23 Februar 2009

Ich liebe Ottolina

Der letzte Tag und vor allem der letzte Abend hatten es in sich. Beim ersten Stop nach einigen Kilometern im Alex begnügten wir uns noch mit einer leckeren Kleinigkeit, Bruschetta bzw. Salat mit Garnelenspiess und einem eher mittelprächtigen Espresso.
Aber heut abend ging es dann zu einem richtigen Italiener in die Vorstadt, Gusto da Paolo, in ein schickes und trotzdem gemütliches Ambiente, wo man von Paolo selbst mit einem freundlichen "Buona sera" begrüßt wird. Die Pizzas waren aus der mittleren Kategorie, Belag war ok bzw. primella, der Boden bei beiden nicht knusprig genug. Aber:
Ein vorzügliches Acqua Panna direkt aus der Toscana, und ein exzellenter Espresso, bei dem der Maestro auf meine Nachfrage hin leuchtende Augen bekam und selbst ins Schwärmen geriet. Un OTTOLINA, direkt aus Milano, 60% teurer als die durchschnittlichen Bohnen, welche die anderen nehmen, und dazu seine göttliche Cimbali, das war ein wahrhaft vorzügliches Gespann. Und so hat ihn unser Lob sichtlich gefreut, aber auch nicht sonderlich überrascht.

Ganz klar: Der beste Espresso in Kiel - und wir haben einige getestet.

22 Februar 2009

Kilometergeld und TROTZDEM Galileo und Mohrenkopf

Am Wochenende haben wir uns unser Kilometergeld reichlich verdient. Nachdem wir uns nun in Kiel fast besser auskennen als die Einheimischen, bleiben auch die gastronomischen Entdeckungen auf einem hohen Niveau.
Unser Fußmarsch gestern brachte uns nach einem ausgiebigen Innenstadttrip über den Rathausplatz, den Europaplatz, den Exerzierplatz und den Wilhelmsplatz aus der Innenstadt raus, bis ich endlich den einzigen Tabakisten in Kiel gefunden hatte, der die leckeren Sachen von de Olifant verkaufte. Mit einem Kistchen Fantje in der Tasche gings weiter bis zum Westring, wo ein netter Chinese uns vor dem Verhungern und Verdursten rettete.
Dann weiter bis hinaus ins Trotzdem in der Ahlmannstraße, einer super Studentenkneipe im Univiertel, die rein zufällig auch die Premiere Bundesligakonferenz zeigte. Mit 1 Punkt in Ostwestfalen kann man leben, wenn auch der späte Ausgleich wehtat. Danach gings noch ein paar Meter weiter ins Hansa48, eine volkseigene Kultur- und Arbeits- und sonstwas-Werkstatt. Allerdings war uns das Warten bis zum angekündigten Abendflohmarkt mit skurilem Allerlei und speziellem T-Shirt-Bedrucker dann doch zu lang und so trabten wir im strömenden Regen den ganzen Weg zurück bis ins trockene Hotelzimmer.
Heute mittag gabs nur ein lockeres Traben am Kai, am Abend sind wir dann nach einem leckeren Essen im vorzüglichen Mohrenkopf (Achtung Achtung: Allererste Sahne!) mit dem Bus nach Kronshagen gefahren, wo wir Karten für das Brechtstück "Galileo Galilei" bestellt hatten, das von der Werkstatt-Theater Kiel dort gegeben wurde. Und wir wurden wirklich nicht enttäuscht. Ein tolles Stück mit klasse Schauspielern.
So kanns weitergehen.

20 Februar 2009

Planetarium und Alte Mühle

Heute stand das Planetarium der Fachhochschule, auch Mediendom genannt, auf dem Programm. Unendliche Weiten wurden uns präsentiert, in einer kleinen, aber technisch hochwertigen Kuppel, die Platz für 64 Zuschauer bietet. Trotz einer technischen Panne ein sehr sehenswertes und gut moderiertes Programm. Auf dem Rückflug von der Andromeda-Galaxie musste ich allerdings nach einer 3/4 Stunde mit einem sanften Stoß in die Rippen wieder ins Diesseits befördert werden. Der Liegestuhl war halt sehr bequem, der Raum gut abgedunkelt, die musikalische Untermalung sehr angenehm, da hab ich mich wohl intuitiv auf den Weg zum Planeten Snoredream gemacht.

Auf dem Rückweg gab es noch einen knackigen Salat mit Riesengarnelen in der Alten Mühle. Tolles Ambiente, sehr leckeres Essen, absolut empfehlenswert.









Wenn ich morgen nachmittag noch ne schöne Fußballbar finde und im live-tv erleben kann, wie die Ostwestfalen neu genordet werden, dann ist das Wochende perfekt ;-).

19 Februar 2009

2 Außerirdische und der Weg nach Kiel

Heute am späten nachmittag wurden am Bahnhof Kiel 2 seltsam aussehende Gestalten mit rheinischem Akzent gesichtet, die dadurch auffielen, das sie trotz Schwerdonnerstag nicht kostümiert waren. Wenn irgendjemand im Bahnhof "Helau" oder "Alaaf" rief, zeigten beide schockartige Reaktionen und versteckten sich verängstigt unter den Sitzbänken in der Wartezone.

Wenig später wurde das altehrwürdige Hotel Sophienhof von Unbekannten besetzt. Ob die beiden Ereignisse einen gemeinsamen Hintergrund haben, ist bis dato nicht bekannt.

14 Februar 2009

Ein Prooosit ein Proohooosit ........

Diese Büttenrede wurde 1995 in Flörsheim am Main (Karnevalshochburg) gehalten: Der Redner musste nach dem Vortrag unter Polizeischutz rausgebracht werden und die Sitzung wurde vorzeitig beendet, aber die Rede ist seitdem Kult !!!

(Narhalla-Marsch)

"Alaaf und Helau! - Seid ihr bereit?
Willkommen zur Beklopptenzeit!
Mer kenne des aus Akte X,
doch Mulder rufe hilft da nix,
des kommt durch Strahle aus dem All,
und plötzlisch ist dann Karneval!
(Tusch)

Uff einen Schlach werd'n alle dämlisch,
denn das befiehlt das Datum nämlisch!
Es ist die Zeit der tollen Tage,
so eine Art Idiotenplage,
eine Verschwörung, blöd zu werden,
die jährlich um sich greift auf Erden.
Ei' wahre Ausgeburt der Hölle,
und Ausgangspunkt davon ist Kölle!
(Tusch)

Denn dort gibt's nisch nur RTL,
das Fernseh-Einheitsbrei-Kartell,
sondern aach jede Menge Jecken,
die sisch auf Nasen Pappe stecken,
in Teufelssekten sich gruppieren
danach zum Elferrat formieren
und dann muss selbst das döfste Schwein
dort auf Kommando fröhlisch sein.
(Tusch)

Auf einmal tun in allen Ländern
die Leude sisch ganz schlimm verändern
Sie geh'n sisch hemmungslos besaufe
und fremde Mensche Freibier kaufe
schmeiße sisch Bonbons an die Schädel,
betatsche Jungens und aach Mädel
und tun eim jede, den sie sehen,
ganz fuschtbar uff de Eier gehen!
Sie tun nur noch in Reime spreche
und sind so witzisch, man könnt' breche,
bewege sisch in Polonäsen,
als trügen sie Gehirnprothesen,
man möschte ihnen - im Vertrauen
- am liebsten in die Fresse hauen!
(Tusch und Konfetti-Kanone)

Doch was soll man dagege mache?
Soll man vielleicht noch drüber lache?
Es hilft kein Schreie und kein Schimpfe,
man kann sisch nich mal gegen impfe,
die Macht der Doofen ist zu staak,
als dass man sisch zu wehr'n vermag!
(kein Tusch)

Am besten ist, man bleibt zu Haus
und sperrt den Wahnsinn aanfach aus.
Man schließt sich ein paar Tage ein
und lässt die Blöden blöde sein!
Der Trick ist, dass man sich verpisst
bis widder Aschermittwoch ist!

Und steht ein Zombie vor der Tür,
mit so 'nem Pappnasengeschwür,
und sagt statt "Hallo" nur "Helau",
dann dreh sie um, die dumme Sau,
und tritt ihr kräftisch in den Arsch
und ruf dabei: Narrhalla-Marsch!"

"Vielen Dank ..."
(Tusch, Narhalla-Marsch mit schnellem Weglaufen)

Na gut, diese Rede wurde nie gehalten, sondern von Oliver Kalkofe als eine solche verkauft. Aber die ist sooo gut, die muss eigentlich wahr sein. Realsatire pur

10 Februar 2009

Obertöne

Sphärische Klänge ? Trommeln ?? Viola ??? Didgeridoo ???? Und das alles in der Keller Kirche ????? Genau dort erlebten wir am Sonntag ab 17 Uhr beim Konzert des Obertonchors AnEiKö und des Duo Miralo. Da ich so etwas bisher weder gesehen noch gehört hatte, war ich selbst sehr gespannt, was mich erwartet. Ich kann nur sagen: Es war toll! Mehr als 100 Menschen hatten den Weg in den Andernacher Höhenstadtteil gefunden, und ich bin mir sicher, das es keiner bereut hat, gekommen zu sein.
Die Chorimprovisation hat mich direkt zu Anfang in eine andere Welt geführt. Anfangs mit offenen Augen sah ich diesen Singkreis, der sich, mit einem Summen beginnend, immer weiter entwickelte. Bis zu diesem sphärischen Konzert, das mir bei mittlerweile geschlossenen Augen den Eindruck vermittelte, es handele sich um eine Art großer Orgel mit vielen exotischen Registern, aber nicht um einen Chor. Damit war mein Herz gefangen für den Rest des Konzerts. Und es ging, locker moderiert, sehr abwechslungsreich weiter. Das Duo Miralo mal mit chansonesken Einlagen, mal mit fremd, aber harmonisch klingenden Stücken. Mal er oder sie solo mit Drums oder Didgeridoo, mal beide mit Daumenklavier Runden drehend. Viola und Akkordeon waren vertreten, und zwischendurch 3 Frauen im improvisierten Singspiel (fantastisch!). Höhepunkt war für mich die Soloeinlage von Georg Holtbernd, der nur mir seiner Stimme tolle Klänge zauberte. Mit geschlossenen Augen glaubte ich, 3 Stimmen gleichzeitig zu hören, aber er sang ganz alleine. Der Chor zum Abschluß rundete ein tolles Konzert ab, das mich tief berührt hat.
Ich hoffe, diesen Sound bald wieder hier in der Gegend erleben zu dürfen. Und vielleicht gibts ja auch bald mal was auf Tonträger.
Näheres findet Ihr hier: