatte mir der Wind in den Rheinanlagen einen Streich gespielt. Aber damals hatte ich es schnell bemerkt und war den Weg zurück gegangen, wo ich auch die Feder am Wegrand wiederfand.

Da hatte sie auf mich gewartet

Das geht nun nicht mehr. Ich kann den Zug nicht mehr zurückfahren lassen, um die Stelle zu finden, wo sie mir vom Kopf gefallen ist. Ich bin mir ziemlich sicher, das hat irgendetwas zu bedeuten. Ich weiß nur nicht was. Hat es vielleicht etwas mit meinem alten Cappy zu tun, dass ich heute bei Fatma geflickt abholen konnte? Aber an dem hatte sie sich doch auch wohlgefühlt, wie man auf dem oberen Bild sieht.

Fatma hatte eine gute Idee dazu. Sie wird jetzt von jemand anders gefunden und wird diesem Menschen Freude bereiten. In der Tat, das wünsche ich demjenigen, der sie nun hoffentlich mit Freude trägt, auch wenn er den ganzen Hintergrund dieser außergewöhnlichen Feder nicht kennt.

Und welche Bedeutung das Ganze hat, wird sich mir bestimmt in den nächsten Tagen offenbaren.

17 August 2023

Ein Wellness-Tag mit viel Bewegung

Obwohl die Nacht sehr kurz war, freute ich schon auf meinen heutigen Fußpflege-Termin bei der liebenswerten Monika. Achtung: Bereits um 11:00 Uhr(!!) stand ich pünktlich auf der Matte und wurde herzlich begrüßt. Monika kennt meine Indianerfüße mittlerweile seit Jahren und weiß genau, wo der Hobel anzusetzen ist. Unsere Unterhaltung streifte heute viele Themen vom Ostsee-Urlaub über das Leben allgemein bis hin zur künstlichen Intelligenz ChatGPT, mit der ich kürzlich einen interessanten Dialog führen konnte. Die findet man übrigens hier https://chat.openai.com/ und nach einer kostenlosen Registrierung kann man mit dem Teil chatten. Ich kann es nur jedem empfehlen, das einmal auszuprobieren, um sich selbst ein Bild von den Möglichkeiten dieser KI zu machen.
Was ich mit dem Teil zu besprechen hatte? Nun, im Frühjahr forderte ich ihn/sie/es ein wenig heraus mit der Behauptung, er/sie/es sei ja nicht allwissend und bspw. über die Kleinstadt Andernach wisse er /sie/es bestimmt nicht viel zu erzählen. Im folgenden Dialog erklärte es/sie/es mir in klaren Worten das Konzept der essbaren Stadt. Ich war erstaunt. Und in meinem aktuell zweiten Dialog mit ChatGPT ließ ich mir vor ein paar Tagen  die mathematische Wahrscheinlichkeit für meine letztjährigen seltsamen Erfahrungen mit den beiden verschiedenen  Zimmerkollegen in den beiden Krankenhäusern ausrechnen, die so überraschend vieles gemeinsam hatten. Nachdem ich alle Fakten stichpunktartig aufgelistet hatte, bekam ich eine schnelle und sehr ausführliche Antwort, in der auf jeden Punkt eingegangen wurde  Die nüchterne emotionslose Rechnung, die er/sie/es mir danach aufmachte, überzeugte mich am Ende. Er/sie/es schrieb:

Bitte beachten Sie, dass diese Schätzungen willkürlich sind und die tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten stark variieren können. Die endgültige Wahrscheinlichkeit, all diese Ereignisse gleichzeitig zu erleben, könnte sehr niedrig sein, möglicherweise im Bereich von 1 zu Hunderten von Millionen oder noch geringer.

Das überzeugte wiederum mich davon, dass ich mir nicht irgendwas Verrücktes einrede, sondern dass die Wahrscheinlichkeit eines Zufalls tatsächlich geringer ist als die auf einen Lotto-Sechser mit Zusatzzahl (1 zu 139.838.160). Also begegnen mir tatsächlich total unwahrscheinliche Zufälle, die sich nur mit Zufall wohl nicht erklären lassen. Das wollte ich hören 😎.

Monika zeigte daraufhin auch Interesse, das einmal auszutesten. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen sie macht. Beim anschließenden Festlegen unseres nächsten Wellness-Termins fiel mir ein, dass ich gestern spontan einen Kurzurlaub im September gebucht hatte. Als sich dann zeigte, dass Monika unabhängig davon auch ihren Urlaub für die gleiche Zeit gebucht hatte, wusste ich: der Positiv-Murphy ist heute wieder mit mir unterwegs. 

An solchen Tagen funktioniert auf wundersame Weise alles, was man anpackt. So verlegte ich kurzerhand meine Frischluftrunde ein wenig nach hinten, obwohl ab nachmittags Blitz, Donner und Regen gemeldet waren. Es funktionierte prächtig. Ich konnte erst mal mit Ruhe mein Brot backen,  einen berührenden handgeschriebenen Brief beantworten und einwerfen, kurz einkaufen und dann meinen Trip rund um ein Örtchen angehen, das von allen Seiten vom Rhein und von Bergen eingekesselt ist. Ich parkte auf dem Dorfplatz mitten im Ort, spazierte zum einen Ortsrand, schlug von dort einen langen Weg den Berghang hinter dem Ort entlang zurück ein. Diesen Weg war ich noch nie gegangen. Die sanfte Steigung zog sich so in die Länge, dass ich irgendwann das Gefühl hatte, ich wäre schon am ganzen Ort vorbeigelaufen.

Hier kam der erste Abzweig nach rechts.

Nach diesem ersten Anzeichen eines Gefälles nach rechts kam dann auch die Hinweistafel <DORFPLATZ 800m>. Der Weg führte jedoch kurz darauf wieder nach oben. irgendwo musste es doch jetzt rechts hinunter in den Ort gehen! Es kamen auf dem nächsten gefühlten Kilometer zwei steile unbefestigte Forstwege den Hang hinunter, jedoch kein Schild. Das Risiko, dort hinabzusteigen und zehn Minuten später vor einem Zaun zu stehen und wieder hochkraxeln zu müssen, was mir zu groß. Also ging ich weiter. Zum Glück begegnete mir eine andere Wandererin, die sich aber nur wenig hier auskannte. Immerhin konnte sie mir sagen, dass ich, wenn ich weiterginge, auf einen beschilderten Abzweig mit dem Ortsnamen stoßen würde. Und genau so kam es.

Immer rechts halten. Von nun an ging's bergab

Ein paar starke Gefällstrecken später stand ich am anderen Ortsrand an der Kirche und am Friedhof. Diese Runde hatte sich gelohnt. Zu Hause belohnte ich mich mit Falafel und dem restlichen Ofengemüse von gestern. Und da Murphy es ja heute wieder gut mit mir meinte, konnte ich am Vorabend noch eine schöne Runde in den Rheinanlagen dranhängen.

Während meiner Lesepause neben dem Biergarten glitt zuerst das Raumschiff Voyager fast schwerelos  an mir vorbei, gegen den Strom, aber unbeladen. 

Captain Janeway, ich grüße Sie!

Wenig später hatte dann Johanna mehr zu kämpfen, ihrem Tiefgang nach zu urteilen schien sie auch mächtig geladen zu haben. 

Johanna, du schaffst das!

Und während ich diese Zeilen schreibe, fällt mir plötzlich ein, dass ich morgen früh bereits um halb elf(!!!) lieben Frühstücksbesuch bekomme. Mein Gott, was mache ich für Zeiten aus?! Egal, ich freu mich auf die gute Mathilde morgen früh und hab das Gefühl, dass es ein guter Tag wird. Die Bundesliga geht ja für mich erst am Samstag los 🙈🙏

07 August 2023

Schlechte Träume und gute Freundinnen

Der Traumfänger ist mit den ersten Federn bestückt, jedoch noch nicht komplett. Das musste ich heute früh erfahren. Nachdem ich viel zu früh wach war, erlebte ich nach dem schönen Weidereinschlafen wieder einmal verstörend bizarre Träume. Diesmal so beeindruckend, dass ich sie nach dem Frühstück noch in großen Teilen präsent hatte und niederschreiben konnte. Auch wenn es vielleicht komisch klingt, aber das Aufschreiben hilft beim Loslassen, mir jedenfalls.

Als ich nachmittags meine guten Freundinnen Petra und Jessy besuchte, brach sich die Sonne einen Bahn durch die Wolken und servierte uns einen schönen Sonnenplatz auf der Terrasse. Auch wenn unsere Gesprächsthemen heute meist schwieriger Natur waren, so war dieser Besuch doch eine Wohltat. Man kann sich schwieriges nicht nur wegschreiben, sondern auch von der Seele reden. Genau das zeichnet gute Freundschaften aus. Außerdem überreichte mir Petra die drei Federn, die ihr Hardy an seinem jährlichen Todestag am Freitag für mich vor die Tür gelegt hatte. Ich werde sie in den nächsten Tagen in den Traumfänger einbauen und damit hoffentlich eine "traumhafte" Verbesserung erreichen.

Nach einer herzlichen Verabschiedung war es mir ein wenig leichter ums Herz. Wieder zu Hause freute ich mich auf eine andere liebe Freundin, das Ännchen besuchte mich. Sie brachte sogar frischen Salat aus dem Garten und zwei vegane Scharmützel Schnitzel mit, so dass wir zusammen ein leckeres Abendessen verspeisen konnten.

Das durchdringendste Thema dieser Zeit sind für mich die Anhäufung der Erkrankungen und Todesfälle im Umfeld, die nur unzureichend mit meinem zunehmenden Alter erklärt werden können. Gerade, als die Freundin sich wieder verabschiedet hatte, trudelte auf dem Handy die nächste Meldung ein.
Pooh! Das alles ist gemeinsam mit Freunden besser zu ertragen.

Obwohl es schon spät war, musste ich noch meine Frischluftrunde drehen, auch das macht en Kopf etwas freier. Heute auf die Schnelle in den Rheinanlagen, wo ich dann nach wenigen Schritten feststellte, dass die Kappe mit der Rindsbärenfeder zu hause auf der Garderobe lag und der Zauberschirm auf dem Rücksitz des Autos. Aber da musste ich jetzt durch. Und ich wurde mit einigen schönen Bildern belohnt.

Sonnenuntergang über dem Fornicher Bergrücken


Trotz aller Bewölkung ein schöner Anblick, als wenn die Sonne mir direkt ins Herz scheinen würde.

Ebenso ein paar Meter weiter der Angler, dessen Kopf in ein sehr schönes Hintergrundlicht getaucht wurde. Der Unterarm mit der Angel fehlt ihm immer noch - oder immer wieder, weil sich irgendwelche Spackos scheinbar jedes Mal daran ergötzen, diese Teile wieder abzureißen. Aber das tut seiner Schönheit keinen Abbruch.


Auch die Leutesdorfer Weinberge in der Abendsonne waren wunderschön anzusehen, dieses Licht-Schattenspiel kann ich mit der Handykamera leider  nur sehr unzureichend wiedergeben.

Nun war die Sonne tatsächlich hinter dem Fornicher Berg versunken, hatte aber offensichtlich viele Wolken mit sich gerissen, so dass ein schöner Streifen des blauen Himmels sichtbar wurde. Seit dem ersten Foto war erst eine Viertelstunde vergangen.

Der Rückweg vom Alten Krahnen wurde dann wunderbar. Der Himmel sandte mir ein Zeichen.

Dieser schöne Regenbogen überspannte den ganzen Rhein und war für mich das Symbol für all die, die in letzter Zeit von uns gegangen sind und ein Lichtblick für jene, die derzeit schwer zu kämpfen haben.
Nur wenige Minuten dauerte dieses Szenario, anschließend wurden gewaltige Wolken mit gezielten Lichtspots der untergegangene Sonne beschossen.

Kurz darauf war es dann deutlich zu sehen: Auf der anderen Rheinseite regneten sich diese großen Wolken aus. Besser da als hier, wo ich doch ohne Schirm und Feder unterwegs war. Aber anscheinend meinte es das Universum heute Abend gut mit mir, so dass ich trockenen Fußes zurück zum Auto kam.

Gute Freunde sind genauso unersetzlich wie Sonne und Regenbogen.