22 März 2010

Schumann's Traum im Coffee-Baum

Am Heimreisetag schlug der Regen dann doch noch zu. Wir hatten 4 Stunden, um die Altstadt zu erkunden. Über Nikolai- und Thomaskirche gings zum Coffee-Baum, einem der ältesten Kaffeehäuser Deutschlands, mit einem interessanten Rundgang durchs integrierte Kaffeemuseum. Hier konnte man sich vorstellen, wie es früher in der Kaffee-Stadt Leipzig zugegangen ist. Im Kaffeehaus selber mundete "Schumann's Traum" vorzüglich.
Da unterwegs noch die Mädlerpassage und ein Besuch im Jokers-Ladengeschäft mit Sonderangeboten lagen, waren die Zeiten im Regen auf den Straßen doch überschaubar. Nach einem kleinen Essen im Bahnhof gings dann sehr schnell heim. Aus den geplanten 15 Minuten Verspätung waren am Bahnhof Frankfurt/Flughafen 2 Minuten "Verfrühung" geworden, so dass wir dort direkt in den ICE nach Koblenz steigen konnten. Auch ohne Reservierung war der ziemlich leer, wir hatten nette Unterhaltung mit 2 geselligen Bonnern und waren schon um halb acht wieder daheim.
Anscheinend fand der große Rückreiseverkehr erst am Sonntag statt. Wir haben bereits beschlossen, beim nächsten Besuch ein paar Tage länger dort zu verweilen.

19 März 2010

Buchmesse pur

Ein langer Tag geht zu Ende. Nach dem Frühstück direkt zur Buchmesse, leider sind die Trams schon so überfüllt, dass wir die letzten 2 km zu Fuß zurücklegen. In den Messehallen angekommen, merken wir schnell, das man sich ohne einen groben Zeitplan völlig verzettelt, so viel gibt es hier zu sehen und zu hören. Wir fangen gemeinsam bei der eBook-Plattfrom des deutschen Buchhandels an und enden im umfangreichen Angebot des Hörbuchverlags, dessen Namen ich vergessen habe. Dazwischen u.a. Nina Hagen, bei der es mir immerhin gelingt, so nah ranzukommen, dass ich für einen kurzen Sekundenbruchteil die gelbe Papageienfeder (oder was das auch immer sein sollte) im Haupthaar der Kosmapolitin zu sehen, die mit kleinkindhafter Stimme verkündet, dass Jesus sie liebt und dass sie eigentlich schon immer Christin gewesen sei. Der interessante Bericht von Prof. Schlagmichtot über den Nutzen von Raumfahrtmissionen zu Mars, Jupiter und den Saturnmoden bietet eindeutig mehr Fakten. Der Vortrag von Herrn Mynarek, einem bekannten Kirchenkritiker, ist leider erst am Samstag abend, wenn ich schon wieder kurz vor daheim bin. Dazwischen immer wieder kilometerweise Hallenbesichtigungen und kurze Kaffeepausen nebst Unterhaltungen mit anderen Besuchern und Ausstellern.
Kurz nach 6 fahren wir mit der Tram bis in die Karl-Liebknecht-Straße, wo uns ein sehr freundlicher Leipziger zum naTo und vor allem zu Killiwilly lotst. Beim Iren sitzen wir bis halb 9 Uhr draußen, verdrücken leckere Spießchen, löschen unseren Durst und wandern dann ein wenig durchs Kneipenviertel. Beim Italiener beschließen wir den Abend mit einem Eis, ich gönne mir noch einen vorzüglichen Espresso Macchiato und schmauche eine lecker Fantje.
Und jetzt, zurück im Hotelzimmer, spüre ich, dass es ein langer Tag war und werd mich gleich der Augenpflege widmen.

18 März 2010

Leipzig .... wird Ihnen gefallen!

Mit Hindernissen tuts das auch. Der freakige bärtige lederjackige Besitzer der preiswerten Pension, die wir Juni letzten Jahres gebucht und im September nochmal haben bestätigen lassen, erklärt uns bei der Ankunft (nach 10 Minuten Kofferschleppen von der Haltestelle aus), dass er eine schlechte Nachricht für uns habe. Ich hielts anfangs für einen schlechten Scherz, aber es war so: Zimmer weg! 40 Euro fürs Einzelzimmer mit Frühstück, kriegt man während der Messe noch nicht mal in 50 km Entfernung auf einem Kuhdorf. Aber bevor wir uns richtig aufregen, erklärt er, dass er sich ja gekümmert habe. Sein Kumpel fährt uns jetzt in ein Hotel, 5 Minuten entfernt.
Wir sind skeptisch, aber es stimmt: Wir sitzen im Hotel fürs gleiche Geld, das regulär derzeit pro Zimmer und Übernachtung 108 Oere kostet - ohne Frühstück. Ok, 2 Busstationen weiter vom Zentrum, aber eine ganz andere Liga als die Freak-Pension. Bin echt gespannt auf das Frühstücksbuffet morgen früh.
Ansonsten hat's heut abend noch zu Kurztrips gereicht: Angelika hat ihre Schwestern und Cousinen besucht, während ich in der alten Handelsbörse den Worten von F.C. Delius lauschte, der seinen neuen Roman als Hörbuch vorstellte. Eine sehr interessante Hommage an den alten Konrad Zuse und seine Freundin im Geiste, Ada Lovelace.
Netterweise hat mich Annette mich in der Stadt abgesetzt und anschliessend wieder abgeholt.
Morgen wird nach dem Frühstück die Messe erobert, wir haben uns aus dem Katalog schon gefühlte 27 Veranstaltungen rausgesucht, von Frank Goosen über skandinavische Autoren zu Knastbibliotheken und verschiedenen Kaffeehäusern auf dem Messegelände. Und abends die lange Hörbuchnacht des WDR. Alles dabei.
Morgen abend werden wir wahrscheinlich unsere Füße nicht mehr spüren, aber viele neue Anregungen mitnehmen.