25 Dezember 2015

2015 - Teil 1: How did it feel?

Ich hab lange nach einem Motto für den persönlichen Jahresrückblick gesucht. Und irgendwann ein passendes gefunden. Und das dann noch gefühlte drölfzig Mal umgeändert. Das endende Jahr will partout nicht in EINE Kategorie fallen. Zu viel ist geschehen. Zu viele Türen und Fenster, die sich schlossen und öffneten. Wenig Schließungen, viele Öffnungen, das kann ich festhalten.
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Am Laacher See
Wieso ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Rückblick auf das vergangene Jahr mache? Den Anstoß hat mir meine liebe Kollegin und Freundin Caroli gegeben, bei einem langen Spaziergang am Laacher See, vor ein paar Wochen. Achtsamkeit war eins unserer Gesprächsthemen. Hinschauen, was ist jetzt los? Wie geht's mir jetzt? Gut! Bedrückt mich jetzt irgendwas? Die Wunschantwort "Nein" konnte ich nicht ehrlich geben. Im weiteren Gespräch erzählte Caroli mir dann von abendlichen Momenten des Hinschauens und Resümierens, wie war der Tag? Was war schön, was nicht so schön? Klar, hab alles schon öfter mal gehört, aber nie wirklich gemacht. Diesmal hat es mich bewegt. Bei mir wurde etwas ausgelöst:
HINSCHAUEN! WAS MACH ICH DA?
Und so sitz ich nun daheim, denke über das vergangene Jahr nach, und verspüre zum ersten Mal in meinem Leben den Wunsch, hinzuschauen und aufzuschreiben, was denn los war in meinem Leben im letzten Jahr. Es war viel los. Und nachdem ich mir in 2 kleinen Mindmaps die persönlichen und die öffentlichen Veränderungen skizziert habe, will ich es nun auch in Worte fassen.

Teil 1: Persönliches

Sonntags im Park
Der Tod meiner Mutter war sicher das Einschneidenste in diesem Jahr. Nach all den mühsamen Jahren seit Vaters Tod vor 4 Jahren hatte sich die Situation für uns alle zugespitzt. Und so war es am Ende eine Erlösung für alle. Sie braucht sich nun keinen Tag länger im ungeliebten Seniorenheim zu quälen. Wir müssen uns nicht mehr täglich anhören, wie schlimm das alles für sie ist. Wie schlecht das Essen ist, wie schlecht das Personal mit ihr umgeht. Und wir brauchen uns keinerlei Vorwürfe zu machen, uns nicht genügend um sie gekümmert zu haben.
Es gab davor und gibt danach vieles zu regeln, mit Kranken- und Pflegekasse, mit dem Pflegedienst, mit den Kliniken, Pflegeheimen, ÄrztInnen, Versicherungen, mit dem Familiengericht, dem Gesundheitsamt, den Banken, den Grundbuchämtern und Notaren, dem Finanzamt, der Steuerkanzlei und dem Friedhofsgärtner. Jeder, der seine Eltern verloren hat, kennt das.
Da bin ich heilfroh, dass ich mit dem besten Brüderchen gesegnet bin, dass ich mir vorstellen kann. Wir konnten wirklich alles einvernehmlich regeln und die anfallenden Pflichten ohne ein böses Wort freiwillig aufteilen. Das war und ist eine Riesenerleichterung, wir haben beide schon miterlebt, wie das auch anders aussehen kann.
Und so schließt sich auch positiv an, dass mein weiterer Lebensweg nun etwas geplanter verläuft als das im bisherigen Leben der Fall war. Die Reduzierung des Jobs auf halbtags in anderthalb Jahren und der Umzug "back to the roots" sind beschlossene Sache.

Ich war mir sicher, das alles gut verarbeitet zu haben. Als mich dann im November der HNO fragte, ob ich Stress hätte, musste ich einsehen, dass mir doch nicht alles in den Klamotten hängen geblieben ist. Ich hatte Glück, der Hörsturz war relativ schnell behoben und zog keine gravierenden Schäden nach sich. Aber es war auch ein weiteres Warnsignal: Genauer hinsehen!

Bioware in der Kramgasse
Im Vorgriff auf die "öffentlichen" Projekte gibt es einiges im Bereich Nachhaltigkeit, dass ich in meinem persönlichen Verhalten geändert habe. Nachdem ich mein Obst und Gemüse nun in Andernach in Bio-Qualität kaufe, im Laden der Durans oder im faiRegio-Laden, wo die Produkte der Permakultur verkauft werden, habe ich nun auch eine Metzgerei namens Becker gefunden, die Wurst und Fleisch in Bio-Qualität anbietet. Die Eifeler Backstube bietet seit langem Bioland-Produkte an. Ok, meine Lieblingsbäckerin konnte ich noch nicht dazu bewegen, auch bio zu produzieren, aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Beim intelligent-sauberen Waschmittel der waschkampagne bin ich fündig geworden, und konnte auch einige Freunde zum Mitmachen bewegen, so dass die Sammelbestellungen zukünftig Sinn machen. Mein Konto bei der fairen GLS-Bank hab ich im Sommer eröffnet und sobald ich alles umgestellt hab, werd ich bei einer anderen großen Bank kündigen.
Bei den Kaffeekapseln klemmt es noch, die guten kompostierbaren von beanarella sind mir zu teuer, der (gelungene) Versuch, meinen Händler direkt mit den Herstellern zusammenzubringen, verlief leider ohne Ergebnis. So warte ich nun auf die für 2016 angekündigten kompostierbaren Kapseln von Lavazza. Vielleicht werden im Zuge der zunehmenden Konkurrenzsituation auch die Kapseln von beanarella erschwinglich, denn die sind nicht nur kompostierbar, sondern auch größtenteils mit bio-fairem Espresso gefüllt.

Noch was ganz Wichtiges hätt ich fast vergessen: Ich hab mich endlich angemeldet und bin nun Mitglied im geilsten Club der Welt:

Im Teil 2 werde ich über all die anderen Ideen und Projekte im Themenbereich Nachhaltigkeit berichten, in welche im letzten Jahr mein Herzblut geflossen ist.

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