18 Februar 2016

Komm Du, Liese Lotte Lübke!

Unsere Gastgeberin Maren hatte alles prima für uns geregelt, Gästewohnung gebucht, Schlüssel und Bettzeug früher organisiert, und uns dann auch noch am Bahnhof abgeholt und zur Wohnung gefahren. Und außerdem hat Sie uns einen tollen Tip für heut Abend gegeben:
Liese-Lotte Lübke trat im Harburger Kultur Café "Komm Du" auf.
Wie früher!
 Das Café selbst ist schon eine Reise wert. Klein und gemütlich, wir fühlten uns in Café Weltschmerz in den 80ern zurückversetzt. Ein rotes altmodisches Sofa, viel Holz und wenig Plastik. Fast wäre man geneigt, das Wort Retro-Look zu benutzen. Aber es war kein simulierter Look, es war echt. Die Karte klein, aber fein, Bio-Säfte und Tees, 3 verschiedene Tagesgerichte. Das Betreiberpaar sehr nett und engagiert.

Und dann kam Liese-Lotte! Ein kleines forsches sympathisches Energiebündel, das sofort den Draht zum Publikum hatte. Kabarett und Piano-Poesie. Was sie am Klavier vortrug, war meistens sehr direkt, witzig, mal wütend, mal melancholisch, mal politisch, mal persönlich. Mich hat sie mit ihrer Art direkt abgeholt - und so ging es wohl den meisten Besuchern. Dass wir zu Beginn von ihr ohne Umschweife von der letzten in die erste Reihe befohlen wurden (jeder Widerstand war zwecklos), entpuppte sich als gute Maßnahme, da wir hier ihre Ausstrahlung aus nächster Nähe spüren konnten.
Liese-Lotte Lübke: Kopf in den Sand!
Meine Kunstohren machten mir manchmal Schwierigkeiten, so dass ich nicht jedes Wort verstehen konnte. Der Abend war trotzdem ein echter Burner, um es im Retro-Slang zu sagen.

Deutsche Bahn goes Harburg

Die Vorzeichen für unseren Trip nach Norden stehen gut:
Gestern alles erledigt, was wichtig war. Heut morgen den Wecker gehört, Anja kam pünktlich, jedenfalls ziemlich. Auto in der Werkstatt meines Vertrauens abgestellt, mein Lieblingsbrüderchen kam pünktlich und hat uns zum Bahnhof gefahren. Und ja - auch die Deutsche Bahn war pünktlich!
Früh, SEHR FRÜH!
Ok, es war früh. Sehr früh. Aber in er 1.Klasse ist es ruhig, geräumig und komfortabel, in den Sitzen kann man gut dösen.
Hinter Lüdenscheid-Nord haben wir unser 2.Frühstück eingenommen. In 2 Stunden stehen wir in Harburg am Bahnhof.
Wenn nicht beim Überqueren der westfälischen und niedersächsischen Einöden wieder jemand meint, den Zug mittels Personenschaden stoppen zu müssen.

13 Februar 2016

Lecker und frisch - Bio auf den Tisch

Der samstägliche Besuch im Geschäft der Familie Duran in der Andernacher Kramgasse bot wieder ein erfreuliches Bild. Saadet Duran präsentiert gerne ihr Bio-Sortiment, alles demeter-zertifizierte frische Ware, und ich hab mich heute mit Ruccola, Romano-Paprika, Champignons, Zitrone und Eiern eingedeckt.

Wer strahlt mehr, Saadet Duran oder die Zitrone?

Ich finde es total klasse, dass die Durans seit September das Bio-Regal neben dem konventionellen gespritzten Angebot mit ins Sortiment genommen haben. Der Zuspruch unter den Kunden ist da, könnte natürlich noch besser sein. Aber man beweist Geduld, da von Anfang an klar war, dass sich eine solche Geschichte nicht von heut auf morgen rundspricht. Also, liebe Andernacher, wenn ihr Wert auf ungespritztes Obst und Gemüse legt, dann seid ihr in der Kramgasse 19 bestens aufgehoben.

08 Februar 2016

Warum das Universum keinen Plan hat

Ich hab mal wieder ein Buch erwischt, dass ich in einem Rutsch durchlesen musste, weil es mich nicht mehr losgelassen hat (und weil das lange Karnevalswochenende ausreichend Zeit dafür bot).
Am Ende kann ich nicht mal genau sagen, was mir daran so gut gefallen hat. Es hat mich einfach berührt, was Alex Woods so erlebt in diesem Lebensabschnitt zwischen 10 und fast 18 Jahren.

So richtig viel Handlung findet eigentlich nicht statt. Was passiert, ist immer wieder ziemlich schräg. Aber auch das Schräge ist nicht völlig überraschend, teilweise sogar vorhersehbar.

Aber was passiert, wird gut beschrieben, ist nachfühlbar. Man bekommt Einblicke in die Welt eines Epileptikers, die zumindest mir neu waren. Es ist auch stets eine Coming-of-Age-Geschichte. Alex Woods erzählt anhand lebensnaher Beispiele, wie es sich anfühlt als zwölfjähriger Außenseiter unter einer Horde Pubertierender und was einem da so alles passieren kann. Gleichzeitig ist es ein Buch über ungewöhnliche Freundschaften, über den Umgang mit dem Tod und mit peinlichen Müttern. Es ist auch ein Buch über die Entwicklung einer eigenen authentischen Identität und Integrität. Darüber, dass es ok ist, für seine Überzeugungen Nachteile in Kauf zu nehmen. Ach, es ist einfach eine tolle Geschichte, die Gavin Extence in seinem Debütroman erzählt.
Wer es lesen will, geht am besten in seine örtliche Buchhandlung. Alternativ empfehle ich den Onlinekauf neu bei buch7.de oder gebraucht bei rebuy.de.