24 Januar 2016

Retro Kloppabend

Gestern Abend war es wieder soweit: Nach ungefähr 35 Jahren ist es unserem Altkumpel Arno gelungen, einen Skatabend bei Altspezi Tom in unserem gemeinsamen Geburtsort zu organisieren.
Es war herrlich, nach kurzer Zeit fühlte sich das an, als sei es das Normalste der Welt, als lägen nicht 35 Jahre, sondern 2 Wochen seit dem letzten Treffen dazwischen. Sehr vertraut.
Sprüche wie "Watt en Rään!" hatte ich seit damals nicht mehr gehört. Und wir konnten uns richtig gegenseitig anpflaumen ("Jetz spillt dä schunn widda dä gläische Mest!", "Du blöder Bless!"), ohne dass wir uns das krumm nahmen.
Und obwohl ich seit damals nicht mehr nach den alten Vorkriegsregeln gereizt (Grand=20) und erst recht nicht mehr den "Kesselemmer Ramsch" gespielt hatte, kam ich nur einmal im abschließenden Malenko in Verlegenheit, als mich ein kaputter Pflichtgrand von Tom im letzten Spiel mit 59 Augen vor der drohenden Niederlage rettete. Ich muss meinen Mitspielern allerdings zu Gute halten, dass beide seit Jahren keinen Skat mehr gekloppt hatten, und dafür klappte es erstaunlich gut, zumindest bei Tom.
Ganz nebenbei war dies natürlich auch die Gelegenheit, über das ein oder andere außerhalb des Skat-Universums zu plaudern. So erfuhr ich z.B., dass in Basjanes Bio-Lebensmittel beim örtlichen Versorger angeboten werden. Alnatura ist auch nicht weit, das gefällt mir.
Im Hinblick auf meinen geplanten Rückzug in die alte Heimat hat es sich gut angefühlt. Es war dieses vertraute Gefühl, die emotionalen Brücken in das alte Leben sind noch nicht abgerissen, egal wie sehr man sich selbst glaubt, verändert zu haben.

09 Januar 2016

Das Grundgesetz


Wie steht's in Artikel 3 unseres wichtigsten Gesetzes?

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Nach den entsetzlichen Vorfällen in der Kölner Silvesternacht erlebe ich eine Zunahme von Meinungsäußerungen (oder sollte ich besser sagen: Wut-Äußerungen?), die diese Gleichbehandlung abschaffen oder zumindest in Frage stellen wollen. Von der Sippenhaft für alle Ausländer über sofortige Abschiebung von ausländischen Taschendieben (am besten per Fallschirm über dem Heimatland, manchmal auch ohne Fallschirm), sofortige Lynchjustiz (nur für Ausländer) bis hin zur Todesstrafe (für sexuell übergriffige Ausländer) ist eine Vielfalt von schlimmen Rachegedanken zu hören und zu lesen.

Wut und Empörung kann ich nach den schlimmen Vorfällen menschlich verstehen, gegen einen daraus wachsenden Hass werde ich mich mit allen demokratischen Mitteln verwehren.

  • Wir haben hier einen Rechtsstaat und keine "Aug um Aug, Zahn um Zahn"-Anarchie, und das soll auch so bleiben.
  • Jeder Verdächtige, jeder Täter hat das Recht auf ein faires Verfahren. Der geständige Mörder wie der unschuldig Verdächtigte, der Deutsche wie der Araber, der Silvester-Vergewaltiger wie der Messdiener missbrauchende Pfarrer.
  • Bis zum Beweis der Schuld gilt der Verdächtigte als unschuldig.
  • Straftaten müssen verfolgt, aufgeklärt und bestraft werden.

Ich weiß, dass diese Gleichbehandlung in der Praxis nicht immer funktioniert. Das Kapital schmiert, die Politik klüngelt, und die katholische Kirche hat eine sehr eigene Auffassung von Täterbestrafung und Opferentschädigung in ihren Reihen. Aber das darf nicht dazu führen, dass wir die Grundsätze der Gleichbehandlung fallen lassen und alle zu Wutbürgern werden.

Ich bitte Euch alle: Lasst Euer Denken und Handeln nicht vom Hass bestimmen, denn Hass ist ein ganz schlimmer Ratgeber. Zeigt Euch als gute Demokraten, macht keine Vorverurteilungen und veranstaltet keine Hexenjagd. Die allermeisten Flüchtlinge, die zu uns kommen, kommen aus der Not, dem Krieg und dem Hunger und es ist ein Gebot der Menschlichkeit, dass wir ihnen helfen. Das es unter ihnen auch Arschgeigen und Trittbrettfahrer gibt, wie unter uns auch, darf uns doch nicht zu Unmenschen werden lassen. Bleibt bei der Wahrheit, erfindet oder verdreht keine Sachverhalte, mit denen ihr andere verunglimpft. Lasst uns fair bleiben, lasst uns das Grundgesetz ernst nehmen.


27 Dezember 2015

2015 - Teil 2: Nachhaltige Ideen

Im Rückblick auf das Jahr 2015 fallen mir neben den wichtigen persönlichen Dingen auch einige "nachhaltige" Projekte auf, zu denen ich Anstöße geben konnte. Die Auslöser dafür, dass ich plötzlich viele Ideen hatte, dass mir viele Dinge auffielen, die ich vorher nicht gesehen hatte, waren 2 Ereignisse:

  • Ein dienstliches Seminar Ende 2014, in dem die Abschlussübung darin bestand, Zukunftsvisionen für die Stadt Andernach zu entwickeln und zu formulieren.
  • Meine erste Saft-Fastenwoche im Frühjahr 2015.

Diese "Veranstaltungen" lösten einen
Schub von kreativen Prozessen bei mir aus, stärkten die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und förderten die Energie, daraus Projekte zu machen und diese voran zu treiben. Als wenn die beiden Stufen eines Triebwerks gezündet würden. Ich weiß, das klingt schon ziemlich verrückt, war aber so. Das meiste drehte sich um die Erkenntnis, dass nachhaltiges, also sauberes, faires und sozialverträgliches Leben, wirklich umsetzbar ist. Mir fällt dazu der alte Leitspruch ein: "Es gibt nichts Gutes außer man tut es."

Hier gibt es auch einige direkte Überschneidungen mit dem persönlichen Bereich, den ich bereits gestern beschrieben hab.
  • Das Konto bei der GLS-Bank endlich eröffnen.
  • Das saubere Waschmittel der waschkampagne benutzen. (Danke, Ricarda!)
  • Die Wurst seit kurzem beim Metzger in Bio-Qualität holen.
Und dann: Obst und Gemüse in zertifizierter Bio-Qualität? In Andernach Fehlanzeige. Also hab ich die Inhaberin des Obst- und Gemüseladens in der Kramgasse angesprochen, ihr eine Woche später alle Bio-Bezugsquellen für Händler im Umkreis und alle nötigen Infos über Zertifizierungen von demeter, bioland und naturland übergeben, und siehe da: 2 Wochen danach stand das Regal mit zertifizierter Bioware im Laden und steht heute noch da. (Danke, Saadet!)

Meine geliebten Espressokapseln von Lavazza Blue sind weiterhin umwelttechnisch eine Riesensauerei, geschmackstechnisch leider für mich unverzichtbar. Ich entdeckte im Netz einen neuen Hersteller mit wirklich kompostierbaren Kapseln und bezahlbaren Maschinen, der zudem auch viele Blindverkostungen gewinnt. Also hab ich den Kontakt aufgenommen, man hat mir die Leihstellung einer Vorführmaschine angeboten, aber die öko-fairen Kapseln dazu sind mir zu teuer. Vielleicht sind sie ihr Geld wert, mir ist jedoch Kaffee grundsätzlich nicht so viel wert. Daher hab ich von einer Leihstellung abgesehen und stattdessen meinen Kaffeehändler, bei dem ich monatlich große Sammelbestellungen mache, mit dem Hersteller der Ökokapseln zusammengebracht, um eine preiswertere Belieferung hinzukriegen. Die beiden wurden sich leider nicht einig, so dass ich das Projekt "Umstellung auf saubere ökofaire Kapseln" erstmal auf 2016 verschoben hab. Lavazza hat für 2016 eine kompostierbare Serie angekündigt, mal schauen, was das Jahr bringt.

Gerade konnte ich nochmal Bewegung in eine andere Sache bringen, die fairen Grabsteine. Andernach hat vor 8 Jahren versucht, nur noch ohne Kinderarbeit hergestellte Grabsteine auf den Friedhöfen zuzulassen, wurde jedoch aufgrund einer Normenkontrollklage vor dem OVG zurückgepfiffen. Hier konnte ich eine offizielle Stellungnahme des "Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung" (BMZ) erreichen, die erfreuliche Fakten und Aussichten enthält. Da könnte in 2016 etwas draus werden. (Danke, Helene!)

Ein weiteres erfreuliches Projekt begann ganz klein. Ich wollte die lokale Steuerungsgruppe Fairtrade-Town mit der Idee zu einem workshop "urban mining" beglücken, in welchem Smartphones auseinandergebaut werden. Hier sollen die Funktion und der Herstellungsprozess der Einzelteile erklärt werden, um den Menschen bewusst zu machen, welchen oft menschenunwürdigen Arbeiten es zu verdanken ist, dass wir diese technischen Meisterwerke für 99 Euro im Discount kaufen können. Mein Versuch, dieses "Päckchen" bei der Gruppe abzuliefern, endete damit, dass ich a) Mitglied der Gruppe bin, b) das Projekt selbst mit durchführe und c) aus dem 2-Stunden-Workshop eine komplette Schulprojektwoche zum Thema "Faire Smartphones" im März 2016 geworden ist. Der workshop selbst ist einer von vielen Bestandteilen der Projektwoche, die Übersetzung der beiden vorhandenen Manuals vom englischen ins deutsche konnte ich mit Hilfe einer Facebook-community organisieren. Die Ergebnisse stehen demnächst frei abrufbar im Internet.

Die Leerstände der Ladenlokale speziell in der Andernacher Innenstadt waren mir wiederholt negativ ins Auge gefallen. Mit den KollegInnen der Wirtschaftsförderung konnte ich einige Ideen in einem langen konstruktiven Treffen einbringen. Da ich glaube, dass Andernach durch die Entwicklung der letzten Jahre (Permakultur, essbare Stadt, Geysir, Fairtrade-Town,...)  prädestiniert ist, eine nachhaltige Stadt zu werden, ist es mein Ziel, verstärkt nachhaltige Geschäfte in die Stadt zu bringen. Es gibt gerade in den letzten Jahren immer mehr Unternehmen in allen Bereichen, die beweisen, dass man auch sauber und fair Geld verdienen kann. Auch in der Stadthausgalerie gibt es von Beginn an (2009) Leerstände. Auch hier habe ich mit verantwortlichen Personen konstruktive Gespräche geführt und sie mit groben Konzeptentwürfen und einigen Namen von nachhaltigen Unternehmen versorgt, die hier gut hinpassen würden. Ich hoffe, dass diese Entwicklung in 2016 mehr Früchte trägt als bisher.

Dann waren da noch die Themen Müll und Energie. Mit beiden Themen bin ich auch dienstlich beschäftigt. Da die Entsorgung von Einwegwindeln auch im neuen Kreisabfallkonzept m.E. nicht zufriedenstellend gelöst ist, habe ich Informationen gesammelt, einige Berechnungen angestellt (eine Riesenmenge Windeln jedes Jahr allein in Andernach), einige Gespräche mit Heizkraftwerksbetreibern, Kreisverwaltung, Entsorgern etc. geführt und am Ende ein Konzept mit einem eigenen Windelheizkraftwerk, wie es in bereits in Süddeutschland existiert, erstellt. Darin sind Ideen für mögliche Wärmeabnahmebetriebe genauso vorgesehen wie parallel Ideen zur Reduzierung der Einwegwindeln. Alle Infos und Konzepte habe ich am Ende an die zuständigen Kollegen weitergegeben und ich weiß auch, dass dies weiterverfolgt wird.
Das betrifft ebenso die alternative Stromerzeugung mit Fluss-Turbinen im Rhein. Wenn das ökonomisch vertretbar zu realisieren wäre, würde das Andernach sicher gut zu Gesicht stehen.

Ein gutes Beispiel für eine Kreislaufwirtschaft ist cradle2cradle (c2c). Produkte mit einem intelligenten Design herzustellen, so dass am Ende des Kreislaufs nur noch Rohstoffe für die Herstellung des nächsten Teils und/oder kompostierbarer Dünger steht, ist ein sinnvolles Ziel. Ähnliches macht die Permakultur im ökologischen Bereich. Ein namhafter Hersteller von Reinigungsmitteln, mit dessen Produkten wir bereits die städtischen Objekte beliefern lassen, hat nun eine ganze Produktserie c2c-zertifizieren lassen. Spontan haben wir beschlossen, ein städtisches Vorzeigeobjekt versuchsweise nur noch mit solchen Produkten reinigen zu lassen. Vorgespräche sind geführt, die weiteren Gespräche darüber mit dem Hersteller und den Verantwortlichen werden im Januar stattfinden.

Und dann waren da noch einige interessante Start-Ups, an deren Gründung ich mich über crowdfunding in kleinem Maße beteiligt habe. Das Monagoo-Projekt mit bio-fairtrade für große Textilien ist leider gescheitert, aber z.B. der Onlineshop von cradlelution wurde erfolgreich in Betrieb genommen. Und ich freue mich sehr darauf, die beiden Gründer im Februar in Hamburg auf dem Heldenmarkt persönlich kennen zu lernen.
selosoda mit Produkten aus der Kaffeekirsche ist ein weiteres Beispiel. Von der Kaffeefrucht wird bisher nur der Kern, die Bohne verwertet. Das Fruchtfleisch wird als Abfall entsorgt. Völlig unnötig, sagen die Gründer, und produzieren aus der Frucht ungesüßte koffeinhaltige Getränke.  Das crowdfunding läuft noch. Wer sich solche spannenden Sachen mal näher anschauen will, dem rate ich, bei der Plattform startnext reinzuschauen. Es ist echt verrückt, wie viele gute Ideen es gibt.

Und damit endet der Rückblick auf die nachhaltigen Projekt-Ideen 2015. 
Wie man sieht, konnten natürlich nicht alle Ideen in die Tat umgesetzt werden. Aber allein die Beschäftigung mit diesen Themen finde ich enorm spannend, dabei kommen mir immer wieder neue Zusammenhänge und andere Möglichkeiten in den Sinn. Für Rückmeldungen und Anregungen bin ich Euch dankbar.

 Hier geht's zu Nager-IT
As fair as possible: Die Nager-Maus
Kleiner Nachtrag: Nach Gesprächen mit dem Hersteller, unserem IT-Leiter und dem IT-Lieferanten konnte ich für das Personalratsbüro die fairste Computermaus der Welt anschaffen.


25 Dezember 2015

2015 - Teil 1: How did it feel?

Ich hab lange nach einem Motto für den persönlichen Jahresrückblick gesucht. Und irgendwann ein passendes gefunden. Und das dann noch gefühlte drölfzig Mal umgeändert. Das endende Jahr will partout nicht in EINE Kategorie fallen. Zu viel ist geschehen. Zu viele Türen und Fenster, die sich schlossen und öffneten. Wenig Schließungen, viele Öffnungen, das kann ich festhalten.
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Am Laacher See
Wieso ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Rückblick auf das vergangene Jahr mache? Den Anstoß hat mir meine liebe Kollegin und Freundin Caroli gegeben, bei einem langen Spaziergang am Laacher See, vor ein paar Wochen. Achtsamkeit war eins unserer Gesprächsthemen. Hinschauen, was ist jetzt los? Wie geht's mir jetzt? Gut! Bedrückt mich jetzt irgendwas? Die Wunschantwort "Nein" konnte ich nicht ehrlich geben. Im weiteren Gespräch erzählte Caroli mir dann von abendlichen Momenten des Hinschauens und Resümierens, wie war der Tag? Was war schön, was nicht so schön? Klar, hab alles schon öfter mal gehört, aber nie wirklich gemacht. Diesmal hat es mich bewegt. Bei mir wurde etwas ausgelöst:
HINSCHAUEN! WAS MACH ICH DA?
Und so sitz ich nun daheim, denke über das vergangene Jahr nach, und verspüre zum ersten Mal in meinem Leben den Wunsch, hinzuschauen und aufzuschreiben, was denn los war in meinem Leben im letzten Jahr. Es war viel los. Und nachdem ich mir in 2 kleinen Mindmaps die persönlichen und die öffentlichen Veränderungen skizziert habe, will ich es nun auch in Worte fassen.

Teil 1: Persönliches

Sonntags im Park
Der Tod meiner Mutter war sicher das Einschneidenste in diesem Jahr. Nach all den mühsamen Jahren seit Vaters Tod vor 4 Jahren hatte sich die Situation für uns alle zugespitzt. Und so war es am Ende eine Erlösung für alle. Sie braucht sich nun keinen Tag länger im ungeliebten Seniorenheim zu quälen. Wir müssen uns nicht mehr täglich anhören, wie schlimm das alles für sie ist. Wie schlecht das Essen ist, wie schlecht das Personal mit ihr umgeht. Und wir brauchen uns keinerlei Vorwürfe zu machen, uns nicht genügend um sie gekümmert zu haben.
Es gab davor und gibt danach vieles zu regeln, mit Kranken- und Pflegekasse, mit dem Pflegedienst, mit den Kliniken, Pflegeheimen, ÄrztInnen, Versicherungen, mit dem Familiengericht, dem Gesundheitsamt, den Banken, den Grundbuchämtern und Notaren, dem Finanzamt, der Steuerkanzlei und dem Friedhofsgärtner. Jeder, der seine Eltern verloren hat, kennt das.
Da bin ich heilfroh, dass ich mit dem besten Brüderchen gesegnet bin, dass ich mir vorstellen kann. Wir konnten wirklich alles einvernehmlich regeln und die anfallenden Pflichten ohne ein böses Wort freiwillig aufteilen. Das war und ist eine Riesenerleichterung, wir haben beide schon miterlebt, wie das auch anders aussehen kann.
Und so schließt sich auch positiv an, dass mein weiterer Lebensweg nun etwas geplanter verläuft als das im bisherigen Leben der Fall war. Die Reduzierung des Jobs auf halbtags in anderthalb Jahren und der Umzug "back to the roots" sind beschlossene Sache.

Ich war mir sicher, das alles gut verarbeitet zu haben. Als mich dann im November der HNO fragte, ob ich Stress hätte, musste ich einsehen, dass mir doch nicht alles in den Klamotten hängen geblieben ist. Ich hatte Glück, der Hörsturz war relativ schnell behoben und zog keine gravierenden Schäden nach sich. Aber es war auch ein weiteres Warnsignal: Genauer hinsehen!

Bioware in der Kramgasse
Im Vorgriff auf die "öffentlichen" Projekte gibt es einiges im Bereich Nachhaltigkeit, dass ich in meinem persönlichen Verhalten geändert habe. Nachdem ich mein Obst und Gemüse nun in Andernach in Bio-Qualität kaufe, im Laden der Durans oder im faiRegio-Laden, wo die Produkte der Permakultur verkauft werden, habe ich nun auch eine Metzgerei namens Becker gefunden, die Wurst und Fleisch in Bio-Qualität anbietet. Die Eifeler Backstube bietet seit langem Bioland-Produkte an. Ok, meine Lieblingsbäckerin konnte ich noch nicht dazu bewegen, auch bio zu produzieren, aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Beim intelligent-sauberen Waschmittel der waschkampagne bin ich fündig geworden, und konnte auch einige Freunde zum Mitmachen bewegen, so dass die Sammelbestellungen zukünftig Sinn machen. Mein Konto bei der fairen GLS-Bank hab ich im Sommer eröffnet und sobald ich alles umgestellt hab, werd ich bei einer anderen großen Bank kündigen.
Bei den Kaffeekapseln klemmt es noch, die guten kompostierbaren von beanarella sind mir zu teuer, der (gelungene) Versuch, meinen Händler direkt mit den Herstellern zusammenzubringen, verlief leider ohne Ergebnis. So warte ich nun auf die für 2016 angekündigten kompostierbaren Kapseln von Lavazza. Vielleicht werden im Zuge der zunehmenden Konkurrenzsituation auch die Kapseln von beanarella erschwinglich, denn die sind nicht nur kompostierbar, sondern auch größtenteils mit bio-fairem Espresso gefüllt.

Noch was ganz Wichtiges hätt ich fast vergessen: Ich hab mich endlich angemeldet und bin nun Mitglied im geilsten Club der Welt:

Im Teil 2 werde ich über all die anderen Ideen und Projekte im Themenbereich Nachhaltigkeit berichten, in welche im letzten Jahr mein Herzblut geflossen ist.