08 August 2020

Familientreff im Katzengold

Eine lange Verkettung von glücklichen Zufällen führte uns heute zu einem Familientreffen der besonderen Art. So lernten wir denn Nathalie, meine Nichte 2.Grades, persönlich kennen, und zwar im Katzengold. Nein, keine weiteren Fragen erlaubt. Nennt es Zufall, wenn ihr wollt.
Fabienne war spontan als erste dort, ich kam etwas später und kurz darauf auch Nathalie. Und wie das in Familien jeglicher Art manchmal so ist, verstanden wir uns alle drei sofort gut und verbrachten einen schönen Nachmittag bei Cocktails und Zitronen-Limetten-Schorle. Die jungen Damen tauschten sich über das Studium und Wuppertal aus, wir sprachen über Familiengeschichten und Hexenprozesse, die Zeit verging wie im Flug.

Family Meeting der besonderen Art

Nathalie brachte uns dann noch zur BODA, einem Weinhandel der besonderen Art. Der Inhaber, Peter Bothmann, erklärte und zeigte uns, was sie so alles an kreativen Veranstaltungen rund um den Wein machen, das war schon sehr beeindruckend. Ich bin mir sicher, dass Fabienne sich das Ein oder Andere nicht entgehen lassen wird.
Nachdem wir Nathalie dann verabschiedet hatten, machten wir beide uns auf den Fußweg hoch zur Utopiastadt, um beim Hutmachers die geschwollenen Füße auszustrecken und mit kalten Getränken im Sand zu relaxen.

Zwei lachen am Strand

Boah, das schmeeeckt!


















Auch der dritte Reisetag war genau nach meinem Geschmack, und ich glaube, nicht nur nach meinem.

07 August 2020

Entspannung mit Luise und Laurentius

Da ich heute mit Fabi zum Frühstück verabredet war, quälte ich mich bereits um 8 Uhr aus dem Bett unter die Dusche. Das schöne entspannte Frühstück entschädigte allerdings für vieles. Und vor allem: Da Fabi anschließend erstmal zur Uni musste, konnte ich die noch fehlenden 3 Stunden Schlaf problemlos nachholen, mich beim Netto um die Ecke mit Kaltgetränken und Nüssen versorgen. Nach dieser Anstrengung gönnte ich mir eine mehrstündige Lesepause auf dem schattigen Balkon mit Blick auf den Garten am Hardtwald. Hach!

Balkon, Buch und Blubberwasser
Der Blick vom Balkon













Gegen halb sechs schwebten wir dann zur Ohligsmühle, um von dort aus einen gemütlichen Rundgang durchs Luisenviertel zu machen. Bereits am Laurentiusplatz legten wir vom Hunger gezeichnet die erste Pause beim Café Laurenz ein, um uns zu stärken. Eine Rigatoni Marinara füllte meine Energietanks wieder soweit auf, dass wir irgendwann unseren Rundgang fortsetzten - bis zum Eisberg mit dem besten Eis Wuppertals. Klar, dass wir dort nicht einfach vorbei gehen konnten und uns die letzten drei Eisbällchen des Tages sicherten, denn die Besatzung war gerade dabei, zu schließen. Mein absoluter Traumtipp: Kokos mit gesalzener Karamel! Danach werdet ihr den Besitzer heiraten wollen.

Laurentiuskirche
Ein Prosit auf den Laurenz!

 

Und weiter und weiter schlenderten wir durchs Viertel, vorbei am Katzengold und anderen kultigen Lokalen. Den Abschluss fanden wir dann wieder am Laurentiusplatz bei Frebert's Café - Bar mit Cappuccino, Rhabarberschorle, Ducksteiner und vor allem mit vielen guten Gesprächen. Es ist einfach schön, Zeit mit Menschen zu verbringen, die einem gut tun.

06 August 2020

Die Wupper ruft

Heute läuft alles stressfrei und nach Plan. Gemütlich frühstücken, gemütlich ein paar Sachen in den Koffer werfen, den Rucksack packen, das Auto in die Werkstatt bringen, und mich von meinem kleinen Lieblingsbruder zum Bahnhof bringen lassen. In der Werkstatt stelle ich fest, dass der neue Kfz-Mechaniker aus Bochum kommt, was soll an einem solchen Tag noch schiefgehen?
Am Bahnhof habe ich noch 20 Minuten Luft, um mir ein belegtes Brötchen und eine Apfelschorle zu kaufen. Sogar das Wetter spielt mit, strahlend blauer Himmel, klasse!

So kann ich es auch gut verschmerzen, dass die Rolltreppe zu Gleis 3 kaputt ist und ich meinen Pröll die Treppe hoch zerre. Oben angekommen, schenkt die Deutsche Bahn mir nochmal 20 Minuten.
Die ersten 20 Minuten gratis
Ich sitze ganz entspannt und mit genügend Abstand auf einer Bank und mache mich über mein belegtes Brötchen her. Als klar zu erkennen ist, dass ich die Zeit nutze, um diesen blog-Bericht zu verfassen, nimmt man mir spontan wieder 10 Minuten ab und schickt den Zug mit nur 10 Minuten Verspätung in den Bahnhof.
Mein Wagen ist dabei, ok, 50 Meter weiter, als er lt Wagenstandsanzeiger stehen sollte, aber mein Gott, wenn sonst nix schiefgeht, bin ich sehr zufrieden. Mein reservierter Platz ist von einem jungen schlaksigen Riesen besetzt, der jedoch meinen gütigen Blick auch durch die Maske sofort erkennt und schleunigst meinen Fensterplatz räumt. Nun tuckern wir auf der schäl Sick den Rhein runter und ich genieße die Aussicht auf kleine Dörfer, Weinberge und den Rhein.

Bis Wuppertal haben wir die Verspätung fast komplett aufgeholt, so dass ich tatsächlich ruck-zuck in die Schwebebahn umsteigen kann. Während ich mir ein Ticket am Automat hole, hält eine Schwebebahn, die so voll besetzt ist, dass man nicht umfallen kann. Da quetsch ich mich nicht rein. Zwei Minuten später kommen weitere zwei Wagen, die sind so leer, dass man drin tanzen könnte. Als die Bahn losfährt, suche ich den Entwerter für mein Ticket, vergeblich. Ich frage die Frau im Sitz hinter mir und die erklärt mir, dass der Entwertungsautomat draußen direkt neben dem Ticketautomat war. Prima, entern wir Wuppertal direkt mit einer Schwarzfahrt! Ich hab Glück, nach 3 Stationen steige ich erleichtert an der Völklinger Straße aus und gehe die paar Meter zu meinem Lieblingshotel.
Nach einer herzlichen Begrüßung und einer kalten Fritz-Holunder war ich fit genug, meine Klamotten in den zweiten Stock in ein schönes Zimmer mit kleinem Balkon zum Hardtwald hin zu wuchten. Bei den Temperaturen heute war ich doch ein wenig ins Schwitzen gekommen, auch weil ich mit großem Gepäck unterwegs war.
Umso schöner war es dann, den Hotelbesitzer anschließend im Außenbereich anzutreffen, wo er gerade eine Fuß-Waden-Knie-Kaltdusche nahm und mich netterweise ebenfalls dazu einlud. Das gab mir grad den Kick für den Rest vom Tag.

Pünktlich wie die Feuerwehr holten mich Rici und die beiden Fabis am Hotel ab und wir machten einen schönen Spaziergang zum türkischen Lokal an der Wupper, pausierten bei kalten Getränken und leckeren Speisen in angenehmer Atmosphäre - und hatten uns auch viel zu erzählen.
Den Herren geht's gut
Die Wupper und die Schwebebahn

Gedenken an Tuffi

Nochmal Tuffi

Auch in Wuppertal gibt es Balkone


















Nach einem Verdauungsspaziergang durch den Engels-Park durften natürlich das Eis und der saugute Espresso Macchiato am Rathausplatz in Barmen nicht fehlen. Nach einem entspannten Rückweg zum Hotel verabschiedeten wir die Dortmunder Freunde, die sich auf den Heimweg machten. Fabi und ich genossen noch ein Kaltgetränk auf dem Balkon und erzählten, bis es 
dunkel wurde.

Das Leben ist schön.

29 Juli 2020

Seuchenkreuz in Leutesdorf


Das Siechenkreuz
Nachdem wir am Wochenende hiesige magische Orte aufgesucht hatten, führte uns die heutige Exkursion zum Pestkreuz auf die andere Seite des Rheins, nach Leutesdorf. Am nördlichen Ende der Rheinpromenade steht eine interessante Figurengruppe, die man heute wohl als Installation bezeichnen könnte. Dem Schild ist zu entnehmen, dass es sich um ein Siechenkreuz handelt, da in der Nähe ein Siechen(Seuchen)-Haus stand, in dem zu Zeiten von Ruhr und Pest den Erkrankten als Quarantänestation diente. Daher wird es auch zuweilen als Pestkreuz bezeichnet.
Der Christus am Kreuz, der auch nach der Folter noch lächelt, ist ein gängiges Motiv der christlichen Darstellungskunst. Die Bedeutung der beiden Figuren links und rechts erschloss sich mir jedoch gar nicht. Links eine Frau, rechts ein Mann, mit teilweise verzückt wirkendem Blick.

Steffen Goebel +1718

Errichtet 1643, also fünf Jahre vor Ende des 30-jährigen Krieges, waren wohl damals schon ansteckende Seuchen am Mittelrhein verbreitet.

Ebenfalls in die umgebende Mauer eingelassen, findet sich ein Gedenkkreuz an Steffen Goebel aus Bendorf, der 1718 hier ertrunken ist.
Die letzte Zeile kann ich leider nicht entziffern, für Mithilfe beim Transkribieren bin ich dankbar.

Im Anschluss schauten wir uns noch einige Kapellen, Kirchen und geschichtsträchtige Bauten an. Der Ort scheint regelreche übersät zu sein von Kreuzen, Kapellen und Kirchen.

Nachdem wir erstmal genug Religion und Reliquien gesehen hatten, kehrten wir zurück zum Rhein, wo Gabi uns einen interessanten Ausschnitt aus ihrem Roman "Goldschiefer" vorlas, der ebenfalls in Leutesdorf spielte.
Zufälligerweise zeigte die Uhr an, dass der nächste Geysirsprung in Namedy direkt bevorstand, das Geysirschiff hatte bereits drüben angelegt. So genossen wir einmal von der anderen Rheinseite aus, wie der höchste Kaltwasser-Geysir  der Welt in die Höhe schnellte.

Die Geysirfontäne - ein interessantes Schauspiel
So endete ein weiterer vergnüglicher Ausflug, den Gabi, Gerda und ich mit einem leckeren Mittagessen vor dem Casa abrundeten. Und diesmal war alles perfekt. Kein zickiger affektierter Kellner verdarb uns die Laune. Ein schöner Tag.