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26 Mai 2024

Familientreffen der besonderen Art

Eine superschöne Woche geht zu Ende. Mit dem ersten Freiluftskat des Jahres begann alles sehr schwungvoll und endete mit einigen DNA-Tests für die Familienforschung. Der Dienstag war Erholung pur mit ganz viel Pause und einer Wellness-Einheit unter Natalies  heilenden Händen. Mittwochs war das Ofengemüse-Ritual mit dem guten Ännchen der Höhepunkt des Tages.

Und am Donnerstag wurden mir einige interessante Familienbücher von Cornelia Famosa frei Haus geliefert. Beim gemeinsamen Stadtspaziergang genossen wir die Stille und die Spiritualität in einem kleinen alten Haus mit tollen Landschaftsbildern.

Dass die Freundin mir dann auch noch half, die zweite Hälfte des großen Ofengemüseblechs zu futtern, empfand ich als eine sehr großzügige Geste. Und geschmeckt hat es uns beiden obendrein.

Am Freitagmittag verbrachte ich zwei Stunden beim CI-Team in der Klinik, wo mir meine neuen Kunstohren wieder einmal neu justiert wurden.

Als ich nachmittags meine Seelenschwester zum kurzfristig anberaumten kleinen Familientreffen am Bahnhof abholte und auf dem Bahnsteig vor ihr stand, spürte ich sofort, dass es ein schönes Wochenende werden würde. Wir gönnten uns zu Hause einen mediterranen Rucola-Salat und machten danach einen Verdauungsspaziergang am Rhein und durch die Innenstadt, eine kleine Führung sozusagen. Da uns beiden der Gesprächsstoff nie ausgeht, wurde es ein schöner langer Abend, und es sollte nicht der letzte sein.

Beim Samstagmorgen-Ritual mit Frühstück und anschließendem Marktgang vertrat Ria meinen kleinen Lieblingsbruder, der gerade seinen Urlaub an der See verbringt. Aufgrund der Kurzfristigkeit war es so leider ein unvollständiges Familientreffen, aber das werden wir auch zusammen wiederholen.

Nachmittags ließ sie sich gerne in der Rauscherpark entführen, wo man herrlich spazieren und reden kann. Immer wieder fielen uns die vielen Parallelen zwischen uns in Denkweisen und Gemeinsamkeiten auf, was sich über das ganze Wochenende fortsetzte.

Ich zeigte Ria die Schönheit des Skulpturenwegs und nicht nur vor der Skulptur von Simone Carole Levy, sondern auch Schäfer Toni mit seiner Herde und WoDi Tinnitoso fand sie interessant.

Als aufmerksame Beobachterin entdeckte sie Dinge, die ich komplett übersah, wie z.B. diesen wunderbaren Wasserfisch, der unseren Spazierweg kreuzte.

Als wir uns mit zufriedenen Schrittzählern wieder ins Auto setzen, führte unser Weg zu Rossana, wo wir es uns bei leckerer Pizza Scampi unter freiem Himmel gut gehen ließen. Auch der anschließende unverzichtbare Espresso mundete vorzüglich, so wie immer an dieser gastlichen Stätte.

Der Sonntag eignete sich nach einem guten und ausgiebigen Frühstück gut zu einem Spaziergang auf dem Krahnenberg, den Ria noch nicht besucht hatte. Und wie gestern im Rauscherpark fanden wir auch heute unterwegs einen netten Menschen, der uns auf der Kanzel ablichtete.

Wir genossen die weiten Ausblicke und die frische Luft. Der Zauberschirm, den ich vorsichtshalber mitgenommen hatte, leistete nur beschränkt seinen Dienst. Einige Minuten Regen ließ er zu, das war ich von ihm nicht gewöhnt. Daher übergab ich in der kurzen Regenpause an der Kanzel den Schirm an Ria, damit es nicht wieder anfängt zu regnen. Und so war es. Wir drehten noch eine mittlere Runde in Richtung Hochkreuz und es blieb trocken, bis wir wieder im Auto saßen.

Wieder was dazu gelernt.

Danach schmeckte uns der frisch angemachte Tomaten-Basilikum-Mozzarella auf getoasteten Broten zu Hause genauso gut wie der Espresso hinterher. Frisch gestärkt bat Ria für den Vorabendspaziergang um eine Runde in meinem Heimatort. Wir besuchten meine alten Herrschaften auf dem Friedhof und ließen ein Lichtlein für die Nacht da. Natürlich trafen wir unterwegs auf alte Bekannte aus meiner Kindheit und Jugend und obwohl ich schon Jahrzehnte nicht mehr dort lebe, war es für mich eine sehr vertraute Zeitreise. Über eine Sache sind Ria und ich uns nicht schlüssig geworden. Beim Emblem am Giebel eines der alten Häuser konnten wir nicht ermitteln, welche Buchstaben, Zahlen, Symbole dort dargestellt werden. 

Vielleicht hat ja einer der Leser die Lösung parat.

Nach einem weiteren langen Abend zu Hause heißt es morgen Abschied nehmen, wenn ich Ria mittags am Bahnsteig nachwinken werde. Der Gegenbesuch ist schon zugesagt. 

19 Dezember 2017

Abschied bei der Familie

also wurde gefrühstückt

Das letzte Frühstück in unserem schnuckeligen also-Hotel an der Hardt durften wir ganz alleine genießen, da alle anderen Gäste komischerweise vor halb neun das Haus verlassen hatten. Ein sehnsüchtiger letzter Blick durch den kleinen Frühstückssaal, hier haben wir die letzten Tage stets gemütlich begonnen. An der Rezeption erfahre ich dann, dass für das letzte Mai-Wochenende 2018 leider nur noch neun Einzelzimmer frei sind und ich mir somit für unsere nächste ver.di-tour diesen Vorschlag sparen kann.

Nach dem Packen und einer herzlichen Verabschiedung erlebten wir dann, wie voll eine Schwebebahn im Alltagsverkehr wirklich werden kann. Kaum vorstellbar, dass da überhaupt noch jemand rein passen könnte. Aber nützt ja nix, wo sechs aussteigen, passen auch acht wieder rein, zwei davon mit vollem Gepäck. Alle Mitreisenden trugen die Situation mit stoischer Ruhe, man rückte halt enger zusammen. Meine frisch installierte VRR-App hatte mir gesagt, dass der Bus nach Velbert an der Haltestelle Ohligsmühle/ZOB abfährt, wir stiegen aber in Elberfeld am Hbf. aus, weil wir Koffer und Reisetasche lieber im Schließfach deponieren wollten als sie mit nach Velbert zu schleppen. Im seit Jahren im Umbau befindlichen Hauptbahnhof, fanden wir auch vieles, nur keine Schließfächer. Vielleicht schauen wir in sieben Jahren nochmal vorbei.

Die nette Dame im Kiosk an der Schwebebahnhaltestelle verkaufte uns die Bustickets und schickte uns damit zur Morianstraße.
"Nicht zum ZOB Ohligsmühle? Der ist doch ganz in der Nähe."
"Nee nee, gehen sie zur Morianstraße, weil da fahren alle ab."
Ok, die Morianstraße ist nicht weit, wir rollten mit unserem Gerödel dahin, und es standen dort gefühlte fünfzig Menschen an fünf hintereinander liegenden Haltestellen. Wir sahen uns das große Schild an, tasächlich waren hier sehr viele Buslinien mit Zielen angeschlagen, aber Velbert? Fehlanzeige. Auf unser Befragen hin nannten uns wartende Menschen zwei Buslinien, 647 und 649, die aber beide am Wall abfahren, nicht hier. Wir also flugs zum Wall gerollt, wo ebenso viele Menschen an ebenso vielen Haltestellen warteten. Der Bus der Linie 649 stand dort - mit der Aufschrift "Kein Einstieg". Irgendwann fuhr er dann ab, ohne jemand mitzunehmen. Eine nette junge Frau bekam unsere Unterhaltung mit und sagte uns, dass die 647 an der Morianstraße abfährt. Diesmal befragte ich vorsichtshalber meine neue App, und die sagte mir jetzt: Morianstraße Linie 649. Wir also zurück zur Morianstraße, und tatsächlich, ganz am Ende an der ersten der Haltestellen stand ein Schild "649 - Velbert". Jetzt konnte nichts mehr schiefgehen. Die 15 Kilometer Luftlinie schaffte unser Bus in einer knappen Stunde.

Bei der Ankunft am Willy-Brandt-Platz standen wir im dichten Nebel. Ria hatte geschrieben, dass wir uns in Richtung der Heidestraße auf den Funkturm zubewegen sollen, sie käme uns entgegen. Wenn man im Nebel mit Mühe und Not die andere Straßenseite sehen kann, fällt es schwer, einen weiter weg liegenden Funkturm zu finden. Man hatte es den Dortmundern nachgemacht und vorsichtshalber keine Straßenschilder an der großen Kreuzung angebracht. Also bemühte ich mein Smartphone und Google Maps, so erfuhr ich, dass die Heidestraße in Richtung der Rheinlandstraße liegt, und dann entdeckten wir tatsächlich dieses eine Schild "Rheinlandstraße" und marschierten in diese Richtung. Der Rollkoffer rollte mir immer häufiger in die Hacken, ich war kurz davor, ihn zu töten, als ich erkannte, dass die Namen der Seitenstraße nicht die waren, die sie sein sollten, wenn wir auf der richtigen Strecke wären. Als dann die Straße plötzlich Langenberger Straße hieß, war klar, dass wir genau in die falsche Richtung gelaufen waren. Also kehrt marsch, im kalten, diesigen Nieselregen wieder zurück. Ria war uns mittlerweile nicht nur entgegen, sondern an der Kreuzung mit der Haltestelle angekommen.
Und ab da wurde alles gut. Schnell mit ihr zur Wohnung, am Funkturm vorbei, der auch aus nächster Nähe kaum zu erkennen war. Pascal begrüßte uns an der Tür, wir setzen uns in die warme Küche, tranken Kaffee, genossen selbst gebackenes Dinkelbrot, und hatten uns viel zu erzählen. Als dann noch Lena mit der kleinen Josie dazu kam, war es wie ankommen in der Familie. Schön.

Drei Kultige vor dem Kaffee

Später kam Wolfgang von der Arbeit und fuhr mit uns nach Heiligenhaus, wo wir unbedingt das Kult Kaffee im um-gebauten alten Bahnhof besuchen wollten. Mit einem exzellenten Café latte und einem Sylter Kirschkuchen hatte ich genau die richtige Wahl getroffen. Diese Lokalität kann ich auch empfehlen. Es ist eine Kaffeerösterei mit eigenem Ausschank, diverse duftende Sorten kann man hier trinken und als Bohnen mit nach Hause nehmen.

Im Innern des Kults

Nach dieser Stärkung brachte uns Wolfgang sicher und schnell nach Wuppertal-Elberfeld zum Hauptbahnhof zurück, wo uns ein schicker neuer ICE mit reservierten Plätzen direkt mit nach Hause nahm. Auch, wenn es viel zu schnell zu Ende war, war dieses Wochenende eine sehr schöne Auszeit mit vielen lieben Menschen. Ich hab mir fest vorgenommen, ähnliches zu wiederholen.


29 März 2016

Die Nachtsheims in Nachtsheim

Überraschungsfrühstück

Am gestrigen Ostermontag erlebte ich einen schönen Abschluß des langen Wochenendes. Zwei der Nachtsheims hatten sich zu einem langen Kennenlern-wochenende in der Pension Tannengrün in Nachtsheim einquartiert. Und zumindest Katja war schon sehr verdattert, als am Montag zum Frühstücksbüffet plötzlich einige ihr bekannte Nachtsheims vor ihr standen.
Und so wurde es denn ein langes Frühstück mit viel Erzählstoff. Das freundliche Personal im Gasthaus brachte mich auf die Idee, sowas vielleicht mal mit noch mehr Nachtsheims zu wiederholen, es gibt ja genug davon.

Nachtsheims in Nachtsheim


In Nachtsheim wohnt seltsamerweise keiner mehr, der diesen Namen trägt, aber gestern waren ja immerhin Ransbach, Bochum, Andernach und dreimal Velbert vertreten, verteilt auf 3 unterschiedliche Sippschaften, die nicht miteinander verwandt sind. Zumindest haben wir bisher noch keine gemeinsamen Vorfahren gefunden.


Das Schlussbild am Ortsschild musste natürlich sein.

Und das Wandbild im Gasthaus Tannengrün kommt uns allen sehr bekannt vor. Haben wir alle oft genug erlebt, diese Dialoge am Telefon.
"Guten Tag, mein Name ist Nachtsheim"
"Wie bitte?"
"Nachtsheim!"
"Hää? Wie bitte, Märzheim?"
"NACHTSHEIM, wie einer, der NACHTS HEIM kommt."




09 Juli 2013

Kleine Flucht ins Bergische

Start im Grillhof

Ein schöner Kurztrip zu Freunden hat das Wochenende zu einem kurzen Urlaub gemacht. Die samstägliche Bahnfahrt über Düsseldorf und Hösel ist schnell und stressfrei. Zwischen dort und Velbert hat mich Wolfgang netterweise kutschiert.
Meine beiden Quasi-Cousinen nebst Family erwarteten mich genau wie nette neue Bekanntschaften im Grillhof des Brandt'schen Anwesens.

Tiefenentspannung und Maya

Es gab reichlich Leckereien vom Grill und aus der Schüssel, zwischen Pseudo-Bulgur (ja, ich weiß, Guinea oder so ähnlich, ich habs wieder vergessen) und Halloumi, Glasnudeln und scharfem Salat, Krakauer, Pute und vielen anderen Leckereien gabs auch reichlich Gelegenheit zum Plaudern, Kennen lernen, Blödeln und auch für ernstere Gespräche. Die Kiddies lieferten sich mit Siggi und Oma Ruth heiße Affen-Duelle bis in den Abend.


Und so machten wir (Siggi und ich) uns recht spät und gut gelaunt auf ins Gästehaus Kaleidoskop. Das kriegt übrigens ne richtige Empfehlung; Sauber, einfach, gut, bezahlbar. Die Absprache mit 9 Uhr morgens ging bei Siggi leider under (in einem Underberg?) und so machte er mitten in der Nacht schon ausgedehnte Spaziergänge durch halb Velbert.

Sei's drum, ich hab gepennt wie ein Stein (in einem super stabilen Bett). Frisch geduscht und gut gelaunt hatte Siggi schon beim Besitzer 2 Morgenkaffees organisiert, die uns den letzten Pep für den Tag gaben.
Halb 10 latschten wir rüber zum Grillhof, wo man gerade dabei war, ein Frühstück im Sonnenhof zu servieren. Nach ausgedehntem Breakfast legten wir vor dem Lunch dann noch eine geführte Stadtrundfahrt ein (Danke, Wolfgang!).

Büchertische in Langenberg

Die brachte uns zur Altstadt nach Langenberg (Stadt der Bücher), ein kleiner Bummel durch die historischen Gäßchen endete an Pi's Second Cafe, ein Second-Hand-Laden mit vorzüglichem Kuchen, Cappucino und Rhabarber-Drink.

Vor Pi's Second Cafe

Derart gestärkt und mit gebrauchten CDs, Besteckkästen und ähnlichem ausgestattet traten wir die Rückreise in den sonnigen Grillhof an, wo wir uns an Rindern, eingelegten gegrillten Lamellenpilzen (ja, auch den Namen hab ich vergessen), Putensteaks, Würstchen und Salaten gütlich hielten.

Dann blieb noch Zeit zum Büchertausch und zum Verabschieden, wobei der nächste Gegenbesuch in Andernach vielleicht nicht in weiter Ferne ist. Die Kulturnacht ruft. Als ich letztendlich im IC von Düsseldorf nach Andernach saß, gings mir saugut. Eine gewisse Tiefenentspannung ist auch auf den Fotos nicht zu verbergen. So lassen sich die Wochen bis zum Urlaub gut überstehen, selbst zwei Tage danach perlt noch viel vom täglichen Stress einfach an mir ab. Und ich freu mich auf ein Wiedersehen mit alten und neuen Freunden.

30 Dezember 2011

Tour de Ruhr

Heut Gestern morgen um 06:18 startete im heimischen Bahnhof die diesjährige Tour de Ruhr. Mit dem IC bis Essen, mit der S-Bahn bis Dortmund-Westerfilde, dort Brötchen holen und dann - kam's zur ersten kleineren Unterbrechung, weil ich die richtige Bushaltestelle nicht sofort fand und der Versuch, dem Kioskbetreiber neben den Brötchen auch noch Informationen über den Bus zu entlocken, von einem desorientierten Orangekittel auf dem S-Bahnsteig vereitelt wurde. Der Gute dröhnte geschlagene 10 Minuten mit einem Motor-Laub-Gebläse alle (nicht vorhandenen) Blätter und Staubflusen vom (klinisch reinen) Bahnsteig, die maximale Pausenlänge betrug ca. 1,3 Sekunden. Das reicht für "6 Brötchen!" und "1 Euro 80!", aber leider nicht für "Wann und wo fährt die Buslinie 470 in Richtung Oespel ab?" und "Da gehen Sie mal links um die Ecke, da hängt auch der Fahrplan!". Es reichte aber seitens des Kioskbetreibers für ein herzhaftes "Mann, ist der bekloppt!" in Richtung des Gebläses. Kurzum, Zeit knapp, Bus weg, 

20 Minuten später gings dann weiter nach Kirchlinde zu Elke, einer Freundin aus alter Zeit. Leckerer Kaffee und herzhaftes Frühstück ließen alle Gebläsemänner vergessen. Und wir hatten uns einiges zu erzählen. Auch mit Schäferhund Merlin verstand ich mich auf Anhieb.

Nachmittags um kurz vor 2 gings weiter über Westerfilde mit der S-Bahn bis Essen-Stehle. Dort wurde ich abgeholt und nach Velbert gefahren, wo mich der Brandt-Nachtsheim-Clan zu Kaffee und Kuchen erwartete. Auch hier gabs viel zu erzählen, abends ne Pizza, dann brachte Wolfgang mich nach Wuppertal zum Bahnhof.

Es regnete Katzen und Hunde, es blitzte grell unterwegs. Das hätte mich schon stutzig machen sollen.
In Wuppertal versuchte ich am Automat ein Bahnticket nach Hause zu erwerben, was am Ende daran scheiterte, dass die Kiste keinen 50-Euro-Schein mehr annehmen wollte. Also in der Buchungsmaske stehenbleiben, schnell zum Drogeriemarkt 10 meter weiter im Bahnhof. Der Kassierer darf leider nur wechseln, wenn man auch was kauft, schlägt mir ne Tüte Tempos für 10 cent vor. Ok, schnell bezahlt, gewechselt, zurück zum Automat - Mist! Der steht wieder auf dem Startbildschirm. Die Zeit wird kanpp, also schnell nochmal durch alle Menüs gehangelt, inklusive Bahncard, macht 16,45 oder so, 20 Oere rein, klappt, super. Wechselgeld rausgeholt, Fahrschein rausgeholt, und schnell zum Gleis geflitzt. Hab sogar noch 3 Minuten Zeit. Alles wird gut.
Im Zug bekam ich sogar einen Sitzplatz, ja wer sagt's denn. Wir fahren los. Ich hol schon den Fahrschein und die Bahncard in die Hand. Ein vorsichtiger Blick lässt mich erstarren: Das ist kein Fahrschein, sondern eine Fahrplanauskunft über die Strecke. Wahrscheinlich hat der Automat diesen Zettel nach meinem ersten (unvollendeten) Buchungsversuch ausgedruckt, bevor er in die Startmaske zurückfiel. Und wahrscheinlich steckt mein richtiger (bezahlter) Fahrschein immer noch im Ausgabeschlitz des Wuppertaler Automaten. Und wird gleich einen Menschen unerwartet froh machen.
Aber nun, was tun? Die Geschichte ist ja so unwahrscheinlich, die glaubt einem ja niemand. Und erfahrungsgemäß tauchen Kontrolleure, die man das ganze Jahr über nicht sieht, in solchen Fällen immer auf. Murphy lässt grüßen. Da ich nicht aus dem fahrenden Zug springen will, entschliesse ich mich, bis Köln tapfer auszuhalten und zu hoffen. Dort könnte ich ja bei 20 Minuten Umstiegszeit versuchen, dass im Reise-Center zu klären. Ich beobachte also ne Viertelstunde die Gänge und schleich mich dann für die letzten 10 Minuten aufs Klo. Wohin ich seit ner Stunde eigentlich sowieso dringend müsste. Warum haben diese Wagen keine Klos mehr? 4 Wagen weiter finde ich endlich eins. Etwas größer als ein Schuhkarton und mit reichlich Klo- und Handtuchpapier. Auf dem Boden verteilt. Mangels Ablagefläche im Schuhkarton stelle ich meinen Rucksack aufs Waschbecken. Und lege meine dicke Jacke und den Schal oberdrauf. Womit ich den Sensor auslöse und ein fröhlicher kleiner Bach aus dem Wasserhahn über meinen Rucksack (mit dem neuen eBook-Reader drin) plätschert. Ich verrichte unter der Zuhilfenahme von einigen Lagen Papierauflage trotzdem mein Geschäft. An der Tür rüttelt jemand. Als ich mich nicht rühre, klopft er höflich an. Seit wann klopft man in der Bahn an der Klotür?? Mein "MOMENT!!" scheint so resolut zu klingen, dass ich ihn wohl vertreibe.
Das Wasser, das eben am Waschbecken über meinen Rucksack gelaufen ist, scheint nun bei der Klospülung zu fehlen. Außer ein paar astmathischen Seufzern kommt nix raus. Ist mir mittlerweile sowas von egal.
Raus, Pooooh !
In Kölle Hbf. angekommen, sind wegen einer kleinen Verspätung nur noch 12 Minuten Umstiegszeit übriggeblieben. Runter in den Bahnhof. Zum Reisecenter. Geschlossen. Zurück zum Bahnsteig. Frage an den nächsten Bediensteten, was tun ? "Ja. in dem Fall, ich weiß ja nicht, da kann man wahrscheinlich nichts, oder naja, sie könnten höchstens gleich mit dem Zug-Personal mal reden, aber obwohl, ich denke ,.......". Ok, ich habe verstanden. Auf dem Bahnsteig kein Automat zu sehen. "Wo ist der nächste Automat?". "Also hier runter, dann links, nochmal links, dann auf der linken Seite." Treppe runter, links links, kein Automat in Sicht. Find ihn dann rechts, rechts. Hab mittlerweile Übung darin. In 1 Minute die Karte gekauft, mit Bahncard. Ok, 10,80 € in den Sand gesetzt. Ich werd's überleben. Und dann locker heimgefahren, mit Sitzplatz und den Missfits auf den Ohren. Und gültiger Fahrkarte. Und natürlich wurde ich kontrolliert. Alles ist gut.

19 Juli 2009

Coole Heinos in Andernach!

Gestern wurden einige der coolen Velberter Nachts-Heinos in Andernach gesichtet. Ich verbrachte ein paar gemütliche Stunden mit Ihnen, wobei erfreulicherweise eine kleine nette Nachteule und mein liebes Brüderchen das Ganze doch zu einem ansehnlichen Familientreff machten.
Bei der Besichtigung der berühmt-berüchtigten Rheinstraße dachte sich just diese kleine Brüderchen ein paar schaurige Geschichten aus der Vergangenheit aus, in denen die wahren Relationen zwischen Initiatoren und Mitläufer direkt auf den Kopf gestellt wurden. Er versuchte unseren Besuchern zu vermitteln, ich sei früher Stammgast in einigen Diskotheken gewesen, deren Namen ich nicht einmal kannte. Ich denke, das hat niemand wirklich geglaubt ;-)

Unsere Gäste hatten mir netterweise meine neue gebrauchte Espressomaschine mitgebracht, die ich via eBay bei einem Privathaushalt in der Nähe von Velbert ersteigert hatte. Und die hat es echt in sich. Nach kurzem Entkalken macht mir das Teil echt Freude. Der Espresso ist einen Tacken heißer als beim Vorgängermodell, so das ich die Tassen nicht mehr vorheizen muss und mein göttlicher Lavazza nun nochmal besser schmeckt.

13 Juni 2009

Coole Nachts-Heinos in Velbert gesichtet!

Heute wurden in Velbert auffällig viele Heinos gesichtet. Die meisten waren Velberter Einwohner, aber einige kamen aus den umliegenden Städten oder sogar aus dem Koblenzer Raum. Sie funktionierten einen gemütlichen Familien-Grillnachmittag spontan in das 1.Treffen des coolen Clubs der Nachts-Heinos um.

Einige zufällig anwesende Nachbarn, Verwandte und sogar Rentner wurden unter massiver Androhung von Gewalt (Glut und Brandt) gezwungen, Kindersonnenbrillen anzuziehen und für alberne Gruppenfotos zu posieren. Dem Musiker Benny-Heino Cool (mittlere Reihe, 2. v.r.), der sich zu heftig widersetzte, wurde zur Abschreckung das linke Bein amputiert. Er musste beim Fotocasting von seinem Cousin Marcus-Heino Kühlmann gestützt werden. Die Velberter Polizei sah jedoch keinen Grund zum Eingreifen, da man sich nicht "in Familienangelegenheiten einmischen" wollte. So bleibt zu hoffen, dass die Betroffenen sich bald wieder von diesem Schock erholen werden.

28 Juli 2008

Familientreffen der anderen Art

Ich hatte am Samstag ein Familientreffen der etwas anderen Art. Nachdem wir bisher nur telefoniert haben, wurde ich von meinen Namensvettern aus dem Pott live besucht. Bisher haben wir noch nicht rausfinden können, wo die Verbindung zwischen unseren Familien liegt bzw. ob wir überhaupt zum gleichen Stammbaum gehören.

Und ich kann nur sagen: Richtig liebe Leute, mitten aus dem Leben, die ich auf Anhieb gemocht hab. Nicht nur aufgrund der sehr vielfältigen Lebensgeschichten auf beiden Seiten denke ich, das wir verwandt sein müssen, auch eine zwischenmenschliche Chemie der besonderen Art war für mich deutlich spürbar. Als wenn wir uns schon lange kennen würden.
Ich hoffe, einmal einen Gegenbesuch abstatten zu können, wenn ich mich sowieso "Tief im Westen" befinde, das lässt sich bestimmt gut einrichten.