30 Oktober 2017

Von der Schanze bis Klamottensen

Wir spürten es heut morgen beim Frühstück: Die Zeit für einen Ausflug in die große Stadt war gekommen. Maren erwartete uns bereits an der Sternschanze, ein kleiner Rundgang durch Susannenstraße, Bartelstraße, Schanzenstraße und Schulterblatt sollte Petra etwas von der heruntergekommenen Schönheit dieses Viertels vermitteln. Nach einer freudigen Begrüßung kam ich mit den beiden Mädels genau bis ans zweite Geschäft in der Susannenstraße, Gusti Leder. In einem kleinen, überfüllten Laden werden dort Ledertaschen aller Art aus fairer Herstellung feilgeboten.

Hmmmh, das bedeutete, dass ich ne ganze Weile alleine Zeit hatte, das bunte Treiben auf der Straße zu beobachten. Im Laden gewann Maren das Rennen um die gleichzeitig ausgerufene "Boah, die ist aber schön!"-Tasche. Aber ich muss gestehen, in der Auslage sah ich wirklich wunderschöne Ledertaschen aller Arten und Größen zu erschwinglichen Preisen.


Unglücklicherweise kam zwei Läden später mit "Wolle & Strick" ein nächster unwiderstehlicher Magnet für die beiden Damen. Ich befürchtete schon, wir kommen heute nicht an der Bartelstraße an. Aber, ein Wunder, auch hier kamen beide wieder raus, ehe ich draußen Wurzeln geschlagen hatte.

Beim weiteren Rundgang sahen wir, dass es doch mittlerweile einige Leerstände und einige Geschäfte von großen Ketten gibt, die eigentlich nicht in dieses bunte alternative Viertel passen. Die Anzahl der Gustis geht langsam zurück.
Am Ende unseres Kurztrips schlug dann meine Stunde, als ich meine geliebte Schanzenbuchhandlung betreten durfte. Es war wie immer. Tolle Auslagen mit vielen interessanten Buchcovern, die man sonst in keiner gewöhnlichen Buchhandlung findet. Gekauft hab ich mir Kazuo Ishiguro, dessen begrabener Riese mich durch die nächsten Tage begleiten wird.
Meine beiden Begleiterinnen warern sehr fair zu mir und ließen mich sehr lange stöbern, während die beiden es sich nebenan im Cafe Stenzel gemütlich gemacht hatten.
Auf dem Weg zurück zur S-Bahn kamen wir wieder bei Gusti vorbei und konnten Petra nicht früh genug festbinden. Sie war jedoch tapfer und kam ungekaufter Dinge wieder aus dem Laden, als sie festgestellt hatte, dass sie genau so vier eine Tasche bereits hatte.
Weiter ging es mit der S-Bahn nach Altona, auch hier verschaffte ein längerer Rundgang über die Ottenser, Bahrenfelder, Friedensallee und Rainstraße einen Überblick über die bunte Kultur mit vielen kleinen Läden, die keiner Kette angehörten. Am Klamottensen konnten dann beide Mädels nicht vorbei gehen, was mir zu einem Espresso und einem Kokosbällchen mit Karamelfüllung verhalf.

Heut abend fuhren wir mal mit dem Bus nach Bergedorf-City und fanden im Lavastein einen gemütlichen Platz fürs leckere Abendessen. Zurück im Hotel angekommen sind wir beide froh, die Füße wieder hochlegen zu können.


Wir haben echt Glück, dass wir dem Unwetter ziemlich komplett durchgeflutscht sind. Wären wir einen Tag später nach Hamburg gefahren, hätte die Fahrt in Dortmund geendet. Und heute fuhren bereits alles S-Bahnen wieder regulär.

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