08 Juli 2016

Retro-Kloppabend Nr. 3

Den letzten Skatabend mit meinen beiden Altspezis in der alten Heimat am 15.04. habe ich geflissentlich unter den Tisch fallen lassen. Ich hatte so schlecht gespielt, dass die Burschen mir tatsächlich 2 Runden anhängen konnten. Ich muss in diesem blog wirklich nicht über jede Lappalie berichten. Mittlerweile kann ich wieder drüber schreiben, zumals die Geschichte heute abend komplett anders lief.
Ohne eins spielt zwei ....
Oh"Ernest International" hatte heute Geburtstag und dröhnte sich mit Bitburger 0,0 völlig zu. Auch Tom hatte nicht seinen konzentriertesten Tag erwischt, und so war es wieder ganz wie früher. Ich konnte nach Herzenslust die vorlaute Klappe aufreißen und lästern, und ging am Ende nach 3 Bierlachsen und einem Malenko verlustfrei nach Hause. Ein schöner warmer Sommerabend auf der überdachten Terrasse, mit Blick auf den Kirmesplatz und die Weitersburger Kirche, eine leckere Fantje gequalmt, ein Abend mit guten Leuten, was will man mehr?

26 Juni 2016

Der Ausklang

Heute morgen konnte ich es mir endlich erlauben, erst nach halb neun zum Frühstück aufzulaufen, ohne den Anschluß an meine Reisegesellschaft zu verlieren. In den letzten beiden Tagen standen um diese Zeit schon die ersten zum Aufbruch bereit. Wie gesagt, halb neun, das ist zwar vom Ausschlafen noch sehr weit entfernt, aber da wir erst um viertel nach 11 zum Bahnhof aufbrechen wollten, konnte ich noch gemütlich mit den lieben Kolleginnen frühstücken und stressfrei meine Siebensachen zusammenpacken.

Warten auf Ernestov

Kollege Ernestov verschaffte uns noch eine zusätzliche Wartezeit, als er merkte, dass er sein Bahnticket (für Hin- und Rückfahrt) bereits nach der Hinfahrt entsorgt hatte.

Übrigens, das Motel One, in dem wir untergebracht waren, ist eine echte Empfehlung wert. Sehr freundliches Personal, die Zimmer ohne Schnickschnack, aber vollkommen ausreichend, sehr sauber, gute Betten und mit großem TV und WLAN ausgestattet.

Dass wir uns dann mit vollem Gepäck in eine gut gefüllte und langsam fahrende Tram quetschten, anstatt die geräumige und schnelle Metro zu benutzen, war schon ein Einfall der besonderen Art. Diese Idee konnte eigentlich nur von Börry Walt kommen, der selbst nur mit Bermudashorts, Badeschlappen und einer größeren Handtasche angereist war.

Unsere Heimfahrt verlief diesmal ohne besondere Vorfälle bahntechnischer Art. Eine knappe Stunde Aufenthalt in Düsseldorf nutzten wir zum Auftanken mit Brezeln, Brötchen und Kaffee, dann brachte uns der Regionalexpress in anderthalb Stunden schnurstracks in die Heimat. Durch diese kleine Umdisposition vom IC auf den RE schafften wir es sogar, entgegen der ursprünglichen Planung rechtzeitig zum Spielbeginn unserer Jungs zu Hause zu sein.

Mein Dank gilt der besten LeiseReiterin von allen, Frau Valeska Dittmeyer, die es jedes Jahr schafft, für kleines Geld eine tolle ver.di-Tour zu organisieren.

Der Tag der Eetcafes

Bei Regenwetter und gefühlten 18 Grad stand mir heute nicht der Sinn nach Zandvoort-Besuch mit unserer munteren Truppe. Vielmehr nutzte ich die Gelegenheit, nach dem Frühstück noch ein wenig Augenpflege zu betreiben. Das endete mittags, als ich nach bleiernem Schlaf und seltsam verstörenden Träumen wieder die Augen öffnete. Es regnete wieder oder immer noch. Beim Verbindungscheck für meinen Trip nach Almere stellte sich heraus, dass ich dafür mit dem IC fahren müsste, wenn ich noch am gleichen Tag zurück sein wollte. Auf das Risiko hin, dass von der geplanten ReGen Village im Viertel Oosterwold noch gar nichts zu sehen ist, beschloß ich, umzudisponieren und mir die empfohlenen Szene-Cafes anzusehen.
De Engelbewaarder
De Engelbewaarder hatte heute einen Platz frei, an einem solchen Tag ist es einfach schön, am Fenster auf die Gracht zu sehen, und bei grünem Tee und Manchego-Grünspargel-Toast in seinem Buch zu lesen und die Menschen zu beobachten.
Danach ein atemberaubender Survival-Spaziergang quer durch die Innenstadt von Ost nach West. Durch den überladenen Rotlichtbezirk, über Straßen, Tramspuren und Radwege, und immer wieder über Grachten. Ein unglaublicher Verkehr an Autos, Trams, Radfahrern und Fußgängern, aus allen und in alle Richtungen, wuselt sich durch die Innenstadt. Speziell die Radfahrer zeigen oft kamikatöse Züge.
Ein Ort zum Innehalten
An der Keijzersgracht ein Ort zum Stehenbleiben und Zeit anhalten: Das Denkmal gegen Homophobie. Wie man sieht, werden hier täglich Lichter, Blumen und Mahnungen aufgestellt, in Zeichen gegen alle Menschenverachter.
Die gepflasterten Wege längs der Grachten sind wahre Buckelpisten, eine gute  für meine lädierten Gleichgewichtsorgane. Das hindert jedoch die Radfahrer nicht daran, ihre rasanten "Jetz-komm-ich!"-Fahrten zu praktizieren.
Café Tabac
Es ist ein kleines Wunder, dass ich unverletzt an der Brouwersgracht ankam. Hier spielt sich das Leben auf der Straße bzw. an der Gracht ab. Multikulturelle Vielfalt überall, junge Modepunks und gesetzte Angler, und alles wirkte friedlich und selbstverständlich. Als ich das Cafe Tabac erreichte, freuten sich meine müden Beine über einen Platz im Trockenen. Die netten jungen Wirtsleute servierten mir ein Croque und eine Apfelschorle und sie wußten tatsächlich nichts von der Empfehlung ihres Lokals im kleinen Dumont-Reiseführer. Als ich dem Wirt den Eintrag im Buch zeigte (sogar mit Foto), konnte er das gar nicht fassen und strahlte über alle Backen.

Lecker und gemütlich
Abends trafen wir uns alle zum Essen im "Knabbel en Babbel", ebenfalls ein gemütliches Eetcafe, in der Nähe des Hotels. Mein gegrillter Lachs schmeckte vorzüglich, und auch alle anderen lobten ihr Essen. Der Laden ist vorgemerkt für den nächsten Trip.
Später in der Hotellounge mußten wir leider noch miterleben, wie CR7 in der Verlängerung das Ende von Modric und Co einleitete.

24 Juni 2016

Aliens und Engelbewaarder

Den heutigen Tag begannen wir mit einem Muss für alle Amsterdambesucher: Ohne Grachtenrundfahrt geht es einfach nicht.

Beim anschließenden Flanieren durch die Innenstadt trafen wir manch interessanten Besucher, einige kamen von sehr weit her.

Nach ein paar leckeren Mittags-Häppchen am Spui machten wir uns zu dritt auf den Weg nach Krommenie zur Inspektion des 100-meter-Teststücks der SolaRoad, eines stromproduzierenden Straßenbelags. Jedoch wurde unser Forscherherz von der Auskunft des Bahnbediensteten "3 Personen Krommenie? Macht knapp 30 Euro hin und zurück!" arg seiner Motivation beraubt. Und so fuhren wir mit der Tram lieber direkt ins Viertel "Jordaan", wo wir einen schönen Nachmittag damit verbrachten, Straßen zu durchkämmen, Häuser zu bewundern, und uns nicht von marodierenden Radfahrer-Horden plattfahren zu lassen.
Überhaupt, die Radfahrer, ein Phänomen der besonderen Art. Dass bei der Menge an Radlern und dem Affenzahn, in dem alle in allen Richtungen durchrasen, nicht alle 3 Minuten jemand zu Klump gefahren wird, widerspricht allen mir bekannten physikalischen Gesetzen. Das ist etwa so, als würde man einen Topf mit kochendem Wasser und eine Pfanne mit siedendem Öl zusammen über einem offenen Stromverteiler auskippen - und bekäme Eiswürfel raus.
Ok, wir haben es unbeschadet überlebt, ebenso wie den überfüllten Engelbewaarder, der leider keine 13 daher gelaufenen deutschen Touristen mehr mit einem Abendessen versorgen konnte. Auf dem Rückweg fanden wir einen Italiener, der uns lecker satt machte.

Amsterdam ist eine sympathische interessante Stadt, ich freue mich drauf, morgen mehr zu entdecken.