27 Dezember 2010

Die nächste Zeitverschwörung

Nachdem ich im zweiten Band kurz vor dem abschließenden Jahr 1066 (Na, wer hat in Geschichte gut aufgepasst?) stehe, wollte ich mir präventiv schon mal den Band 3 ordern, damit ich nur nix verpasse - und stelle fest, dass es diesen Band namens "Navigator", obwohl erst 2008 in Deutschland erschienen, schlichtweg nirgends mehr gibt. Das Taschenbuch ist bei allen Online-Anbietern für 9,95 nicht lieferbar. Lediglich im Amazon-marketplace kann man es für schlappe 32 Ocken zzgl. Versandkosten erwerben, gebraucht wohlgemerkt. Band 4 namens "Diktator" gibts wieder überall für 9,95. Hmmmh, schöner Mist, das.
Meine einzige Hoffnung ist jetzt ein Österreicher, der das gebrauchte Taschenbuch bei eBay versteigert, mit 8,45 € Versandkosten, wofür man ihn eigentlich erstmal teeren und federn müsste. Aber vielleicht krieg ich ja das Büchlein für 1,50 + Versand, dann hätt ich für 9,95 ein gebrauchtes Taschenbuch ersteigert. Und was das Schlimmste ist: Noch 5 Tage Laufzeit bei eBay, ich hab nur noch 50 Seiten Buch übrig im Band 2.
Ich hab auch mal beim Heyne-Verlag per eMail angeklopft, warum man mir das antut, aber da hab ich wenig Hoffnung auf eine befriedigende Antwort (z.B. "Wir schicken Ihnen natürlich gerne und umsonst eins unserer beiden Belegexemplare"). Denn Heyne heißt jetzt Randomhouse, was ja einiges erklärt. Der erste Verlag, der sich selbst nach seiner Veröffentlichungspolitik umbenennt.

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Ich hab das Buch beim Ösi ersteigert für 2 Oere, dafür ist er mir bei den Versandkosten auf 7,35 entgegengekommen. Alles wird gut!
Und Heyne alias Randomhouse hat (freundlich) geantwortet: Tut ihnen sehr leid, aber leider nicht zu ändern. Ich soll bei den Antiquariaten und Gebrauchtbüchern und Leihbibliotheken suchen. Ok.

20 Dezember 2010

Offener Brief an Kabel Deutschland

Liebe Kabelfreunde,
im letzten halben Jahr habt Ihr nach und nach die Taktfrequenz Eurer ewig gleichen Werbeflyer auf gefühlte 2x wöchentlich erhöht. Aus dem Sommersparpreis wurde Aktionsangebot und jetzt Winter-Sparpreis. Hervor stechen stets Phrasen wie doppelt so schnell surfen und gratis telefonieren, auch offeriert als Superschnelle Doppelflat.
Warum konntet Ihr mich bisher trotz Tonnen von Werbemüll nicht überzeugen ? Weil Euer Flyer ein paar Fehler enthält!
Ich helfe Euch gern bei der Beseitigung der Schwachstellen, fangen wir doch sofort an: Auf der Vorderseite und der 1.Seite sieht das so ähnlich aus wie:
bis zu 32 Mbit/s - bzw. - 32 Mbit/s max. im Download.
Ihr habt Euch zu wenig Mühe gegeben, die kleingedruckten Zusätze sind gut lesbar, da fällt keiner mehr drauf rein. Etwas besser habt Ihr das mit dem Preis gelöst.
19,90 € mtl. sind sowohl auf der Titelseite als auch auf Seite 1 gut und deutlich erkennbar. Die folgende hochgestellte 1 ist auf der Titelseite in gold auf blau kaum zu erkennen, auf Seite 1 ist die Farbkombination markanter, weiß auf rot liest sich eigentlich ganz gut, dafür ist die 1 noch kleiner geraten. Und wohin verweist die kleine 1, wenn man sie gefunden hat ? Genial gut, auf die Rückseite des Flyers, wo ganz unten in einer Schriftgröße, die man eigentlich nicht mehr als solche bezeichnen kann, mitten in einem Textabsatz steht, dass die 19,90 nur für 1 Jahr gelten und das der Preis danach auf monatlich 29,90 steigt. Wirklich, super Idee, ich bin echt fast drauf reingefallen, aber leider hab ich mir zufällig gerade eine Leselupe zugelegt, um in der Ahnenforschung auch kleinere Details bei älteren unleserlichen Schriften sehen zu können. Und damit, ihr ahnt es schon, konnte ich tatsächlich das Kleingedruckte lesen.
Was machen wir nun ? Ein todsicherer Ratschlag: Versucht doch mal das Kleingedruckte mit Schriftgrößen unter 2 Punkten zu drucken, und das mit blau auf blau oder weiß auf weiß. Das kann garantiert keiner mehr lesen und ihr braucht Euch auch keine Gedanken um den letzten Rest von Seriosität zu machen, denn dann gibt's nix mehr zu verlieren.
Vielleicht kriegt Ihr mich ja dann rum, mit 4 Werbebriefen pro Woche ........

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Heute seh ich, dass Ihr meine Anregung auf Eurer Website schon aufgegriffen habt. Die Erklärung zur hochgestellten 1 kommt am Seitenende. Sie ist aber nicht sofort sichtbar, sondern man muss sie erst anklicken. Und dann erscheint in Minischrift dunkelgrau auf hellgrauem Hintergrund die Erklärung. Guter Ansatz, aber leider noch lesbar. Trotzdem: Weiter so!

12 Dezember 2010

Lesetipp: Die Zeitverschwörung

Der erste Band eines Handlungsfadens, der sich über Jahrhunderte erstreckt, hat Lust auf mehr gemacht: Imperator beginnt im Jahr 4 v.Chr. mit der schmerzhaften (und für die Mutter tödlichen) Geburt eines Jungen namens Nectovelin im nördlichen Britannien. Im Schmerz dieser zu schweren Geburt brabbelt die Mutter plötzlich immer wiederkehrend Verse in einer unverständlichen Sprache vor sich hin, die selbst der anwesende Druide nicht versteht. Ein ebenfalls anwesender Schwager, der im römischen Reich Handel getrieben hat, ist als Einziger des Schreibens und Lesens kundig und versteht die Worte, die er spontan auf seiner kleinen Tafel niederschreibt. Dann versiegt der Strom der Worte für immer, als man die Mutter mit einem Feuerstein aufschneidet, um das Kind zu holen.
Es ist eine Prophezeiung, die damals niemand richtig versteht, deren einzelne Verse sich aber in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten mehrfach als detailliert zutreffend erweisen. Sie hängen zusammen mit der Eroberung Britanniens durch mehrere römische Kaiser, mit dem Bau des Hadrianswalls im heutigen Schottland, aber eigenartigerweise auch mit einem anderen Kind, das im Nahen Osten etwa zur gleichen Zeit wie der britannische Junge geboren wird. Und immer wieder wird als Erklärung auf den Weber verwiesen, der die Fäden der Zeit webt und manchmal in andere Bahnen bringt. Eine Überlieferung des Stammes der Briganten, dem Nectovelins Leute entstammen.
Der erste Band dieser historischen Familiensage endet schließlich 418 n.Chr. bei Nachkommen des Jungen, welche Teile der Prophezeiung unter den widrigsten Umständen über Jahrhunderte gerettet haben. Und natürlich will ich unbedingt wissen, wie es weitergeht und beginne gleich mit dem 2.Band Die Eroberer.
Der Alltag in den einzelnen Epochen ist glaubwürdig geschildert, man kann sich gut hineinversetzen in diese für uns eigentlich unvorstellbaren Zeiten mit teilweise völlig anderen Wertvorstellungen als in unserer heutigen Welt. Das hängt zum großen Teil an Baxters flüssiger und leicht verständlicher Sprache, die ich bei ihm nicht immer gelesen habe. Den Rezensionen nach sind auch die historischen Zusammenhänge leidlich gut recherchiert, aber das kennt man ja vom Autor Stephen Baxter, der ansonsten gerne wissenschaftlich gut fundierte Hard-SF schreibt.
So kann ich dem Roman auch die Schwächen verzeihen: Eine etwas verwaschene Prophezeiung, deren sukzessive Auflösung nicht detailliert genug beschrieben wird. Eine teilweise flapsige Dialogsprache mit neuzeitlichen Ausdrucksweisen, welche die Dialoge zwar verständlich machen, aber irgendwie auch nicht dahin gehören.
Ich bin sehr gespannt, wie die Zeitreise weitergeht. Nachdem in den letzten Kapiteln klar wurde, dass auch die Gründung der Staatskirche durch Konstantin den Großen hier sehr kritisch beleuchtet wird, interessiert es mich noch ein Stück mehr.