12 März 2015

Ultimo

Es ist vollbracht - und es war schön. Am letzten Aufbautag hab ich mich nach dem morgendlichen Hirse-Apfel mit Orange auf Leinsamen-Nest nochmal energievoller als am Vortag gefühlt. Daher ging mir der Morgen auf der Arbeit gut von der Hand. Da ich die Türme auf meinem Schreibtisch nicht mehr sehen kann, sie aber wegen täglich neuer "Muss-unbedingt-heute-noch" niemals in meiner normalen Arbeitszeit wegkriegen kann, hab ich den derzeitigen Energieschub genutzt und mir den ansonsten freien Freitag Nachmittag zum Sortieren, Ablegen und Vernichten genehmigen lassen.

Quelle: DeviantArt

Ja, es ist echt so, dass momentan das "Nach-halb-4-Loch" nicht mehr existiert. Habe gestern und auch heute Abend jeweils über ne Stunde drangehangen, um in meinem Nachmittags-Büro Niederschriften und Besprechungsvermerke fertig zu schreiben. Und das kann nur mit der Fastenwoche zusammen hängen.

Find ich klasse.

Heut mittag bin ich zum ersten Mal wieder mit ins Stamm-Bistro nebenan zu Kerstin und Olga, wo ich mit lieben Menschen zum Essen verabredet war. Ok, statt des Tagesgerichts (Käseschnitzel mit Bratkartoffeln) hab ich mir lieber Tomaten-Mozzarella mit frischem Basilikum und leckerem Balsamico Crema obendrauf bestellt, und danach sogar wieder meinen ersten Espresso Macchiato genossen. Den hatte ich doch ein wenig vermisst.
Der arbeitsreiche Nachmittag ging auch so zügig vorbei, so dass ich noch ne Stunde länger brauchte, um alles fertig zu kriegen. Ich freu mich auf die morgige Nachbereitung eines supertollen Seminars aus dem letzten Herbst und hab mir einige Stichpunkte dafür notiert. Das wird bestimmt spannend.
Und jetzt freu ich mich auch auf das morgige Frühstück:
Eine Tasse vom göttlichen Lavazza Crema und ein crosses Weizenbrötchen mit Quark und Heidelbeer-Marmelade.

11 März 2015

Die langsame Rückkehr in die äußere Welt

Heute war es soweit: Zum Frühstück Haferflocken mit einem kleingeschnittenen Apfel und Blutorangensaft. Ich muss gestehen, dass es irgendwie nicht die große Erlösung aus der Schmacht war. Es fühlte sich einfach normal an. Business as usual. Wenn ich lese, wie Christian sich durch kämpft und quält, krieg ich fast ein schlechtes Gewissen.
Mittags Apfel und Banane, bis nach 6 produktiv gearbeitet. Ok, das ist anders als vorher. Normalerweise bin ich nach 3 ziemlich leer. Dann hilft mir der Nachmittags-Espresso nochmal kurz auf die Sprünge, aber ein konzentriertes Arbeiten wie heute über Stunden ist sonst einfach nicht mehr drin.
Heut Abend ein Becher Gemüsebrühe mit frischer Kresse und frischem Basilikum, dazu ne kleine Portion Hirsebrei mit ner Kiwi reingeschnippelt, das war lecker.

Ich genieße zudem das entspannte Schlafen auf meiner neuen Matratze, die gestern angeliefert wurde. Und frei mich auf morgen mittag, wen ich mir im Bistro nebenan erstmals wieder einen Salat gönnen werde. Und auch auf den ersten Espresso macchiato, den ich mit netten Menschen genießen werde.
Ich - eine Woche ohne Lavazza - vorher undenkbar!
Die Maßstäbe haben sich wirklich verschoben.

10 März 2015

Fastenfriede

Wie kommentierte Nina gestern so passend :

Das Fasten ist der Friede des Körpers.
"Petrus Chrysologus, 380-450
Erzbischof von Ravenna

Und genau so fühlt es sich an am Ende des fünften und letzten Saft-Tages. Meine Wahrnehmung hat sich verändert. Ich bin von Haus aus nicht gerade extrovertiert, aber derzeit zieht's mich noch mehr nach innen. Sowohl im privaten als auch auf der Arbeit umgibt mich ein sanfter, unsichtbarer Schutzpuffer. Selbst mehrfache Penetration von menschlichen Exemplaren der Raupe Nimmersatt kann ich derzeit mit einer inneren Gelassenheit ertragen. Und das tut mir gut.

Was kümmert's den Mond, wenn der Mops ihn anbellt? 
aus dem Film "Chapeau Claque" 
1974 von Ulrich Schamoni 

Gute Gespräche in verständnisvollem Klima berühren mich, zu aggressiven destruktiven Dialogen kann ich schnell die richtige Distanz herstellen, die nötigen Grenzen setzen. Meine zunehmende Wahrnehmung, wie viel außerhalb des vertrauten und geliebten Freundeskreises geplärrt, berechnet, getrickst und gelogen wird, bringt mich nicht zur Wut oder zur Resignation.Ich habe eher das Gefühl, diesen Zirkus klarer erkennen und analysieren zu können und mir gute und passende Möglichkeiten der Reaktion und der Abgrenzung auszudenken.
Mir wird immer bewusster, wie wichtig es ist, morgens noch in den Spiegel schauen zu können. Klar, das machen auch die, die es eigentlich nicht mehr könnten, die gefallen sich sogar meist noch darin, aber das ist deren Problem, nicht meins.

So, jetzt noch ein heißes Bad mit Meersalz, ein schöner Abschluss der Saft-Tage. Morgen früh fang ich mit kleinem Müsli mit Apfelstückchen wieder den Rückweg in die äußere Welt an.

09 März 2015

Tag 4 - Gelassenheit

Seltsam seltsam, auch am 4.Tag setzt kein Hungergefühl ein. Aber auch keine Euphorie. Das Völlegefühl hat etwas nachgelassen - die Gelassenheit wird größer. Scheinbar reagiert nicht nur jeder anders, manch einer auch ganz anders auf diese Art des Fastens. Mich umgibt ein unsichtbarer Wattebausch, das ist angenehm. So konnte ich den ersten Arbeitstag auch prima überstehen.

Das hätte ich vorher nicht gedacht:
- dass es mir bisher gar nichts ausmacht, ein paar Tage nix zu essen
- dass mir die Gemüsesäfte sehr lecker schmecken
- (selbst Sauerkrautsaft war genießbar - und Sauerkraut ist mein BÄÄH-Gemüse)
- dass mir der Verzicht auf meinen geliebten Lavazza Blue nix ausmacht

Und jetzt werd ich nochmal lauwarmes Wasser in den Irrigator füllen, dann geht's ab in die Horizontale.