20 März 2022

Warum denn in die Ferne schweifen ....

Mit einer kleinen Frischluftrunde ganz in der Nähe wollten wir den heutigen Tag abrunden - und das ist uns auch gelungen. Das Wetter war durchwachsen, aber trocken, jedoch die erhoffte klar Fernsicht vom Hügel blieb aus. Aber zwei Ausblicke sollten den werten Leser dieses blogs inspirieren, seine Ortskenntnisse unter Beweis zu stellen. Das erste Foto kurz nach Beginn unseres Spaziergangs zeigt tatsächlich vier Höfe auf einem Bild. Und sicher wisst ihr alle, welche das sind.

Na, was seht ihr?

Am Wendepunkt unseres Kurztrips angekommen hatten wir doch einen weiten Blick nach vorne über das Rheintal, der diesige Spätnachmittagsdunst verhinderte ein klareres Bild.

Das Bild mache ich nochmal bei klarem Wetter!

Aber schön war es doch. Und als wir zurück auf dem Parkplatz dann noch die gute Jessie trafen, die gerade von der Hunderunde zurückkam, war der Tag gerettet.

19 März 2022

Ein Frischluftründchen in der alten Heimat

Unser gewohntes Samstagsprogramm zogen wir auch heute durch. Frühstück bei mir daheim und dann auf den Wochenmarkt, wo die liebe Walli uns wieder supergute Wurst und leckere Steaks aufgehoben hatte, weil wir ja immer erst so spät kommen. Außerdem hatte die Gute heute Geburtstag - und will es heut Abend krachen lassen. Nochmal von hier aus alles Gute, Walli!

Nachdem jeder für sich seine Mittagserledigungsrunde gedreht hatte, meldete sich der KLB (Kleine Lieblingsbruder) nachmittags und entführte mich auf eine Runde in unsere alte Heimat. Bei diesem Traumwetter wollten wir beide einfach nur raus. Wir besuchten unsere Oldies auf dem Friedhof und drehten dann eine Runde durch die Wiesen hinter'm Dorf, die Wege unserer Kindheit. An der sonnenbeschienenen Bank machten wir Halt, wie immer auf dieser Runde. Von hier aus hat man einen schönen Weitblick zu einem Dörfchen auf dem Hügel der anderen Rheinseite.

Das Dorf auf dem Hügel - aus der Ferne

Und wenn man etwas näher ranzoomt, sieht man ganz deutlich zum einen die Kirchturmuhr, die früher der alte "Liese Nickela" mit bloßem Auge ablesen konnte und zum anderen die lieber Dagmar, die uns von ihrem Garten aus zuwinkt.

Und so sieht's im Zoom aus

Und wie es so geht, überraschten uns bei unserer Rast Tom und Beate, die gerade von einer Fahrradtour zurückkamen. In der alten Heimat treffen wir immer Freunde und alte Bekannte, das fühlt sich jedesmal richtig gut an. Danach ließ sich der Nachmittag gut mit Käffchen und den leckeren Nussecken der Bäckerei unseres Vertrauens abrunden. Und heute Abend habe ich zum Einen von einer technisch hochbegabten Freundin gelernt, dass man bei WhatsApp die Texte auch aufsprechen und sie dann als Text verschicken kann, also keine Sprachnachricht. Man lernt auch im Alter nie aus. Wow!

Und zum Anderen stellen stellen Heidi und ich jetzt gerade fest, dass wir beide den Song "Weißt Du, dass ich glücklich bin?" von Westernhagen sehr mögen.

Ich glaub' nicht an Beweise,

Ich glaub′ nicht an den Tod

Und ich glaub' nicht an Götter

Die mit der Hölle mir droh′n

An dem Tag, der ganz neu sein wird

Werden viele Kinder in der Sonne steh'n

Und der Neid, der Neid wird im Meer verglüh'n

WEIL - ICH - WILL, DASS ES DAS GIBT!

Weißt du, daß ich glücklich bin


HACH!

18 März 2022

Die Wacht am Rhein

Wenn man um sieben Uhr in der Früh aufstehen muss, also mitten in der Nacht, um sich kurz darauf die sechste und wahrscheinlich letzte Kortisonspritze ins Ohr jagen zu lassen, nimmt einen das schon mit. Ich hab eine Riesenglück, dass mein kleiner Lieblingsbruder mich in dieser Zeit ungefragt überall hinkutschiert und mir als Begleitperson zur Seite steht, da ich leider kein Wort verstehe, was der Arzt mir sagt. Und so hatten wir beide uns das gemütliche FrühSpätstück danach auch verdient.

Was folgte, war eine einstündige Augenpflege auf dem gemütlichen Sessel direkt vor der offenen Balkontür. Diese Pause habe ich auch gebraucht und genossen. Anschließend setzte mich ans Einarbeiten von Svenjas Vorschlägen und Hinweisen in das nächste Kapitel meines Romans, auch das hat Spaß gemacht und lenkte sehr von meinem inneren Begleiter Harvey Tinnitoso ab.
Dann wurde irgendwann die Zeit knapp. denn ab halb sieben wollte ich doch die Kiezkicker aus Hamburg bei ihrem Auftritt am Millerntor unterstützen, natürlich vor dem Fernseher. Und direkt im Anschluss wollten meine blau-weißen Jungs aus dem tiefen Westen die nächsten drei Punkte gegen den Abstieg erkämpfen. Aber meine Frischluftrunde wollte ich auf jeden Fall noch drehen, denn das Wetter lockte förmlich nach draußen.

Also machte ich mich auf den Weg, parkte am Güterbahnhof und spazierte von dort in die Rheinanlagen. Hier hält ein kämpferischer Engel die Wacht, damit niemand Unbefugtes die Innenstadt betritt.

Wer wacht denn hier am Rhein (links oben)?

Ein paar Meter weiter dann zwei schöne Bänke mitten in der Sonne. Ich genoss es, dort eine halbe Lesestunde einzulegen und zwischendurch die vorbeifahrenden Schiffe und die gegenüberliegende Ortschaft anzusehen. 

Was sieht man denn gegenüber?



Das war Entspannung pur. Dorothy Emily Stevenson (18.November 1892 – 30.Dezember 1973) hatte es mir mit ihrem Roman "Stich ins Wespennest" wirklich angetan. Eigentlich überhaupt nicht mein Genre, eine Dorfgeschichte aus dem England der 30er Jahre. Aber hier ging es um eine Frau, die den ersten Roman ihres Lebens unter einem Pseudonym veröffentlicht. Da Pikante: In dem Roman erzählt sie Geschichten aus dem Dorf, in dem sie wohnt, hat jedoch alle Namen geändert. Nach der Veröffentlichung erkennt sich die erste Leserin im Ort natürlich trotzdem sofort wieder - und alle anderen auch. Es läuft eine Welle der Entrüstung, man versucht, den wahren Autor ausfindig zu machen, den man am liebsten vor ein Strafgericht stellen möchte. Denn die Personenbeschreibungen  im Roman sind so real, dass hier vielen der Spiegel vorgehalten wird. Und das missfällt vielen Menschen.

Also, eine absolute Leseempfehlung von mir.

Ok, das aus den drei Punkten Tief im Westen nichts wurde, lag auch an einem bescheuerten Stadionbesucher, der meinte, dem Linienrichter seinen Bierbecher an die Rübe donnern zu müssen, anstatt ihn zu saufen. Alle wahren VFL-Fans hoffen sehr, dass man den verantwortliche Oberspacko identifiziert und überführt. Dem haben wir nun den Spielabbruch zu verdanke, der mit Punktverlust und wohl auch mit empfindlicher Geldstrafe für den Verein verbunden ist. Ich hoffe, die wahren Fans in Block A um ihn herum haben ihn sofort gefesselt, geknebelt und der Polizei übergeben. Wer zu blöd dafür ist, sein Bier zu saufen, dem sollte man lebenslang Stadionverbot erteilen! 

Wieso hab ich seitdem dauernd den Song der Ärzte im Kopf:
"Schrei nach Liebe"? ARSCHLOCH!

16 März 2022

Mariechen saß schreibend im Garten

Conny schreibt

Nein, stopp! Es war natürlich nicht Mariechen, sondern die gute Conny, mit der ich heute eine schöne Mittagspause verbrachte. Ja, das steht auch mir als Rentner zu! Nach einem Morgen mit meinem Lieblingsbruder im BWZK, wo ich mir die mittlerweile fünfte Kortison-Ladung direkt ins Öhrchen spritzen ließ, war ich auch einigermaßen geschafft und konnte diese Ruhepause gut gebrauchen.

Conny hatte sich aufgrund meiner derzeit eingeschränkten Kommunikationsfähigkeit mit Block und Stift bewaffnet und schrieb mit jeweils auf, was sie zu sagen oder zu fragen hatte. Sie leitet übrigens ehrenamtlich das Heimatmuseum in Güls. Die aktuelle Ausstellung läuft nur noch bis zum 28.3., die sollten sich heimatkundlich Interessierte nicht entgehen lassen.

Getroffen haben wir uns im historischen Garten auf dem ehemaligen Weissheimergelände. Ich muss sagen, ein tolles Refugium und ich kann Conny gut verstehen, dass sie ihre Pause bei schönem Wetter gerne dort verbringt. Das angesagte Sonnenwetter traf leider nicht ein, aber wenigstens regnete es nicht und so hatten wir eine schöne halbe Stunde im langsamen, aber lockeren Plausch. Das Reden hab ich zum Glück noch nicht verlernt. Zufälligerweise fand sich auch mein lieber Ex-Kollege Gerd dort ein, um sich ein wenig vom Rentnerdasein auszuruhen. Ich hoffe, dass ich bald wieder so hergestellt bin, dass wir unsere schöne Tradition, Freitagsmittags bei Kerstin einen toten Fisch zu verspeisen, wieder aufnehmen können.


Historischer Garten vor roter Schule und Rundem Turm

Den Rest der Pause nutzten wir, um eine kleine Runde durch die historischen Altstadtgässchen zu drehen, so dass ich sie pünktlich wieder an der Stadtbücherei abliefern konnte. Es war der Abschluss einer schönen Mittagspause mit lieben Ex-Kolleg*Innen. Wir haben uns vorgenommen, das bald zu wiederholen.