07 August 2026

Ein ganz spezieller Dreiburgenblick

Heute waren zwei ganz besondere Knochen unterwegs.  Mike T-Bone hatte seinen Kumpel oldbearbone dazu animiert, einen schönen Ausflug zu machen. Mit der Bahn. Ja, das geht, wenn man seine Ansprüche an Pünktlichkeit, Sitzplatz oder gar Komfort ein wenig zurückschraubt.

So legte die gute Regionalbahn in Andernach mit nur 20 etwa Minuten Verspätung ab, was mir eine nette Unterhaltung auf dem Bahnsteig ermöglichte. Gisela kommt vielleicht am Mittwoch zu unserer Lesung, wenn das zeitlich passt. In Koblenz stieg Gisela aus und Mike T-Bone aka "Chief Blind Eagle" stieg ein. Da wir gestern bei der spontanen Terminplanung unvorsichtigerweise nicht berücksichtigt hatten, dass es freitagmittags am Ferienende ein paar Leute mehr in die Waggons treibt, mussten wir zur Strafe stehen. Es war so brechend voll, dass man auch nicht umkippen konnte.

Trotz allem kamen wir gut gelaunt im legendären Sangewehr an, wo ich dem alten T-Bone erstmal beibringen musste, dass es den Dreiburgenblick nicht nur auf der anderen Rheinseite gibt. Auch auf der hiesigen Seite hatte Google Maps mir einen schönen Weg zu einem Dreiburgenblick hoch droben gezeigt. Und so machten wir uns nach einer kleinen Pause am luftigen Rheinufer auf die Besteigungstour.

Es gibt viele Wege nach oben, und wir wählten an den verschiedenen Kreuzungen der Wanderwege erstmal einen leichteren etwas längeren, denn die kurzen Wege sind sehr steil und wir als freilaufende Rentner machten uns keinen Stress. Bergauf ging es natürlich trotzdem.

1,2 km Länge mit 125 Höhenmetern hatte Dr.Google attestiert.

Anfangs war der Weg auch gut begehbar, mit Geländer und manchmal mit Stufen versehen. Irgendwann passierten wir eine Ruine, bei der ein Treppenweg mit Geländer in den Hang führte.


Auch hier entschieden wir uns gegen den steilen Hang, denn lt. meinem Handy sollte gleich eine weitere Abzweigung mit einem sanfteren Weg nach oben kommen.

Immer nur bergauf

So gingen wir noch eine Weile geradeaus weiter, um dann festzustellen, dass besagte Abzweigung auf dem Serpentinenweg nicht kam. So drehten wir irgendwann um, denn wir mussten da etwas übersehen haben. 

Zurück zur Ruine und weitere Meter bergab war immer noch kein Weg zu finden, der mir doch auf dem Handy aufgezeigt wurde. Wir machten noch einmal kehrt und beschlossen, die Treppen an der Ruine hoch zu steigen, denn der gesuchte Weg konnte nur dort liegen. Die Treppen mit Geländer waren das eine, der wilde Trampelpfad, auf den wir dann kamen, war das andere.


Es ging ziemlich steil in Serpentinen bergauf. Und es wurde immer unzugänglicher, je höher wir stiegen. Nach jeder Kehre rankten mehr Dornensträucher über den Pfad, lagen mehr Steine auf dem immer buckliger werdenden Boden. Das Geländer hatte bereits über der Ruine aufgehört. Wie gut, dass ich anstatt festem Schuhwerk meine Sandalen angezogen hatte. Und auch meine lange Jeans hatte ich geschont, die wäre ja von den vielen Dornen förmlich zerrissen wurden.

Als wir über uns schon das Licht der Höhe durch die Bäume sehen konnten, mussten wir nur noch die Todeskehre überwinden, die völlig zugewuchert war und bei der man den Boden unter dem Dornengestrüpp nicht mehr sehen konnte. Aber wir waren bis hierhin gekommen und diesen steilen Weg zurück hätte ich nicht lebend überstanden. Also Augen zu und durch.

Und tatsächlich erreichten wir dort wieder einen Weg, der auch bei Dr.Google verzeichnet war. Tiefes Durchatmen. An der Kehre eine Bank zum Rasten. Und zum tief Luft holen. Nach einer wohltuenden Pause waren es dann nur noch ein paar Meter auf der Straße bis zum "Dreiburgenblick", an den mein  Handy uns nun doch gelotst hatte.

Dort mussten wir feststellen, dass es hier oben nur ein kleines Sträßchen gab, das diesen Namen trug.

Oh mein Gott, soll das alles gewesen sein?!
Aber Kumpel T-Bone beruhigte mich schnell. "Wo eine solche Straße ist, MUSS auch ein solcher Ausblick sein!" hörte sich sehr logisch an. Wir gingen ans Ende des Sträßchens  - und hatten dort einen Blick auf abgemähte Wiesen und viele, viele Apfelbäume. Zwischen einigen davon konnte man tatsächlich die Burg Maus auf der gegenüberliegenden Seite sehen. Oder besser ahnen.

Der Blick auf die Uhr sagte mir, dass wir für diesen sensationellen Aufstieg mit einigen Umwegen anderthalb Stunden gebraucht hatten. Ich musste plötzlich laut lachen. Wanderführer ist wohl doch nicht mein Traumjob.

Wir beschlossen, den Rückweg auf der anderen Seite des Berghangs zu nehmen, wo ausschließlich befestigte Wege auf der Karte zu sehen waren. Denen brauchte man ja nur zu folgen. Nach einer weiteren kurzen Rast machten wir dies. Immer nur sanft bergab. So schön. Wir hatten nach einigen Metern dann tatsächlich noch einen schönen Panoramablick auf die Burgen.

Unverhofft kommt oft, kam mir in den Sinn. Auch, als wir auf dem weiteren Weg dann an einem überdachten Aussichtspunkt ankamen, den mein Kumpel ausgiebig bestaunte.

Leider mussten wir dort feststellen, dass der schöne befestigte Wanderweg hier endete. Schnell machten wir uns wieder auf den Rückweg nach oben, um an einer Wegscheide nun den endgültig richtigen Weg nach unten zu nehmen. Und es war der endgültig richtige!

Der gesamte Rückweg mit Umwegen hatte nur eine halbe Stunde gedauert und wir freuten uns schon auf den Abstecher zu Kaffee und Kuchen bei einem einzigartigen Café in der Innenstadt.

Man sieht und bestimmt an, wie glücklich wir mit Cappuccino und ofenfrischem Rhabarberstreusel mit Zimteis waren. Wirklich exzellent!

Auf der anschließenden Heimfahrt hatte die Regionalbahn exakt die gleiche Verspätung wie auf der Hinfahrt. Auf die Bahn ist schon Verlass. Manchmal.
Wir bekamen sogar Sitzplätze und genossen die Fahrt am Rhein entlang. Und beim nächsten Mal nehmen wir direkt den richtigen Weg nach oben.

02 August 2026

Trödeltage müssen sein

Die Tage nach unserer Lesung waren eine willkommene Gelegenheit, um möglichst wenig zu planen und um dem RAG vorbildlich Folge zu leisten. Meistens jedenfalls. Ok, Am Freitag war ich bei meiner Freundin Hilde in meiner alten Heimat zum 10-Uhr-Brunch eingeladen, da musste ich natürlich sehr früh aus den Federn, um mir das nicht entgehen zu lassen. Trotz der Hitze legten wir danach einen kleine Spaziergang ein und erfreuten uns bei der Rückkehr in das kühlende Mauerwerk der Scheune über wohltemperierte Räume. Und es hat sich gelohnt. Wenn man nach gefühlt zwei Stunden auf die Uhr schaut und feststellt, dass bereits fünfeinhalb Stunden vergangen sind, sagt das sehr vieles aus.

Am Samstag lungerte ich bis zum Spätnachmittag zu Hause rum, entschloss mich dann aber noch zu einem Spontanbesuch im Brohltal. Aus dem alten verfallenen Jägerheim ist eine schmucke Schmökermühle geworden, wo mich die Inhaber Bernadette und und Klaus ebenso spontan und freundlich empfingen.

Die Schmökermühle

Die beiden haben ein rechtes Schmuckkästchen daraus gemacht und haben neben dem bereits existierenden B&B-Betrieb mit der Autorenbuchhandlung und dem Antiquariat sehr interessante Pläne, die schon in großen Teilen realisiert sind. Man spürt deutlich, wieviel Herzblut in diesem Projekt steckt.

Wieder daheim besuchte mich meine liebe Cousine Brigitte. In unseren Beratungen zum gemeinsamen Stammbaum konnten wir einiges klären und genauso viele neue Fragen aufwerfen. Ein schöner Familienklön endete erst, als es draußen dunkel war und die tausend Lichter des Andernacher Festes am Himmel erloschen waren.

Der heutige Sonntag begann erst richtig, als ich mich am Vorabend zu einer Frischluftrunde am Rhein aufrappelte. Dort war heute sehr prominenter Besuch anwesend. Eine Prinzessin aus der Monarchie hatte angelegt, neben ihrem Freund Otello hatte sie auch einen großen Amethyst im Schlepptau.

Monarchie Prinzessin mit Otello und Amethyst

Und genau in diesem schönen Sommerabend-Ambiente.kam mir eine sehr begabte Theaterregisseurin entgegen. Ich konnte Karin dazu bewegen, mich ein Stück des Weges zu begleiten, bis wir dann auf einer schönen Bank unter schattigen Bäumen und von einem lauen Lüftchen beweht eine lange Pause zum Quatschen nutzen konnten.

Ein sommerlicher Sonntagabend am Rhein ist einfach ein Genuss. Ganz besonders dann, wenn man montags ausschlafen kann. Aber auch, wenn montags um 11 Uhr der nächste schöne Besuch ansteht, mit Wellness, Kaffee und Rummikub.

HACH!

30 Juli 2026

Buchvorstellung in der Permakultur

Für unsere diesjährige Sommerlesung in der Permakultur Eich hatten wir einen besonderen Anlass: Unser erstes Buch ist im Rhein-Mosel-Verlag erschienen! Und das wollten wir natürlich stolz präsentieren.

Schon am Vortag hatte ich dort die Getränke kühlgestellt und die Mikrofonanlage aufgebaut und getestet. Bei einer solchen Gelegenheit wollte ich nichts dem Zufall überlassen. Und schon am Vortag war es im Glashaus warm, sehr warm. Und für Mittwoch, den Veranstaltungstag, war eine noch größere Hitze angekündigt. So verwunderte es nicht, dass uns im Vorfeld bereits einige Absagen von Menschen ereilten, die sich die Sauna im Glashaus lieber ersparen wollten. Verständlich.

Als wir um 17 Uhr, eine Stunde vor Beginn, das Glashaus betraten und alle sofort Türen aufrissen, ahnten wir schon, dass es trotz Dachbeschattung eine sehr heiße Veranstaltung werden würde. Schnell waren alle Stühle und Tische aufgebaut, auch die Sängerin Patrizia Puerta Alvarez brachte ihrer Mikrofonanlage in Stellung.

Es wurde trotz offener Türen immer wärmer und so beschlossen wir, spontan wie wir sind, die Veranstaltung nach draußen unters mittlerweile überschattete Vordach zu verlegen, wo auch ein angenehmer Luftzug herrschte. Die mittlerweile eingetroffenen ersten Besucher*Innen (die *Innen übrigens deutlich in der Überzahl) halfen fleißig mit, die Stühle vor die Tür zu tragen, während ich die Soundanlage und den Sprechertisch nach draußen schaffte. Alle Stühle waren besetzt, etwa 50 Menschen hatten den Weg nach Eich gefunden. Es konnte losgehen.

Patrizia at it's best

Patrizia eröffnete die Veranstaltung musikalisch und zauberte damit ein Lächeln in die Gesichter einiger Zuhörer.

Herr Münzer von der Perspektive gGmbH als Hausherr, Herr Houben als Verleger und Gabriele Keiser, die Leiterin unserer Autorengruppe, sprachen einleitende Worte, bevor unsere Mitschreiberin und Autorin Tanja Haas die Moderation der Veranstaltung übernahm.

Ellen Graf eröffnete als erste Autorin und fand mit ihrem Auszug aus "Das, was bleibt" den Beifall des Publikums, ebenso wie nach ihr Dagmar Pascher, Michael Harbeke und Antje Höblich mit ihren Vorträgen. Patrizia geleitete uns anschließend in eine kleine Erfrischungspause, die bereitgestellten gekühlten Mineralwasserflaschen waren sehr gefragt. Auch wurde die Pause zum Smalltalk mit den ein oder anderen Bekannten, Verwandten und Freunden genutzt. Ich freute mich, dass meine Cousine Resi gekommen war und sich einen Logenplatz in der ersten Reihe ergattert hatte, wo sie mit Elke eine nette Sitznachbarin hatte. Auch Bernadette Engelhardt, die Inhaberin des Gästehauses Schmökermühle im Brohltal, hatte den Weg zu uns gefunden.

Nachdem Patrizia den zweiten Teil der Lesung eingeläutet hatte, erfreuten uns Michael Eisenkopf, Carmen Rakemann und Petra Schmidbauer mit ihren Geschichten.

Eine schönes Ambiente in der Permakultur

Als uns zum Abschluss Patrizia mit dem Abba-Klassiker "Thank you for the Music" verabschiedete, sah ich in einige fröhlich mitsingende und -schwingende Gesichter. Es schien Spaß gemacht zu haben.
Gabriele Keiser, die sich mit dem Lektorat unserer Geschichten sehr viel Arbeit gemacht hatte, bedachten wir nach ihren Schlussworten noch mit einem Präsent als kleines Dankeschön, ebenso wie die tolle Sängerin Patrizia, die uns hoffentlich noch öfter begleiten wird.

In zwei Wochen, am Mittwoch, dem 12.08.2026, werden wir in der nächsten Lesung die anderen Texte aus dem Buch präsentieren. Die Lesung findet um 15 Uhr im Altenzentrum St.Stephan in Andernach statt, der Eintritt ist frei,

Zum Schluss möchte ich nochmals auf das Buch hinweisen, die wir gestern vorgestellt haben, unsere Anthologie zum 10-jährigen Bestehen unserer Schreibgruppe.
Zu erwerben für 12,- € unter der ISBN-Nummer 978-3-89801-497-7 im guten Buchhandel, beim Verlag oder direkt bei uns.
Ebenso als eBook erhältlich für 5,99 € mit der ISBN-Nummer 978-3-89801-969-9.

27 Juli 2026

Schöner Start in eine gute Woche? Mit Nichten!

Die letzte Woche hatte einige schöne und viele seltsame Momente. Die schönen Begegnungen waren das Eine, die seltsamen Norm-Abweichungen waren das Andere, Und die Schreckmomente das Schlimme. Aber sei's drum, Schwamm drüber, heute lag ein deutlich besseres Karma in der Luft.

Ich durfte brav das Rentner-Ausschlaf-Gesetz befolgen, lecker spätstücken, eine gemütliche Erledigungsrunde drehen, meinen Hut mit blauem Stoffstreifen abholen - und alles klappte reibungslos!

Die Krönung folgte dann am späten Nachmittag: Das Treffen mit meinen beiden lieben Nichten am Eiscafé.  Die Eine hatte ich schon voriges Jahr kennen gelernt, und nun war auch ihre Cousine dabei, der ich in Andernach schon unzählige Male begegnet war, ohne zu wissen, wer sie ist. Claudia entpuppte sich als genauso nette Person wie Elke und wir hatten nicht nur familiären Informationsaustausch, sondern auch viel Spass miteinander.

Onkel Manni inmitten seiner Nichten

Beide waren damit einverstanden, mich aufgrund meines fortgeschrittenen Alters und unseres Verwandtschaftsgrades fortan "Onkel Manni" zu nennen und wir nahmen uns fest vor, bald zusammen eine Begehung des Heimatortes unserer gemeinsamen Vorfahren zu machen, auf die ich mich jetzt schon freue.

Morgen Mittag geht es mit der Vorbereitung unserer Mittwochs-Lesung in der Permakultur Eich weiter, später warten in der Physio Natalies heilende Hände auf mich. Was soll da noch schiefgehen? HACH!