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08 Januar 2025

Das Schönheits-Zertifikat

Eins vorweg: JA, man kann Pack-Choi zusammen mit Rosenkohl und Radieschen in einem bunten Ofengemüse verarbeiten. Wie mir das gute Ännchen heute bestätigt hat, schmeckte es vorzüglich.

Sie hatte mir zuvor gut beim Schnippeln geholfen, so ging die ganze Zubereitung viel schneller vonstatten. Dann hatten wir noch eine schöne kleine Runde in den Rheinanlagen gedreht, an deren Ende uns der Regen überraschte. Aber danach schmeckte es nochmal besser.

Die Gute hatte mir ein Buch zurückgebracht und sich drei andere ausgeliehen. Das hatte noch ein Nachspiel. Erstmal erinnerte mich Google mit einem Foto daran, dass ich heute vor genau zwei Jahren nachmittags meine Kollegin Sommersprosse in den Rheinanlagen getroffen hatte, als es ebenfalls zu regnen begann. Ich schickte ihr dieses Erinnerungsfoto per WhatsApp und erfuhr in ihrer Antwort, dass sie just heute nach der Arbeit die Anwandlung hatte, noch einen Spaziergang am Rhein entlang auf ihrem Heimweg zu integrieren. Genau 2 Jahre nach dem letzten zufälligen Regentreffen, spaziert sie parallel zu uns um die gleiche Zeit auf der anderen Straßenseite und wird ebenso vom Regen überrascht wie wir. Zufälle gibt's ...

Nachdem sich das Ännchen auf den Heimweg gemacht hatte, entdeckte ich auf dem Küchentisch die drei Bücher, die sie mitnehmen wollte und schickte ihr ein Foto. Dann kam mir der verrückte Gedanke, dass das Universum dies genau so eingeplant hatte, damit sie dazu kommt, das Buch zu lesen, das ich ihr letzte Woche mitgegeben hatte, glaubte ich jedenfalls. Sie wusste nichts davon und daraufhin kramte ich meine Bücherstapel auf dem Wohnzimmertisch nochmal durch, um das Buch zu suchen. Dabei rutschte die Kiste mit dem Geraffels von ihrem Platz und kippte komplett im Wohnzimmer um. Die Kiste mit dem gesammelten Küchengedöhns, die ich letzte Woche beim Kitchen Cleaning Day von den überfüllten Fensterbänken zusammengerafft hatte und die ich eigentlich schon lange aussortiert haben wollte. Nun musste ich es tun, denn es lag eh alles verstreut auf dem Boden. DAS war also der Sinn der vergessenen Bücher gewesen, nun hatte ich es verstanden. Jetzt, wo alles aus- und einsortiert ist, geht es mir besser.

Schnell stellte sich dann heraus, dass ich das besagte Buch jemand anderem ausgeliehen hatte. Beim Sortieren des Geraffels dann noch mal eine merkwürdige Geschichte. Ich fand ein Stück aus einem Kunstautomat, an dem man wie am Zigarettenautomat Kunst ziehen kann. Sofort ordnete ich es gedanklich meinem Lübeck-Urlaub vor ein paar Jahren zu, allerdings belehrte mich ein Blick in meinen blog eines besseren.

Kunstautomat in Lübeck

Dann musste es mir wohl jemand geschenkt haben. Ich öffnete es und war geplättet.

Nicht nur, dass ich in letzter Zeit zunehmend mit dem Attribut HERO in den verschiedensten Schreibweisen versehen werde, nun bekomme ich auch noch ein richtiges Zertifikat!

Mit stolzgeschwellter Brust las ich die hochoffiziellen Worte des Vorsitzenden der BETONPRÜFSTELLE E Station II.

Und am Ende sogar noch Tipps für das nächste Ofengemüse! Großschotige Schnabel-Brockelerbsen hört sich sehr schmackhaft an.

Ein Problem ist natürlich, dass kein Datum auf dem Zertifikat zu sehen ist. Ich weiß also gar nicht, ob es noch gültig ist. Auch die Aufhängschnur am unteren Rand des Zertifikats erscheint mir unpraktisch. Wenn ich es so aufhänge, steht es doch auf dem Kopf und keiner kann es lesen.

Wie gut, dass in der Schachtel auch eine Karte der Produzentin war, sogar mit einer eMail-Adresse. Diese habe ich soeben angeschrieben und um Beantwortung der Fragen gebeten. Wenn ich schon solch eine tolle Bescheinigung habe, dann muss sich das auch klären lassen.
- Gültet dieses Zertifikat noch?
- Wenn nicht, wo und wie kann ich es verlängern lassen?
- Und was ist mit der Aufhängung?

Sowas ist ja viel zu schade, um es wieder in einer Schachtel oder Schublade verschwinden zu lassen, oder?

06 Oktober 2024

Ein Tag in einem anderen Film

An Tagen wie diesen
fühlt man Unendlichkeit
An Tagen wie diesen
ist man Ewigkeit
und wünscht sich Endlichkeit.

In Abwandlung des alten Hosen-Songs passte es ziemlich genau auf den heutigen Tag. Nach all den schönen und interessanten Begegnungen und Eindrücken der letzten Tage war heute zwingend Ausschlaftag angesagt, Ganzlangschlaftag trifft es noch besser.

Nach dem Spätstück, also kurz vor der Kaffeezeit, fingen mein CI und mein Hörgerät gleichzeitig an zu spinnen und waren auch mit viel Gefummel nicht zur Rückkehr zum "normalen" Hören zu bewegen. Wobei mein "normales" Hören mit meinen Kunstohren ja schon ziemlich schräg ist. Sei's drum, dann hört es sich halt heute noch etwas anders an, dachte ich mir und verfolgte den Schluss der Zweitligakonferenz im bequemen Fernsehsessel. Das "Anders-Gefühl" hörte nicht auf. Am späten Nachmittag beschloss ich, nach Kaffee und Nussecke eine Frischluftrunde zu drehen, auf der ich mir vielleicht etwas Neues anschauen konnte. Dazu wählte ich zwei Orte in der Nähe aus, die ich beide kenne, deren direkten Verbindungsweg ich jedoch noch nie gegangen war.

Gesagt, getan. Ich parkte am Ortsrand und machte mich auf den Weg.

Dort hoch soll es gehen

Auf der ersten Anhöhe ein Blick zurück über die ganze Gegend.

Erster Blick zurück

Wie ich bereits wusste, wird zwischen den Orten heute noch viel vulkanisches Gestein abgebaut. und das war beiderseits des Wegs auch nicht zu übersehen.

Und weiter ging es mit dem Plan, zu erkunden, wo man beim nächsten Örtchen genau herauskommt. Zwischendurch kontrollierte ich mit dem Handy, ob ich mich noch auf dem richtigen Weg befand, weil mir heute alles irgendwie seltsam vorkam und die frische Luft mich bis hierhin noch nicht wieder zurück ins reale Leben geholt hatte. Auf der Anhöhe schaute ich mich mehrfach nach allen Seiten um, in der Hoffnung, meine Orientierung bestätigt zu finden.

Endlich entdeckte ich den Weg hinunter ins Nachbardorf.

Dessen Anblick stimmte jedoch nicht mit der Stelle überein, an der ich und Google Maps anzukommen glaubten. Ja, dann erst recht. Volle Kraft voraus.

Es war heute so diesig, dass der Satellitenempfang fürs Navi wahrscheinlich sehr ungenau war. Das wird es gewesen sein, dachte ich. Als ich jedoch vor dem Ortsanfang rechterhand den Friedhof entdeckte, wurde es sehr befremdlich. Denn den Friedhof dieses Ortes kannte ich - und der lag auf der anderen Seite des Orts. Da konnte ich gar nicht gelandet sein. Das konnte alles nur ein merkwürdiger Traum sein.

Einen Moment lang überlegte ich, ob ich umkehren soll. Hier stimmte doch was nicht! Wenn mir jetzt mein legendärer Urgroßonkel Naab entgegengekommen wäre, hätte es mich auch nicht mehr gewundert.

Erst als ich an dieser Wegbiegung zurückblickte, wurde mir klar:

Ich war wieder zurückgelaufen! Ein Blick auf Google Maps bestätigte: es gab keinen Rundweg, der mich hierhin hätte zurückführen können. Ich hatte mich wohl beim orientierenden Sichten der Ausblicke nach allen Seiten auf der Höhe versehentlich umorientiert und wieder auf den Weg zurück gemacht. Jetzt gab alles einen Sinn. Deshalb hatte das Lavawerk auch nach dem anderen Ort zu eine sehr ähnlich aussehendes Abbauwerk. Deshalb war mir der Friedhof so bekannt vorgekommen.

Tief durchatmen. Und zum langsamen Wiedereintauchen in die Realität eine kleine Runde im Örtchen drehen, bevor ich wieder heimfahre. An der Kreuzung im Ort schaute mich dann unverhofft dieses Basaltbild an.

Ich tippe mal, irgendein Heiliger trägt irgendwen Kleines über den Hades. Und der Kleine zeigt mir mit der Rechten fröhlich das Peace-Zeichen.

Schnell weiter. In der alten Gasse fand ich natürlich den Hof meines Großonkels nicht wieder, das passte irgendwie alles zu diesem seltsamen Tag. Aber zumindest fand ich den Hof seiner Nachfahren  und mein Schrittzähler war auch zufrieden. Nach soviel frischer Luft und Bewegung war Ende auch der Kopf wieder etwas klarer. Diese Dinge im blog niederzuschreiben hilft übrigens auch dabei, das surreale Gefühl wieder in die Schranken zu weisen.

Und ein Abendessen mit Wallis Rindersteak und einem bunten Batavia-Rucola-Mausuhr-Basilikum-Petersilie-Paprika-Oliven-Radieschen-Salat mit der Leindotter-Senf-Estragon-Limetten-Sauce hat mich endgültig wieder ins reale Leben zurückgeholt. HACH!

22 September 2024

Schöne Stunden

Bereits gegen halb zwei merkte ich heute Nacht, dass ich nicht weiter schlafen konnte. Als ich daraufhin aufstand und das Handy wieder einschaltete, waren bereits zwei Nachrichten eingegangen. Die eine wünschte mir einen wunderschönen Sonntag - und die andere fragte in einer "attac spontane" um 09:12 Uhr, ob ich Lust auf ein Treffen hätte. Nichts lieber als das, der Nachmittag hatte zwar bereits begonnen, aber das Angebot von heute Morgen galt noch. Ein leckeres Beeren-Nuss-Protein-Porridge und eine Stunde später stand eine liebe alte Freundin vor mir, über deren Besuch ich mich sehr freute.

Unser letztes Treffen vor fünf Wochen war eine tolle Bereicherung gewesen, und genauso war es auch heute. Zwei, die sich gegenseitig gut tun, schlürften zusammen einen Kaffee und erzählten uns, was wir in dieser Zeit alles erlebt hatten. Mit meinem Vorschlag "Kaffeeklön - Frischluftrunde - Salat zum Abendessen", in dieser Reihenfolge, war Nici hochzufrieden und so besuchten wir zusammen den alten Vater Rhein. Bei schönstem Spätsommerwetter und vielen freundlichen Menschen auf der Piste schlenderten wir durch die Rheinanalagen, bewunderten unterwegs Simones Engel, den arm- und angellosen Angler und auch den Kopf mit der frechen roten Zunge. Wieder einmal wurde uns sehr bewusst, in was für einer schönen Gegend wir leben, wie schon so oft in den letzten Wochen und Monaten.

Die ausgiebige Rast auf einer Bank noch hinter km 614 verbrachten wir mit Blick auf Leutesdorf und den Hammerstein - und ebenso mit vielen interessanten Gesprächen über Gott und die Welt. 

Foto von gestern - sah heute genauso aus

Nachdem wir ausgiebig erörtert hatten, wie wir sowohl uns als auch die Welt retten können, traten wir den Rückweg zum Bollwerk an. Dass wir auf diesem Weg Marlies und Christoph trafen, von denen ich Nici kurz vorher erzählt hatte, war einer von vielen "Zufällen" an diesem Tag, über die ich mich mittlerweile gar nicht mehr wundere. Meinen früheren Klassenkameraden Christoph hatte ich vier Jahre nicht mehr gesehen und wusste auch nicht, dass er gerade bei seiner Mutter in Andernach weilte. Klar, dass wir uns bei seinem nächsten Besuch in der alten Heimat ausführlicher treffen werden.

Zurück am Parkplatz am Bollwerk ergab sich eine weitere so "zufällige" Geschichte, dass sie eigentlich kein Zufall mehr sein kann. Eine erfreuliche Geschichte, die uns strahlen ließ und uns zu einem Selfie veranlasste.

Da strahlen zwei, die sich gut tun

Zuhause schnippelten wir gemeinsam einen superleckeren bunten Salat zusammen, und auch meine Spezialsalatsauce mit Nachtkerzenöl fand Nicis Gefallen. Die getoasteten Focaccias und das Panifactum Rosmarin als Beilage genossen wir ebenso wie den Nachtisch mit Espresso, Kräuter-Digestif und Karamell-Salz-Pralinen. Am Ende staunten wir nicht schlecht, als wir feststellten, wie schnell sieben Stunden vergangen waren. Wenn es schön ist, schaltet die gefühlte Zeit scheinbar in den Turbo-Modus.

Mit der Vereinbarung, diese schöne Zeit demnächst in Nicis Heimat weiter fortzuführen, winkte ich ihr auf der Straße nach.

18 September 2024

Familienausflug in den Märchenwald

Die schönen Tage reihen sich fast nahtlos aneinander. Nach einem weiteren vorbildlichen Befolgen des RAG, einem guten gemischten Spätstücks- Porridge mit Orange-Kurkuma und Hanfmus als Topping und dem ausgiebigen Studium der Rhein-Zeitung hatte ich eine Idee, die von meiner lieben Großcousine Gisela wenig später als GUT bezeichnet werden sollte.

Sie erbarmte sich, mir eine gute Portion Ofengemüse abzunehmen, denn morgen kommt bereits die nächste Lieferung ins haus und was weg muss, muss weg. Außerdem hatte sie Lust auf meinen Besuch und auch auf eine Bewegungsrunde an der frischen Luft.

Dazu suchten wir uns heute heimische Gefilde aus, in denen ich mich vollkommen ihrer Führung anvertraute. Beim Betrachten der Tiere am See machten wir eine erste Bankpause und genossen das Leben.

Dass sie mich auf dem weiteren Weg dann durch einen Märchenwald führte, musste ich einfach im Bild festhalten.

Auch der Wettergott meinte es heute sehr gut mit uns und ließ uns unter einer sehr angenehmen Sonne spazieren.

Wir gingen durch eine verzauberte andere Welt, so kam es uns vor.

Und da wir uns dabei ausgiebig über unsere Träume unterhielten, verstärkte dies den Zauber von Licht und Schatten, grün und blau noch.

Am Waldrand tat sich ein schöner Blick auf ein kleines Örtchen auf.

Auf dem letzten Teil dieser schönen Runde entdeckten wir noch neue Wege abseits der Straße und staunten über die erstaunlichen Werte, die der Schrittzähler anzeigte.

Nach einem kurzen Break zu Hause freute ich mich beim Tanken über den Verbrauchswert meines alten Schiffs. Mehr als 1.000 km mit einer Tankfüllung und weniger als 6,5 Liter auf 100 km. Kann man mal so machen.

Auf dem Weg zur nächsten Verabredung musste ich dann auch nur wenige Minuten am vereinbarten Treffpunkt beim McDoof warten, bis ich meine beiden Freunde endlich einladen konnte, um in der Stadt nur einen Parkplatz suchen zu müssen. Dies gestaltete sich nur oberflächlich schwierig, denn natürlich wurde auf dem vollbelegten Parkplatz genau vor uns nicht nur ein Platz frei, sondern wir wurden von dem freundlichen jungen Mann auch noch mit einem bezahlten Parkticket bedacht, auf dem noch genügend Restlaufzeit für uns übrig war. Wie man am Schnäpschen danach wohl erkennen kann, war es ein schöner und lustiger Abend für uns.

Drei beim Thai - Prosit!

Auf dem Rückweg erlebten wir den Aufgang des fast noch vollen Mondes. Daheim angekommen, strahlte Luna auch über Pillonia.

Luna Citronia über Pillonia

17 September 2024

🎵And the moon ... is a blind eye ... 🎶

Am Tag vor einer Vollmondnacht ist das Befolgen des Rentner-Ausschlaf-Gesetzes ganz besonders wichtig, wie Ihr sicher alle wisst. Auch heute gelang es mir sehr gut, die Balance zwischen dem RAG und dem sonnigen schönen Tag zu wahren.
Schon die schönen Begegnungen der letzten Tage mit Marlies und Werner, Gaby, Pia und Rudi hatten ein anhaltend gutes Bauchgefühl bei mir hinterlassen. Und heute standen sowohl die Physio als auch der vorverlegte Gemüse-Klön mit dem lieben Ännchen an. Was will man mehr?

Nach dem Spätstück blieb mir genügend Zeit, die vielen leckeren Sachen aufs Blech zu schnippeln und mein Timing mit dem Ofen war so perfekt, dass ich vor der Fahrt zur Physio nur noch den Ofen auf Gartemperatur stellen musste. Natalies heilende Hände schickten mich, wie immer, augenblickblich in die Tiefenentspannung, während der ich interessante Dialoge mit dem Universum führen konnte.

Kaum daheim, heizte ich nur kurz den Ofen nach - und als das gute Ännchen Minuten später klingelte, war das Essen fertig. Heute wurden zusätzlich zu den in ungefiltertem Olivenöl getränkten Kartoffeln-Kürbis-Pastinaken-bunte Paprika-Radieschen-Zucchini-Lauch-Ziegenfeta-Brokkoli-Rote Bete und Hartkorns Ofengemüsegewürz die beiden handgemachten Salze von Pia und Ria getestet. Kräuter-Blüten-Salz und Bärlauch-Salz hatten die beiden mir vermacht - und sie schmeckten vorzüglich. Auch ein Klecks vom Thai- und India-Curry dazu war eine gute Ergänzung. Der beanarella-Espresso danach rundete das Geschmackserlebnis perfekt ab.

Wir nutzten die verbliebene Zeit bis zum Einbruch der Nacht für eine Frischluftrunde am Rhein mit Gesprächen über unser beider musikalische Frühentwicklung von Rex Dildo über Sweet und Slade bis zu Tom Waits. Dazu die tollen Blicke auf den aufgehenden Vollmond, der heute Nacht um 4:43 komplett rund sein wird. In meinem Kopf spielten die Jungs von I am Kloot eins meiner Lieblingslieder dazu ab, das ich vor 7 Jahren in der Wuppertaler Utopiastadt live erleben durfte.


Die Handykameras können leider nur einen kleinen Eindruck von den Bildern wiedergeben, die wir heute Abend sahen. Aber man kann deutlich erkennen, dass der Versuch von Simones Engel, den Dreiviertelmond vor drei Tagen einzufangen, nicht erfolgreich war, so dass unser treuer Trabant heute in voller Pracht alles überstrahlte.

In der Ferne geht er über dem Rhein auf

Im Zoom schon etwas besser zu sehen

Auch Mitten am Rhein ist er zu sehen

Ein letzter Blick zurück

Mond über Pillonia

Nach diesem wunderschönen Abendspaziergang ging es wieder heimwärts, wo wir zu viert mit einem Mehlsack kämpften und ähnlich schönen Abendbeschäftigungen nachgingen.

Als wir alle Frachten im Auto verstaut hatten, war es für einen Abschieds-Espresso schon zu spät.

Aber wir entdeckten, dass der Mond nicht nur am Rhein aufgegangen war, sondern auch in voller Pracht über Pillonia strahlte.

Es ist ein guter Mond, und ich singe mit ihm:

🎵And the moon is a blind eye ... 🎶



14 September 2024

Ein Tag unter einem guten Mond

Wenn ein Tag mit lecker Porridge und dem Marktbesuch bei Walli beginnt, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Eigentlich, aber dazu später. In der Schlange vor Wallis Gemüsebus sah ich eine hübsche, blonde, mittelalte Frau, die mir zulächelte. Nein, keine Halluzination und ich war auch noch nüchtern. Was für ein Glück, dass ich Kerstin im letzten Moment doch noch erkannte. Pooh! Sie hatte die Erklärung auch sofort auf den Lippen: "Es liegt bestimmt an der Brille!" Ja natürlich woran sonst. Optisch hat sie sich seit 30 Jahren nicht verändert. Grad nochmal Glück gehabt.

Apropos Glück. Nachdem sich Kerstin verabschiedet hatte, beglückte mich die gute Walli mit zwei fertig eingepackten Rindersteaks von gewohnt guter Qualität. Auch der gute Räucherschinken war noch zu kriegen und die vier Mini-Chilis sprangen ebenfalls in meine Tüte. Wie gut, dass wir nach kurzem Feilschen wieder mal eine schnelle Einigung über den Preis aushandeln konnten.

Nach verschiedenen Erledigungen  wurde es ganz schnell drei Uhr und ich komme zu dem Teil mit dem "Eigentlich": Wie sich beim Abpfiff des Spiels herausstellte, möchte ich an EIGENTLICH an diesem Wochenende nicht über Fußball sprechen. Aus.

Der leckere Rucola-Petersilie-Endivie-Oliven-Paprika-Ziegenfeta-Salat, gewürzt mit Estragon, Salz, Pfeffer und Kräutern der Provence, getoppt vom Nachtkerzenöl-Limettensaft-Sahne-Senf-Ahornsirup-Dressing und verfeinert mit dem Salatkernemix und dem geriebenen Parmesan, begleitet von getoastetem Focaccia con Rosmarinoi, dieser Leckerbissen tröstete mich nach dem Spiel über die schmerzli... - HALT STOP - Ich werde nicht über Fußball sprechen!

Ich machte mich auf zum Rhein, um noch ein paar Schritte auf den Tourenzähler zu bringen und klingelte unterwegs kurz bei Marlies, um ihr ein Buch vorbeizubringen, dass sie interessierte.  Aus dem "Wie schön, komm doch kurz rein!" wurde eine wirklich schöne und interessante Klönstunde, zu deren Abschluss ich ihr die Kurzgeschichte über meinen Uronkel als kleine Wohnzimmerlesung vortrug. Auf dem Weg zur Tür schellte es unerwartet und es stand ein Spontanbesucher in der Tür, den ich ebenfalls seit etwa 50 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Mein Schulkamerad Werner. Da ich von Marlies wusste, dass die beiden noch Kontakt haben, ergab sich die einzigartige Situation, dass ich mal jemand als Erster erkenne und der/die Gegenüber überlegen muss und nur mit Tipps darauf kommt, wer ich bin. Das kenn ich eigentlich nur umgekehrt. Wir freuten uns beide sehr über das unverhoffte Wiedersehen und verabschiedeten uns schnell wieder mit dem beidseitigen Wunsch, den aufgenommenen Kontakt wieder fortzusetzen.

Aber ich musste nun schnell zum Rhein, bevor ich im völlig Dunkeln da rumtappe. Gesagt, getan, vom Bollwerk aus spazierte ich meine gewohnte Auf-die-Schnelle-Runde in Richtung Alter Krahnen. Vor dem Kleinen Deutschen Eck empfing mich der unterarm- und angellose Angler heute mit einemr Art Heiligenschein, während die untergehende Sonne den Himmel über dem Rhein in ein rotes Licht tauchte.

Der Mond ging bereits über den Dächern der Stadt auf und verfing sich in den Tauen des Segekmasts, während die Skylounge des Einsteins gut besucht und beleuchtet war.












Auf dem Rückweg vom Alten Krahnen war es dann ganz schnell dunkel geworden. Unser Trabant erhob sich mit Riesenschritten dem Zenit entgegen.

Simones Engel gelang es jedoch, den Dreiviertelmond mit seinen Flügeln festzuhalten und wieder ein wenig nach unten zu ziehen. So hatte es der Engel bereits oft gemacht, sogar mit der Sonne, wenn sie hinter den nächsten Wolken untertauchen wollte. Ein guter Engel.
Im Schein der Laternen erreichte ich mein Auto auf dem Parkplatz am Bollwerk und mein Tourenzähler klatschte Beifall, als ich das Tageslimit überschritten hatte.

Da ich bei einer ebenfalls sehr erfreulichen Begegnung während des heutigen Einkaufs eine Verabredung für den sonntäglichen Spaziergang treffen durfte und dabei aus sicherer Quelle erfuhr, dass das Wetter nächste Woche wieder sommerlich werden soll, freue ich mich auf die nächsten Tage und beschließe den Tag der Begegnungen mit einem wohlig müden Lächeln im Gesicht.

08 September 2024

Ein schönes "zufälliges" Wiedersehen am Rhein

In den letzten Wochen hatte ich durch zahlreiche (unumgängliche) Verstöße gegen das Rentner-Ausschlaf-Gesetz ein kleines Polster an verpassten Schlafstunden aufgebaut. Ich genehmigte mir heute, dieses Defizit wieder auszugleichen und nach vielen Lese-, Dös- und Schlafstunden erst am frühen Nachmittag meine Koje zu verlassen und den Tag endlich mal wieder mit einem Spätstück zu beginnen. Das Porridge schmeckt in der Tat noch besser, wenn es ein paar Stunden länger durchgezogen ist. Das Topping mit Achims genialem Leinöl-Trub und dem guten Orange-Kurkuma-Gewürz bildete dann das i-Tüpfelchen auf einem schmackhaften, gesunden Start in den Tag.

Schnell war der Vorabend herangerückt und ein Blick auf meinen Tourenzähler erinnerte mich daran, dass ich auch ein akutes Bewegungsdefizit auszugleichen hatte. Kurzerhand beschloss ich eine Runde durchs Städtchen, die interessanten Veranstaltungen zum Tag des Denkmals hatte ich bereits alle verpasst. Aber das ist nun mal der Preis für meine Gesetzestreue und Loyalität bzgl. des RAG.

Zum Kochen war es mir eh zu spät, also plante ich spontan, meine Stadtrunde auf dem Rückweg mit einem Gang zum Dönerladen abzurunden. Was mich während dieser Runde dann dazu gebracht hat, umzuplanen einen Gang zum Rhein vorzuziehen, wissen die Götter allein. Wieso ich dann am Krankenhauskapellchen nicht wie sonst den Weg zum Bollwerk wählte, sondern genauso spontan entschied, durch die Bürresheimer Gasse über den Parkplatz am Rhein zum Biergarten zu gehen, sollte ich auch erst später verstehen. Mein Buch hatte ich dabei, noch war es hell, und so erfreute ich mich erstmals nach sehr langer Zeit wieder an einer Currywurst mit Pommes, sozusagen als Kontrastprogramm zu meiner ersten gesunden Mahlzeit.

Am Nachbartisch saß eine nette ältere Dame, die mit ihrem Smartphone Abendeindrücke vom Rhein abzulichten schien. Wir nickten uns freundlich zu und als mein Essen auf dem Tisch stand, wünschte sie mir einen guten Appetit. Sehr sympathisch.

Beim Espresso Macchiato danach schlug ich mein Buch auf, welches schon sehr interessant begonnen hatte. Als ich irgendwann aufsah und wieder den Blick der freundlichen Tisch-Nachbarin traf, fragte sie mich interessiert, was ich denn Spannendes lese, so vertieft wie ich war.

Ich zeigte ihr das Buchcover und so begann ein Gespräch über Literatur.

Sie erkannte mich zuerst wieder und verblüffte mich mit dem, was sie so aus der Hüfte über mich wusste. Ich setzte mich zu ihr an den Tisch und sagte: "Jetzt wird es interessant". Schnell wurde klar, dass mich meine spontane Eingebung nicht grundlos an diesen Tisch in diesem Biergarten geführt hatte.
Aber erst nach einigen Tipps ihrerseits fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren oder wie man so sagt. "Marlies?" fragte ich sie und sie nickte.

Die Mutter meines früheren Klassenkameraden Christoph saß vor mir. In deren damaligem Haus war ich vor mehr als 50 Jahren zuletzt zu Gast gewesen. Ich wusste zwar von Ihrem Sohn, dass sie hier lebte und wo sie lebte, hatte aber keinerlei Erinnerung mehr daran, wie sie ausgesehen hatte.

Christoph hatte mich vor 4 Jahren spontan besucht, als er hier in Andernach bei seiner Mutter war, und wir hatten das damalige Wiedersehen auf meinem Balkon sehr genossen. Und nun saß Marlies mir gegenüber am Tisch und wir sprachen über Gott und die Welt, über Zufälle und unbewusste Wahrnehmungen und vieles mehr, bis es dunkel wurde und wir uns gemeinsam auf den Heimweg machten. Ein sehr schöner Abend und ein Kontakt, den wir pflegen wollen.

20 Juni 2024

A walk in the park

Mit meinem Kumpel Mike T-Bone hatte ich heute eine schöne Fahrt in die Umgebung ausgemacht. Mittels unseres Deutschland-Tickets ersparten wir uns jeden Auto-Stress und machten uns lieber mit der Bahn auf den Weg. Und ja, Ihr ahnt es schon, auch Murphy war heute wieder dabei. Er ist einfach mein ständiger Begleiter mit der Bahn und ohne ihn würde mir wahrscheinlich was fehlen.

Meine Regionalbahn um 11:12 wurde in Andernach mit nur 5 Minuten Verspätung angekündigt. Verspätung wegen eines vorausfahrenden Zuges. Auf dem Bahnsteig sah ich dann auch, was damit gemeint war. Der vorausfahrende Regionalexpress kam mit einer halben Stunde Verspätung an, spuckte in Andernach vorzeitig und außerplanmäßig alle Fahrgäste aus, blieb noch 20 Minuten dort stehen und fuhr dann leer weiter. Es waren sieben Waggons voller Leute, die mich auf Gleis 1 begrüßten.

Richtig Betrieb hier

Viele ausländische Fußballfans, die die unverhoffte Pause nutzten, sich in Andernach mit kalten Getränken zu versorgen und dann auf die nächste Regionalbahn zu warten. Die kam letztendlich mit halbstündiger Verspätung an und bestand unglücklicherweise nur aus drei Wagen, die auch schon mit Fahrgästen befüllt waren. Wie passend. Danke, Murphy!

Ich weiß ja, dass beim Fußball das Runde ins Eckige muss, aber wie Passagiere aus sieben Wagen in drei Wagen passen sollen, hat sich mir noch nicht erschlossen. Eine weitere Parallele zum Fußball bestand darin, dass sich auch hier ein aktives Pressing als formidable Methode erwies, erfolgreich zum Zug zu kommen. Im Bereich zwischen den Türen stand ich so dichtgepresst zwischen etwa 20 weiteren Mitfahrern beiderlei Geschlechts, dass Umfallen unmöglich war. Klimaanlage Fehlanzeige, nach fünf Minuten eine Luft zum Schneiden mit einer Herznote aus Achselschweiß.

Schnell war klar, dass ich so ohne körperlichen und seelischen Schaden nicht bis zur Zielstation kommen würde.  Aber unsereins ist ja sowas von flexibel, dass ich spontan umdisponierte und in Koblenz-Stadtmitte ausstieg, wo mein Kumpel bereits wartete. Nehmen wir einfach von dort den nächsten Zug und alles wird gut.
Leider wurde der auch mit soviel Verspätung angekündigt, dass wir beschlossen, den Weg zum Hauptbahnhof zu Fuß zurück zu legen und dort in den nächsten Regionalexpress zu steigen. Das funktionierte auch (mit nur unwesentlicher Verspätung) und so kamen wir nur eine gute Stunde später als geplant am Ziel an. Knapp zwei Stunden für eine Strecke, für die wir mit dem Auto auch ne halbe Stunde gebraucht hätten. Geht doch.

Am Ziel unserer Abenteuerreise zeigte mir Mike als erfahrener Stadtführer ruhige Wege durch die Innenstadt und am Rhein entlang, wobei wir unterwegs auf interessante Gestalten trafen.

Der Engelbert
Ed Schnuggel-Elsje

Irgendwann standen wir am Eingang zum Park, von dem Mike mir schon öfter erzählt hatte. Ich hatte das Gefühl, wir sind auf einen Schlag in einer anderen Welt. Grün, nur Vogelstimmen und Bachgeplätscher zu hören, sehr wenige Leute unterwegs.

Bei einer Trinkpause auf einer bequemen Bank sahen wir auf der anderen Seite des Weges zwei Bäume, die sich mit ihren Ästen verbunden hatten, als gäben sie sich die Hand.

Kleine und große Teiche gab es an mehreren Stellen, die von kleinen Bächen gespeist wurden.

An einem der Teiche überkam meinen Wanderführer eine plötzliche Müdigkeitsattacke, die so heftig war, dass er eine kleine Pause einlegen musste.

Gut erholt ging es dann weiter und wir wurden nach einigen Schritten von einem schönen Schmetterling erwartet, der sich vor unseren Augen mitten auf den Weg setzte.

Doch nicht nur das. Nachdem wir ihn eingehend betrachtet und bewundert hatte, flog er auf und umkreiste uns freudig.

Sleepy Mike hatte es ihm besonders angetan, denn er ließ sich schließlich auf dessen BauchHemd nieder und begleitete uns eine Weile auf unserem weiteren Weg.

Wahrscheinlich wollte er uns zeigen, dass er unsere Gesellschaft genießt und wir öfter kommen sollen.

Ich denke, das werden wir auch machen.


Und so ging es vorbei an großen amerikanischen Douglasien und kleinen plätschernden Wasserfällen , deren Anblick wir so genossen wie das ganze Ambiente in diesem schönen Kleinod.












Als wir später wieder zurück im Städtchen waren, fielen uns viele alte Häuschen auf, auch diese Beschriftung eines historischen Hauses gefiel uns.

Dann machte mich mein Kumpel auf dieses interessante Café aufmerksam.

Welche Köstlichkeit diese Lokalität auf dem Speiseplan hatte, seht Ihr auf dem nebenstenden Foto, das ich von der Auslage machen musste.

Es gibt sie tatsächlich hier: Nussknacker!

Nachdem ich in Andernach seit einiger Zeit auf diese Köstlichkeit verzichten muss, habe ich nun wieder eine Quelle für meine Lieblings-Schnuckelei gefunden. Weil das Café jedoch mindestens anderthalb Bahnstunden entfernt liegt, brachte ich dem freundlichen Mann hinter der Theke nahe, dass sie unbedingt eine Filiale in Andernach eröffnen sollten.

Er reagierte mit einem Schmunzeln und warf die Idee in den Ring, dass ich einfach öfter hierhin kommen sollte und diese Spezialität bei einem guten Kaffee vor dem Haus genießen sollte. Ok, mach ich.

Nach einer Snack-Pause am Brunnen auf dem Marktplatz machten wir uns wieder auf den Weg zum Bahnhof, wo uns Murphy bereits erwartete. Jetzt hatte dieser Kerl es bereits geregelt, dass meine Bimmelbahn bis Koblenz viel Verspätung hatte und der dort folgende Regionalexpress heute ganz gestrichen wurde. Und wieder bewiesen wir unsere Spontanität und stiegen einfach in den nächsten Regionalexpress, um im Koblenzer Hbf. in die Regionalbahn umzusteigen. Geht doch.

Gesagt getan, die kurze Fahrt bis Koblenz verbrachten wir auf bequemen Sitzplätzen, und in Koblenz erfuhren wir, dass die nächste Regionalbahn erhebliche Verspätung hatte. HA!
Wir nahmen den Weg zum Haltepunkt Stadtmitte also auch auf dem Rückweg wieder zu Fuß, was meinem Tagesschrittzähler heut Abend wieder eine Zahl jenseits der 13.000 bescherte, um dort festzustellen, dass die Regionalbahn wegen eines vorausfahrenden ICEs leider auch so viel Verspätung hatte, dass ich nochmal eine halbe Stunde warten musste. Aber was ist schon eine halbe Stunde?! Oder, wie ich es einst in meiner Lieblingsgraffiti gelesen hatte:

WAS IST SCHON MARION GEGEN DIE
UNENDLICHEN WEITEN DES UNIVERSUMS?!

T-Bone, Oldbearbone mit Umbrellix

Eine nette junge Frau lichtete uns noch mit dem Handy ab, als untrüglicher Beweis für einen richtig schönen Tag, auch mit Murphy.

Im Gegenzug hatte ich ja auch meinen Zauberschirm Umbrellix mitgenommen, der sehr zuverlässig den für mittags angekündigten Regen abhielt und auch die vorhergesagten Gewitter abblitzen lies, so wie ich das von ihm gewohnt bin.

Ich habe das Gefühl, dass er, seit Ria ihn vor einiger Zeit in der Hand hatte, noch viel zuverlässiger geworden ist.

Fazit: Wir lassen uns nicht von kleinen Unregelmäßigkeiten davon abbringen, uns einen schönen Tag zu machen.


Und ich bin schon sehr gespannt, was Murphy sich für nächste Woche einfallen lässt, wenn wir beide mal wieder richtig wuppern wollen.


26 Mai 2024

Familientreffen der besonderen Art

Eine superschöne Woche geht zu Ende. Mit dem ersten Freiluftskat des Jahres begann alles sehr schwungvoll und endete mit einigen DNA-Tests für die Familienforschung. Der Dienstag war Erholung pur mit ganz viel Pause und einer Wellness-Einheit unter Natalies  heilenden Händen. Mittwochs war das Ofengemüse-Ritual mit dem guten Ännchen der Höhepunkt des Tages.

Und am Donnerstag wurden mir einige interessante Familienbücher von Cornelia Famosa frei Haus geliefert. Beim gemeinsamen Stadtspaziergang genossen wir die Stille und die Spiritualität in einem kleinen alten Haus mit tollen Landschaftsbildern.

Dass die Freundin mir dann auch noch half, die zweite Hälfte des großen Ofengemüseblechs zu futtern, empfand ich als eine sehr großzügige Geste. Und geschmeckt hat es uns beiden obendrein.

Am Freitagmittag verbrachte ich zwei Stunden beim CI-Team in der Klinik, wo mir meine neuen Kunstohren wieder einmal neu justiert wurden.

Als ich nachmittags meine Seelenschwester zum kurzfristig anberaumten kleinen Familientreffen am Bahnhof abholte und auf dem Bahnsteig vor ihr stand, spürte ich sofort, dass es ein schönes Wochenende werden würde. Wir gönnten uns zu Hause einen mediterranen Rucola-Salat und machten danach einen Verdauungsspaziergang am Rhein und durch die Innenstadt, eine kleine Führung sozusagen. Da uns beiden der Gesprächsstoff nie ausgeht, wurde es ein schöner langer Abend, und es sollte nicht der letzte sein.

Beim Samstagmorgen-Ritual mit Frühstück und anschließendem Marktgang vertrat Ria meinen kleinen Lieblingsbruder, der gerade seinen Urlaub an der See verbringt. Aufgrund der Kurzfristigkeit war es so leider ein unvollständiges Familientreffen, aber das werden wir auch zusammen wiederholen.

Nachmittags ließ sie sich gerne in der Rauscherpark entführen, wo man herrlich spazieren und reden kann. Immer wieder fielen uns die vielen Parallelen zwischen uns in Denkweisen und Gemeinsamkeiten auf, was sich über das ganze Wochenende fortsetzte.

Ich zeigte Ria die Schönheit des Skulpturenwegs und nicht nur vor der Skulptur von Simone Carole Levy, sondern auch Schäfer Toni mit seiner Herde und WoDi Tinnitoso fand sie interessant.

Als aufmerksame Beobachterin entdeckte sie Dinge, die ich komplett übersah, wie z.B. diesen wunderbaren Wasserfisch, der unseren Spazierweg kreuzte.

Als wir uns mit zufriedenen Schrittzählern wieder ins Auto setzen, führte unser Weg zu Rossana, wo wir es uns bei leckerer Pizza Scampi unter freiem Himmel gut gehen ließen. Auch der anschließende unverzichtbare Espresso mundete vorzüglich, so wie immer an dieser gastlichen Stätte.

Der Sonntag eignete sich nach einem guten und ausgiebigen Frühstück gut zu einem Spaziergang auf dem Krahnenberg, den Ria noch nicht besucht hatte. Und wie gestern im Rauscherpark fanden wir auch heute unterwegs einen netten Menschen, der uns auf der Kanzel ablichtete.

Wir genossen die weiten Ausblicke und die frische Luft. Der Zauberschirm, den ich vorsichtshalber mitgenommen hatte, leistete nur beschränkt seinen Dienst. Einige Minuten Regen ließ er zu, das war ich von ihm nicht gewöhnt. Daher übergab ich in der kurzen Regenpause an der Kanzel den Schirm an Ria, damit es nicht wieder anfängt zu regnen. Und so war es. Wir drehten noch eine mittlere Runde in Richtung Hochkreuz und es blieb trocken, bis wir wieder im Auto saßen.

Wieder was dazu gelernt.

Danach schmeckte uns der frisch angemachte Tomaten-Basilikum-Mozzarella auf getoasteten Broten zu Hause genauso gut wie der Espresso hinterher. Frisch gestärkt bat Ria für den Vorabendspaziergang um eine Runde in meinem Heimatort. Wir besuchten meine alten Herrschaften auf dem Friedhof und ließen ein Lichtlein für die Nacht da. Natürlich trafen wir unterwegs auf alte Bekannte aus meiner Kindheit und Jugend und obwohl ich schon Jahrzehnte nicht mehr dort lebe, war es für mich eine sehr vertraute Zeitreise. Über eine Sache sind Ria und ich uns nicht schlüssig geworden. Beim Emblem am Giebel eines der alten Häuser konnten wir nicht ermitteln, welche Buchstaben, Zahlen, Symbole dort dargestellt werden. 

Vielleicht hat ja einer der Leser die Lösung parat.

Nach einem weiteren langen Abend zu Hause heißt es morgen Abschied nehmen, wenn ich Ria mittags am Bahnsteig nachwinken werde. Der Gegenbesuch ist schon zugesagt. 

05 Mai 2024

Auf den weißen Büffel ist Verlass

Die guten Omen der letzten Woche erwiesen sich heute allesamt als zutreffend. Es ist schon manchmal verrückt, unglaublich aber trotzdem wahr.
Dass mit dem neugeborenen weißen Büffel im Stammesgebiet der Lakota die Wende zum Guten eingeleitet wird, hatte die weise Büffelfrau vor 19 Generationen vorhergesagt.
Dass es, nachdem ich kurz zuvor über den schönen Auto-Aufkleber den 4. Andernacher VfL-Fan kennenlernte, etwas mit meinem Lieblingsverein zu tun haben wird, konnte man daher auch annehmen.

Aber der Reihe nach. Der Tag begann mit einem lieben Frühstücksbesuch und nachfolgenden gemeinsamen hochinteressanten familienkundlichen Forschungen. So schön, dass ich ganz erschreckt um zehn nach drei bemerkte, dass in zwanzig Minuten das Spiel angepfiffen wird. Mit diesem schönen Start in den Tag konnte ja nun gar nichts mehr schief gehen.

Dass jedoch meine persönliche Auslegung der Orakel so genau passte, war schon sehr außergewöhnlich. Es war nämlich so, dass ich dieses Jahr genau 2 Bundesliga-Spiele bei dem guten Luca Thomi im Nachbarort geschaut hatte. Beide Male saß ich mit Fan-Jacke, zwei Fan-Schals und Fan-Cappy dort vor dem Fernseher. Und das waren die beiden einzigen Siege meiner Jungs seit Ende Januar, beide mit 3:2, beides Herztod-Spiele, die mich sehr mitnahmen. Also nahm ich die Einladung für heute sehr gerne an, staffierte mich wieder genau so aus wie bei den ersten beiden Siegen und wusste: Nun kann nix mehr schiefgehen!

So seh'n Sieger aus, sha na na na na ......

Und was wurde es: Wieder ein Sieg, diesmal mit 4:3 statt 3:2, wieder ein Herztodspiel bis zur letzten Sekunde der Nachspielzeit, obwohl ich ja "eigentlich" wusste, dass nix schiefgehen kann 🙈.

Also jetzt sag mir keiner, das wär alles nur Einbildung!