01 Januar 2022

Schöne Begegnungen unter der Sonne

Auch ein zu Beginn grauverhangener Tag wie heute kann durchaus positive Highlights haben, das durfte ich heute mal wieder erleben. Ein schönes Frühstück mit meinem Lieblingsbruder ist ein selbst gesetztes Licht auf dem Weg in den Tag. Der mittägliche Termin beim COVID-Testzentrum, auch ein selbst gewähltes Ding, brachte zwei weitere Lichtblicke. Zum Einen traf ich dort überraschend auf einen lieben Kollegen, der mir heute die Teststäbchen in die Nase schob, zum Anderen war das negative Testergebnis natürlich auch sehr erfreulich.

Als sich dann gegen drei Uhr nachmittags erste blaue Flecken und Sonnendurchbrüche in der Wolkendecke zeigten, musste ich natürlich zu meiner täglichen Frischluftrunde starten. Wo die genau stattfand (ganz in der Nähe), errät anhand der Fotos sowieso mal wieder keiner, aber auch hier traf ich nach ein paar Metern eine liebe Kollegin, die gerade von Ihrer Spazierrunde zurückkehrte. Sie strahlte mich schon an, als sie mir entgegenkam und begrüßte mich mit meinem Namen. Ich wusste auch sofort, dass ich dieses Gesicht kannte und dass es ein gutes ist, das ich mag - aber mir fiel auf Anhieb leider nicht ein, wo ich es einsortieren sollte. Ich bin jetzt bald zwei Jahre aus dem Job und solche Begegnungen hatte ich schon öfter.
Aber ich habe daraus gelernt. Ich eiere nicht mehr so lange unter Umgehung des Namens peinlich drumherum, bis mein Gegenüber irgendetwas erzählt, das mich auf die richtige Spur bringt. Denn das merkt die andere Person sowieso und das ist noch peinlicher. Heute gebe ich mir ein paar Sekunden Bedenkzeit, wenn es dann nicht klick macht, spreche ich es direkt an. So auch heute. Und als sie dann ihren Namen nannte, musste ich lächeln und freute mich sehr über diese Begegnung mit diesem sympathischen Menschen.


Das war das dritte positive Highlight und es war ein Sonnenstrahl im Herzen, der mich anschließend auf meiner Runde begleitete. Tatsächlich riss dann auch der Himmel immer weiter auf, ich hatte Sonne im Gesicht und manch einen schöne Ausblick in die Ferne.


Wer die beiden Positivmenschen waren, die mir das Universum heute angespült hat, verrate ich nicht. Sollten sie meinen blog lesen, werden sie sich erkennen. Und wo ich unterwegs war, könnt ihr bitte anhand der Fotos selbst erraten.

31 Dezember 2021

UT UNUM SINT

Obwohl unser vorgestriges Heimaträtsel immer noch ungelöst ist, berichte ich heute vom nächsten Frischluft-Trip mit meinem kleinen Lieblingsbruder. Der führte uns ein Stück weiter weg als vorgestern, aber immer noch nicht wirklich in die Ferne. Diesmal kutschierte uns mein Brüderlein in ein Örtchen, von dem wir erst gestern eine familiäre Beziehung zur dortigen ehemaligen Dorfkneipe feststellen konnten. Das lockte uns natürlich.

Die Geschichte an sich war interessant genug, wussten wir doch seit geraumer Zeit, dass unser Familienname bei den Gastwirten der Kneipe über einen längeren Zeitraum aufgetaucht war. Außer drei Namen aus den alten Adressbüchern, die wir nicht zuordnen konnten, einem Totenzettel und zwei alten  Zeitungsausschnitten hatten wir nichts in der Hand. Dies alles hatte mein Bruder im letzten Jahr recherchiert. Als wir partout kein Weiterkommen in unserer Familienforschung mehr sahen, schrieb ich dem Ortsvorsteher eine eMail und fragte freundlich, ob es noch jemand im Ort gäbe, der sich an diese alten Zeiten noch erinnern könnte.

Durch die Hilfe des hilfreichen Ortsvorstehers erreichte mich über die Vermittlung von zwei betagten Schwestern aus dem Haus neben der ehemaligen Kneipe dann tatsächlich gestern Morgen eine nette Nachricht von der einzigen Tochter des letzten Kneipenwirts, die schon lange nicht mehr in diesem Örtchen lebt. Wie sich schnell herausstellte, ist sie meine entfernte Nichte, auf einem anderen Zweig des Stammbaums auch meine entfernte Tante.
Die Welt ist manchmal wirklich sehr klein.

Interessantes entdeckten wir noch beim Spaziergang durch den Ort und um den Ort. An der Friedhofskapelle steht ein scheinbar uraltes beschädigtes Kreuz, dessen Herkunft uns interessieren würde.

Und gegenüber von der Gemeindeverwaltung findet sich ein Haus mit einer interessanten Inschrift.


Etwas außerhalb neben dem alten Bahndamm hat es schöne Wanderwege und bei dem tollen Wetter heut Nachmittag auch schöne Blicke über Feld und Flur.


Ein Ausflug, der sich gelohnt hat.

29 Dezember 2021

In einem kleinen Örtchen

Für die heutige Frischluftrunde holte mich mein kleiner Lieblingsbruder wieder zu Hause ab und fuhr mit mir den Fluss hinunter. Aber nicht in ein unbekanntes Land, wie es Knut Kiesewetter einst besang, sondern in ein wohlbekanntes Seitentälchen an einem Bächlein entlang bis zu einem kleinen Örtchen, das wir heute zum ersten Mal erkunden wollten. Wir parkten am Ortsrand vor dem kleinen Friedhof, den wir in wenigen Minuten besichtigt hatten. Von hier aus führte ein kleiner Weg hinunter zur kleinen Kirche, die mein Bruderherz auf dem Rückweg auch von innen besichtigte. Wir trotzten dem sporadisch einsetzendem Nieselregen und spazierten einmal durch den kleinen Ortskern, in dem es noch einige interessante ältere Häuschen zu sehen gab und mieden auf dem Rückweg die kleine, eintönige Neubausiedlung am anderen Ortsrand.

Während der Kleine dann die Kirche besichtigte, schaute ich mir die sechs alten Kreuze an, die schräg hinter Kirche erstmal gar nicht zu sehen waren. Ein Kreuz fiel besonders auf. Wer hätte denn gedacht, dass sich Michael Adams und seine Hausfrau Catharina bereits 1778 unter einem Piratenkreuz bestatten ließen!Am Ende waren wir froh, dem Dreckswetter getrotzt zu haben, nach einer Dreiviertelstunde  Frischluftbewegung wieder im trockenen Auto zu sitzen und zu Hause einem Kaffeeklön mit Kirschstreusel und Ursulas Christstollen frönen zu dürfen. Hach!

25 Dezember 2021

Nass Kalt Grau

Der Blick reicht nur bis
zum Kleinen Deutschen Eck

Nachdem wir in den letzten Tagen mehrfach unerwartetes Glück mit dem Spazierwetter hatten, hatte die Sonne heute noch nicht mal eine Mini-Chance, die Suppe am Himmel zu durchbrechen. So entschied ich mich gegen halb vier nachmittags, wenigstens eine halbe Stunde Frischluft am Rhein zu tanken. Der gute alte Vater Rhein bot heute mal wieder sein mysteriöses nebelverhangenes Bild. Es war dieser Abendnebel, der schon vom Tagesbeginn an das Bild bestimmt hatte und es nie richtig hell werden ließ. Aber auch das hat seine Reize.

Rheinaufwärts war genauso wenig zu sehen wie nach der anderen Seite in Richtung Leutesdorf. Überraschend gut hat die kalte klare Luft getan, die mir die Gehirnwindungen durchgeblasen hat. Und so war ich am Ende froh, die alten Knochen ein wenig bewegt zu haben und mich auf das abendliche Ofengemüse zu freuen, dass nun noch besser schmeckte.


Rheinabwärts sieht's ähnlich verhangen aus