06 September 2015

Kultur im Regen

Nieselregen, gefühlte 12°, kann das überhaupt was werden?
Ich hab's ausprobiert und kann sagen: JA!
Warme Hosen an, Fleecejacke unterm Kittel, und los gehts. Frankie wartete in der Bahnhofsstraße, Start um kurz nach sechs auf dem Marktplatz bei Because unplugged. Ok, Schorsch, Jo und Jürgen kamen traditionell eine Viertelstunde zu spät, so dass ich zumindest noch 20 Minuten mitnehmen konnte.
Und dann langsam im Regen zum Merowingerplatz. Dass die Jungs von Heavens a Beer pünktlich um halb 7 anfangen, glaubte bei dem Wetter eh keiner. Doch als nach einer Viertelstunde Warten im Regen immer noch kein Startversuch erkennbar war, musste ich Guido und seine Jungs leider ungehört verlassen.
Denn auf dem Hügelchen erwarteten mich die Andernacher Chöre mit populärer Musik. Die waren pünktlich gestartet und so kam ich dann mitten in Reinhard Meys Fliegerlied Über den Wolken dort an. Das hörte sich aus Männerchorkehlen wirklich so strange an, dass es schon wieder originell war. Ein Lied über Menschlichkeit berührte mich gerade wegen der aktuellen Flüchtlingssituation sehr. Danach wurden dann meine musikalischen Geschmacksknospen mit der kleinen Kneipe an ihre Grenzen geführt.
Aber danach wurde es leicht und lustig mit Judiths Jazz-Chor. Ansteckender Gute-Laune-Gesang.
Kurzer Ausflug zum Läufkreuz, wo das TiK-Ensemble auf der runden Bank interessante Szenen spielte. unterwegs auf den Plätzen und Straßen Stelzenläufer, Kellner, Seifenbläser, Drachenbändiger und an jeder Ecke ne andere Band. Getränkestände und Freßbuden, für alles war gesorgt.
Vor dem historischen Rathaus spielten mittlerweile die Bad Smurfs auf, ganz junge Leute mit mitreißender Sängerin. Drinnen in der Bücherei konnte ich dann noch einen Platz in der ersten Reihe ergattern, wo Ralf Buchinger mit 2 Begleiterinnen wie gewohnt interessante und heitere Rezitationen aus der klassischen Literatur zum Besten gab, diesmal auch mit außergewöhnlicher gesanglicher Unterstützung.
Anschließend, draußen vor dem historischen Rathaus, ist mittlerweile auch Hilde eingetroffen.Wir genießen einige schöne Lieder der kleinen Jazzband Zazou.
Zazou spielt Tango
Ein kurzer Ausflug zum Helmwartsturm, wo die Mouthmonkeys mit Brachialgewalt Songs von Ted Nugent, Deep Purple, The Who raushauen. Mit viel Schwung, aber leider auch mit einer besch.....en Abmischung. Ein hohes Zischen gratuliert ständig meinem Tinnitus auf gleicher Tonhöhe.
Als dann auch noch eine seltsame Nirvana-Interpretation beginnt, machen wir uns auf den Rückweg. Kurzer Halt bei Because, die auf dem Marktplatz tatsächlich bis Mitternacht durchspielen wollen.
Mittlerweile ist es viertel vor elf, so dass wir uns entschließen, zum Abschluss die Lesung im Museumskeller zu besuchen. Andreas Schulte macht das Mittelalter lebendig mit seiner Lesung aus dem dritten Teil der Schnitter-Trilogie. Es müssen noch einige Stuhlreihen dazu gestellt werden, so groß ist der Andrang. Kurz vor 12 verlassen wir das Museum und beenden unsere diesjährige Kulturnacht. Mir hat's mal wieder sehr viel Spaß gemacht.

23 August 2015

Live Escape in Neuwied

Heut Abend war Premiere: Das erste Live Escape Game meines Lebens. Mit Anja. In Neuwied. In der Kulturkuppel. Eingang Kirchstraße 4. 66 Minuten. Und es war klasse.
Vorher wird einem alles ausgiebig erklärt. Die Regeln. Die Story. Und dann gehts ab ins Spiel. 66 Minuten. Zack, die Uhr läuft.
Wie kann man sich das vorstellen? Schwer zu sagen, wenn man die Spannung nicht vorher wegnehmen will. Aber jeder, der mal ein Computerspiel gemacht hat, ein Adventure oder ein Rollenspiel etwa, stelle sich einfach vor, er spielt das nicht am PC, sondern ist live im Spiel. Alles zum Anfassen. Gegenstände suchen und finden, kombinieren, Codes entschlüsseln, Schlösser öffnen, alles wie im Computerspiel. Nur in echt. Und die unsichtbaren Helfer am Steuerpult im Hintergrund beobachten, fiebern mit. Geben auch schon mal einen Tipp über den Monitor. Und am Ende strahlen wir glücklich in die Kamera.
Geschafft!
Ach ja, hier gibts die Infos und die Tickets.
Bemerkenswert ist, dass es diese Live-Games bisher nur in den deutschen Großstädten gibt - und in Neuwied. Das alles ist fast komplett von Mitgliedern des Theatervereins Chamäleon erdacht und gebaut worden. Wer einen Blick in den Regieraum werfen darf, kann erahnen, wie viel Kohle und Arbeit darin stecken. Die meisten Besucher kommen übrigens aus dem größeren Umkreis, spätestens nach dem Bericht in der Rhein-Zeitung vor einer Woche ist die Anfrage nach Tickets groß. Die Stadt Neuwied scheint dieses kleine Juwel noch nicht wirklich entdeckt zu haben. Ich bin sicher, dass wird sich ändern, denn sowas spricht sich rund.

12 August 2015

Am Ende einer langen Reise

Mehr als 3 Wochen ist es nun her, dass unsere alte Dame uns für immer verlassen hat. Das Foto im Park ein paar Tage vorher ist eine schöne Erinnerung, die mir bleiben wird.

Selfie mit der alten Dame

Und gerade bei ihr ist mir nochmal sehr klar geworden, wie wahr es ist:

Mit leerer Hand kommst du, mit leerer Hand gehst du.
Und grad zwischen Nichts und Nichts
bist du verrückt  genug zu glauben, etwas zu besitzen.

02 August 2015

C2C = Cradle to Cradle

Von der Wiege zur Wiege heißt das übersetzt. Ein Konzept, das nur Sachen zulässt, die zu 100% recyclebar / verwertbar sind und auch vom Hersteller zurückgenommen werden. Keine Kompromisse. Wir müllen die ganze Welt ständig mit allem Mist zu, so dass dieses Konzept, das genaue Gegenteil davon, nach meinem Gefühl ein guter Weg ist.
Es gibt schon viele Güter auf der Welt, die C2C-zertifiziert sind, also keine Müllspur hinterlassen. 2 junge Menschen mit Herzblut und Knowhow wollen einen Shop eröffnen, der ausschließlich solche Waren verkauft, und versuchen den Start über crowdfunding zu finanzieren. Ich mache mit, schaut's Euch einfach mal näher an. Ein großer Teil des Startkapitals ist bereits finanziert, der Rest sollte noch bis zum 09.08. folgen.
 Hier könnt ihr mitmachen
Die Beiden von cradlelution