22 November 2008

Erlebnistour in den Pott

Mein Gott, war das ein Tag heute! Mit dem 10:16-RE gings in den Ruhrpott. Wir waren zu siebt, ein bunter Haufen mit 2 Neulingen. Schon nach kurzen Einüben im Zug saßen alle Fangesänge, als hätten wir nie was anderes gesungen. In Bochum angekommen, erzeugte der Anblick der Huestraße gegenüber dem Bahnhof in mir ein Gefühl von Heimkommen.
Im Fanshöpchen konnte ich noch der Versuchung widerstehen, 1 Trikot und 1 Tasse und 1 Schal und so weiter zu kaufen. Weil, wir gingen ja dann zum Weihnachtsmarkt, wo der VFL auch einen großen Stand hatte. Na gut, da war dann der neue Schal fällig. Im City-Café wurden wir dann wie alte Bekannte begrüßt, wärmten uns nochmal mit leckerem Cappucino und Kakao auf,

und marschierten von dort aus die Castroper Straße hoch zum Ruhrstadion.
Die Ostkurvenfraktion verabschiedete sich hier, um sich noch gute Plätze zu sichern. Wir gingen noch kurz zum Fanshop und dann zu unseren Sitzplätzen in Block B. Da wurde schon das VFL-Lied gesungen, d.h. es geht gleich los. 2 Minuten vor dem Einlaufen dann wie immer Herbies "Tief im Westen...". Das Mitsingen ruft bei mir auch heute noch eine massive Gänsehaut hervor. Und dann dieses Spiel.
Wir legten uns mächtig ins Zeug, sangen, klatschten, aber alles umsonst. Unsere Recken zeigten in der Defensive ein Festival der unglücklichen Peinlichkeiten der Kategorie "Am eigenen Fünfer unbedrängt ausrutschen und den Ball aus Versehen mit der Hacke zum freistehenden Gästestürmer schieben". In der Offensive ständige Ballverluste, und wenn einer mal 2 Leute umspielt hatte und entscheiden musste:
a) Ball ins leere Tor schieben
b) den freistehenden Mitspieler anspielen
c) über den Ball hauen
d) Ball übers Tor bis ans Kamener Kreuz dreschen
e) einen dritten Gegenspieler zu umdribbeln versuchen und dabei hängenbleiben oder stolpern,
ja dann kamen leider immer nur die 3 letzten Varianten in Frage. Immer abwechselnd. Kurzum, die erste Halbzeit war unterirdisch grottenschlecht. Ein gellendes Pfeifkonzert begleitete die Jungs verdientermaßen mit 0:3 in die Kabinen. Und nach der Pause, da kam ein komplett anderes Team auf den Platz. zeigte 45 Minuten Spiel auf ein Tor, gewann immer mehr Zweikämpfe, schoß noch 2 Tore und brachte mich verdächtig in die Nähe des Herztods.
Und dann pfiff der Schiri ab und wir hatten wieder 2:3 verloren. Aber dafür brauchte sich keiner zu grämen, die Jungs haben in der 2.Halbzeit alles gegeben, und mehr verlangt in Bochum keiner. Ich hoffe nur, das ich es möglichst bald erlebe, das man so ne Leistung über 90 Minuten zeigt. Man hat gesehehn: Es geht doch!
Bild: www.1848er.eu
Wenn man mit dieser Einstellung von Beginn der Saison an gespielt hätte, würden wir längst wieder singen "Die Nr.1 im Pott sind wir". Aber so konnten wir ja den Nachbarn aus Ückendorf und Lüdenscheid-Nord fast dankbar sein, das sie unsere Mitkonkurrenten abgebügelt haben.
Lediglich die Pillen vom Plastikclub am Autobahnkreuz müssen die Punkte in Schüco-Land herschenken, typisch Werksverein.
Auf dem Weg zurück erlebten wir, wie ein gänzlich merkbefreiter Bärlin-Fän die aufgeschnappte Bemerkung "Scheiß-Hertha" als Legitimation verstand, den Bemerker derart brutal zu treten, das jeder Anwesende sofort verstand, wie wahr die Bemerkung ist. Zum Glück waren genügend grüne Kollegen drumherum und führten die Arschgeige sofort ab. Dies blieb der einzige Zwischenfall dieser Art, derartiges sind wir in Bochum zum Glück auch nicht gewöhnt.
Nach dem Besuch des "Curry-Art" (lecker, nett, Empfehlung) gings schon wieder zum Bahnhof und Richtung Heimat. Eins weiß ich sicher: Wir kommen wieder!
Vielleicht klappts ja schon wieder am 13.12. zum letzten Hinrundenspiel gegen die Geisböcke.
Die Winterpause wird ne gute Gelegenheit sein, endlich unseren Fanclub zu gründen, und in der Rückrunde denken wir schon ans Auswärtsspiel bei den Hoffenheimer Überfliegern.

Glückauf!

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