11 Mai 2012

Bremerhaven

Heute morgen erlaubten sich meine Mitreisenden einen kleinen Scherz mit mir und verlegten Frühstück und Abfahrt heimlich 1 Stunde vor. Nur meiner geistigen Beweglichkeit war es zu verdanken, dass ich noch sowohl duschen als auch frühstücken konnte, um dann den Ausflug nach Bremerhaven mitmachen zu können. Hier herrschte eine steife Brise, die das meiste Wasser aus der Weser bereits ins Meer zurückgetrieben hatte, als wir am Kai standen.
Dort trennten sich unsere Wege für 3 Stunden. Valeska, Karin und ich besuchten das Deutsche Aus-wanderer-museum, der Rest besichtigte den Hafen und die dort befindliche Gastronomie.
Auswanderer an der Kaje
Die Kloschüssel
- leider sehr echt













Für die 2,5 Stunden machten wir im Auswandererhaus eine beein- druckende Reise in realitätsnaher Umgebung mit. Im Jahr 1886 an der Pier vor der Bordwand des Auswandererschiffs LAHN zu stehen, einen Boardingpass auf den Namen Paul Lemke in der Hand, die anderen meist ärmlich wirkenden Gestalten drumherum, Auswanderer und Angehörige, das ständige Dröhnen der Schiffsmotoren und die Betriebsgeräusche des Hafens um sich, das hat mich doch tief beeindruckt. Wir betraten das Schiff über die Gangway, sahen das Innenleben in den einfachen Holzverschlägen des Zwischendecks der 3.Klasse, so wie damals Zig-Tausende den Sprung in die Neue Welt wagten, aus purer Verzweiflung, mit Nichts in der Hand als der diffusen Hoffnung auf ein besseres Leben in der Fremde. Die ganze Reise war sehr informativ, bis Ellis Island, New York Central Station, und von dort in einer kürzeren Passage als Einwanderer wieder zurück nach Deutschland. Diese Geschichte wird mich wohl noch was beschäftigen.
So echt sieht er aus



Am Fotostand konnte man dann mitsamt Klamotten den Auswanderer spielen. Was bei mir recht authentisch wirkte.




Nach einer Kurzbesichtigung der Bremerhavener Einkaufsmeile fuhren wir wieder zurück nach Bremen.

Das Aioli - Im 1.Stock sitzt man toll
Fürs Abendessen hatten wir uns gestern im Schnoorviertel das Aioli ausgesucht, ein kleines spanisches Restaurant mit einem zauberhaften Ambiente und einer ebensolchen Bedienung.
Putenfleisch auf Dattelsenfsauce mit Kichererbsenpürree und Blattspinat, anschließend Crema Catalana - mehr brauch ich wohl nicht zu sagen. Zur Krönung noch einen Espresso der Marke Lavazza hinterher, das war ganz klar mein Tag.
Auch wenn uns danach Roque Santa Cruz enttäuschte, als er angab, marokkanischer Herkunft zu sein - es sei ihm verziehen, denn ich erlebe hier (frei nach Mark Haddon) : Supergute Tage!




10 Mai 2012

Auf zur Weser!

On our way - to Bremen
Endlich endlich war es wieder  soweit: Unsere kleine aber feine Gruppe machte sich auf den Weg nach Norden.
Nach dem traditionellen  leckeren Frühstück im Zug plauderten wir noch ne Weile mit einigen netten Mitreisenden/innen. Nachdem die Mädels jedoch versuchten, den Älteren unter uns Rheumadecken zu verkaufen, waren wir froh, kurz nach halb 3 in Bremen aussteigen zu können. Unsere Leisereiterin hatte bereits 2 Taxen organisiert, die uns samt Gepäck ins Hotel brachten.

Nach kurzem Zimmerbesuch ging es schon um 15 Uhr wieder zurück in die Stadt. Ziel: Schnoorviertel.
Leisereiterin in der Schnoor

Nachdem sich die beiden Taxi-besatzungen kurzfristig aus den Augen verloren hatten, fanden wir uns doch schnell wieder und schlenderten gemütlich durch die Schnoor. In den engen Gässchen dieses Teils der Altstadt reiht sich Lädchen an Lädchen, Cafe an Cafe, Schmuckladen an Antiquitätenhändler. Steinläden findet man ebenso wie Kartenläden, Buchhändler und andere Kleingewerbe. Einfach schnuckelig!



Cappucino und Haarmode



Als es dann schlagartig Katzen und Hunde regnete, verzogen wir uns vor ein kleines italienisches Cafe, dessen Kellner sogar extra einen Kopf Salat besorgen ging, damit  unsere Gesundheitsabteilung auch was zu kauen bekam. Ich lies mir einen Cappucino schmecken, während Ernesto eine neue avantgardistische Haarmoden-Kreation zur Schau trug.


Vom Schnoorviertel ging's dann via Marktplatz mit Roland, Stadtmusikanten und Rathaus. In der Karstadtpassage gibt es einen tollen Tabakladen, der mit der neuen Knakjes-Kollektion glänzte: Vintage Edition, Jahrgangs-Zigarren aus Sumatra, unglaublich. Durch die Böttcherstraße ging's dann runter zur Schlachte, wo wir uns in Feldmann's Bierhaus ein Abendessen gönnten.
Abend in der Schlachte
Danach schmeckten Espresso und die neue Knakjes besonders gut. Der Verdauungsspaziergang führte uns an der Schlachte entlang zum Weserhaus von ZDF und DRadio, im Erdgeschoss-Restaurant servierte uns Roque Santa Cruz  den Abschlussdrink. Ein schöner Tag in einer sehenswerten Stadt endet im Hotelzimmer mit WLAN und Sky-TV auf großem Flachbildschirm.
Mir geht's gut!

15 April 2012

Kunst im Pott

Unsere heutige Reise führte uns mitten ins Revier. Den Besuch im Ruhrstadion opferten wir zugunsten eines gemütlichen Frühstücks und der Bodenpflege. Um halb eins saßen wir im Zug in den Ruhrpott, lernten fürs Abi und lasen interessante Bücher. Bis Oberhausen ging es und von dort mit der S-Bahn nach Hattingen. Hier hatte eine mir bekannte und zudem äußerst begabte junge Malerin ihre erste Ausstellung. Und so betraten wir gegen halb vier die dortige Galerie "Lebende Kunst".

Wir wurden von den anwesenden Künstlerinnen mitsamt deren Freundes- und Familenkreis herzlichst begrüßt. Beim anschließenden Rundgang konnte man beim Betrachten der Stücke schon neidisch werden ob der eigenen dilletantischen Fähigkeiten, etwas Vergleichbares auf die Leinwand zu bringen.

Wir konnten unser hoffnungsvolles Talent dann kurz ins italienische Eiscafé entführen, wo es sich bei Spaghettieis und Latte Macchiato trefflich über Kunst diskutieren lies.





Gegen 6 machten wir uns dann auf den Heimweg, mit der S3 nach Oberhausen. Nach einem Salatsnack beim Türken waren wir dann um halb zehn wieder zurück in Andernach. Auch ohne Stadionbesuch ein schöner und interessanter Tag.

08 April 2012

Buchempfehlung

Der neue Roman von Andreas Eschbach war mal wieder ein Buch der Sorte, die man nicht weglegen kann, und bei denen man sich ärgert, wenn man die letzte Seite gelesen hat. Ärgern? Darüber, dass diese Geschichte nicht noch 600 Seiten weitergeht.
Eschbach erweist sich als begnadeter Erzähler, dem man ewig zuhören kann, ohne dass es langweilig wird. Hier werden 2 Lebensgeschichten erzählt, die von anfang an miteinander verwoben sind und deren Fäden sich immer wieder kreuzen. Beide haben spezielle Begabungen, die sie unterschiedlich nutzen. Durch die nie richtig ausgelebte Zuneigung der beiden ist immer eine Spannung in der Luft. Die revolutionäre technische Idee des Hiroshi entwickelt sich langsam, aber zielgerichtet weiter. Die unglaubliche Fähigkeit der Charlotte wird je nach Situation genutzt oder auch nicht. Sie will oft einfach nur "normal" sein. Eigentlich sind beide Suchende. Charlotte sucht Ihren Lebensweg, Hiroshi auch, jedoch bei ihm ist dieser unabdingbar mit der Verwirklichung seiner nanotechnischen Pläne verbunden, mit denen die Menschheit glücklich werden soll. Das der Leser ganz nebenbei einige Dinge über Nanorobotik und Schwarmintelligenz erfährt, erhöht den Reiz dieser ohnehin guten Geschichte.
Also, wer grad was spannendes packendes sucht: LESEN!