02 Mai 2015

Heinrich Böll & The Diamond Family Archive

Nach dem Frühstück trollten wir uns nach dem Frühstück über die Fußgängerbrücke und die Wallhalbinsel, bestaunten unterwegs alte Schiffe und neue Musik- und Kongresshalle mit interessanten Dachfiguren, und trafen dann am Holstentor auf unsere Stadtführerin, Frau Weyrauch.
In knapp 2 Stunden Fußführung durch die Altstadtgassen erfuhren wir viele interessante Dinge nicht nur über Salz, Backsteine und Heinrich den Löwen, sondern auch über die historischen Verhältnisse des gemeinen Volks in Lübeck.
Nach so viel Input in kalten Gassen und Gängen hatte mir der eisige Wind so zugesetzt, dass ich den geplanten Ausflug ins legendäre Stadion an der Lohmühle absagen musste, um mich zu ein wenig Augenpflege ins Hotel zurück zu ziehen.
Meine KollegInnen machten derweil weitere Stadterkundungen via Fuß, Schiff und Sessel im Cafe Niederegger. Ich legte mich kurz aufs Bett und erwachte 3 Stunden später aus einem tiefen Schlaf. Noch war Zeit genug, um mich körperlich und geistig erfrischt auf eine Runde durch die Stadt zu machen. Nach einer gemütlichen Schlendertour landete ich am Ende im Tonfink, dass sich als wahres Kleinod erweisen sollte. Eine richtig schöne gemütliche Szenekneipe, wo 3 Musiker auf der Minibühne ihre Instrumente für das heutige Livekonzert stimmten.
Wer kennt sowas nicht?  Ich setze mich rein, bestelle einen Cappuccino und als ich die ersten Klänge von der Bühne höre, bin ich sofort verliebt in diese Musik. Ich lese im Flyer auf dem Tisch, dass es sich hier um "The Diamond Family Archive" handelt und dass im Tonfink normalerweise alle Konzerte ohne Eintrittsgeld gegeben werden, so auch dieses. Man geht am Ende mit dem Hut rum und alles, was gesammelt wird, kriegen die Musiker. Klar, dass ich da heut abend hin muss. Ich frage die nette Bedienung, ob sie heut abend viele Besucher erwartet. Antwort: "Das wird bestimmt brechend voll." Ok, dann halt nicht. Schade.
Um 18:30 hat unsere allerbeste Leisereiterin einen Tisch im "Heinrich Böll" organisiert. Sehr gemütlich, nette Bedienung, leckeres Essen, der Espresso ist heiß und stark. Das kann man empfehlen, auch wenns als Draufgabe eine Runde des tödlichen "Wodka Wick blau" gibt, den schon Frank Goosen mit dramatischen Worten beschrieben hat. Aber meine Mitreisenden erweisen sich als sehr robust, keiner erblindet, keiner fällt um.
Um halb 10 machen wir uns dann doch auf den Weg ins Tonfink, wenigstens mal kurz reinschauen, vielleicht ist es doch nicht ganz so voll - und siehe da, es sind noch ein paar Plätze frei, die Treppe hoch an einem großen Tisch. Ich setze mich hinter Frank auf die Treppe und wir lauschen ergriffen den letzten Liedern der 3 Jungs, die schon seit 8 Uhr am spielen sind. Wow - das hat sich gelohnt! Frankie organisiert anschliessend noch 2 Handmade-CDs, für jeden von uns eine, und ich werfe ein paar Münzen mehr  in den Hut, weil die CDs für 5 Oere das Stück mir sonst ein schlechtes Gewissen machen.
Und so wird daraus ein gelungener Abschluss einer schönen Tour. Mich überkommt jetzt die nötige Bettschwere, morgen gehts früh los Richtung Heimat.

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