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04 Mai 2026

Auf der Schleimspur nach Kommern

Für den diesjährigen Ausflug am 1.Mai hatte Cornelia Gulisa eine fantastische Idee: Eine Tour nach Kommern ins Freilichtmuseum.  Ich selbst war noch nie dort gewesen, hatte aber schon viel davon gehört. Auch Hilda Acida Aronia war von der Idee sofort angetan. 

So begannen wir den Tag mit einem gemeinsamen Frühstück bei mir zu Hause.

Jawohl, FRÜHstück! Um 9 Uhr (!!!) trafen die beiden Lieblichkeiten bei mir ein und es war trotz der nächtlichen Uhrzeit ein gelungener Auftakt in den Tag.

Für die Zubereitung spendete man mir Lob und Anerkennung und offensichtlich schmeckte es auch allen gut.

Vom Andernacher Bahnhof aus starteten wir mit überraschend kleiner Verspätung, fanden im RE5 Sitzplätze und freuten uns darüber, was man mit dem Deutschland-Ticket alles machen kann.
Für den Umstieg hatte Cornelia bewusst das beschauliche Köln-Süd gewählt, um dem Rummel im Hauptbahnhof zu entgehen, wo kaum ein Zug auf seinem angekündigten Gleis abfährt. Wenn er denn fährt.

Ok, in der Regionalbahn wurde es dann ein klein wenig ziemlich sehr eng, aber immerhin klappte der Umstieg perfekt, da unsere Regionalbahn ein wenig Verspätung hatte, sonst hätten wir sie mit unserer bisherigen Verspätung nicht mehr erreicht. Normalerweise ist das der Anschlusszug die einzige Bahn am Tag, die dir pünktlich vor der Nase wegfährt.

Gemütlich eng

Nach 3 Haltestellen wurde es dann etwas luftiger und wir konnten bis zum Zielbahnhof Mechernich sitzen. So konnte unsere Reiseleiterin schon im Zug das Anruftaxi ordern, dass uns (auch mit Deutschlandticket!) von Mechernich nach Kommern befördern sollte. Leider stellte sich heraus, dass man das Anruftaxis nicht mehr einfach so anrufen kann, sondern dies online bewerkstelligen muss, was sich als mehrstufiges Registrier- und Bestätigungsspiel mit Hürden offenbarte, für deren Bewältigung man vorher eigentlich ein Halbtagesseminar buchen müsste. Das gelang dann schließlich, reichte jedoch nicht mehr für den 12:15-Transport, da man mindestens 30 Minuten vorher ordern muss.
Aber auch diese Klippe meisterten wir souverän, indem wir bei jedem der zahlreichen dort parkenden Anruftaxis freundlich nachfragten, leider erfolglos.
Wir nutzten die Pause zu einem Coffee-To-Go im Bahnhofskiosk, bis uns irgendwann einer der Fahrer herbeiwinkte und uns freundlich nach Kommern kutschierte. Nicht nur freundlich, sondern auch lustig. Als ich mich beim Einstieg im Smalltalk sehr wohlwollend über meine Damenbegleitung äußerte, wies er mich vorsorglich darauf hin, dass ich später aufpassen müsse, beim Ausstieg nicht auszurutschen. AUF DER SCHLEIMSPUR! 🙈

Am Museumseingang empfing uns ein tolles Ambiente. Bewaldetes hügeliges Gelände bei Sommertemperaturen und blauem Himmel. Zudem waren zwar zahlreiche Besucher dort, aber es war nicht überfüllt, da das ganze große Gelände sehr weitläufig ist. Einige kleine Eindrücke habe ich im Bild festgehalten.

Ein schöner Start in alte Zeiten

Viele der Gebäude, die man hier sieht, sind woanders abgebaut und hier wieder originalgetreu aufgebaut und restauriert worden. So denn auch ein Tante Emma-Laden, in dem wir uns mit Taschentuch, Magnetclip und Müsliriegel eindeckten.

Über der Tür steht es: Die HANDLUNG

Rundeherum auf allen Wegen grünte und blühte es um die Wette, und das vor diesem Himmel.

Alle Häuser und Scheunen waren offen und jede Küche, die ich betrat, war eine Zeitreise in die Küche meiner Oma. Vor dem alten Schulgebäude mussten wir uns natürlich für den ersten Schultag ablichten lassen. Das Mobiliar in dem Klassenraum kam uns allen noch sehr bekannt vor.

Auch eine alte evangelische Kirche steht hier. Bei jedem Objekt ist sehr gut beschrieben, woher und aus welcher Zeit es kommt.

Und natürlich gönnten wir uns auch ein Päuschen im Grünen.

Ich wurde gut versorgt von den beiden

Ein altes Bahnhofsgebäude, das irgendwo aus dem Ahrtal stammt, wird gerade als neues Highlight hergerichtet.

Die ersten beiden Stunden hatte unser Weg fast nur aufwärts geführt. So hatten wir irgendwann auch einen schonen Weitblick über die Eifel.

Ein paar Meter weiter war auch eine Original Milchbar so aufgebaut, wie sie vorher an ihrem Originalstandort geglänzt hatte.

Es gab hier soviel Interessantes zu sehen und zu lesen, dass wir uns nicht mal die Hälfte angeschaut hatten, als es Zeit für die Rückkehr wurde. Wir werden auf jeden Fall nochmal dorthin fahren und uns den Rest der Geschichte anschauen, das war einfach toll.

Zum Schluss kauften wir noch ein klein wenig im Museumsshop ein, an den Leckereien aus der Kompotterie konnte ich einfach nicht vorbeigehen. Das bestellt Anruftaxi kam pünktlich und auch die Bahnverbindung nach Hause funktionierte fast reibungslos. Auch das habe ich lange nicht mehr erlebt. Lag wahrscheinlich an meinen Begleitungen, dass sich mein Bahn-Murphy diesmal zurückgehalten hat.

Meine blau-weißen Jungs und Anna Cora Mosella krönten am Samstag dieses schöne Wochenende. So kann es weitergehen.

26 Juli 2025

Treff- und Besuchswochen

Die beiden letzten Wochen hatten es in sich. Zwischen vielen Besuchen von und bei lieben Menschen waren der letzte Schreibkursabend und Wellness-Physio genauso gesetzt wie die ein oder andere traurige Nachricht von Krankheit und Tod im Freundes- und Bekanntenkreis. Unsere Fußballerinnen verfolgte ich mit Begeisterung, weil sie einfach alles gaben. Wie im richtigen Leben.

Über die Runde mit dem wackeren Luca Thomi, die wir beim Italiener mit Eisbecher und Koffein abschlossen, freute ich mich genauso wie über den Tag mit der guten Hilde, die mir am Ende eines langen schönen Spaziergangs die Geschichte des umgestalteten Kriegerdenkmals erzählen konnte.











Aber auch die Gemüse- und Rummikubstunden mit Dreamboat Annie, das Samstags-Spätstücksritual mit meinem Lieblingsbruder waren genauso wohltuend wie der Thai-Besuch mit Petra und Uri, die spontanen Stippvisiten in der alten Heimat bei Irmgard (94), Tom, Theo und Steffi.

In meiner neuen Heimat besuchte ich Jana, die Blöhnies und meine Cousine Brigitte.

Ex-Kollege Uli und Ex-Kollegin Frau Wichtig sorgten ebenso für mein Wohlbefinden wie Nicole Maria, die mich zudem mit frischen Brombeeren versorgte.

Oldbearbone, Mondhexe, Chief Blind Eagle

Wahrscheinlich hab ich noch einige Begegnungen vergessen, auch habe ich nicht alles im Bild festgehalten. Sie's drum, den vorläufigen Abschluss bildete das heutige Eisenbahn-Trio mit der Mondhexe und Chief Blind Eagle.

Zwar musste ich heute strikt gegen das Rentner-Ausschlafgesetz verstoßen, erreichte jedoch dadurch den Zug (09:49 Uhr!) auf den letzten Drücker. Selbstredend, dass dieser Zug als wahrscheinlich Einziger am heutigen Tag pünktlich abfuhr. Aber die Hatz hat sich gelohnt. Ein schöner Tagesausflug mit lieben Menschen, interessanten Gesprächen und Futter für meinen Schrittzähler.

Von unserer Stadtrunde habe ich einige Fotos mitgebracht und die schlauen Leser werden natürlich sofort erkennen, wo wir gewesen sind. Tolle historische Gebäude, Brücken und schöne ruhige Ecken am Fluss erfreuten uns ebenso die die Tantra-singende bunte Gruppe, die uns zweimal in der Stadt begegnete. Das klang derart schön und friedlich, dass ich mich dieser Schönheit gar nicht entziehen konnte.

Auf Nepomuk ist Verlass
Hare Rama Hare Krishna ..










Und nun beginnt die heiße Phase der Vorbereitung auf unsere jährliche Sommerlesung in der Permakultur Eich. Getränke sind besorgt, Klapptisch steht genauso bereit wie die Mikrofonanlage, aber meinen Text muss ich noch ein wenig üben. Ich freu mich drauf.


10 Juli 2025

Schöne Zeiten zum Genießen

Und wieder liegen einige schöne Tage hinter mir, seitdem ich zuletzt in diesem blog geschrieben habe.
Es begann mit einer Einladung zum Kaffee von der guten Marlies (92), die ich gerne annahm und die uns letztendlich ins Parkhotel führte. Überdachter Außenbereich, Blick auf die Rheinanlagen, das war genau das richtige für diesen Tag. Da lohnte es sich, beim Kuchen gegen die Glutenfrei-Regel zu verstoßen.
Abends dann der Fototermin mit unserer bunten Schreibgruppe, wir wollen schließlich für unsere nächste Lesung am 30.07. in der Permakultur Eich Werbung machen.

SCHREIBEN! - ein schöner bunter Haufen

Tags drauf lernte ich mittags meine "neue" Nichte Elke kennen, die mich in Sachen Familienstammbaum besuchte. Eine nette Nicht, der auch das "Onkel Manni" sehr leicht und schnell über die Lippen kam. Wie passend, dass nachmittags mein KLB und Gaby zum monatlichen Familienforschungs-Workshop anrückten. Dass wir dabei auch eine Kaffeepause machten und nicht alles Gebäck glutenfrei war - tja, was soll's! Man gönnt sich ja sonst nichts.

Dafür war am nächsten Tag der große bunte Salat, den ich für den Besuch meiner Freundin Anja hergerichtet hatte, genau das Richtige für diese Temperaturen - und sogar glutenfrei. Leider dauerte unser Rummikub-Battle danach nicht so lange, denn die Sturmwarnung war nicht so gut mit der ausgezogene Markise der Freundin vereinbar.

Der letzte Donnerstag wurde dann zum Ruhetag, das RAG verlangt nun mal seine Befolgung, wenigstens ab und zu.
Es war ein schönes Ausruhen vor dem Freitag, den ich mit Kumpel T-Bone im Botanischen Garten in Bonn verbrachte. Jedenfalls von da an, als die DEUTSCHE BAHN sich entschlossen hatte, den in Weißenthurm gestrandeten Freund irgendwann bis nach Andernach kommen zu lassen, von wo aus wir mit einem ewig verspäteten RE5 tatsächlich bis nach Bonn kamen. Naja, anderthalb Stunden sind ja keine außergewöhnliche Verspätung bei der DB, dafür wurden wir mit einem tollen Nachmittag belohnt.
Es gibt dort so viel Interessantes zu sehen, dass ich mir das unmöglich alles merken kann. So konnte ich endlich mal Mimosen und Nymphen live und in Farbe betrachten, Zum Abschluss genoss ich einen schönen Eisbecher und einen Espresso - man gönnt sich ja sonst nix.

Der abendliche Ausflug zum first friday brachte mir dann einen schönen, ruhigen Ausklang auf dem Balkon meiner Mitschreiberin Gerda. Unverhofft kommt oft. Rechtzeitig zum Fußball war ich wieder zu Hause und sah zu, wie unsere Mädels den EM-Auftakt gegen Polen erfolgreich gestalteten.

Das Samstags-Spätstück mit meinem kleinen Lieblingsbruder hatten wir auf eine unchristliche Uhrzeit vorgezogen, damit ich anschließend auf dem Markt die Omas gegen rechts unterstützen konnte. Und nachmittags kam nochmal meine neue Nichte Elke vorbei, um die letzten Feinheiten im gemeinsamen Stammbaum zu ergänzen. Ein kleiner Abendausflug zu unserem neuen Mieter im Heimatort rundete den Tag ab.

Beim Sonntags-Frühstück leistete mir meine frühere Kollegin Gesellschaft, Frau Janz Wichtig. Seit unseren gemeinsamen Zeiten als Vorstand des Personalrats sehen wir uns viel zu selten, das wollen wir ändern.

Inky and me

Mittags besuchte ich auf dem Andernacher Stadtfest das Oliomobil auf dem Marktplatz, wo mir Achin u.a. das bestellte naturtrübe Leindotteröl mitgebracht hatte Bei dem Waldgold-Team im Schlossgarten erstand ich Bucheckernöl, dessen Sorten ich vorher verkosten durfte. Das ist etwas ganz Besonderes.


Dann lief mir auch noch Inky-Dinky über den Weg, die gerade zu ihrem musikalischen Auftritt unterwegs war.

Nachmittags war ich bei meiner lieben Großcousine Gisela eingeladen, die mich mit einem selbstgebackenen Apfelstreusel frisch aus dem Backofen beglückte. Und mit dem Gluten - ach ja, man gönnt sich ja sonst nix. Daraus entwickelte sich dann ein wunderbarer Rummikub-Abend. Ein erfolgreicher dazu. Leute, dieses Spiel macht süchtig!

Der Montag kam mir als Faultag dann sehr entgegen. Nachmittags beim Gegenbesuch setzte mir Frau Wichtig leckeres Gebäck vor die Nase. Auf meine Frage "glutenfrei?" machte sie ein Gesicht, als hätte ich finnisch gesprochen. Naja, man gönnt sich ja sonst nix. Es hat jedenfalls super geschmeckt.

Für das ständige "man gönnt sich ja sonst nix" bezahlte ich am Dienstag mit einem total schlappen Tag und gefühlten dreiundzwanzig Sitzungen auf dem Schacht. Ich musste sogar den Geburtstagsbesuch bei Altkumpel Ernest International absagen, nix ging mehr.

Zum Glück war ich gestern wieder wohlauf, um mir bei einer Freundin die Füße pflegen zu lassen und ihr anschließend bei einem Salbei-Tee zu demonstrieren, wie gut ich dieses Rummikub mittlerweile beherrsche, von dem sie sich jetzt wahrscheinlich wünscht, sie hätte es mir nicht kürzlich beigebracht.
Nach 4 Partien war schon Schluss, denn ich wollte zu Hause stressfrei das Ofengemüse zubereiten, das schöne Mittwochs-Feierabendritual mit meiner Freundin Anja. Dass es anschließend ein langer Rummikub-Abend wurde, ist wohl auch der Tatsache zu verdanken, dass ich an diesem Tag ERSTMALS besser abschnitt als sie. Wow!

Heute kam die gute Cornelia Gulisa Fantastica zu Besuch. Sie verzieh mir mein Verpennen, da sie mit der DB anreiste und dadurch auch erst viel später als  geplant in Andernach ankam. Nach dem gemeinsamen Mittags-Spätstück entschlossen wir uns zu einer Runde in einem nahegelegenen Park, den sie noch nie besucht hatte. Es war herrlich und mein Schrittzähler durfte auch mal wieder jubeln.

Zu Beginn sichteten wir den wunderschönen, aber leider beschädigten roten Vogel. Und Conny bereitete sich an einer Statue auf ihren nächsten Sprachkurs vor. Sie möchte Osterinsulanisch lernen, damit sie endlich versteht, was der tolle Nasenmann ihr zuflüstert.

Bei unserer Pause auf der Liegebank konnten wir tolle Ruhe genießen, die von diesem Ort ausgeht. Irgendwann machte unsere Ruhestätte kurze Ansätze, uns mit einer Art "time warp" an einen steinzeitlichen Ort mitzunehmen, und genau in diesem Moment kamen andere Passanten vorbei und das Experiment wurde abgebrochen. Vielleicht ein andermal.

Den Abschluss machten wir mit einer Runde Ofengemüse auf Balkonia, wo ein sanftes Lüftchen angenehm wehte. Eigentlich kann es immer so weitergehen.

05 September 2024

Murphys Rache

Den RE5 um 10:28 planmäßige Abfahrt in Andernach hatte ich mir für meinen heutigen Wuppertrip ausgesucht. Der Regionalexpress fährt durch bis Düsseldorf, von dort kommt man mit dem RE13 schnell nach Wuppertal. 11 Minuten Umstiegszeit dürften ja reichen, um von Gleis 17 auf Gleis 7 zu kommen. Und um 12:31 wollte ich tiefenentspannt in Wuppertal aussteigen und dort meine Sachen erledigen.

Ich hatte auch schon ausgekundschaftet, dass um 18:25 die letzte entspannte Reisemöglichkeit zurück besteht, RE13  bis D'dorf, RE5 nach Hause, also die gleiche Route wie auf der Hinfahrt.

Das war der Plan.

Aber mal ganz von vorne. Ales erfahrener Bahnreisender weiß ich natürlich, dass so etwas nie funktioniert (wenn man nicht gerade mit Gaby unterwegs ist). Beim momentanen Bahn-Chaos wäre es schon ein Wunder gewesen, wenn der ausgesuchte RE5 heute Morgen pünktlich in Andernach abfahren würde. Ich fuhr trotzdem früh genug los, um auf dem Bahnparkplatz ein Plätzchen zu finden, von dem aus man direkt auf den Bahnsteig gelangt. Neulich hatte ich erst gesehen, dass dort viele Plätze frei waren. Nur leider heute nicht. Nach einer erfolglosen kleinen Rundfahrt fuhr ich weiter zum REWE mit dem Riesenparkplatz, denn dort wollte ich bei meiner Rückkehr eh noch einkaufen. Die Uhr begann  hier bereits merklich schneller zu laufen.  Zum allerersten Mal, seit ich in Andernach wohne, erlebte ich Donnerstags um 10:15, dass der ganze REWE-Parkplatz lückenlos belegt war. Spätestens an diesem Punkt wusste ich, dass sich meine Vorahnung bestätigen würde: Murphys Rache war heute fällig. Er hatte die ganze letzte Woche gegen Gabys Beziehungen zum Universum keine Chance gehabt und sowas lässt der nicht einfach auf sich sitzen. Nicht mein Murphy.

Ich hatte Glück, dass nach einer erfolglosen Umrundung plötzlich eine junge Frau vor mir rausfuhr und ich doch noch einparken konnte. Da sich die Zeiger der Uhr dabei noch schneller gedreht hatten, hechelte ich mit meinem gefüllten Rucksack schnell zum Bahnhof, wo der RE5 gerade einlief, als ich den Bahnsteig betrat. Der wahrscheinlich einzige pünktliche Zug dieses Tages. Pooh!
Meine BahnApp zeigte im relativ leeren Zug(!) auf einem Sitzplatz(!) an, dass wir Düsseldorf mit nur 2 Minuten Verspätung erreichen werden. Oder eher würden?

Es begann in Brohl mit 2 Minuten Verspätung und wurde während der Fahrt mit immer wieder eingelegten ungeplanten Stopps auf offener Strecke schnell ausgebaut. Völlig überraschend fanden unterwegs Bauarbeiten und damit verbundene Umleitungen anderer Züge statt, was stets von der Lautsprecherdurchsage kommentiert wurde. "...  weil der vor uns liegende Streckenabschnitt nicht frei ist. Wir bitten um Verständnis."

In Brühl waren es dann 16 Minuten Verspätung und es war klar: Der Anschluss in D'dorf wird nicht mehr klappen. Nach dem wiederholten Konsultieren meiner schlauen BahnApp beschloss ich, Murphy ein Schnippchen zu schlagen, wie schon so oft. Ich würde in Köln umsteigen. Aber nicht im Hauptbahnhof, sondern in Deutz. Die dort verkehrende Regionalbahn RB48 hatte lt. App bereits 48 Minuten Verspätung, der Umstieg sollte für mich klappen.
Umstiege in Köln Hbf. sind nämlich immer sehr problematisch, weil kaum ein Zug auf dem geplanten Gleis abfährt. Und Köln Hbf hat viele Gleise. In Deutz gibt es nur 3 Bahnsteige mit 6 Gleisen. Das spart viele Meter Fußweg. Gerade als ich diesen Entschluss gefasst hatte, blieb der Zug direkt vor dem Kölner Hauptbahnhof stehen und wir hörten zum x-ten Mal ...  weil der vor uns liegende Streckenabschnitt nicht frei ist. Wir bitten um Verständnis."
Murphy musste irgendwie mitgekriegt haben, was ich vorhabe. Minuten vergingen. Ein jüngerer Mitfahrer wirkte sehr verunsichert. Er studierte ständig den ausgehängten Netzplan der Bahn und schien sich damit überhaupt nicht auszukennen. Er fragte mich freundlich, ob ich wisse, wie er denn nun am besten nach Dortmund käme. Die geplante Anschlussverbindung wäre weg und er wolle halbwegs pünktlich zum Familientreffen dort erscheinen. Ich suchte ihm auf der App einen RE aus, der hier ab Köln Hbf. direkt nach Dortmund fährt und er bedanke sich erleichtert. Weitere 10 Minuten Standzeit später registrierte er, dass wir nun auch dafür zu spät waren und meinte hoffnungsvoll: "Der wird ja vielleicht auf uns warten." Ich konnte einen spontanen Lachkrampf nicht ganz unterdrücken und erklärte ihm das unvermeidliche Scheitern seiner Pläne.

Dann fuhren wir ein, ich blieb sitzen und stieg erst beim nächsten Halt in Köln-Messe/Deutz aus, wo auf dem gleichen Bahnsteig, auf dem wir einfahren, auch der verspätete RB48 einlaufen sollte. Da dieser dann mit noch größerer Verspätung um 12:17 in Deutz ablegte, gelang mir der Umstieg problemlos.

Für einen kleinen Moment überlegte ich beim Anblick des Displays, ob ich nicht doch auf den ebenfalls angezeigten Regionalexpress warten soll, der RE7 würde mich schneller an die Wupper bringen. Ich hatte den Gedanken noch nicht zu Ende gedacht, da änderte sich die Anzeige.

RE7 fällt aus!

Also alles wie immer. Ich war nicht der Einzige Betroffene, ein paar Clübchen älterer Damen (also in meinem Alter) irrten auf dem Bahnsteig umher und freuten sich mit mir, als der RB 48 endlich einlief und wir sogar Sitzplätze darin fanden. Ich würde nur wenig später als geplant in Wuppertal ankommen, dank meiner klugen Umdisposition. HA!

Der Zug fuhr dann tatsächlich los, nachdem wir noch einige weitere Verspätungsminuten beim Warten im Bahnhof addiert hatten. Und nach nur wenigen Minuten Fahrt verkündete der Lautsprecher, dass die RB48 heute leider nur bis Solingen fahren können und wir alle dort aussteigen müssen. Im Zug etwa gleich viele genervte wie lachende Gesichter. Sofort checkte ich in meiner Bahn-App, dass wir bereits in Opladen auf Gleis 2 ankommen und von dort mit einem RE, der mit noch größerer Verspätung unterwegs ist, weiterfahren können. Also, geht doch!

Kurz vor Opladen wies die Bahn uns noch darauf hin, dass es dort ein WC gibt

und das man dort auch anhält.

Ich bewegte mich schon zum nächsten Ausstieg, wo mir jedoch Murphy zuvor gekommen war.

Ok, nächste Tür, und schwupp war ich draußen.
Auf dem gegenüberliegenden Gleis am Bahnsteig stand bereits ein Zug, ob das schon unser RE war?
Dann ein Blick aufs Display:

Der RE7 würde heute ausnahmsweise auf Gleis 5 abfahren!

Ich sprintete die Treppe hinunter, um dort festzustellen, dass ich bereits auf Gleis 5 war. Wir waren auf Gleis 4 angekommen und nicht, wie geplant, auf Gleis 2.

Also hurka hurka wieder hoch und einfach in den dort wartenden Zug eingestiegen. Kurze Frage an die dort sitzenden Passsagiere: Fährt der nach Wuppertal? Einstimmiges Nicken rundherum, geschafft!

Dann stehen wir dort eine Weile und warten aufs - ja worauf eigentlich? Mein Mitfahrer Richtung Dortmund steht plötzlich wieder vor mir. Sein Anschlusszug in Köln Hbf hatte nicht auf ihn gewartet. HA! Ich frage ihn nicht, auf welch verschlungenen Wegen er nun im RE nach Rheine sitzt.

Nach 20 Minuten im stehenden Zug sehen und hören wir, dass jetzt auf Gleis 4, also dort, wo wir mit der RB48 vor einer halben Stunde ankamen, nun doch die nächste RB 48 abfahren soll. Diese war uns in Deutz als ausgefallen mitgeteilt worden. Hmmh, was tun? Meine Mitfahrerinnen überlegen, ob sie nicht aussteigen und mit der RB fahren sollen, jedoch nach meiner Warnung "Das ist eine Falle!" bleiben wir alle sitzen. Eine Minute später fährt unser Zug los.

Ich habe eine nette Unterhaltung mit der Dame gegenüber, die doppelt so viele Jahre auf der Stadtverwaltung verbracht hat wie ich, allerdings in Aachen. Danach ist sie wg. der Familie nach Leverkusen gezogen und dort ist es nicht so schön. Aber sie ist viel mit der Bahn unterwegs und kann auch über den ganzen WirrWarr entspannt lachen.  Nach dem Austausch unserer Bahnerlebnisse beantworte ich ihre Frage, ob sich Andernach für einen Besuch lohnt, sehr ausgiebig und positiv. Ich denke, ein Wochenende mit ihrem Damenclübchen könnte draus werden.

Wir erreichen Wuppertal eine Stunde später als ich es geplant hatte und wir verabschieden uns vor dem Bahnhof nett, denn die Leverkusener Dame macht auch einen Besuch an der Wupper, einen Familienbesuch.

Da ich nun alle Zeit der Welt habe, schwebe ich erst mal gemütlich zum Hotel, um dort meine peinlichen Schulden zu begleichen. Silvia und Frankie de Palma erwarten mich bereits auf dem sonnigen Balkon und begrüßen mich sehr herzlich. Das sind wirklich tolle Menschen hier. Nachdem ich Frank zum Geburtstag gratuliert habe und wir uns angeregt unterhalten haben, mache ich mich wieder auf den Weg, nicht ohne eine genauso herzliche Verabschiedung von den beiden.

Ich besuche den Glücksbuchladen und bringe Frau Hardenburg weitere Exemplare unserer Kurzgeschichtensammlungen vorbei, die lt. ihrer Aussage letzte Woche sehr gerne mitgenommen werden, vor allem bei Lesungen. Sie regt wiederholt an, dass auch für unsere Kurzgeschichten einmal jährlich ein passendes Lesungs-Format von ihr veranstaltet wird. Ich werde das am nächsten Kursabend zur Diskussion stellen.

Für die geplante Verabredung zum Familientreffen schicke ich Claudia eine WhatsApp und warte auf Antwort. Vergeblich. Ungewöhnlich. Derweil verspeise ich eine leckere Reis-Hühnchen-Gemüse-Bowl und schaue mal vorsichtshalber in die BahnApp wg. meiner Rückfahrt. Resumee: Claudias Handy ist ihr just heruntergefallen und war zur Reparatur, wie sie mir schreibt, als ich schon wieder in der Bahn sitze. Denn sowohl meine gut geplante Rückfahrt um 18:25 als auch die gleiche Verbindung eine Stunde vorher finden nicht statt. Wegen Personalmangel fahren diese Züge heute nicht mehr. Aber eine weitere Stunde vorher steht noch alles als funktionierend in der App. 16:25 ist angesagt. Huch, das ist ja gleich. 

Also ab auf den Gleis 1, wo sich quälend viele Menschen einfinden. Die wollen doch nicht alle mit dem RE13?! Kurz darauf ändert sich die Anzeige und man schiebt die verspätete RB 48 vor. Allerdings heute ausnahmsweise auf Gleis 3. Völkerwanderung setzt ein.

Wieder einige Minuten später zieht man die RE7 vor, die bereits 1:20 Std. Verspätung hat. Ok, geht auch, bis Düsseldorf und dann umsteigen. Falsch gedacht - sofort erscheint im Display:

Heute nur bis Opladen!

Mittlerweile hat sich der Bahnsteig wieder sehr gefüllt, das könnte haarig werden. Aber es klappt gut. Ich bekomme einen Sitzplatz im Gang, wir erreichen schnell Düsseldorf, wo ich an Gleis 16 auf meinen letzten RE nach Hause warte.

Auch auf diesem Bahnsteig warten Massen von Menschen auf genau diesen Zug.

Kurze Verwirrung entsteht, als man auf der Anzeige 2 Züge von Gleis 15 und 16 tauscht, aber meiner ist nicht dabei. Im Obergeschoss des Doppeldeckers finde ich einen Sitzplatz und von da an läuft alles ziemlich normal. Ok, den Halt in Sinzig lässt man heute einfach mal ausfallen, aber am Ende steige ich mit nur 10 Minuten Verspätung in Andernach aus und bin zufrieden, dass ich mich mit dem rachsüchtigen Murphy doch so arrangieren konnte..

So zufrieden spazierte ich heute Abend noch einen schönen Gang in der luftigen Rheinanlagen  und erfreute mich an den Wolkenbergen und an einer Lesepause mit meinem nächsten interessanten Buch.


02 September 2024

Zwei im Glück auf dem Weg zurück

Der Abreisetag war viel schneller gekommen, als wir es uns gewünscht hatten. Dank Gabys gutem himmlischen Draht zum Wettergott hatten wir eine schöne Woche, dank ihres offensichtlichen Einflusses auf Murphy liefen alle Bahn-, Bus- und Schwebe-Fahrten so reibungslos, wie ich es selten erlebt habe. Sogar die Fußgängerampeln hörten sehr oft auf ihre telepathischen Anweisungen und sprangen auf grün, sobald wir uns näherten. Das kriege ich niemals hin. DANKE, Gaby!

Da der einzige durchgehende Zug zurück erst nachmittags verkehrt, hatten wir nach dem Frühstück Zeit genug, um ein letztes Stadtschweben nach Elberfeld anzugehen. Überhaupt, das Frühstück! Wir hatten uns am Ende des Urlaubs so toll eingependelt, dass wir gleichzeitig zum Frühstück erschienen und somit erstaunte Blicke ernteten, positiv erstaunte wohlgemerkt. Am Eingang zu dieser mächtigen Einkaufsmall trennten sich unsere Wege. Gaby verzichtete mutig auf meine fachmännische, geschmackvolle Beratung beim Textilkauf.

Kirche am Kolk

So verbrachte ich etwa eine halbe Stunde damit, die monströs große Mall auf kleinen Sträßchen und Gassen zu umrunden und mir die weniger belebten Orte zu erwandern.

Viele interessante kleine Läden und Kneipen gab es hier zu sehen. Ebenso eine der vielen Kirchen, die lutherische Kirche am Kolk. die bereits 1752 eingeweiht wurde.

In der nächsten halben Stunde machte ich das Gleiche auf der anderen Seite der "Alten Freiheit", und auch hier gab es einiges Interessantes zu entdecken.

So z.B. das Armenpflegedankmal vor der Alten Reformierten Kirche Elberfeld, Das Denkmal wurde 1903 fertiggestellt, die heutige City-Kirche wurde 1953 nach dem Krieg wieder aufgebaut, ihre älteste Vorgängerkirche an diesem Platz wurde etwa 955 fertiggestellt.

City-Kirche
Armenpflegedenkmal

Als ich nach etwa einer Stunde wieder am Eingang der City-Arkaden stand, wurde es eine Punktlandung. Eine strahlende blonde Frau kam mir mit gefüllter Tasche entgegen und zeigte mir beim Cocktail am Marktplatz stolz ihre tollen Neuerwerbungen. Die Frau hat Geschmack!

Für unser letztes gemeinsames Mittagessen einigten wir uns schnell auf das einzig passende Lokal.

Nicht Hans, sondern ZWEI im Glück

Am Rand des Hardtwalds

Ein letztes Schweben zurück zum Hotel am Rand des Hardtwalds, dessen grünen Hang ich unbedingt noch einmal im Bild festhalten wollte. Unser Zeitplan war auch heute wieder perfekt, völlig stressfrei. Nach einer letzten Pause in den bequemen Sitzen des Foyers hatten wir das Glück, dass uns der Chef (aka Frankie dePalma) persönlich zum Bahnhof kutschierte. Wir verabschiedeten uns herzlich von diesem tollen Gastgeber. Was passiert, wenn man die Barzahlung der Hotelrechnung vertrauensvoll entgegennimmt und nicht sofort nachzählt, stellte sich dann heraus, als mich eine Nachricht auf dem Handy erreichte, während wir schon im Zug nach Hause saßen.

So hochnotpeinlich, dass ich das umgehend wieder korrigieren und die Gelegenheit nutzen werde, diese Woche noch einen Tagestrip an die Wupper zu unternehmen.

Kleckerhannes, Stolpervogel und Tagträumer in Einem, das macht mir so leicht keiner nach.

Unser Zug kam nur mit einer unwesentlichen Verspätung von etwa einer halben Stunde in Andernach an, wo meine Begleiterin wenig später vom weiblichen Teil ihrer Familie freudig begrüßt wurde.

Mit der Vereinbarung, dass wir diese schöne Tour auf jeden Fall wiederholen werden, trennten sich für heute unsere Wege mit einem guten Gefühl. HACH!

Nach dem Auspacken nutzte ich den Abend, um noch ein paar Schritte bei Vater Rhein zu machen. Und ja, ich habe noch alles wiedererkannt. Ein schöner Ausklang eines schönen Kurzurlaubs.

Westblick am Abend

Ostblick am Abend

01 September 2024

🎵Lazy sunday afternoon ... 🎶

Unser Sonntag(=Schontag) begann mit einem gemütlichen, leckeren und sogar gemeinsamen Frühstück. Meine Freundin hat sich ein wenig mit dem RAG angefreundet und muss nicht mehr mitten in der Nacht frühstücken. Ich hingegen arbeite daran, das Frühstück schon vormittags einzunehmen, so haben wir nach ein paar Tagen einen gesunden Kompromiss gefunden.
Und auch nach einem solchen Frühstück kann man sich eine kleine Pause gönnen, ja!

Mit einem sehr flexiblen Zeitplan schwebten wir anschließend wieder einmal über die Wupper, was zu einer von Gabys Lieblingsunternehmungen geworden ist. Außerdem ist sie mittlerweile so stadtkundig, dass ich mich ganz ihrer Führung anvertrauen konnte.

Auf dem Laurenz machten wir den ersten Stopp, um uns bei kalten Getränken niederzulassen. Wir hatten insofern Glück, dass das Sinfonieorchester seinen Auftritt schon beendet hatte und sich die Bühne bereits im Abbau befand.

Ende der Sinfonie vor den Laurenz-Türmen

Lt. Gaby ein "Tagträumer"
















Zum Mittagessen besuchten wir Gabys zweiten Lieblingsort: Das Katzengold. Pünktlich hatte gerade  jemand für uns Platz gemacht, so dass wir auch heute draußen einen freien Tisch fanden. Auf der täglich wechselnden Tageskarte wurden wir schnell fündig und genossen ... ratet mal, was?

Als wir uns später im Hotel kurz erfrischt hatten, stand wenig später bereits ein weiterer Schwebeausflug bevor. Nicht ohne eine sehr herzliche Verabschiedung von Silvia landeten wir in der Wuppertaler Brauerei, wo ich Gabys sympathischen Cousin Ralph kennenlernen durfte, der bereits auf uns wartete. Auch hier war es wie immer in den letzten Tagen, die schönen Stunden verflogen wie im Flug, und schwupps schwebten wir wieder ins also-Hotel zurück, um den letzten Abend mit Ausruhen zu verbringen.

Marino spreizt die Flügel

Obwohl wir uns nur sehr wenig bewegt hatten, zeigte der Schrittzähler wieder mehr als gewöhnlich an. Wuppertal scheint eine Entschleunigungszone für Menschen und gleichzeitig eine Beschleunigungszone für Schrittzähler zu sein.

Eben fällt mir auf, dass ich noch ein Foto aus dem Botanischen Garten übersehen habe.
Bei unserem dortigen Besuch am Donnerstag hatte sich in einer unserer Trink- und Lesepausen auf einer schattigen Bank der kleine Marino zu mir gesellt und wollte gar nicht mehr von mir lassen.

Wie schön, dass Gaby dies im Bild festgehalten hat. HACH!