19 Juli 2017

Arterien, Amerika und das Alter: Interpretationen der ATZ

Seltsamerweise hat mich der Begriff ATZ in den letzten Wochen auf sehr unterschiedliche Art und Weise berührt. Fangen wir bei der eigentlich ungünstigsten Interpretation an:

Arterien Teilweise Zu

Von http://phil.cdc.gov/phil_images/20030718/11/PHIL_846_lores.jpg, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=825658
So kanns aussehen
Als mir der Betriebsarzt vor Monaten eröffnete: "Eine Halsarterie ist ziemlich zu. Oldbearbone, jetzt müssen sie was machen!", war mir klar, dass ich die medikamentenfreie Komfortzone verlassen muss. Blutdruck dauerhaft zu hoch, Cholesterin ebenso. Über weitere Konsequenzen braucht man nicht lange nachzudenken. Ab zum Hausarzt. 2 Tabletten täglich, ok. Eine eingehende Untersuchung ergab, dass alle anderen Blutwerte nicht nur ok, sondern vorbildlich sind. Sechs Wochen später sind Blutdruck und Cholesterin mitten im grünen Bereich.
Nichtsdestotrotz hatte der Betriebsarzt mich für eine (freiwillige) Teilnahme an einer Studie ausgeguckt. Zusammenhänge zwischen Arteriosklerose in den Halsarterien und in den Coronargefäßen. Als Kandidat für sowas ausgesucht werden löst erstmal keine Freudenstürme aus, nicht wirklich. Aber wie die Ergebnisse nach dem aktuell erfolgten Coronar-CT zeigen, völlig zu Unrecht. Alles im grünen Bereich, nur geringfügige Ablagerungen, 20%, altersgemäß ok. Und so wendete sich also die erste ATZ-Bedeutung zum Positiven.


Die nächste Bedeutung entpuppte sich von Anfang an als der Burner schlechthin:

AltersTeilZeit

Seit knapp drei Wochen ist dies mein Beschäftigungsgrad, nur noch 3 Tage die Woche á 6,5 Stunden arbeiten. Und ich kann dazu nur sagen, es tut mir UNGLAUBLICH GUT. Den Druck der Vollzeittätigkeit nicht mehr zu spüren, ist eine Wohltat, die ich in vollem Umfang geniessen kann. Ich hab tatsächlich mehr Zeit und Energie für die Dinge, an denen mein Herzblut hängt. Für das Schreiben, das Lesen, das Nichtstun, für die nachhaltigen Projekte und Ideen, für die vernachlässigte Ahnenforschung, Ich hab mehr Zeit, dieser unsägliche Druck der kompletten Verplantheit des eigenen Lebens geht zurück, das Gefühl des Fremdbestimmtseins wird weniger. Es ist einfach nur toll und ich kann mir bereits jetzt überhaupt nicht mehr vorstellen, einen Vollzeitjob zu bewältigen. Ich war es wohl auch in den letzten Jahren zunehmend weniger.


 Und nun hat sich auch noch eine weitere Interpretation der ATZ für mich ergeben, über deren Bedeutung ich mir noch gar nicht in vollem Umfang bewusst bin:

America Texas couZin

Ok, it was something tricky to push this event into that abbreviation ATZ. But it was worth it.
How good to have goodhearted relatives
Some months before I started a DNA-test at my preferred genealogic website. And in the result I could see my ancestors came from the British Isle, Middle/Western Europe, the Balkan, Sardinia and from ashkenasian Jews. Wow, I never thought this!
But that's not the biggest point of all, I also found a far-flung cousin in Texas and her wonderful family. She's a teenager, and her mom is in my age. And we get so well with each other, that's incredible for me, they are both lovely persons. After mailing tons of text we had our first phone talk last week, thanks to FB messenger. And I tell you, when we hang up, she left me with a smile on my face and a warm heart. I'm so glad to have found these family members. An we will figure out how we are related, we'll find the trace to our common ancestor,

12 Juli 2017

Letztendlich sind wir dem Universum egal

So lautet der Titel des Buchs von David Levithan, das mich von Beginn an sehr gefesselt hat. Ein Jugendbuch wohlgemerkt, und dazu noch ein fantastisches.

A. ist 16 Jahre alt und wacht seit der Geburt jeden Morgen in einem anderen Körper auf. Mal als Junge, mal als Mädchen, A. ist in allen Geschlechtern daheim. A. kennt das nicht anders, irgendwann ist alles "normal". In den 41 Tagen, die wir im Buch erleben, mäandert A. durch 41 Körper, lebt 41 verschiedene Leben für jeweils einen Tag. Mitternacht verbringt er stets schlafend.
Frühere Versuche, die nächtliche Metamorphose live erleben zu wollen, waren sprichwörtliche Zerreißproben für Körper und Geist.
Obwohl die jeweils übernommenen Leben immer nur kurz beschrieben werden können (sonst würde das Buch 3.000 Seiten dick), beschreibt der Autor einfühlsam und authentisch, wie verschieden sich unterschiedliche "Leben" anfühlen können.

Als sich A. dann eines Tages im Körper eines ziemlichen Arschlochs in dessen Freundin so verliebt, dass er den Versuch unternimmt, diese auch danach in anderer Gestalt wieder zu treffen, beginnt das Drama.

Mehr will ich gar nicht vorweg nehmen, lediglich die titelgebende Passage komplett zitieren:

Wenn man ins Universum starrt, ist sein Mittelpunkt nur Kälte. Und Leere.
Letztendlich sind wir dem Universum egal.
 Dem Universum und der Zeit.

Deswegen dürfen wir einander nicht egal sein.

06 Juli 2017

Die Krönung des Wällers

Die Krönungszeremonie des Tippclubs "Die Geysirbomber" fand heute abend auf dem Gelände des Schützenhofs statt. Die abgelaufene Saison 16/17 wurde vom unübertroffenen Wäller am treffendsten vorhergesagt. Unter dem tosenden Beifall seiner Anhänger wurde der auch unter dem Namen Ebi bekannte Wäller von den Vertretern der Wahlkommission, Frau Dittmeyer und Herrn Bart, mit der Krone der Herrlichkeit dekoriert.
Frau Dittmeyer, König Wäller, Bart (v.l.n.r.)
 Auf den weiteren Plätzen der Wertung folgten das Bolzplatzkind und der Schwarzmeerkönig Ernestov. Im Anschluss an die Krönung wurde gemeinsam an der großen Tafel zu Füßen des Königs den Freuden des Genusses gefrönt. Die Hausherrin Rossana nebst Gefolge verwöhnten die Gäste prächtig mit leckeren Speisen und Getränken. Auch der Wettergott hatte ein Einsehen und unterbrach das Wässern seiner Felder für die Feier, so dass die ganze Gesellschaft ungezwungen im Garten tafeln konnte. Zu erwähnen sei noch die Damenwertung, welche von Oberst Mayu und der Müllerin punktgleich gewonnen wurde. Interessant weiterhin, dass die Kohlenwertung mit B.B.Cartwirght und Kloppi zwei weibliche Sieger fand.
Das Fußvolk an der Tafel

02 Juli 2017

Rathaus mit Geschmack

Die Vorbereitungen laufen schon seit Wochen. Ein Team engagierter Kolleginnen und Kollegen präsentierte am heutigen Sonntag die Stadtverwaltung im Rahmen des Kernstadtfests "Andernach schmeckt". Begonnen hat das alles schon vor einigen Wochen mit einem ersten Planungstreffen der Freiwilligen. Schnell war klar, dass wir so viele Helfer sind, dass wir das heutige Fest mit 2 Schichten bedienen können. Unsere Büroleiterin organisierte vieles, was wir uns gemeinsam ausgedacht hatten. Jeder brachte das ein, was er konnte und wollte. Und so verkauften wir heute unter dem Motto "Rathaus mit Geschmack" viele selbst gemachte Snacks vor dem Rathaus, dazu Andernacher Bier und Andernacher Brot.
Das Brot bildete auch die Grundlage der Andernacher Schnittchen, die mit vielen leckeren Belägen von Ingwer/Minze bis Spuntekäs bestrichen wurden. Die meisten Zutaten kamen aus der essbaren Stadt und der Permakultur. Auch das Andernacher Gold, das wir abends vorher zubereiteten, war überwiegend aus eigenen Komponenten hergestellt. Den Mangold hatten wir am Freitag Mittag in den Blumenkästen des Rathauses geerntet, die Eier kamen aus der Permakultur. Blätterteig, Schafskäse und Schmand kauften wir in BIO-Qualität zu.
Der Chefkoch ist noch guter Laune

Vor dem Rathaus mit Geschmack
Die Küche des Kollegen Sebastian verwandelten wir gestern Abend in ein Schlachtfeld, heraus kamen einige Bleche Andernacher Gold, die heute sehr gut vom Publikum angenommen wurden. Sebastian und ich waren heute in der Frühschicht eingeteilt. Wir bauten alle zusammen den Stand auf, was im engagierten Team gut gelang. So präsentierten wir uns heute ab elf Uhr gut gelaunt den Besuchern, die trotz grauem Himmel zahlreich erschienen. Ausgegeben wurden die Snacks in kompostierbarem Geschirr aus Palmblättern, was auch beim Publikum gut aufgenommen wurde. Um zwei Uhr war Schichtwechsel angesagt, die "Spätschicht" übernahm und ich bin sehr gespannt, wie groß am Ende der Erlös sein wird, den wir der Selbsthilfegruppe "Leben ohne Dich" von Martina Irlich übergeben werden.
Städtischer Mitarbeiter mit Schürze
Ich nutzte anschließend die Zeit, um mir zusammen mit Isabel und Tanja die neu eröffnete Ankerbuchhandlung anzuschauen und dort einen genial guten Espresso Macchiato doppio zu genießen, der seinesgleichen sucht. Auch Gerd und Petra stießen dazu. Wir saßen inmitten der Buchhandlung und genossen das schöne Ambiente.
Den Ausklang machten wir im Innenhof des Museums zu römischer Wurst und Andernacher Bier beim Relaxen auf Palettenmöbeln.
Alles in Allem ein anstrengender, aber sehr schöner Tag.

Nachtrag: Wie ich heute weiß, ist ein ansehliches Sümmchen zusammen gekommen. Genaueres werden wir wissen, wenn der Einkauf von Bier und Brot abgerechnet ist.