04 September 2016

Anleitung zum Glücklichsein:
15. Andernacher Kulturnacht 2016

Diesmal spielte der Wettergott mit. Ein schöner Sommerabend zauberte das richtige Ambiente in die Andernacher Innenstadt. Wir waren (wie immer) gut vorbereitet. Fabienne und ich hatten uns aus dem reichhaltigen Kulturprogramm je einen Fahrplan ausgearbeitet, in dem die Acts, die man auf jeden Fall sehen bzw. hören wollte, chronologisch so zusammen gestellt waren, dass wir einige Highlights gemeinsam erleben könnten. Dass das niemals alles perfekt klappt, dass nie der gesamte Fahrplan eingehalten wird, ist eh klar. Aber als Rahmenplan ist das schon ne gute Sache.
Der Anfang um 18 Uhr im Kunstdorf ist schon traditionell, durch freudige Wiedersehen mit alten Bekannten war schon um 18:20 die erste kleinere Inkonsistenz im Zeitplan eingetreten. Aber das war uns dann auch egal und wir bestätigten von nun an unseren Ruf als Kulturnachtschwärmer.
Unterwegs von einem Event zum nächsten trafen wir auf Stelzengänger und an jeder 2.Ecke auf eine Band.
Das Trio Contraire auf der Naturbühne hinter der Christuskirche war ein echter Hinguckerhörer. Die anschließende lustige Lesung von Herrn Buchinger und seinen WORTLAUTEN Damen in der Stadtbücherei (Thema: Anleitung zum (Un)glücklichsein) bot uns eine kurzweilige Atempause in der mittlerweile gut gefüllten Stadt. Der Weg über die Hochstraße mutierte teilweise zum Pogo-Walk, so groß war der Zuschauerandrang.
Von den Bad Smurfs konnte ich leider im Vorübergehen nur kurz hören, dass die Sängerin eine geile Stimme hat. Aber der nächste Act wartete schon: Am Läufkreuz spielte das Ensemble des TiK mit meiner Kollegin Fatima sensationell gute pantomimische Szenen, die den Begriff der Freiheit durch die deutsche Geschichte führten. Von "Pommerland ist abgebrannt" über niedergeknüppelte Protestbewegung bis zum Mauerfall, das rührte mich teilweise so an, dass die Augen Wasser gaben.
Das TiK (Theater im Keller)
Dann mein nächstes persönliches Highlight: Der Obertongesang von Georg Holtbernd und Ruth Stöcker  im Mariendom. Was diese beiden ihren Kehlen und Instrumenten an Tönen entlockten, brachte mich immer wieder dazu, die Augen zu schließen und meine Seele in diesen sphärischen Klängen mit schweben zu lassen. Fantastisch!
Danach legten wir eine Ruhepause an der Eisdiele ein. Ich durfte anschließend noch meinem Kollegen Guido zujubeln, der als Frontmann der Band Heavens a Beer den Stadthausplatz wirklich rockte. Die vielen mitsingenden, klatschenden und tanzenden Leute zeigten, dass die Jungs richtig gute Laune verbreitet haben. Äfeler Mundart-Rock zum Mitsingen.
Heavens a Beer
Den Abschluß machte Feuerzauberer Lemmi am Läufkreuz mit spektakulären Jonglagen (sagt man das so?) und einem genauso rasanten Mundwerk. Gegen halb eins waren wir dann wieder zu Hause und genehmigten uns noch einen Abschluss-Espresso.
Fazit: Wie jedes Jahr ein richtig schöner Abend, viel gehört und gesehen, gefühlte 73 Freunde, Bekannte und Kollegen getroffen. Toll, dass Fabienne wieder mit dabei war. Und ein dickes Lob an die Kolleg*Innen vom Andernacher Kulturamt. Was die auch dieses Jahr wieder mit wenig Mitteln auf die Beine gestellt haben, war beeindruckend. Die Andernacher Kulturnacht ist ein echtes Highlight am Mittelrhein geworden.

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