31 August 2013

Home sweet home

Nach 4 Stunden Schlaf heut morgen um 6 die Bude geputzt und gesaugt, geduscht, gepackt, gehofft, dass das Taxi pünktlich kommt. Alles bestens. Der IC nach Passau kommt pünktlich. Nur noch in Bonn in die Mittelrheinbahn, dann bin ich daheim. 25 Minuten Luft zum Umsteigen. Am gleichen Gleis. Da kann nix mehr schief gehn. In HH planmäßiger Aufenthalt. 11:46 geht es weiter. Um 11:47 kommt die Ansage, dass kein Lokführer da sei und deshalb 25 Minuten Verzögerung auftreten. Ich hätt es wissen müssen, Murphy ist unerbittlich. Die magischen 25 Minuten werden bis Bonn auf 43 Minuten anwachsen und ich werde den einzigen pünktlich abfahrenden Zug des Tages in Bonn verpassen. Doch welche Möglichkeit hab ich schon, daran was zu ändern?
Steig ich in Bonn aus, werden alle folgenden Regionalzüge "aufgrund von Störungen im Betriebsablauf" entweder ausfallen oder zumindest 45 Minuten Verspätung haben. Fahr ich mit dem IC bis Koblenz durch, wird der Zug wahrscheinlich bei Urmitz/Bhf entgleisen oder es wirft sich schon in Remagen der nächste Unglückliche auf die Gleise.
Gegen Murphy hab ich keine Chance.
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Wie verlassen Bremen mit 30 Min. Verspätung, die angesagte Ankunftszeit in Osnabrück würde 40 Minuten bedeuten.
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Kurz nach halb 4, wir erreichen Hagen(Westfalen), die durchschnittliche Verspätung hat sich auf 37 Minuten eingependelt. Ich checke mal im Netz den IC, in den ich umsteigen könnte, besser: hätte können. Der ist auch schon von Norddeich(Mole) aus lange unterwegs und hat bisher - 0 Minuten Verspätung, wie soll es anders sein. Und unser Zug macht sucherheitshalber immer mal wieder ne kleine Pause in der Pampa zwischen den Städten, damit wir nur ja nichts aufholen. Gerade jetzt schaltet er mal wieder in den kleinen Tuckergang und gibt uns ausgiebig Gelegenheit, die Landschaft zu bewundern. Toll!
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Letztendlich mit 45 Minuten Verspätung in Bonn. Keiner der 3 befragten Eisenbahner konnte mir sagen, ob der Anschluss-IC wartet.
Überraschung: Er war weg.
Aber 3 Minuten später fuhr der Rhein-Express nach Andernach. Ich bin gleich daheim!

Schwerin und der Bahn-Murphy

Nach einigen herrlichen vergammelten Tagen im Haus Inselglück hatte ich mir heute nochmal was vorgenommen: Fahrt in die ehemalige sozialistische Nachbarrepublik, nach Schwerin. Der Fahrplan war schnell rausgesucht, mit dem SH-Ticket für 27 Oere kann man den ganzen Tag in SH, HH und Meck-Pomm reisen. Dass der Zug nach Lübeck, also zurück über die Unglücksstrecke der Hinfahrt, nicht pünktlich in Lübeck sein konnte, war klar. Jedoch wartete in Schwerin in guter alter sozialistischer Tradition der Regionalzug nach Bad Kleinen auf die Brüder und Schwestern aus dem Unglückszug (Jawohl, man kann von Lübeck aus nicht direkt in die Landeshauptstadt Schwerin fahren, man muss in Bad Kleinen umsteigen).
Ebenso in Bad Kleinen, so dass ich fast pünktlich um 12:12 Schwerin erreichte.
Hier verbrachte ich einen sehr schönen Nachmittag mit meiner ehemaligen Kollegin Andrea, wir hatten uns echt 18 Jahre nicht gesehen.
Gang durch die Innenstadt, kurzes Mittagsmahl draußen, Spaziergang zum Schloss, Schlosscafé in den Orangerie, ebenfalls open air, mit Blick auf einen der Seen mitten in Schwerin. Echt ansehenswert, aber vor allem hatten wir uns natürlich viel zu erzählen.


Halb 6 zurück am Bahnhof, ihr Zug nach Rostock sollte kurz nach meinem folgen, da erreichte uns Murphy mit seinem ersten Anklopfen "Der Zug RE4711 nach .. über Bad Kleinen hat voraussichtlich 10 Minuten Verspätung". Andreas Zug dann auch. Meiner 15 Minuten, 20 Minuten, ihrer auch. Nachfrage am Infoschalter: "Jo wenn sie Glück haben, wadded der in Bad Kleinen." Das Wort Glück auch nur entfernt in Verbindung mit Bahnreisen zu bringen, geht in meinem Fall ja überhaupt nicht. Ich also verabschiedet, in den verspäteten Zug, und ab.
Und natürlich, der Zug in Bad Kleinen hatte ne Weile gewartet (wahrscheinlich hatte er auch Verspätung) und fuhr dann los, kurz bevor wir eintrafen. Naja, in 1 Stunde fährt ja der nächste, biste halt um halb 10 und nicht um halb 9 zurück. Und der kam echt pünktlich, sogar zu früh. Um uns bei der Abfahrt zu verkünden, diese würde sich EIN WENIG vezögern, weil wir noch auf Reisende aus einem anderen Zug warten müssten. Same Procedure, 10 Minuten gewartet, und dann schnell ab, bevor der nächste Zug aus Schwerin wirklich eintrifft. Unterwegs auf der Strecke noch einige unplanmäßige Halts, um die Züge passieren zu lassen, in denen ich NICHT sitze, trotzdem erreichten wir Lübeck noch zeitig genug, um den 20:12 nach Fehmarn zu erreichen.
Bahnhof Lübeck
Tja, leider fährt der nicht bis Fehmarn, sondern nur bis Neustadt. Ok, ich hätte in Sierksdorf aussteigen und dort auf den nächsten (1 Stunde später) warten können, aber vom Warten in Sierksdorf hatte ich vor 14 Tagen schon reichlich genommen. So wartete ich denn im Lübecker Bahnhof bei Latte Macchiato und gutem Buch die nächste Stunde. Und er kam. Und er fuhr. Und ich fragte 2 Bahnleute, ob ich wirklich im richtigen Wagen sitze, da dieser Zug (siehe vor 14 Tagen) in Sierksdorf geteilt wird. Ja, DIESER Wagen fährt nach Fehmarn. Sicherheitshalber fragte ich auch noch 3 Mitreisende. Anworten: 1 x Schulterzucken, 1 x "wenn Du Glück hast", 1 x "müsste eigentlich, bin aber auch fremd hier". Ok, es war defintiv der letzte Wagen. Und wenn er nicht gemeinerweise unterwegs die Fahrtrichtung ändert, dann bin ich richtig. Vor Sierksdorf nochmal die Lautsprecherdurchsage "Wir weisen dar.. hin, da.......geteilt wird..... Passagier ... knacks grrrz schrimp ... richtigen grbst  zu begeb......". Und dann - ja ich bin richtig - wir fahren weiter nach Fehmarn. Ok, halten unterwegs einige Mal an, um wieder die anderen Züge passieren zu lassen, aber egal, ich bin kurz nach halb 11 in Burg. Das hab ich wohl zu laut gedacht. Wir fahren in Oldenburg(Holst) ein und - bleiben stehen, die Maschine wird ausgemacht, alle schauen sich an, der Zugleiter (nett) kommt nach einer "krgzt schnrr glmpf"-Durchsage zu uns rein. Ist ja nur noch ein Wagen dran. "Jeder mitgekriegt? Bis die Bundespolizei den hat, bleiben wir noch ne Weile stehen." Alle raus auf den Bahnsteig, Blaulichter und Sirenen rund um uns herum, die sich langsam in Fahrtrichtung entfernen. Was war los? Irgendein Verrückter hatte sich genau diesen Abend und diese Zeit ausgesucht, um anzukündigen, er würde sich auf dieser Strecke vor den Zug werfen. Spätestens da fang ich an, nach der versteckten Kamera zu suchen, erfolglos. 40(!) Minuten später fahren wir weiter, erreiche Burg 3 Stunden später als geplant. Und jetzt ab ins Taxi und heim. Leider steht kein einziges Taxi mehr am Bahnhof. Busse fahren schon lang keine mehr, nur Sammeltaxis, die kann man aber nur bis 16:30 vorbestellen. Also zu Fuß in die Stadt, am Marktplatz ist ein Taxistand, da steht immer einer - außer heut abend. Auf dem Platz das große Bikertreffen, dicke Maschinen soweit das Auge reicht, laute Mucke und gefühlte 13 Bierstände - aber kein Taxi. Nach einer weiteren halben Stunde - um 00:05 erbarmt sich ein Taxifahrer meiner und bringt mich heim.
Es ist eigentlich eine Überraschung, dass der Schlüssel auf Anhieb passt, niemand in der Zwischenzeit eingebrochen ist - und ich sogar Netz habe, um mir das hier von der Seele schreiben zu können.

26 August 2013

Hauswirtschaftstag

Nachdem mich mein kleiner Bruder heute mittag auch verlassen hat, war es Zeit, sich mal um die alltäglichen Belange zu kümmern. Waschen, Bude in Ordnung bringen, Ferienwohnung lüften, Müll rausschieben.

Wäsche in 20 Minuten trocken
"Ferienwohnung"
Kurz vor Ladenschluss nochmal schnell nach Burg geradelt, was schnelles für in den Backofen geholt, aber auch ein Basilikumtöpfchen, Tomaten und Mozzarella - ich bin für die Woche eingedeckt. Den ganzen Tag strahlend blauer Himmel und bis 23 Grad. Da macht das Lesestündchen auf der Terrasse unter dem Schirm noch mehr Spass :-)

25 August 2013

Rund um die Insel

Unser Sonntagsspaziergang führte uns heute mit dem Auto einmal rund um die Insel. Über die Westküste und Katharinenhof zum hässlich verbauten Südstrand, von dort bis zum et cetera im Hafen Burgstaaken. Da es für die berühmten Flammkuchenspezialitäten noch viel zu früh war, begnügten wir uns mit Kaffee und Kuchen.
Von dort über den Süden der Insel via Strukkamphuk nach Kap Orth an die Westküste, weiter hoch nach Puttgarden in den Norden, und wieder zurück nach Niendorf. Den Abend verbrachten wir in der Doppeleiche (Empfehlung!) bei Seeteufel und Tagliatelle pesto. Und wieder mal bestätigt sich: So lässt es sich gut leben!

24 August 2013

Flohmarkt und Käpt'n Horvard

Am allmorgendlichen Radeln nach Burg hab ich immer noch Spass. Bin dann zum Frühstück wieder zurück, also gegen halb elf, und bringe frische Brötchen und die Lokalzeitung mit. Nach dem ausgiebigen Frühstück auf der Terrasse war heute Lese- und Döszeit angesagt. Es ist schon erstaunlich, 2 Ausgaben der 11Freunde, 2 Musik-Express-Sonderbooklets, jeden Tag die Fehmarnsche Zeitung, was ich hier gelesen kriege, trotz immer wiederkehrender Auszeiten durch wegschnarchen.
Heut nachittag waren wir zum Flohmarkt in Burg auf dem Marktplatz. Nach stundenlangem Wühlen, Sichten und Kaufen machten wir beim Italiener Rast. Hier konnte ich mir endlich meine geliebte Wochenend-taz zu Gemüte führen.
Anschließend verabschiedete sich Maren, die leider am Montag wieder arbeiten muss.
Wir legten eine Sportschau-Pause ein und fuhren heut abend noch ton ollen Bahnhof, wo wir uns Fehmarner Bratkartoffelverhältnisse und Käpt'n Horward's Lachsfilet schmecken ließen. Herrlich!
Ach ja, Fehmarn rockt. Nachdem ich beim näheren Betrachten des Flyers festgestellt hatte, dass es heute wie gestern nur völlig unbekannte Nachwuchsbands waren, die open air spielten, waren mir denn 15 Oere pro Nase bei extrem abgekühlten Außentemperaturen doch zuviel, um mal ne Stunde reinzuhören. Habe mich stattdessen entschlossen, im Wintergarten meinen blog zu pflegen :-)

23 August 2013

Lecker essen ....

... heut abend auf der Terrasse war angesagt. Steaks und Salat,
 gefolgt von Espresso und Eis. Delikat delikat, kann ich nur sagen. Danach waren wir so platt, dass wir den Besuch bei Fehmarn Rockt lieber auf morgen verschoben haben.

21 August 2013

Musik in Lübeck

Unser heutiger Ausflug nach Lübeck war eine willkommene Abwechslung. Die Altstadtinsel zwischen den Armen der Trave ist so vielfältig, dass wir nur einen Teil zu sehen bekamen, aber einen interessanten.
Maren und Gerd entpuppten sich als wahre Kirchenexperten, während ich nette Italiener in den Seitensträßchen fand.












































Wenn ich hier leben würde, wär ich im Sommer jeden Abend irgendwo unterwegs. Zwischen historischen Kirchen, breiten Shoppingstraßen, engen Gäßchen mit kleine bunten Lädchen und studentischem Flair ist überall Gastronomie jeder Art verstreut. Alles zum Draußensitzen, klasse.
Und am Schluss noch das Musiker-Duo, sie hatte die Stimme, um Eva-Cassidy-Songs zu singen, sehr angenehm. Wenn Ihr das Foto genau betrachtet, hört Ihr vielleicht im Hintergrund die Fields of Gold ....   ;-)

20 August 2013

Puttgarden und Nachtflohmarkt

Heute konnten wir uns vor lauter Energie nicht mehr bremsen und machten uns zu 2 Aktivitäten auf. Kurz nach dem Frühstück, also gegen 3 Uhr, machten wir eine Fahrt nach Puttgarden (mit dem Auto natürlich), genehmigten uns einen original dänischen Hot Dog mit French Dressing, und streckten mal ne Weile die Füße ins Wasser.
Auf dem Rückweg holten wir Kuchen und Teilchen mit, um gegen halb 6 meinen kleinen Bruder begrüßen zu können.
Abends ging's dann zum angeblichen Nachtflohmarkt nach Burg. Auf dem Marktplatz schrammelte eine schlimme Tanzkapelle "Seemann, Deine Heimat ist das Meer .....", was den zahlreichen Zuschauern an den Biertischgarnituren nichts auszumachen schien. Uns trieb es sofort zur rückwärtig gelegenen Dachterrasse von Don Camillo und Peppone, wo wir köstlich speisten und den Lärm vom Marktplatz nur sehr gedämpft wahrnahmen. Der anschließende Gang über den Flohmarkt (1 Bierbrunnen, 1 Eiswagen, 1 Fischwagen) war schnell beendet, als die Mörder-Combo wieder einsetzte.
Und so sitzen wir jetzt glücklich im Wintergarten und schreiben Blogs und mails und sonst noch was.

19 August 2013

Nix Neues von der Relax-Front

Es ist ja unglaublich, wie die Zeit verrinnt beim ausschlafen, wieder rum drehen, weiterschlafen, wieder wach werden, noch was im Bett lesen, frühstücken auf der Sonnenterrasse, lesen, Musik hören, dösen, essen, trinken, lesen, dösen, und dazwischen ganz viel nix tun.



Die heutige Radfahrt nach Burg war schon das anstrengendste in den letzten 2 Tagen. Der Italiener dort hat übrigens einen leckeren Krokantbecher. Noch schnell bei Edeka die frischen Zutaten für einen leckeren Ruccola-Salat besorgt - und wieder heim geradelt. Zum Abendessen den Salat auf der Terrasse, das reicht für heut. Na gut, noch ein wenig in den blog geschrieben, und sonst nix.
Die Knakjes sind bestellt und schon unterwegs zur Insel. Der perfekte Espresso ist ohnehin schon hier. In den nächsten Tagen planen wir einen Ausflug nach Lübeck, das lässt sich prima mit der Regionalbahn machen (Man muss nur auf der Rückfahrt darauf achten, in den richtigen Waggon zu steigen). Wir warten nur noch darauf, dass der kleine Bruder eintrifft.

17 August 2013

Der Weg nach Norden

Endlich endlich ist es soweit. Ein Privattaxi mit supernetter Chauffeuse bringt mich zum Bahnhof. Pünktlich um 06:18 rollte der IC nach Hamburg ein. Das wir bis Hamburg 45 Minuten verloren haben, ist nicht weiter tragisch, ich hab nette Unterhaltung im Zug mit einem 10jährigen EffCee-Fan, der echt nicht wusste, dass mein VFL der beste Verein im Westen ist und dass es überhaupt einen Menschen gibt, der Fan von diesem Club ist. Wir wetten, wie das Spiel VFL-FC und auch das Rückspiel ausgehen. Als die Unterhaltung seiner Mutter (eigentlich ganz nett) und der gut situierten älteren Dame gegenüber das Thema "Unsere Männer sind beide Jäger" erreicht hat ("Ach, mein Mann hat so'n Spaß daran, in Afrika Leoparden und sonstwo auf der Welt Eisbären und anderes Großwild zu schießen, und wir sind dadurch auch viel auf der Welt rum gekommen, toll!"), enthalte ich mich lieber meiner Meinung, sonst hätten sich beide wohl sofort von mir weg gesetzt.
In Hamburg kann ich direkt in den Zug nach Lübeck steigen. Und auch dort klappt der letzte Umstieg problemlos. Und ab da läuft es leicht aus dem Ruder. An der Gleisanzeige am Bahnhof steht Puttgarden als Zielbahnhof. Eine Dame im Zug sagt, sie hätte gehört, der Zug fahre nur bis Neustadt, keiner kann was genaues sagen. Im Zug klärt mich ein einheimisches Päärchen auf, das die beiden ersten Wagen in Sierksdorf abgekoppelt würden und zum Sackbahnhof Neustadt führen. Ok, ich sitz im 2.Wagen, in Sierksdorf  raus und ab in die nächste Tür. Dort, im Fahrradwagen, höre ich, dass dies noch zum Neustadt-Teil gehöre. Also wieder raus, noch 2 Türen weiter, drinne ernte ich auf die Frage "Fehmarn?" ein Kopfschütteln. Allerdings fährt der Zug schon an. Mist. Also 5 Minuten bis Neustadt, 20 Minuten warten, viele Leute fragen, wie ich am besten nach Fehmarn komme, keiner weiss es, und wieder zurück nach Sierksdorf.

Gegen halb 3 bin ich wieder am Bahnhof Sierksdorf. Nächster Zug nach Fehmarn 15:47. Na gut, ich hab Urlaub und viel Zeit. Allerdings auch viel Durst mittlerweile. Kiosk? Fehlanzeige. Getränkeautomat? Fehlanzeige. Nur ein einsamer Fahrkartenautomat. Dafür bewachen 2 nette Security-Leute der Bahn den Gleisabschnitt, weil wegen des nahen Hansa-Parks immer wieder Kinder und Jugendliche auf die Gleise laufen und es schon zu einigen bösen Crashs gekommen ist.
Um 15:45 kommt die erste Lautsprecherdurchsage, der Zug habe 25 Minuten Verspätung. Gegen 16:15 die nächste Durchsage, der Zug habe 45 Minuten Verspätung wegen eines technischen Problems. Gegen 16:25 dann: "Der Zug XY fällt leider aus. Wir bitten um Entschuldigung." Punkt. Aus. Von den Wachmännern erfahre ich, dass Ersatzbusse bestellt seien, bis die allerdings von Lübeck hier seien, säße ich schon im nächsten Zug, der ja um 17:41 komme.
Ok, ich beginne das wahre Wesen solcher Formulierungen wie "JWD" oder "in the middle of nowhere" zu begreifen. Kein Busverkehr, kein Geschäft, keine Kneipe, NICHTS. Weiter draußen an der Landstraße gäbe es ein Eis-Café, das wär aber mindestens ne Viertelstunde Fußweg. Es ist heiß. Ich habe Gepäck für 2 Wochen dabei. Es gibt keine Schließfächer.
Und: An solchen Tagen würde das nicht funktionieren. Es würde folgendes passieren:
Ich laufe mit Gepäck bis zur Eisdiele, das dauert 25 Minuten. Die Eisdiele hat Betriebsferien. Auf dem Rückweg nach Sierksdorf fährt der Ersatzbus an mir vorbei. Der einzige Ersatzbus. Alle weiteren Züge fallen heute wegen eines Defekts aus. Mein Handy-Akku ist mittlerweile leer. Ich versuche zu Fuß die nächste menschliche Siedlung zu erreichen. Ich sterbe einsam an der Landstraße nach Sierksdorf an Dehydrierung.

Dann lieber weiter warten. Und hoffen, dass der nächste Zug wirklich kommt. Und er kommt. Pünktlich. Und um ein Haar entgehe ich einer weiteren Fahrt nach Neustadt (ich wollte gerade in den vorletzten Waggon einsteigen, da sagt jemand: Der fährt nur bis Neustadt.) Ich rase zum letzten Waggon. Der ist brechend voll. Ist mir egal. 50 Minuten später steige ich in Burg/Fehmarn aus. ENDLICH!