07 Oktober 2022

Kurze Abendrunde am Krahnenberg

Beim heutigen Besuch der Stadthausgalerie konnte ich Carmen spontan für eine Frischluftrunde durch die Stadt und die Rheinanlagen gewinnen. Auf einer Bank neben dem Bollwerk genossen wir zum Schluss den goldenen Oktober. Als Carmen dann um kurz nach vier ihre Kunstgalerie wieder für den heutigen first friday öffnete, machte ich mich wieder auf dem Weg nach Hause zu einem weitestgehend gluten- und laktosefreien frühen Abendbrot.

Da mein Schrittzähler immer noch deutlich unter dem gesetzten Tagesziel lag, beschloss ich, den Sonnenuntergang bei einer Runde auf dem Plateau des Krahnenbergs zu erleben. Hier oben war die Sonne um viertel nach sechs bereits knapp über dem Hochkreuz.

Gleich geht sie am Hochkreuz unter

Der Blick in Richtung Ochtendung zeigte jedoch noch einen blauen Wolkenhimmel.

Am Horizont Karmelenberg und Korret

Am Ende meiner kleinen Runde verbrachte ich noch ein paar Minuten auf der Bank an der Weinsicht mit schönem Blick rheinabwärts und auf Leutesdorf.

Leutesdorf bereits im Abendschatten

Als ich dann zurück zum Auto spazierte, war um fünf nach halb sieben bereits das Ende des Tages in Sicht.

Eine schöne Abendstimmung

Mein Bewegungsdrang ist für heute gestillt, mein Schrittzähler hat Spaß mit mir - und Harvey Tinnitoso auch. Der tobt sich in seinen hoffentlich letzten Tagen nochmal richtig aus. 2006 in der Tinnitus-Klinik Bad Arolsen hab ich gelernt: Der darf das!
 

06 Oktober 2022

Schäfer Toni und seine Bande

Wieder einmal zog es mich zur heutigen Frischluftrunde in den Rauscherpark. Bei herrlichem Wetter wollte ich mir ein paar meiner liebgewonnenen Gestalten im Skulpturenpark etwas näher ansehen. Bereits auf dem Weg vom Parkplatz, vorbei am Ententeich, stellte ich fest, dass hier ein neuer Verpackungskünstler am Werk sein musste. Natur verpacken, mal ne ganz andere Idee.

Verpackte Bäume

Am Beginn des Skulpturenparks dann die traurige Botschaft, dass der Biker immer noch nicht auf seinen angestammten Parkfelsen zurückgekehrt ist. Das wiederum macht WoDi Tinnitoso offensichtlich schwer zu schaffen.

WoDi Tinnitoso leidet

Das Moped fehlt















Wenige Meter weiter der nächste Schreck: Simones Tänzer ist weg! Nur noch die verbogene Montierung steckt im Holzsockel. Ich hoffe sehr, dass sie ihn selbst mitgenommen hat, obwohl ich mir das schwer vorstellen kann, denn er wurde kürzlich noch frisch aufpoliert. Hoffentlich ist er nicht irgendwelchen Spackos zum Opfer gefallen.

Ein paar Schritte weiter dann mein wohlvertrauter Schäfer, der den diesseitigen Ausgang des Skulpturenparks überwacht. Ich werde ihm den Namen Anton geben. Schäfer Toni und seine Gehilfen nehme ich mir heute einmal in Nahaufnahme vor, ebenso natürlich seine kleine Herde.

Schäfer Toni

Der Tänzer fehlt!













OH NEIN! SCHABANGST!!

Uiuiui, was ist da passiert?!













Halb drin, halb draußen

Das Sturzschaf


















Das Schaf ist noch ganz draußen

Nun wollte ich es mir auch nicht nehmen lassen, bis zur Graffiti von Clemens Felgner an der Unterführung zu spazieren. Die linke Seite ist immer noch sehr schön, keine weiteren Verunstaltungen zu erkennen.

Sieht viiiel schöner aus als grauer Beton, oder?

Hier machte ich dann kehrt und ging die kleine Schleife über die Grillhütte zurück. Als ich den Skulpturenpark nun von der anderen Seite durchlief, stach mir noch der große graue Kopf ins Auge, der so aussieht, als wäre er von den Osterinseln hierhin exportiert worden. Beeindruckend!

Die graue Eminenz

Am Ententeich gönnte ich mir dann ein halbes Lesestündchen, währenddessen die Nutrias und einige verschiedene gefiederte Freunde um mich herum ganz ungeniert ihr Abendbrot zu sich nahmen.

Leckere Eicheln liegen hier zuhauf rum

Als ich dann wieder ins Auto stieg, war mein Schrittzähler noch nicht ganz zufrieden mit mir. Und so machte ich auf dem Rückweg an meinem alten Wohnort Miesenheim Station am Ortsrand und konnte beim Gang zum Nettehammer noch den schönen Sonnenuntergang hinter dem Burgerberg genießen. Hach!

Sonnenuntergang an Strommasten - Das ist Energie!

Das Abendbrot hat heute besonders gut geschmeckt.

05 Oktober 2022

Drei Tage zum Eingewöhnen

Neue Blüten aus alten Mauern

Obwohl ich nur vier Übernachtungen in der Klinik hatte, erschien es mir, als müsste ich mich zu Hause erst mal wieder eingewöhnen. Rückblickend auf die letzten drei Tage war das langsame Herantasten an die Normalität wohl auch genau das Richtige.

Am Montag bei zunächst noch gemischtem Wetter drehte ich zwei Frischluftrunden. Auf der kleineren mittags am Rhein fiel mir auf, dass aus der Außenmauer des Bollwerks ein richtiger kleiner Strauß blüht. Irgendwie verschafft sich die Natur auch in der kleinsten Ritze ihr Plätzchen. Und Blüten im Oktober sind sowieso klasse.


Gegenüber auf der falschen Rheinseite bot sich ein schönes Licht-Schatten-Wechselspiel. Weil sich ständig Wolken vor die Sonne schoben und wieder vorbeizogen, ging das manchmal richtig schnell.

Schatten auf Leutesdorf, Sonne auf dem nächsten Hügel

Auf der Abendrunde vom Namedyer Dorfplatz aus in Richtung Fornich war man im Fornicher Hof gerade dabei, Feierabend zu machen. Debbekooche und Obstkuchen waren ausverkauft, an diesem Feiertag hatte die gute Ulrike hier richtig Betrieb. es spricht sich langsam rund, dass es sich lohnt, am Wochenende hierhin zu kommen.
Als ich wieder zu Hause war, spürte ich, dass diese zweite Schleife doch ein wenig zu lang war. Aber das sind die Lektionen, die auch ich immer wieder lernen muss. Nicht übertreiben!

Am Dienstag wurde es dann eine richtige Sonnenrunde. Am Rhein war es einfach ein Genuss, bei blauem Himmel und zarten Wölkchen unter der Sonne zu spazieren.

Es grünt so grün unter den Platanen - im Oktober

Auf dem Rückweg schaute ich mir das Bollwerk nochmal etwas genauer an. Leider hat immer noch niemand die fehlende(n) Tafel(n) mit den Namen der Gefallenen gefunden und hier wieder angebracht.

Das Bollwerk in der Oktobersonne

Den Abendspaziergang gestaltete ich dann etwas kürzer und machte daraus ein Abendbrot am Ententeich. Danach besuchte ich noch meinen Freund, den Schäfer. Er hielt wie immer mit seinen Gehilfen treu die Wacht über seine Herde. Die Schäfchen verzogen sich schon langsam zwischen die Steine, denn gegen sieben Uhr begann der Wind hier ungemütlich kalt zu pfeifen.

Der Schäfer mit seinen Gehilfen Uiuiui und Schabangst

Damit war es dann auch genug frische Luft und Bewegung für den Tag.
Heute, Mittwoch, reichte mir eine schöne Nachmittagsrunde mit meiner Freundin apunkt auf dem Krahnenberg. Beim Gang über das Plateau hatten wir einen blauen Sonnenhimmel wie gemalt und eine klasse Weitsicht bis in die Höhen des Westerwalds, den Fernsehturm im Koblenzer Stadtwald und die Vulkankegel der Pellenz.  Eine Weile schauten wir gebannt bei der Kartoffelernte zu.. Die hatte früher in unserer Kindheit noch ganz anders ausgesehen.

Zu zweit wird ein großer Kartoffelacker abgeerntet

Zurück spazierten wir dann über den kleinen Stern an der Rheinkante entlang. Auch von hier hatte man bei diesem Wetter schöne Weitsichten.

Der Blick rheinabwärts über's Hammersteiner Werth

So endete eine schöne Runde, mit der am Ende auch mein Schrittzähler zufrieden war. Ich setzte das Pünktchen vor der VHS ab, wo sie an einem interessanten Schreibkurs teilnimmt und holte mir selbst gegenüber bei der Buchhandlung meines Vertrauens das bestellte Büchlein ab. Am Ende waren es drei zufriedene Tage.

02 Oktober 2022

Wieder daheim

Bisher läuft alles planmäßig - wenn es auch lange dauert und immer wieder mit Warten verbunden ist. Nachdem mir gestern einer der Ärzte endlich die Vermummung entfernt hatte, konnte ich heute nach einem Abschlussgespräch planmäßig entlassen werden. Mein kleiner Lieblingsbruder holte mich vor der Klinik ab und nun bin ich doch froh, wieder daheim zu sein.

Die letzten Tage waren gar nicht schlimm. Ich konnte jeden Tag meine Frischluftrunden auf dem Klinikgelände drehen, Nur am OP-Tag selbst wurde das Soll nicht erfüllt, an den anderen Tagen kam ich immer über meine derzeit gesetzte 7.000-Schritte-Marke. Dreimal täglich um den Block, ohne dass es unterwegs geregnet hat. Und das ohne Zauberschirm. Vielleicht hab ich ja jetzt ein Zauber-Implantat. 

Es gab ein paar schöne Weitsichten vom Klinikgelände aus.

Vom Parkhausdeck: Wolkenhimmel zum Ersten
Blick bis zur Festung Ehrenbreitstein
Wolkenhimmel zum Zweiten

In der Bildmitte im Hintergrund ein bekannter Kirchturm

Von mir nehme ich mal einen Bildvergleich direkt nach der OP und drei Tage später.

Voll vermummt

Beim Sonnenbad

Es war natürlich ein großer ZUFALL (Hach, dieses Wort!), dass ich einen Zimmerkollegen hatte, der wie der letzte Zimmerkollege vor drei Monaten in der anderen Klinik
- genauso alt ist
- auch ein Redakteur in Rente ist, und zwar ein Sportredakteur,
- auch aus Bonn kommt,
- auch mit Rentenbeginn dort weggezogen ist
- mich auch nach dortiger Nachtsheims-Verwandtschaft fragte,
und jetzt kommt's:

Anders als der letzte Zimmerkollege ist dieser Mitbewohner selbst Autor und hat voriges Jahr seinen Debütroman veröffentlicht, im Alter von 80 Jahren (was ich hoffentlich etwas früher schaffe).
Außerdem trägt er den gleichen Vornamen wie ich.

Ich hatte richtig Glück, einen so netten und verträglichen Menschen auf dem Zimmer zu haben. Wir verstanden uns von Anfang an gut, auch wenn ich leider oft meinen Kommunikator benutzen musste, da das Implantat im operierten Ohr noch nicht aktiviert und somit komplett taub ist. Aber wir haben uns mit Händen und Füßen verständigen können, das war klasse. Ich vermachte ihm unsere letzte Kurzgeschichtensammlung "Von Scherben und Glück" und er las sie in einem Rutsch weg. Er versprach mir, dass ich, sobald er wieder daheim ist, sein Buch geschickt bekomme. Ist das nicht schön?

Und weil es so schön ist, machten wir noch ein Abschiedsfoto vom spontan gegründeten Autorenduo ManniTwo. 

 German Television proudly presents - live on stage: ManniTwo