Ein Bilderbuchtag neigt sich dem Ende zu. Begonnen hatte alles heut Morgen mit meinem eklatanten Verstoß gegen das Rentner-Ausschlaf-Gesetz, als ich bereits um 9 Uhr (!) meine Bettstatt verließ. Wenigstens machte ich dadurch mir keinen Stress in der Morgenroutine und konnte nach FRÜHstück, Marktgang, Einkaufsrunde und Sprung unter die Dusche meine beiden lieben Begleiterinnen pünktlich um eins zum Mittagessen begrüßen. Mein Ofengemüse erntete allgemeine Zustimmung, ebenso der Nachtisch und der Espresso/Kaffee.
Unsere Leisereiterin Cornelia Gulisa hatte für heute wieder einen interessanten Ausflug organisiert. Durch den folgenden strammen Fußweg zum Bahnhof waren wir einige Minuten früher am Bahnsteig, was die DEUTSCHE BAHN dazu nutzte, unserem Regionalzug ein par Minuten mehr Verspätung hinzuzufügen. Aber diesmal KAM die RB26!
Dass aufgrund der Komplettsperrung der rechten Rheinseite viele auf die Züge der linken Seite ausweichen müssen, veranlasste die Bahn, dem Zug nur sehr wenige Wagen zu gönnen, so dass man am Bahnsteig schon beim Einlaufen sah: Wir können da unmöglich alle reinpassen. Aber dank meines energischen Einsatzes schafften wir es alle drei hinein in den Zug. Aufgrund der ständig nachdrängenden Fahrgäste standen wir im Türenbereich auch nicht alleine da, und als wir dann endlich losfuhren, konnte auch keiner mehr umfallen.
Kurz vor Remagen dann die befürchtete Durchsage, dass alle Menschen aus dem letzten Wagen in Remagen aussteigen und sich in einen der hoffnungslos überfüllten vorderen Wagen begeben müssen. Auch aus unserem Wagen machten sich einige auf den Weg, aber dank Connys Fachwissen konnten wir drinbleiben und mit mehr Luft zum Atmen abwarten. Als sich nach gefühlt 20 Minuten unser Wagen wieder in Bewegung setzte, wussten wir, dass wir gerettet waren.
Wenig später spazierten wir in Bonn-Mehlem vom Bahnhof zur Rheinfähre, wie schon so oft in den letzten Jahren. Die Überfahrt nach Königswinter ging schnell und fehlerfrei, jetzt fehlte nur noch das letzte Stück auf der falschen Rheinseite bis zurück bis nach Rhöndorf, für das unsere Reiseleiterin die Fahrt mit der Straßenbahn geplant hatte. Diese fiel jedoch genauso aus wie alle rechtsrheinischen Bahnverbindungen, aber es wurde eine Schienenersatzverkehr angeboten. Die Suche nach der passenden Haltestelle und der richtigen Straßenseite hatte die Bahn als ein kniffliges Ratespiel gestaltet, das wir jedoch bravourös lösten und letztendlich unversehrt in Rhöndorf angelangten, dem Ziel unseres heutigen Ausflugs.
Auf dem folgenden kleinen Fußweg zum Objekt der Begierde erfuhr ich eher zufällig zum ersten Mal, dass die Heilige Mutter Maria auch in Versuchung geraten war. Möglicherweise habe ich aber auch damals im Religions-Unterricht nicht richtig aufgepasst.
In der etwa einstündigen Führung durch das Wohnhaus eines gewissen Herrn Adenauer erfuhren wir viel Privates aus seinem Leben.
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| Es sind einige Höhenmeter bis zur Villa Adenauer |
Herrlich gelegen im Berghang liegt des Altkanzlers Wohnhaus, welches nach seinem Tode von den Erben dem Staat vermacht wurde, damit es noch lange besichtigt werden kann. Die Räume und Möbel sind seit Adenauers Tod 1967 weitestgehend unverändert geblieben und wir konnten uns schon ein gutes Bild davon machen, wie der erste deutsche Bundeskanzler privat gelebt hat.
Am meisten erstaunt war ich, als ich im Esszimmer das gleiche Kaffeegeschirr wie bei meinen Eltern entdeckte.
Ein anderer freundlicher Teilnehmer der Führung verewigte uns auf einem Abschiedsfoto vor dem Haus. Ich denke, wie gut es uns allen ging, sieht man uns auf dem Foto an.
Wir machten uns kurz darauf auf den Rückweg zum Bus. Unterwegs entwickelte sich eine kurze Diskussion über den möglichst schnellsten Rückweg nach Hause. Wir einigten uns auf den Bus zur Fähre Erpel-Remagen, der auch wenig später fast vor unserer Nase hielt. In Erpel erkannte dann Conny mit messerscharfem Blick, dass die dortige Fähre entgegen ihrer Internetanzeige besatzungslos vor Anker lag und trieb uns schnell wieder zurück in den Bus. Zum Glück, denn ich alleine hätte das erst viel später bemerkt und wäre vermutlich in Erpel gestrandet.
So fuhren wir weiter bis nach Linz, wir sind ja zum Glück spontan und flexibel. Der Fußweg zur dortigen Autofähre zog sich zwar ein wenig in die Länge, aber letztendlich schafften wir auch diese Überfahrt nach Kripp. Einziges Manko: Kripp hat keinen Bahnhof, von dem aus wir hätten weiterfahren können. Und meine Bahn-App brauchte ich gar nicht mehr zu fragen, die zeigte mir seit einer ganzen Weile nur noch Unsinn an.
Aber was Kripp hat, sind sehr viele Bushaltestellen, eine davon direkt an der Fähre. Ruckzuck saßen wir im Bus zurück zum Bahnhof Remagen, wo auf Gleis 3 ein Regionalexpress Richtung Koblenz fahren sollte, der auch in Andernach halt macht. Der Bahnsteig war ziemlich leer, die angekündigte Verspätung bewegte sich im Minutenbereich, wir atmeten auf.
Etwa zehn Minuten, bevor der RE5 eintreffen sollte, begannen Menschen aus der Treppe des Bahnhofstunnels hoch zu strömen, erst auf das benachbarte Gleis 2 Richtung Köln, dann aber auch auf unser Gleis 3. Das hörte überhaupt nicht mehr auf. Da viele der Menschen angetrunken waren und teilweise Weinflaschen und Gläser bei sich trugen, fragte ich mich schon , ob sich irgendwo ein Fußballstadion geleert hatte. Da sich bei uns fast alle auf den Bereich C konzentrierten, konsultierten wir die Wagenstandsanzeige und entdeckten nach längerer Inspektion im Halbdunkel das große B 50 Meter weiter. Genau dort positionierten wir uns, als der Zug einrollte und erwischten eine freie Vierer-Sitzgruppe direkt neben der 1.Klasse. Es gesellten sich noch einige freundliche Mitfahrer hinzu, die auch das Rätsel des Besucherstroms auflösen konnten: Die kamen alle von einer langen Weinwanderung an der Ahr und waren entsprechend gut drauf.. Perfekt!
Gegen halb neun verabschiedete ich mich sehr herzlich von meinen Begleiterinnen. Gegen uns drei hatte der Bahn-Murphy einfach keine Chance gehabt. Und am Ende des schönen Tages waren wir alle froh, daheim die Füße hochlegen zu dürfen. HACH!





























