24 März 2022

Acht Spritzen und drei Täler

Die achte Spritze ins Öhrchen, die ich heute Mittag verpasst bekam, wird hoffentlich die sein, die das Ohr wieder zu dem bringt, wofür es eigentlich gut ist: Zum Hören! 

Das hielt meinen KLB und mich natürlich nicht davon ab, die Bewegung an frischer Luft und bei blauem Himmel und Sonne zu genießen. Diesmal wählten wir eine altbekannte Runde, die wir länger nicht mehr gedreht habe. Back to the roots sozusagen.
Wir starteten mit dem Blick nach vorne über das erste Tal hinweg, auf das wir in dieser Runde stoßen. Und was sieht man? Eine Baumallee längs einer Straße über den Hügelkamm gegenüber.

Die Baumallee verbindet zwei Orte dort drüben

Etwas weiter genossen wir einen näheren und detailreicheren Blick über besagtes Tal. Und was sahen wir? Seht selbst.

Zwei interessante Objekte im Tal und auf dem Berg

Der nächste Ort auf diesem Weg, den man gesehen haben muss, liegt etwas abseits der Strecke. Genauer gesagt, geht es ein paar Meter bergab.

Brüderchen schreitet hinab ...

Und von dort aus noch ein paar Meter noch tiefer bergab.

... und weiter hinab

Aber dann legt man sich auf die Riesenentspannungsliege und genießt die Sonne und den Blick in die Ferne. der heute wegen Gegenlicht und diesiger Atmosphäre noch nicht so klar ist wie im Sommer. Aber man blickt immer noch in das gleiche große Tal und sieht von links die Ausläufer des nächsten kleineren Seitentals.

Das erkennt ihr trotz Gegenlicht sofort, oder?

Hier gönnten wir uns eine schöne Rast und saugten Sonne und blauen Himmel in uns auf. Futter für die Seele. Auf der dortigen hölzernen Sonnenliege hat sich übrigens ein weltberühmter Mensch mit rotem Stift verewigt, ganz oben rechts auf der Lehne. Wer? Seht selbst nach!

Tiefenentspannt marschierten wir wieder hoch zum Weg und machten die Runde komplett. Auf diesem Teil an einem Kreuzweg entlang hat man nach rechts einen wunderbaren Blick über ein wunderbares Dorf:

Für mich eins der schönsten Dörfer, ein Stück Heimat.

Und geradeaus schaut man über das dritte Tal hinweg auf den nächsten Bergkamm.

Auch auf der Seite ein Tal

Ein schöner kleiner Rundweg zwischen drei Tälern und einem Dorf, der auch meinem Dauerbegleiter Harvey Freude gemacht hat. Hach!

Heute Abend bemerke ich den gleichen Effekt wie nach Spritze Nr. 7, das linke Ohr ist nun völlig taub. Hoffen wir, dass es sich, wie beim letzten Mal, am nächsten Tag wieder mehr anstrengt. Und dass Harvey nun auch langsam müde wird und einschläft, denn den höre ich weiterhin in voller Lautstärke. Aber der darf das!

23 März 2022

Der Blick von drüben

Blauer Himmel und Sonne luden uns auch heute wieder zu einer ausgiebigen Frischluftrunde ein. Zur Abwechslung mal wieder der Blick von der anderen Seite, der ja durchaus Reizvolles bietet. Auch Harvey Tinnitoso war natürlich dabei. Er kannte die andere Seite ja noch gar nicht und so piepste er ständig in heller Freude und Aufregung. War also auch für ihn schön.

Vom Parkplatz am Ortseingang aus sind wir erstmal noch ein wenig rheinaufwärts zurückgelaufen und dabei auf die Reste des unteren ehemaligen Leinpfad gestoßen. Von dort aus kann man direkt bis zum verwilderten Ufer gehen und ausprobieren, ob man die Flitschsteine noch genauso oft aufditschen lassen kann wie früher. Mein kleiner Lieblingsbruder hat es ausprobiert. Geht nicht. Aber einen schönen Blick auf meine Wohnstadt hat man von da allemal.

Der Blick aufs Kleine Deutsche Eck

Ok, zurück in die andere Richtung. Die Reste des alten Pfades nur noch rudimentär, holprig und schwer begehbar. Aber für uns Akrobatikexperten kein Problem.

Akrobat schöööön!

Dann kommt man ins Land der Muscheln. Unglaublich, wieviel tausende kleiner Flussmuscheln hier den Weg und das Ufer bedecken.

Am Muschelstrand

Auch die Wahrzeichen der Stadt zeigen ihre Silhouette gegen den blauen Himmel.

Die Türme der Stadt

Der Blick nach vorne zeigt sehr deutlich, dass sich der Ort gegenüber total vor der Welt versteckt. Umgeben von Bergen, die ihn nach drei Seiten hin unsichtbar machen, ist durch die hohen Bäume des vorgelagerten Werths auch von gegenüber so gut wie nicht zu erkennen, dass dort jemand wohnt. Eine perfekte Tarnung. Wieso? Vielleicht damit ihnen keiner ihre geliebte Äppelschmeer abholt? Ich weiß es nicht.

Drüben versteckt sich ein Örtchen

Und dann sahen wir auf dem Rückweg, dass die Winzer in den Weinbergen bereits sehr aktiv sind. Die Südhänge bieten sich natürlich an, sind aber extrem steil, wie man auf dem Foto gut erkennen kann. Also für mich wäre diese Arbeit nix.

Arbeiten im Steilhang

Nach zwei Stunden saßen wir wieder daheim am Kaffeetisch und genossen Leckeres vom Bäcker. Und Harvey macht jetzt auch eine kleine Ruhepause. Hach!

22 März 2022

Von Kreuzen und Maiglöckchen

Wie sang die furchtbarste alle Kinderschmalzröhren dereinst? Nein, ich meine nicht das unsägliche "Maaaaamaaaa!", mit dem er sich die Herzen aller Spießbürgermütter im Sturm eroberte. Das war grässlich und ich war damals froh, dass wir keine Plattenspieler besaßen, sonst hätte ich mir diese schleimige Muttersöhnchen vermutlich den ganzen Tag anhören müssen. Und das wär nicht schön gewesen. Aber ich wollte ja eigentlich etwas ganz anderes erzählen. Wenige Jahre später quälte unser dieser Junge mit dem Kicks in der Stimme mit seinem Frühlingsliedchen

Schneeglöckchen im Februar - Goldregen im Mai.

Als ich meinem inneren Begleiter Harvey Tinnitoso vom heute geplanten Frischlufttrip mit einer Freundin aus dem Schreibkurs erzählte, nahm er das zum Anlass, den grässlich schmalzigen Song sofort umzudichten und mir ins Ohr zu flöten:

"Maiglöcken im FebruarMärz, Spießbraten im Mai".


Ihr habt es sicher erkannt, ich war heute mit dem Maiglöckchen unterwegs! Was Harvey sich bei dem Spießbraten gedacht hat, weiß ich auch nicht. Er denkt sich manchmal komische Sachen aus.


Unbekanntes Kreuz


Das Maiglöckchen war noch nie an dem Ort berühmt-berüchtigten Ort gewesen, den ich gestern mit meinem Bruder (aka KLB) besucht hatte. Also nahmen wir das Ganze heute in Angriff, aber von einer anderen Seite aus.
Es geht auf dem Hinweg fast nur bergauf.
Unterwegs findet man ein altes Wegekreuz, dass der Historische Verein Plaidt dort aufgestellt hat. Leider ist nicht zu erkennen, wer das Kreuz wann gestiftet hat.



Wenn man dann oben ankommt, wird man mit tollen Blicken in die Ferne belohnt. Das Dorf, dass man hier sieht, kommt einem in natura gar nicht so groß vor. Und dann steht man hier oben und denkt: Boah, das zieht sich aber ganz schön!

Welches Dörfchen zieht sich da in die Breite?

Nachdem wir an historischer Gedenkstätte eine schöne Sonnenpause eingelegt hatten, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Das Maiglöckchen posierte vor dem Fernblick zur anderen Seite des Hügels. 

Das Maiglöckchen, wie es leibt und lebt

Beim örtlichen Bäcker erstanden wir leckeres Gebäck, denn das hatten wir uns zum Kaffee auch verdient. Halbe Stunde hoch, halbe Stunde Sonnenpause, halbe Stunde zurück. Genau passend für heute. Und dass ich mir heute Abend dann noch das Leckerste aller Gemüsebleche zauberte, passte wunderbar zu diesem schönen Tag.

Der bunte Resteverschnitt - LECKER!


21 März 2022

Ein berühmtberüchtigter Ort

Mein innerer Freund Harvey Tinnitoso begleitet mich auch heute den ganzen Tag. Bei der ärztlichen Kontrolle sorgte er durch permanent hohe Lautstärke dafür, dass die Unterhaltung mit dem Professor nur mit Hilfe meines kleines Lieblingsbruders einigermaßen gut gestaltet werden konnte. Aber Harvey hat auch in den letzten Tagen Federn lassen müssen. Egal, wie laut er mir in den Kopf dröhnt, ich nehme wieder ein paar mehr Geräusche wahr. Teilweise schmerzhaft klirrend und nicht so, dass ich davon etwas verstehen könnte, aber immerhin: Harvey konnte nicht verhindern, dass wieder mehr natürlicher Sound zu mir durchdringt. Dass er dann sauer ist und etwas mehr aufdreht, ist ja irgendwie auch nur menschlich, oder?
Resultat der Besprechung: Wir spritzen erstmal weiter ins Ohr.

Zur Belohnung entführten wir Harvey heute Nachmittag auf eine Strecke, die auch er nicht kannte. Wir sind zu einem uns bekannten Ort gepilgert, den wir auch schon mehrfach besucht haben, allerdings aus einem Stadtrandgebiet, in dem wir beide noch nie waren. Und es hat sich gelohnt, obwohl gleich zu Beginn ein paar Höhenmeter zu überwinden waren. Der Blick zurück nach einer Viertelstunde deutete schon an, wie weit das alles von oben wirken würde.

Erster Blick zurück

Weitere 5 Minuten später, immer noch bergauf, zeigten sich im Blick nach vorn hinter der Anhöhe bereits die Bergkuppen der anderen Seite.

Blick nach vorn, leider gegen die Sonne

Der Ort, an dem wir dann ankamen, hat hier in der Region eine traurige "Berühmtheit" erlangt, war er doch Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens, das nie ganz aufgeklärt werden konnte.

Brüderlein genießt die Sonne

Das Haus ist längst abgerissen, die Steine und Tafeln lassen es aber nicht vergessen.  Und doch ist es ein schöner, sonnenbeschienener Ort zum Verweilen mit weiten Ausblicken in fast alle Richtungen.

Auf dem Rückweg machte ich noch dieses Foto von einem Andernacher Stadttteil, der von hier aus ganz anders wirkt als wir es gewohnt sind. Die Kirche scheint am rechten Ortsrand zu liegen, aber auf dem Berg, um den der Ort sozusagen herumgebaut ist, kann man bei genauem Hinschauen sogar das Gipfelkreuz erkennen.

Blick zum Stadtteil

Und was habt Ihr alles erkannt?