15 September 2017

Kaltnacht bei Anker

Ein sehr schöner Leseabend in der Anker-Buchhandlung geht zu Ende. Gabriele Keiser stellte heute ihren neuen Franca-Mazzari-Krimi vor. Die Koblenzer Kommissarin löst im Buch "Kaltnacht" ihren 6.Fall, einen Doppelmord in Bad Breisig. Was die Autorin aus ihrem Werk vortrug, bewirkte beim Publikum vor allem eins: Lust auf mehr. Wir hörten spannende Kapitel ebenso wie Ausflüge in das Gefühlsleben der Kommissarin. Wenn selbst jemand wie ich, der mit der Krimileserei vor vielen Jahren wegen Übersättigung (Mankell. Walters und ganz viel Eifel) komplett abgeschlossen hat, sich in der Pause das Buch kauft, dann heißt das schon was.
Gabriele Keiser und Manfred Pohlmann bei Anker-Buch
Ebenso schön die musikalische Begleitung von Manfred Pohlmann, der passend zum Buchtitel Kaltnacht alte Klassiker wie "Winter in Kanada" auf sehr eigene Weise vortrug. Die erotische Passage des Romans kommentierte er musikalisch mit "Die Liebe ist ein seltsames Spiel". Einige im Publikum konnten beide Refrains mühelos mitsingen, Elisa Gabbai und Connie Francis hätten ihren Spaß gehabt.
Das Team von Nicole Anker bewirtete uns lecker mit Wein und Bulgur, auch den ausgezeichneten Espresso Doppio Macchiato konnte ich geniessen.
Meine liebe Kollegin Caroli begleitete mich heute abend, erfreulicherweise trafen wir auch auf weitere Kollegen, Freunde und Bekannte. Und vielleicht haben wir auch eine weitere Interessentin für unseren tollen Schreibkurs bei der VHS gewonnen, der von der Autorin geleitet wird.

08 September 2017

Betriebsausflug 2017: Rainy Day in Roermond

Zu nachtschlafender Zeit begann heute am Stadtgraben der diesjährige Betriebsausflug. 3 moderne Reisebusse und 115 gut gelaunte KollegInnen machten sich auf den Weg zum Designer-Outlet-Center in das schöne Städtchen Roermond. Ricarda und ich erkämpften uns den VIP-Platz in der ersten Reihe, als Altersteilzeitler hat man schon gewisse Privilegien. Zudem hat uns die liebe Caroli mit leckeren Muffins versorgt, was soll an einem solchen Tag noch schiefgehen?

In der VIP-Lounge
Die zwei Stunden bis Roermond vergingen wie im Flug, dank einer Lunchtüte und einem feixenden Kollegen im Nacken. Dort wurden wir direkt vor dem legendären Outlet-Center abgesetzt. Wir stürmten alle hinein - und Ricarda, Caroli, Claudia, Ernestov und ich am anderen Ende wieder hinaus ins Städtchen. Vom Rathausplatz aus machten wir einen Abstecher in die ECI Cultuurfabriek am Rande der Innenstadt. Auf dem Weg dorthin waren unzählige Geschäfte, Lokale, Restaurants und historische Häuser und Denkmäler zu sehen.
In der Cultuurfabriek gab es heute leider keine Führungen, alles bereitete sich auf das Wochenende vor, an dem europaweit ein Tag des Denkmals stattfindet, oder wie es hier in den Niederlanden heißt, der Open Monumentendag 2017. In einem Raum im Erdgeschoss wurde gerade eine Bilderaustellung aufgebaut. Daher setzten wir uns erstmal in das Fabriek-Bistro und ich probierte den ersten koffee verkeerd meines Lebens. Eine tolle Location, im morbiden Industrie-Ambiente fühlten wir uns sehr wohl.
Bistro in der Cultuurfabriek
Dann ging es zurück in die Innenstadt, es wartete eine Stadtführung auf uns. Zwei Gruppen mit je 15 Leuten wurden gebildet und wir hatten echt Glück mit unserem Führer. André Schnitzler machte das sehr lebendig und wusste mit vielen Anekdoten spannend zu informieren. Eine Geschichte, die bis zurück in die Römerzeit reicht, die große Zeit begann aber erst gegen 1200. Unterwegs sahen wir auch Marienkäfer-Pflastersteine, versenkbare Poller  und andere interessante Sachen, die wir auch gerne als Anregungen mit nach Hause nehmen. Als wir uns nach der Besichtigung der Münsterkirche schließlich von unserem Führer verabschiedeten, gelüstete uns sehr nach einem warmen Plätzchen und warmem Essen. Die Führung war immer wieder von Regen begleitet, und auffrischende Böen machten das Ganze dann zunehmend ungemütlich.

Unser Quintett brauchte dann eine Weile, bis wir "de Pastorie" wieder gefunden hatten, die uns schon vorher durch das Angebot an Pannenkoeken aufgefallen war. Und wir wurden belohnt, in angenehmer Atmosphäre genoss ich den ersten Pannenkoeken meines Lebens, mit Ham, Kaas, Pesto und Walnoot. Köstlich! Auch unsere Kolleginnen hatten den Weg in de Pastorie gefunden.

Tanja mit Team
Danach trennten wir uns, Caroli, Claudia und unser Schwarzmeerkönig kauften noch in der Innenstadt ein, Ricarda und ich zog es dann doch ins Outlet-Center. Aber wir schafften es, uns einiges anzuschauen, jedoch nichts zu kaufen. Koffer für 280, Handtaschen für 230, einfache Geldbörsen für 95 Oere als günstiges Sonderangebot zu betrachten, gelingt mir einfach nicht.

So verbrachten wir die letzte halbe Stunde in einem kleinen Café, wo uns ein Kollege mit detektivischer Akribie aufspürte und heimlich ablichtete. Wenn man genau hinsieht, kann man sein Spiegelbild in der Scheibe sehen. Hinweise auf die Identität des Stalkers können als Kommentar unter diesem Beitrag eingereicht werden.

Frei nach Dennis Hopper
Die Zeit verging wie im Flug, plötzlich war schon kurz vor sechs. Ab zurück zum Bus, unseren VIP-Platz hatten die KollegInnen netterweise freigehalten. Die Rückfahrt verlief völlig reibungslos, so dass wir kurz vor acht bereits wieder in Andernach waren.

Fazit? Ein schöner Tag mit lieben KollegInnen, kurzweilig und interessant. Und Roermond ist ein nettes Städtchen, wo es noch viel mehr zu sehen gibt. Hier könnte sich ein langes Wochenende lohnen.

05 September 2017

Neues von David Mitchell

In meiner Hamburger Lieblingsbuchhandlung hat er mich erwischt. Vor gut zwei Wochen konnte ich dem neuen Roman von David Mitchell nicht widerstehen, dessen Taschenbuchausgabe gerade veröffentlicht wurde. Auch diesmal hat es sich echt gelohnt. So viele gute Bücher am Stück wie in der letzten Zeit hatte ich noch nie, jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern. Der vierte Volltreffer in Folge - wow!
Ein typischer Mitchell

Wie in den letzten Jahren von Mitchell gewohnt, ist es nicht unbedingt leichte Kost, die er serviert, zudem mehr als 800 Seiten lang. Aber es lohnt sich, dran zu bleiben. Er erschafft hier eine andere Realität mitten im "normalen Leben", die es in sich hat.


Ich zitiere erstmal den Klappentext der Taschenbuch-ausgabe:

Atemberaubend, klug und voller Sprachlust
An einem verschlafenen Sommertag des Jahres 1984 läuft die junge Holly Sykes voller Wut von zu Hause fort. Auf ihrer ziellosen Flucht begegnet sie einer alten Frau, die ihr eine sinnlos erscheinende Nachricht mit auf den Weg gibt. Jahrzehnte werden vergehen, bis Holly versteht, was die alte Frau für ihre Existenz bedeutet, aber nach und nach merkt sie: Hinter der Wirklichkeit, die sie kennt, verbirgt sich unendlich viel mehr … 
Ein Roman, so wild und einfallsreich wie die Phantastik Haruki Murakamis und Stephen Kings, aber mit einem ganz eigenen, überbordenden Sound. Ein bewusstseinsveränderndes Lesevergnügen und ein würdiger Nachfolger für Mitchells Weltbestseller «Der Wolkenatlas».

Und aus der New York Times Book Review:
"Ganz offensichtlich hat David Mitchell noch nichts vom Tod des Romans gehört. Er schreibt mit unbändiger Intensität und Lust an der Sprache, stürzt sich hellwach und voller Leidenschaft in die schwarzen Löcher der Erfahrung"

Das Szenario bewegt sich vom beschriebenen Sommer 1984 in mehreren geschilderten Zeitausschnitten bis zum Jahr 2043. Die Sprünge zwischen diesen "Kapiteln" betragen mal sieben, mal achtzehn Jahre, meist irgendwas dazwischen. Fast jede Ära wird von einem anderen Ich-Erzähler aus seiner ganz persönlichen Sicht geschildert. Jeder Abschnitt spielt an einem anderen Ort. Ich hab manchmal am Beginn eines neuen Zeitabschnitts eine ganze Weile gebraucht, um herauszufinden, wer überhaupt gerade erzählt. Manchmal sind es Figuren, die bereits im letzten (oder vorletzten) Abschnitt vorkamen, manchmal gänzlich neue Figuren. Aber irgendwie ist alles mit allem verwoben.

Es ist spannend, die jeweiligen Protagonisten aus ihrer "Innenansicht" kennen zu lernen, im Gegensatz zu anderen Abschnitten, in denen sie von anderen Ich-Erzählern von außen beschrieben werden. Mitchell schafft es so, dass einem auch ein zynisches Arschloch irgendwie sympathisch werden kann, wenn man es aus dessen Innensicht erlebt. Die Konstante durch alle Zeiten ist Holly Sykes. An ihrer Figur erlebt man mit, wie ein Mensch sich im Lauf seines Lebens verändern kann und trotzdem er selbst bleibt.

© Illustrationen aus: David Mitchell, The Bone Clocks, 2014
Es geht in dieser Geschichte um mysteriöse Dinge, die passieren, unerklärliche Vorhersehungen, um Menschen mit besonderen Fähigkeiten genau so wie um den Umgang mit Schicksalsschlägen. Es geht um unser Verhältnis zu Leben und Tod und um Dinge, die in unserer Gesellschaft offensichtlich völlig schief laufen. Das alles wird nicht in verkopften verschwurbelten Phrasen geschildert, sondern es ist immer eingebunden in Geschichten aus dem Alltag der handelnden Personen.

Mich hat das Buch von Anfang an nicht mehr losgelassen. Selbst die Auflösung der Mysterien gegen Ende im vorletzten Kapitel, die für meinen Geschmack viel zu hollywoodesk und fantasymäßig ist, hat mich nicht davon abgehalten, unbedingt weiterlesen zu müssen. Der Schluss ist zwar schon eine Dystopie, aber diese Zeit hat auch wieder sehr viele menschliche Züge, die in unserer immer schnelllebigeren und technikgläubigen Zeit verloren gehen.

Meine Empfehlung: Unbedingt lesen!

03 September 2017

Kulturnachtschwärmer 2017

Auf die diesjährige Kulturnacht hatte ich mich seit langem gefreut, wie immer in den letzten Jahren. Und wie (fast) immer war meine seelenverwandte Fabienne mit dabei. Weil wir uns vorher daheim festgequatscht hatten, fand unsere gemeinsame Routenplanung diesmal aus Zeitgründen nur sehr grob statt. Am Ende beschränkten wir uns auf weniger Acts als sonst, besuchten diese aber alle gemeinsam.
Zu Beginn teilte uns Christoph in der Christuskirche mit, dass der geplante Poetry Slam leider ausfällt, den wir uns für den Start um 18 Uhr auserwählt hatten. Dafür sollten 3 tolle Bands spielen, die wir uns dann für's Lückenfüllen zwischendurch aufsparen wollten. So spazierten wir erstmal ins Museum. Hier konnten wir uns von Ricarda ausführlich erklären lassen, was die spektakulären Funde auf dem Schumachergelände sind und welche Rolle sie im alltäglichen Leben der Römerzeit gespielt haben. Es wurde ein sehr spannendes Frage- und Antwort-Spiel und wir nahmen einige neue Informationen mit.
Als Nächstes landeten wir nach einem Gang durch die Hochstraße und zum Hügelchen, wo mir Fabienne die blas-orchestrale Aufführung vom "Phantom der Oper" näherbrachte. Dafür konnte ich hinterher Fabienne die neuen Räumlichkeiten der Anker-Buchhaltung zeigen, wo wir uns mit einem herzhaften Zucchini-und-noch-2-Sachen-Küchlein und dem vortrefflichen Espresso macchiato doppio stärkten.
Die Wortlauten nach dem Müßiggang
Es folgte der traditionelle Besuch von Buchingers Wortlauten in der Stadtbücherei. Was die drei in einer Stunde alles zum Thema Müßiggang rezitierten und sangen, war sehr kurzweilig und erheiternd. Wir hoffen, dass uns dieses Vergnügen, dass heuer zum zehnten Mal stattfand, noch viele weitere Jahre begleiten wird.
Wir stärkten uns am Streetfood-Stand vor der Tür mit pulled-pork und Rindswurst, dann machten wir uns mit Caroli und Dieter auf den Weg zum Kunstdorf in den Schloßgarten. Diesmal waren es nur wenige Künstler, die ihre Werke präsentierten. Es war auch bei der Lautstärke der vorne tobenden Band ziemlich schwierig, sich auf die ausgestellten Bilder und Skulpturen zu konzentrieren. Daher währte dieser Besuch auch nicht lange und wir machten vor dem Casa einen Break bei Oma Edith, die mit Freunden am Tisch begeistert den flotten Klängen von Teddy & the Slags lauschte. Die Jungs von Heaven's a Beer mit meinem Kollegen Guido als Leadsänger haben wir dort leider verpasst.
Sieh einmal, hier steht er - Pfui der Struwwelpeter!
Flott machten wir uns auf den Weg zum Merowingerplatz, wo sich die tik-Truppe mal wieder was richtig Tolles hat einfallen lassen. Eine modifizierte Bühnendarstellung des Struwwelpeter mit tollen Kostümen und noch besseren Darstellern. Der Suppenkaspar, der fliegende Robert, der Daumenlutscher, Paulinchen mit Mienz und Maunz waren zu sehen, aber mit veränderten Geschichten. Toll! Für mich ein Highlight: Das ausdrucksstarke Spiel meiner Kollegin Fatima und einiger anderer Darsteller - Wow, das war gelungen!

Königin auf Stelzen
Die Temperaturen waren mittlerweile sehr frostig geworden, gerade am Merowingerplatz blies es derart kalt vom Rhein über das Ausgrabungsgelände, dass wir anschließend dringend, aber vergeblich nach einem Stand mit heißem Tee suchten. Unterwegs durch die Hochstraße trafen wir viele bunte Gestalten, vom Seifenbläser bis zum Stelzenläufer.

Letztendlich beschlossen wir, sofort in die Hospitalskapelle zu gehen, wo zehn Minuten später die beiden Oberton-Interpreten unseren Ausklang bilden sollten. In der Kapelle war es zwar noch sehr leer, aber zum Glück herrlich warm, da war die Wartezeit gut zu überbrücken. Und kurz bevor es losging, fanden sich noch andere Freunde und Bekannte ein, am Ende waren die Reihen gut gefüllt. Und was dann kam, war für mich das Highlight des ganzen Abends. Georg Holtbernd war ausgefallen und wurde durch Lothar Berger supergut vertreten. Er und Ruth Stöcker boten uns sphärische Klänge vom Allerfeinsten. Ich musste zwischendurch immer mal die Augen öffnen, um mich davon zu überzeugen, dass das Menschen waren, die diese Stimmen erzeugten. Besonders die glockenklare, ganz hohe Melodie, die sich immer wieder über die Töne legte, verursachte bei mir eine wohlige Gänsehaut. So muss es sich anhören, wenn Engel singen, bestimmt! Fabienne war teilweise wie hypnotisiert von dem Gesang, auch Anja war sehr geflasht von dieser Darbietung. Wir bedankten uns anschließend bei den beiden. Das war ein würdiger Ausklang eines tollen Abends.


26 August 2017

Neil Gaiman - Der Ozean am Ende der Straße

Wie angekündigt, eine Buchbesprechung meines letzten Leseerlebnisses. Diesmal mache ich es mir einfach und verweise auf die Besprechung einer jungen Dame namens Erdbeerliese, die mir einfach aus dem  Herzen spricht. Es ist schwer, dieses tolle Buch zu besprechen, ohne zu viel vorwegzunehmen, und sie macht das richtig gut:

 Also, auf jeden Fall meine Empfehlung, mich hat das Buch nicht mehr losgelassen.

25 August 2017

Der Ausklang

Ein schöner, aber zu kurzer Stadturlaub geht zu Ende. Für mein letztes Frühstück hat man sogar Waldbeerenmarmelade  aufgetischt. Um kurz nach elf checke ich aus, ein letzter Smalltalk mit der netten Dame an der Rezeption, die sind alle so herrlich normal hier.
Die ursprünglich gebuchte Rückfahrt startete um kurz nach drei auf Fehmarn, Umstieg und Aufenthalt in Hamburg, Weiterfahrt 18:46. Maren ist heute leider unpässlich, daher vertreibe ich mir die Zeit bis dahin in der City.
"Nur noch gerade" das Gepäck am Bahnhof weg schließen. Natürlich muss ich einmal rund um den Bahnhof laufen, um zum ersten Schließfach Bereich zu kommen. 500 Fächer, alle belegt. Eine halbe Bahnhofsrunde weiter im zweiten Bereich ist zum Glück gerade EIN Fach frei geworden. Klappe steht auf, alle starren darauf, ist es kaputt? Neben mir sagt ein junger Service Mitarbeiter "Das ist ok, das können sie nehmen." Schnell wuchte ich meinen Koffer ins Fach. "Jetzt müssen sie die Münzen einwerfen. Sechs Euro.". Super, alle 11 Zwei-Euro-Münzen, die mir der Fahrkartenautomat am Vortag auf einen Fuffi raus gegeben hat, bin ich auf Fehmarn glücklich losgeworden. Nein, Scheine nimmt das Schließfach nicht an. Der Servicemann der Deutschen Bahn kann selbst natürlich auch nicht wechseln, verspricht mir aber, auf meine Koffer aufzupassen, während ich "um die Ecke beim Bäcker" Wechselgeld besorgte.
Ich gehe um die Ecke, wo die Schlange beim Bäcker bis vor den Jungfernstieg geht. Ok, nebenan ein Tabakladen, passt, meine Knakjes sind alle, hol ich direkt neue. Als ich dort nach Rauchwaren von de Olifant frage, verrät das Gesicht der freundlichen Dame, dass sie überlegt, mir den Weg zum Tierpark Hagenbeck zu weisen. Von Knakjes oder Fantjes hat sie jedenfalls noch nix gehört. Wechseln kann sie auch nicht, weil sie "so viel Silbergeld" nicht vorrätig hat (Einen Zehner wollte ich gewechselt haben). Aber sie schickt mich eine halbe Bahnhofsrunde zurück, weil dort, bei der "Deutsche Bahn", werde man mir bestimmt helfen können.

Ich hoffe, der Servicemann hält seine Zusage ein, meinen Koffer zu bewachen, denn bei der "Deutsche Bahn" kann es erfahrungsgemäß ne Weile dauern. Zwei offene Bankschalter - zwei Schlangen. Aber beide nur kurz. Jeder kennt das Problem: Egal in welche Schlange man sich anstellt, es ist immer die, in der es am längsten dauert. Daher wähle ich die kürzere Schlange. Nur zwei Personen. Der erst ist auch schnell fertig, dann gesellt sich ein männlicher Begleiter zu der Dame vor mir. Während in der anderen Schlange acht Personen geholfen wird, diskutieren die beiden mit dem freundlichen jungen Schalterbeamten über - ja über was, wüsste ich auch gerne - sie diskutieren das parallel auch untereinander, wahrscheinlich geht es um die Rettung der Welt oder die Lösung Einstein'scher Formeln. Als sie endlich unverrichteter Dinge und mit mürrischen Gesichtern abziehen, bin ich fast am Ziel meiner Träume. "Nein, wechseln können wir hier nicht," verkündet der freundliche junge Mann, "fragen sie mal nebenan bei den Kollegen vom Gepäckservice, die können ihnen bestimmt weiterhelfen.".
Gedanklich sehe ich mich schon um halb sieben fertig und kleingeldlos zu den Schließfächern zurück kriechen, wo der nette Kollege Aufpasser längst seinen Dienst beendet hat und ich mir keine Sorgen mehr um den Transport von Koffer und Notebook machen muss denn die sind längst weg. Aber ich habe Glück, im Gepäckservice gibt es keine Warteschlange (wahrscheinlich bin ich der erste und einzige, der bis hierhin vorgedrungen ist). Der Kollege dort wechselt schnell und freundlich, und ich bin nach zwanzig Minuten wieder an meinem Schließfach. Der Kollege Aufpasser ist nicht zu sehen, aber mein Gepäck steht noch im offenen Fach. Das Notebook ist noch da. Den Koffer mit der schmutzigen Wäsche hat auch keiner geöffnet, zumindest liegt keiner ohnmächtig vor dem Schließfach. Sechs Euro rein, Fach zu, abgeschlossen, Schlüssel eingesteckt. So einfach kann das Leben sein.
Nur mit dem Rucksack bewaffnet, schlendere ich die Spittaler runter, der Wolsdorff-Tabakladen hat Fantjes vorrätig. Zurück zum Bahnhof und von dort nach St.Georg in die Lange Reihe. Im Hofgarten des Café Uhrlaub serviert mir ein freundlicher Mensch Brokkoli-Auflauf und Johannisbeerschorle, anschließend Espresso Macchiato, und ich verbringe ein schönes Lesestündchen im Garten.
Uhrlaub im Hofgarten
Hier erreicht mich allerdings eine Nachricht der "Deutsche Bahn", die mich stutzig macht. Verspätungalarm! In den Details sehe ich, dass der 15:10 von Fehmarn, in den ich ursprünglich jetzt steigen wollte, eine eigenartige Form von Verspätung hat. Er fährt weder Burg noch sonst irgendeinen Bahnhof bis Hamburg an: Er fährt nicht!
Was das nun in Bezug auf meine reale Reiseplanung bedeutet, kann ich noch nicht richtig einschätzen. Will das Universum mir sagen, dass ich bei meinem ursprünglich geplanten Fehmarn-Urlaub dort gestrandet wäre, dass ich so ab Hamburg aber prima klar komme? Oder will es mir sagen: Egal, was Du machst, ich kriege dich immer und überall?
Geht gleich mein Schließfach nicht mehr auf? Fällt der Zug ab Hamburg auch aus? Heut abend bin ich schlauer.

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Es ist Abend, ich bin schlauer. Die große Anzeigetafel versuchte noch bis kurz vor der geplanten Abfahrt meines Zuges, die beiden vorhergehenden Züge auf diesem Gleis mittels Verspätungen gleichzeitig ankommen zu lassen, überlegte es sich aber im letzten Moment anders und verschob einen Zug nach Italien noch weiter nach hinten.
Als wir alle schon auf dem Bahnsteig warteten, verschwand unser Zug für 5 Minuten komplett von der Anzeige, was einige Reisende maximal nervös machte. Aber dann kam er, fast planmäßig, mein reservierter Platz in Wagen 8 befand sich nur 50 Meter neben dem Ort, wo er laut Wagenstandsanzeiger stehen sollte, das ist in Bahnkreisen fast eine Punktladung. Mein Fensterplatz am Vierer-Tisch war frei, die drei anderen Plätze am Tisch waren mit ähnlich schmalbrüstigen Menschen besetzt. Als die Größe der Sitze damals berechnet wurde, haben noch die kleiner geratenen Neanderthaler Maß gestanden. Aber wir arrangierten uns gut und eben sind in Dortmund alle drei ausgestiegen.
So kann ich meine Mauken jetzt gnadenlos ausstrecken und freue mich, bald wieder daheim zu sein.

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Liveticker Freitag 22:30
Oh Mann, warum schreib ich auch sowas! Jetzt, 10 Minuten nach der gewagten Aussage mit dem Freuen auf Daheim bleiben wir in Düsseldorf verdächtig lange stehen. Und soeben kam die vernichtende Ansage, dass wir wegen einer Streckensperrung nun auf einer Ausweichstrecke über "Opladen" nach Köln fahren und dort 20 Minuten später ankommen. Und die Androhung, dass wir weiter über Änderungen informiert werden.
OPLADEN? Wo zum Teufel ist Opladen?? Vielleicht ein Stadtteil von Bielefeld??? Mein untrüglicher Bahninstinkt sagt mir, das hier was nicht stimmt. Wir stehen übrigens wieder kurz hinter Düsseldorf. Und nichts passiert. Das heißt bei der "Deutsche Bahn" immer, gleich kommt ne neue Ansage.
Und hier ist sie.
22:40: "Meine Damen und Herren, wir halten immer noch auf offener Strecke. Unsere Ausweichstrecke ist nur eingleisig und wir müssen deshalb warten, bis ..... bla bla bla ...".
22:43: Wir fahren wieder. Ganz langsam, aber wir fahren.
23:05: "Köln voraussichtlich +30 Minuten wg. zahlreicher Verzögerungen".
23:22: Wir verlassen Köln mit 24 Minuten Verspätung. Irgendwie scheinen uns weitere Umleitungen über Bielefeld oder Eindhoven doch erspart zu bleiben.

00:08: Daheim!



24 August 2017

Die Insel der Erinnerungen

Meine langjährige Erfahrung mit dem Unternehmen Deutsche Bahn hat mich gelehrt, dass solche Unwägbarkeiten wie fehlende Wagen, defekte Türen oder "wir bitten alle Reisenden auszusteigen, dieser Zug endet hier!" in der Regel nur einmal pro Urlaub vorkommen. Daher konnte ich heute morgen frohen Mutes den dreiteiligen Trip zur Insel antreten. S-Bahn, Regionalbahn, Regionalexpress kamen hin wie zurück pünktlich auf die Minute. Von Lübeck bis Fehmarn saß ich im richtigen Teil des Zugs, der nicht in Sierksdorf abgehängt wurde. Ok, auf der Rückfahrt ein überraschender Gleiswechsel von 7 auf 9 in Lübeck, aber der wurde auch zehn Minuten vorher angesagt.
Doch erst mal ganz von vorne: Mein Frühstück nahm ich sehr früh ein, so dass ich heute nicht mit Don Filippo zum Kaffee plauschen konnte, aber beim Verlassen des Hotels sah ich ihn doch am Frühstückstisch sitzen und konnte mich noch von dem netten Kerl verabschieden. Lieber Philipp, falls Du das liest: Ich hoffe, Du bist gut heim gekommen und ich drück Dir feste die Daumen für den Köln-Marathon!

"Meine Ferienwohnung"
 Die fast drei Stunden Fahrt ermöglichten Lesen, Landschaft betrachten und Dösen, also ein perfekter Start in den Tag. Mittags wurde ich vom Empfangskomitee Dörr in Burg begrüßt. Mit den beiden Freunden fuhren wir zuerst zum Haus, in dem ich einige schöne Urlaube verbracht habe - und hier überkam mich ein eigenartiges Gefühl der Trauer, weil ich meinen verstorbenen Freund Hardy doch in vielem hier wiedersah.

Toruis mit Cappies
Zurück in Burg drehten wir unsere Runde vorbei an den Geschäften und Restaurants  am Marktplatz, machten beim Bäcker eine Kaffee- und Kuchenpause und Helmut und ich konnten auch den Fehmarn-Touri-Caps nicht widerstehen.
Echt Liebevoll hier
Schließlich machten wir vor dem Cafe Liebevoll in der Bahnhofs-straße Station, plauderten dort mit einer netten Frau, und setzten dann unsere lukullische Runde zum Ristorante Borgo Antico am Marktplatz fort. Nach einem leckeren Abendessen und interessanten Gesprächen machte ich mich um 19:31 mit dem letzten Zug wieder auf die Rückreise und fragte mich im Zug, wo die 7 Stunden geblieben waren, die ich auf der Insel verbracht hatte.




Und nun, zurück im Hotel, merke ich, dass solche langen Tage doch auch bei mir ihre Spuren hinterlassen. Es scheint fast so, dass ich auch älter werde, kaum zu glauben. Morgen Abend heißt es "Auf Wiedersehen", die Heimat ruft. Aber daran will ich jetzt gar nicht weiter denken.
Carpe Diem!

23 August 2017

Bummeln im Karo - Labyrinthspiel inklusive

Ein richtiger Bummel- und Gammeltag war angesagt. Was? Noch einer? Jawohl, genau das! Mir fällt im Nachhinein auf, dass das wahrscheinlich der letzte Frühstücksklön mit Philipp war. Er reist morgen mittag ab, ich bin morgen schon früh nach Fehmarn unterwegs und Don Philippo pflegt jeden Tag länger auszuschlafen. Er war ein sehr angenehmer Gesprächspartner beim Frühstück.

Blaubeerlimo handmade - in der Sonne
Heute mittag durchstreifte ich das kleine Karolinenviertel - das Karo, wie es die Eingeborenen nennen. Nach einer ersten Runde um den Block machte ich Siesta im Gefundenen Fressen, besser gesagt davor auf Palettenmöbeln und zu selbstgemachter leckerer Blaubeerlimonade. In der Sonne sitzen, lecker trinken, tolles Buch lesen, Leute beobachten - Mann wie toll ist das! Das ich hier im Lokal von Samy de Luxe war, erfahre ich erst abends im Hotel von Dr.Google.

 Anschließend machte ich ganz neue Erfahrungen im gegenüberliegenden NAHKAUF-KAROMARKT. Was man da geschaffen hat, ist physikalisch eigentlich unmöglich. In einem relativ kleinen Laden von vielleicht 5 x 13 Meter gefühlte 400 Meter Regal unterzubringen, da sagt jeder: Geht doch gar nicht! Da braucht man überhaupt nicht zu rechnen. Hier ist der Gegenbeweis: Es geht!
Unglücklicherweise hatte gerade ein LKW ca. 20 rollbare Warencollis ausgeladen. Das bemerkte ich jedoch erst, als ich mich am hintersten Regal befand und die gesuchte rote Beerenschorle noch nicht gefunden hatte. Der türkische Inhaber dirigierte lautstark seine Großfamilie zum Nachfüllen durch die Gänge, alle sechs mit einem eigenen Rollcontainer ausgestattet. Die Gänge waren eh so eng, dass es nur mit akrobatischer Technik möglich war, aneinander vorbei zu kommen. Stand ein Rollcontainer im Gang, blieben rechts wie links maximal ein Zentimeter Platz, also gar keine Chance, vorbei zu kommen. Nun könnte man auf die Idee kommen, dass die geschäftstüchtigen Männer natürlich den Kunden freundlich Platz machen, denn schließlich sind die Kunden König und man lebt ja von denen. Weit gefehlt! Das hier waren keine devoten Weicheier, die sich verbiegen, um ein paar Mark zu verdienen. Nein, hier gilt noch Ehre und Stolz, und just mit diesem Stolz ignorierte jeder von ihnen alle Käufer im Laden vollständig und führte anstatt dessen lautstarke Diskussionen untereinander in türkischer Sprache, deren Inhalt mit leider (oder zum Glück) völlig verschlossen bleibt.
Dadurch ergab sich für die gefühlten 8 Kunden im Laden ein abwechslungsreiches Labyrinth-Spiel. Ein Gang längs ist leer - husch hindurch - der nächste links quer - Mist, am Ende wieder eine Vollblockade - nochmal links längs zurück - rechts quer - Oh die Kasse am Ende in Sicht, schnell reingerannt - zack schiebt sich in der Mitte der Senior mit einer turmhohen Ladung Konservendosen in den Weg - Mist! Am Ende lande ich wie durch Fügung im rechten Seitengang tatsächlich vor der roten Beerenschorle - die wird leider grad von Junior 1 mit Sixpacks blockiert. Aber mit einem ganz langen Arm von der Seite schnappe ich mir schnell eine Flasche und überbrücke die drei Meter zur Kasse mit einem Hechtsprung, ehe mir Junior 2 den Container mit den Chipstüten in den Weg schieben kann. Geschafft - erlöst!
Die Kundin hinter mir hat leider Pech und bleibt hinter den Chips hängen. Aber - mein Gott, so ist das Leben, einmal zurück durch den ganzen Laden sprinten - neues Spiel, neues Glück!

Draußen durchkämme ich das Viertel längs der lauten Karolinenstraße und lande am Ende wieder an der Marktstraße an einem kleinen Platz mit Bäumen und Bänken, wo sich einige Anwohner und Touristen aller Coleur aufhalten. Das lädt zum Verweilen ein, zum Lesen und Schauen. Beim Türken gegenüber hol ich mir ein leckeres Köfte im Fladenbrot auf die Hand. Und das neue Buch von David Mitchell - Die Knochenuhren - kann ich gar nicht mehr aus der Hand legen.

Friedensallee - Bahrenfelder
Spätnachmittag mit der U3 und S1 wieder zurück nach Altona ins Hotel. Nach einem Päuschen dreh ich auch hier nochmal eine Runde bei tollem Wetter um die Bahrenfelder Straße. Leider existiert das Insbeth nicht mehr, an gleicher Stelle aber immerhin der hiesige Weltladen. Trotzdem Schade.

Hier war einst das Insbeth
Mein Platz vor dem Klamottensen
Der Altonaer Stadtteil Ottensen hat doch einiges zu bieten, wenn man sich die Zeit nimmt, mal hin zu sehen. Am Ende lande ich vor dem gemütlichen Klamottensen und lege bei einem leckeren Latte Macchiato noch eine große Leserunde ein. Ich liebe diese tollen Tage, an denen ich ohne großartige Planung einfach entspannen kann, was mir in einer solchen Umgebung (und heute auch bei tollem Wetter) nicht schwer fällt.


22 August 2017

Vom Schanzenstern ins Schanzenviertel

Heute hab ich mir selbst einen Ruhetag verordnet. Die Fusskilometer der letzten Tage fordern das geradezu heraus. Beim Frühstück berichtete Philipp vom gestrigen Reeperbahn-Bummel mit dem Nachtwächter. Interessante Geschichten über eindeutig zweideutige Etablissements, der Besuch des Boxkellers, in dem noch Ali-Plakate an den Wänden hängen und andere Anekdoten bescherten ihm einen schönen Abend, der erst gegen 2 Uhr nachts endete. Trotzdem saß er um kurz nach neun am Frühstückstisch und plante für den heutigen Tag.

Frühstücksgesellschaft - Philipp sitzt übrigens rechts
Das ist es, das Privileg der jungen Jahre. Wenn mich jemand nach einem solchen Ausflug versucht hätte, um diese Zeit zu wecken, wäre das nicht gut für ihn ausgegangen. Aber so war alles gut und wir konnten unsere morgendliche Frühstücksgesellschaft genießen.

So wünsch ich mir das
Am späten Vormittag machte ich mich dann auf den Weg in's Schanzenviertel. Obwohl sich das Quartier über die Jahre sichtbar verändert, zieht es mich doch immer wieder hierhin. Kaum war ich da, parkt direkt vor meiner Nase dieses Auto ein:

Nach einem Rundgang durch Schulterblatt, Schanzenstraße, Bartelsstraße, Susannenstraße landete ich erstmal vor dem Kostbar. Blauer Himmel, Sonnenschein und ein freier Tisch überredeten mich zu einer Lesestunde im Freien und einem kleinen Snack.

Was ich danach auf jeden Fall noch besuchen musste, war meine Lieblingsbuchhandlung in Hamburg, das Schanzenbuch. Es ist unfassbar, welche Bücher die drinnen in der Auslage haben, von denen ich noch nie etwas gesehen oder gehört habe. Ich muss mich immer schwer zusammen nehmen, um da nicht mit einem großen Karton voller Bücher raus zu gehen, so viel interessante Cover und Klappentexte bekomme ich da zu sehen und zu lesen.

Die Buchhandlung Schanzenbuch - Besuch ist Pflicht

Da ich meinen aktuellen Ozean am Ende der Straße so gut wie durch habe, MUSS ich natürlich etwas mitnehmen. Na gut, zwei Bücher dürfen es sein. Nicht mehr, ich muss ja am Freitag alles mit nach Hause schleppen.

Die beiden Neuen
Und mittendrin die erlösende Nachricht von meinem Lieblingsbrüderchen, dass es ihm nach dem geplanten Eingriff wieder gut geht. So wird es ein richtig schöner Tag. Zurück in Altona genieße ich nachmittags noch das Tagesgericht im BIO-Restaurant des Hotels, mit einer Rhabarberschorle und einem Espresso macchiato. Lecker. Alles in mir schreit nach 2 Stunden Augenpflege. Genehmigt!

Neil Gaiman habe ich fertig gelesen, ein super tolles Buch, Bericht folgt!
Und den neuen David Mitchell konnte ich natürlich auch nicht liegen lassen. Soviel kann ich bereits sagen: Es fängt schon sehr vielversprechend an!

21 August 2017

Vom U-Boot über Porto bis an die ElPhi

Philipp, mein netter Frühstücksbegleiter, erzählte mir heute morgen von seinem Trip zum U-Boot-Museum inkl. Besichtigung des U 434. Interessant war's allemal, ihm hat's Spaß gemacht, mir implizierte die Vorstellung eines U-Boot-Besuchs eher beklemmende Gefühle. Heut Abend um 20:30 will er sich dem Nachtwächter-Rundgang durch St.Pauli anschließen.Von den Landungsbrücken zur Reeperbahn inklusive Besuch des legendären Boxkellers in der Ritze. Was soll ich sagen? Vor 40 Jahren, als ich so alt war wie er, wäre mein Abend verplant gewesen, sobald er das erzählt hätte.
Café Galao in der Sonne
Heute verspüre ich Lust auf andere Dinge. Heute war ich schon mittags an den Landungsbrücken und schlug mich mit Maren die erste Runde durchs Portugiesenviertel, mit einem ersten Stop bei leckeren Café Galão vor dem Café Sul in der Sonne. Anschließend ein Spaziergang zur Hafen-City bis hinter die ElPhi, wo es uns fast von der Brücke blies. Dieses Ding ist ein unsagbar großer kasten. Es ist fast unmöglich, ihn ganz aufs Bild zu kriegen. Vor dem Eingang zur Plaza-Besichtigung Trauben von Menschen, die alle den Ausblick von ganz oben genießen wollten. Tickets musste man gegenüber im riesigen Besucherzentrum kaufen, auch dort viele Menschen. Daher verzichteten wir diesmal auf den Besuch der Dachterrasse in 37 Metern Höhe.
Moderner Gigantismus

Umso mehr freute ich mich auf den Rückweg ins Portugiesenviertel und den Besuch des Restaurants Porto. Ich hatte mittags schon entdeckt, dass hier als Tagesgericht u.a. ein Lachsfilet mit Lauchsoße angeboten wurde, das hatte ich so noch nie genossen. Und siehe da, es war lecker. Die nette Bedienung erklärte mir, dass es so etwas wie "portugiesichen Espresso" nicht gäbe. In ihrer Heimat hätte sich auch der Espresso durchgesetzt. So konnten wir uns auch noch selbigen schmecken lassen, ohne Gefahr zu laufen, gegen die Landestraditionen zu verstoßen.
Lachs mit Lauch - lecker!


Dann geschah das, was mir in den letzten Tagen bereits passiert war. Viel Bewegung an der frischen Luft und anschließendes Schlemmen bewirken das, was meine Ex-Kollegin Wilma treffend formuliert hat: Nach dem Essen werden die Tiere müde! Und so sitze ich heute abend früh im Hotelzimmer, genieße den Ausblick bis zum Fernsehturm, und schreibe diese Zeilen.

20 August 2017

Energie auf dem Berg

Da ein gewisser Mr. Sandman mir gestern Abend recht früh die Äuglein zu drückte, konnte ich heute morgen mein erstes BIO-Frühstücksbuffet im Schanzenstern Altona bei völlig wachem Verstand genießen, obwohl ich bereits kurz nach neun frisch geduscht das Restaurant betrat. Der vermeintlich Hotelmitarbeiter, den ich dort wegen der Platzwahl ansprach, entpuppte sich als Philipp, reisender Twen aus dem kölschen Raum, der ebenfalls seit gestern hier Quartier bezogen hatte. Allerdings hatte er bei der Anreise einen späteren Zug als ich gewählt und war somit dem Gestrandetenlager im überfüllten IC2408 entgangen.
Sollte ich vielleicht auch mal ausprobieren, bei meinem abonnierten Glück mit der Bahn. Einfach mal die ausgetretenen Pfade verlassen und mit einem anderen Zug etwas Neues erleben. Obwohl, wenn ich mir vorstelle, eine Route zu nehmen, bei der ich umsteigen muss, also auf Pünktlichkeit der Anschlusszüge angewiesen bin, irgendwie - ok ok, ist ein blöder Gedanke. Ich fahr weiter wie bisher, da weiß ich, dass was passiert, kenne die meisten Varianten, damit kann ich leben. Bei Philipps Zug fehlte übrigens Wagen 14. War einfach nicht dabei. Kommt das irgendwem bekannt vor? Damit sollte das Thema abgehandelt sein.

Das Frühstücksbuffet war gut, vielfältig, mehr als ausreichend, der Kaffee lecker. Passt! Mit Maren war ich am S-Bahnhof Veddel verabredet. Ich fuhr so früh in Altona los, dass mir noch ne Stunde Zeit zur freien Verfügung blieb. Unglaublich, aber wahr. Ich, zu früh. Tzz tzzz...
Die Zeit verbrachte ich lesend in der "Lange Reihe" in St.Georg, wo der blaue, sonnige Himmel mich vor einem Bistro zum Verweilen und Lesen einlud. Die Fritz!-Holunderschorle kann ich übrigens empfehlen.
In Veddel machte ich dann eine Erfahrung, die mir irgendwie bekannt vorkam: Am Busbahnhof war auf keiner Fahrplanroute die passende Haltestelle für den Energieberg zu finden. Also fragte ich eine nette Busfahrerin der Linie 154, wie ich denn dahin käme. Da müsse ich mit der Linie 3 fahren bis zur nächsten Haltestelle, dann umsteigen bis zur Haltestelle "Fiskalische Straße". Die Linie 3 fahre direkt vor dem S-Bahnhof ab. Ok, zurück dorthin, die 3 fährt gerade vor, was sagt der freundliche Fahrer? "Zum Energieberg? Da müssen sie mit der 154 fahren, die fährt da vorne ab!". Die FUHR da vorne ab, vor 1 Minute. Als er mein ratloses Gesicht sieht, schiebt er nach: "Da können sie auch grad zu Fuß hingehen, das ist direkt um die Ecke. Gehen sie da vorn rechts, in fünf Minuten sind sie da.". Ok, wir beide marschieren los, entdecken ein Hinweisschild, gehen dem nach, und stehen ne Viertelstunde später an einer unwirklichen Kreuzung in einem Industriegebiet, keine Schilder mehr, nix. Die wenigen vorbei kommenden Passanten (ca. 8 aus 10 Nationalitäten) können uns allesamt nicht sagen, wo sich der ominöse Energieberg befindet. Selbst die, die unsere Frage verstehen, zucken nur mit den Schultern. Wie gut, dass Dr. Google hilft. 5 Minuten später sind wir in der richtigen Straße, weitere 10 Minuten später sind wir am Info-Zentrum am Fuße des Energiebergs angekommen.
Die Treppen zum Himmel, als er noch blau war
Dort haben wir ein wenig Zeit, die Multimedia-Terminals auszuprobieren. Dann führt uns eine junge Mitarbeiterin zuerst durch einen interessanten Filmbeitrag und anschließend mit einer Führung hoch zum Berg. Wir haben Glück, der Himmel ist aufgerissen und es ist trocken. Die vierzig Meter Höhe sind mit einer endlos langen Treppe zügig überwunden, obwohl Maren und ich zu den jüngeren Mitgliedern unserer Kleingruppe zählen. Oben geht's auf einem angelegten Rundweg einmal um den Berg, bei trübem regnerischem Wetter können wir den Blick auf die Hamburger Skyline nicht uneingeschränkt genießen. Aber was die junge Frau zu erzählen hat, ist sehr interessant. Es beginnt gerade wieder zu nieseln, als wir schnellen Schrittes die Stufen zum Infozentrum wieder hinunter eilen.
Skyline in grau
Den Rückweg nach Veddel machen wir mit dem Bus. Unweit vom S-Bahnhof haben wir auf dem Hinweg das Restaurant "Nach Amerika" des Auswanderermuseums Ballin-Stadt entdeckt, in dem wir uns stärken und dann in die Innenstadt zurück fahren. Nach einem Kaffee-Klön auf St.Georg merke ich dann allerdings, dass die heutigen Kilometer per pedes nicht spurlos an mir vorübergegangen sind. Maren geht es ähnlich, so machen wir uns beide auf den Heimweg. Die anschließende ausgiebige Augenpflege im Hotel hat mir sehr gut getan, die viele Bewegung heute auch.
Morgen ist das Portugiesenviertel fällig, das mir meine Schulfreundin Gabi kürzlich noch explizit ans Herz gelegt hat. Ich freu mich. Mir geht's gut.

19 August 2017

Travelling Deutsche Bahn: Der 06:18 nach Rügen

Während ich gemütlich im FirstClass-Abteil Richtung Norden sitze, fällt mir auf, dass ich genau diesen Zug immer benutze, wenn ich Richtung Norden fahre. Hamburg, Kiel, Lübeck, Bremen, stets lockt der 06:18 Uhr, weil er als Einziger von Andernach durchfährt bis nach Rügen. Das könnte die PPP-Serie der letzten Jahre erklären. Vielleicht weist genau dieser Zug ein paar elementare Mängel auf, welche die immer wiederkehrenden Probleme verursachen.
Heute morgen verlief immerhin bis Köln alles völlig planmäßig. Eine freundliche Stimme hieß die Zugestiegenen willkommen und wünschte allen eine gute Reise mit der Deutschen Bahn. Ich hatte ein FirstClass-Abteil für mich allein und beobachte den Sonnenaufgang über dem Rheintal. Toll!
In Köln kamen wir planmäßig an - und dann öffneten sich die Zugtüren nicht. Drinnen ein paar wenige Fahrgäste, die raus wollten. Draußen ein paar mehr, die rein wollten. Die Ansagen der nächsten halben Stunde in gekürzter Form:
"Die Zugtüren werden sich gleich öffnen."
*entspannt lächelnd*"Meine Damen und Herren, die Zugtüren werden sich gleich öffnen."
"Meine Damen und Herren, die Zugtüren lassen sich momentan nicht öffnen."
"Die Zugtüren lassen sich derzeit nur über die Notentriegelung öffnen."
"Wir haben ein technisches Problem mit den Zugtüren. Wir sind dabei, das zu lösen."
"Meine Damen und Herren, es lassen sich derzeit nur einige Zugtüren öffnen. Bitte steigen sie ggf. an einer anderen Tür zu."
"Das technische Problem mit den Türen wird gleich gelöst sein. Wir bitten um Verständnis."
"Wir können die Fahrt erst fortsetzen, wenn das Problem gelöst ist."
"Ich höre gerade, das Problem ist gelöst. Wir werden die Fahrt umgehend fortsetzen und bitten um Verständnis für die Verzögerung."
"Verehrte Fahrgäste, das Problem kann doch nicht gelöst werden. Wir werden die Fahrt nicht fortsetzen."
"Dieser Zug endet hier. Wir bitten alle Fahrgäste auszusteigen."
"Reisende in Richtung Düsseldorf finden Anschluss um 7:48 Uhr auf dem gegenüber liegenden Gleis 3 an diesem Bahnsteig."
"Reisende in Richtung Hamburg ..ähm.. können den Zug um kurz nach acht nehmen."
"Dieser Zug endet hier. Wir bitten alle Fahrgäste auszusteigen."
Im übernächsten Wagen finde ich eine funktionierende Tür und werde auf den Bahnsteig gespült. Abfahrplan checken. 08:10 Gleis 4, OK. Gemütlich zum Aufzug, runter und nebenan wieder hoch. Wagenstandsanzeiger gescheckt. Ich steh genau richtig für die 1.Klasse, denn die lass ich mir jetzt nicht mehr nehmen.
Neben mir ein großes Display, das die nächsten Züge anzeigt. 08:05 einer, 08:15 der nächste, von 08:10 keine Spur, irgendwie irritierend. Kurz vor acht ein letzter Kontrollblick auf den Abfahrtsplan, wo noch 2 weitere Gestrandete mit fragenden Gesichtern stehen. Dann seh ich es: Klein gedruckt am Ende. Erst ab dem 02.09.2017. Nächster regulärer Zug nach HH-Hbf un 09:09 Uhr. Auf Gleis 2. Ok, bevor ich wieder was kleingedrucktes übersehe, ab runter zum Reisezentrum, durch den halben Bahnhof. Eine freundliche Dame erklärt mit, dass ich natürlich den 08:14 auf Gleis 3 nehmen kann. "Da steht doch Stralsund!". "Ja der hält aber auch in Hamburg. Moment, ich schau nach. Ja, Harburg hält der, aber von da aus kommen sie doch auch weiter."
Ein Blick auf die Uhr, 08:09 Uhr! Im Sause-Düse-Schritt durch den Bahnhof, Aufzug besetzt, mit dem ganzen Geraffel die Treppe hoch - und da steht er tatsächlich. Am anderen Ende des Bahnsteigs, aber immerhin, er ist da! Ich besetze sofort den freien Platz im 2.Abteil, hier treffe ich auf weitere Gestrandete, die das als bahnerfahrene "Liebe Reisende" locker sehen. Mehr als 1 Stunde Verspätung gibt Erstattung, erfahre ich. Online zu beantragen. Schaumama.
Erstmal sitze ich wieder FirstClass. Und da das Reservierungsanzeigesystem ausnahmsweise defekt ist, kann mich bis Harburg eigentlich keiner vertreiben.

11:03 Uhr: Naja, keiner, hmmmmh...
Gerade war der Zugführer bei uns zu Besuch und hat gefragt, ob wir für diesen Zug reserviert hätten. Da alle sechs Insassen Gestrandete des Zugs mit den Problemtüren sind, haben wir natürlich alle in einem anderen Zug reserviert. Er hat uns total freundlich darauf hingewiesen, dass wir hier was räumen müssten, falls noch jemand zu steigt, der tatsächlich hier reserviert hat. Da das Reservierungssystem leider defekt ist, kann er das derzeit nicht überprüfen.
Die Gänge in der 1.Klasse sind mittlerweile auch überfüllt. Auf unsere Frage, wohin wir denn im Fall der Fälle ausweichen könnten, ob noch irgendwo im Zug ein Platz frei sei, muss er selbst herzhaft lachen. Also, Daumen drücken und hoffen. Ich erzähle derweil den Mitreisenden eine alte Geschichte vom Zugreisen in Italien. Dabei wird uns allen sehr bewusst, wie winzig klein die Problemchen der Deutschen Bahn sind.
Hotel, Hostel, Restaurant. Alles BIO
Ich bin ohne weitere Probleme bis Harburg gekommen, Ankunft 12:56 (statt geplant 11:18). Hier nahm mich Maren in Empfang und wir fuhren mit der S-Bahn direkt nach Altona ins BIO-Hotel Schanzenstern. Das ganze Ambiente hier ist sehr nach meinem Geschmack. Einfach, sauber, bezahlbar. Toilettenspülung mit gefiltertem Regenwasser. Nach dem Einchecken sind wir dann um die Häuser geschlendert. Bahrenfelder Straße, Friedensallee, hier gibt es viele kleine Geschäftchen. Beim Italiener haben wir draußen gesessen, als der Himmel mal ne halbe Stunde aufriss, die Spaghetti carbonara salmone waren lecker, und anschließend ein herzhafter italienischer Espresso, klein, schwarz, heiß, stark. Perfetto. Nach unserem Rundgang und einem kleinen Einkauf spürte ich dann allerdings, wie ich meiner Rest-Energie vollends verlustig wurde. Und so sitze ich nun nach 2 Stunden Tiefschlaf und der Sportschau im Hotelzimmer und verfasse diese Zeilen. Ein schöner Start in den Urlaub.
Lecker Spaghetti im Piazza


Morgen früh erwartet mich ein BIO-Frühstück und mittags treffen wir uns zur Besichtigung des Energiebergs Georgswerder, auf den ich auch sehr gespannt bin.

13 August 2017

Rotschopf und Asiate

Es scheint so zu sein, dass das Universum mir in solch wechselhaften Zeiten bevorzugt wunderbare Bücher in die Hände spielt. Diesmal ist es ein Jugendbuch von Rainbow Rowell, dessen Rezension mir ins Auge gefallen war. Meine Lieblingsbuchhandlung in Andernach hatte das Buch vorrätig. Außerdem gibt es hier den besten Espresso Doppio Macchiato, falls ich das noch nicht erwähnt habe.
"Eleanor & Park" sind zwei Sechzehnjährige, die die gleiche Schule besuchen. Sie leben in der Stadt Omaha in Nebraska, und ihre beiden Familien hat es nicht ins beste Viertel der Stadt verschlagen. Auch an der Schule fallen Zickenterror und das Machogehabe der Jungs etwas drastischer aus als in zivilisierteren Stadtteilen. Und im Schulbus beginnt der Roman. Der asiatische Außenseiter lässt notgedrungen die Neue im Bus neben sich sitzen, eine rothaarige mollige Außenseiterin. Wie ätzend!
Und von hier an spinnt die Autorin die Handlungsfäden der beiden Protagonisten mit einem feinfühligen Stil nebeneinander her, und sich doch ständig kreuzend und berührend. Das familiäre Umfeld der beiden wird nach und nach aufgeblättert. Es entwickelt sich ein spannender Plot, obwohl es an klassischer Action eher mangelt. Aber bei der Geschichte der beiden wollte ich ständig wissen, wie es weitergeht. Ich erwartete ständig Handlungen und Wendungen, die dann doch ganz anders passierten, als ich es geahnt hatte. Der Stiefvater von Eleanor ist ein Arschloch allererster Güteklasse, eine Figur, die mich maximal wütend machte, obwohl ich solche familiären Katastrophen persönlich nie erleben musste.
Es gibt nur wenige schwarz-weiß-gezeichnete Menschen, auch wenn man die beiden Protagonisten schnell ins Herz schließt. Ein berührender Roman mitten aus dem Leben, das manchmal schön, manchmal beschissen sein kann. Weiteres Spoilern erspare ich mir nun.

Meine liebe Freundin Hilde hat das Buch zuerst verschlungen, da ich noch mit den Okapis im Westerwald beschäftigt war. Sie erzählte mir, dass das Buch sie richtig berührt hat. Daher an dieser Stelle eine Doppelempfehlung. Lesen!

06 August 2017

Bitte an das Universum

Liebes Universum,
was stellst Du in letzter Zeit mit mir an? Ein solches Mischmasch von Ereignissen und Erlebnissen habe ich bisher nicht gekannt. Dieser Wechsel zwischen wunderschönem Erlebten und furchtbaren Ereignissen verwirrt mich immer mehr.


Einerseits die tollen Begegnungen mit wunderbaren Menschen aus alter und ganz neuer Zeit. Das Verbringen von immer mehr Zeit mit Menschen, die mir so gut tun. Das Kennenlernen von toller neuer Verwandtschaft jenseits des großen Teichs. Das Wiederauffinden von Freunden nach Jahrzehnten. Der Eintritt in eine Altersteilzeit mit absehbarem Ende, die mir unglaublich gut tut.

Und dann diese schlimmen Sachen mittendrin, der plötzliche Tod eines lieben Freundes, zu dem ich am Freitag in Urlaub fahren wollte. Ein Tinnitus, der immer lauter wird, obwohl er die Belastungsgrenze eigentlich schon überschritten hat. Und heute die Nachricht vom plötzlichen Tod des Nachbarn aus der Kindheit, mit dem ich vor einiger Zeit noch über meinen Umzug zurück ins Elternhaus und unsere damit verbundene (Wieder-)Nachbarschaft gesprochen hab.

Ich komme mir vor wie in einem großen Gefäß, so groß wie ein Planet, das gefüllt ist mit unzähligen Puzzlesteinchen und bunten Einzelteilchen. Alle Teile sind entweder knallbunt oder todschwarz. Dieses Gefäß schüttelst Du, Universum, derzeit täglich durch und dann passiert wieder etwas Superschönes oder etwas total Beschissenes, je nachdem, wo ich mich anschließend wiederfinde.

Ich empfinde das immer mehr als irreal, als könne das nur ein komischer Traum sein, aus dem ich eines Tages aufwache und mich wundere, dass ich das so lange für real gehalten hab. Wenn es so ist, dann lass mich bitte bald aufwachen.
Wenn es kein Traum ist, was willst Du mir damit zeigen?
Ich habe kürzlich ein tolles Buch hier im blog besprochen. Der Titel war "Letztendlich sind wir dem Universum egal". Ok, das wir Dir nicht egal sind, habe ich verstanden, Universum. Und dass das Leben kein langer, ruhiger Fluss ist, habe ich auch längst gemerkt. Aber die Differenz zwischen den wachsenden Höhen und den abgründigeren Tiefen wird mir zu viel.

Was es auch ist, Universum, lass es gut sein. Bitte!

04 August 2017

Mach's gut, Hardy!

Gestern hat uns überraschend mein lieber Freund Hardy für immer verlassen. Ich werde ihn so positiv in Erinnerung behalten, wie er war.
Unvergessliche Zeiten
Hardy, Du bist uns nur voraus gegangen. Wo immer Du jetzt bist, mach's gut und bleib Dir selbst treu! Ich weiß, wir werden uns wiedersehen, irgendwo irgendwann.

01 August 2017

Okapis im Westerwald

Eine Buchempfehlung im Internet ließ mir keine andere Wahl. Ich musste am nächsten Tag die Buchhandlung meines Vertrauens in Andernach aufsuchen und diesen Roman mitnehmen. Die junge Autorin Mariana Leky hat eine ungewöhnliche Art zu schreiben, und sie schreibt über ungewöhnliche Dinge in einem gewöhnlichen Westerwälder Dörfchen.
Sie schreibt über die vielen unausgesprochenen Gedanken, die sich im Lauf eines Lebens in jedem von uns ansammeln, die manchmal ein Eigenleben entwickeln und sich einen Weg nach draußen suchen, und die ihn nicht immer finden. Sie beschreibt Charaktere auf eine Art, dass sie einem bei all ihrer Skurilität (oder gerade deshalb?) schnell ans Herz wachsen. Solche Menschen kann man sich eigentlich nicht ausdenken, die muss man erlebt haben.
Die alte Selma kann den Tod voraussehen. Wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, dann stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Wer? Keiner weiß es, auch Selma nicht. Was die Dorfbewohner dann fürchten, wagen, gestehen, davon erzählt der Roman. Welche Wahrheiten dann unbedingt raus wollen, welche es schaffen und welche nicht, darin kann sich jeder ein Stück wiedererkennen.
Geschildert wird alles aus der Sicht von Selmas Enkelin Luise. Sie beschreibt ihren gewichtestemmenden Kindheitsfreund Martin, den von Stimmen verfolgten Optiker, die traurige Marlies ebenso wie die alte Elsbeth, eine überzeugte Verfechterin der Heilung durch Fledermausherzen, die aber manchmal mit Aufhockern im Nacken kämpft. Was ein buddhistischer Mönch damit zu tun hat? Lest es selbst, ihr werdet es nicht mehr aus der Hand legen.
Aus dem Klappentext: Und natürlich geht es um die unbedingte Anwesenheitspflicht im eigenen Leben. Vor allem geht es um Menschen, die alle auf ihre Weise mit der Liebe ringen, gegen Widerstände, Zeitverschiebungen und Unwägbarkeiten, ohne jemals den Mut zu verlieren.

Ich hab's verschlungen und heute Abend im letzten Kapitel ein paar Tränen vergossen. Und wenn ihr in der Anker-Buchhandlung in der Oberen Wallstraße 10 steht, dann vergesst nicht, den Espresso Doppio Macchiato zu probieren, der ist genauso einmalig wie dieser Roman.

29 Juli 2017

Lass uns über morgen reden

Ob der Opener des Abends Grundlage für den Bandnamen war, ist eine reine Spekulation, würde aber gut passen. Eagle-Eye Cherry setzte es in den 90ern unwiderruflich in all unsere Gehörgänge:

Save tonight and fight the break of dawn
Come tomorrow - tomorrow I'll be gone

Also morgen bist Du weg, wie jetzt? Reden wir drüber! - Talk about Tomorrow!
5 engagierte Jungs waren gut drauf
Ich erlebte die Band heute zum ersten Mal, und es gefiel mir. Vor allem gefiel mir, wie locker die Jungs drauf waren, wie sie mit dem Publikum im Hof des Museums spielten. Zwischendurch übernimmt der Drummer auch mal für ein Stück die Gitarre, der Saitenspieler bearbeitet derweil die Kessel.
Auffällig dabei Dominik Gusch (2.v.r.) als Anti-Prototyp des Bassisten. Meine Generation kennt Bassisten überwiegend als lange, dürre, bärtige Wesen, deren Hauptzielsetzung darin bestand, in einer unbeleuchteten Ecke der Bühne zu stehen, sich möglichst gar nicht zu bewegen, und dabei völlig teilnahmslos zu wirken. 80% der Oldschool-Bassisten hatten dabei immer eine brennende Kippe im Mundwinkel, die komischerweise nie ausging. Dominik Gusch war das genaue Gegenteil, er versuchte gar nicht erst, seine Spielfreude zu verbergen, sondern lebte das richtig aus auf der Bühne. Es machte Spaß, ihm dabei zuzusehen.
Nicht nur mir hat das Spaß gemacht, die meisten Besucher genossen den Sommerabend mit der Band. Gecovert wurde ab und an, Oasis und Lynyrd Skynyrd ließen grüßen. Auch Chester Bennington wurde posthum mit "In the End" geehrt, kräftig unterstützt von StrangersandFriends, die anschließend noch aufspielen sollten. Zwischendrin einige Eigenkompositionen, die Jungs haben's echt drauf!

Ich hatte mit Tanja, Ricarda und Sandra richtig nette Gesellschaft, auch die durchreisende Besucherin (von der Nordsee an die Schweizer Grenze) fühlte sich an unserem Tisch wohl. Ich bin sehr gespannt, ob sie es wirklich noch schafft, sich die Permakultur in Eich anzusehen.

Der tolle Auftritt der 5 Jungs hatte allerdings die Belastbarkeit meiner beiden Hörgeräte völlig überreizt, das war ein Crashtest par excellence. Da mir die Rap-Lastigkeit der folgenden StrangersandFriends ohnehin nicht so liegt, machte ich mich in der Umbaupause auf den Heimweg, um mir das EM-Viertelfinale unserer Mädels anzusehen. Leider fiel dies dem großen Regen zum Opfer, Wiederholung morgen mittag.

Das war ein würdiger Abschluss der diesjährigen "Museum-unplugged"-Reihe, mit der man es geschafft hat, das Museum auch für ein anderes, ein neues Publikum interessant zu machen. Ein Lob an die Kolleginnen und Kollegen des Museums und des Kulturamts, ich hoffe, wir erleben das auch im nächsten Jahr wieder. Die Talk-about-Tomorrow-Jungs werde ich mir gerne in der Kulturnacht nochmal anhören.


22 Juli 2017

Die Klasse von 1963

Auf unser heutiges Klassentreffen hatte ich mich schon sehr lange gefreut. Beim letzten großen Treffen in 2006 hatte ich einige wieder getroffen, die ich schon seit der Schulzeit komplett aus den Augen verloren hatte. Diesmal fehlten leider ein paar Gesichter, was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat.
Bei einem gemeinsamen Frühstück im Casino hatten wir bereits ausgiebig Gelegenheit zum Gespräch, anschließend gingen wir rüber zur alten Schule und inspizierten die alten Klassenzimmer. Die Klassen und Flure wirkten seltsam fremd auf mich, es wurden keine alten Erinnerungen geweckt. Lediglich die überdachte Pausenhalle wirkte trotz neuer Bemalung noch ähnlich wie damals.
Hier schossen wir auch das Erinnerungsfoto in ähnlicher Aufstellung wie 1964. Ok, einer kann sich nicht mehr knien und hat mit dem Hintermann getauscht. Aber tatsächlich, man kann noch jeden von uns problemlos wieder erkennen.

1964

2017
Nach dem Fotoshooting nahm ich mir eine Auszeit und verzog mich nach Hause. Augenpflege war angesagt, und die tat gut, denn die Kommunikation mit schwerhörigen Ohren und lautem Dauertinnitus ist anstrengend. Das begreift man erst wirklich, wenn's einen selbst erwischt hat. Der Rest der Corona erlebte in Winningen eine schöne Planwagenfahrt, wie man mir später berichtete.

Um sechs Uhr stieß ich dann wieder dazu, wir ließen uns zum Ausklang im Königsbacher Treff verwöhnen. Die Schweinefilets mit Pfifferlingen waren sehr lecker, und auch der Espresso danach konnte sich sehen lassen. Aber das Wichtigste und Schönste waren die gemeinsam verbrachten Stunden, die Gespräche, das Lachen und das Feststellen, dass viele Charaktere sich treu geblieben sind, manche sich durch das Leben verändert haben, keiner zum Negativen. Das lässt mich mit einem guten Gefühl nach Hause fahren, mit dem Gefühl, unter Freunden gewesen zu sein.
Ein großes Dankeschön an unsere beiden Organisatorinnen für diesen tollen Tag. Das habt ihr mal wieder klasse gemacht!

Kleiner Nachtrag: Eine Person, die beim alten Klassenfoto krankheitsbedingt fehlte, ist nun auf dem aktuellen Bild dabei. Wer ist es?

19 Juli 2017

Arterien, Amerika und das Alter: Interpretationen der ATZ

Seltsamerweise hat mich der Begriff ATZ in den letzten Wochen auf sehr unterschiedliche Art und Weise berührt. Fangen wir bei der eigentlich ungünstigsten Interpretation an:

Arterien Teilweise Zu

Von http://phil.cdc.gov/phil_images/20030718/11/PHIL_846_lores.jpg, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=825658
So kanns aussehen
Als mir der Betriebsarzt vor Monaten eröffnete: "Eine Halsarterie ist ziemlich zu. Oldbearbone, jetzt müssen sie was machen!", war mir klar, dass ich die medikamentenfreie Komfortzone verlassen muss. Blutdruck dauerhaft zu hoch, Cholesterin ebenso. Über weitere Konsequenzen braucht man nicht lange nachzudenken. Ab zum Hausarzt. 2 Tabletten täglich, ok. Eine eingehende Untersuchung ergab, dass alle anderen Blutwerte nicht nur ok, sondern vorbildlich sind. Sechs Wochen später sind Blutdruck und Cholesterin mitten im grünen Bereich.
Nichtsdestotrotz hatte der Betriebsarzt mich für eine (freiwillige) Teilnahme an einer Studie ausgeguckt. Zusammenhänge zwischen Arteriosklerose in den Halsarterien und in den Coronargefäßen. Als Kandidat für sowas ausgesucht werden löst erstmal keine Freudenstürme aus, nicht wirklich. Aber wie die Ergebnisse nach dem aktuell erfolgten Coronar-CT zeigen, völlig zu Unrecht. Alles im grünen Bereich, nur geringfügige Ablagerungen, 20%, altersgemäß ok. Und so wendete sich also die erste ATZ-Bedeutung zum Positiven.


Die nächste Bedeutung entpuppte sich von Anfang an als der Burner schlechthin:

AltersTeilZeit

Seit knapp drei Wochen ist dies mein Beschäftigungsgrad, nur noch 3 Tage die Woche á 6,5 Stunden arbeiten. Und ich kann dazu nur sagen, es tut mir UNGLAUBLICH GUT. Den Druck der Vollzeittätigkeit nicht mehr zu spüren, ist eine Wohltat, die ich in vollem Umfang geniessen kann. Ich hab tatsächlich mehr Zeit und Energie für die Dinge, an denen mein Herzblut hängt. Für das Schreiben, das Lesen, das Nichtstun, für die nachhaltigen Projekte und Ideen, für die vernachlässigte Ahnenforschung, Ich hab mehr Zeit, dieser unsägliche Druck der kompletten Verplantheit des eigenen Lebens geht zurück, das Gefühl des Fremdbestimmtseins wird weniger. Es ist einfach nur toll und ich kann mir bereits jetzt überhaupt nicht mehr vorstellen, einen Vollzeitjob zu bewältigen. Ich war es wohl auch in den letzten Jahren zunehmend weniger.


 Und nun hat sich auch noch eine weitere Interpretation der ATZ für mich ergeben, über deren Bedeutung ich mir noch gar nicht in vollem Umfang bewusst bin:

America Texas couZin

Ok, it was something tricky to push this event into that abbreviation ATZ. But it was worth it.
How good to have goodhearted relatives
Some months before I started a DNA-test at my preferred genealogic website. And in the result I could see my ancestors came from the British Isle, Middle/Western Europe, the Balkan, Sardinia and from ashkenasian Jews. Wow, I never thought this!
But that's not the biggest point of all, I also found a far-flung cousin in Texas and her wonderful family. She's a teenager, and her mom is in my age. And we get so well with each other, that's incredible for me, they are both lovely persons. After mailing tons of text we had our first phone talk last week, thanks to FB messenger. And I tell you, when we hang up, she left me with a smile on my face and a warm heart. I'm so glad to have found these family members. An we will figure out how we are related, we'll find the trace to our common ancestor,

12 Juli 2017

Letztendlich sind wir dem Universum egal

So lautet der Titel des Buchs von David Levithan, das mich von Beginn an sehr gefesselt hat. Ein Jugendbuch wohlgemerkt, und dazu noch ein fantastisches.

A. ist 16 Jahre alt und wacht seit der Geburt jeden Morgen in einem anderen Körper auf. Mal als Junge, mal als Mädchen, A. ist in allen Geschlechtern daheim. A. kennt das nicht anders, irgendwann ist alles "normal". In den 41 Tagen, die wir im Buch erleben, mäandert A. durch 41 Körper, lebt 41 verschiedene Leben für jeweils einen Tag. Mitternacht verbringt er stets schlafend.
Frühere Versuche, die nächtliche Metamorphose live erleben zu wollen, waren sprichwörtliche Zerreißproben für Körper und Geist.
Obwohl die jeweils übernommenen Leben immer nur kurz beschrieben werden können (sonst würde das Buch 3.000 Seiten dick), beschreibt der Autor einfühlsam und authentisch, wie verschieden sich unterschiedliche "Leben" anfühlen können.

Als sich A. dann eines Tages im Körper eines ziemlichen Arschlochs in dessen Freundin so verliebt, dass er den Versuch unternimmt, diese auch danach in anderer Gestalt wieder zu treffen, beginnt das Drama.

Mehr will ich gar nicht vorweg nehmen, lediglich die titelgebende Passage komplett zitieren:

Wenn man ins Universum starrt, ist sein Mittelpunkt nur Kälte. Und Leere.
Letztendlich sind wir dem Universum egal.
 Dem Universum und der Zeit.

Deswegen dürfen wir einander nicht egal sein.

06 Juli 2017

Die Krönung des Wällers

Die Krönungszeremonie des Tippclubs "Die Geysirbomber" fand heute abend auf dem Gelände des Schützenhofs statt. Die abgelaufene Saison 16/17 wurde vom unübertroffenen Wäller am treffendsten vorhergesagt. Unter dem tosenden Beifall seiner Anhänger wurde der auch unter dem Namen Ebi bekannte Wäller von den Vertretern der Wahlkommission, Frau Dittmeyer und Herrn Bart, mit der Krone der Herrlichkeit dekoriert.
Frau Dittmeyer, König Wäller, Bart (v.l.n.r.)
 Auf den weiteren Plätzen der Wertung folgten das Bolzplatzkind und der Schwarzmeerkönig Ernestov. Im Anschluss an die Krönung wurde gemeinsam an der großen Tafel zu Füßen des Königs den Freuden des Genusses gefrönt. Die Hausherrin Rossana nebst Gefolge verwöhnten die Gäste prächtig mit leckeren Speisen und Getränken. Auch der Wettergott hatte ein Einsehen und unterbrach das Wässern seiner Felder für die Feier, so dass die ganze Gesellschaft ungezwungen im Garten tafeln konnte. Zu erwähnen sei noch die Damenwertung, welche von Oberst Mayu und der Müllerin punktgleich gewonnen wurde. Interessant weiterhin, dass die Kohlenwertung mit B.B.Cartwirght und Kloppi zwei weibliche Sieger fand.
Das Fußvolk an der Tafel

02 Juli 2017

Rathaus mit Geschmack

Die Vorbereitungen laufen schon seit Wochen. Ein Team engagierter Kolleginnen und Kollegen präsentierte am heutigen Sonntag die Stadtverwaltung im Rahmen des Kernstadtfests "Andernach schmeckt". Begonnen hat das alles schon vor einigen Wochen mit einem ersten Planungstreffen der Freiwilligen. Schnell war klar, dass wir so viele Helfer sind, dass wir das heutige Fest mit 2 Schichten bedienen können. Unsere Büroleiterin organisierte vieles, was wir uns gemeinsam ausgedacht hatten. Jeder brachte das ein, was er konnte und wollte. Und so verkauften wir heute unter dem Motto "Rathaus mit Geschmack" viele selbst gemachte Snacks vor dem Rathaus, dazu Andernacher Bier und Andernacher Brot.
Das Brot bildete auch die Grundlage der Andernacher Schnittchen, die mit vielen leckeren Belägen von Ingwer/Minze bis Spuntekäs bestrichen wurden. Die meisten Zutaten kamen aus der essbaren Stadt und der Permakultur. Auch das Andernacher Gold, das wir abends vorher zubereiteten, war überwiegend aus eigenen Komponenten hergestellt. Den Mangold hatten wir am Freitag Mittag in den Blumenkästen des Rathauses geerntet, die Eier kamen aus der Permakultur. Blätterteig, Schafskäse und Schmand kauften wir in BIO-Qualität zu.
Der Chefkoch ist noch guter Laune

Vor dem Rathaus mit Geschmack
Die Küche des Kollegen Sebastian verwandelten wir gestern Abend in ein Schlachtfeld, heraus kamen einige Bleche Andernacher Gold, die heute sehr gut vom Publikum angenommen wurden. Sebastian und ich waren heute in der Frühschicht eingeteilt. Wir bauten alle zusammen den Stand auf, was im engagierten Team gut gelang. So präsentierten wir uns heute ab elf Uhr gut gelaunt den Besuchern, die trotz grauem Himmel zahlreich erschienen. Ausgegeben wurden die Snacks in kompostierbarem Geschirr aus Palmblättern, was auch beim Publikum gut aufgenommen wurde. Um zwei Uhr war Schichtwechsel angesagt, die "Spätschicht" übernahm und ich bin sehr gespannt, wie groß am Ende der Erlös sein wird, den wir der Selbsthilfegruppe "Leben ohne Dich" von Martina Irlich übergeben werden.
Städtischer Mitarbeiter mit Schürze
Ich nutzte anschließend die Zeit, um mir zusammen mit Isabel und Tanja die neu eröffnete Ankerbuchhandlung anzuschauen und dort einen genial guten Espresso Macchiato doppio zu genießen, der seinesgleichen sucht. Auch Gerd und Petra stießen dazu. Wir saßen inmitten der Buchhandlung und genossen das schöne Ambiente.
Den Ausklang machten wir im Innenhof des Museums zu römischer Wurst und Andernacher Bier beim Relaxen auf Palettenmöbeln.
Alles in Allem ein anstrengender, aber sehr schöner Tag.

Nachtrag: Wie ich heute weiß, ist ein ansehliches Sümmchen zusammen gekommen. Genaueres werden wir wissen, wenn der Einkauf von Bier und Brot abgerechnet ist.