01 Juli 2017

Ende eines Abschnitts mit Retro-Skat Nr. 8

Die letzte Fulltime-Woche meiner Arbeitszeit wollte ich eigentlich gestern Abend mit einem glänzenden Sieg beim Retro-Skatabend in der alten Heimat würdig abschließen. Aber es hatte sich schon die ganze Woche im Büro angedeutet: Ohne Schmerzen komm ich da nicht raus.
Letzte Schulwoche vor den Sommerferien. Schnell noch dies oder das regeln. Und alle, die man zum Klären/Umsetzen benötigt, sind nicht zu erreichen. Urlaub, krank, Telefon besetzt oder es geht keiner dran, keine Rückrufe, plötzliche Komplett-Amnesien ("Iiich?? Hab da gar nix mit zu tun, weiß da nix von!"), das ganze Programm.
Gestern mittag nochmal schnell Mangold ernten, ich war froh, als ich mich mittags mit leichter Verspätung bei den Freunden zum Fischessen niederlassen konnte. Kurzer Zwischenstopp daheim, dann ab ins Heimatdorf, Besichtigung des Elternhauses mit einem Kaufinteressenten. Unterwegs im Auto festgestellt, dass die Schlüssel fürs Haus noch daheim auf dem Küchentisch liegen. Nochmal zurück und schnell zum Haus, die Interessenten warten schon. Anschließend bei alnatura die bestellten Sachen für Sonntag abholen, alles nach Hause in den Kühlschrank, dann wieder zurück ins Heimatdorf. So, genug! Jetzt wird Skat gekloppt, dass die Schwarte kracht.

Der Rest der Altersriege hatte sich schon auf der überdachten Terrasse niedergelassen. Freunde, Euch werd ich's zeigen heut Abend. Dachte ich. Und dann passierte etwas (O-Ton Ernest International: "Ein historischer Abend!"), das ich erstmal verarbeiten muss: Die alten Herren knöpften mir drei Runden ab. DREI Bierlachse an einem Abend! Nochmal O-Ton Ernie: "Das gab's noch nie, seit ich mich erinnern kann. Ach was, seit Menschengedenken!"
Tom McGuiness und Ernest International freuen sich über den "historischen Tag"





















Nachts auf der Heimfahrt, nachdem ich Ernest in seiner heimischen Räucherhalle abgesetzt hab, verfuhr ich mich dann noch zwischen Bendorf und Neuwied beim Weg über irgendwelche gottverlassenen Landstraßen und landete nur aus purem Glück irgendwann an einer Auffahrt zur Neuwieder Rheinbrücke. Ich hätte mich allerdings auch nicht mehr gewundert, wenn ich am Ende in Montabaur oder Rengsdorf gelandet wäre.
Und so fühlt sich mein erstes Altersteilzeit-Wochenende heute irgendwie seltsam an. Endlich hab ich mehr Zeit und Ruhe für die Dinge, die mich wirklich interessieren, dachte ich. Und nun bereite ich heute ab spätnachmittag nach dem Einkaufen mit meinem Kollegen die Leckereien für morgen vor (Andernacher ManGold) und stehe morgen früh um viertel nach neun vor meiner Arbeitsstätte, um dort aufzubauen und zu verkaufen, worauf ich mich allerdings wirklich freue. Die Veranstaltung "Andernach schmeckt" ist eine tolle Sache und ich werde im Anschluss an meine Schicht die Zeit nutzen, u.a. die römischen Speisen im Stadtmuseum zu probieren.
Den ersten freien Montag danach habe ich mit Arztbesuchen verplant, dienstags geht wieder zur Arbeit. Irgendwie scheine ich eine eigenartige Vorstellung von "mehr Zeit und Ruhe" zu haben.

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