10 März 2015

Fastenfriede

Wie kommentierte Nina gestern so passend :

Das Fasten ist der Friede des Körpers.
"Petrus Chrysologus, 380-450
Erzbischof von Ravenna

Und genau so fühlt es sich an am Ende des fünften und letzten Saft-Tages. Meine Wahrnehmung hat sich verändert. Ich bin von Haus aus nicht gerade extrovertiert, aber derzeit zieht's mich noch mehr nach innen. Sowohl im privaten als auch auf der Arbeit umgibt mich ein sanfter, unsichtbarer Schutzpuffer. Selbst mehrfache Penetration von menschlichen Exemplaren der Raupe Nimmersatt kann ich derzeit mit einer inneren Gelassenheit ertragen. Und das tut mir gut.

Was kümmert's den Mond, wenn der Mops ihn anbellt? 
aus dem Film "Chapeau Claque" 
1974 von Ulrich Schamoni 

Gute Gespräche in verständnisvollem Klima berühren mich, zu aggressiven destruktiven Dialogen kann ich schnell die richtige Distanz herstellen, die nötigen Grenzen setzen. Meine zunehmende Wahrnehmung, wie viel außerhalb des vertrauten und geliebten Freundeskreises geplärrt, berechnet, getrickst und gelogen wird, bringt mich nicht zur Wut oder zur Resignation.Ich habe eher das Gefühl, diesen Zirkus klarer erkennen und analysieren zu können und mir gute und passende Möglichkeiten der Reaktion und der Abgrenzung auszudenken.
Mir wird immer bewusster, wie wichtig es ist, morgens noch in den Spiegel schauen zu können. Klar, das machen auch die, die es eigentlich nicht mehr könnten, die gefallen sich sogar meist noch darin, aber das ist deren Problem, nicht meins.

So, jetzt noch ein heißes Bad mit Meersalz, ein schöner Abschluss der Saft-Tage. Morgen früh fang ich mit kleinem Müsli mit Apfelstückchen wieder den Rückweg in die äußere Welt an.

09 März 2015

Tag 4 - Gelassenheit

Seltsam seltsam, auch am 4.Tag setzt kein Hungergefühl ein. Aber auch keine Euphorie. Das Völlegefühl hat etwas nachgelassen - die Gelassenheit wird größer. Scheinbar reagiert nicht nur jeder anders, manch einer auch ganz anders auf diese Art des Fastens. Mich umgibt ein unsichtbarer Wattebausch, das ist angenehm. So konnte ich den ersten Arbeitstag auch prima überstehen.

Das hätte ich vorher nicht gedacht:
- dass es mir bisher gar nichts ausmacht, ein paar Tage nix zu essen
- dass mir die Gemüsesäfte sehr lecker schmecken
- (selbst Sauerkrautsaft war genießbar - und Sauerkraut ist mein BÄÄH-Gemüse)
- dass mir der Verzicht auf meinen geliebten Lavazza Blue nix ausmacht

Und jetzt werd ich nochmal lauwarmes Wasser in den Irrigator füllen, dann geht's ab in die Horizontale.

08 März 2015

Der dreieinhalbte Akt

Am Ende des dreieinhalbten Fastentages hat die große Gier immer noch nicht eingesetzt. Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so leicht fällt. Die Kopfschmerzen waren nur sehr leicht, sind jetzt weg. Ich hab das Gefühl, die Säfte aus dem Fastenkasten, vor allem der Most, sättigen ganz ordentlich.
Der Tinnitus hat heut mittag kurzzeitig aufgedreht, Ok Junge, Du bist noch da, alles wird gut, dann war er schnell wieder weg.
Was ich spüre, ist eine Gelassenheit, ein Zurückziehen auf mich selbst. Ich werd mir morgen neues Meersalz im DM besorgen, das Bad gestern hat gut getan. Ein Freund hat mir heut geraten, abends einen halben Teelöffel Natron zu nehmen, das soll den Darm entsäuern. Werd ich gleich mal ergooglen, ob das beim Saftfasten sinnvoll ist.
Morgen wartet der erste Arbeitstag seit Fastenbeginn. Das wird spannend.
Aber jetzt duftet erstmal mein leckerer frisch aufgebrühter Früchtetee Heidelbeer-Vanille ganz verlockend und der Tatort wartet dank Time-Shift auf mich.

07 März 2015

Der lange Schlaf ..

.. dauerte bis kurz vor 11, als mein Brüderchen mich telefonisch weckte. Allerdings war er ungefähr 8 mal unterbrochen, um die Keramik zu befeuchten. Ein richtiges Hungergefühl stellt sich partout nicht ein. Gut so. Dafür weiter leichte Kopfschmerzen und eine wohlige Müdigkeit. Ich könnt nur noch pennen.
Um den Stoffwechsel ein wenig in Gang zu halten, hat mich das gute Ännchen unterstützt und hat mich mit auf einen einstündigen Spaziergang durch die Gemarkung genommen.
Die frische Luft und die Bewegung haben gut getan, gerade weil ich mich doch ein wenig schlapp fühle und mir auch die Gleichgewichtsstörungen mehr als sonst zu schaffen machen.
Jetzt ist Bundesligakonferenz angesagt, wo ich irgendwann auch mal wieder meinen VFL sehen will. Danach ist ein Meersalzbad vorgesehen, gut für Körper und Seele.
Heut abend ist Videoabend. Nachdem ich letzte Woche im Kino die Vorschau auf "Best Exotic Marigold Hotel 2" gesehen hab, werden wir uns heut Abend mit Teil 1 auf den Kinobesuch vorbereiten. Den hab ich vor 3 Jahren im Kino gesehen. Eine wunderbare britische Komödie mit tollen älteren Schauspielern. Besonders Judi Dench und Maggie Smith haben es mir angetan.
Und von Dev Patel als jungem indischem Hotelbesitzer hab ich zum ersten Mal die Lebensweisheit gehört, welche, wie ich jetzt weiß, Oscar Wilde zugeschrieben wird.


Am Ende wird alles gut.

Und wenn es nicht gut ist,
dann ist es auch noch nicht das Ende



Und dann ist der 2.Fastentag auch schon vorbei.