28 Mai 2018

Nachwuchs an der Uni

Unser Abschlusstag ließ uns genügend Zeit bis zur Abfahrt, so dass wir den Vormittag noch nach eigenem Belieben gestalten konnten. Die Hälfte entschied sich für eine lockere Besichtigungstour durch Oberbarmen. Ich war auf Fabis Angebot eingegangen, den Griffelsberg zu ersteigen und eine Führung durch "Ihre" Uni zu bekommen. Als ich erwähnte, dass ihr dortiges Studium den Schwerpunkt "Geschlechterforschung" hat, beschlossen Luca Thomi und unser Schwarzmeerkönig Ernestov spontan, mit zu kommen und sich für ein Seniorenstudium einzutragen.

Die Bergische Universität zu Wuppertal liegt hoch über der Stadt und bietet von einigen Punkten aus einen tollen Ausblick ins Tal der Wupper. Und da das gesamte Gelände Hanglage hat, gibt es recht viele Türme mit Aufzügen. Ok, die Türme haben auch Treppen, aber die sind wahrscheinlich nur für den Notfall gedacht. Und so überwanden wir viele Höhenmeter beim Streifzug durch die Räumlichkeiten.

 In der Bibliothek war leider kein Lernplatz mehr für uns frei. Ich frage mich allerdings, wie man bei diesem Ausblick überhaupt lernen kann. Von hier aus sieht man auch die beiden Photovoltaik-Ständer und das Windrad, mit dem man hier einen Teil des Stroms selbst erzeugt.

Lernsaal in der Bib
Nach der Bibliothek war eine kleine Pause Pflicht, bevor wir die nächsten Aufzüge erstürmten. Auf dem Foto unten versucht Fabi gerade, meinen beiden Kollegen zu erklären, was sich wirklich hinter "Geschlechterforschung" verbirgt. Den Gesichtern nach zu urteilen, mit mäßigem Erfolg.

Es geht ums Geschlecht, nicht ums Gemächt!
Danach erklommen wir den "Energie-Hügel" und ließen uns unter Solartechnik und Windrad nieder. Der Ausblick von hier aus ist einfach genial.

Blick vom Griffelsberg
Beim anschließenden Mittagessen in der Mensa bekam ich für 8,05 € ein leckeres Rinderhüftsteak, eine Ofenkartoffel mit SourCream, Pfefferrahmsauce, einen leckeren Salatteller nach Wahl und einer Bionade. Kamma nix sagen.

Am Ende gelangten wir pünktlich zum Treffpunkt und schlenderten gemütlich zum Bahnhof. Hier begann dann die Rache der Deutschen Bahn für die störungsfreie Hinreise. Es hatte mich auch schon stutzig gemacht, denn Hin- und Rückfahrt störungsfrei, das wäre ja einem Sechser im Lotto gleich gekommen. Es fing auch ganz harmlos an. Der ICE war mit lediglich 2 Minuten angesagt, alles noch im Rahmen. Jedoch war die linke Hälfte des Bahnsteigs gerade eine Baustelle, die rechte war frei. Dem Wagenstandsanzeiger war zu entnehmen, dass unser reservierter Wagen gerade noch am Rand der begehbaren Zone halten sollte.
Fünf Minuten vor der Zugankunft informierte uns eine kwäkende Lautsprecherstimme, dass unser Zug wegen der Baustelle in Anschnitt A bis C hält. In A bis C WAR die Baustelle! Komisch. Wir also alle mit Rollkoffern, die im Geröllacker nicht rollten, und und allerlei Handgepäck mitten durch den Dreck, wo neben der Absperrung nur noch ein knapper Meter Platz bis zum Gleis blieb. Als wir an der Ansage zweifelten, denn sie machte eigentlich nur umgekehrt Sinn, wurde sie prompt wiederholt.
Und so warteten wir an der Baustelle, bis der ICE einlief - und an uns vorbeifuhr. Lediglich die 1.Klasse-Wagen hielten in Reichweite. Da wir uns nicht darauf verlassen konnten, dass der ICE tatsächlich warten würde, bis wir den vorderen Zugteil erreichen, stiegen wir in der 1.Klasse ein und machten uns auf den beschwerlichen Weg nach vorne, durch die 1.Klasse, das Bordrestaurant und einige 2.Klasse-Wagen, bis wir unseren Wagen 33 erreichten. Kurz nachdem wir saßen, erreichten wir Köln. Umsteigen!
Wenigstens das funktionierte reibungslos. In Bonn blieb der Zug dann eine ganzen Weile stehen, "wegen einer Übergangsstörung", wie man uns mitteilte. Am Ende erreichten wir Andernach mit 20 Minuten Verspätung, das ist in Anbetracht der Tatsachenberichte aus den letzten Jahren geradezu vorbildlich.

Ein, wie immer schöner Kurzurlaub, geht zu Ende. Und ich freu mich auf's nächste Jahr.

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