25 Dezember 2011

Weihnachten

Den gestrigen Abend verbrachte ich sehr harmonisch mit meinem kleinen Brüderchen bei Muttern daheim, traditionell mit Spießbraten, Nudel- und Kartoffelsalat. Auf dem Heimweg besuchte ich liebe Freunde und wir vergnügten uns bis 2 Uhr mit dem gegenseitigen therapy-ren. Noch ne schöne Zigarre auf der Terese geschmaucht - perfekt.
Todmüde zu Hause angekommen, vergaß ich leider, den Radiowecker abzustellen. Und so wurde ich heute morgen um halb zehn von diesem Drecksding aus dem Tiefschlaf geweckt. Der aufsteigende Zorn wurde allerdings ganz schnell gemildert, als ich die Radiomeldung aus dem Vatikan hörte:

Papst Benedikt XVI. (aka Joseph Aloisius Ratzinger) hat gestern in seiner Weihnachtspredigt ein radikales Umdenken in der Katholischen Kirche verkündet. Der heilige Vater hatte sich in den letzten besinnlichen Tagen zurückgezogen, um sich eingehend mit der Grundlage des katholischen Glaubens, der Bibel, auseinanderzusetzen. Dabei habe er festgestellt, wie sehr sich seine Kirche doch in den letzten 2.000 Jahren von den Grundsätzen des Gottessohnes Jesus Christus entfernt hat. Nun soll (und müsse) ein radikales Umdenken stattfinden. "Back to the roots" sei der Leitgedanke des nächsten Jahrzehnts. "Wir müssen auf sehr vielen Gebieten die alten Wahrheiten wieder zum Leben erwecken", bekundete er gestern in der Predigt seiner Weihnachtsmesse.
So forderte der Papst, vom hohen Ross des aufgeklärten Verstandes herunterzusteigen und die Fixierung auf das Materielle, das Messbare und Greifbare abzulegen: "Wir müssen unsere falschen Gewissheiten, unseren intellektuellen Stolz ablegen, der uns hindert, die Nähe Gottes zu suchen." Der niedrige Eingang der Geburtskirche Jesu in Bethlehem lehre:
"Wir müssen uns herunterbeugen, sozusagen geistig zu Fuß gehen, um durch das Portal des Glaubens eintreten zu können."

So soll z.B. die Besitzlosigkeit eines Jesus Christus wieder zum Vorbild erhoben werden. Man habe errechnet, dass aus dem Verkaufserlös der kirchlichen Vermögensanlagen und Beteiligungen für viele Jahre alle Hungersnöte weltweit beseitigt werden könnten. Getreu der Aussage Jesu Christi "Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde, wo Motten und Rost sie zerfressen oder Diebe einbrechen und stehlen" werde man fortan aufhören, Reichtümer zu sammeln und das in 2.000 Jahren angesammelte Vermögen stattdessen caritativen Zwecken zuführen. Als Ausdruck der Ernsthaftigkeit vollzog er die ganze Messe ohne jeglichen Prunk und erschien selbst im schlichten weißen Büßergewand. Sorgen um das Materielle mache er sich dabei nicht und zitierte wiederholt aus der Bergpredit: "Schaut die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht".
Damit man auch wieder eine weitere Aussage der Bergpredigt "Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen." in das tägliche Handeln übernehme, werde sich die hauseigene Vatikanbank ab sofort weltweit aus allen Finanzierungsgeschäften zurück ziehen, die nicht moralisch einwandfrei seien, so z.B. aus dem Waffenhandel.
Es gibt lt. Papst Benedikt sehr viele Bereiche, in denen dieser Wandel vollzogen werden müsse. Diesen Weg werde seine katholische Kirche ohne Wenn und Aber gehen.

Erst danach habe ich gemerkt, dass ich während der Nachrichten kurz weggenickt war und konnte leider nicht mehr unterscheiden, welcher Teil der Nachricht real und welcher geträumt war. Eigentlich Schade, ich werd wohl heut beim "urbi et orbi" nochmal genauer hinhören müssen.

1 Kommentar:

petra hat gesagt…

Hi mein Lieber,
es wäre wirklich sehr schön, wenn alles so wäre und Du es nicht nur geträumt hättest.

Noch schöne Weihnachten und Gruß
(gleich aus Mainz)
von Petra und Hardy