23 November 2017

Starker Mensch mit beeindruckenden Farben

Der Pfarrsaal am Mariendom hatte am Mittwoch Abend etwas Besonderes zu bieten. Ich bin meiner Mitschreiberin und Malerin Carmen Rakemann dankbar, dass sie uns morgens diesen Hinweis in die WhatsApp-Gruppe schickte. Die Andernacher Malerin Rita Krupp hatte eingeladen, um uns über ihr Leben zu erzählen und ihre Bilder zu präsentieren. Das Ganze musikalisch untermalt und lukullisch unterlegt mit Snacks und Erfrischungen.
Rita Krupp
Beim Suchen der Örtlichkeit (Pfarrsaal, nicht Pfarrheim!) traf ich vor dem Mariendom auf unsere Dozentin, die Autorin Gabriele Keiser, die ebenfalls vor dem Pfarrheim gestanden hatte. Carmen war bereits im Saal, sie hatte ihrer Freundin Rita schon beim Aufbau geholfen. Wir drei nahmen die Logenplätze in der ersten Reihe ein und waren sehr gespannt.

Zu Beginn erfuhren wir von Rita Krupp einiges aus ihrem Leben, dem es an Schicksalsschlägen nicht mangelte. Die Offenheit, mit der sie über all diese Dinge sprach, imponierte nicht nur mir, sondern auch den meisten Besuchern im gut gefüllten Saal. Es war teilweise mucksmäuschenstill, so berührte uns ihre Geschichte.
Frida Alfredson

In den Pausen unterhielt uns das Duo mit dem seltsamen Namen Frida Alfredson. Mir gefiel besonders der schöne Kontrast zwischen der ruhigeren Art des Gitarristen Ulli Herschbach und der markanten und emotionalen Stimme der Sängerin Annette Bersch.

Aber zurück zu Rita Krupp. An der Art und Weise ihres Vortrags, vor allem durch ihre selbstverständlich wirkende Offenheit, mit der sie über eine amputierte Hand und über Brustkrebs sprach, war deutlich zu spüren, dass sie ein besonderer Mensch ist. Eine solche Ausstrahlung kann man nicht "vorspielen", das ist authentisch. Die Kraft, die sie aus den gemeisterten Krisen ihres Lebens gezogen hat, kann ich persönlich ein Stück nachspüren.
Eine kleine Bildauswahl
Es war ein langer Weg, der sie letztendlich zum Malen brachte, und ich war erstaunt, dass sie dieses Talent erst vor einigen Jahren entdeckt hat. Ich kann das als völliger Kunstlaie überhaupt nicht fachlich-sachlich beurteilen, aber darum geht's auch gar nicht. Viele Farben, die sie in ihren Bildern verwendet, sind weder grell noch knallig, aber sie finden direkt den Weg in mein Inneres, als ob die Frequenz dieser Farben meine Pupillen weiten würde.

Es ergaben sich im Anschluss beim Betrachten der Bilder und beim Snack einige Gelegenheiten zum Plausch mit anderen Besuchern. Ein gelungener Abend, der mich mit einem warmen Gefühl im Herzen nach Hause fahren ließ.
Ein gut besuchter Abend

Keine Kommentare: