09 März 2022

Sundown at River Rhine

Auch heute Morgen kutschierte mich mein Lieblingsbruder, wie so oft in den letzten Wochen, zur ärztlichen Behandlung. Heute ging es ins BWZK zur zweiten "intratympanalen Injektion", also die Spritze direkt ins Öhrchen.
Vorgestern, bei der ersten Spritze, saßen wir ins gesamt mehr als drei Stunden im Flur und warteten auf die jeweils nächste Anwendung. Hörtest - lokale Anästhesie - Injektion - 20 Minuten den Kopf schief halten, damit die Brühe nicht wieder rausläuft. Da konnte ich mir erklären, wieso wir mittags beide platt waren: Früh aufstehen, ohne Frühstück los und dann quälend lange Wartezeiten.
Heute ging es viel später los, wir hatten zusammen gefrühstückt vorher, und waren auch zügig durch.  Auf dem Heimweg schauten wir noch kurz beim Grab unserer Oldies vorbei. Trotzdem waren wir beide platt wie ne Flunder, als mein Bruder mich wieder daheim absetzte und legten spontan beide einen Ruhetag ein, jeder für sich.
Ich verbrachte den Nachmittag lesend auf dem Bett und fand sogar ein wenig Schlaf zwischendrin, das tat gut. Aber am Spätnachmittag vermisste ich dann doch meine tägliche Frischluftrunde und habe mir kurz vor Sonnenuntergang doch noch kurz die Beine vertreten, in den Andernacher Rheinanlagen.

Ich wurde mit schönen Eindrücken belohnt. Hier wirkt alles sehr friedlich.
Der Blick rheinabwärts nach Westen in Richtung Namedy zeigt links die Ausläufer des Krahnenbergs, hinter dem die Sonne schon fast verschwunden ist. Rechts die ersten Hausdächer und die Kirche von Leutesdorf

Rheinabwärts der schattige Westen
Schaut man rheinaufwärts in Richtung Osten, sieht man rechts die Anlagen des Andernacher Hafens und links die Neuwieder Seite, mit Feldkirchen und Irlich als erste Ausläufer.

Rheinaufwärts der sonnige Osten
Ich versuche, das tinnitöse Gebläse in meinem Kopf dazu zu bringen, den schönen Song von Gordon Lightfoot zu spielen, leider vergeblich. Also singe ich ihn selbst für mich...

Sometimes I think it's a shame

When I get feeling better when I'm feeling no pain

Sundown, you better take care

If I find you been creeping 'round my back stairs

04 März 2022

Neue Blicke von alten Orten

Heute hatte sich mein Bruderherz für unsere Frischluftrunde ein Ziel rausgepickt, das wir schon des Öfteren aufgesucht hatten. Es gibt hier einen wunderbaren Aussichtspunkt hoch oben auf den Reinhöhen, von dem aus man in alle Richtungen blicken kann. Wir parkten im Nachbarort, dem ehemaligen Teil einer späteren Doppelgemeinde, deren Bestandteile heute zwei verschiedenen Städtchen zugeordnet sind. Da war doch was mit Nieder-, Ober- und verschiedenen Namensverformungen .....

Wir spazierten vom Sportplatz aus rüber und wurden, wie immer hier oben, mit tollen Ausblicken belohnt. Beispielhaft seien hier zwei Richtungen aufgeführt:

Der Blick nach Nordwesten zeigt:

Frage 1: Was mag es sein?

Und wenn man sich das markierte Rechteck einmal genauer anschaut:

Frage 2: Und wo mag es stehen?

Schaut man dann aber nach Osten, wird es wieder seltsam. Das Teil haben wir doch in den letzten Monaten andauernd gesehen, immer von woanders aus:

Frage 3: Wo kommt der denn schon wieder her?

Und Frage 4: Wo liegt unser heutiger schöner Aussichtspunkt und wie heißt er?

Aber auch nach allen anderen Richtungen gibt es was zu sehen. Es lohnt sich, hier mal vorbeizuschauen. Und mein tinnitöser Begleiter hat wieder mal was Anderes zu sehen bekommen. Irgendwann wird er hoffentlich merken, dass er sich gar nicht so laut bemerkbar machen musss, ich nehm' ihn sowieso überall hin mit.

03 März 2022

Die Jungs müssen mal raus an die Luft

Das sagten sich die beiden Walker Brothers heute Nachmittag mal wieder - wie so oft in den letzten Jahren. Petrus lud uns heute förmlich dazu ein, indem er Sonne und blauen Himmel auf das Firmament zauberte. Mein kleiner Lieblingsbruder chauffierte uns an einen Weg, den wir schon öfter gelaufen sind. Schön flach, mit Straßenschuhen begehbar, viel Aussicht über weites Feld. In Anbetracht meiner derzeitigen Verfassung eine schöne Ablenkung vom Staubsauger im Kopf, der natürlich auch überall dabei sein muss.

Kurz nachdem wir losgegangen waren, drehte mich noch einmal um und genoss den Blick über die Städtchen und Orte, Felder und Berge unserer Region.

Frage 1: Was sieht man alles?

Nach einer halben Stunde kürzten wir ab in Richtung einer sehr alten Hofanlage, denn die ganze Zweistundenrunde ist mir derzeit einfach zuviel. Das nutzte ich zu einem kleinen Bruderfoto mit dem Hof im Hintergrund. So langsam dürft Ihr raten, welchen Hof ich meine.

Frage 2: Welchen Hof sieht man hinter meinem Lieblingsbruder?

Aber am alten Gemäuer musste ich dann doch noch ein richtiges Foto des Gehöfts machen. Die ganze Anlage ist restauriert, umgebaut und heute noch bewohnt. Na, wo isses?

Nochmal Frage 2: Wo ist das?

Auch konnte man von hier aus in Richtung des eigentlichen Ziels der Straße blicken (wenn man nicht abgekürzt hat, wie wir). Ein alter Wallfahrtsort, zu dem meines Wissens heute noch gläubige Menschen pilgern.

Frage 3: Welcher Wallfahrtsort ist in der Bildmitte zu sehen?

Petrus textete die legendären Walker Brothers ein klein wenig um und der Chor der Engel sang am Himmel: "The sun will gonna shine evermore" Nach einer guten Stunde kamen wir wieder am Auto an und freuten uns auf Kaffee und Nussecken. Auch eine schöne Ablenkung vom Tinnitus, ebenso wie die Beschäftigung mit dem blog-Schreiben.

01 März 2022

Tinnitöse Frischluftrunde

Der Tag hatte mit frühem Arzttermin, anschließendem Frühstück, vergeblichen Entschleunigungsversuchen und Ablenkung mittels Einkaufs-/Erledigungsrunde schon genug zu bieten gehabt. als wir uns nach einem am späten Nachmittag noch zu einem Frischluftründchen ganz in der Nähe aufmachten. Mein kleiner Lieblingsbruder, der mir in diesen tinnitös schweren Tagen eine supertolle Unterstützung ist, fuhr uns zu einem kleinen Wanderparkplatz, von dem aus wir schon öfter eine schöne Runde auf die Schnelle gedreht hatten.

Es war bereits halb fünf, das sonnige Wetter vergangen und eine kalte Luft zog über die Höhe. Trotzdem war es, wie so oft, eine schöne kleine Runde, auf der wir wieder mal das Ein oder Andere entdeckten.  Beispielsweise fiel uns heute die Sicht über einen alteingesessenen Hof hinüber zu einem wunderbaren Örtchen auf, in dem die Hälfte unserer Vorfahren schon seit mehr als 400 Jahren gelebt hat. Man sieht von hier aus nur einen Streifen des Ortes, erkannt aber sofort die altehrwürdige Kirche. Am Sonntag hat ein lieber Mensch vor der dort aufgestellten Pietà eine Kerze für mich entzündet und auf diese Weise tinnitöse Hilfe erbeten.

Blick über den Hof zum Ort der Pietà

Wir sind dann beim nächsten Feldweg nach links ein Stück in diese Richtung gelaufen, kamen dabei immer weiter bergab, so dass sich der Blick aufs Örtchen irgendwann erledigt hatte, weil ein im Hang liegendes Wäldchen und zunehmend die Sicht versperrte.

Auf dem Weg zurück glaubte mein Lieblingsbruder (ja wer sonst) wieder einmal den sogenannten weißen Turm gesehen zu haben, der in den letzten Tagen noch ganz woanders aufgetaucht war. Ich zeige trotzdem mal einen Bildausschnitt, damit sich jeder selbst überzeugen kann, wie verrückt das alles ist.

Ja wo isser denn, der weiße Turm?

Aber vielleicht erkennt ja auch ein Leser oder eine Leserin, wo wir diesmal wieder herumspaziert sind und welcher Ort uns seine Kirchturmspitze gezeigt hat..